Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 226

Sotheby's München - Bettina Beckert

Freitag, 15. November 2024 · 33 min

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Shownotes

Mit dieser Sotheby’s Short Story erhalten wir dank Bettina Beckert (sothebys.com/en/about/locations/munich?fbclid=…) Head of Sotheby’s München sowie Spezialisten für Modern & Contemporary Art einen kurzen wie anschaulichen Einblick in den Sotheby’s Kunst- und Kulturstandort München – selbstverständlich lernen wir mit dieser Folge auch Bettina Beckert und ihre ersten Berührungen mit der Kunst näher kennen.

Weitere Gespräche aus der Reihe Sotheby’s (dieleichtigkeitderkunst.de/?s=Sotheby%27s)

GOOD TO KNOW!

GAST: Bettina Beckert (instagram.com/bettinabeckert)

Zu hören über die Website www.dieleichtigkeitderkunst.de und auch über alle gängigen Podcastplattformen wie z..B Spotify, YouTube oder Apple Podcast

KOLLABORATION: Herzlichen Dank an Sotheby’s (sothebys.com/de/über/adressen/cologne) Deutschland für diese tolle Zusammenarbeit.

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Music. Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast die Leichtigkeit der, in Kollaboration mit Salabes. Der weltweit führenden Adresse für Kunst und Luxus. Mein Name ist Claudia Linzel und ich freue mich, hier auf spannende Menschen der deutschsprachigen Kunst und Kulturszene zu treffen. Dieser Sutherbeach Shorts Story erhalten wir dank Bettina Beckert Head of Saturbeate München sowie Spezialistin für Modern and Contemporary Art, einen kurzen wie anschaulichen Einblick in den Saturbes Kunst und Kulturstandort München.

Viel Freude beim Hören und du, liebe Bettina, verrate mir doch deine ersten Begegnungen mit, Kunst. Vielen Dank, liebe Claudia, auch für die Einladung. Ja, meine ersten Berührungen mit der Kunst waren, In meiner Kindheit, ich bin in Langenhagen am Bodensee aufgewachsen und bin mit meinen Eltern am Wochenende.

Oft in ein kleines Auktionshaus in Lindau gefahren und dort war ich einfach begeistert von der Vielzahl der Objekte. Äh es war ein viel Spatenhaus, es ging los bei alten Möbeln, asiatische Kunst, aber auch natürlich gemälde Zeichnungen und Druckgrafik und. Ja, ich habe immer gedacht, das muss doch total spannend sein, sich den ganzen Tag mit diesen wunderbaren Dingen zu beschäftigen.

Hast du da schon gemerkt, mir gefallen die asiatischen Möbel besonders gut oder der Schmuck oder vielleicht die Gemälde? Ja, also mein Herz schlägt für die Gemälde. Die Möbel haben's mir nicht so angetan, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich habe auch meinen Flohbiss bekommen als ich, als ich später bei einem Praktikum in diesem Auktionshaus ein Gemälde über ein altes Sofa aufgehängt habe Bitte habe ich dann gespürt, das war wohl, Ein Mitbringsel von diesem alten Sofa. Das ist, glaube ich, das Lustigste, was ich je gehört habe. Also es war mir schon früh klar, dass es in, die moderne Richtung gehen soll, also das zwanzig. Jahrhundert, Haben deine Eltern gerne geboten? Nein, meine Eltern haben eigentlich nur geschaut und ich habe auch geschaut und ja, es war einfach immer ein sehr schöner Ausflug und sehr bereichernd, was man alles entdecken konnte und

Jeder hat so seine Schätzchen vorgestellt. Die Spannung dann beim Steigern kam später kam später tatsächlich, ja. Gab es neben den Besuchen im Auktionshaus auch noch andere Berührungspunkte, vielleicht auch durch bestimmte Persönlichkeiten, die dich Bestärkt haben, ist ja ein touristischer Ort am Bodensee. Da gibt's äh Sommerkonzerte unter Salzburger Leitung und da habe ich Künstlerbetreuung gemacht. Also die Künstler vom Bahnhof abgeholt.

