
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 281
Astrid Busch | Urban Utopia | Artisttalk
Freitag, 31. Juli 2026 · 59 min
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Shownotes
Astrid Busch | Urban Utopia | Artisttalk | Kunstpodcast | Die Leichtigkeit der Kunst
Habt ihr euch schon mal gefragt, wer eigentlich die Straße gebaut hat, in der ihr wohnt? Nicht das Bauunternehmen, sondern die Idee dahinter. Warum die Häuser so aussehen, wie sie aussehen. Warum zwischen zwei Gebäuden plötzlich so viel Grünfläche ist oder aber auch so wenig. Woraus entsteht Wohnraum … aus Hoffnung, aus Not, aus politischen Überzeugungen oder vielleicht auch aus dem Willen, eine ganz andere Gesellschaft zu denken als die, die gerade existier?
Astrid Busch
Astrid Busch ist bildende Künstlerin, lebt in Berlin und reist gerne. Aber nicht so, wie wir das klassisch im Urlaub tun. Sie reist, um zu verstehen. Sie erschließt sich die Orte ihrer Wahl zu Fuß, mit der Kamera in der Hand, bis sie spürt, was einen Ort ausmacht, was ihn trägt und auch was ihn belastet. Ursprünglich wollte sie Bühnenbildnerin werden, hat eine Tischlerlehre gemacht und beim Theater gearbeitet, wo sie gelernt hat, Atmosphären mit Licht zu erzeugen. Was einst aus einem Aufenthalt in Le Havre begann, ist inzwischen eine konsequente künstlerische Auseinandersetzung mit Planstädten, Häfen und urbanen Utopien geworden. Was sie am Ende entwickelt, lässt den Ursprung oft nicht mehr erkennen. Eine Besucherin hat es nach einer ihrer Ausstellungen so beschrieben: „Hier spürt man, worum es bei diesem Ort geht, ohne es zu sehen.“
Die Aufnahme
Das Gespräch mit Astrid Busch wurde in der Kunststiftung der DZ BANK aufgenommen. Die Kunststiftung DZ BANK hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und zeigt seit Jahren Positionen zeitgenössischer Kunst, die gesellschaftliche Fragen in den Mittelpunkt stellen. Astrid Busch zeigt in in der dortigen Ausstellung Wie wollen wir leben? ihre Arbeit Urban Utopia. Als Special Guest kommt zum Ende des Gesprächs auch Dr. Christina Leber, Geschäftsführerin & Künstlerische Leiterin der Kunststiftung DZ BANK hinzu und lässt uns an ihren Gedanken zu Wie wollen wir leben? teilhaben.
Urban Utopia
Vor hundert Jahren herrschte – wie heute auch – in den europäischen Großstädten eklatante Wohnungsnot. Der Architekt Ernst May hat in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts rund 12.000 Wohnungen gebaut, mit Licht, Luft, Sonne als Prinzip und Kleingärten als Selbstversorgung. Was damals radikal war, klingt heute immer noch aktuell. Astrid Busch hat diese Siedlungen zu Fuß auf rund 30 Kilometern erschlossen, immer mit der Kamera in der Hand, und daraus eine Installation entwickelt, die keine historische Arbeit ist, sondern eine Zeitreise zwischen vergangenen Visionen und offenen Fragen. Urban Utopia heißt die Arbeit und ist noch bis 03. Oktober in der Kunststiftung der DZ Bank in Frankfurt zu sehen.
Leichtigkeit mit Tiefgang
Astrid Busch ist für diese durch Siedlungen gelaufen, die die meisten nur aus dem Autofenster kennen. Dabei hat sie Fassaden, Licht, Grünflächen und ein Fragment des Palmengartens fotografiert. Diese hat sie im Atelier so lange überlagert und transformiert, bis daraus eine Installation wurde, die sich alle 20 Sekunden verändert. Doch die Frage dahinter verändert sich nicht: Wie wollen wir leben? Und welche Details entdecken wir in unserer Stadt, wenn wir sie zu Fuß und mit neuem Blick erkunden?
Schwerpunkte des Gesprächs
Vom Theater zur Rauminstallation: Wie aus einer Tischlerlehre, einer Stelle beim Theater und dem Zufallsglück, für freie Kunst statt Bühnenbild angenommen zu werden, ein konsequentes künstlerisches Werk entstanden ist, das bis heute vom Atmosphärischen lebt.
Astrid Busch arbeitet mit Projektionen, die sich alle 20 Sekunden verändern, mit transparenten Acrylglasobjekten auf dem Boden, die das Licht brechen und Schatten auf die Wand werfen, die an Architekturfragmente erinnern oder an menschliche Umrisse. Dr. Christina Leber, die künstlerische Leiterin der Kunststiftung, spricht im Gespräch von Gespenstern, die in der Arbeit auftauchen.
Le Havre, Mezamor, Istanbul, Frankfurt: Astrid Busch nimmt uns mit auf ihre Reisen zu Planstädten und Häfen, die einmal das Versprechen eines besseren Lebens trugen und erzählt, was davon geblieben ist und was die Gezeiten inzwischen wieder an den Strand gespült haben.
Containerschiff, Tracking-App und Emaille-Ofen – die Arbeitspraxis von Astrid Busch: vom Sammeln des Bildmaterials, Überlagerungen, digitaler Bearbeitung, bis zur Entstehung einer Komposition, die den Ausgangspunkt nicht mehr preisgibt. Und warum ihr Emaille gerade einige Nerven kostet, weil es im Ofen wie Popcorn abplatzt.
Wie wollen wir wohnen, wie wollen wir reisen: Astrid Busch reist am liebsten mit der Bahn, weil sie das Gespür für Zeit mag, das dabei entsteht.
Links & Informationen
Astrid Busch (astridbusch.com)
Ausstellung: Wie wollen wir leben?
3. Juni bis 3. Oktober 2026
Kunststiftung DZ BANK, (kunststiftungdzbank.de/ausstellen) Platz der Republik, 60325 Frankfurt am Main
Diese Episode wurde im Juni 2026 in der Kunststiftung DZ Bank in Frankfurt am Main aufgezeichnet.
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Arp Museum Bahnhof Rolandseck (dieleichtigkeitderkunst.de/arp-museum-bahnhof-…) mit Dr. Julia Wallner. Zu den Sternen! Wer verstehen will, wie Künstlerinnen und Künstler auf Utopie reagieren, ohne sie zu illustrieren, findet hier eine schöne Parallele zu Astrid Buschs Umgang mit urbanen Visionen.
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Hallo zusammen und herzlich willkommen zu die Leichtigkeit der Kunst. Einem Podcast über Kunst, Kultur und Gesellschaft, Ich bin Claudia Linzel und heute nehme ich euch mit auf eine Reise. Wann habt ihr zuletzt einen Ort wirklich gespürt, nicht als Kulisse, nicht als Hintergrund für ein Foto, sondern als etwas, das euch eure Geschichte erzählt, Die Straße, in der ihr aufgewachsen seid, das Hochhaus am Stadtrand und dann fragt ihr euch, wer hat das eigentlich gebaut, für wen? Warum so breit, warum so eng? Warum genau hier? Was hat hier einst stattgefunden?
Städte sind keine Zufälle. Irgendwer hat irgendwann aus irgendeinem Grund entschieden, dass das genauso aussieht, Manchmal spielte Hoffnung und Glaube mit, dass bessere Architektur besseres Leben bedeutet, Manchmal war es Not wie Zerstörung, Zerfall, Verkauf, Wiederaufbau und manchmal war es vielleicht auch ein Mix aus beidem gleichzeitig.
Das ist unsere Geschichte der letzten hundert Jahre und sie ist eigentlich noch überall sichtbar, Wir leben täglich in und mit diesen alten Entscheidungen. Vielleicht ohne ihrer bewusst zu sein. Mein heutiger Gast jedoch hat ein sehr feines, fast seismografisches Gespür für urbane Geschichten und reißt deshalb genau an die Orte, an denen Geschichte stattgefunden hat Ganz besonders freue ich mich nun, Astrid Busch begrüßen zu dürfen.
Astrid ist bildende Künstlerin, lebt in Berlin, arbeitet mit Installationen, Fotografie, Papier, Licht und Raum und, reist. Aber nicht so, wie wir das klassisch im Urlaub tun, sondern sie reist, um zu verstehen. Um in Orte einzutauchen, die wir vielleicht nicht mehr betreten dürfen. Und die einmal das Versprechen eines besseren Lebens wahren, Jemand hat nach einer ihrer Ausstellungen gesagt, hier spürt man, worum es bei diesem Ort geht, ohne es zu sehen.
