Die Leichtigkeit der Kunst - Kunstpodcast· Folge 9

Wortschatz – Wie Sprache Heimat wird

Freitag, 26. September 2025 · 1 h 14

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Shownotes

Wie klingt Herkunft? Wie fühlt sich eine Sprache an, die nicht im Wörterbuch steht – sondern im Herzen?In dieser Folge widmen wir uns einem besonderen Thema: der Sprache als stiller Träger von Identität.

Dialekte und Mundarten erzählen von Zugehörigkeit, Wandel und Nähe.

Dr. Markus Denkler öffnet die Archive westfälischer Sprachgeschichte – und lädt ein zu einem Gespräch über das Erinnern, Weitergeben und Weiterdenken.

Themen dieser Folge– Sprache als kulturelle Identität– Dialekte, Wandel und Wert– Westfälische Redewendungen– Sprachgeschichte und Zukunft– Namenforschung, Flurnamen, Familiennamen– Emotionale und gesellschaftliche Bindung an Sprache– Sprachliche Zugehörigkeit in einer globalisierten Welt– Wie Dialekte Geschichten bewahren

GastDr. Markus DenklerGeschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) (mundart-kommission.lwl.org/de/ueber-uns)

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Also eine Sprache verstummt ja, wenn der letzte Sprecher dieser Sprache stirbt. Music. Hallo zusammen und herzlich willkommen zu meinem Podcast Die Leichtigkeit der Kunst, Ich bin Claudia Linsel und in Zusammenarbeit mit der LWL Kulturstiftung, wir in diesem Podcast Spezial genau Westfalen, Geschichte, Kultur und Identität dieser besonderen Region ins Rampenlich, im Jubiläumsjahr 1250 Jahre Westfalen zeigen 44 geförderte Kulturprojekt, vielfältig Herkunft, Wandel und Zugehörigkeit klingen und lebendig werden können, In dieser Folge richten wir unseren Blick oder besser, unser Ohr auf etwas, das oft ganz leise im Hintergrund wirkt, aber tief in uns verwurzelt ist, Die Sprache, denn Sprache ist mehr als Grammatik oder Kommunikation. Sie ist Erinnerung, Beziehung, Gefühl,

manchmal ein unausgesprochenes Zuhause. Was passiert, wenn eine Sprache langsam verstummt, wenn sich durch wirtschaftlichen und sozialen Wandel nicht nur Dörfer, sondern auch sprachliche Räume verändern? Unsere Sprache prägt, wie wir denken, fühlen und wie wir uns mit einer Region verbunden fühlen, gemeinsam mit Doktor Markus Denkler, dem Geschäftsführer der Kommission für Mundart und Namensforschung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe spreche ich über Sprache als Teil kultureller Identität, und darüber, wie Sprachwandel nicht als Verlust, sondern als Entwicklung verstanden werden kann.

Doktor Markus Denkler nimmt uns mit in Sprachlandschaften, die geprägt sind von Kreativität, Emotionalität und tiefen regionalem Wissen, eine Folge über das Hören, Erinnern und darüber, wie Wort uns mit einer Region verbinden können. Ich freue mich, dass du da bist. Danke schön. Erzähl mir. Erinnerst du dich an dein, Plattdeutsches Wort oder an einen Moment, in dem du gemerkt hast, mehr als Sprache? Hm, das ist eine schwierige Frage. Also ich bin in einem kleinen Dorf im Münsterland aufgewachsen, wo Plattdeutsch noch Ganz normale Sprache des älteren Bevölkerungsteils war, also meine Eltern, sprechen platt untereinander, also bis heute und das war die normale Sprache der Verwandtschaft, und der Dorfbewohner. Insofern habe ich das jetzt nicht irgendwann mal dazu,

wahrgenommen, sondern es war von vornherein da und auch sozusagen diese Zweisprachigkeit. Ich selber habe eben als Muttersprache Hochdeutsch gelernt. Die Eltern haben wahrscheinlich auch durch, Eigene Schulerfahrungen, die da nicht so positiv waren, was das Flat Deutschland betrifft, irgendwann die Entscheidung getroffen, dass sie ihre eigene Muttersprache eben nicht weitergeben an die Kinder, sondern eben das, was sie selber in der Schule gelernt haben, das Hochdeutsche, aber, Alle Kinder haben's trotzdem erworben, Dadurch, dass eben, dass die normale Sprache der Verwandtschaft und der Nachbarschaft war und erst später, wenn man dann nochmal differenzierend irgendwie so ein bisschen dazu aufhorchtet, zum Beispiel, dass es doch,

Sprecherinnen und Sprecher im Dorf gab, die nicht Plattdeutsch sprechen konnten. Okay, das Konnte im Alter zu tun haben oder auch, dass die Familie nicht aus dem Münsterland stammten, sondern zum Beispiel Heimatvertriebene waren. Und so weiter. Und dann kriegte man dafür so ein Gespür, dass das also hier schon was Besonderes ist und im Grunde war es dann auch so eine Sache des ganzen Lebens, der Sprache in der Schule, dass man dachte, okay, irgendwas habe ich da noch.

Plattdeutsche ist so ein bisschen noch hinten da im Hinterkopf und was mache ich jetzt damit? Und dann, was hast du damit ich habe dann, also über Umwege Germanistik studiert, erst habe ich Umwege ich fand Englisch so toll in der Schule und Geschichte und habe damit angefangen, und irgendwie aber doch nicht beim Studium gedacht, das ist es jetzt. Also da auch über, Sprachwandel, über Sprachzusammenhänge nachzudenken und etwas zu lernen, war zwar schön, aber irgendwie fehlte noch das gewisse Etwas. Und das habe ich dann im Studium bei der Germanistik kennengelernt, als ich das dann dazunahm, Und da gab es tatsächlich auch dann, Einige Lehren, die die Spezials Plattdeutsch aus Niederdeutsche mit in das Programm aufgenommen haben und dann öffneten sich irgendwie Welsen bei mir. Da habe ich gedacht.

Ja stimmt, Moment, Englisch jeder Deutsch, hochdeutsch, so hängt es also zusammen und diese Verwandtschaft, die sich eben so in regelmäßigen Ähnlichkeiten und auch Unterschieden der Wörter ausdrückt, Das fand ich total faszinierend und auch dass das Niederdeutsche hier eigentlich so verschwunden ist, aber man gleichzeitig ja, so viel noch entdecken kann. Also es ist jetzt eben nicht dieses große Hochdeutsche, wo gewichtige Forschung das meiste schon rausgefunden hat in meiner Wahrnehmung damals, sondern, das ist ja das total differenzierte Niederdeutsch, wo man also sofort.

Auch als Studierender reingehen kann und was entdecken kann. Sag mal, in welcher Zeit bist du aufgewachsen? Also ich bin Jahrgang dreiundsiebzig, Also hauptsächlich in den 80er Jahren aufgewachsen. Wie war damals die Situation? Du sagtest eben, du bist in Anführungszeichen zweisprachig aufgewachsen, also mit den Eltern platt oder Niederdeutsche und in der Schule das Hochdeutsche gesprochen.

War das denn schon immer so? Also es ist sicherlich so, dass vorher, Die meisten Menschen Hochdeutsch in der Schule kennengelernt haben, aber dass die Eltern das Niederdeutsche immer weitergegeben haben. Das das war also kurz vorher der Bruch, dass die Eltern das nicht mehr weitergegeben haben, also zumindest bewusst als äh Sprache, die man mit den Kindern spricht, Das ist peu a peu im Grunde nach Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Ende des 19. Jahrhunderts gekommen. Dann natürlich mit den üblichen Unterschieden statt Land, Nord-Süd und so weiter, aber das war etwas, was also erst Ende des 19. Jahrhunderts eine Rolle spielte, dass durch die Schule und dass alle Kinder dann merkten, Na ja, das hat hier überhaupt keinen Stellenwert, meine eigene Muttersprache und dann später, wenn sie dann Kinder hatten, sich das also.

Zweimal überlegt haben, ob sie das Niederdeutschland bewusst weitergeben oder nicht doch lieber das Hochdeutsche? Das heißt über Jahrhunderte war es ganz normal, dass Niederdeutsche weiterzugeben. Das war die Hauptsprache in in Westfalen-Lippe. Das Hochdeutsche, trotzdem immer schon eine große Rolle, weil es schon, Sehr lange, also eigentlich seit dem späten Mittelalter mit so gewichtigen Themen wie Bildung, Verwaltung, Finanzen und so weiter verbunden war, sodass man also Eventuell zwar aufm Dorf, ganz gut äh ohne Hochdeutsch auskam, aber in den Städten und sobald es um gewichtigere Dinge ging, dann halt nicht mehr. Das heißt, eine Rolle hat es vorher auch auch gespielt. Wann wird Sprache für dich zur Heimat? Ich muss gestehen, dass Blattdeutsche das Münsterländer Platt,

Die Sprache meiner Eltern und der Familie. Das ist schon auch was Besonderes und die Heimat. Aber jetzt nicht im Sinne von das, wo wo man alltäglich gerne äh seine Zeit verbringt, sondern das, worauf man, sozusagen oder dorthin, wo man sich also beim Besuch der Eltern noch mal auch gedanklich in die Kindheit, zurück begibt. Und das ist bei mir schon mit den Plattdeutschen verbunden, auch wo das Plattdeutsche dann noch sein, normalen alltäglichen Sitz hat. Ich erlebe es ja hier sozusagen als Forschungsgegenstand, als etwas, was wir hier dokumentiert haben.

Und andererseits erlebt uns ja auch so ein bisschen als Kulturgut, was gepflegt wird oder wo verschiedene Aktionen gestartet werden, um das noch irgendwie erlebbar, erfahrbar, greifbar zu erhalten, aber da wo es dann eben die normalen Alltag prägt, also das uninterfragte, besondere, da ist das Plattdeutsche dann, Mit diesen Sachen bei mir zu knüpfen. Das geht verloren und was entsteht neu, wenn eine Sprache verstummt? Eine Sprache verstummt ja, wenn der letzte Sprecher dieser Sprache stirbt, Das heißt, wir sprechen über Menschen. Es ist ja nicht so, dass also.