Zum Hotel gebracht, aber dann auch zum Konzertsaal. Ich habe Noten umge ihnen den Blumenstrauß hinterher in die Hand gedrückt und im Museum habe ich auch immer mitgeholfen, Ja und das waren einfach immer sehr schöne persönliche Begegnungen mit Künstlerpersönlichkeiten, wo ich einfach auch gemerkt habe, ja, das Zwischenmenschliche neben der Kunst ist auch ein ganz wichtiger Faktor für mich. Was hast du aus der Zeit mitgenommen mit den Künstler Begegnungen. Ja, mich hat fasziniert, wie die Künstler, ja wie offen sie sind, aber auch dann, wenn's um den Auftritt geht, wie konzentriert auf den Punkt des Dasein, des Präsenzsein, das fand ich sehr spannend und auch den internationalen Austausch, aber auch, dass es Menschen sind, manchmal schräge Vögel.

Manchmal ganz dringende Persönlichkeiten und das fand ich eigentlich sehr faszinierend, dieses Oszillieren, ja, einfach die Gespräche und die Begegnungen die wir da hatten und ja das hat mich auf jeden Fall sehr bereichert und ich bin ja noch in Zeiten ohne Internet aufgewachsen. Ich auch. Das war ja auch so ähm, Schritt nach außen, Schritt weg vom Bodensee, weiter über den Tellerrand blicken. Das hat mir große Freude gemacht. In deiner Heimat gab es doch ein Künstler, der dich besonders geprägt hat, oder? Ja, das Hans Purmann, der hat mich immer natürlich persönlich sehr angesprochen. Erzähl mir doch, zwei, drei Sätze zu Hans. Ja, Hans Puhmann ist zum Studium, Paris gegangen und hat eben bei Henri Mattis studiert, kamen dann zurück und hat auch ähm

Bodensee eben gelebt in langen Augen und hat ein wunderbares geschaffen mit Stillleben, die vor allem gekennzeichnet sind durch diese mattistische Farbigkeit, sage ich mal und einem ganz charakteristischen, dunklen Strich. Später ist er dann ins Thessin. Und ja mit diesen Werken konnte ich mich einfach immer identifizieren, einfach auch weil das so ein Art Heimatgefühl widergespiegelt hat und Hat mich unglaublich angesprochen und ich wollte dann später auch meine Magisterarbeit über ihn schreiben. Tatsächlich hat sich dann aber herausgestellt, dass in meinem Studiengang, jemand aus der Familie Purmann war und Und die hat natürlich auch über Pomann geschrieben und dann habe ich mir ein anderes Thema gesucht. Aber nichtsdestotrotz er ist wirklich auch,

ein Künstler, der mich immer noch berührt und, Das sind Bilder ich wirklich mir nach wie vor sehr gern anschaue. Und dann bist du nach München gekommen. Genau, da war ich in München Kunstgeschichte studiert, eben auch ein ganz klassischer Weg. Und im vierten Semester habe ich beschlossen, ich muss jetzt das auch noch mal vertiefen. Also ich habe natürlich am Anfang ganz klassisch ein Praktikum in diesem Lindauer Auktionshaus gemacht. Das war sehr spannend und das hat mich dann natürlich weiterhin bestärkt und ich habe von vornherein eigentlich diesen Weg auch, in der Wahl von den Seminaren und Übungen und Vorlesungen eigentlich verfolgt der modernen und zeitgenössischen Kunst und bin dann hier in einem sehr großen Münchner Auktionshaus bei Ketterer

Kunst bin ich gelandet in der Prienerstraße noch und habe da auch als Aushilfe angefangen und kann mich eben auch sehr gut Erinnerungen an Begegnungen mit großen Kunstherren lernen Herr Kasch, Harry Schlichtenmeier, Professor Leopold, der dort oft auch zu Besuch war, Und auch der Austausch mit den Profis, aber auch mit den ganz normalen, In Anführungszeichen normalen Privatsammlerinnen und Sammlern ist eine große Freude. Warum hast du dich entschieden, Kunstgeschichte zu studieren?

Ja, also es war die Möglichkeit, entweder Kulturwirtschaft in Passau, aber dann habe ich gedacht, na ja, also ich, Konzentriere mich doch ganz auf die Kunst. Ursprünglich habe ich ein naturwissenschaftliches Gymnasium besucht, wollte eigentlich immer Apothekerin werden, aber das war mir klar, trotz Chemie LK, ich gehe, nicht in die naturwissenschaftliche Richtung, sondern in die Kunstwissenschaft.

