
Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 258
The Space of Color – Ana Kostova & Lucia Kaufmann | Kunstpodcast Die Leichtigkeit der Kunst
Freitag, 19. September 2025 · 55 min
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Shownotes
Was passiert, wenn Farben Räume formen – und eine Galerie zur Mitgestalterin künstlerischer Entwicklungen wird? In dieser Folge treffen Ana Kostova und Lucia Kaufmann aufeinander: eine Künstlerin, die mit Raum, Material und Erinnerung arbeitet – und eine Galeristin, die klare Positionen vertritt und neue Wege sucht. Ein Gespräch über Vertrauen, Verantwortung und die Kraft junger Stimmen im Kunstsystem.
Themen dieser Folge:
– Die raumgreifende Kunst von Ana Kostova– Galeriearbeit als Haltung: Lucia Kaufmann im Porträt– Was bedeutet Sichtbarkeit im Kunstkontext?– Erinnerung, Materialität & Raumverständnis– Visionen für den Galerienstandort Hamburg– Künstlerische Freiheit und kuratorische Verantwortung– Persönliche Geschichten hinter Form, Farbe und Raum
Ausstellung
Titel: The Space of Color (galeriekaufmann.de/ausstellungen)Ort: Galerie Kaufmann, HamburgLaufzeit: 4. September bis 11. Oktober 2025
Gäste
Ana Kostova (anakostova.com)– KünstlerinLucia Kaufmann (galeriekaufmann.de/kontakt) – Galeristin & Sprecherin des Hamburger Galerienverbands
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Music. Herzlich willkommen zu meinem Podcast, die Leichtigkeit der Kunst. Ich bin Claudia Linzel und ich freue mich sehr, euch heute aus Hamburg begrüßen zu dürfen. Wie viel Präsenz kann Stille haben? Wie viel Ausdruck liegt in einer klaren Linie, einer leisen Farbe, einem durchbrochenen Material. Und wie verändert sich unsere Wahrnehmung, wenn ein Raum nicht nur Ausstellungsort sondern Mitspieler wird, in dieser Folge von die Leichtigkeit der Kunst begegnen wir zwei Menschen, auf ihre Weise der Wirkung von Form, Farbe und Raum verschrieben haben, Die Galeristin Lucia Kaufmann, Gründerin der Galerie Kaufmann in Hamburg, schafft mit feinem Gespür und offener Haltung ein Ort, Für junge relevante, künstlerische Positionen. Die Künstlerin Anna Kostowa hingegen lässt ihre Werke in Schicht,
Fräsungen, Lackierungen, Cutouts, die sich zwischen Malerei, Skulptur und Rauminstallation bewegen. Was beide verbindet, ist mehr als eine Zusammenarbeit. Es ist ein gemeinsames Gefühl für Raum, der berührt, ohne Laut, ein Vertrauen in Reduktion, ein Mut, und ein Dialog, der in der Ausstellung das Space of Color sichtbar spürbar sogar begehbar wird, Was bedeutet es also? Und sich künstlerisch zu zeigen und was braucht es, damit Kunst leicht wird, ohne an Tiefe zu verlieren.
Dieser Folge über Raum und Intuition, über Haltung und Farbe und über das, was entsteht, wenn man hinsieht, Liebe Lucia. Was bedeutet es für dich, wirklich, Ja, das ist ganz interessant. Also ich glaube, am Ende meines Kunststudiums hat sich mein Blick sehr verändert, und das fängt dort an, dass man Dinge wahrnimmt, die einem vorher nicht aufgefallen sind, Es kann was ganz Kleines, was ganz Alltägliches sein, also zum Beispiel bei Baustellen, diese gelben Streifen am Boden, die sich dann mit der Zeit doch ablösen, wenn die aufgerollt, am Straßenrand liegen.
Oder eine abblätternde Häuserfassade, ein seltsames Rohr. Genau, all die kleinen Dinge, wo man sonst schnell vorbeiläuft, gab's besondere Situationen, die dich das Sehen gelehrt haben? Ich glaube nicht, dass es immer unbedingt Geduld braucht, aber vielleicht das auch sich hinbegeben an ungewöhnliche Orte.
Wenn man sich generell mit dem Sehen beschäftigt, sich immer wieder viele Dinge anschaut. Also ich glaube, dass ich's ein sehr visueller Typ bin. Also ich musste als Kind auch viel auf klassische Konzerte gehen mit meinem Vater. Aber wenn ich die Auswahl hätte ins Museum oder ins Konzerthaus, würde ich immer eine Ausstellung wählen. Als Kind bin immer eingeschlafen bei den Konzerten und ich so, dieser tosende Applaus am Ende, wenn dann das Konzept zu Ende war, dann bin ich immer so wach geworden wieder.
Na ja, mit Museumsbesuchen oder Ausstellungsbesuchen verbindet man als jüngerer Mensch vielleicht auch so was wie Langeweile oder das muss man dann tun und das war ein teurer Eintritt und da muss man mindestens eine Stunde drinne bleiben. Das hat sich verändert. Ich gehe jetzt ganz anders ins Museum. Also ich sage, wenn ich zehn Minuten drinne bin, ich laufe sehr zügig da durch und, was mich interessiert, da bleibe ich dann länger stehen. Das will ich natürlich hier in Hamburg auch sehr sehr verwöhnen mit dieser wunderbaren Museumslandschaft, Du kommst gar nicht aus Hamburg nicht, oder? Genau, ich bin groß geworden in Witten in Nordrhein-Westfalen, zwischen Bochum und Dortmund. Und schlussendlich mit ein paar Umwegen bin ich dann fürs Studium in Hamburg gelandet, ja.
Du hast gerade erzählt, dass du mit deinem Vater oft in Konzerte gegangen bist, kommst du aus einer Kunst und Kultur auf ihn Familie? Ja, ich glaube schon, dass das auch Teil der Erziehung ist oder war. Also es prägt von Anfang an, also so ein Bildband von Picasso-Stand bei uns im Bücherregal und mit zwölf habe ich mir den genommen und mal versucht, irgendwie so einen Rücken abzuzeichnen mit Bleistift und ich glaube, so früher man solchen Themen begegnet, desto mehr ist die Chance da, dass man später sich dafür auch wieder öffnet Und ich glaube, ich bin mit 16 alleine mit dem Zug nach Hamburg gekommen, um mir eine Ausstellung anzuschauen. Weißt du noch welche dafür war? Ich glaube, es war Marcrosco. Ja, also es war auf jeden Fall was mit Farbe.
Ah, die hat dich schon immer fasziniert. Mhm. Und wie kam es dann, du entschieden hast, Kunst zu studieren? Wolltest du selber künstlerisch tätig sein oder eher in die Kunstgeschichtsrichtung? Hm, kann ich gar nicht so genau sagen. Es war beides da. Also ich habe erstmal nach der Schulzeit bin ich reisen gegangen und ich glaube, diese Reise war dafür da, Mut zu sammeln.
Und als ich dann meinen Eltern erzählt, ich will Kunst studieren, erstaunlicherweise. Sind beides Ärzte, also die hatten nichts dagegen, natürlich eine gewisse Skepsis ist immer dabei und ich musste das einfach machen. Also ich denke, viele Dinge muss man ausprobieren. Und dann muss man's herausfinden, ob das zu einem passt. Die Entscheidung Galeristin zu werden. Wann hast du die getroffen?
Tatsächlich hat mein Partner mir das schon einige Zeit vorher mal vorgeschlagen gehabt. Da war ich dann noch als Lehrerin tätig und ich bin sehr stark krank geworden. Ich bin ganz schlimm, ist so eine Erschöpfungsdepression gerasselt und hatte so einen Burnout, wofür ich mich eigentlich viel zu jung gefühlt habe Und mir hat diese direkte Nähe zur Kunst gefehlt und dann haben wir halt geguckt, wir haben gemeinsam eigentlich auch viel recherchiert, Wo kann man im Kulturbereich arbeiten? Und es gab so zwei Punkte, die mich vor den Institutionen abgeschreckt haben. Das war zum einen, dass eben keine Teilzeitstellen ausgeschrieben sind, Und zum anderen, dass ich an solchen Orten die schon kuratiert sind.