Die Sprache irgendwie losgelöst von den Menschen verstummt. Es ist sind vielfältige Einflüsse und Ziele der Menschen auch nach eben nach Wohlstand, nach einem besseren Leben für die Kinder und bei all diesen Dingen oder auch wenn jetzt Geflüchtete zu uns nach Deutschland kommen und sich dann der Frage ausgesetzt sehen.

Spreche ich jetzt doch weiterhin Türkisch mit meinen Kindern Oder werden die später noch in der Lage sein, mit ihren Kindern tückisch zu sprechen? Um all diese Dinge geht es ja dann weitergabe und die Sprache ist aber auch gleichzeitig immer so stark verknüpft mit dem mit der Hoffnung nach Bildung, nach Einem Auskommen, das da für sentimementalitäten im Alltag ja keine Zeit ist oder nicht, der Punkt, sodass auch das Aussterben der Sprachen sozusagen zum natürlichen Prozess dazugehört. Wir lassen den sterbenden Sprachen in Mitteleuropa.

Dann noch so eine kleine Phase der besonderen Wertschätzung zuteil kommen, wie jetzt den Plattdeutschen. Also das Plattdeutsche wird jetzt ja nicht neu gehypt, als Sprache, die man an die Kinder weitergeben müsste, sondern noch im Literatur, Theater und Volkshochschulbetrieb, als irgendwie spannendes Erbstück verhandelt, aber den Status als normale Sprache, die weitergegeben wird, wird es ja wahrscheinlich nicht wieder erreichen und dann ist sie futsch, Und wichtig ist, glaube ich, dass die Menschen in dieser Phase damit auch klarkommen. Und dass das in dem Hin und Her, weil natürlich gibt es Gruppen, die ein solches, verzichten auf eine Sprache, befürworten und andere sind die Leidtragenden in einer solchen Entwicklung. Das ist ja nicht ein demokratischer Prozess oder so, sondern etwas, wo natürlich auch sofort wieder Interessen

und Macht und so weiter eine Rolle spielen und da wird es ja darum gehen zu gucken. Wie kann ich das jetzt mit den Menschen und auch im Zusammenleben mit den Menschen, für die diese Sprache noch einen Wert hat, okay, verhandeln. Mir fällt, In diesen vielen Gesprächen, die ich bisher geführt habe, häufig auf, dass jeder sein eigenes Füllwort hat. Mhm. Sprachen eben schon über die Bestätigung, ich habe den Eindruck, dass wir in einer Zeit leben, in der vielen Aussagen, die Wahrhaftigkeit, zugeordnet werden muss. Ich spiele an auf Wörter wie, dass es tatsächlich so, Das ist wirklich so. Ganz ehrlich habe ich das.

Kann man die These aufstellen, dass je unsicherer eine Zeit wird, Klimakatastrophe, KI, Kriege und so weiter, sorgen dafür, dass wir uns immer unsicherer fühlen und dass wir daraufhin Wörter nutzen, um unsere Sätze noch mehr zu untermauern? Das ist eine gewagte These, glaube ich. Also es wäre auch sehr schwierig, das jetzt wirklich miteinander zu verbinden. Da müsste man auch so einerseits, sichere und unsichere Zeiten stark voneinander abgrenzen können.

Und dann irgendwie den Gebrauch von solchen auf Bestärkung oder so zielende sprachliche Merkmale irgendwie messen, in der Häufigkeit und so. Ich wäre da sehr, sehr skeptisch. Also, Es ist natürlich tatsächlich aber trotzdem auffällig. Schon sagen, dass also die überhaupt dieses Phänomen. Also es gibt auch eine Untersuchung zum Beispiel zu dem Baustein ehrlich gesagt. Mhm. Dass man so sagt also, ehrlich gesagt, warum? Also ich meine, soll das etwa heißen, dass man sonst so gesagt jetzt nicht so ehrlich ist, aber dann muss man halt in die Interaktion ins Gespräch gehen und sich genau anschauen, welche Funktion hat es denn und, Ehrlich gesagt, hat wohl eher die Funktion etwas, Was man jetzt gerade nicht so gerne sagen möchte oder wo man denkt, da könnte das Gegenüber jetzt das nicht erwarten oder eine andere Meinung zu haben zu markieren. Also eine Art Vorsicht, jetzt sage ich gleich etwas, was nicht so ganz zu dem passt, wo wir bisher so,

standen. Das heißt, man muss dann sich noch mal genau die Funktion auch ansehen, also die Sprache ist eben so lebendig und die Funktionen können sich so schnell, weiterentwickeln, dass man jetzt eben nicht sagen kann, ehrlich gesagt hat jetzt was mit dem Ehrlichkeitsgehalt dieser Aussage zu tun, sondern, Die Funktion muss man sich dann erst noch mal genau angucken.

Und da sind wir also sozusagen bei einer interaktionalbasierten Sprachwissenschaft. Solche Fragen kann man nur klären, wenn man in Gesprächsdaten dann reingeht und guckt Was genau heißt es denn dann wirklich und welche Funktion haben diese Versatzstücke denn in echter tatsächlicher Rede? Mir fällt auch auf, dass es zwischen Männern und Frauen, unterschiedliche Füllwörter oder Begleitwörter Männer sagen wahnsinnig gerne, wahnsinnig ist das ein Wort. Fakt ist, mhm. Quasi at, Mhm. Ja, das stimmt. Das höre ich bei Frauen sehr selten. Ja. Also die Sprache ist ja durch so viele Sachen geprägt und natürlich auch dadurch, dass man sich selber immer auch mit positioniert.

Also wenn man, wenn wir jetzt sprechen, haben wir ganz schön viele Tasks, die wir parallel machen. Wir müssen also, Organisieren, wer wann genau spricht und dann wann der andere wieder darf und so weiter. So technische Fragen, dann sozusagen dieses Interview-Format auch inhaltlich zu füllen und unsere Rollen.

Du also eventuell irgendwann sagen kannst, vielen Dank und das war's jetzt. Das würde ich ja nicht sagen. Also auch unsere Rollen und all das passiert da im Gespräch, Und ich glaube auch, dass Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit dann auch einfließen in die Sprache, dass man also durch bestimmten Sprachgebrauch zum Beispiel, dass man gewisse Dinge kategorischer formuliert, wie mit diesem, und so weiter, dass die einen Beitrag dazu leisten können, sein eigenes Standing oder seine, seine Rolle als soziale im Gespräch gespiegelte Größe sozusagen dann zu schaffen in dem Moment. Ich habe schon mal darüber nachgedacht.

Einen langen Zeitraum so, dass er Männer studiert haben und akademische Berufe haben, ob das kann natürlich auch echt an den Haaren herbeigezogen sein, ob äh sich bedingt durch akademische Berufe, Auch die Sprache ein bisschen männlicher in die Einrichtung entwickelt hat, während dieses nach Bestätigung suchende eher so ein bisschen weiblicher. Mhm.

Ja. Dein Blick. Also unser Sprechen steht auf einer historischen Grundlage. Mhm. Das auf jeden Fall, ganz grundsätzlich. Und auch die, Art und Weise, wie wir Sprache erwerben. Geht ja auch damit einher, dass wir überhaupt uns entwickeln und auch uns an Personen ausrichten und dass ich eventuell Töchter an der Mutter orientieren und so weiter und so weiter, so dass also, da eben diese Weitergabe von Rollenbildern und von, bestimmen Ausdrucksweisen, die dann eher männlich oder weiblich konnotiert sind. Dann natürlich erstmal grundsätzlich plausibel sind.

Aber ich glaube auch, dass auch das sich immer ändern kann. Und dass man sozusagen dieses dieses also wie ich in der Interaktion, welche Haltung ich jetzt zu dem gesprochenen und zu meiner Rolle und so weiter habe, dass das auch immer etwas ist, was immer neu hervorgebracht wird und wie man auch in der jeder Interaktion auch wieder neu verhandelt sozusagen. Das ist nichts, was einfach da so steht und dann machen das alle so, sondern das kann sich immer wieder neu justieren, dadurch dass Sprache ja nur im Gespräch.

Zwischen Menschen existiert und da immer wieder neu geformt wird und, sich dann auch weiter entwickeln kann. Von welchen Dialekten sprechen wir denn hier in Westfalen? Weil das westfälische gibt es ja so nicht oder? Ja doch, also es ist natürlich eine Frage, wie man also mit dieser großen Vielfalt. Als bravenschaftler umgeht. Man kann jetzt gucken, wie kann ich das gliedern, dass es Sinn macht oder dass man das eventuell auch mit Menschen, die das selber sprechen, auch transportieren kann, dass man's so gliedert. Also insgesamt sprechen wir von den Niederdeutschen Dialekten oder Mundarten, Gibt es diese ominöse Bennrater Linie, die von Westen nach Osten durch Deutschland geht, in Düsseldorf Bennrad standet sie den Rhein, deswegen hat derjenige, der diese Linie,

entdeckt hat, der aus Düsseldorf kam, gesagt, das ist die Linie. Das ist die Marken-Machenlinie. Nördlich sagt man Marken, südlich machen oder mache hochdeutsch, Und das ist ein Beispiel für die hochdeutsche Lautverschiebung, dass herausgegriffen wurde und das so als Hauptmerkmal der Unterscheidung Niederdeutsche Dialekte, Hochdeutsche Dialekte. Na gut und dann kann man natürlich innerhalb der niedeutschen Direkte noch weiter gucken, was kann ich da noch die dann West, Nieder, Deutsch, Ost, Niederdeutsch, also das alte angestammte Gebiet der Sachsen versus das Kolonialgebiet, das also irgendwann mal den slawischen Stämmen abgerungen wurde und so weiter und so weiter, und innerhalb des Westniederdeutschen kann man dann schon auch einen westfälischen Sprachraum oder direkt Raum abgrenzen,

Aber da sind wir schon in dem Bereich, wo man sich aber auch ganz unterhaltsam streiten kann, also wie man das jetzt genau macht, mit welchen Kriterien, aber ein Merkmal bei den westfälischen Dialekten, was wirklich sehr, sehr, sehr auffällig ist, sind diese Kützendichtungen. Das hier so einbringen darf, also zum Beispiel Essen heißt in großen Teilen des Liederdeutschen Sprachraums, sowas wie.

