
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 283
Kunst lebt | Dr. Juliane Wessels, Sabine Mensing, Matthias Lückertz und Dr. Hermann Arnhold | Freunde des Museums für Kunst und Kultur Münster e.V. | Kunstpodcast | Die Leichtigkeit der Kunst
Freitag, 25. September 2026 · 1 h 03
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Shownotes
Kunst lebt – mit den Freunden des Museums für Kunst und Kultur Münster e.V.
Kunst lebt – und zwar seit 1976. Seit diesem Jahr begleiten die Freunde des Museums für Kunst und Kultur Münster e.V. das LWL-Museum. Den ersten Impuls gab bereits 1975 der Martinus-Pokal, ein 1597 entstandenes Stück münsterischer Goldschmiedekunst, das auf einer Auktion auftauchte und das damalige Museumsbudget überstieg. Ein befreundeter Kunsthändler sprang ein und verschaffte Museumsdirektor Paul Pieper Zeit, das Geld für den Ankauf zusammenzubringen. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee eines Freundeskreises. Heute gehören ihm mehr als 1.600 Menschen an.
Die Gäste
Dr. Juliane Wessels lernte Kunst als Kind auf den regelmäßigen Londonreisen zu ihrer Großtante kennen. Später wurde das gemeinsame Schauen mit Freundinnen zu einem festen Teil ihres Lebens. Im Freundeskreis beschäftigt sie heute, wie sich diese Begeisterung weitergeben lässt und wie das Museum dauerhaft unterstützt werden kann.
Sabine Mensingverbrachte schon als Kind ihre Ferien im Rheinischen Landesmuseum Bonn. In Münster half sie zunächst ehrenamtlich beim Aufbau der Jungen Freunde, seit 19 Jahren arbeitet sie für den Freundeskreis. Ihr geht es darum, Menschen dort abzuholen, wo ihre eigene Neugier auf Kunst beginnt.
Matthias Lückertz führt seinen Zugang zur Kunst auf seinen Vater zurück, der seinen Kindern beibrachte, alles erst einmal zu probieren, bevor sie sich ein Urteil bilden. Kunstgeschichte und jahrzehntelange Kunstreisen kamen später zusammen. Für ihn gehören die Begegnungen und die Geschichten rund um Kunst bis heute eng zusammen.
Dr. Hermann Arnhold erinnert sich an Wien, an Museumsbesuche als Zehnjähriger und später an einen Nachmittag mit August Macke in Münster. Das Museum wurde für ihn früh zu einem Freiraum, in dem Zeit und Konzentration möglich waren.
Aufnahmeort
Aufgenommen haben wir die Folge „Kunst lebt“ im LWL-Museum für Kunst und Kultur am Domplatz in Münster. Dr. Hermann Arnhold erinnert im Gespräch an den Neubau von Volker Staab als wichtigen Einschnitt für Haus und Freundeskreis. Der heutige Museumsbau wurde im September 2014 eröffnet; der ältere Museumsbau am Domplatz stammt aus dem Jahr 1908. Im Gespräch wird spürbar, wie eng Haus und Freunde inzwischen verbunden sind: durch Ankäufe, Reisen, Programme, die Jungen Freunde und viele Gespräche hinter den Kulissen.
Kunst lebt
Eine dieser „Kunst lebt“ Geschichten beginnt mit dem Martinus-Pokal von 1597, dessen Ankauf 1975 zum Ausgangspunkt des späteren Freundeskreises wurde. Eine andere führt nach Südfrankreich zu Pierre Soulages. Sein Gemälde „Peinture, 324,4 x 181 cm, 12 Avril 2016“ befindet sich heute in der Sammlung des LWL-Museums. Hermann Arnhold erzählt von der langen Freundschaft mit Pierre und Colette Soulages, von einem Atelierbesuch, drei Monaten Schweigen nach der Preisverhandlung und einer Entscheidung der Freunde, die schließlich einstimmig fiel.
Im Zentrum des Jubiläums von „Kunst lebt“ steht außerdem Frans Snyders’ „Knabe in der Vorratskammer“, um 1640, seit Jahrzehnten als Dauerleihgabe im LWL-Museum und aktuell Ziel einer großen Ankaufskampagne der Freunde. Hermann Arnhold spricht über die Fülle des Bildes, über Hummer, Jagdbeute, Obst und die Sinnlichkeit flämischer Stillleben.
Wir sprechen darüber, warum der Freundeskreis „Kunst lebt“ seine Mitglieder selbst über Ankäufe abstimmen lässt, wie aus gemeinsamen Kunstreisen Freundschaften wurden und weshalb während Corona ausgerechnet die digitalen Angebote neue Mitglieder brachten. Es geht um den Beirat und die Geschäftsstelle, um das Verhältnis von Ehrenamt und professioneller Arbeit, um Nachwuchs und Wachstum und um die Frage, welche Aufgaben Freundeskreise übernehmen können, wenn Museen verlässliche Partner an ihrer Seite brauchen. Das Leitmotiv taucht dabei immer wieder auf: „Wir wollen die Nähe fördern.“
Leichtigkeit mit Tiefgang
Bei der Frage nach Leichtigkeit liegen die Antworten nah beieinander und setzen doch unterschiedliche Akzente. Matthias Lückertz spricht vom gemeinsamen Erleben von Kunst als „die größtmögliche Freude und ein tiefer Genuss“.
Für Dr. Hermann Arnhold gehört zur Leichtigkeit auch die Erfahrung ihres Gegenübers: „Es gibt keine Leichtigkeit ohne ohne tiefe Trauer und tiefes Leiden.“
Dr. Juliane Wessels denkt dabei an Höhen und Tiefen, die beide zum Leben gehören, und beschreibt Leichtigkeit als „diese innere Freiheit zu bekommen“.
Kunst helfe ihr, genau das stärker zu spüren und zu erleben. Sabine Mensing verbindet Leichtigkeit mit der Möglichkeit, sich von schwierigen Dingen ablenken und von dem tragen zu lassen, „was schön ist, was Spaß macht“
Themen dieser Folge
• Wie Dr. Juliane Wessels, Sabine Mensing, Matthias Lückertz und Dr. Hermann Arnhold ihre eigene Liebe zur Kunst entdeckten
• Wie aus dem Ankauf des Martinus-Pokals die Idee für den Freundeskreis entstand
• Warum „Nähe fördern“ bis heute zum Selbstverständnis der Freunde gehört
• Pierre Soulages, Freundschaft, Vertrauen und eine außergewöhnliche Ankaufsgeschichte
• Kunstreisen, Junge Freunde, Professionalisierung und mehr als 1.600 Mitglieder
• Welche Bedeutung Freundeskreise für Museen bekommen, wenn öffentliche Kultur unter Druck gerät
• Franz Snyders’ „Knabe in der Vorratskammer“ und die Frage nach Genuss, Vergänglichkeit und Leichtigkeit
Die Schwerpunkte des Gesprächs
Vier Wege zur Kunst: Juliane Wessels erinnert sich an regelmäßige Museumsbesuche mit ihrer Familie in London. Sabine Mensings Beziehung zur Kunst beginnt als Kind im Rheinischen Landesmuseum Bonn. Matthias Lückertz erzählt von seinem Vater, der ihm beibrachte, Dinge erst einmal auszuprobieren, bevor man sie bewertet, und Dr. Hermann Arnhold von Tagen als Zehnjähriger in Wien, an denen er Museen als Freiraum für sich entdeckte.
Kunst lebt und die Nähe zur Kunst: Was hält einen Freundeskreis über 50 Jahre zusammen? Sabine Mensing bringt einen Gedanken ins Gespräch, der weit über einen Vereinszweck hinausgeht: „Wir wollen die Nähe fördern.“ Gemeint ist die Nähe zum Museum, zur Kunst und zu den Menschen untereinander.
Pierre Soulages, Vertrauen und ein Ankauf: Dr. Hermann Arnhold erzählt von seiner langjährigen Freundschaft mit Pierre und Colette Soulages, einem Atelierbesuch in Südfrankreich, einer schwierigen Preisverhandlung und drei Monaten Schweigen. Seine Freundschaft zu Soulages sei ihm so viel wert gewesen, dass er auf das Bild verzichtet hätte, wenn der Ankauf sie gefährdet hätte .
50 Jahre Kunst lebt, vom Martinus-Pokal bis Frans Snyders: Der Freundeskreis entstand aus einer ganz konkreten Situation. Ein für Münster bedeutendes Kunstwerk tauchte auf einer Auktion auf, dem Museum fehlte das nötige Geld und private Unterstützung half weiter. Aus diesem Gedanken entwickelten sich gemeinsame Ankäufe, Kunstreisen, die Jungen Freunde, ein wachsender Freundeskreis und eine Zusammenarbeit, in der Mitglieder bis heute über Erwerbungen mitentscheiden.
Freundschaft, Reisen und ein Doppelbett im Burgund: Dass Nähe bei den Freunden durchaus wörtlich genommen werden kann, zeigt eine der schönsten Geschichten dieser Folge. Bei einer frühen Kunstreise saßen zehn, zwölf, vielleicht fünfzehn Menschen abends in und um ein Doppelbett. „Jeder brachte aus seiner Minibar mit, was er tragen konnte“, erinnert sich Matthias Lückertz. Es wurde erzählt und zitiert. Für ihn sind genau aus solchen gemeinsamen Erlebnissen Freundschaften entstanden.
Wer kann Freund der Kunst sein? Es geht auch um die Frage, wie offen ein Freundeskreis heute sein muss, um unterschiedliche Generationen und Lebenssituationen zu erreichen. Sabine Mensing spricht über die Jungen Freunde und reduzierte Beiträge, Juliane Wessels über Wachstum und persönliche Nähe, Matthias Lückertz über die Vernetzung von Freundeskreisen und Hermann Arnhold über das Vertrauen zwischen Museum und seinen Unterstützer:innen.
