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Shownotes
Im April war eine Menge los und das habe ich mit drei tollen Frauen besprochen. Jana, Angelika und Nina haben interessante Themen mitgebracht die wir gemeinsam ordentlich diskutiert haben.
Digitalhaushalt, Registermodernisierung, digitale Transformation, KI, föderale Zusammenarbeit, Deutschland-App, EfA-Lösungen, Sicherheitsbewusstsein, NExT-Studie Nachnutzung, Interoperabilität, digitale Souveränität, Norwegen, Agentic AI, Exit-Strategien, Zivilgesellschaft, Veranstaltungen
Kommentare unter: egovernment-podcast.com/egov260-monatsschau-04…
Monatsrückschau
Angelika
Neuer Digitalhaushalt
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Registermodernisierung
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Torsten
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Verhindern hohe Schnittstellenpreise der Fachverfahren den EfA-Rollout und auch die Verwaltungsdigitalisierung?
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Signal-„Hack“
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A12 Enterprise AI Low Code-Plattform wird Open Source: Bayerisches Landesamt für Steuern und mgm öffnen Quellcode
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Jana
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Links die es nicht in die Sendung geschafft haben aber trotzdem Beachtung verdienen
Apps
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Cyber
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Torsten Frenzel Ja, willkommen zur Monatsschau April 2026. Ich bin Thorsten Frenzel und heute habe ich schon ein lustiges Vorgespräch gehabt. Also wunderbar. Ich habe tolle Gäste erstmals im E-Government-Podcast beziehungsweise in der Monatsschau des E-Government-Podcasts. Außer mir nur Frauen im virtuellen Studio. Großartig. Und dann noch so drei so tolle Frauen mit so viel Verwaltungs- und Verwaltungs-Digitalisierungswissen.
Torsten Frenzel Hallo, herzlich willkommen euch drei.
Jana Janze Hallo!
Torsten Frenzel Und wir haben die Angelika, die Jana und die Nina. Und weil die Nina ganz neu in der Runde ist, fängt die Nina an mit einer ganz kurzen Vorstellung zu sich und dann die anderen beiden. Ja, schön, dass du da bist. Und heute habe ich gesehen, du bist auch unter die Müllfrauen gegangen. Ja, das ist auf jeden Fall. AWM hat auf jeden Fall auch coole Digitalisierungsprojekte.
Torsten Frenzel Ich hatte schon gehofft, dass du in Orange kommst, weil das passt so gut zum E-Gammerman-Podcast. Schade. Und dann machen wir direkt mal weiter mit der Angelika. Hallo Angelika, grüß dich. Schön, dass du auch wieder dabei bist. Und jetzt droppe ich hier auch noch was. Ich war auch schon mal in der Automobilbranche unterwegs.
Torsten Frenzel Nicht nur in der Hotellerie, sondern auch in der Automobilbranche. Aber da können wir uns hinterher nochmal drüber unterhalten. So Jana, jetzt musst du noch eins drauflegen. Warst du auch in der Automobilbranche?
Jana Janze Nee, ich war nicht in der Automobilbranche. Ich habe aber mal Verkehrsplanung gemacht. Ich weiß nicht, ob das auch zählt. Okay, gut. Wunderbar, mega. Dann kann ich mich anschließen. Genau, ansonsten. Ich bin Jana Jana Janze. Ich bin in der Tat so in den letzten 20 Jahren rund um das Thema Verwaltungsdigitalisierung an ganz vielen unterschiedlichen Stellen gewesen.
Jana Janze Angelika, du hast gerade gesagt, das Thema Female. Mich freut es so, so, so sehr, dass wir hier eine Runde haben, wo nur Frauen sind. Auch wenn es natürlich ein Thema gibt, über was wir gleich sprechen, was da vielleicht so ein bisschen reinschlägt. Aber kommen wir später dazu.
Torsten Frenzel Genau, wunderbar. Also tolle Runde haben wir hier und wir gehen gleich in Medias Res. und Angelika, du darfst anfangen mit den Themen, die du mitgebracht hast. Vielleicht fangen wir gleich mal an, mit dem Haushalt zu diskutieren. Also ich muss ja direkt von vornherein sagen, ich finde es gar nicht so schlimm, wenn nur 118 begonnen wurden.
