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Shownotes
In dieser Episode des eGovernment Podcasts diskutieren Torsten, Judit und Jana die Fortschritte und Herausforderungen der Digitalisierung in Ungarn. Judit Varga, Botschafterin der Tigra AG, erläutert die verschiedenen Phasen der ungarischen Verwaltungsdigitalisierung, die Einführung der digitalen Bürgerschaft und die Rolle von Tigra als führendes Unternehmen im GovTech-Sektor. Die Diskussion umfasst auch Themen wie digitale Souveränität und die Notwendigkeit einer umfassenden Sektorreform zur erfolgreichen Umsetzung digitaler Lösungen.
Der Inhalt dieser Episode wird präsentiert von Tigra Informatika (tigra.hu/de).
Kommentare unter: egovernment-podcast.com/egov251_digitalisierun…
Linksammlung
• de.wikipedia.org/wiki/Verwaltungsgliederung_Un…
• link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-658-33…
• ugyfelkapu.gov.hu/azonositasok?lang=en
• digital-skills-jobs.europa.eu/en/actions/natio…
• dmu.gov.hu/digital-hungary-agency
Teilnehmer:innen
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Judit Varga Hallo, guten Tag. Vielen Dank für die Einladung.
Jana Janze Ja, super schön, dass ich hier auch mit dabei sein darf und wir so ein spannendes Thema heute haben.
Judit Varga Ja, vielen Dank und liebe Diana, liebe Thorsten, ich bin sehr froh, dass ich in diesem Gespräch teilnehmen kann. Ich heiße Judith Varga. Ich bin die Botschafterin für ein ungarisches Golf der Großunternehmen, Tigra AG. Ich bin keine Ingenieurin, ich bin eine Juristin und ich habe mehr als 15 Jahre in der europäischen Gesetzgebung und Politik verbracht, sowohl in Brüssel als auch in Ungarn.
Judit Varga Aber seit mehr als eineinhalb Jahren vertrete ich Tigro AG und ich möchte diese erfolgreiche ungarische Gesellschaft in den internationalen Markt einführen. Und deswegen möchte ich auch über ungarische Digitalisationserfolge und auch unsere Unternehmen und der Firma ein bisschen erzählen.
Jana Janze Ja, dann natürlich sehr gerne. Ich bin Jana. Ich leite hier in Deutschland zusammen mit meinem Mann ein kleines Beratungshaus. Wir kümmern uns in der Tat um die Digitalisierung der Verwaltung. Surprise, deswegen bin ich auch hier und deswegen durfte ich auch schon ein paar Mal mit dabei sein. Und ich schaue in der Tat ganz gerne mal über den Tellerrand hinaus.
Jana Janze Das heißt, nicht nur die altbekannten Beispiele, die wir vielleicht sonst auch sehen, sondern auch mal andere Dinge uns anschauen und ich glaube, davon können wir richtig viel lernen und deswegen bin ich gespannt, was ich heute auch vielleicht noch von dir, Judith, und von Thorsten, von dir auch lerne.
Judit Varga Ja, Ungarn ist ein mittelgrößtes Staat in der Mitte von Europa und wir sind eine parlamentarische Republik. Ein zentralistischer Einheitsstaat, also keine Föderation, zum Beispiel wie Deutschland. Das heißt, es gibt keine Bundesländer, die eigene Gesetzgebungskompetenz haben. Das Land in Ungarn ist 19 Komitaten und die Hauptstadt Budapest gegliedert.
Judit Varga Und diese Komitaten haben hauptsächlich nur administrative Funktionen. Ein bisschen über die Daten. Wir sind ein Land von 10 Millionen Einwohnern und mit einer Flachhobene von 90.000 Quadratkilometern, also Mittelgröße in Europa. Und wir sind Mitglied der Europäischen Union seit 2004. Und dann eben, wir haben auch die lokale Munizipalitäten, also das ist auch diese lokale Autonomie wie in Deutschland, aber da der Staat Einheitsstaat ist, diese Komitaten nur administrative Funktionen haben, nicht wie die Bundesländer in Deutschland.
Judit Varga Ja, wenn ich diese Frage antworte, dann hat Jana keine Zeit, irgendeine Frage zu beantworten. Ungarn hat eine große Geschichte schon in der Verwaltungsdigitalisation und das hat auch mit dem europäischen Programmieren viel zu tun. Also das stammt mehr als 20 Jahre bevor, schon am Anfang 2000er Jahre.
Judit Varga Und kann man diesen Entwicklungsprozess in vier großen Phasen gliedern, vier bedeutende Phasen. Und der erste war am Anfang 2000er, wenn wir auch die nationale Entwicklungsplanungspraxis gelernt haben. Das ist auch im Parallel mit den europäischen Planungsmechanismen. Und im ersten Schritt haben wir die Grundlagen, die integrierten Informationssysteme gelegt.
Judit Varga Und wir haben auch mit elektronischer Verwaltung in Gemeinden angefangen, ganz am Anfang 2000. Und es gab in 2005 einen großen Meilenstein, der sogenannte Bürgerportalsgrundlage wurde gelegt. Und dann kam die zweite Phase zwischen 2007 und 2013, das heißt auch dieser Planungszeitraum für die Europäische Union.
Judit Varga Mit zwei dedizierten operativen Programmen konnten wir auch die Leistung der öffentlichen Verwaltung steigen mit digitalen Leistungen. und deswegen in dieser Phase haben wir auch unsere Prozesse reorganisiert. Und nicht nur die Prozesse reorganisiert laut europäischen Standards und die auch für die Digitalisierung geeignet sind, sondern auch sollten wir die Humankapazitäten entwickeln, damit auch die Leute in den Behörden diese neue Systeme benutzen können.