Frans Snyders und der Lebensgenuss: Zum 50-jährigen Bestehen engagieren sich die Freunde für den Ankauf von Frans Snyders’ …
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Herzlich willkommen zu Die Leichtigkeit der Kunst, einem Podcast über Kunst, Kultur und Gesellschaft. Ich bin Claudia Linsel und mich beschäftigt gerade eine Beobachtung, die mich nicht mehr loslässt Ich denke an Menschen, die fest in ihren Jobs stecken, deren Alltag durch Höhen und Herausforderungen geprägt ist und die gerne Erholung im Museum finden.
Zugegeben. Das könnte jeder von uns sein. Doch ich denke an genau die Menschen, deren Leidenschaft über den bloßen Konsum hinausgeht, die sich engagieren, die gemeinsam etwas unternehmen, die zusammen entscheiden, wie ein Museum unterstützt werden kann. Nicht, weil das erwartet wird, sondern weil sie es wollen, aus einer inneren Überzeugung heraus.
Nicht bloß über einen kleinen Moment, sondern über 50 Jahre hinweg, Wie entsteht also diese besondere Freundschaft, dieses Vertrauen, gemeinsame Entscheidungen zu treffen, zusammen auf Reisen zu gehen, 50 Jahre lang zusammenzuhalten? Und ich frage mich, Woran liegt das? Was bewegt einen Menschen zu diesem Einsatz? Nicht als Hobby, nicht als Job, sondern aus Leidenschaft, als Vision, als Haltung, die ein ganzes Leben hält, Und was können wir von diesem Menschen lernen, für unseren eigenen Alltag? Heute spreche ich mit vier solchen Menschen, Nicht Sie, Ihre Vorgänger haben einst einen Freundeskreis gegründet mit dem Namen Kunst lebt, Was für einen Freund braucht also die Kunst, damit sie leben, sich weiterentwickeln kann,
Dafür reise ich mit dieser Folge nach Münster in das LWL-Museum für Kunst und Kultur und begrüße ganz herzlich Doktor Hermann Arnhold Langjähriger Direktor des Hauses, Matthias Lückerts der den Freundeskreis seit fast 25 Jahren als Vorsitzender prägt, Sabine Mensing, Geschäftsführerin und das operative Herz des Vereins sowie Doktor Juliane Wessels, Vorsitzende des Beirats und eine, die gerade dabei ist, den nächsten Schritt für das Haus zu denken.
Schön, dass ihr da seid. Ich bin so neugierig auf euch, doch bevor wir die Geschichte von Kunst lebt, kennenlernen, bin ich natürlich gespannt, eure Geschichten kennenzulernen. Also, wie seid ihr zur Kunst gekommen? Was hat dazu geführt, dass ihr irgendwann nicht mehr nur geschaut, sondern angefangen habt, euch zu engagieren?
Liebe Juliane, starten wir mit dir und vermutlich in London. Du hast als Kind dort eine Großtante besucht und bist in Museen gelandet Was hat eine Stadt, die nicht die eigene ist, mit der Liebe zu Kunst zu tun? Ja, meine Großtante, die ist schon in ihren 20ern, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, nach London ausgewandert, Und da sie keine eigenen Kinder hatte, waren wir im Prinzip die Kinder und die Enkelkinder und waren ganz regelmäßig in London, Und dort habe ich die Liebe zur Kunst gelernt äh mit meinen Eltern, Geschwistern, mit meiner Großtante sind wir regelmäßig in die verschiedensten Museen, erst gar nicht so sehr in die Kunstmuseen, da war uns eher das Heinz-Museum oder der Tower und dann irgendwann kam das Institut mit der grandiosen
Impressionismusausstellung dazu, die National Gattery und von Jahr zu Jahr ist meine Kunstliebe dort äh immer weiter entstanden und hat sich entwickelt. Und Münster Ich bin Münsteranerin, außer drei Jahre meines Lebens, wo ich mal am Niederrhein gelebt habe, habe ich immer in Münster gelebt und eine ganz große Verbundenheit zur Stadt.
Und schon seit Beginn meines Studiums bin ich Mitglied hier im Freundeskreis des Museums und hab's begleitet auch während der Umbauarbeiten meine Doktorarbeit habe ich ähm in Sichtweite hier zu den Bauarbeiten geschrieben, die ich auch dann häufig auch akustisch äh wahrgenommen habe und habe ja wird großer Begeisterung, die Entwicklung begleitet und ähm ja mich dann auch immer mehr ja engagiert bei Veranstaltungen äh teilgenommen, immer mehr Menschen kennengelernt, tolle Begegnungen gehabt, so dass es dann vor ein paar Jahren äh hier in den Beirat gekommen ist, Magst du noch ein bisschen konkreter von deiner ersten Zeit hier erzählen? Witzigerweise habe ich hier direkt neben dem äh Museum Vorlesungen gehabt
meine Juravorlesung im Fürstenberghaus, so dass wir immer in Sichtweite hier zum Museum unsere Pausen auch hatten und äh ich habe relativ schnell am Anfang des Studiums eine gute Freundin kennengelernt, die auch sehr kunstaffin war und das hat uns auch so ein bisschen verbunden und dann sind wir gemeinsam ins Museum gegangen, haben mal eine Führung mit gemacht und das ist auch was, was ich ohnehin sehr liebe, Kunst miteinander zu teilen, in den Austausch darüber zu kommen und äh ja, das ging damals Anfang des Studiums tatsächlich mit den ersten Freunden los und äh.
Man hat schon festgestellt, dass viele auch gar nicht so kunstaffin sind, aber im Laufe meines Lebens habe ich da auch immer mehr Freunde gefunden, die so Kunst begeistert sind und mit denen das einfach wunderschön ist, Kunstmomente zu teilen. Liebe Sabine an bei dir. Ich weiß, dass du deine Liebe zur Kunst in Bonn entdeckt hast. Tatsächlich hat meine Liebe zur Kunst, mein Interesse an der Kunst im rheinischen Landesmuseum in Bonn begonnen. Dieses Museum ist meines Erachtens eines der Paradebeispiele für die Vermittlung von Kunst an Kinder und Jugendliche, Wir haben damals.
Ferien für Kinder im Museum organisiert, die unter ganz unterschiedlichen Überschriften stattfanden, aber immer den Bezug zu der Ausstellung des Hauses hatten und zwischen, dem Verbringen von Zeit in den Ferien und dem Heranführen an die Kunst, was nur ein ganz kleiner Schritt ich habe dann natürlich viele Kinder kennengelernt, die alle gleichgesinnt waren, Und habe viel über Geschichte gelernt. Man hat uns an die Kunstwerke herangeführt und so war eigentlich das Museum schon, Seit meiner frühsten Kindheit in mich implantiert. Und nichtsdestotrotz bist du eine ich Kunsthistorikerin im Rheinland geworden, sondern Juristin hier in Westfalen. Und aus der Geschäftsführung der Freunde nicht mehr wegzudenken.
Wie kam es denn zu diesem Posten und seit wann wirst du hier tätig? Wie lang, lang ist's her jetzt. Aus dem Nähkästchen. Der Schritt von Bonn nach Münster war ein ganz klassischer Studienwechselschritt. Ich hatte damals das, Glück, dass ich noch meine Bananenkartons packen konnte, mich exmatrikulieren konnte in der einen Uni und der nächsten immer trikulieren konnte und so bin ich von Köln, Bonn Kiel, Paris nach Münster gekommen.
Und bin dann hier im wahrsten Sinne des Wortes hängen geblieben. Münster ist eine wunderschöne Stadt und macht es allen ehemaligen Studierenden leicht, Hierzubleiben und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Und so bin ich hier hängengeblieben. Und ich bin vor 19 Jahren dazugekommen, jedenfalls in der Tätigkeit als Erste bezahlte für den Freundeskreis tätige. Vorher war ich allerdings auch schon fünf Jahre lang ehrenamtlich für den Freundeskreis tätig.
Und ich erinnere mich noch dran, dass Herr Lückertz aus Hamburg, wiederkam von einer Tagung und mit dem dortigen damaligen Geschäftsführer der Freunde der Hamburger Kunsthalle gesprochen hatte, der eben zwei Impulse gegeben hatte. Zum einen, Überhaupt eine Geschäftsstelle zu initiieren, nach dem Motto Ehrenamt ist wunderbar, aber irgendwo müssen auch die Fäden zusammenlaufen und zum anderen sich mehr auf junge Mitglieder zu konzentrieren, die sogenannten jungen Freunde.
Sodass eben auch die Veralterung des Freundeskreises ein bisschen in andere Bahnen gelenkt werden könnte und, Es gab damals eine große Party hier im Foyer, die mein geliebter Kollege Daniel Müllerhofstelle ins Leben gerufen hatte mit vielen, Studieren vor allem von der Kunstakademie und vom Fachbereich Design. Daraus gründete sich dann an diesem Abend der junge Freundeskreis mit immerhin damals 80 Mitgliedern.
Matthias. Und du das wissen viele vielleicht gar nicht, hast auch Kunstgeschichte studiert, dann 40 Jahre lang die Reisebranche auf Trip gehalten und seit Ich würde sagen 25 Jahren stehst du an der Spitze des Freundeskreises. Wie begann denn deine eigene Kunstgeschichte? Ach, das ist schnell erzählt. Ich habe äh ein großes Vorbild in ganz vielen Bereichen gehabt und das ist mein Vater.
Mein Vater hat uns ganz früh erzogen, dazu alles zu probieren, nicht alles mögen zu müssen, aber es zu probieren und es bewerten zu können und. Das hat nicht nur zu kulinarischen Neigungen geführt, sondern eben auch zu Liebe, zu Kunst. Und nach dem Abitur hier in Münster habe ich dann Kunstgeschichte studiert, aber damals relativ schnell schon mit dem Fokus in dem Bereich nicht professionell arbeiten zu wollen, sondern für mich war eher die Idee, es später mit dem Büro zu verbinden auch einen ja einen Bereich aufzubauen äh mit Eigen gestalteten Kunstreisen für Freunde deutscher Museumsvereine und äh insofern habe ich das beides wunderbar miteinander ergänzen können.