Oder Ecken, aber in Westfalen sagt man, ehrten auf Platt und dieses eher Erden, das ist also so ein Kürzen-Diston, wird das genannt und solche tauchen hier in einer ganzen Reihe von Wörtern auf und das heißt, es gibt sehr viele Sprachkarten, wo Westfalen doch ziemlich stark, absticht durch solche und andere Sprachmerkmale, sodass man eigentlich immer in der Sprachwissenschaft davon ausgegangen ist, dass es das wohl geben kann, einen feststädtischen Dialektraum. Dann kannst du mir bestimmt erklären, warum, Der kleine Ort Rittberg, den ich auf der anderen Seite der Benrater Linie Kommende als Riedberg bezeichne.

Für alle HörerInnen, die nicht aus Westfalen kommen, Riedberg wird geschrieben, RIE TBERG, also von Ritt ist da nichts zu erkennen. Also man muss dazu sagen, bei wenn wir im Bereich der Ortsnahm sind und da werden allerlei. Regelhaftigkeiten immer wieder gerne durchbrochen, dass es ein Feld für sich, da muss man eigentlich direkt in die historische Überlieferung gehen, um zu gucken, woher stammt das überhaupt? Dann gibt's das mittlerweile auch sehr, sehr viel, In diesem Bereich. Es gibt ein westfälisches Ortsnamenbuch Da sind alle, alle Kreise schon behandelt worden, also auch der Kreis Gütersloh aber ich wage da jetzt tatsächlich nichts sozusagen. Ich sollte es lieber nicht tun. Du hast ja hier in der Kommission von Namens- und Mundartforschung alle deine Leidenschaften

Einen können die Geschichte und die Germanistik, die Sprachwissenschaft. Also im Grunde noch viel mehr Leidenschaften, also es ist ja so, dass man, hier in so einer kleinen Dienststelle, abgesehen davon, dass man, hier mit so vielen netten Kollegen zusammenarbeiten kann. Das sind ja eigentlich die wichtigeren Sachen fast noch. Ist es so, dass wir, Hier auf einer Riesenmenge von eigenen Belägen sitzen für das Westfälische Wörterbuch über Jahrzehnte gesammelt, wo sich so viel nach draus machen lässt und was einfach so spannend ist, das weiter zu bearbeiten. Gleichzeitig ist es so, dass wir, eben gerade auch im Landschaftsverband uns ja selber auch die Aufgabe geben, über die Dinge zu sprechen.

Und eben nicht nur englischsprachige Beiträge in internationalen Journals zu schreiben und das finde ich eigentlich von vornherein einen einen tollen Ansatz Äh wir haben vor ein paar Jahren einen Film gemacht über Plattdeutsch Sprecher wir machen Vortragsveranstaltungen und in sozialen Medien und so weiter. Also Dinge, die man jetzt, an der Uni vielleicht ist das nicht ganz fair zu sagen, dass das Davinia gemacht wird, aber zumindest von vornherein nicht so einen großen Stellenwert hat wie bei uns und ich muss sagen, dass da kann man sehr viele seiner Leidenschaften dann einbringen und all diese Dinge einbauen in, in die Arbeit. Wenn wir uns noch mal die einzelnen Dialekte anschauen, du hast eben schon gesagt, dass äh pro Region unterschiedliche,

Mundarten gesprochen werden. Wie hat sich denn eine Mundart entwickelt, Der eine bisschen mehr fällt und dann ist die Sprache ein bisschen mehr Feld bezogen und der andere hat ein bisschen mehr, was weiß ich was? Ja, das ist eine Frage, die wirklich die Sprachwissenschaft, beschäftigt und das hängt natürlich auch so ein bisschen von Mindset würde man neu Deutsch sagen, ab Was man jetzt so auch reinliest in die Sprachvielfalt und in die Grenzlinien, die man so findet auf den Karten. Man hat anfangs immer gedacht, das sind hauptsächlich bei manchen Stämme.

Dann hat man viel über Verkehrswege gesprochen und Der Ansatz ist, glaube ich, schon auch noch ein ein wichtiger, zu gucken, was hat sich überhaupt im Zeitverlauf in diesen Regionen abgespielt? Welche, Verwaltungsgrenzen gab es wann, wo und wie und was waren durchlässige Dinge und was waren Verkehrswege, also ein Fluss zum Beispiel, der konnte ja sowohl eine Barriere sein, und eventuell auch zusammenfallen mit einer wichtigen Bistumsgrenze, zum Beispiel die Lippe in Westfalen-Lippe und unter Umständen war, bevor hier das Christentum eingeführt wurde und die Bistüme gegründet waren da auch schon unterschiedliche Machtbereiche getrennt durch die Lippe, aber der Rhein als Fluss, ein Verkehrsmittel, der immer wieder Neuerungen von Süden nach Norden gebracht hat. Und so ist es eigentlich,

Hin und her, also eine Region kann zwar auch geprägt werden über, Die äh Jahrhunderte, aber es kann natürlich auch in einem Jahrhundert mehr nach Westen schauen und wenn man und sich nur dieses Jahrhundert ansehen würde, würde man die Grenzlinien ganz anders ziehen und im anderen Jahrhundert mehr Offenheit für Neuerungen aus dem und dem Gebiet haben.

Sodass das also wirklich ein äh etwas ist, was über die Zeit gewachsen ist, und wir müssen jetzt halt gucken, welche Kriterien können wir jetzt heute anwenden, um eine eine nachvollziehbare Einteilung zu haben, aber auch all diese Dinge eventuell auch noch. Sein zu lassen und zu sagen, ja okay, die Phase, die wir hatten, zum Beispiel in Westfalen, als viele Einflüsse aus dem Westen kamen, aus den Niederlanden, 18. Jahrhundert, das das möchte man auch gerne noch in den Gliederungen eine Rolle zuweisen und so. Also das sind so die, Polen. Hast du da exemplarische Behörde? Ja, also ich habe letztens noch ähm auf die Karte für den Maurer, Man wird ja meinen, okay, der Maurer, was gibt's denn da für Wörter? Also in Westfalen sagt man Größengeil.

Oder Mallorca mit entsprechenden Lautunterschieden. Da haben wir noch so ein altes K, das für viele Handwerkerbezeichnungen oder Personenbezeichnung verwendet wurde, den Imker haben wir ja auch übrigens. Immer ist das plattdeutsche Wort für Biene, also, kann sich ja wundern, warum die Biene Biene heißt und derjenige, der sich um die Bienen kümmert, der im das niederdeutsche Wort immer ist da drin. Immer gehört zu Imker. Der Imker ist derjenige, der sich um ihn kümmert und so gibt es auch den Mirka.

Das ist eine in Nordwestfalen, das normale Wort für den Maurer. Weiter südlich ist es der Murmann Mührmann Mauermann, kann man sehr kann man sie auch herleiten. Gibt's auch als Familienname in den in den Regionen, aber im westlichen Teil Westfalens, das ist ungefähr tatsächlich so der Kreis Borken. Heißt, dieser Handwerker Messner, genau wie niederländischen.

Whislay und das ist sicherlich so ein Fall, wo man auch genau hingucken kann, hängt das jetzt auch mit dem Bauhandwerk zusammen. Gibt es da jetzt wieder besondere, Verbindungen und so, aber es zeigt sich eben, dass in einem bestimmten Zeit, also vor allen Dingen siebzehntes, 18. Jahrhundert, dass dort einfach so viele, Neuerungen aus dem Westen kamen Niederlande so erfolgreich, als Handels- und Kulturnation, dass da in der Zeit sehr sehr viele Wörter auch Alltagswörter zwischen Druck.

Schon mal gehört. Man kann also nicht so mein schade also wenn man's eilig hat, dann, ist man Brock oder man hat einen Brocken. Das ist aber auch ein Wort, was man auch jenseits des Plattdeutschen manchmal hört, dass man jemand auf Hochdeutsch sagt, oh Mann, der ist immer so trock, bekleidet man sich darüber, dass einer keine Zeit hat. Das ist ein niederländisches Wort. Das ist also vom Westen hier nach Westfalen gekommen.

Wobei man natürlich sagen muss, allein so eine Karte, wenn man auf eine Karte sieht, oh da ist irgendwas nur im Westen Westfalen verbreitet Kann es also entweder sein, es ist aus den Niederlanden gekommen oder es sind alt angestammte Gemeinsamkeiten, die ja sehr groß sind zwischen Niederdeutsch und Niederländisch aber es gibt dann den Fall, dass eine Neuerung aus dem Osten gekommen ist und diese alte niederdeutsche Form auf den Westen Westfalen zurückgedrängt hat, sodass wir Von daher diese Gemeinsamkeiten haben. Also das muss man dann von Fall zu Fall dann sich ansehen. Hast du da auch da ein Beispiel? Hm ja van Darke zum Beispiel für heute.

Ganz normales plattdeutsches wie im niederländischen. Ist aber kein niederländischer Import, war immer schon hier in Westfalen verbreitet, ist dann aber sehr stark auf den Westen zurück gedrängt worden durch also solche Wörter, die sehr stark äh mit dem auf das Hochdeutsche heute projizierbar sind. Und wir sprachen eben über den Maurer, was ist denn.

Natürlich weiß ich, was eine Mauer ist, aber gibt es auch da eine Herkunft? Die Mauer steckt da ja drin und das ist ein lateinisches Lehnwort wiederum. Also wir hatten, also die früher hatten ja Wände. Die wurden gefunden. Das heißt, das ist so ein Verbund aus Lehm und vielleicht Hölzern oder so und mit den Römern kam erst das Mauern, also Backsteine backen oder Bruchsteine nehmen und die dann mit so einer Mörtelschicht, verbinden. Das ist also etwas, was die Römer Hierhin gebracht haben oder was hierhin gewandert ist als Kulturneuerung und mit dem Wortschatz dazu. Also die Mauer lateinisch Muros ist also eine Entlehnung aus dem Lateinischen und auch die Trufel zum Beispiel.