Ich glaube, das ist ein guter Satz für alles, was wir heute besprechen werden. Liebe Astrid, es war schön, dass du da bist. Ich freue mich sehr. Hallo liebe Claudia, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich auch sehr. So gerne. Jetzt sag mal mit dir Aufzug zu fahren. Ist ja auch schon total witzig. Die ganze Zeit schaust du nach irgendwelchen Spiegelungen, Licht an der Knöpfchen, was fasziniert dich so sehr daran?
Dass man in solchen Räumen steht, die einen umgeben, also Raumgefüge, die mit vielen verschiedenen Lichtreflexen, Bildern uns irgendwie reinziehen in ein ja in ein visuelles Erlebnis sozusagen und das ist ja auch das, was ich gerne in meinen Raum installativen Arbeit. Mache, dass ich durch das Kombinieren verschiedener Ebenen die Besucherinnen und Besucher einlade, in ein Raumerlebnis einzutauchen sozusagen und gerne auch in ein Raumerlebnis, was durch Projektion vielleicht immer wieder in neue Konstellationen sich verändert.
Du bist geboren und aufgewachsen in den 70er Jahren in Krefeld. Was war das für ein Ort? Es war schon damals in meiner Jugend ein Ort, den wir belebt haben, indem wir in alle möglichen Städte rundherum gefahren sind. Also Krefeld war immer ein Ort, der hatte zwar ein, zwei, drei gute Kneipen, in die wir gegangen sind, aber es war kein Ort, indem wir als Jugendliche so gern verweilen wollten. Also wir haben dann die Nähe zu Düsseldorf oder ins Ruhrgebiet nach Oberhausen und überall hingesucht oder auch nach Holland. Das ist ja von der Lage her liegt es ja so schön dazwischen.
Aber Krefeld war eigentlich ein Ort, zu dem ich keinen richtigen Bezug Aufgebaut habe, bis heute nicht, aber ich fühle mich trotzdem der Gegend noch zugehörig. Seit wann interessierst du dich denn schon für Räume? Schon als Kind. Als Kind weiß ich ehrlich gesagt gar nicht so genau. Ich habe zumindest bevor ich angefangen habe, äh mich zu entscheiden, dass ich gerne bildende Kunst studieren möchte, hatte ich eigentlich eher die Idee.
Bühnenbildnerin zu werden. Ich habe eine Tischlerausbildung gemacht, weil ich noch nicht so ganz klar wusste nach dem Abitur, was ich machen möchte und hatte mir so ein bisschen verschiedene Wege offen gehalten, sei es nur Innenarchitektur oder vielleicht Bühnenbild und dann habe ich beim Theater gearbeitet und hatte da die Aufgabe, das Licht zu machen sozusagen. Also eigentlich die Atmosphären zu erzeugen und mit dem Licht zu spielen und das einzubringen und das hat mich schon auch Geprägt in meiner späteren Arbeit, das ist ja eigentlich bis heute ein Element geblieben, was ich in meine Installationen einbeziehe und ich habe allerdings, bisschen einen umwickel genommen, um wieder in den Raum hineinzugehen. Ich habe anfangs mit inszenierter Fotografie gearbeitet. Das heißt, ich habe Situationen geschaffen, wo es eine Atmosphäre oder eine bestimmte Situation.
In einem Bild gab sozusagen. Ich bin nicht in den Raum hineingegangen, sondern ich habe alles versucht in eine Bildidee zu packen, aber da gab's auch schon die Vorliebe für starke Atmosphärische, Bildsprache extreme Beleuchtung, die ich mir überlegt habe und genau, ich habe das einfach alles inszeniert. Und dann hat mir das irgendwann im Grunde 2007 habe ich die erste installative Arbeit gemacht, wo ich mal in den Raum hineingegangen bin, wo ich meine erste Fototapete integriert habe und wo ich verschiedene Bilder miteinander kombiniert habe, die dann wieder im Zusammenspiel funktionierten.
Wobei ich dann zuvor gab's ja immer die einzelnen Bildwelten und das habe ich geöffnet und auch Wände als Architektonische Elemente begriffen im Raum, mit denen ich spielen kann sozusagen. Das hat sich dann geöffnet Zu der Zeit habe ich tatsächlich auch noch mit Menschen und Personen gearbeitet. Es war weniger abstrakt als meine aktuelle Bildsprache. Das hat sich im Laufe der Zeit, verlagert, aber bestimmte Vorlieben sind geblieben. Das heißt, irgendwann wollte ich die Menschen nicht mehr in meinen Bildern haben und habe nur noch die Orte fotografiert und die Atmosphären und dann wurde das eigentlich immer komplexer, indem ich mit Collagen gearbeitet habe und mit Überlagerungen und mit der Möglichkeit
innerhalb dieser Installation mit ganz verschiedenen Zeitebenen zu arbeiten und auch Irritationen zu schaffen oder. Darüber auch geschafft habe, offenere Erzählungen zu kreieren und Wann hast du dann gemerkt, jetzt gehe ich in die bildende Kunst, jetzt gehe ich nach Nürnberg. Das hat sich tatsächlich auch so ein bisschen ergeben. Nach der Tischlerausbildung, die ich tatsächlich in Düsseldorf absolviert habe, bin ich aus privaten Gründen nach Nürnberg gezogen und habe dann dort die Stelle beim Theater gehabt, gefunden sozusagen und habe auch Leute kennengelernt, die an der Nürnberger Kunstakademie studierten und da hatte ich noch die Idee, auch Bühnenbild zu studieren. Ich habe mich dann parallel für Bühnenbild und,
beworben und freie Kunst war nur so ein bisschen, ach probiere ich jetzt mal. Und dann bin ich für Bündel nicht genommen worden und für freie Kunst schon und dann dachte ich, okay, das ist jetzt der Wind des Schicksals. Ich kann ja diese Bildideen oder diese Vorlieben, die ich da hatte, natürlich auch in der bildende Kunst umsetzen und äh fand das dann irgendwie eine spannende Herausforderung, habe die natürlich sehr gerne angenommen Und so fing das Ganze an. Und dann habe ich aber relativ schnell festgestellt, dass Nürnberg jetzt nicht der Ort ist, an dem ich mir jetzt wirklich was aufbau wollte, an dem ich mir vorstellen konnte, äh da bleibe ich jetzt die nächsten zehn, 20, dreißig Jahre oder was man damals für Vorstellungen hatte und habe mich dann entschieden, okay, wenn ich jetzt nochmal die Chance habe zu wählen, wohin gehe ich und bin dann nach Berlin gegangen und habe
Habe da an der weißen Seekunsthochschule mein Studium beendet. Als Meisterschülerin von Katharina Grosse. Genau. Katharina Grosse kennen wir von ihren großformatigen, Farbgewaltigen, intensiven komplette Räume, bespielenden Werke Was hast du von dir mitgenommen und wo hast du auch ganz bewusst eine Zäsur gesetzt? Ich habe sicherlich mitgenommen.
Die Möglichkeit, ganze Räume zu bespielen oder eben überhaupt das räumliche Denken oder die Erweiterung der Motive in den Raum hinein, wobei bei ihr ja die Farbe an sich, sehr wichtig ist sozusagen das Gestische. Sie verbindet natürlich auch, ob Objekte mit Malerei und ganzen Rauminszenierung. Das mache ich auch, aber für mich ist nach wie vor immer noch das Narrative wichtig. Also ich beziehe mich ja auf ganz konkrete Orte, die ich bereise und deren Atmosphäre ich transportiere. Mir geht's ja nicht um die Farbe an sich sozusagen, ne, obwohl ich schon auch, weil ich habe ja auch im Fachbereich Malerei studiert, äh sehe ich mich weniger als Fotografin, als, als Installationskünstlerin, die mit verschiedenen Medien arbeitet, aber immer an den Grenzbereichen so zur Malerei und Zeichnung und Bildhauerei, das hat ja alles, spielt ja alles so ein bisschen mit rein, aber trotzdem geht's bei mir ja sehr stark um ganz bestimmte Orte,
Atmosphäre oder deren Vision ich in irgendeiner Form, sei es abstrakt oder weniger abstrakt transformieren möchte und in ein räumliches Erlebnis umschreibe. Über welche Meilensteine möchtest du an der Stelle sprechen? Wo ist es für dich sehr prägend gewesen? Also wie ich schon sagte, habe ich ja zur Zeit meines Studiums noch sehr stark mit inszenierter Fotografie gearbeitet. Also eben meine Bildideen in ein Bild gepackt und erst nach meinem Studium interessanterweise habe ich mich erst geöffnet sozusagen.