Und habe dann mich entschlossen, wirklich das volle Programm zu machen und Kunstgeschichte zu studieren. Habe an die LMU nach München. Genau. Die Kunst war immer so meine Leidenschaft, auch die Musik und ja, ich habe mich dann getraut, diesem Ruf zu folgen und 91 habe ich da angefangen äh mit den Nebenfächer englische Literaturwissenschaft und neuere Geschichte. War furchtbar traurig, dass ich mich nicht hundertprozentig der Kunstgeschichte widmen konnte, aber, Ja, so ist es eben.

Worum ging denn da deine Magisterarbeit? Meine Magisterarbeit ging über Alfred kam. Oh wer ist denn das? Ist ein österreichischer Künstler, Bildhauf vor allem. Und der hat ein Grafikzyklus zur französischen Revolution gemacht und da habe ich sozusagen meine beiden Studiengänge neuere Geschichte und Kunstgeschichte kombiniert, war auch bei ihm öfters in Wien hörte ein Staatsatelier im noch, Und habe ihn besucht und konnte ihn interviewen und das war auch, ja, war gut. Vor allem der ging auch über hat seine eigene Geschichtsinterpretation gemacht.

Also äh der Marar wurde ja von Charlotte Cordell ermordet und er hat sehr erotische Bilder auch dazu gestaltet oder arbeiten. Also äh es ging um die Beziehung zwischen Mann und Frau und seine persönliche Interpretation und ich habe gedacht, ich brauche auch ein Thema, das mich ein bissel interessiert und bei der Stange hält und deshalb, Viel Spaß gemacht. Das könnte ich mir vorstellen. Und dann hast du deine Magisterarbeit in den Händen gehalten.

Dann ist es dir ja jetzt nicht wie vielen anderen Kunsthistorikern ergangen und erst mal überlegt, was mache ich oder wie war das bei dir? Ja, ich habe schon während des Studiums meine Arbeit im Auktionshaus aufgenommen, Tatsächlich haben alle meine Kommilitoninnen und Kommilitonen, München ist ja ein teures Pflaster, auch hauptsächlich in Kleidungsgeschäften gearbeitet und das wollte ich nie. Und dann habe ich gesagt, okay ich gehe jetzt und suche mir eine Stelle im Auktionshaus und bin einfach losmarschiert und habe gesagt, da bin ich und das hat auch funktioniert. Ach so geht das.

Ja und so habe ich schon ähm während des Studiums dort angefangen in einem großen Münchner Haus. Dann auch natürlich gleich nachdem ich meinen Magisterzeugnis in der Hand hatte, einen Tag später dort angefangen zu arbeiten. Da warst du viele Jahre, ne? Viele Jahre, ja und dann, ja, weil mein Herz auch wirklich sehr für die zeitgenössische Kunst schlägt, weil zeitgenössische Kunst ist ja wirklich für uns auch ein Seismograph, ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, aber auch der Themen, die uns wirklich bewegen und ich habe dann die Möglichkeit, Bekommen in Ravensburg bei der Columbus Art Foundation zu arbeiten als Kuratorin, Das ist eine Foundation, die es heute leider nicht mehr in der Form gibt, aber die sich vor allem den Künstlerinnen und Künstlern in den ersten Jahren der Professionalität widmet.

Mit einer großen Ausstellungshalle 1000 Quadratmeter galt's da zu bespielen. Und das war wirklich eine wunderbare Aufgabe, ja. Ist ja im Prinzip wieder ein erster Schlopp als Schülerin gewesen. Wieder ein bisschen Künstlerbetreuung und genau, also man hat natürlich mit den zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern die Ausstellungen zu gestalten.

Ja, das ist auch ja ein großer Dialog, Konzepte sich zu überlegen. Wir hatten ein wunderbares Kinderprogramm, das ich mit einem Kunsterzieher auf die Beine gestellt habe, aber auch ein Kinoprogramm, in Zusammenarbeit mit einem Off-Kino in Friedrichshafen. Äh wir haben immer die Lieblingsfilme der Künstlerinnen und Künstler gezeigt. Das war sehr abwechslungsreich von, Letzten Tage in Marienbad bis Planet der Affen. Also da war alles dabei. Erinnerst du dich denn an einen Künstler oder eine Künstlerin noch besonders oder taucht sie vielleicht heute noch mal in deinem Leben auf? Ja, absolut, also, Ein Künstler Wolfgang Flat, der wirklich äh auch eine sehr schöne Karriere gemacht hat und in vielen internationalen Sammlungen vertreten ist. Das sind erste Ausstellungen habe ich tatsächlich in Ravens

