Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 277

Purple Path – Gegenwartskunst trifft Bergbau, Handwerk und Erinnerung | Alexander Ochs und Silke Franzl | Chemnitz 2025 | Kunstpodcast

Freitag, 29. Mai 2026 · 1 h 29

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Shownotes

Kunst- und Skulpturenweg Purple Path mit Alexander Ochs & Silke Franzl · Hartmannfabrik Chemnitz · Kulturhauptstadt Europa 2025

Was macht einen Ort zu dem, was er ist?
Nicht die Sehenswürdigkeiten und auch nicht die Statistiken, sondern die Geschichten, die die Menschen dort über sich selbst erzählen. Und natürlich die Frage, wer diese Geschichten eigentlich erzählt. Genau das ist der Kunst- und Skulpturenweg Purple Path. Der Purple Path erzählt Geschichte und Geschichten, die das Leben schreibt.

Wusstest du zum Beispiel, dass bereits im 15. Jahrhundert der erste Bergarbeiterstreik stattfand? Die Skulptur Coin Stacks von Sean Scully weckt Erinnerungen daran, weil sie übereinander-gestapelten Münzen ähnelt. Die Anwohner reagierten darauf, indem sie mit kleinen Spardosen die Form der Skulptur nachbauten.
Oder wie schaffen es Kunst und Kirche, einer Eisverkäuferin zum besten Jahresumsatz seit 20 Jahren zu verhelfen? Mit einer Installation von Rebecca Horn.

Also: auf dem Weg entlang der 250 km des Kunst- und Skulpturenwegs Purple Path findet Kunst weder auf dem Podest noch im Museum statt, sondern mitten in der Landschaft, im Alltag und auch mal im Geröll einer ehemaligen Bergbauhalde.

Der Purple Path

Der Purple Path ist eines der großen bleibenden Projekte der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025. Der Skulpturenweg mit über 50 Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zieht sich wie ein symbolisches Band durch 38 Kommunen in einer Region mit intensiver Geschichte. Er macht durch Gegenwartskunst sichtbar, was längst da ist und verleiht einer Region eine neue Sprache, mit der sie sich selbst erzählen kann. Ein Modell, das weit über das Erzgebirge hinausweist: für jede Region, in der Bergbau, Handwerk, Industrie und Umbruch zur DNA gehören.

Zu Gast

ALEXANDER OCHS — KURATOR

Alexander Ochs hat zwanzig Jahre zwischen Berlin und Beijing gearbeitet, eine Galerie geleitet und Ausstellungen in Museen und außerhalb des Kunstmarkts kuratiert. Als er eingeladen wurde, für das Programm der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025, ein Kunstprojekt in der Kulturhauptstadtregion zu entwickeln, fuhr er mit öffentlichen Verkehrsmitteln und manchmal auch mit dem Fahrrad von Ort zu Ort, saß in Meetings mit Bürgermeistern, arbeitete mit Bergmannskapellen und Bergbrüderschaften zusammen und hörte zu. Er hat Kunst nicht einfach zugeteilt, er hat sie gemeinsam mit den Menschen vor Ort und den Künstler:innen zu einem Storyteller gemacht.

SILKE FRANZL — BÜRGERMEISTERIN VON EHRENFRIEDERSDORF

Silke Franzl ist in der Bergstadt Ehrenfriedersdorf aufgewachsen, wo man sich noch heute mit „Glück auf“ begrüßt. Ihr Vater war Bergmann, ihre Brüder auch. Als Bürgermeisterin einer der 38 Kommunen der Kulturhauptstadtregion hat sie das große gemeinsame Projekt Chemnitz 2025 von Anfang an mit großem Engagement unterstützt. Denn für sie ist klar: Kunst und Kultur braucht der Mensch genauso wie die Luft zum Atmen.

Die Hartmannfabrik

Aufgenommen wurde diese Episode in der Hartmannfabrik in Chemnitz, eine ehemalige Fabrikhalle des Chemnitzer Lokomotivenbauers Richard Hartmann. Im Stadtentwicklungsprogramm von Chemnitz 2025 saniert, erinnert das historische Gebäude an die bedeutende Industriegeschichte der Stadt. Heute ist die Hartmannfabrik Sitz der Chemnitz 2025 gGmbH und Veranstaltungsort.

Entlang des Purple Path

Anhand der folgenden von Alexander Ochs besprochenen Werke zeigt sich, welche Wirkung der Purple Path entfaltet: Internationale Gegenwartskunst aktiviert tradierte Geschichten, zeitgenössische Skulptur macht Industrie- und Bergbaugeschichte sichtbar, lokale Erinnerung erzeugt globale Reichweite. Für jedes Kunstwerk wurde ein Ort gefunden, an dem es sich besonders guteinfügt.

Carl Emanuel Wolff – Wildschweine · Ehrenfriedersdorf

Mitten im Geröll der ehemaligen Bergbauhalde, dem heutigen Museum Zinngrube, stehen drei Bronzeskulpturen. Genau dort, wo der Sage nach Wildschweine einst mit ihren Rüsseln Zinnerze freischubberten und die Geschichte der Stadt begann. Der Künstler bestätigte zum ungewöhnlichen Standort der Skulpturen: „Die stehen genau richtig da.“

Nevin Aladağ – Color Floating · Zwönitz

Designlampen sind mit Strumpfhosen bespannt, die jährlich gewechselt werden – in der ortsansässigen Falke-Strumpffabrik. Die Textilindustrie hat im Ort eine über 100-jährige Tradition. Über die Arbeit von Nevin Aladağ ist eine dauerhafte Kollaboration zwischen Kunst und Wirtschaft entstanden.

Sean Scully – Coin Stack 2 · Schneeberg

Übereinandergestapelte bronzene Scheiben, die an Münzen erinnern, verweisen auf den ersten dokumentierten Bergarbeiterstreik der Geschichte, stattgefunden im 15. Jahrhundert in dieser Region. Nach der Einweihung des Kunstwerks begannen Bewohner, kleine Spardosen in derselben Form zubauen.

Rebecca Horn – The Universe in a Peral Hospitalkirche · Hospitalkirche St. Georg Lößnitz

25.000 begeisterte Besucherinnen und Besucher aus nah und fern, betreut von Freiwilligen aus der Stadt. Eine Eisverkäuferin aus Lößnitz sagte: Ich habe so viel Eis verkauft wie in den letzten 20 Jahren nicht.

Tony Cragg – Stack · Aue-Bad Schlema

Stack steht zwischen 21 nummerierten Schächten des ehemaligen Wismut-Uranabbaugebiets. Die übereinandergeschichteten Formen der Skulptur spiegeln die aufgeworfene Erde des Kurparks. Ein Ort, der nach 1946 vollständig zerstört und erst Ende der 1990er Jahre revitalisiert wurde. Cragg hatte nie zuvor eine Skulptur auf so einer freien Fläche platziert.

James Turrell – Beyond Horizons 2025 · Oelsnitz / Erzg.

Eine für Europa einzigartige Lichtarbeit, integriert in eine besondere Industriearchitektur. Turrell programmierte für diesen Ort Lichtkompositionen, die er bis dahin noch nie realisiert hatte: alle fünf Minuten ein Wechsel zwischen ruhigen Farbfeldern und einem Aufreger. Ein Kommentar auf die unruhige Geschichte des Ortes.

Olaf Holzapfel – Zwei in ein anderes Gewobene · Dittersdorfer Höhe in Amtsberg

Zwei ineinander gewobene Strukturen, entstanden aus Holzapfels Beschäftigung mit historischen Vermessungstürmen der Region. Orte, an denen im 19. Jahrhundert Vermessungspunkte durch Türme in die Höhe verlängert wurden. Holzapfel wuchs in Dresden auf und kannte diese Türme aus seiner Kindheit.

Friedrich Kunert – Include me out · Thalheim

Im Buntsockenpark steht eine bronzene Skulpturengruppe. Die stilisierten Fichten bilden einen Kreis und sind auch ein stiller Kommentar zum Fichtensterben durch Klimawandel und Käferbefall, der weite Teile des Erzgebirges betroffen hat.

Frank Maibier – Ornamente · Lichtenau

Acht übereinandergestapelte, quadratische Formen, die an handgeschmiedete DDR-Gartenzäune erinnern, umgesetzt von einer Schlossermeisterin aus der Gemeinde. Die Skulptur steht am Ortseingang auf einem Parkplatz und gibt Lichtenau, einer Gemeinde ohne historisches Zentrum, einen neuen Treffpunkt.

Gregor Gaida – Polygonales Pferd II · Gahlenz in Oederan

Eine Arbeit, um die es mehr Diskussion gab als um jede andere entlang des Purple Path. Das Ergebnis: Das Dorfmuseum in unmittelbarer Nachbarschaft der Skulptur konnte sich vor Besucherinnen kaum retten.

Was euch erwartet

Alexander Ochs erzählt, wie er als Kurator des Purple Path ohne Blaupause und mit dem Fahrrad von Ort zu Ort fuhr. Silke Franzl erklärt, warum sie die Wildschweine zuerst nicht im Geröll haben wollte. Und warum sie heute froh ist, dass sie sich überstimmen ließ.

Wir sprechen über den ersten Bergarbeiterstreik der Geschichte. Über Arbeiterinnen einer Strumpffabrik. Über einen Mann in Oelsnitz, der im Kohlebergbau gelernt hat, abgewickelt wurde und jetzt auf die Kunst aufpasst, die in seiner alten Schmiede steht.

Und wir sprechen über die Frage, was es bedeutet, wenn zeitgenössische Kunst einen politischen Prozess in Gang setzt, der Region und Industriegeschichte wieder in den Blick rückt.

Glück auf!

„Glück auf“ ist der traditionelle Bergmannsgruß. Der Gruß entstand im sächsischen Erzgebirge gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Er ist eine …

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Hallo zusammen und herzlich willkommen zu Die Leichtigkeit der Kunst. Einem Podcast über Kunst, Kultur und Gesellschaft, Ich bin Claudia Linzel und nehme euch heute mit nach Chemnitz in die Kulturhauptstadt Europas zwanzig fünfundzwanzig, Genauer gesagt in die Hartmannfabrik. Von hier aus machen wir uns heute gedanklich auf den Weg entlang des Purple Paar, der purple Path ist ein Kunst- und Skulpturenweg durch Chemnitz und 38 Kommunen der Region.

Über 50 Skulpturen und skulpturale Räume von internationalen deutschen und sächsischen KünstlerInnen verbinden hier Landschaft, Geschichte und Alter, ein großes Museum im öffentlichen Raum, das dauerhaft bleibt. Die Idee, alles kommt vom Berg her, bringt vieles zusammen, was diese Region geprägt, Bergbau, Arbeit, Erfindungskraft, Wandel und auch Brüche und Verluste. Vieles davon kennen wir in anderer Form auch aus unserem eigenen Alltag, In dieser Folge schauen wir deshalb darauf, was sich verändert, wenn Kunst Teil des täglichen Lebens wird, Wenn man ihr im Vorbeigehen begegnet, stehen bleibt, genauer hinschaut oder plötzlich auf einen anderen Ort blickt, den man eigentlich schon zu kennen glaubt.

Wurde der Purple Paar von Alexander Ox, der das Projekt über mehrere Jahre entwickelt und Stadt und Regionen gemeinsam gedacht hat, Eine der Kommunen entlang des Weges ist Ehrenfriedersdorf, Dort ist Silke Franzl Bürgermeisterin. Mit ihr schauen wir darauf, was davon tatsächlich vor Ort ankommt. Im Alltag, im, und im Gespräch in der Stadt, Liebe Silke, lieber Alexander. Ich freue mich so sehr, dass wir uns hier in Chemnitz begegnen und gemeinsam ein Stück des Weges gehen.

Wenn man auf den Purple Parts schaut, fällt auf, wie viele unterschiedliche Orte und Geschichten hier zusammenkommen. Ihr seid auch selbst durch ganz unterschiedliche Orte, Bamberg und ihren Friedersdorf. Bevor wir auf Chemnitz 225 und in Purple Pass schauen, würde ich euch gerne erst einmal persönlich kennenlernen, Wenn ihr an eure Kindheit und Jugend denkt, was kommt euch als erstes in den Sinn, Was ist euer Ziel bei Anziehen? Moment. Liebe Silke. Ja, hallo und Glück auf, Ich komme hier auf deine Werkstatt und, Dort grüßt man sich noch heute mit diesem Gruß, Glück auf und da bin ich eigentlich auch schon in meiner Kindheit. Ich kenne das gar nicht anders, bin also auch in einer Familie groß geworden,

Ja, der Vater war im Bergmann und meine Brüder auch und insofern hat mich das von Anfang an umgeben. Die Kindheit, die war trotz alledem für mich jetzt unbeschwert, also meine Eltern, die haben mich auch in allen Bereichen gefördert und insofern auch eine gewisse Liebe zur Kunst, die da war, das durfte ich ausleben und äh das hat mich sicherlich auch ein Stück weit geprägt und auch dazu beigetragen, dass ich auch als Bürgermeisterin.