Habe über 40 Jahre selber später Kunstreisen begleitet auf der ganzen Welt. Und fühle mich äußerst bereichert. Herr Doktor Arnold Als Museumsdirektor kennen wir sie, aber nicht als junger Bub. Spielte Kunst da auch schon eine Rolle in ihrem Leben? Na ja, als junger Bub, äh ich glaube, die erste Begegnung hat in Wien stattgefunden.
Als meine Eltern, da war ich glaube ich zehn oder so äh mit mir nach Wien und in die Umgebung von Wien gefahren sind und haben mich leichtsinnigerweise, weil ich keine Lust hatte, mit den. Durch die Weinberge zu laufen, haben mir eine Fahrkarte gekauft und dann war ich tatsächlich zehn Tage lang auf mich allein gestellt in Wien Und habe die Stadt erkundet und das große Abenteuer und bin immer wieder in Museen gelandet und habe, Da eigentlich schon Museen oder das Museum, das Kunstmuseum als Freiraum erlebt. Also ohne irgendwas abliefern zu müssen, ohne Hausaufgaben machen zu müssen, Sich für ein Kunstwerk zu setzen, sich das anzugucken, frei zu sein von irgendwelchen Ansprüchen der Eltern, frei für Gedanken und so weiter und dann bin ich zurück, wollte eigentlich erst Lehrer werden. Das habe ich mir aber schnell abgewöhnt, weil ich,
Nicht die die nötige Geduld hatte. Und habe dann in Münster die Begegnung, ich studierte in Freiburg äh in Münster die Begegnung gehabt, dass ich in der Tat mal einen Nachmittag lang hier in diesem Museum verbracht habe und ähm das war wie so ein Erweckungserlebnis eben da auch, Zeit zu haben, niemanden Rechtfertigung abgeben zu müssen einen Nachmittag lang mit Augustmacke verbracht mit der Farbenwelt, mit den Farbexplosionen und und dann bin ich irgendwie ganz geklärt aus diesem Museum wieder rausgekommen. Heute nennt man so was glaube ich Differenzerfahrung. Also im Grunde eine ganz andere Welt zu entdecken, Eine innere Welt und die wieder mit nach draußen zu nehmen und das war so die Initialzündung und die habe ich wieder mit zurückgenommen ins Studium und habe dann,
Wollte es Jura studieren und habe dann nach sechs Wochen, Auffahrunfall auf einem Parkplatz äh gemerkt, dass die Kunstgeschichte doch mir näher war und habe dann weiß noch, das erste Seminar war über Rembrandt und das hat mir gefallen in der Kunstgeschichte, die Leidenschaft über Bilder zu zu kultivieren, In der Tat haben wir zuerst immer die Kunstwerke angeschaut und erst dann gelesen. Und auch das war was anderes als in anderen Fächern. Das heißt, ich bin bis heute eigentlich ein Mensch, ein sehr, sehr gutes Bildgedächtnis hat für Kunstwerke sozusagen diese Faszination.
Und dann auch mit Künstlern zusammenzuarbeiten, das ist damals in der Tat hat Münster da eine große Rolle gespielt, aber auch Paris. War insgesamt über vier Jahre in Paris Und die Franzosen haben noch mal einen etwas anderen emotionaleren Zugang zur Kunst und das hat schon sehr geprägt Nachdem wir nun ihre beziehungsweise eure Geschichten kennengelernt haben, möchte ich natürlich auch die Gründungsgeschichte des Freundeskreises kennenlernen.
Matthias. Magst du sie erzählen? Ja, die Geschichte ist halt 50 Jahre alt und es gab damals einen äh Direktor, der einen Martinus Napf, der auf einer Auktion auftauchte, gerne nach Münster holen wollte, weil er auch nach Münster gehört im eigentlichen Sinne. Aber nicht genug Geld hatte, um den kaufen zu können und dann hat er in der Auktion selbst einen befreundeten Kunsthändler gebeten, ob er ihm helfen könnte und äh der hat das gerne getan, hat das auch uneigennützig gemacht und auf diese Art und Weise ist dieses berühmte, Kunstwerk nach Münster gekommen und es war die Geburtsstunde der Freunde, weil äh wir Menschen brauchten an seiner Seite damals, die bereit waren Geld zu geben, um das auszulösen.
Und äh so ist der Freundeskreis als lockerer Verein entstanden, hat an all den Jahren äh immer auch ganz klar im im Begriff Selbstwestfalen mit verankert, also wir reden nicht nur über Münster und das Münsterland, sondern über Freunde des Kreis des Westfälischen Museums, und ich bin jetzt der vierte Vorsitzende, ja, seit 25 Jahren, das stimmt, das ist eine sehr sehr lange Zeit. Mein Vorgänger war auch 14 Jahre im Amt und ich glaube, das was wir da tun.
Das hat natürlich mit Liebe zu tun, mit Liebe zum Produkt, wenn ich das mal so sagen darf, Hermann. Aber auf jeden Fall mit einer sehr, sehr großen Zuneigung und, Wenn ich heute darüber nachdenke wie die Begrifflichkeiten, Kultur und Kunst in der Öffentlichkeit, in der Politik und in allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens eigentlich sukzessive, zurückgefahren werden oder auch keine große Rolle mehr spielen, dann ist das ja ein ein echtes Warnsignal und insofern nehme ich gerade heute äh die Aufgabe, die die Freunde des Museums fürs Haus haben, nochmal sehr viel ernster als früher schon, weil für mich ist Kunst und Kultur, Wenn man so will, der Humus, aus dem alles andere entsteht und ich kann mir keine Demokratie vorstellen auf der Welt, wo das keine wesentliche Rolle spielt oder.
Schwieriger werdende Rolle, wenn das langsam aber sicher wegbröckelt und in dieser Phase befinden wir uns. Also ich find's jetzt mal noch wichtiger als immer schon sich darüber im Ehrenamt zu kümmern. Der eben angesprochene Direktor war Doktor Paul Pieper. Bei dem Namen denke ich natürlich sofort auch an die zweite Vorsitzende des Vorstandes Eva Pieper Ja Münster ist doch klein. Ja natürlich gibt's eine Verbindung, weil Eva Pieper Rap Frick ist seine Tochter.
Und selber Kunsthistorikerin und seit 25 Jahren auch an meiner Seite. Wir haben zusammen begonnen im Amt und sind bis heute beieinander immer noch mit dem größtmöglichen Vergnügen in einem enorm gewachsenen Freundeskreis, der ja mal begonnen hat 20, 30 Mitgliedern und heute über 1600 sein Eigen nennt und wir sind glücklich, dass wir das machen dürfen. Also ich denke, es ist eine prominente Aufgabe für jeden in irgendeinem Bereich seines Lebens auch was zurückzugeben über Ehrenamt, was immer das bedeutet, es kann Soziales sein, Sport, egal. Meine zwei Hauptschwerpunkte waren die Stadtentwicklung und eben die Kunst.
Und insofern folge ich meinem Vater. Ich ich sprache vom Vorbildcharakter, der selber im Vorstand vor mir gewesen ist und ja macht das mit der allergrößten Genugtuung, vor allen Dingen auch für mich, weil ich selber habe einen Mehrwert, der könnte größer nicht sein. Insofern habe ich selber das große Glück, dass ich das machen darf. Herr Doktor Arnold Erinnern Sie sich noch an Herrn Doktor Paul Peper? Ich habe ja einen Pieper noch erlebt als er schon in Pension war, aber immer noch ein.
Kabäuschen hatte in der Bibliothek, wo er noch arbeiten konnte und ich weiß, Dass er mit dem Museum so verbandelt war, dass er sich auch erst weigerte, also er hat erst die Schlüssel nicht abgegeben Die waren dann verschwunden. Die waren dann nicht mehr da und irgendwann diese innige Verbundenheit. Das Haus hat ihm sehr viel zu verdanken.
Und in der Phase habe ich ihn kennengelernt. Äh Pieper war hervorragend vernetzt, auch im Ausland war ein großer Kenner, spätmittelalterlicher Skulptur, Und brachte das, fand ich damals als Student oder als Praktikant dann auf eine sehr, gut verständliche Art und Weise rüber. Es war also kein nicht so ein Technokrat, sondern äh hatte eine sehr lebendige Kunstgeschichte. Dem hörte man sehr gerne zu Und ich glaube, dass Pieper sehr beseelt war von diesem Gründungsethos des Freundeskreises, also Freunde des Museums zu sein und auch früh, das zeigt ja auch diese Ankaufsgeschichte.
Erkannt hat, dass das Museum äh gute Freunde an seiner Seite braucht, die es auch ideell unterstützt und die auch dabei sind, weil es ist eine andere. Es ist eine andere Beziehung als die zu dem Träger, selbstredend, sondern da sind sehr viele Kunstaffine, Kunstverrückte, engagierte Menschen, die, nicht nur im Ehrenamt, sondern die auch sich freuen, regelmäßig zusammenzukommen, die Begegnung, die das Museum als Anziehungspunkt erleben und denke ich auch, die Anziehungskraft vergrößern, also dem Museum gut tun. Dann widmen wir uns doch mal Kunst lebt, klar, Unser Thema, doch was ist für euch persönlich? Kunst lebt? Ich glaube, es ist tatsächlich das, was die Klammer dieses Gespräches war, nämlich,
Begeisterung, Liebe und Leidenschaft weiterzugeben und ein Motto, was auch immer wieder im Freundeskreis zitiert wird, lautet Wir wollen die Nähe fördern. Das heißt nicht nur die Nähe zu unserem Museum und die Nähe zur Kunst, sondern auch die Nähe untereinander und, das bedingt sich auch, dass dann dadurch Kunst lebt, erlebbar wird, aber eben auch durch unsere Mitglieder weitergetragen wird.
Dass Freundschaften entstehen, dass Kunst nicht nur bedeutet, da hängt ein Bild an der Wand und wir haben einen guten Kunstvermittler oder eine gute Kunstvermittlerin, die uns dieses Gemälde, erläutert und erklärt, sondern dass wir eben durch die Kunst, Leben, Gemeinschaft finden, Freundschaften pflegen, unser Programm durchführen, Reisen machen und Ähnliches.