Immer einen Chef habe oder eine Chefin, die das Programm vorgibt. Und ich habe gemerkt, ich will eigentlich selber das Programm machen. Ich habe so viele Ideen, ich möchte, selber auswählen. Was waren das für Ideen für ein Programm, die dich so begeistert haben? Ja, da sich selber an der Kunsthochschule war, hatte ich noch viel Kontakt zu Künstlern und wusste auch, Wie ich mich solchen Orten nähern kann. Da ist sozusagen keine Scheu gewesen, also die Inspirationsgrundlage war immer da, Ich habe im Kopf genug Ideen, um für drei Jahre Ausstellungsprogramm zu machen. Es ist eher, dass hier manchmal der Raum zu wenig ist. Ich würde gern noch mehr Räume haben. Ich muss ganz viel auch Künstler vertrösten. Sagen, ich finde dich richtig gut, ich möchte dich ausstellen.
Macht doch in zwei Jahren eine Ausstellung bei mir und dann hoffe ich immer, dass dass sie geduldig sind und mir treu bleiben und sagen, ja gut Dann machen wir das in zwei Jahren. Deine Galerie hast du im Oktober 23 gegründet unter dem Namen Hyle. Hülle der Anfänge, ein wunderbarer Titel. Ja, vielleicht ungewöhnlich. Ich habe bewusst nicht sofort meinen Namen gewählt, weil das war auch so eine Selbstbewusstseinsgeschichte. Mhm. Und manche sagen, die Anfänge waren so ein bisschen wie ein Off-Space.
Würde ich gar nicht sagen, also ich hab's von Anfang eigentlich sehr professionell gemacht. Ich hatte ein Mikrofon und hatte Getränke und habe eine Rede gehalten und hatte gedruckte Flyer von der Grafikerin gestaltet und so weiter, aber das, im Raum seinen Namen geben, das hat schon mit einem zu tun, zu sagen, ja, ich verantworte hier das Programm.
Und das war mir auch nicht klar, aber jetzt weiß ich einfach, jede Galerie oder jede Ausstellungsraum, gestaltet durch jemanden. Allein schon, dass ich eine Auswahl treffe. Und das ist wie eine Marke. Parallel hier zu dein Galerieräumen, Hast du ja noch ein besonderes Projekt, drei mal drei, Villa Zander.
Ja, das ist entstanden durch eine Bekannte, die hatte mich angesprochen und gefragt, ob ich dafür Ideen habe und dann haben wir gemeinsam dort eine Ausstellung gemacht in einem alten Haus und für drei Wochen haben drei Künstler dort gearbeitet und ihre Werke präsentiert Das war sehr schön, das hatten wir auch für den Einstieg ganz gut geholfen und ich mag's auch immer wieder Sachen zu haben, die drumherum stattfinden außerhalb der Galerieräume.
Das ist sehr inspirierend und erfrischend. Welche Menschen haben dich auf dem Weg bis hierhin begleitet, an dich zu glauben als Galeristin, etwas Neues aufzubauen, durchzuhalten, wiederum neue, Kunst und KünstlerInnen zu entdecken. Ich glaube, das sind gar nicht so viele Menschen, weil also ich habe keine Familie hier in Hamburg. Es ist wenn, dann ja vielleicht meine eigene kleine Familie.
Das klingt jetzt auch wieder kitschig, da muss ich auch einfach mal sagen, mein Partner glaubt an mich, der unterstützt mich und das geht auch ohne ihn nicht, wenn er reduziert und die Kinder abholt, das sind die Freiräume, die ich dann habe, um hier zu sein in der Galerie, Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man an sich selber ich bin da auch so ein bisschen so ein Einzelgänger, klar, ich habe noch ein paar Studienfreunde von der Kunsthochschule damals, die verfolgen, was ich mache, die kommen zu den Eröffnungen Aber ich muss auch sagen, es ging viel schneller, als ich dachte, Netzwerk aufzubauen, weil die Kunst und Kulturszene in Hamburg doch auch sehr überschaubar ist. Am Ende sind es irgendwie,
doch überall die gleichen hundert Leute, die zur Eröffnung von Ausstellungen auftauchen in die Museen gehen und, Es ist nicht so ein großer Kreis. Glaubst du, dass genau das auch ein springender Punkt ist? Du sprachst gerade deine jungen Kinder an und das ein wesentlicher Faktor des Alltags auch ist. Wie kann ich Galerie und das Familienleben ein, ich brauche noch jemanden, der mir hilft, dass das ein Punkt ist, der jungen, mutigen Frauen.
Im Weg steht, weil sie dieses Fundament nicht so haben. Also ich habe gelernt, dass Zeit sehr kostbar ist und ich merke bei vielen, auch grade so im Kulturbereich, dieses immer rumhängen und chillen und relax sein, das ist überhaupt nicht meins. Wenn ich was will, dann muss ich Vollgas geben. Klar, ich gehe einmal die Woche zum Sport oder so, damit ich gesund bleibe, Aber ich chille eigentlich nie. Ich hänge nie rum. Also ich nehme mir Zeit, um ein gutes Buch zu lesen, ja oder eine Runde laufen zu gehen, aber.
Ich bin so motiviert, dass ich eigentlich immer was mache, so das erstmal als Grundgerüst, warum es funktioniert. Und dann ich merke zum Beispiel beim Bewerbungsverhalten zwischen Künstlerinnen und Künstlern ganz großen Unterschied. Dass Männer sich sehr viel selbstbewusster präsentieren, sehr viel ehrgeiziger sind und Frauen immer, sozial, empathisch, defensiv sind und da denke ich eigentlich, da muss ich auch was verändern, Also wir Frauen sollten genauso sagen, ja hier sind wir und wir wollen was und wir können was. Also an sich selber zu glauben und deswegen mag ich auch das Wort helfen nicht, weil ein Partner, der ermöglicht, dass seine Frau arbeiten geht. Man hilft ja nicht, die Kinder großzuziehen. Ich sage mal, Kinder machen geht schnell, Kinder großziehen, dauert viel länger und,
Da muss dann jeder, jeder muss mit anpacken, Und ähm ich will eigentlich dafür auch gar nicht mehr kämpfen. Also ich will mich mit dieser ganzen Feminismusdebatte eigentlich am liebsten auch gar nicht auseinandersetzen, weil ich möchte, das habe ich auch bei meiner allerersten Rede gesagt, ich möchte ein Mensch sein. Ich möchte als Mensch gesehen werden.
Du hast ja hier in Hamburg auch noch eine ganz besondere Rolle unter den Galeristinnen, übernommen. Ja, ich mache jetzt den Vorstand vom Landesverband der Hamburger Galerien. Wir sind circa 60 Galerien, Ich mache das ehrenamtlich, also das ist auch Zeit, die ich da reinstecke und das macht mir aber viel Freude und ich denke auch, wenn man sich bereiterklärt, Aufgaben zu übernehmen, dann kann man mitgestalten.
Und ich habe viel Freude daran, diesen Prozess mitzugestalten. Wir kümmern uns halt um gemeinsame Ausstellungen jetzt der Galerienrundgang in Hamburg hat stattgefunden. Der wurde mitorganisiert vom Landesverband Ähm und da wird sich auch noch viel tun in der Zukunft. Mit was für Aufgaben und Fragestellungen dürft ihr euch auseinandersetzen? Was sind gerade aktuelle Themen Verschiedenstes, also klar, wir schauen natürlich auf Zahlen von solchen Galerienstudien, Wir schauen aber auch, wo sind potentielle neue Mitglieder. Also das macht mir viel Freude, Galerie noch mal anzusprechen, zu fragen, hey, wollt ihr nicht mitmachen wie sind den direkten Austausch mit der Kulturbehörde, die uns auch, Genau, also im weitesten Sinne Veranstaltungen organisieren, Kommunikation übernehmen, ja wir sind ein Interessensverband, das heißt auch nachzuheuchen, was was brauchen Galerien.