Äh von Anfang an dieses Kulturhauptstadtprojekt unterstützt habe. Ich finde das ganz großartig. Kunst und Kultur, das hat jedoch sicherlich aus der Seele gesprochen, aber mit große Sicherheit. Kunst und Kultur braucht der Mensch genauso wie die Luft zum Atmen und es ist sicherlich im ländlichen Raum, Alles etwas kleinteiliger und vielleicht auch nicht so wahrnehmbar wie in einer großen Stadt, wie hier in Chemnitz, wo von Haus aus Schauspielhäuser da sind oder große Museen. In einer Kleinstadt und im ländlichen Raum ist das alles etwas, vielleicht identitätsnah, ne, vielleicht auch mit unserer Geschichte mehr verbundener. Aber es wird trotzdem gelebt und vielleicht nicht so offensichtlich, aber die Kulturhauptstadt

Die hat dazu beigetragen, dass es eine Wiederbelebung gab, die ähm einzigartig ist aus meiner Sicht, wo vor allem eben wieder, ganz im Sinne von siese, anziehen, Zum Beispiel der Malzeuge jetzt auch den Mut hatte, meine eigene Ausstellung zu machen oder eben auch andere Projekte von der Stadt zu unterstützen. Also es wurde dort einfach irgendetwas entfacht, was die Kulturhauptstadt und eben, ja diese diese Motivation jetzt mitgebracht hat. Und das ist für mich als Bürgermeisterin abgesehen von diesen tollen Projekt, jetzt zum Beispiel eines der größten Resümees, was ich für unsere Stadt feststellen kann, dass.

Die Menschen selbst ganz viel auf den Weg gebracht haben und dass das nicht einfach jetzt wieder verschwindet, sondern das wird ein Stück weit weitergelebt und das ist ganz herausragend. Alexander von Bamberg, Berlin, Bejing, alle Städte mit B, jetzt bist du im C. Was ist dein Ziel da anziehen im Moment?

Da bin ich in C. Mental bin ich eigentlich in der Region um das C. Mhm. Und in der Region spielen die Franken, die hier besiedelt haben, eine große Rolle. Rund um meine Heimatstadt, die ich über 40 Jahre bisher verlassen habe, Gibt es Orte mit dem Namen, Forchheim. In Forchheim habe ich als Schüler in der Papierfabrik gearbeitet mit dem Namen Heilstadt, Dort hatte mein Bruder eine Gaststätte, mit dem Namen Bernsdorf und dort hatten wir den schärfsten Tanzsaal überhaupt. Ich habe mit 14 angefangen, eine Band zu managen Und das waren sogenannte Bauerntänze. Die wir da jedes Wochenende runtergerockt haben.

Mein Vater war Musiker, Der war als der Krieg zu Ende war siebzehn und war ein amerikanischer Gefangenschaft, und hört dort das aus meinem Leben und hat sich dann sofort an Schlagzeug gebaut. Mein Großvater war Gravur und hat Gold und Silberschmiedarbeiten gemacht. Ist in der Nähe von Straßburg, weil seit Vater Zöllner war im Wald aufgewachsen. Er war sehr naturnah.

Und über Christ und mein Großvater war eins der liebevoller Mann, Mein Vater war aufgrund dessen, was er als Kind und Jugendliche, Im Faschismus erlebt hat ein sehr aggressiver Mann. Er hat versucht, sich mit der Kunst zu helfen. Mein Großvater hat in bestimmter Art und Weise Kunst gemacht, aber er hat die gemacht für andere. Also es war ihr ein Servicemann.

Ich denke, dass ich mich zwischen diesen beiden Polen entwickelt habe. So mein erstes Ziel anziehen Erlebnis ist nicht das Sehens, sondern das Hören, Ich war ein relativ lebendiges, aber auch irgendwo sehr aggressives Kind, Und es musste irgendwohin und das heißt, ich erinnere mich, dass ich an einer großen Teppichstange meine erste Percussion gebaut habe aus, Topfdeckeln, alten Blechzeug et cetera. Und dann haben wir angefangen, dort Musik zu machen und eine Band rundherum zu entwickeln.

Und natürlich war ich ein ganz hervorragender Zeichner und Maler. Es war so, dass mein, Zeichen derer mir den Schlüssel gegeben hat für den Bergraum des Dorfmann Gymnasiums und ich durfte da immerhin, wann immer ich wollte, Und ich habe Theater gespielt und dieses Theaterspielen war ganz wichtig. Also das heißt, in meiner persönlichen Prägung, Und bis heute und es gab ein zentrales Stück für mich, das war Peter Weiß, Mockin Pott und in den Mockin Pott habe ich den Wurst gespielt.

Und Wokin Pott war der Arbeiter, der alles verliert. Die Arbeit, die Frau, die Wohnung, die Existenz nicht in dieser Reihenfolge und Wurst war der, mein Gesicht war zur Hälfte weiß und zur anderen Hälfte dunkel gemalt. Der Philosoph, der alles austariert hat. Und der immer die Fragen gestellt hat nach seiner Gegenwart und nach seiner Zukunft.

Und das alles gehört in meine Kindheits- und Jugendprägung und ich denke, dass es richtig war, Also ich bin ja hier eingeladen worden. Ich habe mich ja nicht beworben, das hier zu machen, weil ich sofort eine sehr große Nähe, entwickeln konnte. Das ist vielleicht auch aufgrund dieser fränkischen Herkunft. Das heißt, ich bin mit den Leuten, nicht unbedingt mit der Politik in Chemnitz, aber mit den Leuten in der Region sehr, sehr gut klargekommen von Anfang an. Ich wurde dort angenommen, das ist richtig und wir haben lange Zeit sehr sehr gut zusammengearbeitet und die Dinge gemeinsam entwickelt.

Und es war eine richtige Entscheidung noch im Wettbewerb. Ich war im Wettbewerb beteiligt, zur Kulturhauptstadt zu sagen. Erzgebirge an dieses Mittelsachsen ist, trotz DDR, und trotz Hitterfaschismus vorher, wo ja zumindest die evangelische und hier war alles evangelisch versucht haben die Glaubensgemeinschaften in Richtung Faschismus zu instrumentalisieren.

Es gab an Bischof Müller, der hat 19hundert3dreißig alles gleichgeschaltet und eben auch den von meinem Großvater gegründeten, CVJM das gehört auch ziemlich bin in Teilen in der Evangelischen Jugend aufgewachsen aus in dieser. Bamberger aber es war richtig zu sagen, dieses Erzgebirge ist noch immer kulturell christlich fundiert. Also ich spreche immer mal von meinen, atheistischen Christen, also das heißt, es gibt hier eine Menge Believer, die es eigentlich nicht wissen. Wo es aber spüren kannst im Umgang miteinander und wenn wir hier, in diese wunderbaren Kirchen gehen und die Kirchen sind eigentlich eine Teil der Basis des purple Paars haben wir ganz wunderbare, Kirchenkunst von einem Lordmann wie Witten oder von einem Breuer. Also es heißt spätegotik

und die Leute gehen dorthin, sie gehen nicht mehr unbedingt in Gottesdienste habe ich beobachtet, aber sie feiern ihre Musik hier. Der Schütz kommt von hier. Sie feiern ihre Orgen, hier sind von Freiberg aus diese wunderbaren silbernen Augen äh gebaut worden, die wir hier überall in der Region noch finden und das heißt, wenn wir sprechen, von einer kulturellen Dimension dieser Region in der Vergangenheit, Dann sprechen wir über das Zusammenspiel von Bergbau, und diese christlichen Fundierungen. Das war ja immer mit Angst besetzt auch unter Tage zu arbeiten. Das heißt.

Muss runter, passiert nur unten, was komme ich heil wieder rauf. Und dieses beantworten wir zum Beispiel, mit der Lichtkunst von James Durel, aber dazu später, aber diese Spannungsverhältnis war eben existenziell, für die Menschen hier. Und in dieser existentiellen Situation ist hier entstanden diese Machementalität dasselbe machen, Also das heißt auch in Form von Handwerk, was aus dem späte Kunsthandwerk wurde und eine Form von Selbstversorgung, das heißt, der Bergbau hat erfunden die Genossenschaften, hat erfunden, die Witwenrente, die eben dann auch den Kindern zugute gab. Der Bergbau hat ganz viel zivilisatorischen Fortschritt erfunden und es war so, dass als Bismarck seine Sozialgesetzgebung

plante, hat er Emisere nach Schneeberg geschickt und nach Annaberg-Buchholz, um dort zu studieren, das was der Bergbau, was die Bergleute damals schon an Errungenschaften gebracht hatten. So das war jetzt ein bisschen der direkte Sprung aus der Kindheit und der Region, aber ich denke, dass meine Kindheit und Jugend.

Und natürlich auch die Auslandserfahrung. Ich habe zwanzig Jahre in China gearbeitet und bin 20 Jahre hin und her geflogen. Ich hatte dort eine große Galerie, und habe in Museen et cetera viele Ausstellungen dort gemacht als auch außerhalb des Kunstmarkts Jazz-Festival, andere Initiativen, dass diese Auslandserfahrungen mir natürlich auch geholfen hat, hier zu arbeiten.

Das heißt, auf der einen Seite die Verankerung auf der anderen Seite hatte ich immer das Gefühl, ich kann mithelfen, hier ein Fenster aufzumachen und hier mal Luft reinzulassen und genau zu lassen, ist passiert. Silke, du bist von Anfang an mit im Board von Chemnitz zwanzig fünfundzwanzig. Wie kam es dazu, Dass sich Chemnitz und die 38 Kommunen drumherum beworben haben, um Europas Kulturhauptstadt 225 zu werden Ich glaube, das war ein anderer Prozess. Das ging, glaube ich, auch von Chemnitz aus über dieses Chemnitzer Modell in Richtung auch Kulturhauptstadtbewerbungen, dass man gedacht hat, also das macht natürlich nur Sinn, hier auch mit diesem Umland sich als Kulturhauptstadt zu bewerben. So ist also auch meine Kenntnis. Aber das hat natürlich dann schon auch gewisse Wogen und auch Wellen geschlagen und ist ins Umland getragen worden.

Und wir als Stadt Ermbriedersdorf, wir haben nicht von Anfang an zum Chemnitzer Modell gehört. Das war vor allem den Kommunen äh zu gedacht, die vor allem auch einen Bahnanschluss hatten. Also eine direkte Verbindung auch mit Chemnitz auf diesem Wege. Aber, Als ich davon Kenntnis hatte, war das für mich ganz wichtig dabei zu sein und es wurde im Vorfeld ein Förderverein gegründet und dort habe ich mich zuerst gemeldet und gesagt, du, ich muss da als Stadt dabei sein, dass es so was wichtig ist und was Wertvolles, was hier geschieht und so kann ich das jetzt für meine Person sagen. Sicherlich gibt's da verschiedene andere Geschichten für die einzelnen Kommunen.

Und was vielleicht auch noch wichtig ist, am Anfang waren das keine 83 Kommunen. Das waren wesentlich weniger. Und ja, du möchtest ergänzen Alexander? Dann ja, ich würde da gerne einhaken ist ja ein spannendes Thema. Es waren am Anfang vierundzwanzig. Und das war, als ich gefragt wurde im Jahr 20 20, das war ein politisches Konstrukt und das politische Konstrukt, wie es Chemnitzer Spinne, das heißt, alles, was am Nahverkehrssystem hing, von Chemnitz aus, das sollte dabei sein.

Und dann ging das in unterschiedlichen Etappen mit unterschiedlichen Intervallen. Also die erste Frage für mich war wie kann ich Bergbau darstellen ohne die Bergbaustätte Die hatten wir da nicht dabei. Das heißt, wir hatten Schneeberg nicht dabei. Wir hatten Schwarzenberg nicht dabei. Wir hatten andere nicht dabei. Und Ehrenfriedersdorf, das war eure Initiative. Ihr kamt von selbst zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt.

Aber die waren eben auch nicht dabei. Diese Frage haben wir beantwortet, indem wir Kommunen eingeladen haben. Der nächste Schritt war dass die damalige Vorbereitungsgruppe angesprochen hat, Zwickau und Freiberg, weil, die europäische Jury natürlich auch haben wollte Masse und das heißt, dort haben wir viele Menschen und dann wurde das integriert Und dann gab es irgendwann eine Initiative aus dem Zwickauer Land die fühlten sich ein bisschen zu kurz gekommen. Das waren bis dahin nur zwei, drei Kommunen, als wir also noch 21 und dann wurde der ehemalige Bürgermeister von Limbach-Oberfrohna aktiv und hat anderen Bescheid gegeben. Dann kam die dazu.