Judit Varga Und hier haben wir viele Prozesse der Verwaltung digitalisiert. Und hier habe ich eine kleine Geschichte mit meiner Firma. Die haben schon am Anfang 2000er in die Firma viele Leute aus den Behörden mitgenommen, damit sie die jungen Ingenieuren ein bisschen lernen konnten, wie die Prozesse in der ungarischen Verwaltung gehen, damit sie es besser verstanden, wie man das digitalisieren soll.
Judit Varga Und das ist auch ein Schlüssel zum Erfolg von Tigra. Und dann kam der zweite sehr riesengroße Meilenstein zwischen 2014 und 2020. Wo im Vordergrund die stabile und sichere IT-Infrastruktur von Ungarn stand. Das hat viel zu tun mit der ungarischen digitalen Souveränität und darüber können wir ein bisschen später sprechen.
Judit Varga Und wir haben auch eine umfassende Elektronisierung der internen Prozesse, der öffentlichen Verwaltung, aber auch nicht nur auf die Bevölkerung, sondern auch auf die Unternehmen ausgerichtet. Und das ist auch ein Meilenstein, wie die Unternehmen die Stakeholder einknüpfen können in die ungarische Verwaltungsdigitalisation.
Judit Varga Und das heißt im Namen, wir haben 600 Verfahren reorganisiert, also vom Steuerverfahren bis zum Gesundheitsverfahren, zum Beispiel in der, wie heißt es, Edukation auf Deutsch, Unterrichtsprozesse, Universität Eintrittsprozesse, also Bildungsprozesse. Und 528 Verwaltungsverfahren wurden elektronisch einleitbar.
Judit Varga Und das ist auch der Zeit, wenn das ungarische Digitalisationsgesetz in Kraft getreten ist. Und das hat gesagt oder sagt heute, was persönlich erledigt werden soll, muss auch elektronisch möglich sein. Und mit diesem Ziel, Ungarn ist fast fertig dieses Jahr. Und die letzte Phase, und dann höre ich auf und Jana kann auch sprechen.
Judit Varga Das ist ein Upgrade schon, was jetzt läuft mit diesem EU-Digital-Kompass 2030. Das ist auch in Harmonie mit Einklang mit europäischen Zielsetzungen, dass die einen Qualitätssprung schafft. Und wir müssen unter vollständiger Nutzung der Möglichkeiten des virtuellen Raums zu automatisieren. Also das ist schon die neue Technologie KI und was alles jetzt läuft in der Welt digitalerweise.
Judit Varga Und auch wir müssen die Nutzung des entstehenden Datenvermögens, die Servicequalität zu verbessern. Also das ist auch ein Qualitätssprung. Und was für mich als eine Bürgerin von Ungarn wirklich gefällt, dass wir berücksichtigen die einzelnen Lebenssituationen der Kunden. Also wir passen die Prozesse an die Lebenssituationen der Bürger und nicht zwingen die Bürger an die Verfahren zu passen.
Judit Varga Das ist in der Mitte und darüber möchte ich ein bisschen mehr sprechen, was zum Beispiel die ungarische digitale Bürgerschaft heißt, weil das ist die Zeit jetzt. In Ungarn für die Erfüllung der digitalen Bürgerschaft.
Jana Janze Ja Judith, das war mega spannend, was du gerade erzählt hast. Ich habe mir gerade mega viele Notizen gemacht. Alleine das ganze Thema 600 Prozesse und viel stärker auch in den Lebenssituationen zu denken. Wir sagen in Deutschland ganz häufig Lebenslagen dazu. Aber dennoch glaube ich, dass wir schon sehr stark darauf schauen, dass die Prozesse möglichst so aufgebaut sind, dass die Menschen sich dann daran anpassen.
Jana Janze Deswegen fand ich den Gedanken, den du gerade gebracht hast, total spannend. Und ich möchte vielleicht noch einen Punkt ergänzen. Ich habe mir auch eure Strategie angeschaut, die Digitalstrategie, die ihr aufgelegt habt. Ich glaube, das ist auch aus den EU-Projekten damals entstanden. Was ich da besonders spannend fand, ist zum einen, dass ihr gesagt habt, ihr wollt in die Top Ten der digitalen Länder und dass ihr es auch messbar macht.
Jana Janze Also ihr habt da sehr viele Beispiele auch in der Strategie mit aufgenommen, wo ihr gesagt habt, da stehen wir gerade, das ist die folgende Situation und da wollen wir wie folgt besser werden. Und sich da wirklich ein konkretes und digitales Zielbild zu nehmen, das finde ich wahnsinnig spannend, vor allen Dingen auch im Vergleich zu Deutschland, Wenn wir schauen natürlich auch auf verschiedene Strategien und auf Agenten, die sind aber wirklich ganz häufig einfach voll mit Maßnahmen, die wir uns setzen.
Jana Janze Und den Gedanken, ein großes Zielbild aufzubauen, das finde ich total spannend. Was mich persönlich interessieren würde, ist, schauen auch die Bürger und Bürgerinnen in Ungarn auf dieses Zielbild? Wie merken die das? Wie stellen die fest, dass sich was verändert hat? Hast du da vielleicht Beispiele, die du nennen kannst?
Judit Varga Ja, wir haben seit 2022, ein digitales Ungarn Agentur. Mit diesem Agentur haben wir auch auf dem Anwenderforum dieses Jahr in München teilgenommen und wir haben diese digitale Bürgerschaft auch vorgestellt, mit großem Erfolg und danken an Infora und die Veranstalter, dass sie Ungarn auch eingeladen haben.