Was wünscht ihr euch für zwei Mal im Jahr kommt ein Booklet raus, wo jede Galerie präsentiert ist und auf ihr Ausstellungsprogramm hinweist, an ein Sichtbarkeit schaffen. So ist zum Beispiel ein großer Teil. Das heißt, wir haben hier in Hamburg, wir haben 180 Ausstellungen im Jahr, das weiß kaum jemand. Und noch ist es ja so, du kannst kostenlos da reingehen in die Galerieräumen, die die Ausstellung anschauen. Deswegen sage ich auch immer, ja, wir machen auch Bildungsarbeit.
Also wir sind auch im Bereich von Kunstvermittlung tätig als Galerien. Und das ist ein bisschen schade. Ich finde, in Hamburg kriegen die Galerien eigentlich zu wenig Aufmerksamkeit. Damit meine ich nicht unbedingt Presse, aber eine Stadt schmückt sich und wir haben eine Elbphilharmonie und wir haben Musicals und so weiter.
Aber ich sage immer, ein Museum kann eigentlich nur gute Künste abgreifen und aufstellen, wenn die Galerien vorher viele kleine Ausstellungen gemacht haben. Also wir leisten eigentlich die Aufbauarbeit. Und darüber bin ich dann traurig. Also ich als junge Galerie, ich habe keine Möglichkeit, Fördergelder zu beantragen.
Oder in München habe ich gehört, gibt's einen Galerienpreis, der einmal im Jahr verliehen wird, haben wir in Hamburg auch nicht. Und ist das etwas, dessen du dich annehmen möchtest, kannst du dir vorstellen, auch einen Galerienpreis hier in Hamburg auszurufen? Finde ich super. Also auch ich würde sofort auch in die Kulturpolitik gehen. Also ich bin dann doch lieber der Macher.
Aber ich denke auch, jammern hilft nichts. Also feststellen, wo es klemmt, was nicht gut läuft und dann versuchen es zu verändern. Ich meine, vielleicht ist es auch naiv, aber noch bin ich motiviert und ich mache das jetzt und dann kann ich irgendwann nach vielen Jahren mich umdrehen und zurückschauen und sagen, ja, Habe ich umsonst die Kraft verloren oder war's gut, hat sich's gelohnt. Umbrüche sind auch ein wenig dein Thema, ne? Du sprachst ja eben schon von den 14 Umzügen und auch beruflich hat sich in deinem Leben schon so das ein oder andere getan. Was gibt dir Sicherheit, Stabilität? Also Sicherheit kann einen ja auch so ersticken oder Langeweile erzeugen.
Ich brauche eigentlich eher, Aufregung und Abenteuer und klar, man muss auch einen Ausgleich zu dem Kulturleben schaffen, also in den Ferien fahre ich dann in die Natur, so ganz raus, weg von der Zivilisation. Wer weiß, vielleicht brauche ich irgendwann einen Hof, wo ich Imker oder Töpfer oder so was, aber ich möchte Prozesse mitgestalten und Projekte bewegen, anstoßen, Prozesse Mitzugestalten, ist das auch der Grund, weswegen du dich so gerne, JungkünstlerInnen widmest? Ich sage nicht helfen. Also ich finde das erleichtert so den Austausch und die Kommunikation so auf Augenhöhe, weil quasi ich bin am Anfang und die Künstler sind am Anfang, Eine Galerie macht ja auch So Aufbauarbeit, das heißt, wir können eigentlich zusammen uns entwickeln, aber ich finde, man darf das auch nicht zu radikal sehen, da zu sagen, ich stehe jetzt nur junge Künstler aus, ich hatte auch schon mal dreimal, glaube ich, jemand ausgestellt, der war um die 60 und warum nicht?
Die bringen dann vielleicht schon mein Publikum mit oder mehr Erfahrung und da habe ich natürlich auch Respekt vor oder schaubewundernd auf, Aber ich ich hoffe immer, dass ich mir so eine gewisse Beweglichkeit behalte, Dass man nicht zu starr und zu stur wird in seinen Ansichten, wie ein Pabravan. Den kann man ja auch immer mal nach hier hinsetzen und da hinsetzen Angeln ein bisschen na, you have die.
Galeristin zu sein in dieser Zeit ist auch nicht einfach. Was hat dich damals überzeugt? Eine Galerie mit jungen, noch nicht etablierten Positionen zu gründen? Hm vielleicht ein bisschen radikal, aber dadurch, dass ich vorher so krank war, habe ich, aus so einer ja radikalen Situation gesagt, okay, man weiß nicht, wie lange hat man Zeit, wie geht's einem und deswegen dachte ich, ich muss das jetzt einfach machen.
Und man muss halt ehrlich bleiben, ne. Also ich kann keinem was versprechen Ich glaube eher, man darf sozusagen seine Tätigkeit nicht hinterfragen, sondern man muss die Art und Weise immer wieder neu ausrichten, Also vielleicht heißt es irgendwann nicht mehr Gallerie. Ich bin da ganz offen auch eine Entwicklung zuzulassen oder sich zu verändern. Aber ich weiß, definitiv wird immer was mit Kunst machen. Warum gibt dir die zeitgenössische, abstrakte Kunst so viel Kraft?
Und auch Glaube und Hoffnung, dass es funktioniert. Also für mich ist Kunsau ein Stück weit Abenteuer und ja, es ist so eine Inspirationsgrundlage, Und ich habe das oft bei Darstellender Malerei, das sind schon fertig erzählte Geschichten, die mir präsentiert werden, Das gibt einem Sicherheit, aber ich brauche diese Sicherheit nicht. Ich denke mir lieber selber was aus, was ich dabei fühle, was ich dabei sehe. Deswegen die Vorliebe zur Abstraktion.
Und das merke ich auch ganz stark für die Leute, die in diese Galerieräume kommen. Da gibt's diese eine Gruppe, die sagt, Eier, ich halte es aus, ich weiß nicht sofort, was ist das? Und die anderen sind damit absolut überfordert. Ich sage immer, dieses Verhalten im Museum kann man das auch sehr schön beobachten.
Menschen, die immer sich so nach vorne beugen, dieses kleine Schild lesen, ah ja und dann treten sie zurück und gucken, dann können sie sich sicher fühlen, weil sie dann so draufschauen, wie es gedacht ist. Aber ich möchte eigentlich Mut machen so drauf zu schauen, wie das eigene Gefühl das sagt. Und das halten wir fast nicht mehr aus, weil wir alles googeln können. Die abstrakte Kunst und deren Bedeutung ist eigentlich das letzte Geheimnis, was uns geblieben ist.
Nicht googeln. Welche Bedeutung hat der Begriff Raum für dich? Ja Raum, Hülle, also Raum ist immer natürlich auch ein Ort. Und die Auseinandersetzung mit Orten finde ich spannend, dadurch, dass ich selber mich als relativ wurzellos empfinde. Ich bin ja 14 Mal umgezogen und ich habe kein Zuhause so wirklich. Also meine Eltern sind nicht mehr an dem Ort, wo ich geboren wurde. Es gibt kein Elternhaus mehr und, Ich merke immer wieder, es ist eigentlich egal, wo ich bin, wenn man auf die richtigen Menschen stößt. Und deswegen würde ich sagen, auch Räume werden definiert durch die Menschen, die sich da aufhalten, wie man sich zueinander verhält. Liebe Anna, wir haben ja hier noch die große Ehre, dass auch du als junge Künstlerin hier unseren Gespräch beiwohnst
Heute Abend ist die Eröffnung deiner ersten großen Einzelausstellung. Herzlichen Glückwunsch schon mal. Liebe Anna, was bedeutet Raum für dich? Raumkernase begrenzt sein, aber für mich eigentlich Raum öffnet mich sozusagen, wenn es geht um die Kunst. Raum ist ein Bestandteil von meinem Kunst immer, Egal, ob es in meinem Matelier ist, ob es ein Ausstellungsort ist oder eine Projekt ist, irgendwie ich integriere immer den Raum in meine Kunst und von einem Raum, ich mache einen Ort Also ich trainiere irgendwie die beiden Begriffe, weil durch meine Emotionen oder Erfahrung und, Kunst. Ich verändere den Raum und mache in einem Ort und ja, für mich ein eigenes Raum zu haben sehr wichtig.