Und ganz am Ende kam ein Ort wie Hohndorf, wo sich der Bürgermeister verliebt hatte in ein Projekt Engel und Bergmann. Also das heißt, die Zugänge waren nicht fließend, es war manchmal stocken und es war natürlich ein ziemlicher Integrationsprozess. Das Spannende an der Geschichte ist, dass die 38 nicht zustande kam aufgrund politischen Entscheidung, sondern dass die 38 zustande kam aufgrund eines kulturellen Wachstums, das heißt aufgrund dieser Idee Purple Parce ausgehend von dem Narrativ.

Alles kommt vom Berg her. Also das klassisch Narrativ des Erzgebirges Mittelsachsens ist ja alles kommt vom Bergbau her, Und wir haben das weiter formuliert und haben definiert als Narrativ alles kommt vom Berg her und das war die kulturelle Klammer. Um mit dieser kulturellen Klammer plus der Akzeptanz, dass es vorher schon eine kulturelle Entwicklung gab, also noch mal auf diese Geschichte mit den Kirchen zurückzukommen. Aber wir haben natürlich hier auch tolle Schlösser. Wir haben hier drei Cranach-Altäre. Wir haben hier den tollen Bergaltar von Hesse gemalt in ähm Scheibenberg, und das heißt, es gibt ganz viel Kunst, die war da und auf diese Kunst hat sich Stück für Stück In vielen Abstimmungsprozessen, aus denen dann natürlich auch politische Abstimmungsprozesse wurden, das entwickelt. Also ich erinnere mich, dass wir uns das erste Mal getroffen haben in zwanzig

21 im Winter. Mhm. Da habt ihr ein tolles Projekt gemacht. Ihr habt leerstehende Läden. Besetzt mit einer Weihnachtsgalerie, indem ihr Vereine und kreativ und andere eingeladen habt und ihr habt dort eure eigene Ausstellung gemacht. Und da werde ich euch das erste Mal besuchen, sollte man sich kennengelernt, das heißt die Zugänge gingen einmal von den Kommunen aus oder von einzelnen Personen, der dort an dann verspätet von mir oder auch von dem Team, das sich dann schon gebildet hatte, und das war eben das Spannendste eigentlich am Purple Past dieser Prozess. Na es hatte eine gewisse Eigendynamik. Ja.

Also man hat schon sehr konzentriert oder ist konzentriert in diesen Prozess gestartet, aber es nahm dann wirklich eine gewisse Eigendynamik auch an und hat eben so nach und nach die Kommunen, Gemeinden oder auch andere Akteure noch mit ins Boot geholt und das war wirklich sehr spannend und das hat man quasi als Einzelstadt, als Einzelkommune gar nicht immer so wahrgenommen. Da liefen natürlich die Fäden hier in Chemnitz oder auch beim Alexander Oxdorf zusammen, aber insgesamt war das schon sehr, sehr spannend. Vor allem am Anfang, noch gar keiner wusste.

Was passiert denn jetzt? Was kommt denn hier auf uns zu? Ja, ich habe auch den Eindruck, es ist gar nicht eine europäische Kulturhauptstadt, sondern eine europäische Kulturregion. Der Begriff Stadt trifft es auch gar nicht. Zu sagen. Zu der die Hauptstadt natürlich gehört. Das Interessante war aber, dass das tatsächlich geplant war, als ein Projekt in der Region.

Bis der Oberbürgermeister dieser Stadt dann auf mich zukam und sagte, weißt du da draußen in der Region, das hat so viel Erfolg. Wir würden gerne mitmachen. Und das heißt in diesem Moment haben wir dann erstmal Chemnitz mit einbezogen und bis dahin war das für mich eigentlich eine komplett anti-arachische Geschichte, weil du bist einmal im Kreis rumgefahren und du konntest anfangen, wo du wolltest.

Das heißt, du konntest sagen, das beginnt in Hohenstein-Ernstthal und es endet in Hohenstein-Ernstthal oder das beginnt in Schneeberg und das endet in Schneeberg und das beginnt in Hainichen und das endet in Heinichen. Es war dann auf der Ebene von Politik festzustellen, wie sich dann später, nicht in der Kunst, aber in der Mechanik des Ganzen, die Gewichte noch mal ein bisschen verschoben, ja und man plötzlich zu anderen formulieren kam, aber das Spannende war, dass wir alle miteinander nicht wussten, wie es geht.

Also das heißt, ich erinnere mich gern immer an die ersten Konferenzen mit Bürgermeistern war noch nicht dabei und wir haben nur zwei Bürgermeisterinnen leider in diesem ganzen Kreis von Kommunen, und wo ich gefragt wurde, ja, wie stellen Sie sich das denn vor? Und ich hatte eigentlich keine Antwort. Ich habe gesagt, so, das Ding heißt Pop Path und das ist ein Pfad und je mehr drauf gehen, desto stärker wird das.

Und wir haben endlos ganz einfach diskutiert über Kunst. Ich habe am Anfang Kunst vorgeschlagen aber nicht zugeordnet. Ja, ich kann mich erinnern an ein Meeting in Mittweida für die Mittelsachsen. Da waren zu zwölf, glaube ich, Bürgermeister da und Verwaltungsfachleute und die Kulturleute aus dem einzelnen kleinen Orten, und da habe ich unterschiedliches vorgeschlagen, aber nicht zugeordnet. Ich habe nicht gesagt, das habe ich für dich und das sehe ich für dich und das sehe ich für dich. Weil das auch einen gemeinsamen Erfahrungsprozess war.

Bestimmte Dinge zu sehen, zu denen ich dann sagte, okay, da passte dieses und jenes Kunstwerk hin, ja. Und in der Regel ging das gut. In zwei, 3 Ausnahmen, da war das schwierig. Aber in der Regel ging das sehr gut zusammen, weil wir schon eine Vertrauensbasis geschaffen hatten durch diese vielen Gespräche.

Und dass viele herumfahren. Ja, ich bin immer mit öffentlichen, Verkehrsmitteln, der von einem Ort zum anderen gefahren, manchmal auch mit dem Fahrrad und bin dann da aufgetaucht, es gab kleine Gespräche, große Gespräche, so und irgendwann hat sich herauskristallisiert, Diese Geschichte und wie. Bekommen wir welche Arbeit an welchen Ort? Und da wird gemeinsam, glaube ich, ein super schönes also vielleicht noch zu ergänzen. Also ich kann das genauso bestätigen, wie er das sagt.

Am Anfang hatten wir eigentlich nur Fragezeichen vor Augen. Jetzt sind wir Teil dieser Kulturhauptstadt, also richtig Bestandteil, toll, was passiert jetzt? Es gibt keine Blaupause, wie so was umgesetzt werden kann, aber jeder wusste, Das sind mit Sicherheit hohe Erwartungen daran verknüpft. So. Also das war schon trotz der großen Freude, ja wie funktioniert das und wir hatten uns dann kennengelernt und wir können sagen, das hat sofort funktioniert. Die Chemie hat gestimmt und wir fanden das auch wirklich sehr, sehr spannend, was der Alexander Ox dort, Auch von Zahnauer aber eben auch zur Kunst berichtet hat.

Ja, wir wussten also, wir erhalten ein Kunstwerk und war natürlich ähm ja, sehr gespannt und ich auch schon von einigen anderen Kommunen, welche Künstler oder auch welche Kunstwerke dort installiert werden sollten und Alexander Ochs eröffnete mir dann irgendwann eure Stadt erhält Wildschweine. Und du? Ich lache jetzt schon, ja. Ja, weißt du wirklich so.

Bronzeskulpturen. Ja. Karl Emanuel. Genau, von Karl Emanuel Wolf. Also mitnichten zum Lachen, aber in diesem Moment, habe ich wirklich erstmal gedacht, oh. Wildschweine, ist ja toll. Ne, die haben ja allgemein ja nur kein besonders guten Ruf. Jetzt kriegen wir ausgerechnet Wissschwein. Ich wurde mal beim Joggen von einem Wildschwein genau, diese Bilder hat man ja im Kopf. Aber Das hat wirklich nur ganz kurz angehalten, weil sich der Alexander Oxiano durch Gedanken gemacht hat und die Wildschweine, also dieses Bronzeskulpturen, die stehen heute an einem Ort Da nennt sich Sauberkeit. Das ist eigentlich so quasi eigentlich unsere Kerngeschichte. Dort begann die Geschichte der Stadt Ernfriedsdorf, weil Wildschweine quasi mit ihren Rüsseln diese Erze freigeschrubbelt haben. So zumindestens die Sage

Und jetzt stehen genau dort eben drei Bronze Wildschweine. Also das passt, das passt an dem Ort, das passt zu unserer Geschichte und was ganz wichtig auch ist. Ich habe natürlich auch deshalb eine ganz, ganz hohe Akzeptanz in der Bürgerschaft, weil die das natürlich verstehen, das ist eine verstehbare Kunst, also auch für jemanden, der nun gar kein Interesse an Kunst hat. Insofern war ich unterm Strich wirklich ganz glücklich mit dieser Auswahl. Ja, das Spannende war aber noch der Ort, ne? Das heißt, wir hatten uns geeinigt aufgrund dieser Sage, die Wildschweine kommen und haben Zinn am Fell, ja und dann fängt man an, da zu graben.

Es war so, ihr baut euer Museum um. Ihr habt jetzt die Förderung für das Museum, die damals zukünftige Direktorin eures Museums wollte, die unbedingt vor ihrem Eingang des zukünftigen Museums Und ich sagte nie. Ja so und damit haben wir das erste Mal gebrochen, diese übliche Praxis. Dass du Kunst in repräsentative Räume stellst, wo du bestimmte Präsentationen verstärkst, ja? Also das heißt im Ort auf dem Marktplatz und wir haben Gebrochen diese Erwartungen ja die man normalerweise in zu kleinen Städten, zumindest in so kleinen Städten wie diesen. Mhm. Aber auch in größeren, das kennen wir ja mit sehr Schaukel zum Beispiel hier, Humboldt Forum in Berlin und so, ja, warum muss das da hin und Und dann hatten wir ein Gespräch und ich sagte nie, das machen wir nicht so. Weil ich habe mit diesem Standort gehadert

ja genau, weil Alexander Ox als Kurato hat vorgeschlagen, tatsächlich diese Skulpturen mitten in die Bergbauhalte zu setzen. Es ist zwar auch in der unmittelbaren Nähe unseres Besucherbergwerkes und Museum, aber die stehen tatsächlich zwischen Steinen zwischen Bikebau. Und es war für mich eigentlich ein Unding, sie dorthin zu platzieren und wir haben, Also das wollte ich dann definitiv um diese Platzierung dieser drei Skulpturen gingen nochmal miteinander gesprochen und ich habe versucht, den Alexander Ochs noch umzustimmen. Ähm können wir die denn nicht davor platzieren? Nee, er ist nicht davon abgegangen, Ja, aber das für mich sehr schöne war.

Dass du dann gesagt hast, also ich bin da an den Auffassung, aber ich habe, damals war noch bei sie vertrauen. Wir machen das so. Und dann haben die Blitze schnell dort das ganze Gelände befestigt und die hatten alte Maschinen da stehen, die wurden in Teilen aufgearbeitet, neu lackiert. Also es wird ein Ereignis daraus gemacht und dann haben wir das eröffnet und gespielt hatten Europa Musikanten. Ja.

Und das war ja etwas, was immer wieder passiert ist. Ich habe gesagt, ich arbeite hier mit den Leuten zusammen und das heißt, ihr bestimmt, wie eure Öffnungen aussehen. Ihr bestimmt das kulturelle Programm eurer Öffnung und wir hatten es immer wieder zu tun mit diesen Bergarbeiterkapellen, mit diesen Bergbrüderschaften Und das hat sich eben als sehr bewährt gezeigt, weil du damit natürlich auch sofort bist im kulturellen Kontext. Und in dem Moment, in dem die Leute das akzeptieren und sagen, jawohl, das gehört zu uns.

Funktioniert das. Was nicht heißt, dass wir nicht dort und dort in einigen Orten ein bestimmtes Fremdeln haben, immer noch mit der Kunst, sind sehr wenige, aber da, wenn ich dann genauer hingucke, war's auch so, dass wir da diesen gemeinsamen Prozess nicht hatten. Und hier hat man gemeinsam einen Prozess, der dann aber immer weiterging.