gemacht und erinnere mich noch wirklich an die Begegnung in seinem Atelier. Und da freue ich mich natürlich schon sehr. Mhm. War für dich schon immer klar, dass du in den Kunstmarkt einsteigen möchtest? Ja, das war mir eigentlich immer klar, vor allem eben, weil das so ein, unglaublich breites Feld ist, also neben jetzt der Konzentration vielleicht auch das 20. und 21. Jahrhundert habe ich ja auch in den Auktionshäusern gemerkt, es eben es gibt Design, es gibt Jugendstil, es gibt die Oldmasters Möbel, alles. Es ist ja wie ein weiß nicht, wie ein Paradiesgarten und äh ja Das hat mich eigentlich immer speziell interessiert auch in die anderen Gebiete reinzuschnuppern und es ist jetzt bei Saddher Beats natürlich für mich eigentlich die Erfüllung, weil als Head of Office,

Bin ich natürlich mit den ganzen Fachgebieten betreut. Natürlich kontaktiere ich da die Expertinnen und Experten, aber erstmal geht ja die Anfrage an unser Münchener Büro und da darf ich auch in die anderen Gebiete reinschnuppern. Warum hat dich denn Modern and Contemporary Art so fasziniert? Das hat mich besonders interessiert, weil's ja im Prinzip, also wenn man jetzt die.

Gegenwartskunst nehmen eigentlich unsere Kunst der Zeit ist einfach, Was sind die Themen, die uns momentan gesellschaftlich bewegen? Was sind die Strömungen? Also einfach das, was in der Gegenwartskunst thematisiert wird, und die Gegenwartskunst ist ja ganz klar aufbauend auch aufm 2. Jahrhundert auf der äh klassischen Moderne und Deshalb hat mich das eigentlich immer besonders interessiert und ihr auch in München haben wir natürlich mit dem blauen Reiter einfach auch ein unglaubliches Glück, dass wir hier so tolle Künstlerinnen und Künstler vor Ort hatten, die hier gearbeitet haben und auch in den Museen entsprechend die Sammlungen, vorhanden sind, ja. Die moderne Kunst, die ist nämlich eine Einladung, das habe ich mich nicht erfunden, das habe ich von Jean Christoph Aman gehört, diesem.

Noch als Studentin bei einer Podiumsdiskussion kennengelernt habe und er meinte Die moderne Kunst ist eine Einladung, da kann man folgen oder nicht und das finde ich einfach ein wunderbares Sinnbild, das benutze ich, Eigentlich ganz oft, seit ich das gehört habe, also. Weil es ist einfach so. Du kannst dem folgen und dich drauf einlassen und eine gute Zeit haben, aber du musst es nicht.

Und ich lade auch jeden nur ein, das für sich zu entdecken. Danke schön. Und jetzt ist deine Heimat München. Arbeitest seit 2021 bei. Vorher warst du in einem anderen großen Auktionshaus tätig, aber inzwischen hast du ja auch noch eine spannende Karriere hingelegt nämlich als Journalistin. Ja, Journalistin war sozusagen noch mein zweites Standbein. Ich habe elf Jahre für die Redaktion Kunst und Kunstmarkt im Handelsblatt über die Münchner Auktionen aber auch Sammlerporträts geschrieben über die Optionen berichtet.

Das hat mir sehr viel Freude gemacht, auch noch mal meine Erlebnisse, in meine eigenen Worte zu fassen, Auch wenn wir da natürlich manchmal stundenlang feilt aber das war einfach diese Auseinandersetzung, nochmal am Schreibtisch auch später dann. Das hat mir hat mir sehr viel Freude gemacht. Noch ein, zwei, drei Anekdoten ein aus dieser Zeit, über die du, Du wirst wahrscheinlich über alles mit Freude geschrieben haben, aber die dir in so guter Erinnerung geblieben sind, dass du sie mir jetzt anvertrauen würdest? Ja, ich durfte ja auch einige äh.

Händlerkollegen porträtieren. B. Rüdiger Schöttle, das war ein entspannendes Interview den Sammler in München Harald Spengler mit seinem Verein Kunstpartarre. Das empfand ich ja auch als große Bereicherung. Und Mona Hatum bei Ingrid Götz. Mit ihr habe ich gesprochen, mit Thomas Ruff auch natürlich viele Künstler.