Für mich bedeutet Kunst lebt, mit Menschen, die diese Liebe zur Kunst teilen oder sie vielleicht auch noch nicht teilen, aber vielleicht ein bisschen neugierig sind, das gemeinsam zu erleben, also Erlebnisse rund um die Kunst, dass sinnieren über die großen und kleinen Fragen des Lebens, die die Kunst häufig aufwirft oder thematisiert oder den den Anlass dafür gibt In Gespräch einzusteigen. Es heißt aber für mich auch, Dass Kuntz manchmal ein Aufhänger ist, eine Veranstaltung, um dann mit Freunden bei einem, das ist immer unser Running-Gag im Beirat und Vorstand bei einem Glas Grauburgunder über Gott und die Welt zu reden, gar nicht unbedingt dann nur über die Kunst, aber Kunst ist so, Kunst bringt ganz viel Leben auch in Gespräche und kann manchmal einfach ein Anlass sein, der dann an ganz anderen Stellen wieder endet, aber der Menschen zusammenbringt,
aber auch, Also das ist es für mich ganz viel, auch mich, auch manchmal wieder so zu mir finden lässt, wenn auch bei mir ganz viel im Außen ist, ganz viel Trubel, dann ist so. Sich mit Kunst zu beschäftigen, ob das jetzt dann im Museum ist, vor den Kunstwerken funktioniert es am besten, aber manchmal auch mit einem Buch über Kunst oder einem tollen Podcast über Kunst auch wieder mehr zu mir zu kommen und dafür bin ich der Kunst ganz ganz dankbar. Ja für mich geht es eigentlich äh fast in eine andere Richtung. Ich äh.
Ich finde Kunst, Kultur, alles das ist ja ein großer, ein Wesensbestandteil letztendlich unseres Lebens, aber auch der Geschichte, Und wenn man Menschen kennenlernt und da habe ich das Glück gehabt, in den über 40 Jahren, die ich das jetzt mache, äh auch was Kunstreisen angeht. Dass man auf Dinge hingewiesen wird, auf die man alleine so nicht käme, ist ein Beispiel, wir bestehen mit Klaus Busmann vor langen Jahren vor der Bronzetür des Baptisteriums in Pisa.
Am Dom und wir reden aber nicht über diese Tür, sondern wir reden vor dieser Tür über die Bronzetür des Doms in Hildesheim. Ne? Also ich meine, es gibt viele Menschen, die sagen, ich bin Stadtführerin in Florenz, ich will nicht von Scheuklappe reden, aber es ist, der Fächer nicht so breit und dann triffst du auf Menschen, die spielen über die Länder hinweg und bringen Dinge zusammen, die so was eigentlich unglaublich erlebbar machen und dann weil die Geschichte ja häufig spannend ist und Bücher, die sich mit der Geschichte beschäftigen großartig und vielfach äußerst lesenswert sind, Ist das für mich noch mal eine große Bereicherung und ich weiß, ich bin nächstes Wochenende in Den Haag mit ein paar Freunden und da werden wir über reden im Mauritz Huus und natürlich wird das einen direkten Zusammenhang auch mit Herr Borch in Münster geben und so weiter und so weiter. Also ich finde dieses Anek
das erzählerische und das Zusammenhänge herstellen. Das ist für mich ganz persönlich auch eigentlich das Wichtigste Ist es für dich Leichtigkeit oder ist Leichtigkeit für dich etwas anderes? Das ist totale Leichtigkeit. Also ich habe ja schon mal gesagt, das muss wirklich Spaß machen, nur wenn es Spaß macht. Ja, es gibt auch schwierige Situationen, auch schwierige Zeiten, die hat's immer gegeben.
In allen äh Phasen des eigenen Lebens, das ist ja klar, aber das ist die größtmögliche Freude und ein tiefer Genuss Der Genuss, wie erklärt ihr euch, dass dieser so lange in einem Freundeskreis beständig bleibt so dass ihr in diesem Jahr sogar 50. Jubiläum feiern könnt. Das ist eine relativ schwere Frage Ich habe ja vorhin schon von der Liebe gesprochen und es stimmt natürlich, da sind wir uns alle, auch handelseinig.
Es muss etwas sehr viel Spaß machen und eine große Zuneigung erzeugen, damit man dabei bleibt, damit man das mitmacht, damit man überhaupt selber Freude daran bekommt. Und äh wir haben in all den langen Jahren immer versucht, auf ganz unterschiedliche Art und Weisen unsere Mitglieder und Mitgliederinnen äh ja zu begeistern für das, was hier passiert das Museum selber hat natürlich das Übrige dazu getan, wenn ich an äh den Neubau von Volker Stab denke, also auch die sich verwandelnde Architektur, das viel spannendere Museum, darf ich heute sagen, wenn ich es mit dem Altbau vergleiche und äh so ist das ja auch gewachsen, die Qualität ist gewachsen und die Freundeskreise sind gewachsen, damit auch unsere Mittel,
um äh Gutes fürs Haus anzukaufen. Ich glaube, wir sind der einzige Freundeskreis in Deutschland, Herrmann, der einmal im Jahr. Ankaufsvorschläge bekommt für Kunst fürs Haus und dann demokratisch mehrheitlich entscheidet, was davon genommen wird. Das gibt es sonst nicht. Wir schenken, was wir in all den Jahren angekauft haben und immer mal wieder in gewissen Abständen, so wie jetzt, oder auch vor ein paar Jahren als eine große Altersarbeit im Museum geschenkt haben. Da hängt auch eine schöne Geschichte dran.
Haben wir so ganz besondere Momente. Also es geht nicht mehr so sehr darum, wie vielleicht zu Beginn, dass man sagt, da ist eine Summe X im Jahr und dann machen wir so ein bisschen Gießkanne und hier noch eine Tasse und da noch eine Vase, sondern wir sind heute sehr, anders strukturiert und legen Wert darauf, dass das Geld gezielt ausgegeben wird und möglichst auch für so spannende Dinge, damit wir auch Öffentlichkeit darüber bekommen und auch diese Geschichten erzählen können, die andere hoffentlich dazu bringen, bei uns dabei zu sein.
Jetzt bin ich natürlich gespannt die Pierre-Sollage-Geschichte. Wo ich da anfangen soll. Ähm na ja ähm ich glaube, man könnte so anfangen, dass ich bin ja schon lange mit ihm befreundet gewesen. Die erste Ausstellung hier im Haus habe ich mit neunzehnhundertfünfundneunzig, Es war sozusagen so eine Initialerfahrung hier. Er ist damals zur Eröffnung gekommen. Er ist ein zweites Mal gekommen bei der Erwärmung des ersten Bildes und.
Ich weiß, dass am Ende irgendeiner dieser Freundeskreissitzungen Matthias und ich zusammenstanden und es darum ging, Was sind denn wichtige Erwerbungen? Was wird sich denn lohnen? Und da hatten wir schon dieses eine Bild und ich weiß noch, dass Matthias mir an dem Abend, als ich sagte, na ja, also das sind Preise, die werden wir nie erreichen.
Damals war Pierso Lars. Es war 2tausendsiebzehn oh ja. Schon der teuerste lebende französische Künstler, Matthias hat mir Mut gemacht, das zu versuchen, weil wir waren damals auch der Künstler und ich schon, sehr miteinander befreundet. Ich würde nicht von einer Vater-Sohn-Beziehung sprechen, aber für die beiden war ich sowas vielleicht, weil sie hatten keine Kinder, Und seit neunzehnhundertfünfundneunzig ist da sehr viel gewachsen. Ich habe sehr viel gelernt, ich würde mal fast sagen, dass ich Kochen gelernt habe bei denen und, sehr persönlichen Dinge und Matthias sagte damals, es ist einen Versuch wert. Ich habe dann geschrieben, wir würden mal gerne kommen und wir hatten uns dann committed, ich fahre mit,
Und äh dann sind wir zusammen da runtergeflogen. Es war ein ziemlich eindrückliches Erlebnis, weil ich habe damals schon gesagt, da war Pierre Slash immer sehr ehrlich. Er hätte uns nicht empfangen. Wenn da nichts gewesen wäre, sondern das war eben offen. Ich hatte auch früh gesagt, Wir werden diese Marktpreise nie buchen können und dann haben wir, ich weiß noch sehr genau, in dem Atelier gesessen und mit Colette und Pierre und der Assistent zog aus den Wänden heraus, weiß ich nicht, an die 20 Bilder.
Und das war so ein bisschen wie so eine Modenschau lauter schwarze Mannecke. Es kam aus den Wänden heraus und es war irgendwie auch zwischen uns glaube ich schon ziemlich klar Es musste ein monumentales, großes Format sein. Es sollte nicht eine Reihe in dem, was man schon hat. Und dann war dieses Bild, glaube ich, schon eines der Ersten, die wir gesehen haben und am Ende des Tages war klar, um welches Bild es ging und dann ähm ging's natürlich auch um was ist es denn jetzt, wie teuer wird es denn sein? Und dann hat, mir, Sozusagen eine Liste rübergereicht. Ich habe äh in Erinnerung, es wurde nicht dadrüber gesprochen, sondern wohl gezeigt und dann habe ich, ich weiß gar nicht, ob das noch beim Essen war. Auf jeden Fall habe ich gesagt,
Das werden wir nicht leisten können. Und dann hat Pierre mir gesagt, ja aber was könnt ihr denn leisten? Und dann habe ich damals eine bestimmte Summe gesagt, über die wir nachher stillschweigend vereinbart haben. Und dann entstand ein Schweigen am Tisch. Das heißt, wir sind da ich glaube unverrichteter Dinge weggefahren. Es gab noch ein nettes Abendessen und dieses Schweigen hielt über drei Monate an.