Das ist ein Werkzeug, was man dafür braucht. Trufel, Maurer, Kelle, Trufel haben wir dann auch das das sind so typische Wanderbahnen manchmal auch. Also die kommen jetzt nicht irgendwie direkt aus Romi hingeflogen natürlich, sondern das hat ja Wanderungen hinter sich und dann gibt es manchmal auch dann noch charakteristische Änderungen in der Wortform oder im Genuss oder so und da kann man manchmal sogar die Bahn rekonstruieren und wir haben dann ich weiß gar nicht, warum ich wir sage. Äh, Äh früher gab es dann vor allen Dingen Frühmittelalter häufig die Wanderbahn, also aus Gallien Niederrhein, Westfalen, kamen also Neuerungen, die letzten Endes äh aus dem römischen Reich kamen dann zu uns Und äh wenn man jetzt die Historie der Sprachentwicklung betrachtet, könnte man sagen, dass es,

alle paar, weiß ich nicht, hundert Jahre, hm bestimmte Ereignisse gehabt, die dafür gesorgt haben, dass ich eine Sprache wandelt, also ich denke jetzt zum Beispiel, klar, du hast die Römer schon angesprochen, aber auch die Sekularissation. Also da, ist mit kein Beispiel bekannt, aber ist natürlich schon so, dass der Wandel ja ein ständiger Prozess ist.

Klar, es ist manchmal so, dass solche Strömungen oder Trends einfach so, bedeutend sind, gerade wenn eben so bestimmte Zentren, so eine kulturelle Ausstrahlungskraft entfalten, aber es gibt eben auch vielleicht projizieren wir das aber auch ein bisschen falsch, dass das also, längerfristige Sachen waren. Ich meine, wir blicken ja zurück auf über 1tausend Jahre, dass die eben auch mehrere, Jahrzehnte Jahrhunderte gebraucht haben und so. Also eigentlich sprechen wir schon über immer währendde längerfristige Entwicklungen, wobei andererseits Grade im Bereich Wortschatz sich Dinge natürlich super schnell einbügeln können. Also bevor eine Sprache jetzt irgendwelche dramatischen Züge ändert, muss schon ein bisschen was passieren, aber ein neues Wort aufnehmen.

Und einbauen. Das ist natürlich relativ schnell gemacht. Also so was wie Kicks oder so der Keks ausm englischen Kek, Also das erkennt heute kein Mensch mehr, dass das ausm Englischen kommt und das war einfach schnell da. Es gab diese Kekse und schwupps, also Wortschatz lässt sich sehr schnell erweitern, aber Wörter können auch wieder ziemlich schnell auch wieder Vergessenheit geraten und das ist also ein immerwährender Prozess, aber natürlich ist es auch schön, die Dinge zu sortieren, zu gucken. Das Wort ist jetzt nicht zufällig, einfach mal von irgendwem, alleine importiert worden, sondern da steckt eine Strömung dahinter oder so, ne. Woher kommt eigentlich das Wort Münster? Also Münster hatte ja mal den Namen Mimi Gernerfort. Das ist also,

Die Furt der Leute, des Mimikärn oder eventuell der Mimi-Gern, falls deine Frau war und im Laufe der Zeit, ist aber der Charakter, dass hier also so ein Dom und ein Kloster stand anscheinend so wichtig, eine Wahrnehmung geworden und lateinisch Monasterium. Steckt also dahinter, dass also das lateinische Wort für das Kloster. Man kann sich natürlich fragen, wieso kann jetzt ein normales Wort für Kloster und ich meine Es gab schon auch noch andere Klöster. Warum kann das jetzt hier der Name für Münster werden? Aber es war anscheinend irgendwie doch sehr prägend oder auch als Identifikationsmerkmal so so deutlich, dass es sich anbot, das Wort zu nehmen, auf Plattdeutsch Münster und dann eben auf Hochdeutsch Münster. Also so wie in das Freiburger Münster. Das ist ja auch ein ein Wort für eine Domkirche.

Das selbe Wort. Und Bielefeld? Tja, das da bin ich überfragt, Gibt es den Ort überhaupt? Gut gekonnt. Ja also wie gesagt, die Namenkunde ist nicht so mein Fachgebiet. Direkt zugestehen. Da gibt es aber auch wirklich sehr, sehr viele Forschung. Äh es ist aber wirklich ein Bereich für sich, wo man sich voreiligen Herleitungen auch sehr, sehr stark hüten muss. Einmal wirklich in die Verlieferung geht es Namen wurden oft im Laufe der Zeit dann nochmal neu motiviert, umgedeutet, was reingelesen und so weiter. Man muss sich auch erst klarmachen, also ist das jetzt irgendwie in der Niederdeutsche Wurzel, denn viele Namen wurde ja für Hochdeutsch.

Also Neunkirchen heißt es jetzt oder Altenberge, aber andere. Haben noch Nienberge Neuenberge das muss man natürlich vorher einmal sortieren und und dann in die Belieferung gehen, bevor man anfängt, darüber zu philosophieren, was eigentlich sein könnte. Also ich habe mich da, immer sehr zurück. Okay, kommen wir weg von den Orten als Zugezogene Ich geb's zu, muss ich immer mal wieder auch über westfälische Nachnamen schmunzeln und frage mich, zog es ein ums andere Malo kommt an dieser Name eigentlich her? Also das ist tatsächlich etwas, was wir hier in der Dienststelle auch sehr sehr stark beforschen.

Denn wir hatten hier früher ein Großprojekt so in den Flurnamen. Also das sind die Namen von Wiesen, Äckern, Wäldern, Feldern und so weiter. Das ist teilweise auch sehr altes Namensgut und auch total spannend, was da an Wirtschafts- und Sozialgeschichte drinsteckt, Und da ist also so ein großer Floh am Atlas vorgelegt worden, schon vor etlichen Jahrzehnten.

Und es bot sich dann wirklich an zu sagen, okay, auf dieser Grundlage schauen wir uns die Familiennamen in Westfalen an. Also da ist es auch so, ähnlich wie bei den Dialektkarten mit Markenmachen, Erdnütten. Wenn man also anfängt, Karten zu machen über die Verbreitung von Familiennamen in Westfalen, es gibt da auch so größere Projekte, gibt es sehr, sehr oft westfälische Besonderheiten. Das ist nicht nur die Wahrnehmung von dir jetzt mal zufällig, sondern das ist tatsächlich oft so. Und einer der Hauptgründe ist dass hier die Flurnamen sehr häufig in die Familiennamen einfließen. Also wir haben ja sonst sehr viele Namen der Bäcker, der Müller, wo also die Berufe, Das ist so eine Art städtisches Phänomen, aber hier im ländlichen Westfalen sind es eben oft auch die Einzelhöfe und dann hat man Charakteristiker für die Höfe, ob die jetzt.

Verlager an irgendeiner bestimmten also Teer ist zu der Lage und die Lage, das ist tatsächlich unser Wort Lage, aber es ist ein besonderes Flohstück. Das hat dann bestimmte Formen, genauer weiß ich's dann jetzt auch nicht. Und all diese Flurnamen, also Haverkamp oder so. Denn das ist Haferfeld. Die sind hier sehr, sehr, sehr stark in die Familienheim reingeflossen, der Flut.

Also der Brink oder Brinkmann zum Beispiel, also der Brink ist auch wieder so ein erhöhtes Flurstück, sodass also man diese Familiennamen sehr, sehr gut mit der Verbindung zu den Flurnamen erforschen kann und es sind wirklich super viele Besonderheiten und viele niederdeutsche Elemente auch, weil die Flurnamen lassen sie oft nicht so leicht für Hochdeutschen.

Man das wollte. Also aus dem Schulten kann man schon mal einen Schuldsinn machen und so weiter, aber aus Teerfloht, Würde einem vielleicht nicht so schnell ein Hochdeutsch eine Entsprechung einfallen, so dass also auch in dieser Prozess, der für Hochdeutschung der Familiennamen, den es auch gegeben hat mit der für Hochdeutschung, amtlichen Schriftstücken war ein Familiennamen nicht so durchschlagend war, sodass wir da so sehr viele Besonderheiten haben, die noch Niederdeutsch sind und eben sehr viele Besonderheiten durch diesen Flurnamen Wortschatz eben dadurch, dass die Flurnamen so stark bei Hofnamen präsent sind und die Hofnamen hier eine wichtige Quelle waren für die heutigen Familiennamen. Es gibt zufälligerweise einen Hof, der liegt in Linzel. Das ist eine kleine Ortschaft bei Oelde.

Und in diesem Ort gibt es einen Hof, der heißt Schulze Linzell. Ja. Das da ein Zusammenhang. Und was bedeutet dieses Schulz? Also das Wort Schulz oder Schulte Kann man auf Schuld heiß zurückführen. Also Schuld tatsächlich die Schuld, also eine Abgabe oder eine Verpflichtung für eine Leistung und der heiß ist derjenige, der diese Abgabe einfordert.

Das heißt, in Willikationen, also in so Verbänden von landwirtschaftlichen Städten gab es oft so einen Oberhof, der die Funktion hatte, die Abgaben all dieser anderen Höfe einzusammeln und für den entsprechenden, Lehnsherren oder Eigentumsherren einzusammeln und abzuliefern. So eine Art Oberhof für so eine Gruppe von Höfen, dass der Schulze oder Meyerhof. Und diese Höfe, die man heute auch noch so kennt, also Schulze Linze.

Oder Schulze Schwathof, das sind eben oft eben tatsächlich noch die Höfe, die früher diese Funktion hatten. Und waren also diese Höfe mit besonderer Funktion und als die Zeit kam, dass man also diese für Hochdeutschung vornehmen wollte, wurden die oft dann für Hochdeutsch, sodass also aus Schulte Schleithoff oft Schulze Schleithof wurde, weil das ja die großen Bauern im Ort waren, die sich auch im 19. Jahrhundert oft schon in Richtung Städte, und zukunftsorientiert haben, während all die normalen Schultis, Also es gab dann irgendwann eine große Zahl von 9 Schulten, die nicht auf diese großen Oberhöfe zurückzuführen sind, vor allem im Sauerland, Also eigentlich ein typischer sauerländischer Name Schulte.

Die dann nicht so hochdeutscht wurden, sodass wir heute oft diese Schulze Schwathof Namen haben, mit der für Hochdeutschen Frau Schulze und im Sauerland Schulte die noch in der plattdeutschen Form sind, ist aber eigentlich der selbe Name. Das hat meine Kollegin vor kurzem noch mal erforscht indem sie auch noch mal ganz diffiziert geguckt haben, also wie verhält sich diese für Hochdeutschung von Schulte zu Schulze. Bei den einfachen Namen Schulte Schulze versus diese Namen von den großen Höfen, die dann noch was Zweites dahinter haben.