Begegnungen. Ja, doch es war war auch eine eine sehr schöne abwechslungsreiche Zeit, und damit hat sich der Kreis für mich auch geschlossen, weil nach meinem ersten Auktionshausdebüt habe ich zwei Jahre für eine, Private Sammlung, Firmensammlung in Ravensburg gearbeitet, Kolumbusart-Foundation, die es leider in der Form heute nicht mehr gibt. Es war ein Projekt für, ganz zeitgenössische Künstler in den ersten Berufsjahren Unterstützung durch Ankäufe, durch einen Katalog, aber auch durch Ausstellungen.

Dann bin ich weitergezogen in den Galeriebereich zur Galerie Thomas, für die ich neun Jahre gearbeitet habe und da natürlich auch auf den ganzen Messen unterwegs war und dann zurück, ins Auktionswesen. Warum? Ja weil einfach dafür mein Herz schlägt und ich dafür brenne, ja? Weil das ist, jeden Tag was Neues, jeden Tag lerne ich was dazu, wo wo gibt's denn sowas schon mal auch? Der Austausch mit den Menschen, natürlich die Kunstwerke, die, Im Vordergrund stehen, wobei wir natürlich oft nichts jetzt wie die.

Museumskolleginnen und Kollegen die Möglichkeit haben uns intensiv mit den Werken zu beschäftigen. Neben den Kunstwerken ist es natürlich vor allem der persönliche Austausch mit den Menschen. Ganz intim. Man begegnet ja Menschen auf einer sehr persönlichen Ebene, wenn's um Kunst geht. Du hast ja auch lange bei der Galerie Thomas gearbeitet. Mhm. Hast du dich da auch um die Künstlerförderung oder Künstlerbegleitung gekümmert?

Nee, da war ich tatsächlich mehr im Verkauf, aber auch in Mitorganisationen von Ausstellungen einig. Große Ausstellung war zum Beispiel Edward MUnk und Ernst Ludwig Kirchner im Dialog und da habe ich mit dem Kurator das zusammen, auch unter anderen Kolleginnen und Kollegen auf die Beine gestellt. Was war ich da wichtig? Ja, es war natürlich der besondere Umgang mit Farbe, Komposition, überhaupt diese ganze künstlerische Freiheit, die sowohl Munk wie auch Kirchner besonders auszeichnen, die kam in der Ausstellung auf jeden Fall im Dialog auch raus, Und dann kam irgendwann, ich vermute der Anruf von Saturbes. Liebe Bettina, komm zu uns oder wie war das? Ja, tatsächlich so war das. Och.

Wie hat sich das angefühlt, als dieser Anruf kam? Ja, ich habe mich natürlich auf jeden Fall riesig gefreut und ich habe sofort eigentlich zugesagt, ja, weil für mich sich natürlich in so einem Haus wie bei uns auch noch mal ganz andere Möglichkeiten auftun, als dass ich einfach viel mehr noch über andere Gebiete lernen kann. Also Ich lerne sehr gerne und sehr viel und finde das ganz wunderbar von meinen Kolleginnen und Kollegen, ja einfach zu lernen und den Horizont zu öffnen. Gefällt dir da spontanen Beispiel ein? Ja also im März war mein Kollege aus Paris, der Christian Bouwe, Head of Asian Art.

Der war hier und hat eine Masterclass abends bei uns in der Münchner Repräsentanz gehalten. Das heißt, er hat über. Asiatisches Porzellan, aber auch über vietnamesische Malerei referiert, sehr kurzweilig. Und ich hätte die Gelegenheit, mit ihm Kundenbesuche zu machen und das war unglaublich spannend. Also er hat ein sehr großes Wissen, dass er auch, wirklich großzügig teilt mit anderen und ich konnte noch so doofe Fragen stellen. Er hat sie mir alle beantwortet und, Am Ende des Tages hätte ich ein Gefühl, schon einen kleinen Einblick in seine Arbeit bekommen zu haben oder auch vielleicht eine kleine Ahnung auch, wie man Qualität in der asiatischen Kunst erfassen kann und war dann so begeistert und hat mir gleich meinen ganzen Berg von Katalogen bestellt, damit ich.

Vielleicht in meinem zweiten Lebensspezialistin für asiatische Kunst werden kann, kannst du mir als Laien einen kleinen Tipp geben, worauf ich achten könnte bei asiatischer etwas, was dir haften geblieben ist na, das fällt zu vermessen, aber tatsächlich, wenn man sich schon, Porzellan immer gegenüberstellt und einfach mal die Malerei vergleicht. Also jetzt mal ein ganz tolles Stück, was vielleicht auch eine großen Sammlung ist ein British Museum oder wo auch immer und ein anderes, da kann man schon selber für sich sehen, wie ist die Malerei ausgeführt, Wie ist die Form, Ja, man muss einfach schauen. Satte Beats in München, wunderschön gelegen hier am Hofgarten, Schumannsdirekt unter uns. Was macht euren Standort so besonders?