Und das können Sie sich gar nicht vorstellen, wie das auf mir lastete. Und ich habe dann ihm einen Brief geschrieben und habe ihm gesagt, dass mir diese Freundschaft so viel wert wäre, dass ich auch. Um den Preis dieser Freundschaft auf dieses Bild verzichten würde, Und äh hat dann sofort angerufen an dem Abend und hat dann äh mir versucht zu erklären, dass es nicht um seine Freundschaft ging, sondern, Zu viele Details von diesen Verhandlungen darf ich auch nicht preisgeben. Auf jeden Fall, war es dann ganz wichtig an einem bestimmten Moment zu sagen, wenn es klar ist, dann bleibt, Dieser Betrag zwischen uns und natürlich dem Freundeskreis und das hat damals glaube ich das Eis gebrochen und wir haben dann,
Dann ging das eigentlich relativ schnell. Als es klar war, Kam dann da sozusagen, ich war sehr aufgeregt, eine eine Sitzung mit den Freunden im Foyer, es war Sommer, Und es ging darum, die Freunde zu überzeugen und ich war wirklich ähm, Das ist schon eine ziemlich wichtige Entscheidung. Es ging um viel Geld und es war eine einstimmige Entscheidung.
Das war schon was ganz Besonderes. Das habe ich noch nie erlebt und das macht vielleicht auch das, Zumindest für mich heute das Besondere an diesem Verhältnis ist eine ganz besondere Freundschaft, eine ganz besondere Nähe, die auch nicht, oder wiederholbar ist, sondern im im Herzen geht es um die Kunst. Aber der Freundeskreis hat sich damals mit einer unglaublichen Deutlichkeit, Dafür und da hat Matthias Lückerts einen großen Anteil dran äh dafür entschieden und ich habe ihm das dann, also Pierre und Collet, mitgeteilt, wir sind dann runtergefahren, wir haben einen Film mit einer Mitarbeiterin hier im Haus Nora Stegel, vor Ort unten gedreht. Den gibt's heute auch noch und wir haben dann hier eine feierliche Übergabe gemacht. Sie konnten schon nicht mehr kommen, weil sie schon in den 90ern waren,
Und wir haben dann einen kurzen Film gedreht von der Übergabe hier Ihnen wiederum geschickt haben. Und das war gut so, weil er ist dann ja einige Jahre später dann auch, gestorben. Ich bin immer noch im Kontakt mit ihm gewesen, aber es war in der Tat eine Summe dieser Freundschaft mit ihm, Und auch die ganz besondere Beziehung zu dem Museum. Das war immer ganz wichtig. Das hat er gesagt, dass er Spuren in diesem Haus, Dieser Freundschaft hinterlassen möchte und das sagt man nicht zu jedem Museum.
Da kann ich übrigens was ergänzen, wenn ich darf. Äh man fliegt ja nicht umsonst nach Südfrankreich. Also es war nicht der Grund, dass das unbedingt passieren müsste. Wir hätten auch so ein paar schöne Tage zusammen gehabt, aber für mich war das Spiel, dieses die ja nur ein Jahr auseinander sind und sie er wann ist er gestorben mit 133 und sie ist jetzt.
Und die saßen da und beide so fit und was mich am meisten beeindruckt hat neben den Personen war vor allen Dingen sie, weil sie kam immer mal wieder von der Seite und sagte, ach hör mal, das kriegen wir schon hin. Also, er hatte seinen Verhaltenskodex und er muss sehr über diese Hürde springen und äh sie war äh immer wohlwollend und wohlmeinend und äh mich hat dass unglaublich fasziniert und das sind aber auch die Erlebnisse, Da sind wir wieder beim Geschichtenerzählen, die so etwas besonders bereichern. Eigentlich müsste man solche Filme, wir haben das schon mal gemacht. Mhm. Eigentlich müsste man solche Filme nochmal zeigen.
Vielleicht jetzt auch im 50-jährigen Jahr so einen auf einer Versammlung diesen Film nochmal zeigen, damit man diese Nähe auch erzeugt und die anderen teilhaben lässt Mhm. Das ist natürlich eine sehr schöne Anekdote mit Blick auf den Freundeskreis. Doch gibt es auch Situationen, die sich ein bisschen kniffliger gar herausfordern? Knifflig äh.
Ich erinnere mich gerade an so ein Bonbon von Matthias Lückertz, der irgendwann mal sagt, ach Hermann, alles ist ein Übergang. Man sollte sich nicht so eifrig auf die Zahlen oder auf auf ein bestimmtes Datum konzentrieren, sondern alles ist ein, werden und gehen und und ich glaube, das ist auch so, sondern es ist eine lange Entwicklung und es hat auch Zeit gebraucht, ich weiß noch, dass äh mein Vorgänger Klaus Bußmann mir damals sagte, Herr Arnold, das braucht ganz viel Zeit, bis sie, heimisch werden im Freundeskreis. Das ist wie bei allen Westfalen in Münster bis man sozusagen berichtet hat von sich auch, dass es auch bei ihm sozusagen bis die Nestwärme entstand. Ich will nicht von Nestwärme sprechen, aber,
Diese Nähe, wenn ich zwei Punkte einnahmen, über einen haben wir gerade gesprochen, das war Pierce, aber schon lange vorher, Der Neubau war ein wichtiger Punkt, auch in der Zeit vor dem Neubau, weil wir haben, auch im Freundeskreis oder ich habe immer sehr häufig im Freundeskreis über diesen Neubau berichtet, was wir mit diesem Museum vorhaben, wo diese Neupositionierung liegt und.
Das Besondere waren für mich auch die Sitzung, auch die Gespräche mit den Leuten, Es war die Corona-Zeit, die eine ganz wichtige Erfahrung war, wo wir ins Digitale gegangen sind und wo man, Ich weiß noch, ich erinnere, ich äh stand an einem Sonntagmorgen beim Bäcker einer von den Freunden kam zu mir drängte sich vor und sagte Arnold, wir sind so dankbar, dass es jetzt äh Zoom-Ausstellungen im Netz sind und dass wir von den Freunden, Wir haben sonst nichts zu zu gucken. Äh das Museum ist weiter präsent und das ist sicherlich eine wichtige Erfahrung gewesen und dann natürlich, Es war schon eine neue Zeit mit diesem Neubau. Also ich glaube, dass wir, ich zumindest bin, jeden Morgen, Ich kann wirklich sagen, jeden Morgen, wenn ich zu diesem Museum fahre, bin ich glücklich, weil ähm elf Jahre ist das jetzt und das zeigt
Qualität dieses Baus auch seitdem. Wir machen Konzerte. Wir machen äh wir machen einen viel breiteren Kulturbegriff seitdem. Wir haben es geschafft im Augenblick, wenn man ins Museum sieht sieht man ganz viele junge Leute, Schülerinnen, Schüler wir haben es geschafft sozusagen die junge Generation aufzubrechen und und das hat glaube ich auch immer auch eine Wechselwirkung mit dem Freundeskreis gehabt. Ich erinnere mich in den, späten neunziger Jahren haben wir damals im Freundeskreis Diskussionen gehabt, die hießen so, na ja, vielleicht ist die Zeit der Vereine vorbei.
Und wer will denn heute noch in einen Verein eintreten? Und da haben wir uns wirklich ernsthaft Gedanken gemacht, na ja, vielleicht ist die Zeit ja vorbei, vielleicht müssen wir irgendwas anderes überlegen und ich habe dann auch gedacht, na ja vielleicht ist das dann doch so ein Altersverein, Hat gefehlt. Ich glaube, dass diese deswegen so ein Schnittpunkt für mich war, 2014 mit der Neupositionierung des Hauses, mit der Öffnung, mit den viel größeren Möglichkeiten hier immer natürlich auch wieder die Skulpturprojekte, dazu geführt, dass es auch neue Leute in den Freundeskreis kamen und dass man merkte, je intensiver und je engagierter diese Verbindung ist, Wichtig war natürlich auch die, Ankunft der ersten Geschäftsführerin des Freundeskreises, mit Namen Sabine Mensing, wo wir irgendwann die die Erfahrung machten,
Bestimmte Sachen kann man nicht mehr nebenher machen, sondern die Professionalisierung des Vereins, ein engagiertes Programm, ne, das also uns im Museum regelmäßig sie uns auf die Pelle rückt und äh mit allen möglichen Ideen und nicht locker lässt. Das sind alles Dinge, die dazu beigetragen haben mit den Reisen, die auch mir in Erinnerung bleiben, Schottland, wir fahren jetzt im Herbst nach nach Frankreich und, auf den Spuren von Piersolage, nicht nur aber auch.
Das sind besondere Reisen, weil man Leute dabei hat, die die verhalten sich wirklich als Freunde. Also das sind, Freundschaftliche Gespräche an den Abenden äh und äh die auch nicht bei der Kunst halt machen, sondern wo man über Gott und die Welt redet, wo man dann auch mal sein Kleidchen als Museumsdirektor ablegen kann und.
Das macht einfach auch ich will nicht immer sagen, es macht Spaß. Es ist eine große Sinnbefriedigung. Mit 15 Personen auf einem Bett in Frankreich sitzen, Ringelnatz-Zicker. Ich habe noch nie mit fünfzehn, Personen aufm Bett gesessen du. Ja. Äh in den in den Anfängen in der Tat als äh als auch die Reisen des Freundeskreises laufen lernten, haben wir noch brav und novotelartig gewohnt und wir kamen teilweise abends zusammen im Doppelbett einem Zimmer jeder brachte aus seiner Minibar mit, was er tragen konnte und wir haben mit zehn, zwölf, 15 Leuten im und um das Bett gesessen und es wurde den ganzen Abend nicht nur regeln, aber auch zitiert. Das war im Burgund. Ich kann mich gut erinnern. Das waren
irrer Abend, völlig irre und ja, ich gebe dir Recht, der Oberbegriff ist die Freundschaft, die Nähe, spielt eine wesentliche Rolle und wenn wir es schaffen, die Menschen für dieses Thema zu begeistern, unter anderem auf den Reisen, wo man ja auch viel mehr Zeit hatten, wenn da in Austausch zu kommen, entsteht Freundschaft und dann ist man auf einer völlig anderen Ebene, als nur bei irgendwelchen Meetings. Und das strahlt ab, Das ist glaube ich ganz wichtig. Das merken die Leute. Die merken sozusagen, wenn wir von Anziehungskraft, das ist heißt, die Attraktivität, das ist glaube ich ganz wichtig und sozusagen der intensivste, Werbeeffekt, wenn man so sagen kann auf Leute von außen ist, wenn die sehen, äh wenn die merken, wenn die mal dazukommen.