In den Raum hinein und ja wir hatten damals aus ehemaligen Studierenden der Kunsthochschule Weißensee einen Projektraum Gemacht in Berlin, Städtefreund, den gab's viele Jahre, ich glaube von 20004 bis 2011, zwölf dreizehn sogar, glaube ich. Mein Zeitraum war von Beginn an bis 2011. Dann bin ich selber ausgestiegen, aber das war für mich schon auch eine wichtige Zeit, wo wir uns zusammengetan haben als Künstler und Künstlerinnen uns sichtbar gemacht haben, verschiedene Konzepte überlegt haben von Erst- und Selber zeigen und dann, andere Leute einzuladen, andere Künstler einzuladen, Kooperationen einzugehen, auch mit anderen Ländern, mit anderen Städten und dort habe ich eben auch.
Meine installative Arbeitsweise entwickelt. Also das war so ein bisschen so ein Meilenstein, deswegen erwähne ich den gerne. Also meine erste installative Arbeit war in der Rosenthaler Straße in Berlin im im Raum von Städe-Freund. Witzigerweise auch ein Plattenbau mit Betonarchitektur, das passte irgendwie auch und dort habe ich meine erste installative Arbeit gezeigt und fand dort aus, habe ich die eigentlich konsequent weiterentwickelt noch mal von der Narrativen Erzählung ähm in die abstrakte Erzählweise.
Freund jetzt denke ich sofort an Tatort. Warum entsteht Freund? Das war damals auf der Suche nach einem geeigneten Namen für diesen Raum. Ich weiß nicht mehr, wer es von uns war, der diesen Namen aufgebracht hat. Es war was offenes, was kantiges, was Eckiges, das fanden wir interessant, weil man natürlich an den Tatort äh Kommissar denkt tatsächlich auch eine kleine Stadt, heißt also wir fanden das irgendwie merkwürdig Und daher passend für unseren Raum, den wir da gemacht haben. Wir werden jetzt alle mal recherchieren, was ein Stedefreund ist. Vielleicht gibt's ja eine tiefere Bedeutung. Was du das erste Mal etwas über einen Ort gespürt ohne ihn zu sehen. Und warum? Also ich habe in der Vergangenheit gerne.
Gemacht, weil die mir die Möglichkeit gaben, über längere Zeit einen bestimmten Ort kennenzulernen und angefangen mich mit Stadtvisionen, Planstätten zu beschäftigen, habe ich bereits 2016 ähm hatte ich einen Arbeitsaufenthalt in Loave, in Frankreich. Die Stadt hat mich besonders interessiert, weil sie erstens im Rahmen meiner Beschäftigung mit Planstätten eine Rolle gespielt hat mit Häfen und eben durch die Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlte, die mich angezogen hat oder auch interessiert hat. Ich habe den Ort kennengelernt über eine andere Künstlerin, die ich auf einer anderen President Sie kennengelernt habe die in Loavre lebt, die habe ich besucht und war gleich angezogen von dem Ort. In meiner künstlerischen Arbeit beschäftigen mich im besonderen oder faszinieren mich Orte und Architekturen, die auf Visionären oder utopischen
Ideen beruhen. Das fand ich besonders faszinierend und darunter fallen ja auch Planstädte, die von einzelnen Architekt Zu bestimmten Zeiten und unter bestimmten Umständen gebaut wurden und die als Gesamtkunstwerk funktionieren oder auch nicht funktionieren und. Ja, utopische Ideen transportieren und äh Avre ist ein besonderer Ort, weil er ein nur eine teilweise Planstadt weil äh nicht alles zerstört wurde von der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Stadt wurde von den Engländern dann irgendwie, glaube vierundvierzig nochmal komplett bombardiert und ein großes Areal in der Stadt blieb frei und dafür musste halt ein neues Konzept her und der französische Architekt August Püree hat mit einem Team von 60 Archite
diese Stadt dann äh neu aufgebaut und das war besonders spannend, weil er Kriegsschutz zermahlen hat und nach Farben sortiert hat und daraus in Betonbauweise sozusagen besondere Farben kreiert hat und die Stadt unter den Gesichtspunkten wieder nur aufgebaut hat. Also es ist eigentlich, eine warme Stimmung dort, aber trotzdem spürt man natürlich, dass es eine Stadt ist, die sehr vom zweiten Weltkrieg stehen ja noch die Bunker in der Normandie Die Landungstrände sind immer noch präsent und was ich auch interessant fand zur Bestimmung der Atmosphäre von dem Ort, dass man durch die Gezeiten auch immer wieder auch bis heute den Krieg schon.
Sieht, der angespült wird, also rund geschliffene Häuserteile und so weiter. Also das die Geschichte des Ortes, die ist nach wie vor spürbar. Und kombiniert mit einem Containerhafen, der sehr, sehr groß ist. Es ist meiner Meinung nach der zweitgrößte Hafen in Frankreich äh neben Marseille, fahren natürlich vor der Tür die ganzen Containerschiffe ein und aus.
Also diese ganze Kombination finde ich sehr, sehr spannend und ich habe eben versucht, diese Atmosphäre, die mich da sehr berührt. In künstlerische Arbeit zu verwandeln, also ich gehe dabei so vor, dass ich erstmal durch Fotografie, mir einen Ort erschließe, indem ich ganz viele Skizzen mache, fotografiere, Stimmungen einfange. Dabei geht's mir nicht um dokumentarische Bilder, sondern um, Atmosphären, um Lichteinfälle, um Farben, einfach um eine Art von Gespür für diesen Ort zu bekommen, den ich dann anschließend im Atelier transformieren kann.
So bin ich auch dort vorgegangen. Also ich habe mir die Stadt zu Fuß erschlossen, habe sehr viel fotografiert und habe mir zum Beispiel auch auf dem Recyclinghof, gebrauchte Materialien gesucht, Metalle, die für mich auch den Klang des Hafens irgendwie transportieren und mit diesen ganzen Materialien bin ich dann anschließend im Atelier gegangen und habe durch vielschichtige Überlagerungen und Projektionen neue Bilder kreiert, die für mich den Klang der Stadt transportieren.
Und diese diese Arbeiten, die ich dort entwickelt habe, die habe ich eben in der Ausstellung dort zeigen können, Und das war eben auch mein erstes einschneidendes Erlebnis, das eine Besucherin der Ausstellung. Bestätigte, was ich mir erhofft hatte, indem sie sagte, ich äh spüre, dass es um Aave geht und den Ort, aber ich kann es nicht sehen und das fand ich dann für mich auch noch mal eine interessante Bestätigung und dachte mir also wenn das für die Stadt funktioniert, dann mag das für andere Orte ja genauso funktionieren und das war eigentlich der Beginn einer größeren Recherche Arbeit zu mehreren Planstätten, die ich dann gemacht habe oder im späteren Verlauf helfen, die ich besucht habe. Du bist hier auch auf ganz besondere Art und Weise nach gekommen, nicht mit dem Zug oder dem Flugzeug gerade im Auto, sondern.
Ich bin dann tatsächlich zu einem späteren Zeitpunkt. Also es gab mehrere Arbeitsaufenthalte zu einem späteren Zeit als es in meiner Recherchearbeit mehr um Häfen ging und was sich auf den Weltmeeren so abspielt, habe ich mich selber entschlossen eine Containerschifffahrt zu machen oder mich da einzubuchen sozusagen, weil das die einzige Möglichkeit ist, diese diese Hochsicherheitstrakte von diesen modernen Containerhäfen überhaupt ansatzweise zu sehen. Also man ist ja nicht befugt als normaler Bürger dort sich die Areale anzuschauen. Die liegen ja auch meistens ein bisschen außerhalb der Städte und so und dann dachte ich, okay, wenn ich mit dem Containerschiff was einreise, dann habe ich einen direkten Zugang und dann kann ich zumindest vom Schiff aus diese ganzen Strukturen und Systeme fotografieren, die mich da interessiert haben.
Schifffahrt steht ja auch immer für eine Kulturelle Vielfalt, unterschiedliche Kulturen, Reisen in ein Land, du hast eben schon gesagt, der Kriegsschutt, der wird wieder angespült. Was für eine Erfahrung hast du denn auf dem Schiff gemacht mit diesen vielen Containern und den unterschiedlichen Menschen?
Unterschiedliche Erfahrungen, also für mich war es eine sehr spannende Erfahrung, weil. Die natürlich auch sehr von Gegensätzen geprägt ist, also zum einen hat man eine wahnsinnige Hierarchie auf diesen Schiffen, also von Offizieren zu Kapitän und den ganzen untergeordneten Besatzungsmitgliedern, also das ist schon, fand ich sehr extrem und auf der anderen Seite steht ja auch Reisen mit dem Schiff für das Reisen in fremde Länder, das Verbinden von Kulturen und ist ja eigentlich ein Freiheitsgedanke, den man aber der sich dann widerspricht mit dem, was man dann auf dem Schiff erlebt sozusagen. Man darf auch in den Häfen das Schiff nicht verlassen, ne? Also das äh man muss auf dem Schiff bleiben, bis man dann wieder ausläuft. Also das heißt, ich habe da unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Und dann hat sich natürlich auch unser Bild von Reisen und Schifffahrt und vor allen Dingen Containerschifffahrt, Frachter hat sich natürlich auch durch die ganzen aktuellen Kriege und Medien bildert, von denen wir umgeben sind, ne? Die Straße von Homos bis auch damals, als ich ein Arbeitsaufenthalt in Istanbul hatte, das war so der Start Punkt meiner Beschäftigung mit Reisen und Häfen und Schifffahrt auch neben Lavre. Da sind damals.