Neben der Lage und dir natürlich. Ja, wir sind ja der älteste Standort Mhm. Von Santa Peace seit 1969 gibt's uns in Deutschland und speziell eben München äh war der erste Standort, der eröffnet wurde. Und wir sitzen hier im Basargebäude. Es gehört ja zum ganzen Hofgarten und Residenzenble, ein Glänzebau.

Also wirklich in der prominenten Lage in München mein Blick, Raus ausm Büro, ist Richtung Ludwigstraße, nach hinten haben wir den Hofgarten, also ganz wunderbar zentral und natürlich fühle ich mich besonders geehrt, dass ich diese Repräsentanz leiten darf und Bin einfach glücklich, weil wir hier ein sehr großartiges Publikum haben, Junge Sammlerinnen und Sammler, aber auch natürlich ein etabliertes Publikum und wir können hier auch ausm Vollen schöpfen. Wir haben, Wunderbare Sammlungen mit Altmeistern, Uhrensammlungen, Juwelen, aber auch bis ins ganz zeitgenössische und ja, wir veranstalten ja auch regelmäßig unsere Schätztage. Da kommen die Kolleginnen und Kollegen nach München und schauen sich die Präziosen der

hier entweder bei uns am Odeonsplatz vor Ort an oder wir machen auch, Hausbesuche und das sind immer wirklich besondere Highlights auch für mich im Jahr, weil ich natürlich auch von den Kollegen und Kolleginnen wieder viel lernen kann. Äh es geht manchmal zu wie ein Taubenschlag, aber es macht sehr große Freude, ja? Das sind auch, Tage oder diese Begegnungen, die für mich sozusagen das Antriebsmittel sind und meinen Motor am Laufen halten.

Wir hatten das Glück, bei einer sehr schönen Sammlung zu sein und, Ich konnte so viele Sachen entdecken und die Kolleginnen und Kollegen sind ja auch großzügig mit ihrem Wissen, an dem sie mich teilhaben lassen und das war ganz besonderer Tag für mich. Ich habe gleich dann ganz viele Kataloge gestellt, Also den Eindruck habe ich auch. Jetzt durfte ich ja schon in den ein oder anderen Standort einmal Einblick erhalten und habe auch das Gefühl, so wie du es sagst, dass eine unfassbare Großzügigkeit in Teilen von Wissen herrscht und ein unheimlich nettes Miteinander im Team herrscht.

Ja, also der Austausch ist ja auch wirklich essentiell, weil wir besprechen ja auch die Preise im Team. Natürlich gibt's Kunstpreisdatenbanken, Den ersten Anhaltspunkt geben, unsere eigene Erfahrung, die Überprüfung des Zustandes, aber es ist ja trotzdem so ein Schätzpreis, den wir gestalten, ist ja auch ein Anhaltspunkt.

Doch auch eine individuelle Sache und umso wichtiger ist es sich auszutauschen, wie findest du die Arbeit? Was ist das Besondere, ja, Das macht doch viel mehr Freude, das gemeinsam zu machen. Abgesehen, Das ist auch professioneller ist. Mhm. Und ich liebe die Kombination zwischen Tradition und Moderne zwischen der Vergangenheit und dem Jetzt.

Ich finde, wir schlagen diesen Bogen ganz wunderbar in München. Und wir haben nicht nur diese große Tradition, die hinter uns steht, sondern auch wirklich viele Menschen, Die nach vorne denken in die Zukunft und ich finde, wir haben da einen unglaublich breites Spielfeld. Wir haben aus den Bereichen aus der Skulptur Schmuck, Uhren, wir haben das Beste aus allen Gebieten. Wir haben tolle Sammlungen in München, international aufgestellt sind, aber auch natürlich nicht nur in München, auch in Bayern.

Also wir haben so viele Möglichkeiten, wir haben eine wunderbare Museumslandschaft und ja München ist einfach ein großartiger Ort. Es bietet viel Lebensqualität und Tja, bekennt sich natürlich auch. Was zeichnet deinen Alltag aus, mein Arbeitsalltag ist total abwechslungsreich, ich weiß nicht, was mich morgens, erwartet, wenn ich ins Büro komme, abgesehen natürlich von ein paar festen Terminen, aber hängt's natürlich ganz davon ab, was ich für Anrufe bekomme, was ich für E-Mails bekomme. Wir machen ja den ganzen Service rund um unsere Auktionen.