Judit Varga Und sie haben schon auch die Daten gezeigt, das ist sehr, sehr populär, Aber man braucht das auch in Ungarn Verben. Also es gibt Artikel, he he, ungarische Leute. Es gibt diese großartige Möglichkeit, ihr sollt nicht seine Karte, Personenausweis im Papierformat mitnehmen. Du sollst nun dein Handy haben, wenn du diese digitale Bürgerschaft Apps mit deinem Handy hast.
Judit Varga Dann kannst du auch zum Beispiel beim Fahren, wenn die Polizei kommt, und sollst du dich identifizieren. Der Polizei nur skannt den QR-Code in dieser App. Und das ist schon eine schöne und, eine großartige Neuheit, wofür die ungarischen Bürger sich interessieren. Wir sind auch traditionell. Das heißt, die digitalen Lösungen sind auch generationsweise ein bisschen gegliedert.
Judit Varga Und obwohl ich nur 45 bin, das ist für mich auch ein Aufwand, etwas zu erlernen. Aber laut der Zahl, wir sind mehr als zwei Millionen schon, die diesen App aus den zehn Millionen Populationen schon benutzen oder schon sich Interesse zeigten. Also das ist ganz modern schon und die Leute sehen die Vorteile.
Judit Varga Also in der Zukunft, und darüber kann ich jetzt auch sprechen, es ist sehr proaktiv und es gibt so viele One-Touch-Lösungen. Zum Beispiel seit 2019, ich selbst schreibe oder fülle kein Formular aus, um meine Einkommenssteuererklärung einzureichen. Also das Finanzamt macht das für mich und wenn ich nichts mache ohne Änderung, dann geht es weiter.
Judit Varga Also das ist diese One-Touch proaktive staatliche Dienstleistung, was sehr populär ist, besonders mit der Steuererklärung, was sehr kompliziert ist. Und es gibt auch diese... Proaktive Leistung wie das Dokumentenbenachrichtigungssystem. Also 180 Tage bevor der Ablauf der Dokumente, du bekommst eine E-Mail, weil wir mit diesem Bürgerportal ein Postfach in dem Staat haben.
Judit Varga Und dort bekommt man eine Nachricht, okay, du sollst das und das machen, um deinen Ausweis zu verlängern, zum Beispiel. Das ist mein Lieblingsthema als eine Juristin. Es hat viel zu tun mit dieser Kennung, die einzigen Kennungsproblematik. Viele Länder haben diese Problematik. Wie können sie alle Daten bezüglich eine Person zusammenknüpfen.
Judit Varga Und wenn ihr es erlaubt, ich möchte einen kleinen historischen Hintergrund zeigen. In Ungarn seit 2016, wir haben diesen sogenannten E-Personalausweis und das bedeutet, dass ein Chip in dem Ausweis sich findet. Also neben den visuellen Daten, was auf der Karte steht, kann man mit diesem Chip auch andere Daten herausziehen. Aber für diese, wir brauchten eine sehr, sehr ernsthafte Regelung.
Judit Varga Da wir auch 1992, also kurz nach der Wende, eine Verfassungsgerichtshofentscheidung hatten, dass aus Datenschutzgründen keine universelle Kennung möglich ist. Also nachdem alle Daten des Bürgers mit einer einzigen Kennung verknüpft werden. Also auf dieser Grundlage, wir sollten eine gesetzliche Ermächtigung machen, damit wir diese Knüpfungsmöglichkeit erlauben.
Judit Varga Deswegen ist diese Kenntnisnahme des Chip-Inhalts an sehr strenge IT-Anforderungen gebunden und auch gesetzliche Forderungen, da jede Behörde nur die für sie selbst relevanten Daten des Chips ansehen darf, um Datenmissbrauch zu vermeiden. Und das war der erste Schritt, wo diese digitale Bürgerschaft begonnen ist, weil in diesen vergangenen Jahren eingeführten digitale Stadtbürgerschaft Im Vergleich zu diesem E-Personalausweis bedeutet insofern mehr etwas anderes, als dass jemand darüber eine digitale Bürgerschaftskennung verfügt, weil zur Überprüfung seiner Identität keinen kartenbasierten Ausweis benötigt, sondern sich mittels auf Gesichtsanalyse basierende Identifizierung auf einem intelligenten Gerät identifizieren kann.
Judit Varga Und deswegen brauchten wir eine andere Erkennung, das heißt die digitale Staatsbürgerschaft ID. Das ist eine separat generierte Nummer und sie wird mit einem einzigartigen Algorithmus generiert in Ungarn. Und im Hintergrund gibt es ein Zuordnungsregister, das deine persönlichen Daten, Sozialversicherungs- und Steuerdaten miteinander verknüpft und darüber kann der Zugang ermöglicht werden. Und hier kommt die dritte Phase.
Judit Varga Wie knüpfen sich Banken oder Versorgungsfirmen, Stromversorgungsfirmen an diese digitale Bürgerschaft, wenn der Bürger das erlaubt? Weil wir behandeln die Bürger als Erwachsenen und das ist auch der Schlüssel. Wenn man das erlaubt, dann kann sich das Leben leichter. Und der Weg ist schon da und 200 Organisationen, zum Beispiel Banken, Versorgungsunternehmen, haben sich schon geschlossen und dazu berechtigt.
Judit Varga Aber es gibt noch viel Dienstleister, das noch nicht, zum Banken zu gehen oder ohne zu einer Behörde zu gehen. Also das ist unser Ziel.