22 die ganzen Getreidefrachter aufgrund des Angriffskriegs von Putin gestrandet und das war auch eine gespenstische Stille. Das heißt, man ist umgeben, Von diesen ganzen Mythen, die diese Schifffahrt noch umspielen und den ganzen aktuellen Bildern, die wir durch die Medien mitbekommen, ne, die natürlich, weniger im romantisch sind, ne. Also eher schwierig. Du weißt auf Containerschiffen.
Also all dieser Luxus, den man sich so vorstellt beim Reisen ist erst mal nicht gegeben. Du bist nicht umgeben von vielen Mitreisenden, die ihren Cocktail am Pool schlürfen, sondern von Containern still und starr knarzend. Keine Ahnung, was da drin ist. Darüber nachgedacht? Ja, ich habe auch darüber nachgedacht, dass ich umgeben bin von anonymen Containern, die sich nur durch, Diejenigen unterscheiden, die eine Lüftungsanlage haben, die offensichtlich frische Ware beinhalten und irgendwelchen anonymen Containern, wo man gar nicht weiß, was hier von A nach B transportiert wird es ist schon eigenartig, das hat ja auch was architektonisches, was man sitzt zwischen diesen Containern, die auch immer die gleichen Farben haben, ne, Pink und Rot und Weiß. Genau.
Du beschäftigst dich auch mit Shiff Tracking Apps? Ja, ich habe ja Ganz unterschiedliche Quellen, wo ich meine Bildideen oder meine Assoziationen herbekomme, als ich angefangen habe, mich mit den Häfen und der Schifffahrt weltweit zu beschäftigen. Das war besonders präsent während meines Aufenthalts in Istanbul. Ich war drei Monate aufgrund eines Stipendiums dort und wenn man dann am Bosporus sitzt und auf die wahnsinnige Frequenz der ein und ausfahrenden Schiffe blickt, dann fragt man sich natürlich, wo kommen die her, wo fahren die hin, was transportieren die, was ist da eigentlich auf den Weltmeeren unterwegs, was für uns ja normalerweise gar nicht sichtbar ist sozusagen und das hat mich interessiert und da habe ich dann versucht, noch mal
näher einzutauchen, auch in die Welt der Häfen und der Schifffahrt und dann habe ich auch eine Schiff-Tracking, entdeckt, die ich insofern sehr spannend fand, wenn man reinzoomt, kann man auswählen zwischen Wärmebildern oder zwischen bestimmten Frachtschiffen, die. Die von A nach B fahren und kann man äh sich so ein bisschen reinzoomen, wo die höchste Frequenz ist und dass bildet fast so ein bisschen wie so ein Gespinnst aus Zeichnungen. Das fand ich total spannend, weil ich ja auch gern mit so Grenzbereichen arbeite zwischen Fotografie und Malerei und Zeichnung und das hat mich einfach visuell wahnsinnig angesprochen und gleichzeitig natürlich auch erschreckend oder ja erstaunlich, was was da eigentlich alles so los ist auf den Weltmeeren und.
Und diese Linien, diese Zeichnungen, die habe ich einigen Bildkompositionen auch zugrunde gelegt, also natürlich nicht eins zu eins. Ich habe mich inspirieren lassen von diesen, von diesen wunderschönen Zeichnungen teilweise und diesen sich auflösenden Fäden und habe irgendwie durch vielschichtige Überlagerungen in meinem Atelier Bilder entworfen, die da im Grunde mit dieser Ästhetik spielen.
Du bist weiter gereist. Wohin als nächstes? Genau, also was die Planstätte betrifft wenn ich vor allen Dingen auch in Armenien gewesen. Mhm. Das war besonders spannend. Ich habe eine Planstadt besucht, die nennt sich Mizamor und die ist so 30 Kilometer von Entfernt. Die wurde gebaut in den 70er Jahren für die Arbeiter des dortigen Atomkraftwerks. Wurde mal für 30.00 Bewohner, Bewohnerinnen geplant, gebaut, wovon Ich denke mal, heutzutage nur noch um die sechstausend. Ich weiß, bin ich aufm aktuellen Stand dort leben. Das heißt, diese Stadt, die eigentlich noch gar nicht so alt ist, war von visionären Ideen und auch von einer visionären Gestaltungsweise geprägt ist aber heute total vom Verfall bedroht. Also man denkt nicht, dass die Stadt,
Erst wenige Jahre sozusagen alt ist, wenn man sie besucht und ich fand. Ja, ich fand es schon immer spannend, wie ganzes Stadtkonzepte von einer visionären Idee getragen werden und wie bestimmt wurde, wie man lebt und arbeitet und das gesellschaftliche Leben auszusehen hat, Das hat mich irgendwie interessiert und die Stadt Metamor, die war unter verschiedenen Gesichtspunkten besonders spannend, weil kaum Autoverkehr, weil ja auch Aspekte wie Geräusche und Sound eine Rolle spielt bei der Bestimmung eines Ortes für mich. Also ich versuche ja, alle Sinne einzuschalten, um einen Ort zu verstehen und Ort, in eben die künstlerische Arbeit zu transportieren. Also da war zum einen der Zerfall, das Zerrissene, das Improvisierte, was interessant war in Mezamor, aber auch die absolute Stille, dadurch, dass keine Autos fuhren, habe ich auch immer nur Spuren,
Auf dem Kies selbst die Straßenbahn nicht immer asphaltiert oder mal spielende Kinder oder mal Bälle gehört oder das Zwitschern von Vögeln. Ich habe meine damalige. Installationen auch Aero Member Birds and Stones genannt, weil das irgendwie für mich so ein, Entscheidender Aspekt war in der Bestimmung dieses Ortes auch farblich wahnsinnig zurückhaltend. Die einzige Farbe, die mir immer, im Gedächtnis geblieben ist, ist das Blau von blauen Plastikplanen, weil damit unheimlich viel improvisiert wurde, also Autostellplätze oder irgendwelche Stellen im Haus, wo es reinregnet oder so was. Also es war schon ein sehr spezieller eigenartiger Ort, aber auch sehr interessant. Sind die Arbeiten, die durchaus entwickelt hast? Äh merkst du da blaue ja blaue Spuren.
Also tatsächlich übernehme ich ja einzelne Farben, die ich als prägnant empfinde, übernehme ich in irgendeiner Art und Weise meine Arbeit ein. Also ich habe auch dann Mit blauen Plan, Bilder drauf projiziert, das weiterverarbeitet oder vielleicht einfach nur blauschieren benutzt oder blaues Fragment, was ich dort fotografiert habe, was dann irgendwie wieder mit Einfluss. Also da gibt's schon blaue Spuren. Also du gehst physisch an einen Ort, fotografierst ihn, sammelst weitere sinnliche Eindrücke wie.
Die Geräusche, vielleicht den Geruch, nimmst das alles mit in dein Studio? Und dann setzt du dich an deinen Rechner und überträgst es ins Digitale. Nicht ganz äh aber Aspekte davon sind auf jeden Fall richtig. Ja also die physische Anwesenheit ist für solche Orte schon entscheidend, weil man kann anhand von Abbildungen alleine oder Büchern kann ich den Ort für mich nicht richtig bestimmen. Also ich muss das schon spüren, weil wie ich das eben beschrieben habe, eben Gerüche oder, Geräusche und bestimmte Sachen einfach auch wichtig sind, um den Ort zu bestimmen, aber mit all den gesammelten Eindrücken, oder auch mit meiner fotografischen Beobachtung, also ich benutze die Fotografie im Grunde, um zu beobachten, um zu sammeln und das ist dann.
Ein visuelles Archiv, was ich mir erstellt habe und das nehme ich dann mit in mein Atelier und dann arbeite ich so bisschen wie beim Tatortkommissar. Ich habe eine sind wir wieder beim Städte-Freund? Ich habe so eine eine Pinnwand. Eine Magnetwand ähm, auf der ich dann erstmal die Bilder, die ich gesammelt habe, wir irgendwie anordnen, weil wenn ich die dann zusammen sehe, was ich da so alles eingefangen habe an, Elementen, Architekturfragmenten und was auch immer alles dazu gehört, dann Kann ich oft, das, was ich da gespürt habe, noch mal wieder erleben sozusagen und dann äh verstehe ich selber so ein bisschen genauer, worum's mir da eigentlich gehen kann.