Um zu arbeiten, um zu aufstellen und ich denke, jeder braucht so einen eigenen Raum zu haben. Hattest du immer einen eigenen Raum für dich? Darüber mal eigentlich nein, aber ich glaube, seit ein paar Monaten, ich habe ein neues und das ist für das erstes Mal meine eigene sehr klein, Und ähnlich ich habe etwas, was nur mir gehört, niemand anderes. Ich teile es für das erste Mal mit niemandem. Seit 18 wohne ich allein und bin ich unterwegs und das ist für das erste Mal meine, eigenes Raum. Was hat Raum in deiner Kindheit bedeutet? Das war eine geteilte Ort, was ich habe, immer mit meinem Familie und Freunde geteilt, Ich glaube, ich hatte nicht meine eigenes in physical Formen, aber ich habe mich sehr wohl gefühlt trotzdem. Also.
Ich glaube, dass es hm das macht die Menschen, das macht die äh die Erinnerungen und deswegen ich habe mich wohlgefühlt, aber als meine eigenes Ort hätte ich das noch damals nicht. Du bist aufgewachsen in in Bulgarien, in Blaulicht ist meine Heimatstadt. Ist die zweitgrößte Karin. Genau. Und du bist in den 90er Jahren aufgewachsen, Wie war die Zeit damals in Bulgarien geprägt Also wenn ich mich erinnere damals, ich war sehr glücklich, weil es war Kind und alles war super. Aber wenn ich heutzutage natürlich über diese Zeit lese, es war nicht so perfekt Weil das war ja eine Zeit mit dem die politische Änderungen und wenn ich heutzutage lese, ich weiß, dass es war sehr schwierig, aber, irgendwie meine Familie hat gesichert, dass ich das nicht so schwer fühle. In welchen Farben würdest du deine Kindheit beschreiben? Na ja, vielleicht
mehr Orange und was Helles und Dunkelholz. Sind das Farben, mit denen du heute auch viel arbeitest Ja, tatsächlich äh ich arbeite mit Holz, aber Gelb, Branche und Blau, ich benutze immer. Also gelb ist meine irgendwie Lieblingsfarbe. Du arbeitest gerne mit Holz? Ich bin gelernte Malerin und ich habe angefangen natürlich auf Leinwand zu malen, aber irgendwie wollte anderes Material und dann was nahezu dem Leinwand war, diese Holz und irgendwie natürlich, es war mir sehr einfach zu bearbeiten und ihn einfach so zu nehmen und ich kann sie einfach mit dem Material arbeiten und dann.
Meine Großvater war Tischler auch und vielleicht aus dem Grund bin ich irgendwie auch da. Das, ich weiß ja auch nicht, ob wir zu Hause hatte immer selber alles gebaut und gemacht und aber damals war ich nicht so interessiert an seiner Arbeit, weil das war so eine Zeit, wo dass sie dein Job, das ist deine Arbeit, das macht keinen Spaß, weil Arbeit, und deswegen ich habe es nicht so gesehen wie auch wow, was machst du und so, aber mehr jetzt, heutzutage, ich denke an diese Sachen und finde sie mehr interessanter, weil meinetwegen hatte sich auch ein bisschen geändert. Spiritualität, Religion, Glaube, Spielt ihr das in deinem Leben, in deinem Umfeld eine Rolle? Also es spielt auch heutzutage eine Rolle, weil ich mag sehr gerne unsere Kirchen
also die Interieur und wie sie gebaut sind, was an die Wände gemacht ist, also die ganze Ikone, die Gestaltung, die, Die ganzen Teriore sehr interessant und für mich ist es interessant, warum das und das hier steht, warum ist es frontal, also es gibt eine Antwort, aber das hat mich auch interessiert als kleines Kind, weil wir sind zu die Kirche gegangen, dass es wird das normal, dort und ich fand das immer sehr sehr schön, weil es war eine riesige Kontrast von draußen auf die Straße und da innen in die Kirchen Bulgaren die Kirche sind sehr schön, sehr gut renoviert und draußen nicht so.
Und vielleicht deswegen war sie interessant für mich. Und genau, 20 Jahre später dann war ich sehr interessiert und und passt. Warum wolltest du Künstlerin werden? Also ehrlich gesagt, ich Ich glaube, äh ich wusste da schon, dass es wieder eine Klischee seit ich gehen will. Das macht nix, ich kann mit wirklich schön sein. Big Watt ist ja so, ich kann das gut erklären. Ich war Kleinkind.
Meine Oma wollte, dass ich was schaffe im Leben, weil ich komme nicht aus Kunstfamilie oder äh eine haben keine Hochschulausbildung und so, aber sie wollte das, dass ich das habe irgendwie und dann, Ich war immer zu Hause. Ich habe selber gezeichnet, gemalt etwas und sie hat gemerkt, dass sie irgendwie ich schaffe das. Also Das ist sieht gut aus für mein Alter und dann ich fand das auch sehr interessant und dann sie hat gesagt, ja dann du kannst vielleicht gehen zu den Unterrichten, dann meine Eltern haben mich kennengelernt mit deiner, Lehrer, das war für Malerei und dann sie haben meine Zeichnungen gezeigt und er sagt ja sie sind schon gut und dann, Bin seit neun offiziell zur Unterrichtung gegangen,
Und seitdem ich wusste, dass ich werde später in die Kunstgymnasium gehen, dann in die Akademie, in Sofia oder im Ausland. Ich wollte schon früher im Ausland, aber Natürlich ist es mit Bewerbungen und alles kompliziert äh und ich wusste immer, deswegen seitdem, Ich wusste, dass ich werde Künstlerin werden. Was bedeutet es, Künstlerinnen Bulgarien zu sein? Auf jeden Fall in Bulgarien sehr schwierig, diese Selbstständigkeit, Karriere. Also da deswegen ich bin auch im, Ausland gegangen, einer der Gründe, aber es war der Hauptgrund, weil das Land ist kleiner, dem Kunstmarkt ist kleiner und deswegen es gibt nicht so viele Möglichkeiten außerhalb dieses.
Ach so, wie soll ich jetzt sagen, also die Kunst, die dort gemacht wurde, es ist man macht alles natürlich heutzutage, aber es ist schwierig, auch der, Die Hochschule war ein bisschen es ist Akademie. Das ist immer noch akademisch. Man, das da hast du diese klassische Unterrichtung vor einem Modell, steht da eine Nacht der Figur und dann du musst hm zeichnen oder diese Figur malen fast jeden Tag und es war interessant, weil für mich das war alles neu und ich fand das toll, aber, jedes Jahr und jedes Jahr war dasselbe und irgendwie.
Dann habe ich rangefangen mit 18 sehr viel zu reisen in Europa und in der USA und dann habe ich gesagt, okay, das passiert noch andere Sachen und dann man Merk diese zwei Sachen und ich wusste, dass ich will im Ausland irgendwann studieren und zum Glück hat geklappt. Warum Deutschland, Also ich glaube in Europa ist die Beste, weil das jetzt können viele Leute das andere sagen, aber meine Meinung, ich fühle mich sehr wohl hier, weil es geht nicht nur um die Kunst, es geht um die dieses System und, wie man leben kann, weil für mich ist nicht nur wichtig, dass ich Kunst mache, sondern generell, dass, Gestalte meine Leben wie ich will. Und hattest du schon eine bestimmte Akademie oder Hochschule im Blick, an die du gehen wolltest?
Das ist wie ganz am Anfang wollte ich in Wien, aber hat nicht geklappt und dann habe ich meine Professorin kennengelernt, Antje Mojewski, In Kiel an der Mutesius und da ähm ich war in einer Austauschssemester, habe ich sie kennengelernt und dann habe ich ihr gesagt, ja ich will, hier bewerben und studieren und weil sie kannte schon meine Malereien und sie hat gesagt, ja bewirb dich dann, dann passt gut und dann dann hat geklappt. Und du sprichst viel von, ich bin Malerin, meine Malereien, ich jetzt deine Werke Kaufmann betrachte, habe ich das Gefühl die Malerei, spielt gar nicht mehr die größte Rolle in deinem künstlerischen Schaffen. Ja, aber sicher hat sie sich ein bisschen entwickelt. Also,
Genau, ich bin sozusagen in Deutschland mit einem Malerei gekommen, aber ich wusste, dass ich werde das entwickeln und ich wollte was anderes machen. Und habe ich meine Malerei erweitert im Raum, weil wie am Anfang haben wir gesprochen, dass den Raum sehr wichtiger Teil Aber irgendwie in den Neuwerken, ich will diese zwei Dimensionalitäten behalten, weil ich denke, ehemalige. Also ich merke das und die Farbigkeit, das ist eine.