Jana Janze Ich finde es total spannend. Was ich mich gerade in der Tat auch noch gefragt habe, wie bekommt ihr denn die Menschen dazu, das dann am Ende wirklich zu nutzen? Weil Thorsten hat es ja gerade schon angesprochen, ne, wie ja, es gibt in Deutschland auch so ein paar Sachen die schon in die Richtung gehen, ne, Wir haben in Bayern hier unsere Bayern-ID, aber die läuft immer wieder regelmäßig ab.
Jana Janze Ich weiß nicht, wie oft ich mich schon neu registriert habe für die Bayern-ID, um ehrlich zu sein. Aber wie bekommt ihr die Menschen dazu, das zu nutzen? Macht ihr da Kampagnen?
Judit Varga Es gab viele Kampagnen, mich auch als eine Bürgerin. Ich habe das immer gelesen, liebe Bürger, passen Sie auf. jetzt dieser Bürgerportal kann auch eine digitale Bürgerschaft bedeuten. Sie sollen das und das machen, das sind nur zwei Schritte. Also das ist sehr, sehr leicht, diese Methode zu erlernen, also technisch auch leicht.
Judit Varga Und was auch wichtig ist, dieses Lebensereignis-basierte Prinzip, es gibt so gute Beispiele, die attraktiv sind. Zum Beispiel dieses Jahr wird ein App sein auf dieser Applikation, wenn man zum Beispiel zwei Privatpersonen einen Wagen verkauft, dann kann man mit dieser digitalen App machen. Und das machen fast jeden Tag viele Menge Leute.
Judit Varga Das ist sehr leicht und deswegen kann es sehr populär sein, weil ich werde Kinder haben und ich möchte diese soziale Hilfe aufnehmen. Also das brauchen die Leute jeden Tag. Und wenn man das braucht, dann kommt die Information, du kannst das auch durch diese Applikation machen. Und das ist leicht zu verbreiten im Land, wenn diese sehr, sehr allgemeinen Lebenssituationen passieren und das auf dieser Markt machen.
Judit Varga Wir sollen zurückgehen zu diesem Bürgerportal, weil der Prinzip dieses Bürgerportals ist, dass mit einer allgemeinen Identifikation, du triffst in einem Raum ein, wo alle die Applikation für meine Kinder im Gymnasium, in der Mittelschule machen. Das ist eigentlich digital in Ungarn. Das kann man nicht auf Papierbasis machen.
Judit Varga Also das mache ich für meine Kinder als eine Mutter durch dieses Bürgerportal. Und in welchem Moment, dass man auch mit der Applikation machen kann, das ist nur eine Frage von Zeit. Ich soll das jetzt checken. Ich habe das auf diesem Bürgerportal gemacht, in meinem Computer. Aber das kann man auch auf dem Handy machen. Ob es jetzt Teil der Applikation ist oder nicht, das ist die Frage der Zeit.
Judit Varga Und hier soll ich auch ein bisschen über diese Zentralisierung der Dienstleistungen in Ungarn sprechen. Also in Ungarn, das ist ein bisschen ähnlich wie in Deutschland. Wir sind kein S-Land. Also es war kein Moment in time, wenn man sagte, okay, von heute werden wir alles digital machen ohne Papiergrundlagen.
Judit Varga Weil wir haben eine bestehende Verwaltung schon seit Jahrhunderten. Im Landbuch haben wir mehr als 100 Jahre alte Dokumente. Also das ist nicht so einfach, dieses Papierformat auf Digitalformat zu ändern. Und deswegen, wenn die Digitalisationsgeschichte begonnen hat in Ungarn, alle Behörden, Steueramt, DERICHTSYSTEME, Gesundheitsbehörden haben ihre Digitalisationsprojekte angefangen.
Judit Varga Und mit diesem Bürgerportal. Konnten wir das schaffen, dass diese einzelnen Anbindungen eine Plattform entwickelt haben? Und hier kommt dieser zentrale Regierungs-Service-Bus. Und das erfüllt das Ziel, dass staatliche Systeme untereinander über standardisierte technische Schnittstellen und im rechtlichen Rahmen Daten austauschen können, ohne dass sie mich belasten.
Judit Varga Also der Staat kann untereinander kommunizieren und die Daten auszutauschen, die schon einmal in einem System bewahrt sind. Das heißt der Bus. Und es gibt eine andere Seite, das ist das System der regulierten elektronischen Verwaltungsdiensteistungen. Die praktische Essenz davon ist, dass Funktionen, die bei einem IT-System allgemein erforderlich sind, zum Beispiel Identifikation, Authentifikation, Passwort, Login etc., wenn einmal vom Staat als zentrale Bausteine erstellt werden, dann auch die Systementwickler zur Nutzung verpflichtet werden.
Judit Varga Also alle sollen diesen Eintrittsportal benutzen und durch diesen Eintrittsportal bin ich in einer Welt, wo ich alle Angelegenheiten erledigen kann. Und dann knüpfe ich an das Steuernamt, an Schulen oder Bildungsbehörden in Ungarn. Also das ist so leicht, als eine Bürgerinheimliche Firma schon das benutzt.
Judit Varga Einmal sollte mein Sohn diese europäische Gesundheitskarte haben mit dem Nummer und das habe ich beantragt mit diesem Bürgerportal für meinen Sohn und das waren zwei Tage in meinem Postfach, physisch diese Karte. Also das kann ich über diese Zentralisierung sagen in Ungarn. Der Essenz ist, dass wir haben das geschafft, diese historisch in verschiedenen Phasen entwickelte Systeme zusammengeknüpft sind und ich muss nur meine Identifikation benutzen, damit ich in diese Welt eintreten kann.