Mit all diesen Bildern, die kombiniere ich dann neu. Das heißt, meine Arbeitsweise ist dann eigentlich schon eine Kombination aus eben diesen Fotografien, die ich gemacht habe, aber auch digitalen Bildbearbeitungen. Manchmal nehme ich aber auch KI-Strukturen mit rein, wenn mir das grade irgendwie passend erscheint.
Tracking App ich bediene mich eigentlich allen möglichen Dingen oder Materialien, die mich umgeben oder die ich nutzen kann, um eben diesen Ort zu bestimmen und das Ganze transformiere ich dann wieder, indem ich Bilder überlagere, wieder abfotografiere, vielleicht nochmal was drüberlege und das nochmal abfotografiere und dann experimentiere ich so lange rum, bis ich Wildkompositionen gefunden habe für mich, die dementsprechend, was ich mir vorgestellt habe und was ich dann manchmal, das ich jetzt auch hin und wieder mal gemacht, ganz spannend finde, wenn's dann in einer Ausstellungssituation doch nochmal ein kleines, dokumentarisches Bild gibt, weil sich das ganz interessant für mich verbindet
Mit den doch abstrakt Werken, die für sich stehen und ja, die Erzählung ist dann irgendwie noch mal eine andere oder es gibt so Synergien, die dann entstehen, die ich ganz spannend finde. Aber da will ich immer nur so ganz kleine Hinweise gerne geben, die dann. Die Betrachterin dazu auffordern, doch ihre eigenen Assoziationen dazu zu entwickeln. Ja, ich habe sofort das Bild von Irie Member Birds and Stones, dieses schwarz-weiß Bild mit dem Strauch und dem Vögelchen im Kopf, hm.
Genau. Man sieht ja eigentlich nicht so richtig, wo's fotografiert ist. Man spürt, dass es eine eigenartige, Umgebung ist, eine eigenartige Landschaft und tatsächlich ist da im Hintergrund, das habe ich nicht abgebildet, dass Atomkraftwerk zu sehen und die Berge, die da im Hintergrund sind, also es ist eben diese etwas, Stimmung, die vielleicht doch irgendwie spürbar ist und diese kleinen Vögelchen, die dann da auf dem Strauch noch sitzen, grad im Abflug, fand ich irgendwie ja ein schönes Bild für diese Atmosphäre, die mich da umgeben hat Und du arbeitest mit allen möglichen Materialien. Also du übersetzt deine gesammelte Collage auf die unterschiedlichsten Trägermaterialien. Wonach willst du denn da aus? Ich ähm entscheide natürlich auch sehr stark,
Nach den Ausstellungsräumen, in denen dann die Installationen gezeigt werden, weil ich beziehe mich jetzt. Unter anderem nicht nur auf meine Recherche und den Ort, wo was aufgenommen wurde oder was herkommt, sondern äh bezieht den Ausstellungsraum auch stark mit ein und überlege mir, was für diesen Raum funktionieren kann, mit welchen Größen, Dimensionen kann ich spielen. Das ist ja auch das Schöne an der Fotografie, dass man von ganz klein bis ganz groß alles machen kann mit den verschiedensten Techniken und entscheidet dann auch ist es besser, ich habe was sehr stark Architekt in dem ich ein großes Motiv auf eine ganze Wand übertrage oder möchte ich gern was skulpturales, weiches reinbringen, dann arbeite ich auch gern mal mit Stoffen, die als Skulptur im Raum hängen,
oder die dann wieder Verbindung eingehen mit einzelnen Bildern, die an der Wand hängen oder Projektionen, die das Ganze dann wieder überlagern, also, Diese Projektionen sind ja eigentlich auch noch mal eine Fortsetzung des Arbeitsprozesses im Atelier, wo es um Überlagerung und die Transformation von immer neuen Bildern geht und das Gleiche setze ich dann im Raum auch noch mal vor sozusagen. Das ist dann wieder neue Installationen gibt oder in manchen Arbeiten, wo ich mit feinen Papieren arbeite, wo ich dann im Rahmen auch nochmal Überlagerungen kreiere, wo es dann auch nochmal eine Überlagerung der Überlagerung gibt.
Wolfgang Ulrich hat geschrieben, Ökologie der Bilder. Wir schwan so ein. Ahnung, was er meinen könnte, aber erkläre mir doch mal was. Hat er denn damit gemeint? Ja, dass ich äh die Bilder oder die äh Motive halt in immer wieder neue Konstellationen versetze. Also es ist auch ich sehe auch einzelne Projekt Die sind auch nie so richtig abgeschlossen. Also es kann eben passieren, dass mich Themen länger begleiten und dass ich immer wieder auch Momente des Projekts aufgreife und immer wieder neu transformiere.
Also in andere Zusammenhänge bringen, die dann wieder ganz neue Räume eröffnen und das finde ich mega spannend, ja. Ich meine, Räume entwickeln sich ja stetig weiter. Wann hast du denn das Gefühl, oh, dieses Werk ist jetzt abgeschlossen. Deine Überlagerung kannst du ja ins Unendliche fortführen. Ich glaube, ich könnte das immer weiter fortsetzen. Also es ist schwierig. Also ich entscheide natürlich für Momente oder für einen Ausstellungskontext musste ich natürlich dann eine Entscheidung treffen. Dann sage ich, okay, das ist jetzt das, was ich hier zeigen möchte. Das kann aber am nächsten Ort, weiterentwickelt werden und ganz anders gezeigt werden. Also, Es gibt natürlich Motive, die stehen als Motive, weil's dann Unikate sind, ist klar, aber es gibt eben installative Eingriffe, die ich auch spannend finde, wenn das alles immer in Bewegung bleibt.
Jetzt wisst ihr wahrscheinlich viel mit Herstellern auch zusammenarbeiten der unterschiedlichen Materialien. Hast du einmal schon jemanden, nicht würde ich sagen zur Weißglut gebracht? So Frau Busch. Mhm. Also zur Weißglut Glaube ich nicht, aber es Material hat natürlich seine ganz eigenen Eigenschaften und die ähm gilt es zu erkunden, herauszufinden. Also ich habe jetzt kürzlich auch mich mit dem Material Emaille stärker auseinandergesetzt, weniger wegen eines bestimmten Rechercheprojekts, einfach weil mich das Material interessiert und ich da Skripte auch alle Arbeiten mitgemacht habe und das hat jetzt mich schon einige Nerven gekostet, das zu realisieren, was ich da realisieren möchte, weil ich herausfinden muss,
wie das Material reagiert im Ofen, da hat auch keiner so richtige Werte, weil diese Skulpturen im Ofen doch was relativ unerprobtes sind, dann platzt es ab, dann weiß ich nicht, liegt's an der Grundierung, liegt's an der Brenn Länge und dann nehme ich das Teil aus dem Ofen und es platzt ab wie Popcorn und nein. Und da muss man wieder neu überlegen, woran liegt's denn? Also es ist auch viel ausprobieren und immer wieder neue Wege finden mit Materialien umzu Bist du geduldig? Ich bin geduldig, was das betrifft. Manchmal bin ich enttäuscht, wenn mir eigentlich was ganz gut gefiel und dann fliegt es mir im wahrsten Sinne des Wortes um die Ohren, aber, Blut zu hoch angesetzt, aber damit muss ich natürlich auch leben.
Jetzt äh treffen wir uns hier in Frankfurt. Es geht auch wieder um Planungsstadt, diesmal um Ernst Mai. Ich muss ja ehrlich gestehen, Ich hätte Ernst Wilhelm, nein, den Künstler im Kopf und dachte, was hat der denn mit Planungsstart zu tun, bis ich festgestellt habe? Der Unterschied, N und M. Erzähl mir doch etwas zu ernst Mai. Mit AI auch ja. Ich bin eingeladen worden für die Ausstellung, wie wollen wir leben, die am 2. Juni eröffnet hat eine Installation zu entwickeln, deren historischer Hintergrund die Beschäftigung mit dem neuen Frankfurt, den Reformgedanken des neuen Frankfurt und den Architekturvisionen von Ernst Mai sein sollte. Und um mich den damals visionären Ideen zu nähern, bin ich auch wieder sehr viel zu Fuß unterwegs gewesen. Ich habe mir meine Kamera geschnappt und die.