Wenn du als Kundin einliefern möchtest, auch jetzt natürlich nicht nur in Köln, sondern auch in London oder Paris, New York, dann kannst du auf uns zukommen und wir erledigen das dann für dich und holen entsprechend die Angebote von den Expertinnen und Experten ein. Wir stehen aber auch rund um die Auktionen zur Verfügung.

Wenn du mitbeten möchtest, kannst du auch immer gerne auf uns zukommen, bei Anfragen zu Condition Reports. Zusätzlichen Fotos, also das ganze Programm rund um die Auktionen, da sind wir auch, Ansprechpartnerinnen vor Ort. Äh auch wenn du jetzt spezielle Kunstwerke suchst, weil wir haben ja auch unsere Private Sales. Das heißt, die Kunstwerke werden nicht in den öffentlichen Auktionen angeboten, sondern wir machen einen, Verkauf, der nur zwischen unseren Kunden und den Käufern bleibt. So das ist komplett anonym anonym und diskret abläuft.

Beschäftigst du dich auch mit Fragen zum Thema Provenienz das sind natürlich schon Fragen, die wir gleich zu Beginn auch stellen und wo wir genau hinschauen und untersuchen, aber wir haben eine sehr große Restitutionsabteilung auch und Provenienzforschungsabteilung. Bei Sathebes und die Kolleginnen und Kollegen sind dann natürlich meine ersten.

Noch erinnern. Also da gebe ich dann den Stab auch weiter. Und sag mal Sather Beats München. Eben hast du gesagt, es ist der älteste Standort schon seit den sechziger Jahren. Auktionen finden in München nicht statt. Ich meine, die gab's da aber mal, oder? Nein, wir konzentrieren uns ja auf unser wunderbares Palais Oppenheim in Köln, aber ich kann mich sehr gut erinnern. Tatsächlich hatten wir in den 90er-jahren auch Auktionen mit deutscher und österreichischer Kunst, 19. Jahrhundert vor allem und als Studentin war ich ja auch zu Besuch und es gab eine Oxonatorin. Das hat mich wahnsinnig gefreut, weil ich hatte viele Kommilitoninnen, Es gab immer viele Frauen in der Kunstgeschichte, aber auch dass eine Frau am Pult steht, das fand ich schon was Besonderes.

Und bietet ihr auch Abende an, wo unterschiedliche Repräsentanten, Spezialisten zu Wort kommen und, Über ein bestimmtes Thema reservieren. Also, wir veranstalten in München Lesungen, aber auch Talks und wir hätten jetzt jüngst einen Talk mit William Fahn. Den Berliner Modedesigner, auch über seine neue Schmuckkollektion und da finde ich eben einfach spannend, auch Wie jetzt zum Beispiel Modedesigner, woher kommt die Inspiration? Er lässt sich ja auch sehr von dem Dialog zwischen den beiden Welten, Inspirieren, also er ist ja so ein chinesischer Eltern, aber auch natürlich Europa.

Und es macht große Freude hier mit verschiedensten Menschen da im Austausch zu sein und es ist mir wichtig einfach auch, dass es wirklich auch ein Ort der Begegnung ist und das hört sich jetzt so lapidar an, aber, es geht auch drum, Menschen zu vernetzen, dass sie hier auch gute Gespräche haben und natürlich die Kunst entdecken. Also das ist mir ganz wichtig, weil Kunst ist ja auch immer Austausch.

Und an unserem Standort hier in München findest du nicht nur die klassische Kunstsparte, sondern wir freuen uns dann auch, dass wir unseren Kollegen Markus Görig von AM, San Piece Options. Hier neben uns haben als Nachbar wir sind glaube ich, das einzige Büro weltweit mit so einer engen, räumlichen Nachbarschaft. Der Kollege kümmert sich um Vintage Chaos und hat mit großem Erfolg schon zwei Auktionen hier in München veranstaltet, in der Motorworld, Und auch dieses Jahr den Concurur De Legends am Tegernsee.