Eine flache Form ist, aber flach wie irgendwie verbunden mit andere Dingen und dann wird auch dreidimensioneller und deswegen nicht viel in diesem, Bereich noch spielen, Und genau so habe ich angefangen auch die Installationen zu machen mit dieser Gedanken und das manchmal bemale ich das Boden, die Wände.
Und integriere ich meine Objektskulpturen und passiert. Und wie seid ihr beide aufeinander gestoßen Ja, das ist eigentlich ganz interessant. Also Anna hat's gleich von Anfang an mitbekommen, dass hier eine neue Galerie aufmacht und wie das immer so ist. Die große Frage kann man sich initiativ bewerben bei Galerien.
Sage ich, es ist keine gute Idee jetzt nach der Zeit, aber Anna hatte das Glück gleich am Anfang zu sagen, hier mich gibt es, hier bin ich, Und da war ich halt auch noch offen und äh mit der Zeit merkt man man kann nicht jede Bewerbung anschauen. Das nimmt einfach zu viel Raum ein, Und dann hat mir was geschickt, ich hab's mir angeschaut und es passte einfach sehr gut zu den Fragen, die schon da waren. Also das Ganze, meinen Fokus auf die Abstraktion, die Auseinandersetzung mit Farbe, das passte einfach sehr gut ins Programm und dann haben wir, glaube ich, gesprochen, aber wir hatten noch nicht konkret was vereinbart und dann, Anna kam immer zu jeder Vernissage ganz treu ja es war Zeichen, also ich dir zu sagen, hier bin ich, mich gibt es, ich bin da und das hat mich auch überzeugt und ich muss auch sagen, das ist das, was ich spüre
Diana ist ja Wille, da ist einfach ganz viel Ehrgeiz und Künstlerin sein in unserer heutigen Zeit. Das ist einfach wahnsinnig schwer du musst es ganz, ganz doll wollen und du musst absolut an dich glauben. Wie habt ihr gespürt, dass es passt, dass es eine fruchtbare Zusammenarbeit werden könnte? Es ist immer, wenn ich was ich hier schreibe oder so, es ist nicht wie diese.
Montag bis Freitag um so eine bestimmte Uhrzeit sondern sie war einmal bereit zu arbeiten. Ich war immer auch bereit zu arbeiten und ich mache auch erstmal für Kommunikation haben wir uns sehr gut verstanden. Das war, der ersten Punkt und sie hat mich immer, Unterricht, weil eigentlich wir kennen uns schon genauso seit Anfang, zwei Jahre und zwei Jahre wir planen das. Ich werde erstmal Duo Ausstellung oder andere Aussteller. Es war immer der Plan bis am Ende. Äh wir hätten Solo und die ganze Zeit das war sie hat mich immer unterstützt und in verschiedene Bereiche und jetzt haben wir den Katalog zusammen gemacht und das war.
Intensiv könnte die E-Mails gar nicht zählen oder die WhatsApp-Nachrichten, die wir geschrieben haben. Strang gezogen, also man muss es wirklich wollen. Ich also wir müssen beide das Gleiche wollen. Ja. Man muss natürlich auch mal irgendwie Verständnis haben und Vertrauen finde ich auch ganz wichtig.
Und das ist interessant. Ich dachte am Anfang, ich stelle was aus, wenn die Kunst mich begeistert, dann stelle ich die Kunst aus, aber ich hätte nie gedacht, dass ich muss mich ständig auf neue Menschen einlassen. Und am Ende funktioniert's nur, wenn's auch menschlich passt. Ja, das stimmt. Macht sehr viel leichter und sehr viel angenehmer so.
Und es auf Annas Werke geschaut hast, was hast du da empfunden durch dieses Geometrische ganz viel Klarheit, ganz viel Sachlichkeit. Also wenn man gestische abstrakte Malerei sich anschaut, kann man sich auch sehr schnell verlieren in so einem emotionalen Wust, sage ich jetzt mal und eigentlich der Wille und der Ehrgeiz von Anna sehe ich in ihrer Farbigkeit und in ihren Formen. Geometrie ja, Wiederholung Nein. Nein. Das ist was Er so, ja ich mache abstrakte Kunden, wenn ich zu einer Person da sagen sie genau so das vorstellen sie sich. Quadrat neben Quadrat oder Kreis mit. Also das eine Wiederholung und eine Symmetrie und so und ich bin wie ach nein, ich ich wiederhole nie etwas. Also bei mir
Es gibt aber trotzdem Ordnung, also ist nur meine eigene Ordnung irgendwie. Ich finde es auch manchmal langweilig, wenn etwas wiederholt ist sich zu viel. Und deswegen ich breche immer. Ich inspiriere mich für solche Momenten aber ich breche das immer mit meinem Kunst und für mich ist wichtig zu verbinden verschiedene Momente sozusagen, verschiedene Formen, verschiedene Zeiten, verschiedene Geschichten, Erinnerungen, Gefühle, Das alles verbinde ich in meinem Komposition, deswegen gibt es keine Wiederholung. Du sprachst grad von Bruch und ich ziehe wahrscheinlich wieder ganz viele Brücken auch zu der Zeit in Bulgarien, die ja sicherlich auch von vielen Brüchen und Umbrüchen begleitet war.
Bruch steht auch für Wut, es ist kaputt, es geht nicht mehr so weiter und gleichzeitig für ein riesengroßes Gefühl von Glück und Freiheit. Ja. Alles das ist in mir. Also ich bin. Sehr schnell glücklich, sehr schnell wütend und ich arbeite so gerne ganz entspannt eigentlich. So arbeite ich nicht. Das ist so sehr entspannt.
Nee, aber tatsächlich ja und wenn ich gestresst bin, arbeite ich auch sehr gut. Weil ich denke die ganze Zeit so ich bin gestresst, ich muss was schaffen und dann okay, dann schaffe ich es. Ja, das ist verbunden mit meiner Persönlichkeit und ich äh kanalisiere diese Foto mit einer Energie und alle diese Gefühle in eine Energie und deswegen kann ich gut arbeiten.
Meine Gefühle. Weißt du, woher die Wut kommt Meine Träume und meine Wünsche, weil die sind so groß. Deine Werke, die bestehen aus ganz vielen unterschiedlichen Fragmenten. Könnte ich sagen, dass diese Fragmente auch Teile deiner Erinnerung sind? Teilweise. Aber die sind mehr, Nalis vom von mich früher auch, weil das sind wirklich Sachen, die damals habe ich gar nicht gemerkt oder dachte ich das.
Und in den letzten Jahren habe ich angefangen ein bisschen zurückzugucken und vielleicht das auch wegen dem Abstand, also, Und dann habe ich, oh das ist mir auch interessant, damals war das mir gar nicht interessant und deswegen habe ich angefangen das zu machen einfach, weil, Ich weiß nicht, ob es wurde gemacht. Wenn ich immer sage, welche Künstler mich inspiriert, ich sage immer westeuropäische Künstler, aber nicht jemand aus dort leer hat so was gemacht, weil es irgendwie eine Lücke ist, keine Ahnung und deswegen ich versuche immer.
Mein eigenes zu suchen, vielleicht wie die meisten Künstler, aber auch was verständliches, es ist so wie von meinem Kultur, was, Mit dieser Kultur, deutsche Kultur oder West zu Europa zu verbinden und was universelles für alle zu machen. Deine Werke sind geprägt von, Durchlässigkeit von einem Durchblick und dann ist der Blick wieder versperrt.
Man muss um die Werke herumgehen, es wird immer wieder einen Perspektivenwechsel gefordert. Ja und ein nicht auf der Stelle stehen. Nee, es gibt keine, Besonders bei dieser und einem Raum in der Ausstellung. Ich habe es nicht so gedacht für dass man nur frontal sieht und das, was ich habe vorhin erzählt mit dem tradimensionellen Malerei oder Malerei im Raum, weil immer, wenn man drumherum läuft von links und rechts von unten, von oben kann man was Neues sehen. Sogar ich selber sehe, jedes Mal war's nur, weil den Raum ist neu, es ist immer anders. Was verbindest du mit einem Paravent? Also ich sehe da auch ganz stark den Bezug zur Architektur. Also für mich ist das so die Architektur der Farbe in Annas Arbeiten.