Torsten Frenzel Und wir auch nur 40% schaffen, wenn das denn die richtigen 40% sind. Aber was sich momentan abzeichnet, sind das irgendwelche 40%, irgendwas, was nach vermeintlichen Quick-Win ausschaut, aber letztendlich überhaupt gar nicht Ende zu Ende durchgeplant ist, beziehungsweise geplant wurde ohne die Beteiligung der entsprechenden Fachstellen.
Jana Janze Absolut. Also in der Tat war das auch genau mein Punkt, den ich irgendwie beim Lesen gedacht habe, so was heißt das denn jetzt? Also klar, natürlich können das irgendwie 40% lustige Quickwinds sein, aber müsste man nicht viel stärker priorisieren? Und ich habe mich dann eher gefragt, was wären denn das für Themen, die man priorisieren müsste?
Jana Janze Ist es, keine Ahnung, der viel besprochene Deutschland-Stack und so weiter? Also was sind es genau für Themen, die man eigentlich priorisieren müsste? Und wenn es, keine Ahnung, 40 Prozent mal der Deutschland-Stack ist, dann ist es vielleicht auch mit 40 Prozent okay. Wenn es aber 40 Prozent irgendwie mini-kleine Vorhaben sind, dann ist das was anderes.
Torsten Frenzel Gibt es wieder die Webseite mit dem Haushalt, diese interaktive Seite, wo man genau reinzoomen kann? Ich habe es gerade gefunden, was ich gerade angesprochen habe, und zwar unter bundeshaushalt.de, da gibt es wieder diese interaktive Seite, die wirklich gut gemacht ist, die hatte ich glaube ich im letzten Jahr schon mal empfohlen, weil es da Rosal Draß kam, dann kann man richtig schön reingehen in die Einzelmaßnahmen, ich bin jetzt tatsächlich auf Titeln und man kann sogar noch tiefer reingehen, also das ist, wirklich interessant, bis auf die, oh hier sind viele, Es sind sogar Sachen drin für 200.000 Euro. Also das ist schon interessant.
Torsten Frenzel Also da kann man mal genau reinschauen, was da alles drin ist. Ich kann jetzt nicht im Moment aufs Detail eingehen, weil zu wenig Zeit. Aber wer sich da berufen fühlt, gern mal ein bisschen spielen und runterrollen. Also das ist eine sehr interessante Seite und man kann auch sehen, wofür das Geld ausgegeben wird tatsächlich.
Torsten Frenzel Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das tatsächlich mit echten Daten und die da nicht einfach nur so reingepflegt werden. Also zumindest hat mir das mal jemand so erklärt.
Jana Janze Also es ist nicht nur der Haushalt, sondern es wird auch dagegen getrackt?
Torsten Frenzel Nee, die Ausgaben kommen erst im nächsten Jahr dazu.
Jana Janze Das wäre richtig nice, wenn das wirklich live dagegen halten würde.
Torsten Frenzel Das wäre sehr schön. Wird ja theoretisch gehen. Die Systeme geben das her. Also erst mal muss ich sagen, ich bin sehr erstaunt, dass es nur 8 Milliarden sind. Also zumindest 8 Milliarden auf Bundesebene. Dass der Großteil, wie auch schon beim OZG, was ungefähr genauso teuer war, bei den Kommunen landet, war klar.
Torsten Frenzel Aber ich hätte tatsächlich mit mehr gerechnet. Nach dem OZG-Desaster, wie ich es gerne nenne, hieß es ja, dass diese Registermodernisierung wesentlich komplexer und wesentlich teurer wird als OZG. Aber wenn die Kostenschätzung so schon ist und schon sehr, sehr großzügig gerechnet wurde, dann finde ich 8 Milliarden gar nicht so schlimm.
Torsten Frenzel Dann nochmal zu dem Thema dezentrale Register. Ich finde es sehr, sehr gut, dass wir dezentrale Register haben. Das schützt unter anderem auch unsere Demokratie. Und dass wir die alle vereinheitlichen müssen, dass die einheitliche Systeme haben müssen, einheitliche Schnittstellen haben müssen, das ist vollkommen klar.