Also eigentlich ist es so eine Amtsbezeichnung, der Schuldheiss, derjenige, der die äh Abgaben einfordert. Und es ist jetzt ein Zufall, dass der Schulze-Linselhof in Linsel liegt, also oft sind die Bauschaftsnamen nach diesen großen Höfen benannt oder manchmal auch umgekehrt, denn das war eben der größte Ruf da, auf den sich alles bezog. Das kommt, glaube ich, relativ oft vor, dass es in irgendeiner Bauherrschaft auch mal einen Hof gibt, der so heißt wie die Bauerschaft und das ist also grade dann also auch dieser größte Schulzenhof, ist das ist schon auch naheliegend. Und wenn wir mal bei den Namen bleiben, was fällt dir denn zu Overbeck und Wildberg ein? Oh je.

Also. Ist ein guter Krimi. Genau, ist das nicht dieser dieser Krimi im ZDF? Ja. Also das sind schon Namen, die es in Westfalen auch gibt. Genau, Wegnahmen. Das sind natürlich sehr viele Namen, die von kleineren Dörfern, also. Billerbeck, Harwigsbeck, Bombeck und so weiter oder auch Powerschaften und dieses Beck, das ist eigentlich die plattdeutsche Version von Bach, Das heißt, oft gibt es dort auch einen entsprechenden Bach, der so heißt und dann ist das der Name dieser Ortschaft geworden oder dieser Wortschaft, sodass das also eigentlich Örtlichkeitsnamen sind, Aber klar, wenn jemand aus einem Ort kam und dann woanders hinzog, konnte diese Person auch dann als als Herkunftsnamen diesen Ortsdamen als Familiennamen bekommen. Also wie gesagt, die Familiennamen,

Die speisen sich aus sehr, sehr vielen Quellen, also neben den Berufsnamen Müller, Schulte Becker gibt es eben diese Wohnstättennamen, die sich eigentlich auf die Höfe beziehen, wo die Familie lebte oder diese Herkunftsnamen, also die sich nicht auf den derzeitigen Wohnort beziehen, sondern auch darauf wo man herkam. Jetzt stelle ich mir das so vor, erst ab einem bestimmten Zeitpunkt Im 19. Jahrhundert hat ja Jeder Lesen schreiben, rechnen lernen dürfen. Ich könnte mir also vorstellen, dass grade Mundarten und Dialekte nicht unbedingt schriftlich fixiert worden sind, sondern.

Dass die Gedanken der Denker eher im, Lateinisch oder Hochdeutschen formuliert worden sind. Aus welche Quellen könnt ihr euch berufen? Also es ist tatsächlich so, dass schon im 19. Jahrhundert, teilweise auch früher schon die ersten großen Sammlungen eingesetzt haben. Also das ist durchaus eine Zeit, wo also auch als Gegenbewegung, zu der Urbanisierung, zu dem modernen Leben sozusagen auch wieder so eine Bewegung zurück zu ländlichen Idyllen, zu dem früheren und so weiter, Romantik zu beobachten ist Und wo also tatsächlich auch schon erste Sammlungen entstanden sind und darauf können wir teilweise zurückgreifen und das wird aber Ende des 19. Jahrhunderts dann noch mal richtig spannend, als dann der schon genannte Georg Wenker dann seine erste Fragebogenerhebung

im ganzen damaligen Deutschen Reich. Vorgenommen hat. Also wir sprechen da von mehr als 50.000 Fragebögen, eigentlich aus jedem Ort Deutschlands, die da zusammengetragen wurden und im Gefolge dann zahlreiche Detailuntersuchungen, die dann noch mal Daten gesammelt haben, also ab dem 19. Jahrhundert haben wir also wirklich eigentlich schon sehr sehr viel und auch das westfälische Wörterbuch, was wir hier über eine lange Zeit bearbeitet haben.

Ist vor ein paar Jahren fertig geworden. Das ist schon in den zwanziger Jahren gegründet worden und hat sogar auch da schon eine gewisse Vorgeschichte, wo verschiedene Initiativen versucht haben, so ein Projekt auf die Beine zu stellen, In den 20er Jahren war es offenbar überhaupt kein Problem, ganz viele Menschen davon zu begeistern, mitzumachen bei der Sammlung man spricht ja hier auch von der Heimatbewegung, es wurden viele Heimatvereine gegründet, Heimatmuseen und so weiter und das war etwas, was also bei, Vielen gebildeten, auf fruchtbaren Bodenstieß, große Teile der Lehrerschaft, zum Beispiel und die haben das Wenn man so will, auch als ihre Verpflichtung oder auch als ihre Aufgabe betrachtet, bei solchen Projekten mitzumachen und deswegen gibt es da tatsächlich sehr, sehr viele Aufzeichnungen.

Klar, heutzutage denkt man sich, es wäre schöner, noch mehr hiervon zu haben oder schade, dass man da nicht noch mehr hatte und so, aber eigentlich können wir auch dankbar sein, dass damals so fleißig gesammelt wurde, also wenn ich mir vorstelle, mit wie viel Personen man in den, 40er Jahren. Auch während des Krieges brieflich Kontakt haben musste, um wieder zu fragen, ob noch ein Fragebogen bitte ausgefüllt werden kann oder ob man nicht noch Weitere Belege über Plattdeutsche Wörter speziell, zum Thema Schlachten noch hat und so weiter, also das was für einen Aufwand, aber das hat sich wirklich gelohnt. Wir haben also unten im Keller ein großes Archiv mit Belegzetteln und da sind schon sehr wertvolle Sachen. Man kann schon sehr, sehr viel

sagen übers niederdeutsche. Was hat Georg Wenkler denn damals geprägt, dass er auf die Idee kam, so viele Fragebögen zu verschicken? Also man wusste schon natürlich ein bisschen was über diese Gegensätze in den Mundarten. Und er hatte so einen kathographischen Ansatz und da hat sie gesagt, ich möchte es aber auf der Karte.

Mal einzeichnen, wo genau denn jetzt und wir äh kamen aus dem Rheinland und Düsseldorf, wo viele von solchen Unterschieden den Menschen total, gegenwärtig sind. Durch Düsseldorf verläuft diese Marken Machenlinie. Also in einigen Stadtteilen von Düsseldorf sagt man Ik Mark, einen anderen sagt man, ich mache. Klingt wie der Limes, Kein schlechter Vergleich. Also ich muss da was machen. Da hat er erst äh geguckt, gibt es in der Montagliteratur die Cups damals auch schon, also Mundartautoren, die ihr örtliches Blatt Literatur verwendet haben, aber er kam irgendwie nicht weiter und dann hatte er diese Idee, da war ja auch der erste, nee, ich muss ähm, Fragebögen versenden, die Leute sollen mir das so aufschreiben, wie die sprechen.

Und eigentlich aus jedem Ort. Ich brech's ja auch eine Karte genau einzeichnen. Und dann ist daraus im Laufe der Zeit so ein großes Projekt, des deutschen Reichs gewonnen in in Marburg und es sind dann tatsächlich im Grunde aus jedem Ort. Fragebogenantworten zurückgekommen. Es sind dann diese berühmten 40 Sätze, also die hat sich 40 Sätze überlegt, so was wie, Der gute alte Mann ist mit seinem Pferd durchs Eis gebrochen und das sollten die dann auf platt übersetzen, Also weltberühmte Sätze, ich lag dich gleich mit dem Löffel um die Ohren, du Affe. Ist ein anderer, Wir sind müde und haben Durst. Äh der geht auch immer, Und diese Sätze gibt's also dann, wie gesagt, aus über 50.000 Orten in der jeweiligen örtlichen Übersetzung und daraus hat er dann Karten gemacht und zwar nicht irgendwie kleine Karten, sondern diese Karten setzten sich aus drei Karten zusammen.

Und eine davon hat glaube ich schon so zwei mal zwei Meter großes Ausmaß, also sehr detailgetreue Karten zu einzelnen Merkmalen und dann ist dann zwischen der Karte, da geht's dann nur darum, ob die jetzt den machen, jetzt oder, geschrieben haben. Und das ist also ein ein riesengroßer Fundus und im Grunde der Startschuss oder einer der Startschüsse im 19. Jahrhundert um die Dilektologie wissenschaftlich dann äh zu betreiben.

Und wenn wir jetzt mal ein ganz geläufiges Wort nehmen würden, könntest du mir das auch verschiedene. Dialekte übersetzen. Nehmen wir mal beispielsweise hm den Hausschuh. Der Hausschuh. Also der ist mir jetzt gerade noch so im Kopf, weil wir, Eine Umfrage gemacht haben zu den Regio-Lekt, Also da sind wir sozusagen bei einer anderen Sprachstufe, die also heute dort gesprochen wird, wo die Dialekte die Mundarten gar nicht mehr so im Schwanger sind.

Also wenn man jetzt an so was wie Schlupfen, Schluppen, Hausschuhe, Pantoffeln und so weiter. Die sind eben auch regional differenziert, aber betreffen dann schon so eine andere Sprachebene, wenn man so will. Da sind wir jetzt über dieses Beispiel hingekommen. Denn auch dort, wo die Dialekte, wir haben das jetzt nur so nebenbei ein bisschen angesprochen, dass die ja eigentlich gar nicht mehr, den Alltag so prägen, aber das, was man stattdessen im Alltag verwendet, ist ja immer noch regional geprägt, Also man hört eben, wenn man als Westfale in Süddeutschland den Mund aufmacht, sieht man erkannt und umgekehrt ja auch.

Und diese Sprachmerkmale, das nennt man dann zum Beispiel Rigolekte oder auch regionale Umgangssprachen. Und da gibt's so eine Reihe von Zeichnungen, um das irgendwie zu fassen. Ist natürlich auch so ein, überhaupt so ein stark durch Variation geprägter Bereich und lässt sich jetzt auch nicht so gut wie die Dialekte jetzt so anders Dorf.