Das heißt, ihr habt den Purple Passer quasi aufgefüllt, ja? Ihr habt ja ganz viel selbst gemacht ihr habt mit Kindern gearbeitet, ihr habt den Künstler und das ist etwas, was du anderswo nicht erlebst, Diese Aktivität, die dann um die Kunstwerke und um diese Erzählung entsteht. Es war auch tatsächlich so, also, der Künstler, der Karl Immanuel Wolf, war dann mehrfach noch in unserer Stadt, natürlich zur Eröffnung und vielleicht noch eine Anekdote zu ergänzend zum Standort der Wildschweine, als dann an diesem Tag, ja der Herr Wolf kam, habe ich nur begrüßt und habe gesagt, also Herr Wolf, es tut mir leid, ich muss mich entschuldigen.

Die Wildschweine die stehen jetzt da hinten mitten im Geröll, aber das ist die Entscheidung des Kurators gewesen, weil wie gesagt, für mich war das definitiv nicht der richtige Standort. Und dann sagte mir aber Postwenden, der Herr Wolf, Die stehen genau richtig da Alles andere hätte keinen Sinn gemacht. Dann fiel mir natürlich ein großer Stein vom Herzen und und heute sehe ich's genauso, die stehen genau dort und die passen in die Landschaft und werden dort auch wirklich gut besucht, ja. Das heißt, durch die zeitgenössische Kunst ja. Durch die Skulptur, wird die Geschichte des Ortes ganz spürbar und somit kann sich auch sofort der Ort damit identifizieren. Unbedingt und ich find's vor allem auch

gerade eben für unsere nachfolgenden Generationen ganz, ganz wichtig. Damit kann man ja wirklich eine Geschichte erzählen. Am der Kunst kann man unsere Stadtgeschichte erzählen. So, mitten in der Bergbaulandschaft in unmittelbarer Nähe eines Besucherberges, wo bis 1990 noch wirklich Bergbau getätigt wurde.

Es heißt also, dieses Thema ist ja grundsätzlich in unserer Genetik vorhanden. Aber über diese Kunst lässt sich unserer Geschichte erzählen und das ist einfach das Beste, was uns passieren konnte und verbindet eben die Vergangenheit. Mit dem Alltag, mit dem heute und eigentlich auch mit der Zukunft. Also es ist uns ja nicht nur dort gelungen und das heißt, wenn ich dann ein Stück weiterfahre, dann bin ich zum Beispiel in Lößnitz. Ich bin in Zwönitz, und in Zwönitz haben wir Arbeiten so Lichtobjekte von, ja, über einem kleinen See innerhalb dieses Ausläufs dort. Da war ich mit dem Bürgermeister ganz schnell einig und ich war auch einig, weil wir gelernt hatten vorher.

Dass es dort eine große Geschichte gibt der Nachtwächter und immer noch einen lokalen Nachtwächter haben, der mit seiner Laterne rausgeht an Maria Lichtmess, da haben wir schon wieder das Christentum. Das ist die eine Geschichte, die andere ist. Neben ihnen hat quasi aus Metall gebaute Formen, mit Strümpfen mit Strumpfhosen. Das ist nicht neu gewesen die Arbeit, denn die Besonderheit an dieser Kuratur war ja, Ich den Bürgermeistern und den Kommunen immer vorher zeigen musste, was es wird, Ja, also das heißt, deswegen habe ich in der Regel auf Arbeiten zurückgegriffen, die es schon gab oder auf Arbeiten, wo ich wusste, wie kann man verlässlich nachbauen, oder eben Arbeiten wie Olaf Holzapfel Wo ich wusste, der kann das jetzt gemeinsam mit dem Bürgermeister und den Leuten vor Ort so entwickeln, dass die sich wiederfinden.

Aber noch mal auf Zwönitz und die zurückzukommen. Aus dem Bergbau entstand Industrie, Es entstand auf der einen Seite Maschinenbau, hier in der Artwandfabrik, in der wir hier sitzen heute wurden Lokomotiven gebaut. Es war ein kleiner Teil eben, das von Hartmann gegründeten Lokotifenbaus. Und es gab Lieder, ja und es gab ohne Ende Textilindustrie natürlich und das heißt, wir haben dort und dort ein Zusammenspiel, eben auch mit, Textilmusinen und die Textilindustrie ist nach neunzehnhundertneunundachtzig, im Rahmen des sogenannten demokratischen Bänder fast komplett kaputt gegangen. So, also das heißt, die DDR war gut als Billiglohnland, und dann funktionierte das nicht mehr und dann sind Leute raus,

und es sind hier in der Region zehntausend, ich vermute hunderttausende von heute auf morgen arbeitslos geworden. Nevin hat als sie das erste Mal diese Arbeit gebaut hat, einen Sponsorship gekriegt von Falke Strümpfen, das ist irgendwie zehn Jahre her oder so und dann stellen wir fest, dass in dieser Kommune es immer noch gibt, eine Textilfabrik, die von Falk übernommen wurde, also Stromfabrik, die von Falk übernommen wurde.

Der Strumpf wurde hier in dem Bach über erfunden. Das ist noch mal meine nächste Geschichte, die wir gern erzählen können von einem Johann Escher, frühes 18. Jahrhundert. Und in Zwönitz haben wir also diese Falkewerke. Nur nehmen, diese Leuchtskulpturen ja schaden, wenn sie so eine Strumpfhose ein Jahr, ins Wetter hängen, in die Sonne, in den Regen und so, dann bleicht die aus. Und jetzt ist es zustande gekommen, eine Zusammenarbeit zwischen der Künstlerin, Der Kommune, die da mitgeholfen hat und den Leuten von Falke. Die Künstlerin hat als das Asthma, das ausgetauscht wurde, auf den Wunsch hin dahin geschickt, eine Mitarbeiterin ihres Studios und da hat die dort mit zwei Arbeiterinnen dort das gemacht. Das hat diesen Frauen unheimlich Spaß gemacht. Die haben gesagt, das machen wir jetzt immer

und dann haben die so ein Tutorial geschrieben, wie das funktioniert und jetzt geht die Künstlerin jedes Jahr her im Herbst oder im Winter, bevor die abgebaut werden. Über den Winter müssen abgebaut werden, weil die Lampen, die Glaskörper innen ganz einfach frieren könnten, zerplatzen könnten oder diese, Glaslampenringe sind so LEDs und das heißt, jetzt geht die Künstlerin in ihrem Studio in Berlin her und sagt.

Aus der nächsten Kollektion nehmen wir das und das und das und das und das und das und das und hat diese vier Leut, aber und dann montieren das diese Frauen, Und das heißt, das ist ja eine weit. Kollaboration. Wir haben in Kunst vorm International zu dritt dann ein Interview gemacht aus Künstlern Klauner und ich zu dieser Arbeit. Das ist eine weitestgehende Kooperation. Also näher kann's überhaupt nicht rangehen.

Äh wir haben in Schneeberg so eine Coin-Stacks heißt es, noch mal eine Geschichte die der Künstler rekuriert auch seine Kindheit, die ist von Jos Calli und die wir dort aber eingesetzt haben in Anführungszeichen, um zu erklären ein Bagarbeiterstreik ja in 14 so und so 15tes Jahrhundert, wo Nürnberger Kaufleute, also heute würde man sagen, Heuschrecken, die sich da eingekauft haben in den Bergbau.

Bei nachlassenden Silbervorkommen also es war immer schwieriger was rauszuholen den Arbeitern, die Löhne kürzen wollten und dann haben die gestreikt wird jedes Jahr zu Maria Magdalena, also wieder so ein christlicher Feiertag als sogenannter Bergstreittag und wir haben diese Skulptur an die Kirche gestellt und dann haben Leute aus dem Ort plötzlich angefangen, Zu kleene, Spardosen zu machen zu bauen, ja die nachvollziehen dieses Scheiben übereinander gelegt, die Form dieser Skulptur Coin-Sticks, ja. Ist das nicht sogar auch als der erste Arbeiterstreik Genau. Erste Arbeiterstreik meines Wissens in der Geschichte, Aber wir haben eben auch, ich habe vorhin schon was erzählt von einer ersten Sozialversicherung, die es hier gab, von

Genossenschaften jetzt unter ideales Weltkulturerbe im Moment gestellt werden, gestellt worden sind, also zumindest die sächsischen, Versicherung kreiert von Bergleuten und wir haben auch große Unternehmerinnen wie Barbara Uttmann ja in Annaberg-Buchholz, der wird dann auch eine Arbeit gewidmet haben, die das Klöppeln da in der Region gebracht hat und 400 Frauen.

In Arbeit gebracht. So und jetzt kommen wir an Bild dieser Region. Da ist Arbeiterstreiks. Du hast Genossenschaften, du hast Unternehmerinnen, ja, einige Jahrhundert, zurückliegen. Der Riese war dort und hat dort die Mathematik miterfunden und wie beschreibe ich das Geld? Brotordnung erfunden, als ein Vorgänger der DIN-Ordnung und so. Und wenn du diese Geschichte erzählst und diese Geschichte erzählen wir, Schaffst du Identifikation drin und du schaffst Neugierde draußen.

So und du schaffst Bewusstsein, ja? Also alles, was wir im Moment ja haben an politischen Entwicklungen, liegt ja daran, dass es auf der einen Seite nicht genug Bewusstsein gibt für das Eigene, also Liebe, Wertschätzung für das eigene und auf der anderen Seite einen bestimmten Groll. Und auch da haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Kunst mithilft, Menschen zusammenzubringen und von daher ist der Purple Pace eine ganz wunderbare Geschichte ein Zukunftsmodell, der eben auch um zurückzukommen, siehe anziehen, Kreativität frei macht bei Menschen, die wir vorher nicht gesehen haben, also das heißt, diese näheren Arbeiten gemeinsam als Strumpfwerkerin arbeiten gemeinsam mit Künstlern. Die anderen machen aus einer Skulptur Spardosen, et cetera und

es wird diskutiert, also das heißt, diese Arbeit von Choscalli besteht aus Bronze, ja braun gefärbt, übereinander gelegt, bronziert. Eine ältere Dame zu mir und sagt der Ochs, das stimmt aber nicht, was sie da machen. So sagen wieso stimmt das nicht? Ja, Bei uns wurde Silber abgebaut, da gab's eine Silbermünzen. Socken?

Ja? Das wäre übrigens auch eine Frage gewesen, die ich hatte. Wie Kunst Kunst ist und alles andere ist alles andere. So und ich erkläre das auch, weil wir nicht hergehen und die Kunst instrumentalisieren und sagen, so und wir haben jetzt das Ergebnis, dass Im letzten Jahr hunderttausende von Menschen in die Region gekommen sind, die meist ein erstes Mal, oder vielen Access Malen neu Erfahrungen gemacht haben, also Rebecca Horn 25.000 Leute, aber das Fantastische war, dass diese Arbeit von Rebecca Horn von Menschen, die dort, In der Kommune gelebt haben, freiwillig Betreut wurde und auch erklärt wurde. Und das heißt, da kommen diese 25.000 Besucherinnen dahin, Von überall her die Eisverkäuferin mir gegenüber sagte ich habe so viel Eis verkauft wie in den letzten 20 Jahren nicht. Machen sie's so weiter und die kommen dahin,

und kriegen plötzlich einen anderen Blick eben auch in dem Gespräch mit den Menschen. Und da steht immer wieder im Mittelpunkt, dass Menschen Menschen treffen dort, bekommen einen komplett anderen Blick auf die Region und auf das, was in der Zeitung lesen. Das ist in der Tat so Ich möchte nochmal kurz drauf eingehen, was du sagst. Du da kamen ja Menschen von außen und wurden mit dem Blick auf die Region zu Beginn war ja auch erst mal eine Herausforderung.

Wie nähert sich denn statt, Und Land so ein Stück weit aufeinander zu, weil das war ja auch so eine Sache, na ja, das ist die Stadt Chemnitz und das ist der ländliche Raum. Die Stadt ist nicht weit weg von uns, aber so eine richtige Kommunikation auf Augenhöhe Die Halle ist bis dahin wirklich nur in Ausnahmefällen gegeben. Also das war noch nicht da. Insofern war also auch das ein Prozess, wie schafft man das denn, dass man erstmal sich natürlich als Kulturhauptstadt mitregion gemeinsam, Und zwar auf Augenhöhe präsentiert und wie schafft man's auch tatsächlich miteinander ins Gespräch zu kommen. Und das ist uns gelungen. Also das ist sehr guter Prozess gewesen, also auch vom Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz, der dort immer wieder auch den Kontakt gesucht hat und äh man kann jetzt sich wirklich auf Augenhöhe be

also ihr auf der Ebene von Politik. Von der Bürgermeisterebene das ist ein wichtiger Effekt gewesen. Auf jeden Fall, weil ich glaube, jeder der Beteiligten verstanden hat, dass die Stadt Chemnitz von der Region profitiert und im Umkehrschluss die Region natürlich auch von der Stadt Chemnitz und gemeinsam sind wir aber wirtschaftlich und natürlich auch gesamtgesellschaftlich gesehen, eine starke Einheit, weil grade die Region hier war ein hochindustrialisiert.