Torsten Frenzel Und vor allen Dingen, dass die auch mal digitalisiert gehören. Also in den Kommunen gibt es noch jede Menge Register, die in Papierform existieren. Jetzt in München vielleicht nicht ganz so, aber je kleiner die Kommune ist, ich sage mal Angelschein, da wird noch mit Schreibmaschine und Excel-Tabellen gearbeitet.
Torsten Frenzel Genau, also ich finde das jetzt gar nicht so schlimm, aber das Thema Registermodernisierung, das wird uns noch einiges an Kraftakt bedeuten, vor allen Dingen in den Kommunen. Aber da muss man vielleicht auch nochmal überlegen, ob wirklich alle Register, die in den Kommunen sind, auch angeschlossen werden müssen.
Torsten Frenzel Also wenn ich dazu sagen darf, Verantwortung übernehmen. Keiner will die Verantwortung. Jeder will nur planen und keiner will die Verantwortung übernehmen. Keiner setzt sich mal hin, krempelt die Ärmel hoch, wie du gesagt hast, sagt, das machen wir jetzt mal. Und wenn es schief läuft, dann müssen wir uns was anderes überlegen. Man kann ja iterativ vorgehen.
Torsten Frenzel Man muss ja nicht gleich den ganzen Strang bis zum Ende durchplanen. Man kann ja klein anfangen und sagen, wenn wir hier in eine Sackgasse laufen, dann laufen wir halt andersrum weiter.
Jana Janze Das ist total spannend. Ich hatte gestern in der Tat auch eine Diskussion dazu, auch so rund ums Thema Nachnutzung, aber kommen wir später gleich noch dazu. Da ist das Wort Demut gefallen und ich fand, das war wahnsinnig wichtig, auch ein gewisses Maß von Demut zu haben bei der Entwicklung insgesamt und nicht zu sagen, meine Lösung ist die Geiste überhaupt, sondern ich baue eine Lösung.
Jana Janze Und wenn ich an dieser Lösung noch etwas weiterentwickeln muss, weil, keine Ahnung, ich die hier in meinem Landkreis gebaut habe, aber jemand nebendran möchte sie noch weiter benutzen, dann mache ich das, weil wir sprechen darüber und wir arbeiten gemeinsam an der Sache. Und das ist dann aber nicht das Momentum, wo ich mich irgendwie, keine Ahnung, vor die Kamera stellen kann und kann sagen, irgendwie, ich bleibe mal hier kurz in Bayern, bitte nicht jetzt irgendwie komplett für voll nehmen, aber wir in Bayern, wir sind die coolsten, wir machen die besten Lösungen ever.
Jana Janze Das ersetzt Bayern gerne durch jedes anderes Bundesland natürlich, weil gefühlt, das werden alle sagen, aber da ein bisschen wieder zurückzugehen, ein kleines bisschen Demut auch zu haben, zu sagen, nee, wir machen das, weil wir an die Sache glauben. Und dann ist vielleicht das, Angelika, was du gerade schon beschrieben hast, vielleicht auch gar nicht mehr so eine wahnsinnig große Angriffsfläche, weil ich dann eben nicht sagen muss, also ich jetzt hier setze eine Lösung aus Bayern ein, schwierig, sondern wir arbeiten eben an der Sache wieder.
Jana Janze Okay, ich sehe euch zumindest nicken. Das beruhigt mich jetzt schon mal. Vehemenz natürlich.
Torsten Frenzel Ich habe auch gleich noch was mit Mehrfachentwicklung, aber das ist nächstes Thema. Ja, es ist wie immer. Wir wissen alle, wie die Lösung tatsächlich wäre. Ich denke mal, auf Arbeitsebene sind wir uns alle einig. Auch die Politiker sind sich einig. Aber letztendlich, wenn es um die Entscheidung geht, die Entscheidung will keiner treffen.
Torsten Frenzel Ja, fail fast, fail early. Das ist genau das Thema, wo jede Softwareentwicklung eigentlich, die agil ist, hingeht. Und das könnten wir uns echt abgucken. Bevor die Diskussion jetzt noch tiefer geht, übernehme ich jetzt einfach mal und gehe mit meinen Themen voran, weil, surprise, surprise, es ist wieder was ähnliches wie das, was du schon mitgebracht hast, Angelika.