Und die alten Menschen, die noch am Herdfeuer Platz sprechen, also gut, das sind natürlich jetzt auch wieder Idealisierungen. An solchen Dingen festmachen, weil natürlich verschiedene andere, zum Beispiel Stilebenen oder wie stark derbe oder wie, expressiv, farbenfroh ich sprechen möchte, dass Kommt da alles so ein bisschen mit rein, aber ähm auch da gibt es eben regionale Sprachmerkmale, die man kartieren kann, aber da haben wir bisher eben noch nicht den großen Wenker gehabt.

Muss man eben noch gucken, wie kann man da überhaupt an Daten kommen? Ach, da haben wir den großen Denkler. Das ist tatsächlich etwas, was bei uns in der Dienststelle der Kollege macht und zwar hatten wir die Idee, Heutzutage ist man ja gar nicht mehr drauf angewiesen Menschen anzuschreiben und darum zu bitten, Fragebögen schriftlich zu übersetzen, dass wir ja eigentlich heutzutage.

Kontraintuitiv, so es geht ja auch darum, das zu besprechen, was die Leute sprechen, Und deswegen hatten wir die Idee eine Smartphone-App herauszubringen. Das haben wir gemacht zusammen mit den Kolleginnen vom Landtagsverband Rheinland, sodass diese App, also für ganz NRW, zuständig ist und alle, die sich dann diese App Palaver heißt sie, auf ihr Smartphone runterladen, können uns also den Gefallen tun, solche Wörter oder Sätze, also jetzt nicht unbedingt das mit dem Pferd und dem Eis, aber andere Wörter und Sätze ganz normal sozusagen, wie sie's im Alltag sagen würden, also wie nennst du die Pantoffel, wie nennst du das Endstück des Brotes? Wie nennst du's denn? Ich nenne es Knäpfchen.

Ich komme ja auch aus dem Münsterland. Mit was sagst du denn? Christchen, ja. Ich komme ausm Rheinland. Aha. Bayerisch und Mecklenburgisch. Also ich weiß nicht, welche Regierung Küstchen passt. Also Knust kommt doch in Norddeutschland vor. Also da auch da gibt es eben diese Ringerativheit. Viel hat natürlich mit den Dialekten zu tun. Daher kommen oft dann diese Besonderheiten aber sie prägen die Sprache der Menschen auch, die, die nicht mehr platt dort sprechen, das ist dann ein Merkmal dieser neuen Sprachschicht sozusagen geworden. Ja und da haben wir also jetzt die schöne.

Gelegenheit reichlich Tonaufnahmen dann zu bekommen durch all die Menschen, die Spaß dran haben mitzumachen bei dieser Palaver-App und es sind schon mittlerweile über fünfzehntausend Menschen, die die App runtergeladen haben und da mitmachen und zwar machen nicht alle Userinnen und User alle Fragen dann vollständig, mit, aber es sind schon, über 450.0000 Datensätze, die da zusammengekommen sind. Also auch schon eine gewisse Herausforderung, die man mit diesen Mengen umgeht, aber es gibt natürlich mittlerweile sehr viele, gute Tools, wo man also auch solche Datenmengen und Audiodatenmengen dann verarbeiten kann. Gibt es so ein, zwei Wörter, über die du besonders gerne nachdenkst, die dir vielleicht dann in der

begegnet sind? Ich selber ja tatsächlich. Ich finde zum Beispiel das Fußballspielen in der Freizeit relativ spannend. Also man sagt zum Beispiel Bolzen oder Kicken, das treibt man auch nicht überall. Aber hier in Westfalen sagt man Pearl. Und da kann man also auch eine schöne Karte, machen wiederum und das ist wieder so ein Fall, das sind die Sachen, die mich auf besonders interessieren. Das kommt ausm Plattdeutschen, geht zurück auf den Paul. Das ist der Pfahl. Also eigentlich heißt Pearl so was wie, Weidevieh anzählen Pfahlbinden oder ein Pfahl einrammen, aber dann auch überhaupt irgendwas treten oder stoßen und von daher wurde es dann also das Wort Fußball spielen, aber eben außerhalb des Vereins und auch vielleicht nicht so ganz dem allerhöchsten fußballerischen Können entsprechend. Also.

Ich würde zum Beispiel sagen, Messi hat nie in seinem Leben gepurlt. Also das ist schon ähm ein bisschen gröberes Fußballspielen und wo nicht alle Regeln jetzt so ganz genau beachtet werden müssen zum Beispiel. Und das ist also ein Wort, was hier ganz normal ist, passt aber aus den Plattdeutschen kommt, Und wo sich dann sogar auch die Lautvariation.

Plattdeutschen, in den regionalen weiter vererbt hat, also zum Beispiel genau wie man auf Platt einige Regionen hat, wo es mit dem offenen Öl heißt und andere Polen, geschlossenen Öl und dieses wiederum, es hat ja ein äh was wir im Hochdeutschen gar nicht haben. Also höchstens in französischen Lehnwörtern, das evere.

Und wo sich diese Besonderheit dann also auch noch in den erhält, also als Direktmerkmal und wo man sich dann fragen kann, okay, wie geht das weiter? Also wird diese Besonderheit, dass man das äh auch in den jetzt irgendwie hat über dieses Pearl, Übrigens auch tröte, dass es dieses äh nervige Instrument, was also ein Ton von sich gibt oder vielleicht sind es auch sieben Töne in eins und dabei dann so eine Luftschlange ausgeblasen wird, so für Kindergeburtstage.

Und das heißt also Tröte oder Tröte. Also auch da kann man so eine Örkarte erstellen, konnte man bis vor Kurzem nicht, weil man eben so viel auf schriftlichen Daten, basiert hat, aber mit diesen Tonaufnahmen kann man's machen und da auch da zeigt sich eben diese Ö Variation, die sehr viel mit den Dialekten zu tun hat, aber die von da, Anscheinend auch so ein bisschen überspringt überhaupt in den Regionen, wo man äh hat, da kann man's ja auch nutzen und dann kann man auch nörlen und örsen und dann ist jemand vielleicht auch dröge, oder vielleicht sagen einige von den Menschen in den Regionen auch dann öffen zu öfen. Also das sind so Fragen wie geht's dann mit diesem Laut weiter, Und wie gesagt, das ist das Schöne äh daran, dass man also hier den Mensch direkt zuhören kann und nicht jetzt

eine Verlegenheit ist, äh schriftliche Dokumente interpretieren zu müssen. Jetzt habe ich vor Kurzem eine Folge veröffentlicht zum Thema Ernährung. Mhm. Identität durch Ernährung. Und da ist der Begriff Tütchen, Oder gefallen. Mhm. Kannst du erklären, dass ein Tötchen ist und woher dieser Begriff kommt? Also was es ist, das ist ja dieses Ragout.

Ich habe eine Definition gelesen aus Fleisch, ähnlichen Schlachtabfällen. Also wenn das heute in einem Restaurant ist das glaube ich in einer Art Rinderragout, aber mit bestimmten Gewürzen, Und darin steckt das Wort Tod oder Totte, das ist also auch ein plattdeutsches Wort, und das ist auch so in Plattdeutschen aber auch noch sehr lebendig. Man kann zum Beispiel sagen Care Osnor heißt die ein Auto in Toddfurth Also unser Nachbar hat sein Auto zu Schrott gefahren in Todfurth. Ah nee, das sind Todd. Und Todd ist eigentlich sowas abgerissenes, wir kennen auch Zerschi Zotte, das ist vom für so ein Feldbüschel Also so abgerissene Fetzen, so Fetzen kann man vielleicht sagen. Das ist also Tod, Totte und von daher erklärt sich also auch dann die Bezeichnung vom Tötchen. Das sind also wie gesagt eher so die Schlachtabfälle. Ursprünglich, also nicht

das Fleisch, was da reingekommen ist. Und jetzt hast du eben gesagt, care, das ist ein Begriff, den habe ich früher noch nie gehört. Mhm. Ja, das ist also eigentlich ja der Kerl. Und so ähnlich wie man heute auch Alter oder so sagen kann, Eigentlich äh ist das ja eine Bezeichnung für eine Person, aber dann wird das irgendwie ein Ausruf Alter.

Kann man auf Plattdeutsch auch dieses Care verwenden und das ist dann oft mittlerweile nur noch ein Ausdruck der Verwunderung, der Überraschung und im Zuge dessen verliert es oft dann auch sein L, weil es also gar nicht mehr mit diesem mit dem Kerl Verbindung gebracht wird und wird jetzt so nähert sich den primären Intellektion an, also den so was wie ja nun aua die wir auch nicht mehr irgendwie, durchschauen können oder andere Wörter anschließen und an diese Wörter hat sich dieses Kehr schon angenähert.

Und das ist also so ein Ausruf der Überraschung der Verwunderung. Also hört man auch sehr, sehr oft immer noch in Westfalen. Mhm. Okay, hättest du mir das echt. Was man auch oft hört, ist Nähe oder Nö? Sind das auch solche Wörter? Ja. Genau, das ist lässt sich natürlich auch nicht oder so. Das sind ja auch dann diese äh Rückversicherungssignale, die eigentlich am Ende kommen, also aus nicht wahr stammen die dann alle. Also, so was wie das Wasser schmeckt irgendwie komisch nicht wahr und dann haben wir da nö daraus gebildet, also als ganz kleine Verkürzung und dann kann es auch schon mal nach vorne, wandern und wieder neue Funktionen erlangen, zum Beispiel, dass man vorher schon Zustimmung sozusagen mit einfordert und einbringt in die

Interaktionen, also das sind ja alles Sachen, wo man ja auch bei der Erklärung immer, Das Gespräch mitdenken muss, gerade bei diesen Dingen, wo jetzt nicht äh eine Bezeichnung für irgendein Ding eine Rolle spielt, also die Trufel für diese Maurerkelle, sondern jetzt reden wir über Sachen, die irgendwie im Gespräch funktionieren, um natürlich immer das hin und her und das aufeinander beziehen und so weiter mitdenken muss. Jetzt ist dieser bestätigende Ton.