Verschiedenen Ernst-Mai-Siedlungen, die im Stadtraum von Frankfurt verteilt, zu finden sind, zu erlaufen, einfach weil man beim Laufen mehr sieht als nur an Orte zu fahren, dort auszusteigen und wieder einzusteigen. Ich habe eben dort auch wieder viele dokumentarische Bilder gemacht. Ich habe versucht, wie ich das mit anderen Orten eben auch schon gemacht habe, den Ort fotografisch, Atmosphärisch zu begreifen und bin dann eben auch mit diesen, wiederum gesammelten Eindrücken ins Atelier gegangen und habe überlegt, wie kann das aussehen und ich wollte keine historische Arbeit machen, also habe ich das einfach nur als Grundlage genommen, um im Grunde eine Installation zu entwickeln, die so was wie eine kleine Zeitreise ist zwischen angefangen eben von den Visionen von Ernst Mai bis zu der Formsprache
der Konstruktivisten, also Bauhaus äh neues Frankfurt, Konstruktivisten. Das war ja alles eine sehr klare Formsprache, die ich in einigen Elementen übernommen habe in diese Installation bis hin zu, Atmosphärischen Nebelarchitekturen zum Beispiel, dem Bleur Building von Diller und Skofidio, was sie damals für die Expo 2002 kreiert hatten, was ich sehr spannend fand, weil sich da alles Räumliche auflöst und man einfach.
Keine Gebäude mehr um sich hat in dem Sinne, sondern dass es einfach um eine Architekturatmosphäre ging und das fand ich auch spannend hinsichtlich, wiederum der Zukunft, weil ich wollte so einen Bogen spannen zwischen historischen Visionen bis hin zu der Frage wie wollen wir eben heute damit umgehen oder was ist heute wichtig und von daher habe ich eine kleine Zeitreiseinstallation entwickelt, die verschiedene Fragmente beinhaltet, aber wiederum keine klare Erzählung liefert sozusagen. Also ich habe auch Fotos integriert oder Elemente, Fragmente von von Fotos, die ich in Frankfurt fotografiert habe von Spiegelungen, von Grünflächen, die die ich spannend fand. Es äh findet sich auch ein Fragment vom Palmengarten in Frankfurt wieder,
Und das habe ich irgendwie kombiniert mit transparenten Acrylglas-Objekten, die auf dem Boden liegen, und einer Projektion, die das Ganze dann wieder miteinander verbindet. Die transparenten Objekte, die ich auf dem Boden platziert habe, sind eher als Träger von, Anzusehen oder als Überreste und Relikte vergangener Zukunftsvisionen oder eben auch als Bausteine für zukünftige Ideen. Also ich möchte das gerne offen lassen und die Projektion, die da drüber gelegt ist, die sich auch in 20sekündigen Abständen verändert, so dass man immer wieder in neuen Konstellationen sich wiederfindet, die erinnert vielleicht an Grundrisse auch an Architekturfragmente, an klare Formensprache kombiniert mit organischer Formensprache und sie versetzt das Ganze in,
Ja in offene Möglichkeiten und das war mir irgendwie wichtig, dass ich nichts konkretes erzähle und dass man vielleicht im besten Fall mit einer Frage aus der ganzen Installation ähm herausgeht, ob die Zukunft, vielleicht nicht äh mehr in der perfekten Form liegt, sondern in der Fähigkeit, neue Möglichkeitsräume entstehen zu lassen. Hast du eine Vision wie, die Zukunft des Wohnens aussehen könnte?
Oder wie du leben willst? Ja, eine ganz konkrete Vision habe ich nicht. Äh ich bin mir natürlich der, der Dinge bewusst, die nötig sind, denke ich, um in Zukunft besser leben zu können, ne. Also wir haben natürlich mit vielen Problemen zu kämpfen, Klimaerwärmung, das heißt, die Städte müssen grüner werden. Deswegen war es mir auch wichtig, diese Pflanzenaspekte in die Installation mit einzubringen, einfach als Referenz dazu, Wie können wir damit umgehen? Man sieht das ja schon an vielen Orten, wird was gemacht. Das ist natürlich wahrscheinlich alles nicht schnell genug und nicht genug, aber es gibt ja schon Ideen wie in Paris, wo die Städte grüner werden oder irgendwelche Grüngürtel in ich glaube.
Madrid, die um die Stadt gespannt werden oder in Frankfurt eben, da gibt's ja auch den Plan, 30.000 neue Bäume zu pflanzen und so weiter. Also es gibt ja verschiedene Intentionen da schon heranzugehen. Ja ich bin kein Architekt ich kann nur Fragen aufwerfen, aber alles, was ich sehe und lese, führt ja immer wieder zu der Erkenntnis, dass immer mehr bauen uns nicht weiterhilft, sondern wir einfach ganz stark umdenken müssen, mehr reparieren müssen.
Mehr recyceln müssen. Vielleicht müssen wir uns auch mit kleinerem Wohnraum zufrieden geben. Ich brauche auch keine Riesenwohnung irgendwo. Also ich komme mit wenig zurecht, weil ich mir natürlich auch durch meine Reisenorte erschließen kann. Ich glaube, da müssen wir ja, da müssen wir einfach umdenken und schauen, wie wie wir durch Alternative Konzepte, irgendwie ein besseres Zusammenleben für die Zukunft alle miteinander hinbekommen. Ja, ist auch nicht von Mai der Gedanke des, sozialen Bauens, grade in der Zeit, um Neues bauen, auch in der Fotografie neues sehen, alles so in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts.
Und dann sind wir ja irgendwie wieder davon weggegangen von diesem wirklich sozialen Bauen, dem Bauen. Wie hat das gesagt mit Herz oder so? Also oft ist es ja so, dass visionäre Ideen entstehen durch Sachen, die dringend benötigt werden. Also damals wurde Wohnraum, günstiger Wohnraum dringend benötigt, heute natürlich auch, aber Das war damals in den Zwanzigerjahren eben auch der Fall und er wollte natürlich durch ja, hatte eine radikale, moderne Vorstellung von Stadt und Gesellschaft und hat eben versucht, bezahlbaren Wohnraum zu gestalten mit viel Grünfläche.
Es gab ja diesen Spruch, Licht Luftsonne, also Licht, Luft, Sonne war für ihn wichtig und das hat er ja auch eigentlich erreicht damit. Und das erhält natürlich grade vor unserem aktuellen Hintergrund auch wieder eine neue Bedeutung. Also von daher hat er natürlich bestimmte Aspekte damals auch schon ganz richtig beobachtet und umgesetzt.
Warum ist er denn für diese Ausstellung so wichtig? Klar Die Ausstellung findet in Frankfurt statt und von daher ist natürlich auch interessant vor der eigenen Türe zu schauen, Was gab's denn hier an visionären Ideen und was wurde zu welcher Zeit wann, wie gebaut und gedacht und warum? Also ich habe mich in meiner Installation eben darauf bezogen und das zugrunde gelegt, um um das als Ansatzpunkt zu nehmen, nochmal zu schauen, welche Ideen gibt's denn auch für die Zukunft oder welche Ideen gab's dazwischen? Wie wird gedacht, was sind das Visionäre Ideen und wie kann man die umsetzen und wie kann man vor allen Dingen die Leute dazu bewegen, Mhm. Ja, offener zu denken oder, experimentierfreudiger zu werden und sich vielleicht auch ein bisschen zurückzunehmen in ihren Ansprüchen und wenn ich die Frage umformuliere hin zu.
Wie wollen wir reisen? Wir reisen wir? Wie reist du? Ich kann ja auch nur im Kleinen für mich etwas fürs Klima tun, mit dem ich nicht mehr fliege. Was natürlich dann schwierig wird bestimmte Orte zu bereisen, aber ich reise vor allen Dingen mit der Bahn. Da lässt sich doch vieles erreichen und ich mag auch das Gespür für Zeit, was man dann hat sozusagen. Also wenn man von einem Ort zum anderen reist mit der Bahn, spürt man natürlich auch Die Zeit, die man braucht und ich finde es ganz gut, bestimmte Dinge einfach ein bisschen zu entschleunigen und näher hinschauen zu können. Jetzt hast du ja gerade schon von der Zeitreise gesprochen. Die Installation heißt Erben Utopia.
Den Titel, den möchte ich gerne näher erklärt haben. Was verstehst du unter Urban Utopia? Es geht ja in der Installation vorwiegend um utopische oder visionäre Ideen, Und dadurch, dass ich ja in meiner Show beschriebene Zeitreise verschiedene. Utopische Ideen und Visionen aufgegriffen habe in Fragmenten, wollte ich natürlich ganz gerne auch den Begriff selber benutzen, weil die Installation ja auch so gedacht ist, dass sie Möglichkeitsräume eröffnen soll oder einfach uns Fragen für die Zukunft stellen soll und Urban ist natürlich alles, was uns direkt umgibt sozusagen, also die Stadt, die Umgebung, das urbane Leben sozusagen und das erschien mir dann einfach passend als Titel für diese Installation. Wir haben über verschiedene Planungsstätte gesprochen,
Jetzt könnte ich mir vorstellen, dass das eine gut funktioniert und das andere vielleicht eher weniger gut. Was für eine Erfahrung hast du? Ja, die kann ich absolut teilen, also es gibt viele städtebaulichen Visionen, die, besser als andere funktioniert haben. Also in der Avre habe ich das als sehr gelungen empfunden. Also erstens durch die warme Farbigkeit des Betons, aber auch durch Schneisen, Richtung Meer Und äh viel Luft und Raum. Also ich finde, das ist ein sehr angenehmer Atmosphäre.