Torsten Frenzel Und zwar die Deutschland-App oder Bürger-App oder wie auch immer man sie nennen mag. Also die hat inzwischen schon verschiedene Namen und keiner weiß, wie sie wirklich heißt. Auf jeden Fall hat unser Bundesdigitalminister Carsten Wildberger schon im Februar gesagt, es kommt die App. Und plötzlich sind alle losgelaufen, die App. Die App, was ist das für eine App?
Torsten Frenzel Dann stand ein bisschen was im Handelsblatt und im Handelsblatt stand dann auch drin, was sich der Herr Wildberger so alles so vorstellt. Und das habe ich mir ein bisschen näher angeguckt. Ich habe in den letzten Wochen mich da ein bisschen reingefuchst, was das tatsächlich ist. Und tatsächlich ist das alles nur heiße Luft.
Torsten Frenzel Erstmal ist es nur ein Prototyp. Und es wurde versprochen, dass nach dem Prototyp eine Ausschreibung stattfindet. Der Prototyp wurde beauftragt über das Kaufhaus des Bundes. Also da konnte man direkt SAP und Telekom direkt beauftragen. Da musste man nicht ausschreiben. Und jetzt stelle ich mir als allererstes mal die Frage, wenn ich jetzt eine Firma beauftrage, die einen Prototypen baut.
Torsten Frenzel Wer bewirbt sich denn noch auf die Ausschreibung, um so einen komischen Prototypen weiterzuentwickeln, den man dann vielleicht gar nicht wegschmeißen darf, sondern dass es nicht nur eine Tech-Demo ist. Also ja, ist ein bisschen alles an den Hahn herbeigezogen. Also ich sehe schon, dass auch Telekom und SAP auch diese App baut.
Torsten Frenzel Aber was ich mich noch viel mehr frage ist, es ist ja schön, dass der Bund eine App baut. Ich bin auch tatsächlich dafür, dass wir in Deutschland so eine Deutschland-App haben. Das ist modern. Da können wir unsere Bürgerinnen und Bürger abholen. Ich weiß, wir Digitalis, wir sind da gern mal dagegen, weil wir andere Möglichkeiten kennen, wie es einfacher geht. Aber wenn wir uns die Bürgerinnen und Bürger anschauen, wo sind die den ganzen Tag? Die haben den ganzen Tag das Handy dabei.
Torsten Frenzel Die kaufen einen übers Handy, die kommunizieren übers Handy. Warum soll da nicht auch Verwaltungsleistung über das Handy gehen? Also dem kann ich ganz gut was abgewinnen von. Aber das, was jetzt die SAP und die Telekom umsetzen in der App, das ist Terminvereinbarung in Behörden. Das ist ein Thema, wenn man das anspricht, da kriegen alle das große Lachen.
Torsten Frenzel Weil ich muss ja mindestens meine 11.000 Kommunen anbinden. Wenn ich nur eine Terminvereinbarung pro Kommune will, aber die Kommunen haben ja noch mehrere Ämter. Also die 11.000, die kann man locker verzehnfachen mit Anbindungen, die ich brauche, nur allein kommunal. Und dann sollen ja auch noch Landes- und Bundesbehörden da angebunden werden an die Terminvereinbarung.
Torsten Frenzel Also sprechen wir hier locker von 200.000, 300.000 Anbindungen an irgendwelche Terminvereinbarungssysteme. Selbst wenn es ein Zentrales gibt, müssen alle diese 300 Kommunen oder alle 300.000 Behörden da irgendwie drauf zugreifen können. Also das ist schon mal von vornherein Quatsch. Auch wenn man da eine App baut oder eine Infrastruktur baut, die mit KI natürlich funktioniert, Nina, bitte sei mir nicht böse, aber KI muss jetzt überall drin hängen, dann Kindergeld beantragen. Der gleiche Blödsinn.
Torsten Frenzel Das ist auch eine kommunale Leistung. Warum macht der Bund das? Der kann das nicht machen, weil 11.000 Kommunen sind davon betroffen. Wohnsitz ummelden. Da hat die Dataport eine tolle Umsetzung gebaut mit der elektronischen Wohnsitzanmeldung. Aber auch da sehen wir jetzt schon im Rollout, wo keine App dran hängt, sehen wir jetzt schon die Probleme, die einzelnen Kommunen anzubinden.