Der Paravol ist natürlich jetzt hier diese zum die räumlichste Arbeit, wenn man wirklich so drumrum gehen kann. Es hat natürlich auch was von etwas einteilen, den Raum aufteilen, Vielleicht auch was von der Grenze schaffen, aber indem es so durchlässig ist, gibt es nicht wirklich einen davor und einen dahinter, Es ist eher durch diese Blickwinkel, diese vielen Möglichkeiten der Perspektiven Und das ist wiederum sehr schön, weil das einfach zeigt, wie können wir auf Dinge schauen und das eben auf sehr unterschiedliche Art und Weise ein Paravent auch etwas, was Schutz bietet, oder? Mhm. Ja. Ist das hier auch der Fall tatsächlich am Anfang, wieso habe ich dieses Objekt gemacht, war so, weil früher habe ich also immer noch Skulpturen gemacht und die waren immer inspiriert von verschiedene Objekten. Ich habe interpretiert wieder,
Und also ich habe mit dem Thema Raum angefangen. Ich habe immer. Verschiedene Raumobjekten gedacht. Also ich hätte auch andere Installationen, wo ich habe alle Formen aus einem Raum, so wie Tür, sowie Teppich, äh Regal und das ist immer die Bestandteile von einem Raum und die habe ich gemacht und installiert und danach habe ich diese Arbeit gedacht und das ist auch, so Raumtrainer oder so zum Schutzen, aber auch wie wie Bild selbst und deswegen dachte ich oh, das ist ja perfektes Objekt von einem Raum, dass ich es mache. Das ist für meine Idee und, Von daher ist das auch gekommen. Das war wichtig. Deswegen ist Paraman geblieben der Titel. Die Ausstellung heißt The Space of Color Warum dieser Titel? Weil so Space oder Raum und Farbe, Colour sind,
Immer diese Wörter, die in meinem Lebenslauf oder in die ganze Kunst kommen, also. Raumform und Form. Da sind immer die drei Wörter, die kommen ja und deswegen ist eigentlich dann wir geben den Raum Farbe und die Farbe Raum, also. Ich finde wichtig, da noch kurz zu sagen, wenn ich da einhalten darf, dass, Die Malerei ja immer mit was flächigem, assoziiert wird und hier ist es ein Space, weil Ich habe das Gefühl, man kann die Malerei betreten. Also wir hätten am liebsten eben auch den Boden noch farbig gemacht, aber dass man quasi das Malerei auch nicht mehr nur als was Flächiges betrachtet wird, sondern es kann eben auch der Paravon ist für mich interessanterweise mehr Malerei als Objekt, Genau, also das das Malerei heutzutage viel mehr noch sein kann als eine bemalte Leinwand.
Man muss sich nicht mehr so festlegen. Man muss diese Kategorie nicht mehr so eng sehen. Warum ist es dir so wichtig gewesen, anders arbeiten als erste Ausstellung nach deiner Sommerpause zu zeigen? Also ich weiß, für den Lebenslauf sind zum Beispiel Einzelausstellungen sehr wichtig für die Künstler, ursprünglich war die Ausstellung auch als Duo-Show geplant und der andere Künstler ist äh Vater geworden jetzt ganz frisch, worüber ich mich aber sehr gefreut habe und das auch unterstützt habe und habe gesagt, lass uns doch einfach an eine Solo-Show machen und äh du kriegst deine Ausstellung ein Jahr später.
Und dadurch war halt auch die Möglichkeit, da das Anna sich ganz anders ausleben konnte, also was wie mit Farben auf die Wände gehen und so. Das ist immer schwieriger, wenn mehrere Künstler beteiligt sind. Jetzt war es auch der Vorteil, dass Anna in der gleichen Stadt, wo die Galerieräume sind, lebt. Das heißt, sie konnte auch mehr Zeit in den Aufbau investieren, immer wieder kommen und gehen und sich auch die Räume voll gründlich anschauen. Das ist ja erst mal eine Stresssituation. Man geht davon aus, wir machen was zu zweit, beziehungsweise zu dritt, Hand in Hand und auf einmal fällt ein.
Ein Pfeiler weg. Wie geht ihr mit solchen Stresssituationen um? Es war stressig, ja und ich habe schon erzählt, dann wir waren hier mit ihm und haben wir alle, dass die Situation gesprochen und dann kurz danach hat sie mich äh gesagt, ja dann, Mache dann Solo und dann seitdem habe ich gesagt, okay, dann habe Komplett, was ich habe gedacht. Am Anfang wollte ich ganz andere Sachen zeigen, weil es war Du Aufstellung und dann dachte ich mir, okay, dann werde ich jetzt anders denken, weil dann habe ich mal den Raum nur für mich selbst. Das ist was auch irgendwie gesprochen und, Angefangen, anders zu denken und mich verbreiten und ja. Äh wir hatten einen guten Plan. Also man muss, so eine Ausstellung zu organisieren, das liegt mir. Ich bin sehr pragmatisch. Anna ist auch sehr pragmatisch. Wir hatten eigentlich ein gutes Zeitmanagement. Wir haben früh genug angefangen. Wir haben klare Absprachen getroffen und die meisten Künstler, mit denen ich arbeite, die arbeiten auch sehr selbstständig und da ist auch Vertrauen da. Also sie,
Gibt dann Schlüssel und wenn dann noch mehr Zeit in den Räumen gebraucht wird. Ich muss nicht die ganze Zeit daneben stehen. Also ich kümmere mich und unterstütze drum rum. Aber meistens können die Künstler doch auch besser arbeiten, wenn nicht jemand die ganze Zeit dahinter steht, weil man braucht auch so ein bisschen äh Freiheit und muss auch atmen und, Kurz abtauchen, ne, in diesem Prozess Wenn wir jetzt hier durch die Ausstellung gehen über den Paravent, haben wir ja schon gesprochen, zu welchen Werken möchtet ihr mich unbedingt noch mitnehmen, um mir mehr darüber zu erzählen und mich tiefer einzuführen. Ich kann ein bisschen ganz vielleicht erzählen, wie habe ich die ganze Räume gedacht,
Und weil die Galerie ist es nicht eine typische ganze Raum sondern sind eher drei Räume, Und meistens ist immer, wenn man reinkommt, sieht diese größere Raum, die große Schaufenster und theoretisch ist immer die Präsenz. Deswegen haben wir der Paravan, also da gedacht und so und ich wollte da mehr bemalen und so, und dann habe ich im zweiten Raum eher konzentriert auf kleinformatige Arbeiten.
Gearbeitet und dann ich wollte noch was spezielles in den letzten Raum machen, was für mich gerade sehr viel interessiert. Den den letzten Raum sind zwei Malereien und eine Skulptur, die im Raum steht, Und die drei Arbeiten haben sehr ähnliche Kompositionen. Es war sehr wichtig, dass es zentral ist und schmal alles. Die Formel sind, Da kommen diese spirituelle eigentlich und die kommen aus meinem Volkskultur aus unserer Erfolgsfest, die wir haben in Bulgarien und teilweise von dort.
Und ich habe sehr viel angeschaut, auch auf dem Grund und, Es gibt etwas Sakrales in dieser Arbeit und wo muss man betrachten und deswegen diese Zentralkomposition hat einfach, Es spielt da eine sehr große Rolle und deswegen, ich finde, wenn man reinkommt, sieht diese Großinstallation, aber, am Ende zu Hause ja interessant und wichtig für mich.