Ich hätte gedacht, das ist eine charakterliche Eigenschaft. Kann man solche Situationen auch einer Region zuordnen Also gibt es eine Region, die er die Bestätigung sucht, während die anderen eher Ausdrücke der Standhaftigkeit oder was? Das ist eine total spannende Frage, also das hat man, eine Zeit lang tunlichst vermieden solche Fragen zu stellen, um jetzt nicht so in die Stereotype der stille Westfale und so weiter. Direkt rein direkt reinzukommen und man muss sich auch fragen, wie kann man das jetzt operationalisieren und so. Aber in letzter Zeit äh gibt es so ein bisschen, Forschung dazu, zum Beispiel auch wenn man also eine Aufforderung macht, wie direkt, also da gibt's ja eine Riesenbandbreite von Möglichkeiten, also hol mir die Flasche Wasser,

kannst du mir bitte. Ich brauche noch Wasser und weil es gibt so viele Möglichkeiten, das zu sagen, also von einem harschen Befehl und so weiter. Und da gibt es jetzt schon erste Ansätze zu gucken, kann man das mal überregional vergleichen, auch wie dann so Downtoner, also dass man sich so direkt sagt, nimmt und da gibt es schon die ersten Anzeichen weil natürlich dann sofort wieder die Signifikant man muss das auch immer wieder sofort kritisch sich ansehen, Rolle spielt, aber zumindest wird das Thema jetzt versteckt angegangen und es gibt so leichte Tendenzen, zu sagen, dass man ja vielleicht ist da doch hier und da was dran und man kann es also auch mit konkreten sprachlichen Merkmalen dann verbinden und nicht so mit einem allgemeinen Gefühl von,

Direktheit, Verschlossenheit, Langsamkeit, also die Schweizer, die haben's ja auch manchmal, dass die so langsam reden, so langsam sind und so weiter oder so zurückhaltend. Dafür muss man ja wegkommen, aber, Andererseits kann man natürlich Beobachtungen aus diesem Feld auch als Ansatz für seriöse Forschung dann nehmen und sich überlegen, was könnte ein, Forschungsdesign sein, um solche Sachen dann mal an einzelnen Dingen festzumachen. Ich habe mal gehört, dass es in stark schneelastigen Regionen auf dieser Welt.

35.000 verschiedene Wörter für Schnee gibt. Das hier in Westfalen auch für bestimmte Gegebenheiten in den Dialekten oder Regiolekten, mehr Wörter als vielleicht in anderen Teilen Deutschlands? Es ist natürlich so, dass uns vieles, was wir jetzt im Weststation Wörterbuch beispielsweise sehen und so fremd vorkommt und eben auch so differenziert, dass man sofort sagen würde, ja, aber andererseits zum Beispiel die ländliche Welt mit der Differenzierung aller Arbeitsgeräte oder wie alt dein Jungtier ist, ob es also ein weibliches Kalb, männliches Kalb und so weiter. Das sind Dinge, die wir heutzutage es kann natürlich sein, dass es im Fachwortschatz immer noch dafür was gibt. Aber das war natürlich Sachen, die so allgemein,

bekannt waren, weil so viele Menschen mit dem ländlichen Leben zu tun hatten, aber ich nehme an, dass das. In fast allen Regionen Deutschlands dann ähnlich war, sodass sich hier äh die Frage stellt, sind da die Dialekte anders aufgestellt als jetzt eine Standard- oder Schriftsprache und hier ist es ja so, wir haben ja da so Sprachformen, die total stark, in der dörflichen Face-to-Face-Kommunikation über Jahrhunderte geprägt wurden.

Und das Gespräch über die alltäglichen Dinge ist da richtig tief drin reingewachsen sozusagen. Und da hat man schon bestimmt viele Dinge, die die man hier sehr gut beobachten kann, die jetzt in so einer schriftlich basierten Standardsprache da nicht so gut sind. Dazu gehören zum Beispiel die Personenbezeichnungen, also auch da vielleicht ist da ein bisschen Vorsicht geboten, aber Bewertungen von Menschen.

Ob der jetzt vielleicht etwas fauler ist als andere, etwas mehr der Trunksucht und so weiter. Was es da an Wortschatz gibt, dass es immer wieder, Erstaunlich. Und das muss man auch dazu sagen, für Frauen, also, geringschätzige Bezeichnungen für Frauen haben wir in den westfälischen Dialekten leider en masse, Das spiegelt natürlich dann die damaligen Geschlechterrollen wieder. Ja, all das haben wir und man muss glaube ich auch jetzt die, Die Datenlage mit dem fettigen westfälischen Wörterbuch und all den Zetteln, die man so hat, also nicht nur wir hier, sondern auch in verschiedenen anderen, Regionen und Projekten nutzen, um das jetzt dann noch mal auch qualitativ aufzuarbeiten und zu gucken, okay, was kann man da für signifikante Unterschiede?

In der Differenzierung des Wortschatzes oder in wo sind Bereiche, die so mit aufquellen, mit wahnsinnig vielen Wörtern und so. Das könnte man jetzt auch mit den digitalen Möglichkeiten supergut machen. Wir unterhalten uns einerseits über die Alekte, über Worte, die es vielleicht so gar nicht mehr gibt.

Habe ich mir überlegt so im 2. Jahrhundert anfing immer leiser zu werden. Gleichzeitig ist unsere Zeit ja geprägt von ganz vielen neuen Wörtern. Ab und zu haben wir schon das ein oder andere englische Wort wie selbstverständlich einfließen lassen. Wir gendern beide, wo siehst du den Vorteil einer Weiterentwicklung und wurde Nachteil? Also mir fällt es jetzt direkt schwer, Vor und Nachteil, getrennt sozusagen in den Blick zu nehmen wir werfen den Blick in den Prozess. Ja, denn der Wandel ist ja ein Wesensmerkmal von Sprache. Also das wird glaube ich wir haben oft den Blick sozusagen auf das System und auf Das irgendwie einmal festgehaltene Ding. Ist es aber nicht. Man müsste auch eine Definition von Sprache eigentlich,

im Kopf haben, die sofort die Variation. Wir können alle Dinge unterschiedlich sagen. Es gibt nicht nur die eine Möglichkeit, irgendwas zu sagen, sofort mit einbauen in unser Verständnis von Sprache und deswegen auch den Wandel. Also das ist unvermeidlich und auch gut so. Wir könnten jetzt ja nicht mehr mit unsere heutige Welt, müssen wir versprachlichen, also die deutsche Sprache der fünfziger Jahre, würde uns ja nicht reichen, für das, was wir heute erleben.

Und dass auch da haben wir wieder die Einflüsse. Wir haben, zu Beginn über die Römer gesprochen oder die äh niederländische Expansion im Zuge der kulturellen Blüte und jetzt haben wir schon länger eben mit der Popkultur, die aus Amerika und England kommt, Das also das was wir hier im Kino sehen und das was wir aus dem Radio hören größtenteils aus Amerika kommt und selbstverständlich hat das dann Einfluss auf unsere Sprache und dass man so ein Bild von einer reinen unveränderlichen Sprache hat, das ist also hanebüchen, das war auch nie so. Wie gesagt, wir haben ja jetzt schon auch über die Gerlinder und die Römer gesprochen, also sonst hätten wir halt auch keine Mauer. Ja und auch französische Einflüsse wahrscheinlich durch verschiedene Kriege und so weiter, nicht wahr?

Genau, grade im 1819. Jahrhundert haben wir sehr, sehr viele französische Einflüsse, auch da eben vor dem Hintergrund der entsprechenden Anziehungskraft, die das Leben dort hatte, dann also dann Absolutismus dann auch schon, aber auch später und das können wir auch dann wieder anders gespiegelt in den Mundarten auch sehen und Dialekten, die also dann da ihren eigenen Reim sich draus machen aus den französischen Wörtern, zum Beispiel, Kann man auch im Münsterland schon noch hören, wenn also ein Kind Karussell fahren möchte auf dem Sinn oder so, hören. Und Schießkin ist also ein Wort für das Karussell.

Gehe zurück auf Französisch. Das kennen wir heute als Wort für den Stuhl, aber bedeutete früher auch Kutsche, Und schießt genau so eine kleine Kutsche, die also da auf dem Karussell war. Und so hat man also auch in den westfälischen Dialekten sehr, sehr viel in französische, Entlehnungen und auch äh so einen kreativen Umgang damit und wir haben eben auch im im unserer Hochsprache die Phase des großen, französischen Einflusses und die entsprechenden Wörter und aber auch dann diese.

Gegenbewegungen, also wo der Tourismus versucht hat, dagegen zu schlagen und eben die französischen Wörter aus dem deutschen ausmerzen wollte. Das ist immer noch ein eine relativ starke, Haltung, also es auch überhaupt, dass dass es im Deutschen Fremdwörterbücher gibt, wo man also diesen Teil des Wortschatzes meint gesondert darstellen zu müssen und die gehen eigentlich zurück auf die Tradition der Verdeutungswörterbücher. Man hat sie also gesammelt, um dem deutschen einheimische Alternativen, an die Hand zu geben, Das gehört auch sofort mit dazu. Also das ist eins der Themen, die auch zur Entwicklung der deutschen Sprache dazugehören. Wann sind diese Wörter Bücher entstanden? Also die gibt's schon äh zur Zeit der Aufklärung. Kampe ist so eins der frühesten Verdeutungsvaterbücher

eben auch so einen Volksaufklärischen, pädagogischen Ansatz und hat gesagt, ja das ist aber eigentlich ungünstig jetzt für die Breite, Masse der Bevölkerung, all diese französischen Wörter, Klar, das gehörte vielleicht auch eher den anderen Sphären an, diese französischen Wörter oder diente auch dazu, sich abzusetzen von dem einfachen Volk und da gab es also dann schon die ersten Versuche, dem was entgegenzustellen, also diese Verdeutschungsvaterbücher. Glaubst du, dass die, Entwicklung einer Sprache aus einer Sehnsucht heraus geschieht. Eben habe ich so in einem Zwischenton rausgehört die Franzosen.

Vielleicht die Identifikation mit der ein oder anderen französischen Situation und schwupps an die französischen Worte da. Jetzt haben wir die englisch-amerikanische Popkultur. Ich die Suche nach Identität? Also die ich glaube die Einflüsse, die geschehen immer auf sehr, sehr vielen Ebenen. Also die betreffen ja sicherlich erstmal auch bestimmte Gruppen.