Torsten Frenzel Das geht nicht in einer App. Unternehmensgründung, auch der gleiche Quatsch. Und dann kommt ein was, Identität per ID identifizieren. Warum? Es gibt die Eudi-Wallet, die kommt am 2. Januar, so wie Herr Wildberger das gerne hätte. Da kommt die Eute-Wall, dann habe ich alles schon. Da brauche ich keine App, wo eine Authentifizierung drin ist. Da brauche ich nur eine App, die die Authentifizierung anfragt.
Torsten Frenzel Und was noch dazu kommt, dieses Team um Telekom und SAP scheint sich noch nicht mal damit auszukennen, was auf Bundesebene oder auf föderaler Ebene hier schon zentral finanziert ist. Ich sage nur Wire und Zapuk. Also die bauen jetzt da Wire ein, obwohl Zabok fertig konzipiert ist und nutzbar ist. Was ist denn das für ein Quatsch?
Torsten Frenzel So, das war es mit meinem Rant. Ich sehe euch alle nicken. Will jemand von euch das dazu sagen? Oder lasst du mich mit meinem Rant alleine? Und es ist ja nicht so, als ob es in Deutschland nicht schon solche Verwaltungs-Apps ohne Ende gäbe. Ich kenne mindestens zwei Open-Source-Projekte, die hervorragende Apps bauen, die auch skalierbar sind und nachweislich skalierbar sind, weil die einfach mal in mehreren hundert Kommunen schon laufen.
Torsten Frenzel Wir gucken, Ungarn baut gerade eine komplette App-Infrastruktur auf. Estland hat die schon lange. Die Ukraine ist fertig damit. Die machen gar nichts mehr anderes außer über App. Dänemark läuft per App. Und wir beauftragen unsere beiden größten und dicksten Unternehmen. Ach, wir haben nichts gefunden auf dem Markt. Baut doch mal was. Das ist Quatsch.
Torsten Frenzel Ich muss jetzt damit aufhören. Es gibt zwei kleine Anfragen dazu, da ist leider nicht so viel Traffic drauf. Ich habe diese RSS-Feeds, diese beiden kleinen Anfragen, abonniert und ich verlinke das auch in den Shownotes. Da kann man jederzeit mal drauf schauen, weil da genau das gefragt wurde, wie sieht es denn da aus mit der Vergabe.
Torsten Frenzel Aber ich gehe jetzt mal zum nächsten Thema, weil Vergabe ist ein hervorragender Übergang. Mein Dayjob ist ja Rollout von EFA-Leistungen. Und nicht nur EFA-Leistungen, sondern auch anderen, aber hauptsächlich EFA-Leistungen. Da haben wir inzwischen sehr gute Erfahrungen mit den Dienstleistern, die die Leistungen anbieten.
Torsten Frenzel Und wir haben inzwischen auch sehr viele Erfahrungen mit den Herstellern und den Fachverfahren, die an diese Leistungen angebunden werden. Meine These aktuell ist, dass die Fachverfahrenshersteller sich mehr und mehr zu den Verhinderern der Digitalisierung in Deutschland entwickeln. Weil die rufen Preise für ihre Schnittstellen auf, die so enorm hoch sind, dass sich das niemand leisten kann.
Torsten Frenzel Und die Frage steht auch im Raum, warum muss ich für eine Schnittstelle, die einmal gebaut wird, die sowieso zweimal im Jahr angepasst werden muss, wenn im Fachverfahren gesetzliche Anpassungen stattfinden, warum muss ich für diese Schnittstelle, die auch noch nicht mal optional ist, weil ich brauche die, Warum muss ich da jeden Monat Geld für bezahlen?
Torsten Frenzel Statt einer einmaligen Einrichtungsgebühr, das sehe ich vielleicht noch ein, weil es gibt manuelle Aufwände, das muss natürlich bezahlt werden. Alles vollkommen klar. Aber eine Lizenz für eine Schnittstelle oder für die Nutzung einer Schnittstelle, für ein Fachverfahren, was ich sowieso schon bezahle, das grenzt schon an Frechheit.