Für mich ist die Mitte gut. Also mich hat am meisten die neue Arbeit, die schon aufgebaut, das ist so eine Art Klappalter. Das hat mich überrascht, weil ein ganz neues Material ins Spiel gekommen ist mit dem Metall. Diese Arbeit, sie befindet sich an der Wand wie ein klassisches Bild, aber durch die Scharniere, hat es trotzdem die Beweglichkeit und die Assoziationsbrücke zum Paravant ist da. Deswegen finde ich das so das spannendste Stück. Und die war zusammen mit dieser Arbeit und am Ende gemacht. Es ist neu, diese Mitteilung, die MDF zu kombinieren. In diesem Form ist es neu auch für mich und da kommt auch dieses Sakral, als weil ich wollte, dass wie eine Triptiech Kann man öffnen oder schließen und das war auch gedacht von diese Kirchenarchitektur auch, das was man dann verstecken oder offen und deswegen es war,
sehr seine Verbindung gibt es. Welche Rolle spielt für dich das Material? Holz, Metall. Welche Rolle oder so. Also es sind für mich sehr ähnlich die Holz und die Leinwand wegen diese, Sind sehr klassische Materialien, muss ich sagen. Und sind sehr ähnlich. Ich kann sie einfacher bearbeiten. Ich kann einfach auf also irgendwie die Wirkung ist relativ ähnlich auf Leinwand und Holz. Deswegen es ist schon schon wichtig.
Ich habe gewählt am meisten, weil es einfach auf die Bearbeitung und so. Ich muss sagen, dass die meisten arbeiten, mache ich alleine. Ich habe das in der Uni gelernt und mir ist es wichtig, dass ich weiß, wie etwas gebaut ist. Natürlich äh jetzt. In der Werkstatt nicht mit 100 Prozent mache ich alles allein, weil es gibt die Maschinen, die selber das machen, deswegen aber ich weiß was es ist nicht, dass ich einen Auftrag gebe und mache gar nichts und ich habe Keine Ahnung, wie das funktioniert, sondern ich bin Teil auch von dieser Arbeit und das ist das ist mir sehr wichtig für den Prozess spielen Motive eine Rolle. Ich habe den Eindruck, wie man sich ganz alte Arbeiten anguckt, dann ist dein Werk noch etwas figurativer als jetzt
ja also früher war habe ich ähm mich inspiriert sehr aus verschiedenen Alltagsobjekte oder Naturobjekten. Ich habe interpretiert in eine abstrakte, skulpturelle Form aber trotzdem ich wollte sie ein bisschen neutraler halten. Genau und deswegen die Motiv eigentlich Spiralen wäre sind die Musik genauso deren Formen oder sind irgendwelche Vogel, aus dem Natur oder die Blätter oder genau, ein spannendes Kriterium, was sich da noch äh gerne reinbringen würde, dass nicht nur die fachliche Kompetenz, aber, die Qualität eines Werkes von einem von einer Künstlerin zeichnet sich für mich auch aus, dass man seine Ideen, Wünsche, Vorstellungen in verschiedenen Materialien ausdrücken kann Und dann wird's eigentlich auch kriegt so eine gewisse Tiefe oder Vielfältigkeit. Das ist eben Malholz ist, Malmetall, es kann gemalt werden, es kann aber auch gebaut werden und man erkennt immer, ja, das sind Annas Formen.
Oder anders Farben. Ja weil ich mit dem Farben. Ich mische manchmal die Farben, manchmal aber überhaupt nicht. Also oft nicht. Aber ich gehe und selber mich wähle, welche Farben, weil wir haben neulich darüber gesprochen, ob genau. Farbe ist sehr persönliches, Und ich finde, man Menschen merken sehr schnell, ob sie eine Farbe mögen oder nicht. Und man fühlt sich auch zu bestimmten Farben hingezogen. Was wünscht du dir von der Zusammenarbeit mit Lucia?
Also ich bin sehr zufrieden bis jetzt mit der Arbeit mit dir, mit dir. Deswegen, ich wünsche mir, dass es einfach weiter so geht und dass wir uns gut verstehen und unterstützen und, Weiter, Wachsen in unserer Karriere zusammen. Und andersrum? Ja, das hast du eigentlich schon ganz schön und treffend formuliert. Denke auch im Team sein zusammenhalten, sich gegenseitig inspirieren. Also ich habe jetzt grad eben erfahren, dass eben schon neue Ideen da sind, was könnte als Nächstes entstehen und da bin ich dann auch immer ganz gespannt und ich gehe dann auch gerne die Künstlerinnen besuchen in ihren Ateliers und schaue, was entsteht Neues, wenn, man einen Weg zusammengeht Der ist so geprägt von den Erfolgen. Man macht sich vielleicht gegenseitig ein bisschen sichtbar, sorgt für Netzwerke.
Aber gibt es auch schon Momente, an denen ihr gemerkt habt, das war ein bisschen knifflig? Aber hier haben wir so und so reagiert und das war gut Wir sind daran gewachsen und können nun weitergehen. Welche Erfahrung würdet ihr mitgeben in diesem neuen Kennenlernen und dem Vertrauen in eine gemeinsame Arbeit und auch den Glauben aneinander zu behalten, wenn's mal ruckelt?
Ah es darf auch mal schwierig sein und also wir arbeiten zusammen, ne? Also sage ich auch immer ganz wichtig, wir müssen keine Freunde sein. Es ist beruflich. Wir werden nicht zusammen in Urlaub fahren oder so. Haben wir nicht vor und das ist auch okay. Also ich brauche meinen Privatraum. Und äh auch meine Künstler haben ihr eigenes Leben und man klebt ja nicht ständig aufeinander. Jetzt in so einer intensiven Phase von Ausstellungsaufbau und Umsetzung verbringt man viel Zeit miteinander, Also ich glaube, meine Künstler spüren, dass ich versuche alles möglich zu machen, aber dass ich auch Grenzen habe, dass ich bei einem Aufbau dann auch sage, so, ich muss jetzt los. Und ich bin dann plötzlich auch weg. Und dann
sind sie halt auch mal auf sich allein gestellt. Also sie wissen, dass ich sehr äh mit meiner Zeit sehr gut haushalte. Und trotzdem hoffe ich natürlich, dass sie sich nicht allein gelassen fühlen. Aber es alles hat auch seine Grenzen und die muss man auch kommunizieren, all das ich auch sage, ich mal ab zweiundzwanzig Uhr, ich schaue nicht aufs Handy oder im Urlaub, ich beantworte mal 14 Tage lang keine Mail, das muss möglich sein, weil das auch so ein Trend unserer Zeit, das ist so immer alles und ständig und da davon wird man, glaube ich, dann auch irgendwann irre, also. Und für mich heißt die Künstlerin Perspektive ist es.
Die Künstler müssen auch selbstständig sein und äh egal ob sie junge Künstler sind, müssen sie gewisse Erfahrung mitbringen und dass sie wissen, was sie machen wollen. Und dann, sie Entscheidungen treffen können, weil ich glaube, das ist das Wichtigste, weil, Ich bekomme zum Beispiel E-Mails oder Nachrichten und dann sie sagen, was willst du das und das, welche Datum? Dann musst du sofort entscheiden. Es gibt sehr viel stressige Situationen und das ist die ganze Zeit für die Ausstellung war bis zum gestern Stress ja. Ich hoffe heute ist gut und dann, Muss man sofort reagieren und das ist etwas, die ich glaube nicht alle können machen, weil das ist es ist schwierig und das macht er glaube ich schwierigste in unserer Arbeit, weil die beste Zeit ist, wenn man im Atelier ist und die Kunst macht, das ist wirklich die beste Teil, aber alle anderen es ist,
Entscheidungen treffen und Zeitmanagement. Also ist die Essenz eine Verlässlichkeit, eine absolute Verlässlichkeit und gleichzeitig das Respektieren von Distanz und Grenzen? Ja. Ganz gut zusammengefasst. Ja. Eben habe ich ja schon gefragt, wie ihr euch kennengelernt habt und da kam raus, dass du dich einfach auf Eigeninitiative beworben hast.
Du hast gefragt, dass Eigeninitiative eigentlich nicht so ganz empfehlenswert ist, was mich interessieren würde, warum hast du das gemacht? Also ich könnte mir vorstellen, dass das ja damals, damals auch schon ein Thema war, bewirbt man sich eigenständig bei Galerien oder nicht? Na ja, eigentlich wollte ich sagen auch nein, aber manchmal, es gibt Situationen, wo die Künstler müssen das spüren, wann ist es Moment. Wenn es war für die Ausstellung.