Und würdest du mir verraten, ich meine, ich habe ja jetzt deine Handynummer. Wenn ich die nicht hätte, wie werde ich denn auf diese tollen Angebote, auf diese tollen Events, Veranstaltungen aufmerksam und. Ja, ich freue mich Über einen Anruf tatsächlich unter der Münchner Nummer oder über eine E-Mail. Ich wünsche mir ein offenes Haus mit viel Dialog und, Ohne Schwellenängste, die der ein oder andere vielleicht haben mag, bei uns zu Besuch zu kommen Gibt es Ausstellungen, die du uns jetzt hier in München besonders ans Herz legen möchtest?

Also eins meiner persönlichen Highlights und auf meiner Agenda ist die Ausstellung Party of Life im Brandhorst-Museum, Keith Haring und Andy Warhol im Dialog und Party of Life passt da ja wirklich sehr gut. Und du weißt, wir haben im Museum Brandhorst die größte Warholsammlung außerhalb Amerikas, also wir dürfen uns glücklich schätzen über diesen Schatz und es geht bei der Ausstellung um natürlich die verschiedensten, Facetten ihrer künstlerischen Tätigkeit, aber auch die privaten Verbindungen.

Und es soll alles beleuchtet werden, wie eben wieder titende auch sagt, Party of Life. Neben der Ausstellung Party of Life. Ist es besonders die Ausstellung in der alten Pinakothek über Rachel Roisch. Eine Künstlerin, von der ich persönlich noch viel zu wenig weiß und auf die ich mich wirklich sehr freue, weil ich da ganz bestimmt viele neue Entdeckungen machen kann, Und das ist natürlich auch großartig, dass Künstlerinnen wieder in den letzten Jahren in Fokus gelangt sind und einfach auch eine neue Aufmerksamkeit und Wertschätzung erfahren.

Ich bin in meinem Podcast ja immer ganz scharf darauf, etwas herauszufinden, was man über meinen Gast nicht im Internet findet. Was würdest du mir denn über dich verraten Zwei Herzen schlagen Achim meiner Brust. Nein, ich das ist etwas zu viel. Nein, also ich habe eine große Leidenschaft für die Natur. Mhm.

Steht glaube ich nirgends drin. Ich habe einen kleinen Schrebergarten. Ach Finger wenn ich nicht im Museum oder in Ausstellungen unterwegs bin, dass ich auch der Kunst im Garten zuschaue, wie die Pflanzen wachsen. Leider kann ich zu wenig Zeit drin verbringen und ich habe eine Schwäche von Modeschmuck, Auch wenn ich ihn jetzt nicht trage, ich habe eine kleine Sammlung mit Jakob Bengel und im Mai arbeiten.

Ganz streng geometrischen Emaille-Arbeiten und Die sammele ich mit großer Leidenschaft. Also bist du auch eine Sammlerin? Ich glaube, das muss man auch im Auktionswesen sein, oder um die Sammlerherzen zu verstehen. Ja, absolut, also das ist eigentlich auch das, was, unseren Beruf oder vielleicht ist es ja auch schon fast so ein bissel Berufung besonders macht, also Der Austausch mit den Menschen, mit den Sammlerinnen und Sammler und das ist wirklich auch der Motor neben natürlich den schönen Objekten, aber vor allem also dieser menschliche Aspekt, der bedeutet mir wirklich sehr viel, auch mit welcher Konsequenz das der ein oder andere Sammler, Oder Sammlerinnen dann auch betreibt, das finde ich wirklich ganz bewundernswert

und ich finde dich bewundernswert und freue mich, dass ich dank zu dir an deinen Standort kommen durfte, dass wir uns hier ein bisschen näher kennengelernt haben, deinen Standort, deinen Standort. Danke. Kennenlernen durften und bedanke mich ganz, Vielen Dank, Claudia. Music. Die nächste Folge erscheint in einer Woche und um sie nicht zu verpassen, folge der die Leichtigkeit der Kunst gerne auf deiner Pod, Wenn dir diese Folge gefallen hat und dir auch die weiteren Episoden zusagen, dann hinterlasse doch gerne fünf Sternchen sowie eine wohlgesonnene bewähr, Ich freue mich auch über Empfehlungen, Fragen, Kritik und natürlich auch weitere Themenvorschläge oder Gesprächspartnerinnen.

Dazu kannst du gerne die Social Media Kanäle von die Leichtigkeit der Kunst nutzen oder eine E-Mail an folgende Adresse schreiben, Die Leichtigkeit der Kunst Punkt DE. Danke fürs Zuhören und tschüss bis zum nächsten Mal. Music.

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