Was das für eine ganz besondere Emotionalität hat an so einem Abend über Kunst zu reden oder zusammen zu sein und einfach auch. Sich zu begegnen. Ich greife die Begriffe Attraktivität, Emotionalität sich zu begegnen, gerne mal auf. Juliane, jetzt bist du seit einiger Zeit sogar auch außerordentlich ehrenamtlich im Freundeskreis engagiert, nämlich als Vorsitzende des Beirats.
Was bedeutet das für dich? Ja, wenn wir mit der Ernsthaftigkeit beginnen, ich finde durch die Beiratstätigkeit, besteht einfach die Möglichkeit auch etwas zurück zu geben. Also zum einen, ich hatte hier das große Privileg, das Glück, dass ich schon als Kind an die Kunst rangeführt worden bin und äh das erleben durfte.
Und dieses Privileg hat ja nicht jeder oder hat einfach nicht die Gelegenheit gehabt, mit Kunst in Berührung zu kommen. Und ich finde, das ist ja so die Arbeit, die Museum und Freundeskreis auszeichnen und wenn man sich dann ehrenamtlich einsetzt und diese Arbeit begleitet, dann man ja auch da was zurück, das ist finde ich so dieser gesellschaftliche Teil, den du vorhin angesprochen hast und damit wir das Museum als Freundeskreis gut fördern können.
Ist es ja auch wichtig, neue Mitglieder zu generieren, zu überlegen, wie wir Spenden generieren können, wie wir äh wachsen können, wie wir möglichst stabil weiter das Museum unterstützen können und, Da ähm sehe ich halt diese sehr ernsthafte Aufgabe des Beirats. Wir haben ja in verschiedenen Sitzungen, wie viel wir gebrainstormt haben mit einem Workshop, den wir zam-Zahlen analysierten Programm entwickelt, wie wir mehr Wachstum generieren können, um um das zu erreichen, um dieses Museum weiter zu fördern und die Freude an der Kunst. Das sind immer so diese beiden Punkte, die uns so wichtig sind. Einmal die Förderung, auch in finanzieller Art und Weise durch unser Engagement, aber auch zu ermöglichen, dass Begegnungen und Liebe zur Kunst hier spürbar werden und ich finde, das ist so diese ganz große Aufgabe, die wir als Beirat mitunter
also ist ja nur begleitend, aber da sich so diesen ernsthaften Part drin und dann, die Freude und der Spaß da dran, der der kommt dann ganz automatisch aus der Beschäftigung mit dem Thema, mit den Menschen, die man dadurch neu kennenlernt oder besser kennenlernt. Die Nähe, die man dadurch auch noch mehr gewinnt zu Museum, ne, also äh so viel Austausch wie hierzu in den letzten zweieinhalb Jahren auch hier mit Mitgliedern, mit ehrenamtlichen und hauptgeschäftlichen.
Mitgliedern des Museums hatte, hatte ich vorher nicht. Und dadurch kriegt man nochmal viel mehr mit, auch mal so einen Blick hinter die Kulissen und man fühlt sich auch nochmal mehr als Teil des Ganzen und, Das ist schon sehr, sehr besonders. Ganz besonders finde ich ja jetzt auch in dieser speziellen Folge, dass wir unterschiedliche Perspektiven an einen Tisch holen. Wir haben die Seite, des Museumsdirektors. Wir haben die Seite des langjährigen Vorsitzenden. Wir haben die Perspektive der jungen Beirätin und wir haben auch die Perspektive von dir, liebe Sabine, der Geschäftsführerin des Freundeskreises, Wo siehst du denn so die die Freude, den Spaß und auch die Herausforderungen in deinem täglichen Tun? Es ist ja bei dir nicht rein, wie du sagst, das bürgerschaftliche Engagement, sondern tatsächlich deinen Job
Es ist richtig, dass mein Job, aber ich sage immer gerne, dass ich hier in diesem schönen Museum in Münster mitten aufm Domplatz den schönsten, Job Münsters am schönsten Arbeitsplatz Münsters ausführen darf. Und es klingt jetzt vielleicht ein bisschen vermessen, wenn ich sage, ich habe das Glück, dafür auch noch bezahlt zu werden.
Denn meine Aufgabe besteht natürlich auch darin, administrative Tätigkeiten. Füllen, die ein ein Verein ganz normal mit sich bringt. Das geht von Mitglieder, Verwalten, über Spendenquittungen schreiben und, und, und. Aber es geht eben auch darum, auszuloten, Wie kann ich meine Begeisterung für das Museum und für die Kunst weitergeben? Was funktioniert, was ist davon meins?
Und was kann ich aber davon weitergeben, um mit Hilfe eines ausgefüllten Programms, was wir unseren Mitgliedern bieten und auch mit potenziellen Mitgliedern bieten? Was kann ich tatsächlich tun, um die Mitglieder auch da abzuholen, Und mit der Kunst zu begeistern, wo sie abgeholt werden wollen, denn es sind ja ganz unterschiedliche Aspekte, die die Mitglieder hierhin bringen, ins Haus bringen und vor allem auch in den Freundeskreis bringen. Sei es, dass man sich mit senatisch engagieren möchte durch seinen Mitgliedsbeitrag, Aber auch um ein Zuhause zu finden, um Gleichgesinnte zu treffen. Vielleicht kommt ein Studierender neu nach Münster und sucht Anschluss an andere Kunstinteressierte. Vielleicht gibt es eine
ältere Dame, die gerade in den Ruhestand getreten ist und ihre Freizeit jetzt sinnvoll und schön gestalten möchte. Und da obliegt es auch mir und meinen Kolleginnen diese Leute abzuholen und auch ins Museum zu locken denn es reicht ja nicht alleine, dass dass wir begeistert sind von einer neuen Ausstellung, sondern wir sehen uns ja auch als Unterstützer der Vermittlung, dass die Leute eben das Museum schätzen, dass sie Spaß an der Kunst haben, dass sie ähm sich aber auch kritisch mit Sonderausstellungen auseinandersetzen und dass sie vielleicht auch die Möglichkeit haben, zu reden, nicht nur bei den Ankäufen, sondern auch bei der Gestaltung eines Programms oder einer Sonderausstellung, Bist du denn sichtbar? Nehmen dich die Besuchenden wahr als die Geschäftsführerin des Freundeskreises oder wie so eine Art Brückenbauerin? Davon bin ich ganz fest überzeugt und das liegt nicht an meiner Person selber, sondern das liegt
an dem Spirit heißt das auf Neudeutsch, den wir versuchen, in den Freundeskreis zu bringen, dass wir sagen, egal wie viele Mitglieder wir haben, wir versuchen den Freundeskreis sehr, sehr persönlich und familiär zu gestalten. Ach jetzt Erzähl doch mal. Ich weiß, da gibt es so eine schöne Geschichte mit dieser Dame, die dich mal angesprochen hat. Ich würde sie gern von dir hören. Die erzähle ich sehr, sehr gerne. Die Dame kam zu mir und sagte, wenn ich ins Foyer des Museums komme und sehe sie.
Irgendwo stehen, dann weiß ich, jetzt bin ich zu Hause. Und das ist der Grund, warum du niemals kündigen nie kündigen würde und an dieser Stelle habe ich gedacht, Wir haben alles richtig gemacht. Ja. Und wenn Sie das zu mir sagt, dann ist das natürlich ein Kompliment an mich, aber auch an die ganz, ganz vielen, mit mir zusammenarbeiten. Ich habe ein sehr nettes, ehrenamtlich, sehr engagiertes Team, die mit mir das Programm gestalten, die auch in anderen Freundeskreisen, anderen Museen, zuhören, was gewollt ist, was gewünscht ist, was interessant sein könnte und ohne die wäre ein Programmgestaltung, wie wir sie leisten, gar nicht möglich, Wie sieht denn eigentlich eure operative Zusammenarbeit aus? Ja, das ist äh das ist relativ unkompliziert.
Erstmal ist es so, einer muss die Arbeit machen, ja, das ist natürlich wunderbar, wenn das jemand ist, der das noch als schönsten Arbeitsplatz der Welt zeichnet. 1 ist für mich immer sehr wichtig gewesen und das ist vielleicht überhaupt auch für mich die Triebfeder. Alles, was ich im Ehrenamt mache oder gemacht habe.
Ausschließlich mit Menschen zu tun, mit denen ich mich auch gut verstehe, oder sogar befreundet bin. Und ich könnte mir so was überhaupt nicht vorstellen als Krisenmanager mit irgendeinem Kreis von Menschen, die das nicht können, Dann würde entweder ich zurücktreten oder ich würde irgendetwas anderes organisieren müssen. Insofern habe ich auch hier wie in vielen anderen Bereichen auch für mich den Idealzustand.
Dass Freundschaft und Zusammenarbeit so ein bisschen Hand in Hand geht, das gilt für uns ja auch und das wird im Augenblick auch ein bisschen, Wie soll ich das sagen? Äh es ist schon eine Herausforderung zur Zeit für uns. Weil wir bedingt durch das Jubiläumsjahr haben wir natürlich einen Riesenblumenstrauß an Aktivitäten, ähm die auch mal deutlich volumiger sind als das, was man normalerweise im Alltag so macht das heißt der Beirat, der Vorstand, die Geschäftsführung, wir alle haben zur Zeit überdimensional viel zu tun mit den Freunden Da muss man auch sehen, dass alle bei Laune bleiben und auch äh nicht nachlassen, weil es ist im Augenblick sehr viel. Dann kommen die Skulpturprojekte im nächsten Jahr. Das ist auch nicht gerade das übliche Programm. Auch für die Freunde nicht und.