Der Architektur, die da aufgebaut wurde zwischen 1945 und neunzehnhundertvierundfünfzig, das war so der Zeitraum. Das würde ich als absolut gelungen bezeichnen. Wohingegen? Ich glaube, ich war jetzt selber nicht in Brasilien, aber soweit ich weiß, ist die Stadt für Autofahrer gebaut worden, also das heißt, aus heutiger Sicht wahrscheinlich ziemlich aus der Zeit gefallen es ist auch für die reichen Leute, gebaut worden und nicht für die Arbeiter, die die Stadt erbaut haben, die dann wiederum in den ganzen Slums vor der Stadt irgendwie leben. Also von daher ist dieses Konzept meiner Meinung nach wenig ausgegangen oder ist es einfach veraltet.
Und von daher gibt es sehr große Unterschiede oder auch die auch die Stadt in Armenien, die ich bereist habe in Nizzamur, die ist eigentlich auch wenig aber da weiß ich nicht so genau, woran es eigentlich liegt, dass die so zerfällt. Sie ist vielleicht auch ein bisschen zu weit ab vom Schuss. Also das irgendwie sie ist da ja mitten in der Landschaft irgendwie platziert worden. Da ist wenig drum rum. Es ist auch wenig Geld, um dir Gebäude zu erhalten und so weiter und es ist natürlich auch ein ja Ich meine, neben einem Atomkraftwerk zu leben ist ja auch nicht jedermanns Sache sozusagen, ist auch ein bisschen schwierige Situation. Also von daher gibt's Konzepte, die besser und schlechter funktionieren, aber im Großen und Ganzen glaube ich, braucht es weniger,
gebaute Form als Möglichkeitsräume für die Zukunft. Und hier in Frankfurt? Ja, bei den Ernst-Mai-Siedlungen die sind natürlich von der Lage her gar nicht so schlecht und die haben auch viel Grünfläche drum rum. Aber ich glaube, die sind natürlich für ein Gesellschaftsmodell gebaut, was wir heute auch hinterfragen müssten also für die Kleinfamilie, die Frau mit dieser Frankfurter Küche, die Frau, die in der Küche irgendwie verbannt war und da ihre Arbeit verrichtete und das klassische kleine Kinderzimmer und.
Sind natürlich mittlerweile äh vor allen Dingen in den Großstädten darauf angewiesen, dass wir äh viele alternative Wohnmodelle brauchen für die verschiedensten Bedürfnisse und darauf sind diese Siedlungen ähm wenig angepasst worden. Würde ich jetzt mal so denken. Wie wirst du denn auf die Orte aufmerksam, den du, Eine neue Werkserie, ein neues Werk widmest, eine Avre ist die Freundin oder Kollegin, die dich aufmerksam gemacht hat.
Was von Istanbul erzählt, von Georgien, Armenien, jetzt Frankfurt sind es spezielle Aufträge oder ist es etwas, was du an dem Ort suchst? Sowohl als auch als jetzt in Frankfurt war es natürlich ein spezieller Auftrag, den ich sehr gerne angenommen habe. Avre ist tatsächlich durch einen privaten Kontakt entstanden, dass sich die Stadt für mich entdeckt habe und die so spannend fand, dass ich seitdem immer wieder hinfahre.
Auch diesen Sommer wieder und durch die Beschäftigung mit der Stadt äh Avre und den Bisschenern Ideen, Bin ich natürlich auf andere Städte auch aufmerksam geworden sozusagen, die vielleicht ähnlichen Konzepten zugrunde liegen oder die auch visionäre Ideen aus der Zeit hatten und aus der Epoche und. Dann habe ich natürlich gezielt auch nach anderen Orten gesucht an denen ich vermutlich auch eine sehr spannende Geschichte und Atmosphäre finden kann, um die für mich zu nutzen sozusagen, weil mich das einfach interessiert und das ist ja auch ein Luxus, sich einem Ort so zu nähern und den so kennenzulernen, um dann anderen etwas von diesen Orten erzählen zu können in Form einer Installation oder Ausstellung
Oskar Niemeyers, Brasilia. Ja, da bin ich leider nie persönlich hingereist. Das war auch Teil des Projekts. Ich habe ja auch ein Buch gemacht über Planstätte und Brasilia war natürlich auch auf meine Liste gestanden und ich hatte. Auch ein Stipendium dafür und es war schon alles geplant, eine Ausstellung, die sollte stattfinden im Oskar Niemeyer Gebäude in Brasilia. Es war eine Kooperation mit dem Goethe-Institut äh von Brasilia. Es war alles schon In Sack und Tüten, wie man sagt und dann kam die Pandemie und hat alles zerschlagen. Das war 2tausendzwanzig. Ich hatte auch schon den Flug gebucht.
Und dann musste ich alles canceln. Also ich konnte weder fliegen, noch das Projekt in der Form realisieren. Ich habe mich dann trotzdem nicht entmutigen lassen und habe mich der Stadt, ist die einzige Stadt oder der einzige Ort in. Ich mich äh virtuell genähert habe und anhand von Materialien, die ich einfach zu Hause vor Ort finden konnte, aber es ist weniger befriedigend, aber ich habe trotzdem versucht, das erst mal auf die Art und Weise doch zu realisieren, noch um das Buch auch fertigstellen zu können, aber ja, das war wirklich schade, weil das einfach schon so kurz davor war, dass ich da da sein konnte und recherchieren konnte und eben auch eine Arbeit lotze. Dort vor Ort und hier wiederum zeigen konnte.
Das kommt wieder. Ja vielleicht bestimmt. Aber es gibt natürlich auch viele neue spannende Orte, die es zu entdecken gibt. Würde dich interessieren Gute Frage. Also ich habe tatsächlich keinen ganz konkreten Ort jetzt gerade vor Augen, weil ich gerade bis jetzt auch so intensiv mit diesem Frankfurt Projekt mich beschäftigt habe und ich arbeite natürlich von Projekt zu Projekt, so dass ich tatsächlich noch keinen ganz konkreten Ort jetzt vor Augen habe, aber es gibt so viel spannende Orte, dass bestimmt demnächst einer vor der Tür steht. Ich hab's Leipzig und Kunst am Bauch. Ja, das steht an. Das sollte eigentlich schon im letzten Jahr fertig werden, aber es wird jetzt ab Juni realisiert und ich mache tatsächlich zwei Bücher, mit denen ich jetzt im Herbst beschäftigt
Bin. Also es wird jetzt zu der Installation in Frankfurt noch ein Artist geben, weil ich es wahnsinnig schade fand, dass das Ergebnis dieser ganzen umfangreichen Recherche jetzt in einer Installation mündet Es ist natürlich auch schön, aber ich hatte jetzt so viel spannendes Material, dass ich gerne den Wunsch hatte.
Ähm noch mal einen Atembook zu machen, um den Raum des Buches nochmal als eigenen zu bespielenden Raum zu betrachten sozusagen. Also ich werde mit Überlagerungen arbeiten und speziell entwickelten Bildern, die nur für das Buch entstehen und das finde ich auch noch mal einen spannenden, zusätzlichen Aspe der jetzt erstmal dieses Projekt noch mal ergänzt. Würdest du unseren, Hörer und HörerInnen empfehlen, stets ein Reisetagebuch zu führen? Ich schreibe also so hin und wieder. Tatsächlich habe ich einen Text geschrieben, als ich auf dem Containerschiff saß den fand ich toll. Schaut alle mal auf Astrid Buschs Website. Ja, der Link ist etwas versteckt zu finden, aber es gibt dieses Projekt World in Mainz, so habe ich das genannt und da ist auch der Link zu dem Artikel zu finden. Ja, das war auch.
Eine ungewöhnliche Situation dort auf See zu sein, weil natürlich auch das Internet da zusammenbricht und man mit der Außenwelt keine äh Kontakte mehr hat und wird wirklich abgeschnitten sitzt und das habe ich als Gelegenheit genutzt, um für ein Buch, was ich über diese Planstätte gemacht habe, einen eigenen Text auch zu schreiben, Fand ich auch eine spannende Herausforderung. Aber ansonsten führe ich eigentlich keine schriftlichen Tagebücher, sondern nur visuelle. Also ich habe so was wie Tagebücher zu allen, Aber die sind eher fotografischer Natur oder Skizzen, die ich Materialien, die ich sammel und abfotografiere und solche Sachen Wir haben gerade ganz kurz über Kunst am Bau in Leipzig gesprochen. Ich möchte ja doch noch aus dir rauskitzeln, auch wenn du ganz schnell zum Artist.