Ich meine, die demokratische Wende, wie du das vorhin genannt hast, die hat schon äh unserer Wirtschaft hier einen herben Schlag versetzt. Mhm. Aber trotz alledem, also man merkt es auch, man versucht sich dort natürlich wieder auch nach vorn zu arbeiten und gelingt uns in vielen Teilen Na ja, aktuell ist es ein bisschen schwierig, aber gerade die erzgebirgische Region, die ist dafür bekannt, äh auch nicht so schnell aufzugeben.

Hast du denn das Gefühl, dass durch den Zusammenschluss, Zusammenschluss, ein Miteinander ist ja sicherlich auch in der DNA Region. Es gab einen Knick nach 1990 und dass dieses Gemeinschaftsgefühl, diese Identität jetzt wieder aus der Region heraus neu Aufgebaut wird. Neu wird ich jetzt nicht sagen. Also die Identität, die ist ja da. So.

Man muss das jetzt vielleicht anders betrachten. Zum einen, wenn ich jetzt vom Prozess ausgehe, Chemnitz ländlicher Raum, da würde ich sagen, haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Also das ist auf jeden Fall. Nichtsdestotrotz, jede Region hat natürlich ihre eigene DNA und ihre Eigenheiten und äh was Identität betrifft Also das glaube ich schon, dass das ein Stück dazu beigetragen hat, schon, dass insgesamt jetzt nachdem das Kulturhauptstadtjahr vorbei ist, die Kulturhauptstadt als solches und natürlich auch, was in der Region.

Präsentiert wurde, was dort erlebbar war, dass das dazu geführt hat, dass man sieht Wie vielfältig die Region ist und was aber auch für Potenzialen hier steckt. Ich glaube, das war vielen Gästen überhaupt nicht bewusst und ich bin überzeugt davon, dass wir auch ein ganz großes Stück mit Vorurteilen hier aufräumen konnten Habe selber auch mit äh Besuchern gesprochen, die noch nie in Sachsen waren, gespeichert in dem Erzgebirge und die allesamt überrascht waren. Ja, das ist jetzt ein guter Hinweis. Wir haben's zu tun, wenn ich mir diese Künstlerliste anschaue mit einem, europäischen Kunstereignis. Und dieses Kunstereignis als Kunstereignis wird für meine Begriffe, noch zu wenig gesehen und das ist etwas, woran wir arbeiten müssen und dann wird dieses Kunstereignis sich natürlich weiter positiv auswirken.

Also müssen jetzt touristische Programme her. Da wird dran gearbeitet et cetera. Aber wird sich weiter auswirken an dieses, gesehen werden der Region, ja? Das Positive gesehen werden der Region, weil mit jedem Kunstwerk, das wir da integriert haben, mache ich ja, nicht nur Region, sondern die Menschen dort auch sichtbar und die Erfahrung war immer ach, wie freundlich sind die, auch wenn sind die ach wie schön ist es hier? Ach wie toll ist die Natur und das alles muss man ganz einfach jetzt in eine große äh Story zusammenpacken ja und weiter formulieren.

Aber wir sollten eben nicht vergessen, die Wirkungsweisen von Kunst und worüber wir hier diskutieren, das sind ja die Wirkungsweisen von Kunst. Das heißt, es war die Kunst, die einen politischen Prozess initiiert hat Es war die Kunst initiiert hat, dieses Zusammengehen und zwar weil die Kunst ohne sich selbst zu verraten. Kunst ist Kunst und alles andere ist alles andere. Mein alter.

Wahlspruch von Ed Reinhardt, der hat das mal so formuliert, weil die Kunst autonom bleibt, Menschen einlädt miteinander in Korrespondenz geht, aber vor allen Dingen in den Kontext geht eben der Geschichte hier und in den Kontext geht von Räumen Also das heißt das Erlebnis am Purple Pars waren ja immer auch die Räume. Wir haben nicht nur in alten Bergbauhalten, sondern auch in Mühlbächen, auf Parkplätzen, in Orten, wo keiner Kunst vermuten würde, Kunst installiert.

Und ich ein bisschen ketzerisch. Ich habe das am Anfang nicht so erlebt, dass die Verbindung zwischen Stadt und ich habe immer Probleme in den ländlichen Räumen, weil Land, das sind Dörfer und wir haben's dort im Großen und Ganzen zu tun mit kleinen, tollen Bergbaustätten oder kleinen Industriestätten, auch wenn die in Teilen also ihre ökonomische Funktion verloren haben, obgleich da ganz optimistisch bin, es passiert da sehr, sehr viel auch an Neuansiedlungen, auch an Leuten, die zurückgekommen sind, um hier zu arbeiten. Es ist nicht genug, aber es passiert viel.

Und am Anfang war es ihr so. Dass jeder Bürgermeister von mir immer wollte, die Verstärkung bilateraler Beziehung nach Chemnitz. Und das heißt, Chemnitz war immer die Zentrale. In den Städten sind die Reichtümer geschaffen worden. Ja, es äh gibt so ein Sprichwort hier, das heißt in etwa. In Dresden hat es immer geglänzt. Das heißt, das grüne Gewölbe wäre ohne die Bodenschätze aus dem Erzgebirge Silber, Edelstein, sonst was überhaupt nicht möglich, also Mineralien, die dann aufgeputzt sind und Edelstein gleich da im Grüngewölbe zu sehen sind, wäre nicht möglich gewesen. Dieses Leipzig als Handelsstadt wäre ungefüttert zu sein aus der Region, hier nicht möglich gewesen und auch Chemnitz als Industriestadt, wir müssen uns ja vorstellen, dass das,

bis zum Beginn, Quasi des Faschismus und dann noch ein Stück hinein. Da hat sich's dann schon geändert, weil viele jüdische Textil und andere Unternehmer hier äh vertrieben worden, ja oder deportiert worden und hier also weg mussten. Das war der erste Aderlass hier übrigens auch. Der kulturelle aber das heißt Textilfabriken, Maschinenbau et cetera wurde ja Lokomotiven erwähnt Autos ja, also was alles hier gebaut wurde, passierte immer auf dem, was, aus der Erde geholt wurde im Erzgebirge und in Mittelsachsen. Auch die Zerstörung dort, also das heißt, dass die Russen, die Sowjetunion 80 Prozent ihres Urans.

Aus dem Kerngebiet Aue-Bad Schlema bis nach Zwickau und dann etwas rüber nach Thüringen geholt hat Die Region aber nie Geld damit verdient hat, das heißt sie haben extraordiniert gute Löhne bezahlt dann als die SED gemeinsam mit. Ihre russischen Bruderpartei hier in eigener sogenannter SWAG hieß, dass Aktiengesellschaft gebaut hat, aber, Es wurde in die Geld mitverdient. Das heißt, es wurde in Reparationszahlung bis zur Perestroika bezahlt, ja. Was hier rausgeholt wurde so. Im Übrigen, dass bis äh zur demokratischen Wende, das vergessen viele. Wir bis 1989 hat die DDR Reparationszahlungen an die damalige Sowjetunion leisten müssen.

Also das heißt, das war eine doppelt ausgebeutete Region, ja und wenn ich davon spreche, dass wir aus Leipzig hier haben als Handel statt, dass wir dieses reiche, Dresden haben, so ist es alles gegönnt, sind wunderbare Baudenkmäler entstanden, wunderbare Institutionen entstanden wie die Semperoper und alles, was wir alles sehr wertschätzen, dann bleibt die Region zurück, Und das heißt, die Region fängt immer wieder von vorne an. Und es ist aber die DNA dieser wunderbaren Menschen hier in der Region, die da heißt, Ich sage immer, bevor die entfallen, sind sie schon wieder aufgestanden. Das ist das, was ich hier gelernt habe. Und diese Menschen haben die Offenheit mitgebracht, um zurückzukommen, sich mit zeitgerechter Kunst auseinanderzusetzen. Also das 38 Kommunen und am Schluss die große Stadt

alle zeitgenössische Kunst wollen und natürlich gab's Diskussionen. Natürlich gab's auch mal Protest und so. Nur. Einzelarbeiten stehen jetzt seit drei Jahren. Und länger und wir haben kaum Zerstörung. Wir haben eine große Wertschätzung, wir haben kaum Graffitis, wir haben kaum irgendwas, was kaputt gemacht worden wäre.

Immer das Gefühl, da liegt so ein so ein Segen drauf. Die Menschen wertschätzen das und weil das gewertschätzt wird, ist es auch beschützt. Und das heißt, dass die Kunst geschafft hat, also koratiert in diesen Purple Pars ist, einen weiteren Identitätssprung, der sie dann auf der politischen Ebene. Auf Augenhöhe bringt mit den Städten. Und das Spannende ist ja, dass Chemnitz nicht vorgesehen war. Ich habe das vorhin schon gesagt, dass Chemnitz kam ja erst sehr viel später, als nämlich sich abgezeichnet hat, Das wird in der Region ein Supererfolg und die Klammer war dieses ähm Narrativ, alles kommt vom Berg her, Was übersetzt heißt, wir verwenden Stoffe, Mineralien, die gefördert wurden.

Und die haben wir quasi transformiert in Kunst, das heißt der Bergbau hat uns ein Lager, ja Erdzinn, Kupferkraulinen, hier die großen, tollen Arbeiten in Lößnitz von Uli Eigner, ja, der Bergbau hat uns all diese Mineralien geliefert und der, braucht immer Licht und der Bergbau braucht Holz. So, als erste Nachhaltigkeitsapostel von Carlowitz, der hat ja hier als Berghauptmann gearbeitet und der hat, das erste Mal formuliert, das Holz nachgebaut werden um in die Nachhaltigkeit zu kommen, so das Ergebnis war und das müssen wir heute überprüfen, ob das noch stimmt.

Dies äh Fichtenplantagen, die dann alle runtergekippt sind, ja, aufgrund des sogenannten Klimawandels und dann anfällig waren für ganz bestimmte Käfer und wenn sie aber angucken die Arbeit von Friedrich Kunert mit diesen sieben Fichten ja in Talheim, Dann sehen Sie die angesichts irgendwie runtergefallene Fichten, die am Berg oben stehen. Und auch da haben wir einen kritischen Ansatz. Also haben wir einen kritischen Erklärungsansatz, aber um zurückzukommen. Es war also notwendig, die Mineralien, das Holz und das Licht.

Und ich bin sehr froh darüber, dass wir viele Lichtkunstwerke versammeln konnten, Monikas Hosnowska, via Lewandowski hier in Chemnitz, der Andi Schmidt und andere und als Höhepunkt natürlich James Tourell mit dieser für Europa einzigartigen Arbeit, weil sie eben auch in eine einzigartige Architektur integriert ist.

Und da sind wir sehr dankbar, dass Tyrell uns das gegeben hat. Ist ja nicht so ganz einfach ein Künstler wie diesen zu bekommen in eine Region, wo nix ist, also die nächste größere Arbeit ist in Kopenhagen und die nächste wichtigere Arbeit ist in einem Diözesan, was ihm in Freising, Nur er hat das unheimlich gern gemacht, weil er ist er auch, einer der Untertagearbeit als in seinem roten Creator da in Arizona passierte alles unter Tage. Er buddelt ja jeden Tag weiter an seinen an seinen Schächten, an seinen Kanälen, an seinen Räumen unter der Erde und statt die mit Licht aus. Kannst du die Arbeit etwas näher beschreiben? Das das kann man ganz schwer mit Worten beschreiben. Mein Gitter rein und man ist überwältigt. Also von dieser ganzen Lichtinstallation. Ich war,

in diesem Moment und habe das einfach auf mich wirken lassen. Das ist schon sehr, sehr ausgewöhnlich. Das habe ich auch in dieser Art noch nirgendswo so erleben können, diese Lichteffekte, ja die die wirken auf einen Essen. Man geht irgendwie ganz anders wieder raus, als man reingegangen ist. Ist es tatsächlich so? Stück weit Sie da anziehen.

Ja. Mhm. Und das Licht, das ist ja letztendlich auch ein Ganz, ganz wichtiger Teil Unsere Bergbaugeschichte sieht man ja heute noch im Erzgebirge und mittlerweile auch darüber hinaus diese dieses Licht, grad in der Weihnachtszeit, diese Schwippbögen, ne, die man in die Fenster stellt. Das hatte ja was damit zu tun, äh damals diesen Bergleuten auch ein Stück weit zu zeigen, dass ne, hier ist erstens mal dein Zuhause und B natürlich auch äh Licht als Hoffnung.