Torsten Frenzel Ihr nickt alle, also ihr seid der gleichen Meinung. Ich finde, es ist so einfach. Es muss halt in Ausschreibungen rein, aber gerade das BMDS hat sich explizit dagegen ausgesprochen, eine zentrale Beschaffung von Schnittstellen. Wir haben explizit gesagt, wenn wir irgendwas fördern mit Fördergeldern, auf gar keinen Fall dürfen damit Schnittstellen in die Fachverfahren bezahlt werden.
Torsten Frenzel Ich kann die Idee dahinter verstehen, aber das ist auch nur ein Abwälzen auf die Kommunen, die noch viel weniger Geld haben als Länder und Bund.
Jana Janze Das ist halt genau das Problem dabei. Also am Ende, wie willst du das denn alles machen? Und gerade, also natürlich München vielleicht mal so ein Vielleicht ausgenommen, Fragezeichen, aber denk keine Ahnung an die ganzen ganz mini kleinen Kommunen, die ja vor genau den gleichen Herausforderungen stehen.
Jana Janze So, was passiert denn da?
Torsten Frenzel Don't get me started mit den EFA-Lösungen, weil sonst diskutieren wir ja noch zwei Stunden über EFA, weil das ist auch ein Konzept, was gut funktionieren hätte können, aber einfach verschlimmbessert wurde. Nee, eigentlich, wie sagt man, N-Shitification, also das wurde verschlimmscheißert. Auf gut Deutsch.
Torsten Frenzel Gut, ich gehe weiter, weil sonst kriege ich noch Blutdruck heute. Ich habe noch was, das würde ich schon eher in die Richtung Kurioses schieben. Und zwar, man hört und sieht und liest, Thema Signal, der Messenger wurde gehackt. Das hat es sogar bis in die Tagesschau geschafft. Wenn man sich das mal anschaut, wie dieser Hack denn abgelaufen ist, dann kommt man zum Ergebnis, dass das eigentlich ein Fehler 40 ist.
Torsten Frenzel Fehler 40 für alle, die nicht IT-affin sind, das ist der Anwender. Und zwar, das ist der, der 40 cm vom Bildschirm entfernt sitzt. Hier sind Politiker und Politikerinnen auf einen Phishing-Angriff reingefallen. Auch Journalisten haben genau diese Mails und diese Nachrichten bekommen. Man weiß nicht, wie viele darauf reingefallen sind, aber ich denke, das wird auch ein Prozentsatz sein, die auch von den Journalisten darauf reingefallen sind.
Torsten Frenzel Aber das war ein klassischer Phishing-Ansatz. Das war sogar ein gezieltes, ein Spearfishing, also ein ganz gezieltes Phishing auf bestimmtes Klientel, die hier ganz einfach dazu gebracht wurden, ihre PIN-Codes einzugeben oder irgendwelche QR-Codes einzuscannen, um dann dem Signal-Konto noch ein zusätzliches Gerät zuzufügen, was man einfach mitlesen kann.
Torsten Frenzel Ich finde, wir sollten auf gar keinen Fall mehr über einen Signal-Hack sprechen, sondern ganz einfach, um Awareness über Aufklärung zu schaffen, dass man nicht einfach irgendwelchen Support-Nachrichten, die man bekommt, irgendwelche Mails oder sonstiges und Passworte, Pins oder sonstiges schickt. Das gehört eigentlich heutzutage zur Basisbildung dazu und auch als Politiker bekomme ich keine Nachricht, schick mir da mal einen PIN.
Torsten Frenzel Das wird niemals passieren und wenn das passiert, dann ist dieser Support wirklich dumm. Was anderes kann man da gar nicht sagen. Was noch viel schöner ist, dass die Politikerin, von der es am meisten bekannt wurde, dass sie gehackt wurde, die empfiehlt jetzt, Wire einzusetzen. Wire, das, was wir vorhin gerade hatten, das auch in diese App eingebaut wird.
Torsten Frenzel Was ist denn hier bitteschön mit Wire los? Machen die so gute Lobbyarbeit, dass jetzt plötzlich alle nur noch an Wire denken und nicht an eine sichere Infrastruktur wie Signal oder an Infrastrukturen, die wir sowieso schon geschaffen haben?