Ich habe ich war in der Galerie und dann habe ich mich gezeigt, haben wir uns kennengelernt. Aber später die Galerie hat eine Open Cow gemacht und wenn ihnen generell eine Galerie oben co macht, dann, Darf man sich bewerben. Das bedeutet, jetzt ist das Moment und da also Lucy hat diese open go für den Open Copen door.
Reiste und die Idee war, dass man eine Tür bemalt Ich wusste damals nicht, was für eine Tür und genau, ich habe mich entschieden zu bewerben und ich habe gestaltet erstmal ein digitales Projekt äh für die Tür. Und mittlerweile habe ich verstanden, welche Tour es ist. Das war eine Doppeltür sozusagen und dann habe ich ein bisschen Konzept äh gedacht, weil es ist zum Beispiel wie wie wäre es, wenn man nur eine Tür öffnet oder nur oder die andere oder die beide, wie sieht es das aus im Raum?
So habe ich meinem Projekt gemacht, inspiriert von meinen Formen, Genau und die Farbigkeit und ich hatte total Freiheit. Das ist die Beste und genau und dann, Das hat geklappt. Ich glaube, es ist ungewöhnlich als Galerien-Open Call zu machen. Ich kenne das eher von den Off-Spaces, von den Projekträumen Junckergalerie machen auch Open Calls oft, ja. Ja, ich dachte, vielleicht meldet sich dann irgendein Künstler, den ich noch nicht aufm Schirm habe, Und tatsächlich war die Beteiligung auch gar nicht so hoch. Also es waren jetzt nicht hunderte von E-Mails. Also ich konnte alles gut sichten.
Und ich habe tatsächlich ein paar Bewerbungen reinbekommen, die ich für das Projekt nicht passend fand, aber Lust habe, in nächster Zeit mal auszustellen und äh da werde ich jetzt ein paar Atelierbesuche machen in den nächsten Wochen. Die Idee hinter dem Projekt war, das Gefährliche ist, wenn man eine Galerie hat, fängt man halt auch selber an zu sammeln, Und ähm ich irgendwann sind die Wände voll und dann äh habe ich mit meinem Mann gesprochen, ist halt Die Türen sind ja auch Flächen und dann haben wir uns überlegt, dann müssen die eben auch gestaltet werden, Und ja jetzt äh in den letzten Wochen saß Anna bei uns in der Garage, während wir in Sommerferien waren und hat gemalt und, Dann haben wir die Türen wieder in die Angeln gehängt und wir haben sowieso ein sehr farbiges Haus. Also bei uns hat jeder Raum mindestens zwei verschiedene farbige Wände
Und da fügt sich Annas Arbeit natürlich super ein und das Das Besondere ist, dass wir jetzt damit leben. Also ich öffne diese Tür jeden Tag und schließe sie wieder und es ist so Teil von unserem alltäglichen Umfeld. Und ähm ich möchte das auch noch dokumentieren, um zu zeigen, viele Menschen haben ja auch so Berührungsängste mit Kunst und das das man auch sagen kann, man kann mit Kunst gut leben. Es muss nicht eine Glasvitrine sein oder eine Videoüberwachung, sondern.
Man kann auch mit Kindern zum Beispiel früh denen beibringen, das ist was Besonderes und da wird nicht gegengehauen, es wird nicht zerkratzt und jetzt haben wir die Kunst halt ganz nah bei uns jeden Tag und das ist wunderschön und das Dann auch und die Türe spielt schon eine Rolle, ne? Ach so in den Sommerferien nicht, auch die Tür der Galerie besonders gestalten lassen?
Genau, wir hatten um äh den Ausstellungsaufbau dem mehr Zeit zu geben, hatten wir anders Ausstellungen sehr weit im Voraus aufgebaut, um die Ausstellungsansichten mit in den Katalog reinzubringen, Und das Fenster hatten wir verschlossen und dort hatten Künstler eine Ausstellung gemacht. Das heißt, äh auch wenn man vorbeigelaufen ist und es waren keine Öffnungszeiten, konnte man was sehen.
Also jede Fläche wird genutzt und jetzt steht eigentlich noch an, also man könnte das Projekt noch weiterdenken und sagen, ja, jede Tür wird jetzt geschaltet Und irgendwann bringt man alle Türen mal äh hier in die Galerie und macht da eine Ausstellung raus. Also eine Ausstellung voller Türen finde ich auch ganz gut The Space of Color, wir unterhalten uns so viel über Räume, Paravent und so weiter, Welche Rolle spielt denn die Tür in eurem Leben? Türen sind wichtig ja. Die Bauern ein Privates wäre aber sie offen da auch andere Möglichkeiten. Deswegen ich finde es sehr sehr wichtig. Könntest du dir denn vorstellen auch Im Folgenden noch mehr über, wenn wir jetzt die Tür als ein Möbel betrachten oder als ein Teil des Raumes dich noch mehr Wohnungen.
Objekten zu widmen. Das das habe ich sowieso geplant irgendwann in meine Zukunft, die Wohnung zu machen, weil ich habe immer, irgendwie ich werde das sowieso machen, weil das ist für mich sehr langweilig an Interior, weil das nur weiße Wände sind, es muss noch etwas und dann die Möbel müssen bestimmen. So ein bisschen wie die Interior-Designer zu denken, aber mehr in der Kunst jetzt hat er angefangen mit einem Stuhl in meinem Motelier. Ich habe ihn bemalt. Ich habe es nicht bis zum Ende gebracht, aber trotzdem ich hatte er war eine alte Stuhl.
Mein und Anna ist in ihr neues Atelier gezogen und ich habe diesen Stuhl vorbei gebracht und als ich das nächste Mal kam, war der Stuhl bunt und ich fand ihn so gut, ich hätte ihn gern wieder gehabt. Ja. Und ich habe damit angefangen und ich fand das sehr, Besonder und besonders an der Tür, da ist eine eine Holzplatte, das ist eine Leinwand. Man kann das bemalen. Das ist.
Das ist perfekt einfach. Jetzt haben wir ja schon das ein oder andere Werk hier in der Ausstellung, besprochen. Gibt es denn die Möglichkeit, dass es auch langfristig konserviert wird, zum Beispiel in einem Katalog Genau, das ist eigentlich Premiere diesmal, weil wir haben's geschafft. So sind die aktuelle Ausstellung mit Ausstellungsansichten in den Katalog zu bringen und dann im Katalog saßen wir jetzt ja fast glaube ich ein ganzes Jahr, Mit unserer Grafikerin und es hat geklappt. Gestern wurde er angeliefert und er ist da. Also es ist eine Kunst des Zeitmanagements gewesen, dass es geklappt hat und das finde ich auch das Schöne an so einem Buch wo man sagt, ja, ich so ein ganzes, echtes Kunstwerk kann ich mir nicht leisten, dann kann ich halt das Buch mitnehmen und kann mir zu Hause die Arbeiten nochmal anschauen.
Ähm das so ein bisschen wie früher, wenn man sich eine Postkarte gekauft hat am Ende der Ausstellung im Museumsshop. Dann freue ich mich ja ganz besonders, dass man sich zum einen natürlich die Werke hier, in der Realität anschauen kann? Im Katalog und hier nochmal nachhören kann. Ich danke euch ganz, ganz herzlich, dass ihr mir hier die Zeit geschenkt habt Wir ein bisschen intensiver in eure Biografien, in eure Zusammenarbeit, in eure Fragen und Antworten eintauchen konnten Vielen Dank dafür. Ja, vielen Dank auch. Danke fürs Fragen.
Music. Heute. Die nächste Folge erscheint in einer Woche. Und um sie nicht zu verpassen, folge der die Leichtigkeit der Kunst gerne auf deiner, Wenn dir diese Folge gefallen hat und dir auch die weiteren Episoden zusagen, dann hinterlasse doch gerne fünf Sternchen sowie eine wohlgesonnene Bewertung, Ich freue mich auch über Empfehlungen, Fragen, Kritik und natürlich auch weitere Themenvorschläge oder Gesprächspartnerinnen, Dazu kannst du gerne die Social Media Kanäle von die Leichtigkeit der Kunst nutzen oder eine E-Mail.
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