Dass also Einflüsse aus dem Französischen jetzt nicht einfach irgendwie allgemein Richtung Deutschland wirksam wurden, sondern bestimmte Gruppen haben versucht, das Französische in ihr Leben einzubauen. Oder auch einzelne Wörter und so weiter und darüber ist das entstanden und diese sind dann wieder vorbildhaft geworden in Deutschland und so weiter. Da sind also verschiedene sozusagen Diffusionsprozesse, die da wirksam werden müssen, wo natürlich immer so eine.

Bewertung oder so ein Aufschauen, Aufsehen natürlich eine Rolle spielt. Aber natürlich auch praktische Bedürfnisse und Neuerungen anderer Art, also kulturelle Neuerungen, die mit dem Wort, sozusagen hierhin kommen, also die Hängematte, Das ist ja sozusagen neu motiviert worden mit Hängen und Mathe. Das ist ja eigentlich so Hammer K heißt das Wort glaube ich, kommt aus einer tropischen Sprache, wo dieses Ding herkommt, das ist also mit dem Wort dann durch die Seeleute oder Händler und so weiter hierhin gekommen und dann hat man das so genannt, wie das halt genannt wird, Und das ist also ganz praktisch dann so gekommen und steht da jetzt nicht unbedingt in in großen Kulturbeeinflussungskontext oder so was passiert natürlich auch,

dann dazu. Was findest du an der Erforschung von Sprache so spannend? Ich könnte dir stundenlang also ich muss sagen, dass die Variation, also, dass die Sprache so vielfältig ist, war ja nicht ungebunden und ähm wild, sondern dass man all diese Schichten. Herauspräparieren kann. Äh in welcher Zeit wurde das so beeinflusst oder man hat hier Merkmale, die sich dann aber in bestimmten Räumen in der Weise verdichten, die dortigen Dialekte quasi in anderen Sprachtyp bilden, weil die Merkmale dazu führen, dass die Grammatik dort ganz anders funktionieren muss, zum Beispiel bei der Pluralbildung, dann haben die da kein, mehr am Ende von Wort. Wir müssen die ganz anders mit der Kategorie Plural umgehen und so weiter, sodass sich also auch einzelne kleine Merkmale oft dann verdichten können, auch zu größeren Unterschieden und all das hier sozusagen vor der Haustür.

Ich muss also nicht die Weltkarte mir ansehen bei den Sprachen oder in eine Region gehen, äh wo schon zwei Nachbarorte, zwei nicht Miteinander verwandte Sprachen sprechen, wie in Teilen Asiens oder so, sondern hier haben wir also Dialekte, die sehr stark verwandt sind, auch, Verständlich, also die Menschen aus Hwegsbeck konnten natürlich früher mit den Menschen aus Pillerbeck sprechen, und die verstehen, aber die kleinen Unterschiede, die es da gab, die.

Total aufschlussreich, wenn man sie kartiert, wenn man sie mit anderen äh Merkmalen in Beziehung setzt und schaut, was kann ich daraus über die Genese und über auch den den Typus dieser Sprachen eigentlich dann lernen. Also erklärst du dir die Geschichte anhand der Sprache. Auch genau, natürlich, ist es von Vorteil, die Kulturgeschichte im Hinterkopf zu haben, dass man nicht behauptet, in der und der Zeit gab es einen Einfluss, obwohl natürlich andersrum könnte es so gehen, dass man auch sagt, also ich habe hier eine große Menge von Wörtern Die müssen da und daher kommen. Es gibt bisher überhaupt keine Anzeichen dafür, von einer Kulturströmung in der Zeit von da bis da. Da müssen wir doch mal gucken. Das gibt es auch. Die Identität. Genau, also die Sprache hat man

erstmal als Mitgift der Eltern und der Kommunikation im Ort ganz normal, mitbekommen, aber wenn man dann den Tellerrand schaut und es reicht manchmal der Kontakt mit dem Nachbarort und da man dann drei Wörter entdeckt, die dort total anders lauten, dass man dann das schon als besonders empfindet und dass das auch zu einer wichtigen Facette des eigenen Weltbildes wird. Da gibt es auch ein paar Untersuchungen tatsächlich zu zu diesen Ortsnickereien. Also sowas wie in Coesfeld.

Ätzeln, Entgen Leverwurst und da sagt man zum Beispiel in Haltern am See ist nicht so weit voneinander entfernt, Und da hat man sich also ein Sprachmerkmal aus Cosfeld rausgegriffen, dass sie dort sagen und nicht ehrt. Hatten wir zu Beginn mit dem kurzen und auch nicht leere Wurst, sondern Leverwurst. Wir sprechen von der Leberwurst. Richtig, so ist es und das wird sozusagen da in diesem kleinen, man kann schon sagen, Sprichwort, aufs Korn genommen und ist also Bestandteile des sprichwörtlichen Weltwissens der Menschen in vielen Orten um Coesfeld drumherum und äh sie vergewissern sich also dann darüber, dass Das jetzt nicht das richtige Blatt ist sozusagen, um es mal ein bisschen unterspitzt zu sagen und auch,

überhaupt geographisches Wissen, also da in dem Ort, das wissen wir ja, da leben. Evangelische Menschen? Hm da in dem Ort, da gehen wir ja hin, wenn wir handeln wollen. Da in dem Ort und so weiter, das gehört natürlich dazu, dass man, die unmittelbare Umgebung irgendwie kategorisiert und für sein Leben irgendwie greifbar hat. Und dazu gehört eben auch die Sprache und zu wissen, Daran erkenne ich den ja auch. Da kommt jemand, der zählt mir einen von Leverwurst, Coesfeld. Heute könnten wir so was vielleicht großräumig A ein Bayer, das würden vielleicht die meisten dann so hören, aber in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnten das alle sprechenden Menschen in Westfalen in Bezug auf die unmittelbare Umgebung,

anhand der Sprachmerkmale äh die Menschen aus den Nachbarorten erkennen. Das finde ich total faszinierend. Sag mir doch, was ist denn Hassebassen? Hassebassen. Das ist Stress. Also zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit, die ist bloß an Hasse passen. Also. Wenn man also äh nichts in Ruhe macht, sondern von einem zum anderen geht. Das ist äh eine eigentümliche Zusammenrückung aus ähm Hetzen, Bersten und das Wort Besten ähm heißt auch so was wie wenn Kühe zum Beispiel erschrocken werden, dann dann springen die auf einmal zur Seite, da sind dann auch Beersten, also wenn man ganz schnell irgendwie sich irgendwo hinbewegt und dann hat man dieses Hetzen, Hassen und Bassen, heißt es in einigen Regionen, ist dann

erst so eine Paar-Formel, hast einen Bussen und daraus ist dann irgendwann hast du was in geworden. Und posteln? Puspeln? Das ist ein Wort, das in Südwestfalen vorkommt für das Flüstern, Pustpel and or ist nimmer net wahr, würden die da sagen. Also um Menschen einen kleinen Wink zu geben, dass es sich nicht gehört, in Anwesenheit anderer zu flüstern. Nein, das tun wir auch gar nicht. Wand? Was verbindest du mit Leichtigkeit in der Sprache? Also Leichtigkeit ist ja eigentlich, eher was vom Sprechen würde ich sagen und nicht von der Sprache, sondern wenn man also ungezwungen ohne auf die Sprache zu achten sprechen kann.

Zum Beispiel in diesem Gespräch müsste ich zugeben, habe ich jetzt schon, überdurchschnittlich viel auf meine Sprache und meine Wortwahl und auf den nächsten Gedanken und die Verivalisierung des nächsten Gedankens geachtet und das ist dann natürlich nicht Leichtigkeit, aber ansonsten hat die Sprache ja eben, Nähe, die man in Freundeskreis und Familie hat eben auch und da hat man eben eine Sprache, die wo man nicht gleichzeitig Monitoring sozusagen, betäubt. Könnte man sagen, dass die gewählte Sprache in einem Emotional leichten Umfeld, zu einer Leichtigkeit der Sprache und des Sprechens wert? Ja.

Das könnte ich mir vorstellen. Also das Emotionale ist ein wichtiger Punkt von Sprache. Es gibt ja so ein Modell, wo man sagt, also eigentlich. Die Funktion der Sprache immer dreierlei. Wir beziehen uns irgendwie auf die Welt und möchten irgendwas über die Welt sagen. Dann haben wir irgendwie eine Botschaft für das Gegenüber oder möchten, Person gegenüber über irgendwas informieren oder veranlassen und es ist immer auch irgendwie, etwas, was über den Sprecher oder die Sprecherin gesagt wird. Also ich gebe immer etwas über mich preis und die die emotionale Seite.

Die ist man kann natürlich nicht sagen, immer mit dabei, aber eben in privaten geschützen, und durch eingeschliffene Kommunikationszusammenhänge natürlich dann stärker, überhaupt das eingeschlichene, eingeschliffene. Das ist ja auch wieder das Entstehen einer eigenen Sprache. Also wenn man junge Leute im Freundeskreis, hört, die mit ganz wenig Aufwand, ihre Themen in Sachen Musik, was sie wieder am Handy gedaddelt haben und so weiter verhandeln können. Das sind also komplett eingeschliffene Wege und Kommunikationsroutinen.

Die sofort also auch die Gruppenzugehörigkeit und auch das Dazugehören dann mit, symbolisieren und eben dann, wenn man so will, diese Leichtigkeit dann haben. Woher kommt eigentlich der Begriff am Handydaddeln, Der ist ja über die Regionen hinaus. Mhm. Im Einsatz. Tja. Datteln soll man von Hamburg. Das stimmt. Das werde ich mal nachgucken. Und dann schreibst du's mir? Ja. Das kenne ich direkt tatsächlich nicht sagen.

Frage, ja. Mhm. Mhm. So, dann nehme ich jetzt hier mal meinen Dreiklang aus, etwas in die Welt schicken, eine Botschaft an mein Gegenüber und mein Ich berücksichtigend. Und sage dir von Herzen danke schön für dieses hochinteressante Gespräch. Ich hänge an deinen Lippen, hätte noch ich glaube 35tausend Fragen, und äh klingt manchmal bei dir wahrscheinlich noch mal irgendwann ein, um mehr sehr gerne. Ich fand's auch total super das Gespräch und bedanke mich für deinen Besuch hier und ich hätte auch nicht gedacht, dass man äh in dieser Zeit über so viele, Facetten von Sprache so nett sprechen kann. Danke schön, das nehme ich gerne mit.

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