Dann hat man wieder Business as usual, aber zur Zeit sind wir sehr gefordert und trotzdem kann man doch als Fazit auch sagen, haben sehr viel Spaß. Bist du nicht auch Gründungsmitglied beim Bundesverband der Freundeskreise? Ja ich durch meine Funktion, ja, aber letztendlich die Freunde natürlich aus Münster, das stimmt. Ich weiß gar nicht genau, also der der Bundesverband ist jetzt irgendwie über 15 Jahre schon alt und wir sind damals ja quasi von Anfang an dabei gewesen.
Ich glaube, nicht ganz so ein halbes, ein Jahr zeitversetzt sind wir dazu gekommen und das ist der reinste Nektar. Also wenn ich überlege, da sitzen über hundert, Mitgliedsvereine, die zusammen einige hunderttausend Mitglieder haben, da muss man sich auch mal die Quote an Menschen vorstellen als Multiplikatoren und auch den Zugriff, den der Bundesverband hat in die Politik. Da ist als erste Erfolge gegeben.
Wo man erstmalig auch gemerkt hat, was für eine Wucht das ist, die dahinter steht, und die haben alle Ideen und die haben alle Überlegungen und eigene Programme und man tauscht sich intensiv aus auf der vorsitzenden Ebene, auf der Geschäftsführer eben selbst die jungen Freunde haben Bundesverbandssitzungen und man lernt viel durch die anderen und die anderen auch durch uns und äh das befruchtet sich sehr, aber ja, auch das ist eine tolle Möglichkeit, fantastische Menschen kennenzulernen und es auch das ist sehr bereichernd Merkt ihr denn einen Unterschied? Ich meine, klar, wir können jetzt nicht von 50-jähriger Erfahrung sprechen persönlich.
Verändert sich etwas. Wir haben viele Herausforderung, KI, die Menschen, die ziehen sich vielleicht ein bisschen mehr zurück. Also das ist ganz sicherlich im Augenblick eine kritische Phase äh auch schon ein bisschen länger Wir haben das in Münster, Eigentlich so nie gemerkt. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass es eine Bildungsbürgertum hier gibt und es ist ja keine Industriestadt, sondern hier leben eine Menge Menschen mit einer gewissen Neigung auch zu diesen Themen.
Und das hat sich auch, vorhin kurz über Corona gesprochen wurde, interessanterweise in der Coronaphase, wo wir ja nur noch digital unsere Freunde und Freundinnen begeistern konnten und das auch mit großem Engagement sozusagen stündlich gemacht haben, dazu geführt, dass wir gewachsen sind. Mitglieder gewonnen haben in einer Phase, wo viele andere Bundesverbandsmitglieder teilweise hunderte von Mitgliedern verloren haben, Und insofern ist das hier, Wenn man über Münster spricht, ist das ja häufig so. Irgendeiner sagt ja ihr auf der Insel der Seligen. Ja, manche Dinge hier sind nicht so kritisch wie in vielen anderen Städten, aber äh man muss was tun, dass es so bleibt oder dass es noch besser wird als das ist.
Ich weiß, wie heute, es ist gar nicht lange her, da wurde ich angesprochen. Vor unserer Biolokal am Prinzipalmarkt Stuhlmacher und sagte mir jemand, hört endlich auf mit der Werbung für diese Stadt. Da nehmen wir uns nicht noch mehr Niederländer den Platz an der Theke weg. Also dieses dieses etwas piefige, spießbürgerliche, was ja Gott sei Dank über die Skulpturprojekte in all den Jahren immer weniger geworden ist und fast verschwunden ist, ist aber trotzdem in diesem etwas Paul bürgerlichen Verhalten bei manchen Menschen, immer noch vorhanden und insofern ja, da ist noch ein deutlicher Auftrag. Was ist denn ein Pool-Bürger?
Ja, das ist halt äh ja im Grunde genommen ein Paul Burger ist jemand, der hier lebt, der hier ist der keine Veränderungen wünscht, äh Neues ist ganz schlecht. Es soll alles so bleiben, wie es ist und äh man könnte auch sagen, ein Spießer. Herr Doktor Arnhold, nehmen Sie einen Freundeskreis als kulturelle Stimme der Gesellschaft wahr?
Ich würde wahrscheinlich sogar noch weitergehen der Gesellschaft weiß ich nicht. Das hört sich so ein bisschen so nach Gewerkschaft an. Die kulturelle Stimme des Museums. Im Idealfall. Wenn wir ganz nah miteinander sind und es ja eine immer größere Nähe geworden, das merken wir oft im Abtausch als Westfalen, sagen wir uns das nicht so häufig, aber.
Dass man in vielen Dingen haben wir oft eine, sehr große Nähe, was bestimmte Gedankeninitiativen, Vorschläge angeht. Also wenn du irgendwie was vorschlägst, dann bist du mir grade fünf Sekunden voraus. Also das ist so, Da ist man schon sehr nah dran, was so bestimmte Idealvorstellungen angeht. Wie's denn weitergeht. Wohin geht die Reise? Und das ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Ja, Kultur steht unter Druck, Was bedeutet das denn für den Freundeskreis? Also es ist essenziell aus meiner Sicht sich weiter einzusetzen, weil wir haben, letztens zu unserem 50-jährigen Jubiläum. Da hatten wir unseren Festakt hier im Rathaus und dort hat Burkhardt Spinnen einen ganz, bewegenden Vortrag gehalten, an dem also der mich sehr berührt hat und in dem sehr, sehr viel,
tiefes drin war. Da hat er sich tatsächlich mit der aktuellen politischen Lage den ganzen Krisen um uns herum befasst und den ja wirklich existenziellen Krisen in in vielen Ländern und die Frage gestellt, können wir dann auch noch, Dieses Luxusgut Kunst, so wie du's ja grade auch berichtet hast, überhaupt noch ernsthaft voranbringen und können wir da ernsthaft noch Gelder reinstecken und das hat er ganz ganz spannend aufgezogen.
Er hat den Bogen geschlagen, das ist klar, wenn's erst mal um existenzielle Dinge geht, erstmal brauchen wir Sicherheit, wir brauchen die Grundnahrungsbedürfnisse et cetera, die erfüllt sein müssen, die existenziellen Dinge. Aber dann ist ja die Frage, warum ist Leben überhaupt lebenswert und da hat er den Bogen dann gefunden zur Kunst, weil, die leben ja nicht um nur die absolut existenziellen Bedürfnisse zu erfüllen. Da ist ja so viel mit mehr darüber und Kunst hat dann davon abgesehen, dass es ja auch diese Freude und Leichtigkeit bringt, den Austausch, die Begegnung miteinander, dann ja auch vielfach noch eine demokratische Bedeutung und ähm sie setzt sich auseinander mit ganz wesentlichen Fragestellungen der aktuellen Weltlage, sei es der Klimawandel, sei es das Thema Gender, sei es das Thema Toleranz und was es alles an
großen Themen gibt und dass es etwas essenzielles aus meiner Sicht und deswegen lohnt sich das sehr, dich dafür einzusetzen, ist bei weitem nicht elitär, weil es jeden Menschen von uns betrifft, Und wir müssen ja gar nicht unbedingt immer auf die ganz großen Fragestellungen gehen, auch wenn es einfach dazu führt, dass Menschen in ein Museum kommen, da mal wieder ein bisschen durchatmen können, vielleicht auch mal für einen Moment, diese ganzen schweren Krisen, die uns gerade alle sehr beschäftigen, die Unsicherheit mal einen Moment loslassen können.
Das ist bei mir häufig im Museum so. Oder dass ich aber auch spüre, ich bin mit gewissen Fragestellungen, die ich mir stelle, bin ich nicht alleine und finde da im Museum den Zugang dazu. Dann ist das finde ich etwas, was überhaupt nicht elitär ist, sondern für jeden und wo wo wir, finde ich, versuchen zumindest, einen Beitrag auch zu leisten, dass auch von diesem elitären Mehr wegzubekommen und sich deswegen vor Ort einzusetzen.
Luxusgut, Kunst, Kunst ist essenziell, Kunsteilte ruft voraus, sich an einen Bildungsbürgertum zu richten. Ist ein Freundeskreis und das damit innewohnende Engagement, also rein für einen, sagen wir, Finanzstarkes Publikum interessant. Also ich würde sagen, auf jeden Fall ist es ein Trugschluss, wenn unser Freundeskreis angesprochen wird und auch nur für den möchte ich jetzt sprechen, denn wir geben uns grade Mühe mit allem, was wir tun, eine breite Öffentlichkeit anzusprechen und für uns zu interessieren, für unser Museum zu begeistern. Das wäre kontraproduktiv auch mit dem, was Herr Doktor Arnold eben sagte, dass das Haus offen sein möchte, für alle Menschen, für alle Altersgruppen und genau das möchten wir auch widerspiegeln. Wir haben keine Mitgliedsbeiträge, die sich nur,
die High Society erlauben kann, im Gegenteil wir haben auch ein Programm eben für, Jugendliche, für junge Leute, für Studierende, sodass die Altersstrukturen auch alle abgefangen werden, und ergänzen damit auch das Programm des Hauses, die sich ja durch die langen Freitage und ein sehr sehr. Ausgefeiltes Programm für die jungen Menschen ausgedacht haben, die wir unterstützen, und ich glaube, dass es keiner von uns im Sinn hätte, nur eine elitäre kleine Gruppe von Münsteraner Münsteranerinnen zu begeistern. Wie kann man sich denn einsetzen, wenn man die finanziellen Mittel nicht zur Verfügung hat?
Gibt es eine Möglichkeit? Das ist in der Tat im Augenblick ja von Fall zu Fall äußerst unterschiedlich. Wir kennen äh mittlerweile bundesweit jedem Limousinen, die geschlossen sind, weil sie renoviert werden müssen äh in Karlsruhe und in Köln, egal wohin man greift, auch hier das Haus wird ja ein paar Jahre eine Teilschließung haben ab übernächsten Jahr.