Judit Varga Der nächste Schritt, der schon unterwegs ist, ist die Stakeholder, also die Unternehmen, die Banken, also alle Stakeholder, die auch in unserem Leben eine Rolle spielen. Sie sind nicht Behörden, nicht Behörden des Staates, aber sie sind sehr wichtig, Strom, Wasser, etc. Und auf dieser Erlaubnisbasis können wir unser Leben erleichtern.
Judit Varga Was Jana gefragt hat, das ist eine sehr, sehr wichtige Frage, wie man den Mindset in Ungarn wandeln kann. Je mehr attraktiv, desto leichter es schaffen werden. Und dieser Lebensereignis-basierte Prinzip ist sehr, sehr, sehr wichtig hier.
Jana Janze Ich würde gerne zu dem Thema, ich finde das mega spannend, gerne noch etwas wissen. Sehe ich denn auch, welche Behörde oder welches Unternehmen beispielsweise auf meine Daten zugegriffen hat? Vielleicht ein bisschen zur Einordnung noch. Wir sprechen in Deutschland ja sehr häufig über das Thema Datenschutz.
Jana Janze Das sind meine Daten. Ich muss sehen, was mit meinen Daten passiert. Nur ich greife auf meine Daten zu. Das ist ja überspitzt, aber deswegen fände ich es irgendwie sehr spannend, wenn man das auf Deutschland überträgt und sagt, so, lieber Bürger, liebe Bürgerinnen, hier hast du ein System, trag mal deine Daten ein. Da passiert was am Ende.
Jana Janze Keine Ahnung, bei der Steuer zum Beispiel bekommst du vielleicht ein bisschen Geld zurück oder musst was nachzahlen. Aber das passiert alles quasi im Backend hintendran. Sehe ich dann als Bürgerin, also siehst du auch bei der Beantragung von der Gesundheitskarte für deinen Sohn, welche Behörden auf die Daten zugegriffen haben?
Judit Varga Ja, ich habe schon darüber ein bisschen erzählt, dass das Gesetz sagt, dass diese Behörde nur solche Daten ansehen kann, was diese Behörde betrifft. Also diese Gesundheitsbehörde kann nicht meine Steuernummer kriegen. Das ist im Gesetz. Das ist auch gesetzlich garantiert, aber auch technisch garantiert.
Judit Varga Das ist der Kernkonzept. Und ich habe letztes Mal auch Thorsten gesagt, das ist wie zum Beispiel zu einem großen Haus, wo viele Zimmer sind, du ein Hauptschlüssel hättest, damit du im Haus eintreten kannst. Also das ist diese Erkennung, diese einheitliche Erkennung. Aber die verschlossenen Zimmer kannst du nur dann mit demselben Schlüssel öffnen, wenn du deine Berechtigung dazu nachweist.
Judit Varga Und diese Behörden sollen immer technisch diese Berechtigung nachweisen. Und das ist garantiert. Was ich fühle in anderen Staaten, vielleicht in Deutschland, als ob du immer in die einzelnen Zimmer von draußen eingehen solltest. Und das macht alles mehr kompliziert. Das ist meine Ahnung. Ich weiß nicht, also ich möchte nicht alles bestätigen.
Judit Varga Aber das ist ein gutes Beispiel, wie das aussieht. Tigra wurde 1996 gegründet. Das war eine Start-up von guten Freunden in einem Jugendherberg an der Universität. Also die University College Start-up. Und diese Freundschaft ist auch heute eine Basis der Firma. Deswegen sind unsere Werte in erster Reihe Humanität und alles, was Freundschaft und die menschlichen Beziehungen betrifft.
Judit Varga Aber in den letzten 20 Jahren mit der Entwicklung der ungarischen Verwaltungsdigitalisierung, Tigra hat diese nicht gegriffen, damit sie auch Leute, Beamte mitgenommen hat. Und das ist ein Know-how. Weil in diesen Verwaltungsmodernisierungsprozessen, Jana weiß das sehr schön, Das ist ein Mindset Change und dafür brauchen wir auch die Kenntnisse, um die Verfahren, die Prozesse besser kennen, besser verstehen, damit sie auch technisch übersetzt werden können.
Judit Varga Also Tigra ist heute eine der Königin der E-Government in Ungarn, aber er beschäftigt IT-Experten mit einem Jahresumsatz von ca. 60 Millionen Euro. Also wir sind schon ein Großunternehmen in Ungarn. Wir haben auch ein GmbH in München gegründet, seit drei Jahren. Und was wir sagen, wir sind ein Teil des Backoffices von Ungarn, weil wenn ein durchschnittlicher ungarischer Bürger morgens aufsteht und beginnt zu funktionieren, zu arbeiten, zu heiraten.
Judit Varga Gott bewahre, einen Krankenwagen zu rufen oder Grundbuchangelegenheiten zu erledigen, stehen wir undichtbar dahinter. Also wir sind wie ein großes Systemhaus. Das ist unser Kernkonzept auch, Systemhäuser zu bauen in Ungarn. Und unser Leistungsspektrum umfasst alle Wertschöpfungsebenen. Wir entwerfen, entwickeln, installieren, schulen, live schalten und bei Bedarf betreiben.
Judit Varga Wir haben 40 große ungarische Systeme gebaut, die bis heute auch betreiben. Zum Beispiel, obwohl Tigreal nicht diese digitale Bürgerschaft entwickelt hat, aber sie nutzen unsere Systeme oder reinigen von unseren Systemen. Ich habe schon viel über dieses Systemanknüpfungsprinzip gesprochen. Einige sind unsere, zum Beispiel die elektronische Personenstandbuch von Ungarn, wurde von Tigra entwickelt.