Es war tatsächlich eine Nachbildung dieser Mundlöcher, wo es in diesen Schacht hinein ging und dieser Schmuckbogen ist quasi ein Symbol für dieses Licht, das Herr Bergmann natürlich wieder nach seiner Arbeit in dieser Dunkheit an das Licht, an das Tageslicht kommt soll diese Arbeit auch daran erinnern, dass wir selber wie ein Bergbauarbeiter in einen Raum reingehen? Na ja, das ist ja der Gegenentwurf zu dem, wenn Sie mit uns mal unter Tage kommen und dann mit rumkrabbeln. Das ist ja Ecken.

Ja und hier ist ja hier ist so. Das ist schön, dass du von von Hoffnung gesprochen hast im Zusammenhang dieser Schwippbögen und dieses Anlüchtelns, dieses äh wunderbaren Licht Zaubers, sage ich mal, in diesen Bergbaugemeinden jedes Jahr vor Weihnachten alles, beleuchtet und ausgeleuchtet wird und das Licht eine große Feier feiert. Von Gerhard Richter stammt der schöne Satz, dass die Kunst, die größte Hoffnung ist. Und das ist nun schwierig zu erklären, warum ist Kunsthoffnung, Wenn ich aber erlebe, wie Menschen hier reagieren, dann weiß ich, dass sie aus der Kunst ein Teil ihrer Hoffnung, manchmal sehr schwierigen Situationen beziehen und eben auch aus dem Neuen das Fantastische an diese Chames Terrain-Arbeit hier in Oelsnitz ist,

die Arbeit gebaut ist in eine ehemalige Schmiede, Lugauer Oelsnitz hier Kohlenbergbaus Steinkronbergbaus. Diese Schmiede war 1920 gebaut. Und das ist sowas wie eine Dreischiffkirche, also ein dreischiffiges Industriegebäude und Glasdach, und der Architekt hat dann gemeinsam mit den Denkmalpflegern entwickelt, ein komplett neues Modell, komplett neuen Herangehensweise an Denkmalschutz. Die haben nämlich das gesamte Stahlgerüst abgebaut, gereinigt, restauriert und zu 80 Prozent neu aufgebaut, Und das heißt, du siehst quasi als Zeichnung dieses alte Gebäude und unten reingeschoben ist.

Wie so ein der Kubus mit Cottenstahl verkleidet für die Lichtarbeit von James Terrail, ist ein großartiges Ereignis nicht nur drin, sondern eben auch draußen. Das heißt, du kommst über das Bergbaumuseum nebendran dahin, Und was macht das? Also es wurde dort bis in die 70er Jahre Steinkohle abgebaut, zu DDR-Zeiten wurde es eingestellt und dann hat die dort, was ich nun Arbeiter hatten, keine Kohle mehr und was sie nun Gebäude hatten, haben die angesiedelt Ropotron, Halbleiter.

Und früher Büromaschinen und ich kenne das alte Roboton Verwaltungsgebäude hier so eine Villa, da stehen immer noch die alten Maschinen. Und das wurde eben 1990 auch verkauft, ganz Areal dort, alle Hallen an Leute aus Westdeutschland und der Schweiz und stand dann bis dahin und verfiel. Und als ich's vorletzte Mal da war, kommt ein älterer Herr auf mich zu Der erzählte, er ging auf die 80 zu, der sah so aus wie ein guter Mittfünfziger so und er sagt, wissen Sie, Ich habe mein ganzes Leben hier verbracht. Ich habe hier noch im Kohlebergbau gelernt, Ich habe dann gearbeitet, ich bin dann abgewickelt worden, ich war arbeitslos vor der Zeit, ja und jetzt.

Habe ich einen neuen Job hier und passe hier auf, auf die Kunst. Das als einer dieser Leute, die dort, Ich denke, wir machen das mit so ja, gesetzlichen Minigehältern, ja, aber mit großer Passion, der dort jetzt jeden Tag auf seine ehemalige Arbeit aufpasst und die hat sich komplett geändert. Und da habe ich gedacht, als ich raus sind, mit sowas gelingt was zu binden wenn das geht, dass du über so eine ganze Lebensstrecke mithelfen kannst, ja, dass Menschen stehen und dass sie zu sich stehen und dass sie für sich Perspektive aufmachen und so.

Was kann Kunst denn eigentlich mehr? Und was jetzt aber auch dran ist, dass wir aus der ganzen Welt jetzt Besuch dahin bekommen und die Menschen, die das besuchen, eben zumindest indirekt auch konfrontiert sind mit dieser Geschichte. Wechselhaften dort, ne? Vorne im Museum gibt's ein Portraitgruß von Karl Marx ja und man stellt die Frage, was macht denn der Karl Marx, ein Bergbaumuseum?

Und es war so, dass die Arbeiter dort, dem Marx einen Brief geschrieben haben, Lieber Karl Marx, wir sind Bergarbeiter hier in Oelsnitz und in Lugau Steinkohleberg wir wollen eine Gewerkschaft gründen. Wie machen wir das? Und es gibt einen Briefwechsel zwischen den Bergarbeitern und Karl Marx, der mitgeholfen hat, dass die ihre Gewerkschaft Gegründet haben. Das heißt, das ist die nächste Geschichte, die man erzählen kann und wir haben jetzt gelernt, dass überall dort, wo wir, Die Kunst auch räumlich ja in äh Kontrast gesetzt hat. In Kontext gesetzt zu einem Museum, wir überall eben auch, Besucheranstiege haben in diesen vielen kleinen Museen. Das heißt, es kommt dort in Teilen zu symbiotischen. Das kann ich bestätigen und das müssen wir weiterentwickeln.

Das kann ich bestätigen. Bei uns ist es ja ähnlich, aber bewusst Kontrast gesagt, es ist ja nicht nur der Kontext. Für mich ist es auch ein gewisser Kontrast, auf der einen Seite ein Industriegelände und dort steht eben zeitgenössische Kunst und das passt aber eben auch gut zusammen, passt und es funktioniert auch gut zusammen und auf die Besucherzahlen zurückzukommen, also gerade für, Unser Besucherbergwerk Museum kann ich sagen, dass also im Kulturhauptstadtjahr fast 40 Prozent mehr Besucher gezählt worden und das ist schon enorm. Und da haben sicherlich auch meine Mitarbeiter dazu beigetragen die haben einen guten Job gemacht, aber natürlich auch die große Aufmerksamkeit durch die Kulturhauptstadt und all das, was wir zusätzlich.

Diesem Zusammenhang noch veranstaltet haben, gestaltet, organisiert haben. Also das ist so ein Sprung hätten wir nie geschafft ohne diesen Zusammenhang und, Wo ich mich so dolle drüber auch gefreut habe, Meine sind ja nur eine kleine Stadt, sicherlich sächsisches Industriemuseum ist schon sehr bedeutend, aber wir haben's tatsächlich auch die kanadische Presse geschafft. Also das äh es waren Journalisten da, ganze Busse und.

Dort können wir sie waren alle begeistert. Also was sie erlebt haben, was man ihnen gezeigt hat und die haben das tatsächlich dann auch in ihre Länder, kommuniziert und das ist auch ein ganz großer Erfolg. Und das heißt, der Purple Pass ist nicht etwa nur an Skulpturenparkour. Das haben wir anderswo auch. Mhm. Der Purple Pass wird zum Storyteller. Er wird zum Geschichtenerzähler, und der wird auch zum Supporter, also das heißt, er injiziert ganz viel, was die Leute dann selbst machen, und damit hat der eine gute Zukunft, wenn man das jetzt gemeinsam weiterentwickelt. Das heißt, mein Interesse ist im Moment, dass wir in stärkere Vereinbarungen kommen zwischen den kleinen Museen, und der Kunst und dem Purple Pass.

Teilen auch aus der neuen Musik und es gibt von John Cage eine sehr schöne, nicht Komposition, sondern so ein Reader zu einer Ausstellung, zu einer Ausstellung Museum Circle, und das funktioniert so, dass ihr das heute das erste Mal gemacht in München. Es ist, glaube ich, auch für München geschrieben. Vor 35 Jahren war das gleich gewesen so.

Der hat ihr bestimmt, dass aus allen Münchener Museen jeweils drei über das Itching ausgewählte Stücke, die keiner kennt, weil oder sie Zufallsprinzip ausgewählt, zugeordnet sind in einem anderen Museum, die über das Itching ausgewählt sind und das haben wir hier gemacht, ja und das haben wir gemacht 53 kleinen und größeren Museen, meistens aus der Region, hier im Industriemuseum und die Resonanz war natürlich so groß.

Hierarchie gab, ne, weil kein Kurator hergehen und kein Museumsdirektor hergehen konnte und sagen konnte, wir zeigen jetzt mal aus deinem Museum das und das und das so. Das haben wir ausgelost, ja? Und was aber entstand war In München damals war das wirklich der Clash der Kulturen. Es stand dann afrikanische Skulptur neben einem Bismarck Portrait und keine Ahnung ja und zum Stück Technik aus dem deutschen Museum und so.

Und hier ist plötzlich entstanden, so dass wir ein großes Sittengemälde der Region. Da hast du gesehen, natürlich hatten wir alle mit Bergbau und mit Industrie zu tun. So da gab's ganz wenig Sprünge raus und das hat so viel Spaß gemacht beim Übrigen mit ich glaube 60.000 Besucherinnen und Besuchern dass wir sagen so, das ist jetzt der Punkt, wo wir etwas weiter, in die Zukunft führen müssen. Das heißt, Wir haben gelernt, dieses wunderbare Dorfmuseum in Garlens, da steht gleich dann eben eine Skulptur eines polnischen Künstlers Gregor Geyda, das poligonale Pferd, eine Heidendiskussion um diese Arbeit. Es gab merkwürdigerweise um keine Arbeit, so viel Diskussion wie über diese, was am Anfang ganz für meine Begriffe Vermittlungsfehler war, egal. Aber die Leute sind hingerannt, ja? So

Und aufgrund dieses. Diskurs ist dieses Medienerfolgs konnte sich die Direktorin dieses wunderbaren Bauernmuseums, das sie da haben, ja? Ist kein Landwirtschaftsmuseum, sondern das Museum zu bäuerlicher Kultur, ja. Vor Besucherinnen überhaupt nicht mehr retten und die Skulptur von Tony Crack Was erzählt sie über ihren Standort? Die Skulptur von Toni Krack steht in einem ehemaligen Kurpark und in diesem Kurpark wurden nach sechsundvierzig, vorhin schon erwähnt, und der Väterführung der Russen, Uran gefördert, ganze Dörfer und Kurparkgebäude mussten da weg. Tabula ras abgerissen worden. Hinterher hatten sie ein Bild von Halden. Es war alles zerwühlt. Es war alles kaputt.

Also alles aufgeworfene Erde und dieser Bergaltar von Hesse Ein Altar, der von Arbeitern von Bergleuten selbst in Auftrag gegeben wurde. Zeigt unter den Huthäusern, die es gibt zu Erdschichtungen, die ähnlich aussehend diesen aufgeworfenen Formen von Tony Crack. Die Arbeit heißt dick. Und dann war ja Biedenkopf hier der erste Ministerpräsident nach 89 als einer ausm Westen und der hat sehr viel Geld besorgt um diesen Kurpark wieder herzurichten oder ich kann sagen, zuzubetonieren, Dort wächst in Teilen nämlich nicht wirklich etwas. Sie haben das alles so abgedichtet, dass kein Dreck mehr hochkommt, Ja, also auch das als Kommentar zur wiederaufkommenden Diskussion zur Atomenergie. Wir wissen nicht, wohin mit dem Dreck. Also das ist so zu, dass nichts, dass nichts hochkommt.

Und obendrauf liegt in der Regel eine ganz dünne Schicht. Ich habe mir das mal vom Gärtner dort erklären lassen, von Erde, die es bei Regen wegschwemmt. Und die bei heißen Wetter sofort Austritt, Und wir haben dieses Kultur von Tony Greg dort gestellt zwischen die 21. Schächte, die dort mit so kleinen Steinen links und rechts stehen und nummeriert sind.

Und diese Craig-Arbeit, die eine außergewöhnlich schöne ist, die zeigt nun einmal so diese übereinander gestapelte Erde ja und auf der anderen Seite ist das eine Skulptur, die uns umgibt damit eine Referenz zu diesem Bergarbeiter und auch zu der Zerstörung und die hat aber für mich so diesen Aspekt von Heilung, so wie sie da steht, ne.