Es geht um Fenster und um Bodenbeläge und Terrazzo Böden. Das musst du mir jetzt noch mal näher erklären. Genau, das war ein kurzer Bauwettbewerb, den ich gewonnen habe für eine Schule in Leipzig und ich habe ja eine fiktive Landkarte, da sind wir wieder zurück bei den Reisen, eine Komposition einer fiktiven Landkarte für den Boden eines Verbindungsgangs von, und Neubau geschaffen und der wird jetzt umgesetzt und ja, also ich fand das sehr spannend, einen Boden zu gestalten, wo überwiegend Grundschulkinder drüber laufen, Und äh sich mit fiktiven Territorien und landkartenartigen Gebilden zu beschäftigen, über die sie dann drüber laufen und ihre eigenen Geschichten wieder spinnen können. Da sind wir dann auch wieder zurück bei den Reisen,
pass mal auf und in 40 Jahren heißt es dann ist ein Werk von Ast Busch auf dem Boden, so wie jetzt mit der Richterarbeit, die nur in einem LWL-Museum für Kurz und Kultur landete, Na ja, schön wär's. Ich bin mir sicher. Vorhin natürlich das große Glück, dass wir auch Doktor Christina Leber, die Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin der Kunststiftung der DZ Bank hier vor Ort haben und.
Gespannt von ihr auch noch ein paar Worte zu deiner Installation zu hören und zu der Aufstellung. Lieber Astrid, ich danke dir schon mal von Herzen für deine Zeit, Vielen Dank und dass wir uns endlich so intensiv austauschen konnten Freue mich auf ein baldiges Wiedersehen in deinem Atelier. Darauf freue ich mich auch besonders. Danke. Bis bald. Bis bald. Liebe Frau Doktor Leber, natürlich bin ich gespannt von ihnen zu erfahren.
Natürlich, wie es zu der Ausstellung kam und warum Astrid dabei ist und sogar das Titelbild ziert, Herzlich willkommen. Ja danke schön, danke, dass Sie diesen Beitrag machen, äh diese Arbeit von Astrid Busch ist eine, Eine Überraschung für uns alle, zweitausenddreiundzwanzig haben wir ihr den Auftrag gegeben, nachdem wir Gelder dafür bewilligt gekriegt haben, sie einzuladen in die Ausstellung, wie wollen wir leben einen, Aspekt ihre Sichtweise dazu beizutragen, Wir kannten ihre durchaus architektonisch installativen, multimedialen Installationen, Es war für sie und für uns ein Spaziergang durch Ideen, die sie gesammelt hat und die sie dann zusammengetragen hat. Wir haben sie gefragt, ob sie sich vorstellen kann.
Ein Beitrag zum neuen Frankfurt zu machen, Der im letzten Jahr ja 1hundert Jahre gefeiert hat. Das war auch ein großer Aufriss hier in Frankfurt. Das heißt, die ganzen Ernst-Mai-Siedlungen wurden, bespielt wurden in der Stadt noch mal kommuniziert und wir haben ja in diesen Jahren dieselben Probleme mit Wohnungen wie es sie am Anfang des 20. Jahrhunderts gab.
Das heißt, auch heute dürfen wir uns überlegen, was für Stadtteile wollen wir bauen, wie wollen wir leben, wie wollen wir sie gestalten? Wollen wir sie begrünen? Wie kann der Mensch darin Platz? Wir haben Kinder darin Platz. Wir haben Gruppen darin Platz. So und dann kam sie und zweimal drei Tage und kam mit der Kamera und hat alle Ernst Mai Siedlung fotografiert. Ich würde fast sagen, es war in Halle. Sie ist 30 Kilometer gelaufen, hat sie erzählt.
Und kam zwischenzeitlich Herr Metzler, unserm, Dietmar Metzler, unser Sammlungsberater und ich haben uns dann immer wieder mal ihre Zwischenstände angeguckt und damit ihr dadrüber diskutiert. Der Ausgangspunkt war die Tapete, also ein großes Bild zu schaffen, das als Tapete an die Wand gebracht wird. Das war die Grundlage.
Und dann kam sie Ende Mai und hat, Die Projektion, die sie gesammelt hatte, sich zurechtgelegt hatte, mitgebracht und drei Amorphe, Acryl, Glas, Plastiken, die auf dem Boden liegen und über die, die in Projektion gestrahlt werden, so dass sie Licht brechen und auch auf der Wand. Ich würde fast von Geistern sprechen erzeugen, die als vielleicht sogar amor für menschliche Formen in den architektonischen Strukturen wieder auftauchen.
Ich bin völlig begeistert von der Arbeit. Ich finde die großartig, Äh es hat uns unglaublich viel Spaß gemacht, sie zu begleiten, Herr Metzler und ich waren zweimal in Berlin. Sie war zweimal da. Und wie wollen wir leben ist ja eine Frage, die wir uns auf ganz vielen Ebenen stellen dürfen und sie versucht es so offen zu gestalten, dass ich finde, dass man sich andere Strukturen, andere Formen vorstellen kann.
Und es ist so unkonkret, so abstrakt und trotzdem so frei, Und das finde ich einfach toll an ihren Arbeiten. Welche Vorstellungen hatte Ernst Mai? Ernst Mai hat, wie das im Bauhaus so üblich waren, vor allen Dingen sozialen Wohnungsbau gebaut mit ganz kleinen Wohnungen, sehr niedrig mit winzig kleinen Zimmern mit kleinen Küchen auch, die auch Frankfurter Küchen heißen, in der jede Schublade, jede Ablage, jeder Ort seinen Platz hatte.
Und er hatte die Idee, Menschen eine Behausung zu geben und was wichtig ist. Zu diesen Behausungen gehörten auch immer Grünflächen beziehungsweise Kleingartensiedlungen, weil in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts auch ganz viele Menschen gehungert haben nach dem Krieg und äh sich auf diese Art und Weise selbst versorgen konnten. Also das war so eine, Kleingarten, Kleingebäude, Siedlung, Die den Menschen eine Behausung geliefert hat und gleichzeitig ihnen Gemüse und äh Essen geliefert hat hat der Plan funktioniert? Ja, ja, ja, absolut und die sind heute natürlich in großen Teilen von der Kommune verkauft worden an Privateigentümer, die dann auch teilweise zwei Häuser nebeneinander kaufen, um größere Räume gestalten zu können und auch einen größeren Garten zu haben, aber
Diese Gebäude sind sehr beliebt. Es sind sehr schöne Gebäude. Was können wir von Ernst Mai heute lernen? Hm na ja was eben auch wichtig war, war, dass es gewachsene Stadtteile sind, dass es keine Stadtteile sind, die ablehnend wirken und die Gemeinschaft in diesen Stadtteilen ist wirklich auch sehr gelebt Es gibt Kindergärten in diesen Stadtteilen, also Gemeinschaft, in Großstädten in begrünten Bereichen.
Ist, glaube ich, das, was wir von ihm lernen können und wo wonach wir uns ja auch alle sehen. Und wenn wir noch mal den Blick auf Astrid Buschs Werk werfen, Und die Frage nach, wie wollen wir leben? Was fällt ihnen dann dazu ein? Na, wir wollen Leben in Freiheit. Wir wollen Leben in großzügigkeit, wir wollen Leben in Schichten.
Wir dürfen unsere Gespenster nicht vergessen und ich meine mit Gespenstern tatsächlich auch die Gespenster unserer Ahnen und Urahnen, die sich ja auch immer mal wieder zwischen uns schieben. Und die Arbeit heißt der Erben-Utopia, Art der Utopie oder der Sehnsucht, die ich darin sehe. Der sollten wir folgen, also nicht auf Sicherheit, klare Strukturen schaffen, sondern unsere Sehnsüchte in den Ausdruck bringen und, versuchen zu verfolgen. Dieser Podcast heißt die Leichtigkeit der Kunst. Was verstehen Sie unter Leichtigkeit?
Was verstehe ich unter Leichtigkeit? Das ist eine gute Frage und auch keine leichte Frage, Leichtigkeit, da würde ich fast dieselbe Antwort wiedergeben, ist Offenheit, ist Freiheit, keine Einengung, weder im Gedanken noch im Raum, es Beweglichkeit ist, Austausch ist Diskussion, Streitgespräch, Kommunikation und, Freude, Freude am Diskurs und dadurch auch immer mal wieder Lachen zwischendrin ist natürlich auch Leichtigkeit, Dann danke ich Ihnen ganz herzlich, dass Sie mit Leichtigkeit und Spontanität hier noch zwei, drei Gedanken den Podcast geschenkt haben. Vielen, vielen Dank und ganz viel Freude mit der Ausstellung und freue mich auf ein hoffentlich baldiges Wiedersehen hier in Frankfurt. Dankeschön. Ich danke Ihnen.