Judit Varga Also wenn man mit diesem App eine Geburtsumkunde braucht, sie benutzen unsere Systeme. Was noch interessant vielleicht für Jana wäre, unsere Erfahrung sagt, dass die Entwicklung großer Systeme bedeutet immer eine umfassende Sektorreform. Also das ist nicht nur ein Digitalisierungsprojekt, das ist eine Sektorreform.
Judit Varga Nicht nur technisch, auch mit Mindsetwandel. Unsere großen Referenzprojekte sind immer Transformation ganzer Sektoren in Ungarn. Ein großes Beispiel dafür sind die Sozialleistungssysteme. Seit 2015 haben wir viele Sozialleistungssysteme aufgebaut, die auch die Transparenz des Sektors unterstützt. Ich kann auch erwähnen, unser riesengroßes letztes Projekt ist die E-Immobilienregister.
Judit Varga Das ist das größte Projekt in der Geschichte von Tigra. aber auch ein Meilenstein der ungarischen Verwaltungsdigitalisierung. Kürzlich kann ich das ein bisschen vorstellen. Bisher, dieses Verfahren, diese Langbuchregisterung, war schon elektronisch in Ungarn, wie im Allgemeinen, das ist elektronisch, aber das war dezentralisiert und mit persönlicher regionaler Sachbearbeitung und meistens PDF-Sachbearbeitung mit Personen in Behörden, arbeiteten mit den E-Mails und elektronischer Kommunikation.
Judit Varga Aber jetzt, wir haben einen völlig digitalen End-to-End-Prozess eingeführt und das heißt, Der Vertrag wird digital erstellt und unterzeichnet. Der Rechtsanwalt reicht ihn über das System ein, das die Daten automatisch verarbeitet. Also keine Personen verarbeiten die Daten. Wenn der Vertrag automatisch registriert ist, dann wird automatisierterweise bearbeitet und registriert.
Judit Varga Die Komplexität hier liegt darin, dass alle Verknüpfungen digital gehandhabt werden. Zum Beispiel, es wird auch automatisch geprüft. Ob die Zulassung des Rechtsanwalts gültig ist oder nicht, ob die Kammer das ausgesetzt hat oder nicht. Also das ist so automatisch die Kommunikation zwischen diesen Rollen in diesem Registrierungsprozess.
Judit Varga Also das ist ein riesengroßes Projekt von Tegra, aber ich könnte auch unsere andere Systeme nennen, die Leitsystem für den ungarischen Rettungsdienst. Das ist jeden Tag 24 Stunden ein funktionierender Dienst.
Jana Janze Du hattest gesagt, dass es eine komplette Reform des Sektors benötigt, um die Digitalisierung wirklich als Transformation zu denken. Und wenn ich auf Deutschland schaue, dann denken wir wirklich sehr häufig in einzelnen Prozessen, in einzelnen Projekten, aber vielleicht noch gar nicht so sehr, dass wir sagen, der ganze Sektor muss sich wandeln.
Jana Janze So wie du es gerade schon beschrieben hattest beim Thema Immobilien, es wird automatisch geprüft, ob der Anwalt überhaupt eine Zulassung hat. Daten werden von A nach B gegeben. Es passiert sehr viel im Hintergrund, was ich gar nicht sehe, was wirklich automatisiert ist. Und auf der anderen Seite gibt es ja sehr viele unterschiedliche Bereiche, die dann zusammenwirken müssen.
Jana Janze Wie seid ihr dahin gekommen, dass ihr wirklich eine komplette Reformation eines ganzen Sektors geschafft habt?
Judit Varga Diese Frage kam nicht im Bild. Es gab Konsultationen mit den Sektoren und dann ein Gesetz. Und Digitalisierung ist ein Basis von heute, also in Europa. Und alle sind in der Gesellschaft einig, dass unser Leben leichter wird mit Digitalisation, mit Garantien vom Datenschutz etc. Aber wenn ein Gesetz kommt, das heißt immer ein Wandel, also das zwingt auch die Professionellen, die Experten, ein bisschen sich weiterzubilden oder Unterricht nehmen, wie dieses System funktioniert.
Judit Varga Also zum Beispiel Rechtsanwälte sind schon daran gewohnt und ja, es gibt Kritik auch, aber das ist die Minderheit und es gibt diese modernen Leute, die wirklich weitertreten möchten. Damit unser Leben besser und leichter wird. Als Ungarn eine parlamentarische Demokratie ist, mit einem parlamentarischen Entscheidungsprozess, es gibt ein Gesetz, das sieht das vor, dass in der Zukunft für diese Technologie solche Gesetzesänderungen wir brauchen.
Judit Varga Das machen wir im Parlament und dann kommt die Vorstreckung.
Jana Janze Aber das heißt, es gab wirklich dann an einer Stelle jemanden, wo gesagt wurde, jetzt machen wir das und los geht's.
Judit Varga Ja, praktisch ja. Und dann ist es nicht von heute bis morgen. Es ist schon in der Luft für Jahre. Und dann die Leute sprechen darüber auf Konferenzen. Sie vorbereiten sich für diesen Wandel. Also das ist nicht plötzlich nur so. Auch die IT-Entwicklung braucht so viel Zeit. Und auf diesem Weg, es gibt sogenannte Hindernisse, wie wir wirklich menschlich sind oder humanen Probleme.