Und wir haben's hier hingestellt auf eine ganz freie Fläche, also das heißt Craig war auch sehr begeistert, weil er hatte nie eine Skulptur auf so einer großen freien Fläche Und jetzt passiert dort eine Landesgartenschau und das heißt, äh wird jetzt viel angepflanzt. Und jetzt müssen wir sehen, wie die sich dann verhält, ja?

Ich kann also immer nur bestimmen, wie das sich am Anfang verhält und dann müssen sie das halt akzeptieren, dass dies passiert. Es natürlich so was wie ein Persönlichkeitsurheberrecht von meiner Seite, also das heißt, für für die Kunstsammlung, die dort entstanden ist, Ich könnte in dem Moment, in dem da etwas passiert, intervenieren, aber das ist glaube ich vor der Zeit. Schauen wir mal, wie sich das fügt und wie sich das entwickelt.

Aber da sind wir eben an dem Punkt, an dem wir sprechen, über Museum im im öffentlichen Raum oder Museum in öffentlichen Räumen. Kasper König, der legendäre Direktor des Museum Ludwig in Köln, hat irgendwann geprägt das Museum aus dem öffentlichen Raum, der allen und keinem gehört, und wir haben diesen Begriff eingeführt zu einem Zeitpunkt, als es viel Diskussionen gab, um diese Geschichte als in Teilen auch vorsichtig negativ. Das hatte einfach zu tun, damit dass die freie Presse hier, die dominierende Zeitung, in jedem Ort in der Region irgendwo einen Journalisten hat und die sind dann in Wettbewerb gegangen ja und wann wird's denn endlich fertig und was machen die denn da und so? Als wären die wirklich negativ, aber immer eine Menge Fragen. Das hat sich dann immer beruhigt, als es stand.

Und damals habe ich gesagt, gut, es darf diskutiert werden, ja. Das ist ein öffentlicher Ort, und das heißt, die Idee ist jetzt ja weiterzuarbeiten an der Idee eines Freilichtmuseums in öffentlichen Orten, haben wir das genannt, nicht ein öffentlicher Ort, sondern in öffentlichen Orten, weil wir einen unterschiedlichen, und Gemeinden natürlich unterschiedliche spezifische Orte haben, die wir, dann jeweils Kontextieren oder was in Kontrast bringen, wie du sagst, ja. Ich habe viel rausgehört, christliche Bezüge, Das Wort Glaube, Hoffnung ist ganz oft gefallen.

Ist das der Impuls für den Namen Purple Path? Da lachen wir schon beide, genau. Das ja der Name des Power Paars ähm hat von Anfang an die Menschen vor allem bei uns in der Region beschäftigt, weil Purple, die Farbe Lila. Ganz verwegene haben ja behauptet, das hängt bestimmt mit dem Fußball Vereins gibt den tatsächlich. Also Erzgebirge Aue hat so als Vereins dieses Lila ja, das war sicherlich mit einem Lächeln, aber ja, es gibt schon so ein bisschen eine Geschichte, aber so ganz hundertprozentig konnte mir das bis heute auch noch niemand erklären. Ja, es ist sehr einfach, wenn äh zu einer Geschichte viele miteinander arbeiten, dann wird manchmal, wenn die Zeit knapp ist eine Entscheidung getroffen.

In die andere nicht einbezogen werden. Also das heißt, dieser Begriff Purple Pars entstand noch, während des Wettbewerbs und wir haben den Wettbewerb mit diesem Begriff Purple Path gewonnen, und jetzt haben wir unterschiedliche Ebenen. Ich erinnere mich, dass wir ein Reisenussknacker, der immer mal ins All wollte. Mhm. In Seifen Ins All geschossen haben, war eine tolle Aktion, Also der Markus Füchtner, der diesen Nussknacker gebaut hat, der hat immer den Wunsch, sein Reisenussknacker so ein kleiner Kerl, der kommt mal ins All, habe ich gesagt, gut machen wir. Und hat geklappt.

Und das war eines der ersten Projekte in zweiundzwanzig, denke ich. Und da sagte mir eine Journalistin des MDR, wissen Sie, mit dem Nussknacker und dem Weltraum, das finde ich gut, aber, Purple Pars, was heißt das denn? Mhm. Was ist das denn? Das wird nie gehen. Das bringen sie bei uns im Erzgebirge nicht durch, Also jetzt war der Name da und das heißt sie bilden ja irgendwann eine Marke und dann steht die Frage, wie füllen sie das auf?

Und in der Region fragt heute keiner mehr warum, ja? Weil die Marke steht, wir haben sie ganz einfach, aufgefüllt. Es gibt Menschen, die sprechen von einem Lila-Gefühl, einem Purple-Pass-Gefühl und so. Ja, ist jeder Erzgebirger, jeder Erzgebirgerin kann das zwischenzeitlich fließend aussprechen. Purple Parce, Manchmal gibt's ein bisschen Probleme mit dem Genitiv, so aber das steht, und trotzdem braucht's natürlich eine Begründung. Und die Begründung ist für alles eigentlich entstanden im Prozess.

Wenn wir hier von Hoffnung gesprochen haben, dann ist die liturgische Farbe in den Kirchen im Advent und in der Passion Lila. Violett. So und im Advent steht das für Aufbruch, und Zukunft, so das Kind kommt und in der Passion steht das für Empathie, mitleiden. Und ich glaube, das sind ganz zwei zentrale Motive eben in der Kunst und damit auch in diesem Puble Pass. Das geht ganz wunderbar.

Und wir sind sehr gespannt, was da alles noch passieren wird, weil zwischenzeitlich gibt es Kinder, die Ausstellungsschülerinnen, Schüler die Ausstellung gemacht haben unsere Kunst und Purple Pas, ganz eigene Interpretationen. Es gibt da in Lichtenstein äh so ein Lehrer, der hat so Hip-Hop-Kinder, sage ich mal.

Und die haben so einen Song gemacht zum Purple Pase ja ja und alles zusammen Purple Pass. Es gibt junge Leute, die sich aus Rat schwingen. So, da gibt's einen Tizian, der ist die ganze Runde in fünf Tagen abgefahren und hat seine ganz eigene Interpretation gebracht und er will jetzt, der will's andere einladen, mit ihm gemeinsam zu fahren. 250 Kilometer gibt Wandern und es gibt pilgern am Purple Past. Das sind Initiativen, die sich vollständig abgelöst haben und das heißt, es gibt, pausenlos äh also von denen wir wissen, aber die wir nicht mehr unbedingt steuern müssen. Das heißt, auf der einen Seite, ja es ist sehr angenommen.

Und auf der anderen Seite entwickelt sich damit natürlich immer mehr und mehr um diese Marke oder um den Geist und Content, dieser Makler Und es wäre schön, wenn das Erzgebirge eine Marke küriert und hier bitte Sachsen Zwickauland. Dass es einen Geist hat, ja, es gibt ich sehe es eigentlich ähnlich. Also ich verbinde das schon so ein Stück weit, wie er's auch erklärt hat, mit dieser Farbe, ne, diese diese Bedeutung dahinter und ich glaube, das ist eine gute Erklärung dafür und Aber ansonsten hat er recht. Also es ist tatsächlich kein Thema mehr. Warum heißt es so? Es ist eine Marke geworden und darauf lässt sich gut aufbauen. Insgesamt gesehen ähm im touristischen Bereich arbeiten die Bürgermeister daran.

Ne auch mit dem Kurator wollen wir da zusammenarbeiten, wie können wir daran auch anknüpfen? Es soll ja nicht nach diesem Stein auf, in dem wir hatten, in dem Kulturhauptstadt, der jetzt dort abfallen, ins Bodenlose, sondern wir möchten ja gerne anknüpfen und natürlich auch touristisch ein Stück weit davon profitieren.

Das ist ja auch ganz wichtig und wie können wir das tun? Mit welchen Mitteln? Daran arbeiten wir aktuell, aber ich glaube, es kam heute mehrfach auch schon. Das Wichtigste ist mit. Neben dieser großen Hochkultur, die ja für mich auch der Purple Pasen-Stick darstellt, dass eben in den Ortschaften so viel passiert.

Also äh und das hat jede Ortschaft, also jede Kommune, jede Gemeinde, jede Stadt für sich selbst auch dort ganz, individuell kreiert. Also bei uns in unserer Kleinstadt, wir haben uns dann auch hingesetzt und was hatten wir denn für Künste eigentlich in unserer Stadt und wir waren überrascht was wir dort gefunden haben an Persönlichkeiten, die entweder bei uns geboren wurden oder hier gelebt haben und gearbeitet haben, Elisabeth Arnold ist eine ganz tolle Künstlerin, die bis zu ihrem Lebensende in Elmfriedesdorf gearbeitet und gelebt hat Die war völlig verschwunden und ihre Werke hängen aber in Dresden in Museen und das haben wir wieder aufgearbeitet mit den Kindern in den Schulen, wir haben Workshops veranstaltet, der hat sich dem Thema angenommen. Wir haben dem Landesfrauenrat in unserem Ort jetzt einen,

Frauenorte. In Sachsen ist eine Initiative, ein Landesfrauenrat und da gibt's Frauenorte, wie die Frau Weber oder Clara Zetkin. Es gibt viele Frauen und in ihren Geburtshäusern oder auch äh Lebensstandorten gibt es sogenannte Frauenorte da wird auch beschrieben, was haben die Frauen geleistet und wir sind jetzt Teil davon. Straße benannt.

Also hat dann der Stadtrat gesagt, so eine tolle Künstlerin und Persönlichkeit gewesen. Das nutzen wir und wir widmen eine Straße damit und das wäre, ohne dieses Kulturhauptstadtprozess nicht möglich. Aber ich würde gern noch mal auf diesen Begriff der Hochkultur und da mal ein Veto einlegen so, also Die Idee der Hochkultur ist eine Idee des Bürgertums.

Und was hier passiert ist, dass wir hervorragende Kunst an Orte bringen konnten, die es verdient haben, die das bislang nicht kannten. Und die dort angefasst werden darf. Wir haben Kunst die berührt und die man berühren kann bei uns alles anfassen. Es gibt nirgendwo eine Absperrung oder so. Das heißt, die Leute hier, da gibt's diese Idee mit den Händen denken und du kannst hier auch die Kunst mit den Händen erfahren.

Und damit haben wir die Hochkultur runtergebrochen. Das heißt, wir haben exzellente Kunst von exzellenten Künstlerinnen und Künstlern, ich glaube, wir haben acht Dokumente, Künstlerinnen dabei. Wir haben jede Menge Pionade Künstler, Sao Paulo, Venedig, sonst wo dabei. Wir haben wenn ich in Dresden gehe ins Albertino und ich gehe da durch, dann haben wir da in der Skulpturenausstellung, haben wir da Rebecca Horn, die wir gezeigt haben, dann haben wir da einen Crack, vier, fünf Arbeiten von Künstlern, die wir alle am Purple Parks haben.

Und da ist die Frage, was heißt das denn noch Hochkultur, ja? Das heißt, was wir hier kreieren, ist Kunst für Menschen und es gibt nur ein Parameter und es ist Qualität. Es ist Qualität. Also das heißt, sie werden kein Kunstwerk finden, das irgendwo in der Qualität unten durchfällt. Also wo irgendwer auf die Idee, kommen könnte, die Frage zu stellen, ist das Kunst? Natürlich könnte irgendwer fragen, ist das Kunst, aber das ist dann jemand, der die Annäherung noch braucht und die Auseinandersetzung braucht Aber jeder, der sich irgendwie mal beschäftigt hat mit einer Idee.

Von Kunst. Der wird wissen, das ist Kunst und das ist keine Dekoration und es ist eben auch nicht und auch da gab's ja mal Missverständnis. Ich bin immer gefragt worden, ja und hast du denn dann die Arbeiten bauen lassen, um diese Gegend zu erklären und die eigene dort zu erklären? Nein, es war nicht so, ja, sondern es waren Arbeit, die aus dem Künstler, aus der Künstlerin heraus entstanden sind, und die wir gefunden haben, ja und die wir in dieser Art und Weise, wie wir es getan haben, zusammengebaut haben.

Und es gibt wenige Ausnahmen und das heißt, eine Ausnahme ist diese wunderbare Arbeit zwei ineinander gewobene von Olaf Holzapfel. Ja genau, die Trianulation. Und Olaf kommt aus Dresden ursprünglich. Und war mit den Eltern hier in der Region unterwegs und hat diese großen Vermessungstürme schon als Kind erfahren. Also das heißt, sein System geht ja und das hat er bei der vorletzten Dokumente, an der er beteiligt war, zum Thema gemacht. Da geht es äh um das ähm, Vermessungstechnik in Dresden im 19. Jahrhundert und über den Vermessungspunkten hatten in Teilen eben auch, an diesem Ort Dietersdorfer Höhe, da ganz in der Nähe, wo wir jetzt sind, es gibt baut's ein Turm über den Vermessungspunkt, um den in der Perspektive nach oben zu verlängern.