Um den dann Altbau zu sanieren grundlegend und wenn man das alles sieht, da sind wir wieder bei dem Punkt von vorhin, äh dieses Bewusstsein auch bei den äh politisch Verantwortlichen für Kunst und Kultur einfach schwindet. Das ist eine sehr gefährliche Phase. Und das hängt natürlich auch sehr von den Trägern ab, wenn der Träger die Städte sind, ist es noch mal was ganz anderes als als hier, wo in Westfalen wie auch im Rheinland der Landschaftsverband der Träger der Museen ist.
Der, obwohl er ja auch ein Riesenportfolio an Aufgaben hat, den Bereich der Kunst und Kultur, sehr hoch hält und im Augenblick auch so ausstattet finanziell Erz ja gesagt, dass man damit in Münster sehr zufrieden ist. Das ist eine Aussage, die höre ich nirgendwo. Und da muss man auch ähm dem Landschaftsverband ein Kompliment aussprechen. Ich meine, die haben ja, Von allem, was sie tun, hat glaube ich der kulturelle Bereich und die haben ja viele Museen, vielleicht 3 Prozent vom Gesamtvolumen, aber immerhin werden diese voluminar aufgebracht und die Verantwortlichen stehen dahinter und stehen dafür.
Das ist ein großes Pray und das ist ein großes Glück. Im Augenblick ist das häufig nicht mehr der Fall. Ich glaube, dass die private Initiative, dass Freunde an der Seite des Museums immer wichtiger werden. Aber nicht nur, wenn es um Erwerbung geht, wenn es um Ausstellungen geht, weil der Freundeskreis, macht inzwischen sehr viel mehr als nur Erwerbungen, sondern es geht um Projekte, es geht um ganz viele Dinge, mit denen wir im Austausch sind, wo wir auf die Hilfe zählen können. Das Ehrenamt ist noch mal ein ganz anderes Thema, Äh ja äh ich glaube in der Tat, dass die öffentliche Hand.
Grade in den Zeiten, die uns bevorstehen, wird es zu ganz großen Mittelkürzungen kommen, die wir im Augenblick noch nicht haben, Aber das steht bevor. Äh mal ganz abgesehen davon, dass wir, noch nicht wissen, äh wie es politisch weitergehen wird. Auch da ist es wichtig, solche Freunde zu haben, auf die man sich verlassen kann, aber in der Tat, glaube ich, die, wir wollen keine amerikanischen Verhältnisse, Das englische Beispiel zeigt, dass es immer noch die Museumsleute sind, die sozusagen, die sich das Vertrauen erwerben müssen, die Ausstellungen machen, die Sammlungen präsentieren, Aber in England gibt es die Trusties, es gibt die äh auch große Freundeskreise, bürgerschaftlich unglaublich engagiert sind und ich glaube, es wird noch sehr viel stärker in diese Richtung gehen, die es in Deutschland übrigens schon mal gab,
großen Freundeskreise in Berlin, in Hamburg, sind von den Nazis zerschlagen worden, weil die waren bis neunzehnhundertfünfunddreißig sechsunddreißig sehr, sehr stark geprägt von jüdischen Sammlerinnen und Sammlern. Umsonst heißen heute bestimmte Säle im Mett, Wir sind benannt nach jüdischen Sammlern, die dann immigriert sind, die noch immigrieren konnten und es hat sehr lange gedauert in Deutschland, länger noch als in anderen europäischen Ländern diese Kultur.
Wieder zu bringen und ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig, Das Museum wird nicht privat werden. Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass auch ein Gut, dass der Staat, dass wir öffentliche Museen sind, Wir haben im Augenblick äh stabile Haushalte. Ich kann mich nicht beklagen. Aber es geht auch um eine.
Inhaltlich eine geistliche Freiheit. Wir können hier sehr offen diskutieren und ich bespreche viele Dinge auch hinter verschlossenen Türen, Und das ist ganz wichtig, dass man diesen offenen Austausch hat, weil das schafft Vertrauen und ist ganz wichtig. Kunst liebt, hat sich aktuell ja auch ein ganz besonderes Ziel auf die Fahne geschrieben. Franz Schneiders der Knabe in der Vorratskammer von 1640 soll angekauft werden. Warum dann ausgerechnet dieses Werk?
Warum dieses Werk? Ich könnte museumsfachlich damit anfangen, weil dieses Werk eine Dauerleihgabe war aus Privatbesitz vor einigen Jahren und es sozusagen, zum Verkauf gestanden hätte, wenn wir uns nicht gekümmert hätten. Und es gehörte zuletzt einem Benediktinerinnenkonvent im Emsland, Und äh wenn Sie dieses Bild vor Augen haben, dann war als die Epicsin hier zu Gast war mit dem Rechtsanwalt, Fand ich das sehr eindrücklich, als sie sagte Arnold, Sie werden verstehen, dass wir dieses barocke Stillleben, nicht bei uns im Reflektorium der Benediktinerinnen äh hängen haben, äh sondern hängt das Kreuz. Und da habe ich gesagt Ich glaube auch, dass es im Museum besser aufgehoben ist und dann haben die uns eine Vorkaufsfrist gegeben, so nennt man das von 1 Jahren, weil es ein stolzer Betrag und.
Darüber sind wir dann irgendwann ins Gespräch gekommen mit dem Freundeskreis und was jetzt das Kunstgeschichtliche angeht, muss man einfach sagen, dass Franzen Eiders Einer der ganz großen in der Nachfolge auch von von Rubens eine der ganz großen flämischen Maler seiner Zeit ist, Wo es ganz anders als in Nordniederländischen Stillleben, die haben wir auch, aber wo's sehr, Ätherisch darum geht, einen Weinpokal zu haben und eine abgeschälte Zitrone und der Weinpokal ist halbvoll und dann daneben liegt vielleicht noch ein Knochen, Oder ein Menschenschädel und hier geht es häufig darum, um die Pracht zu zeigen. Es sind zwar alles tote Tiere, deswegen heißt es ja auch Naturmord.
Aber es geht um um die Prachtentfaltung des Lebens, um Genuss, um Lebensgenuss. Wobei? Habe gelesen, es sind ja auch moralische Empfehlungen in dem Werk enthalten, Zitrone, die mit ihrer Säure auf die Achtsamkeit hinweisen ja, ich bin ja äh es gibt hat immer diese zwei Sichtweisen in einer stillem äh Kunstgeschichte geben, die einen, die da reininterpretieren vor Ahnung zum Tod das ist der Geiz und so weiter. Ich glaube es ging einfach um das Feiern der Gegenständlichkeit. Also ich habe im Studium irgendwann gelernt, wenn ein Weinpokal, äh mit einer Zitrone zum Beispiel, wenn Sie das nehmen und Sie sehen an dem Weinpokal Tropfen so, weil es ein kalter Wein ist, Tropfen so von dem Wasser, seitlich was ab und es,
Äh sie schmecken fast schon den Wein. Dann geht es um Sinnlichkeit und da liegen ja auch einige Tiere, in diesem Stimm von Franz Söders, die auch nicht unbedingt gegessen wurden, sondern dass sie ein Jagdstillleben und da ist sogar ein ein Junge, der ein ein Hund davon weg der sich irgendwas greifen will. Aber es geht um die Sinnlichkeit der Gegenstände. Das hat mich immer sehr fasziniert. Also ob darin eine Moralität ist.
Meine Message wäre eher zu sagen, genießt das Leben und feiert das Leben und so ist dieses Bild, glaube ich, zu verstehen, dass zum Leben auch Vergänglichkeit gehört, das fand dann nach dem Stillleben statt. Genießt das Leben. Ein Gedanke, der gerne auch mit Leichtigkeit einhergeht. Was bedeutet Leichtigkeit für euch, Es gibt keine Leichtigkeit ohne ohne tiefe Trauer und tiefes Leiden, Ich glaube, äh ich bin davon fest überzeugt. Wenn wir nur Leichtigkeit werden, dann wären wir oberflächlich.
Ich glaube, wir können solche Glücksmomente nur intensiv erleben, wenn wir auch das andere erleben können. Oder wenn wir's zulassen. Ich glaube, das gehört beides zusammen. Was bedeutet Leichtigkeit für dich? Mia kam eine Aussage von einem ganz besonderen Menschen, einem Coach, den ich mal kennengelernt habe in den Kopf. Der hat immer gesagt, Willst du frei oder frei von Schmerzen sein? Das erinnerte mich, das ging genau in die Richtung, was Herr Doktor Arnold sagte, dieses, Höhen und Tiefen gehören beide zum Leben dazu und Freiheit und Leichtigkeit können wir nur empfinden, wenn wir auch beides zulassen, wenn wir uns auch dem Schmerz nicht verschließen und das, ist für mich dann Leichtigkeit, diese innere Freiheit zu bekommen und,
Der Bezug zur Kunst ist da für mich, dass Kunst mich das häufig mehr spüren und erleben lässt und mich da vielleicht auch mehr hinbringt. Und ablenkt. Und was bedeutet Leichtigkeit für dich? Im Zusammenhang mit der Kunstsicher, genau das, Ablenkung auch, von schwierigen Dingen getragen sein von dem, was was schön ist, was Spaß macht und, im Grunde genommen alles das impliziert, was was wir eben auch von der Tätigkeit, unserem Engagement für den Freundeskreis leisten.
Und ich danke euch für euer Engagement und auch, dass ihr hier euch Zeit genommen habt, um gemeinsam in diesem Podcast euer 50-jähriges Bestehen zu feiern und natürlich auch in der Hoffnung, dass diese Folge eine enorme Strahlkraft, an alle Hörer und Hörerinnen bewirkt, sie sich ein bisschen inspiriert fühlen, sich ebenfalls mit Freude, mit Spaß, mit Leidenschaft, mit Leichtigkeit und auch mit Herausforderungen für die Kunst, zu engagieren, so dass Kunst lebt. Vielen Dank für eure Zeit.