Judit Varga Wenn jemand sieht, dass okay, meine Kompetenzen werden in der Zukunft nicht nötig sein, weil das macht anstatt mich, der Computer, dann ist das nicht gut für diese Personen oder für diese Behörden. Das haben wir auch schon in der Vergangenheit gesehen und das ist normale Reaktion. Hier brauchen wir einen guten Kompromiss zu erreichen oder einen Zeitraum.
Judit Varga Also das ist nicht plötzlich, weil hier so viele menschliche Faktoren eintreten. Ich war am Anwenderforum im Juli in München und habe zugehört zu diesen Paneldiskussionen. Und der IT-Minister von Bayern hat das erwähnt, dass es die Analogleute und es gibt die digitale Leute gibt. Und wegen der Analogleute soll man auch dieses Papierformat aufenthalten.
Judit Varga Wenn wir einen Systemreform machen, es gibt einen bestimmten Zeitraum, wo parallel zwei Welte noch existieren. Also man kann auch auf Papierformat einreichen, aber, Diejenigen, die schon schneller sind oder moderner sind, sie können das schon mit dem neuen System einreichen. Das ist eine Herausforderung, was wir lösen konnten.
Judit Varga Und das ist auch ein Wertangebot von uns als Tigra nach Bayern und nach Deutschland. Wir haben ähnliche Probleme und Herausforderungen schon gemeistert, weil wir auch eine ähnliche Mentalität haben. Ich selbst bin eine Analogin, aber ich weiß schon, dass es für mich und für meine Familie leichter und besser ist.
Judit Varga Und deswegen habe ich diesen Zwang, dass ich das lerne und mache und werde diese Möglichkeiten benutzen. Und am Ende, das genieße ich. Also das ist ganz normal, auch in Ungarn. Also das ist, was ich auch in Bayern gefühlt habe.
Jana Janze Ich glaube gerade genau den letzten Punkt. Es ist glaube ich nichts, was wir nur in Bayern lösen können, wahrscheinlich, sondern was wirklich ein Zusammenspiel von unterschiedlichen Bereichen, vielleicht auch von unterschiedlichen Branchen, auch in der Zusammenarbeit zwischen dem Privatsektor und der Verwaltung und natürlich auch den BürgerInnen braucht.
Jana Janze So wirklich ein Zusammenspiel von den unterschiedlichen Bereichen. Das ist das, was ich zumindest für mich jetzt gerade mitnehme. Was mich in der Tat etwas positiv gestimmt hat, ist Judith, dass du sagtest, ihr wart auch oder man ist dann viel auf Konferenzen und spricht darüber, weil wir sprechen noch gerade sehr viel drüber und vielleicht brauchen wir dann trotzdem noch diesen einen kleinen Ticken.
Jana Janze Um es dann am Ende wirklich zum Laufen zu bekommen. Das nehme ich mit. Ich nehme aber auch mit, dass du am Anfang gesagt hast, es sind 600 Prozesse, die angeschaut wurden, die digital gemacht wurden, die da natürlich mit reinspielen. Das ganze Thema Lebenslagen hatte ich vorhin schon einmal ganz kurz gesagt, was wir auch sehr häufig in Deutschland diskutiert haben, rund um Eva und so weiter und so fort.
Jana Janze Das wieder viel, viel, viel stärker in den Fokus zu stellen, weil, Thorsten berichtige mich gern, aber gefühlt ist das zumindest aus meiner Wahrnehmung aktuell gerade wirklich viel, viel, viel stärker wieder in den Hintergrund getreten und wir denken wieder sehr stark in, Ein Prozess sagen zwar immer wieder, ein doofer analoger Prozess ist auch ein doofer digitaler Prozess, aber das mehr in Lebenslagen zu denken und das wieder in den Fokus zu setzen, das nehme ich auch noch mit.
Judit Varga Ja, vielen Dank, Jana, dass du das erwähnt hast. Und ich wollte gerne auch ein bisschen zurückkehren zu dieser Zusammenfassung, weil die digitale Stadtbürgerschaft eine ganz andere neue Welt ist. Also wir haben diese Zentralplattform entwickelt, diese Bürgerpolter etc. Alles angeknüpft. Aber mit dieser App, also digital, alles geht in die Handywelt, also in die mobile Welt drinnen.
Judit Varga Das Konzept ist auch anders, weil es Lebensereignisse zentralisiert sind oder der Fokus ist auf unsere eigenen Bedürfnisse des Bürgers. Deswegen, das ist eine andere Dimension. Und Thorsten hat schon das gefragt, was kann man jetzt mal mit dieser Applikation erreichen. Jeden Tag immer mehr Verfahren, aber die Basis ist noch dieser Bürgerportal.
Judit Varga Und in der Applikation, wir steigen unsere Leistungen in Ungarn mit der Hilfe der Digitalagentur von Ungarn, laut dieser Häufigkeit von Lebenslagen. Ja, ja, und das ist hier für uns eine Möglichkeit, uns ein bisschen vorzustellen, weil die besten Beispiele zwischen ungarischer Verwaltung dieser Digitalisierung und bayerischer oder deutscher, Die Grundsystemmodernisierung oder die Ablösung von Altsystemen, das ist der Kernbotschaft.
Judit Varga Und zum Beispiel bei einer veralteten Anwendungslandschaft die fehlenden Elemente zu schaffen, die Schwachpunkte zu identifizieren und beheben. Wir sind ein 10 Millionen Land und wir haben ganz andere Legacy-Probleme als eine kleine baltische Stadt hatte. Das ist auch die größte des Landes und die Qualität der Probleme sind auch unterschiedlich.