Und diese Idee hat er aufgegriffen und hat daraus eine Arbeit gebaut, aber das war eben seine Idee. Also das heißt, er hätte. Ich wollte eigentlich so ein Haus von ihm, wie er's in der Schweiz gebaut hat, so ein großes Fachwerk-Kreuz-Haus und dann waren wir da aber unterwegs und dann sagt er, nee, lass mal und das heißt, natürlich sind die Arbeiten dann im Prozess in Teilen in der Reflexion dessen, was wir dort gesehen haben, zustande gekommen, aber am Anfang war's erstmal so und das gilt für siebzig Prozent, sage ich mal, dass wir Arbeiten hatten, die es gab, weil ich die wie gesagt vorstellen musste. Eine ganz wunderbare Arbeit findet sich in Lichtenau von Frank Maibier.

Und das sind acht übereinander gestapelte, quadratische Gruben, könnte man sagen, aus farbig lackierten Zäunen. Und von dort aus gucke ich dann in die Landschaft und sehe die Arbeit von Daniel hier in, Chemnitz diesen Schornstein sieben Farben für einen Schornstein. Das nimmt diese Idee auf, aber was wesentlicher ist, Bin als Kurator, das heißt ja für die anderen sorgt, ne, Corare sagen so mit dem Frank Maibia durch diesen Ort Lichtenau gefahren und dieser Ort Lichtenau besteht aus acht eingemeindeten Teilen.

Und die haben sehr unterschiedlichen Charakter, sind in Teilen dörflichen Teilen waren nicht städtisch und dieser Ort hat wie andere auch kein Zentrum. Und dann sind wir da rum und haben gemeinsam überlegt, wie kann denn eine Arbeit aussehen? Also es war mal eine Aufgabenstellung. Ich möchte eine Arbeit, die der Kommune Identität gibt dahingehend, dass du zusammenbringst, diese acht unterschiedlichen Ortsteile.

Und irgendwann sagt er, schau mal, wir haben überall aus DDR-Zeiten, haben das alle gemacht, handgeschmiedeten Zäune. Diese Gartenzäune, Balkonzäune, so und das hatte dann zum Thema genommen, weil diese gab es in allen acht Ortsteilen und hat daraus diese wunderbare, große Arbeit gebaut, Und dann war gemeinsam mit dem Bürgermeister dort die Frage, wo stellen wir das hin? Und dann haben wir ganz schlecht gesagt, die Kunst gibt Diese Stadt Lichtenau ein neues Zentrum, nämlich dort wo nix ist und da haben wir sie am Ortseingang, aufgestellt und am Rande eines Parkplatzes auf dem Lastwagen parken des Gegenübers ein Unternehmen ähm müssen immer große Fahrzeuge raus.

Die Arbeit nimmt dort aber auf die Landschaft, ne? So und das heißt, von der Arbeit aus wird erweitert die Perspektive des Orts in die Landschaft. Du guckst nach Chemnitz, du guckst Augustusburg, also ein anderer Ort. Und das ist eine Arbeit, die eben entstanden ist ausm Reflex dessen, was wir dort gesehen haben und erlebt haben und was der Künstler für notwendig hielt. Das ist sein Job Das zu tun, was er für zwingend notwendig hält. Das ist eine Sache, da mische ich mich dann auch nicht mehr an. So und bei einem anderen Vorschlag gemacht hätte, hätte ich einen anderen Vorschlag.

Gesetzt. So und das ist eben auch entstanden, diese Möglichkeit miteinander zu arbeiten im Prozess. Das bis hin zu James Terrell, der für die Arbeit in Oelsnitz Sachen programmiert hat, die er bis dahin noch nie programmiert hatte. Troposkop Teile alle fünf Minuten, also das heißt, es gibt immer fünf Minuten ruhige Bilder, also wo sich die Farben abwechseln und du es in diesem Farbfell stehst und nicht verlierst und dann kommt ein Aufreger.

Und das ist ein Kommentar natürlich auf diese Geschichte, die es dort gab. Die ist nicht ruhig Wir gehen nicht her und sagen, okay, das ist jetzt alles beruhigt. Nein. Das war aber seine Idee. Also das heißt, es gibt, natürlich dazu über die KI äh neue Möglichkeit von Programmiersprachen. Damit konnten die etwas produzieren, was bis dahin noch nicht produziert haben, aber das ist dort ganz bewusst in diese Situation eingesetzt. Und wenn es nicht bewusst in die Situation eingesetzt ist, dann hilft uns jetzt die Kunstgeschichte zu erklären, aber ja, das ist neu, Und das ist eingesetzt im Hinblick auf die Geschichte, die wir dort haben und die Geschichte, die die Menschen erlebt haben. Das ist nicht alle paar Jahre durchrüttelt

Ja? Was verbindet ihr mit Leichtigkeit? Gewisse Unbeschwertheit. Ja, ein Unbeschwerter Umgang mit den Dingen und die Leichtigkeit des Seins, auf alle Lebensbereiche. Kann man das äh sich beziehen, ne? Was ist Leichtigkeit im Leben, indem man vielleicht nicht auch alles, was schwer ist, so schwer nimmt Das ist für mich zwar auch eine eher eine Form der Gelassenheit, aber auch das hängt für mich mit Leichtigkeit zusammen, aber auch Leichtigkeit etwas zu verstehen, wie man miteinander umgeht. Auch das äh ist für mich Leichtigkeit, ja, die Leichtigkeit auf dem Körper ist.

Dass wir insgesamt dort eine Sprache sprechen, dass es verständlich ist, sowohl für den Kunstbeflissenen, aber eben auch für alle Menschen, die vielleicht nicht so dieses ganz große Kunstinteresse haben und das ist auch eine gewisse Leichtigkeit, die der mitbringt. Eine Leichtigkeit ist, dass man auf diesem Weg jetzt die Region entdecken kann.

Und eine gewisse Leichtigkeit äh springt jetzt auch für mich in dieser ganzen Repräsentation der gesamten Regionen mit und, Ja, so kann man das, glaube ich, auf alles und jedes Thema runterbrechen. Also die Leichtigkeit des Power Paars ist für mich tatsächlich, dass auf diese wunderbare Weise eben diese Verbindung herrscht.

Und das für die Menschen leicht zu erleben ist. Der Kurator sieht es natürlich aus seiner künstlerischen Bürgermeisterin und sehe ja viele Dinge relativ praktisch und auch pragmatisch und versucht dort immer auch das zu erkennen, was ist jetzt wichtig, was ist, dort auch förderlich äh für das gesellschaftliche Miteinander und das kann man hier ganz klar sagen, dass das also ein Stück weit uns vorangebracht hat vor allem auch in der Außenwirksamkeit der Region, aber auch so im Inneren miteinander. Na ja, spielen ist leicht, ne? Auch. Ja? Also wenn du spielen darfst entwickelt sich eine ganz bestimmte Leichtigkeit. Ein Künstler, Künstlerin arbeitet in der Regel.

Gute Künste, gute Künstlerinnen, nicht aus einer Leichtigkeit heraus, aber aus einer Schwere heraus, also das heißt ein guter Kunst, der macht Kunst, weil er Kunst machen muss oder damit irgendwo ein Problem löst. Für sich, Was wir dann haben an Kunstwerk, an Idee, an Form, das hat diese Schwere verloren, ne? Das ist ja wie ein Prozess des Katholisierens.

Na ja und wir haben das doch mit großer Leichtigkeit aufgebaut äh Menschen beobachtet. Also ich war zum Beispiel mit Kuratorinnen aus Berlin unterwegs, in Vorbereitung dieses Projekts, das wir gemacht haben mit dem Institut für Auslandsbeziehungen und die waren plötzlich ganz verzaubert. Mhm. Und sagt, Mensch, das ist so schön hier und das ist so einfach. Ja, du kannst von Ort zu Ort und hast überall schöne Sachen, Kunst und hast eben nicht nur die zeitgünstige Kunst und so und dann steht so eine Leichtigkeit, ja?

Und ich denke, dass der PUP Pass schon geprägt ist, der bei allen Schwierigkeiten, die das gemacht hat, das zu produzieren, Ein Gefühl von Leichtigkeit mitteilt, Für mich persönlich entsteht Leichtigkeit, wenn ich ausgeschlafen bin, irgendwo über eine grüne Wiese da auf. Und aufm iPod eine ganz bestimmte Musik höre, die ich jetzt dicht verrate. Ja. Da entsteht können auch dran arbeiten. Können auch unterschiedliche Musiken sein.

Nein, also Leichtigkeit beim guten Essen, wenn wenn ich nicht zu viel esse, der kann Leichtigkeit entstehen. Und ja, ich glaube, wir haben gemeinsam hier was generiert, geschaffen, geschaffen, schöner. Dass eben auch so einen leichteren Aspekt hier in einer eigentlich schwer gebeutelten Region. Mitteilt durch meine ist ja grad nicht besser geworden, also wenn sie sehen, was in Chemnitz, an Kaufhäusern, an Läden, an sonst was leer steht, großes Hotel hat's zugemacht et cetera. Das ist ja nicht easy. Aber wir haben die Krise ja nicht nur hier.

Wir haben die Krise überall und deswegen bin ich unendlich dankbar, dass diese Purple Pars in dieser Art und Weise eben nicht nur von vielen Leuten, getragen wurde und geschaffen werden konnte, sondern natürlich auch das Geld vorhanden war, das zu machen. Das ist ja, eigentlich ungeheuerlich in solchen Zeiten.

So viel Geld zur Verfügung zu stellen, so viel Mittel für Kunst? Das muss man vielleicht doch mal an dieser Stelle erwähnen, dass dort vom Bund, aber auch vor allem auch vom Freistaat Sachsen dort, die Kulturhauptstadt schon sehr unterstützt wurde. Wurde ähm das ist auch nicht schon wieder weg von der Leichtigkeit. Vielleicht hätte ich aber die Leichtigkeit wäre auch ohne diese Unterstützung möglich gemacht. Also ich denke, wir haben ein Ergebnis, das Leichtigkeit reflekt in dem Moment, in dem man sich drauf einlässt. Ja, also wenn das Wetter jetzt noch schöner wird und fährst du da rum und dann, guckst du das an und dann erfährst du Geschichten, dann gehst du in so ein kleines Museum, dann hörst du in Braunsdorf in diese Schauweberei die Maschinenrattern, die sie für dich anstellen, dann gehst du, werden wir grad nach Flöha, wo sie in einer.

Textilfabrik neun Stadtkernen bauen, ja und hast da so eine wunderbare Ausstellung über die Spinner, Spinnerei, über die genialen Spinner, die dort was entwickelt haben und gearbeitet haben und dann, gehst du raus und bist im Bahnhof und gehst bei einem Syrer Migranten, Freund von uns, dem dieser Bahnhof gehört, den wir zum Kunstbahnhof, gemeinsam mit der Kommune dort umbauen konnten, gehst du so, äh syrisches Reisgericht essen und dann entsteht so eine ganz bestimmte Leichtigkeit durchaus auch aus unterschiedlichen kulturellen Eindrücken und so eine Mischung.

Ja du erlebst, dass es jetzt möglich, ja? Dann greife ich das jetzt auf Bedanke mich bei euch ganz herzlich, dass ihr so wunderbar miteinander gespielt habt wie ein Ping Pong-Ball, hat es ja eine Dynamik aufgenommen, die durchaus auch ein Geschenk für meinen Podcast ist. Na ja, man merkt einfach, dass wir, doch gemeinsam arbeiten und nicht nur das.

Empfinden Freunde geworden sind spürt man vielleicht, ja. Ja, ich habe den Eindruck, dass eigentlich das Thema, über das wir die ganze Zeit gesprochen haben Wie baut man Identität auf? Wie macht man Gemeinschaft sichtbar? Wie wächst man zusammen, dass ihr das grade perfekt eigentlich gespielt habt? Eure Interaktion miteinander, euer Miteinander, aufeinander eingehen. Das hat mich unheimlich bereichert und ich danke euch ganz herzlich für die Zeit, die ihr euch genommen habt, so dass wir den Purple Path ein Stück weit besser kennenlernen konnten. Vielen Dank. Vielen Dank. Das haben wir heute doch mit einer gewissen Leichtigkeit, Glück auf!

Glück auf! Man kann begrüßen sich damit, aber man kann auch das zum Abschied sagen. Dem Himmel? Na dann, Glück auf. Glück auf. Bis dann.

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