Judit Varga Zum Beispiel in baltischen Staaten, sie waren sehr, sehr tapfer und sie haben eine kluge Entscheidung gebracht. Jetzt werden wir digital sein. Von Anfang an konnten sie in einem ganz kleinen Staat oder Land alles einführen. Wir haben diese Legacy-Issue, was vielleicht ähnlich mit Deutschland ist. Und ich möchte das auch sagen, dass wir eine Aussage in Ungarn haben, alle respektieren die Deutschen, aber die Ungarn auch lieben die Deutschen.
Judit Varga Das ist auch historisch gewürzelt während der politischen Wende, der eisene Vorhang zwischen Ungarn und Deutschland. Wir haben unsere heroistischen Geschichten. Das hat auch unsere Kultur, unsere wirtschaftlichen Beziehungen sehr, sehr geprägt. Bei der Firma, wir haben auch eine deutsche Arbeitskultur.
Judit Varga Wir fühlen uns sehr gut in Deutschland, wir fühlen uns zu Hause, weil die Hauptingenieuren am Anfang 2000er ihre Projekte in Hamburg durchgeführt haben. Und sie haben diese Arbeitskultur nach Ungarn mitgebracht und auch die Technologien, also die Java-Grundhaltung, die Open Source, die kein-Vendor-Lock-In-Lösungen, das stammen auch aus der deutschen Arbeitskultur.
Judit Varga Und die ungarische Kreativität hilft immer, wenn es Krisensituationen gibt, hohen Zeitdruck. Das können wir schaffen. Zum Beispiel dieses Personenstandbuch sollten wir sechs Monate vom Nichts bis Funktionen einführen. Also entwickeln und einführen vom Papier zum digitalen Personenstandbuch, das ganze Land schalten. Und als letztes Gedanke möchte ich diese Nähr-Schuling-Perspektive erwähnen.
Judit Varga Da wir kulturell sehr ähnlich sind, dann können wir das fühlen. Meistens sprechen wir noch auf Deutsch. Was heute noch ein Vorteil ist und nicht nur kulturell, aber geografisch. Wir sind ganz in der Nähe und deswegen haben wir schon viele Messen besichtigt. Anwenderforum, Smart Country Convention, viele Besuche, damit wir besser die Herausforderungen vor Ort kennenlernen.
Judit Varga Ja, wir haben schon von Anfang an dieses Grundprinzip gelegt und wir sind sehr froh darüber, dass heutzutage auch in Europa die Entwickler darüber sprechen. Wir haben schon diese Strategie mehr als seit 15 Jahren aufgebaut und das heißt im Groben, dass die Lösungen des ungarischen Staates laufen auf physischen Servern innerhalb der Verwartungsgrenzen von Ungarn.
Judit Varga Also wir legen großen Wert auf Open-Source-Lösungen, um Vendor-Login zu vermeiden. Und die Hardware und die Software befinden sich hier in Ungarn und die Qualcodes gehören zu dem Staat. Das ist so einfach, damit wir diese digitale Unabhängigkeit bewahren konnten. Und wir haben unsere nationale Cloud und nationale Server.
Judit Varga Aber Tigra hat auch ein riesengroßes Portfolio und GovTech ist nur ein Element davon. Die Mehrheit unserer Projekte sind GovTech-Projekte, aber wir arbeiten auch für die Privatsektor-Klienten. Wir haben schon auch in Deutschland für Bayern München gearbeitet. Wir sind sehr stolz darauf, kleine Applikationen entwickelt, aber auch in Ungarn für Versicherungsfirmen, Banksektor und ich könnte auch alle anderen privaten Klienten erwähnen.
Judit Varga Und jetzt möchten wir auch nach Deutschland zurückkehren, aber auch auf andere Direktionen haben wir Pläne gemacht. Und ja, die Souveränität für uns ist eine existierende Wahrheit und darüber können wir auch unsere Erfahrungen anderen mitteilen, warum es sich lohnt, souverän zu bleiben.
Jana Janze Ich habe gar nichts weiter, weil mein Kopf raucht, so wie Thorsten es ja gerade schon angesprochen hat und hört sich für mich so ein bisschen an wie von Bayern München jetzt nach in die bayerische Verwaltung hinein. Ich glaube, es gibt viele coole Beispiele und viele coole Projekte, die wir hier in Deutschland sicherlich haben.
Jana Janze Ja, gut, auch ähnlich machen können. Genau, von daher freue ich mich davon, mehr zu hören am Ende.
Judit Varga Ja, vielen Dank, Thorsten. Vielleicht zum Schluss ein schönes Beispiel über die KI-Anwendung für diese digitale Bürgerschaft jetzt im Agentur. Sie arbeiten auf eine Lösung, die sogenannte KI-Zusammenfassung für Verständlichkeit. Das ist sehr, sehr interessant, sehr, sehr nützlich. Das ist ein Beispiel vom Leben. Sie erhalten einen sechs- bis achtseitigen Brief vom Finanzamt.
Judit Varga Niemand kann das verstehen, was in diesem Dokument steht. Und mit dieser KI-Anwendung, dieser neuen Funktion fasst zusammen, Achtung, Steuerzahlung fällig. Und das macht unsere Entscheidungen, unsere nächsten Schritte leichter. Also das ist auch eine der nächsten Funktionen dieser digitalen Bürgerschaft mit KI-Anwendung.
Jana Janze Kannst du sagen, ich habe fast mitmoderiert, oder?
Judit Varga Vielen Dank für die Gelegenheit. Vielen Dank Torsten, vielen Dank Jana.