Jana Janze Vielleicht kann man in Wire einfach keine Nachrichten verschicken, dann passiert das auch nicht.
Torsten Frenzel Das könnte auch sein.
Jana Janze Es gab ja so ein paar lustige Analogien. Also keine Ahnung, Enkeltrick funktioniert, also alle Telefone verbieten. Keine Ahnung, es gibt Geisterfahrer, also alle Autos verbieten. Das ist halt total absurd.
Torsten Frenzel Naja, Wire hat eine Admin-Funktion, da kann man ein zentrales Unternehmen auch administrieren. Also es hat schon was für sich. Aber dass man gleich öffentlich sagt, bitte schön, also eine Firma empfehlen als Politiker sowieso, eher ungünstig. Und ich habe jetzt so oft Wire gesagt, Wire, Sponsoring-Vertrag ist da, könnt ihr unterschreiben.
Torsten Frenzel So, und jetzt will ich auch noch positiv enden, bevor ich weitergebe an Diana. Und zwar, jeder von uns hat schon mal eine Steuererklärung gemacht und jeder von uns hat schon mal irgendwie eine Steuererklärung vielleicht auch online gemacht. Und dieses System von Elster, wo man sich da einloggen kann, dieses komplette System ist jetzt Open Source.
Torsten Frenzel Und zwar steckt dahinter eine Software, die heißt A12 und ist eine sogenannte Low-Code-Lösung, also mit wenig Programmieraufwand Dinge auch entwickeln kann. Und das ist jetzt komplett Open Source. Dieser Quellcode steht online auf GitHub und auf Open Code. Also man kann es überall finden, man kann es nutzen und man kann damit direkt loslegen. Man kann das installieren, das ist auch relativ leichtgewichtig.
Torsten Frenzel Dazu gibt es Docker-Container und eine moderne Architektur. Und ich habe neulich mit den Entwicklern gesprochen. A12 ist für alles einsetzbar, was nicht komplizierter ist als das deutsche Steuerrecht. So, damit schließe ich und gehe direkt weiter an Diana.
Jana Janze Wie gesagt, dazu kann man noch nichts mehr sagen nach so einer schönen Nachricht. Und dann fange ich gleich wieder mit etwas Negativen an, oder? Genau, ich möchte nämlich vor allen Dingen gerade, weil wir hier in der Runde so schön zusammen sind mit drei richtig coolen Frauen beziehungsweise zwei anderen richtig coolen Frauen.
Jana Janze Und zwar mit der ersten Nachricht, die mich in der Tat ziemlich geschockt hat. Ich glaube, es war letzte Woche, 21. April, das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung gibt bekannt, dass Prof. Dr. Luise Hörscher als Staatssekretärin im BMDS ausscheidet. Und ganz ernsthaft, als ich irgendwie ganz am Anfang aufs Organigramm des BMDS geguckt habe und gesehen habe, ha, Staatssekretär, Staatssekretär, Staatssekretär, war ich halt, ich hatte richtig, richtig schlechte Laune.
Jana Janze Und dann kam Luise Hörscher und ich so, okay, gut, wunderbar, perfekt, wenigstens eine Frau mit dabei. Und jetzt ist es wieder anders herum. Wir haben einen Minister, wir haben Staatssekretäre und in der Tat laut, ich glaube, E-Government und ich glaube, alle anderen auch, ist natürlich dann auch klar geworden, dass Markus Richter bis auf Weiteres den Posten erstmal übernimmt.
Jana Janze Und ich finde in der Tat auch nochmal für die Monatsschau zumindest relevant, weil ja der Bund auch in diesem Jahr den Bundesvorsitz im IT-Planungsrat hat und Luisa Hörscher hatte da natürlich eine extrem zentrale Rolle. Deswegen war das für mich so ein Punkt, wo ich schon ein paar Mal schlucken musste, als ich diese Nachricht gehört, gelesen und gesehen habe.
Jana Janze Und am Anfang auch noch dachte so, hm, 1. April, aber nee, war es leider nicht.
Torsten Frenzel Ja, nachdem sie ja schon bei dem IT-Pandungsratskongress ausgefallen ist, weil sie einen Unfall hatte, ja, ist sie jetzt leider ganz ausgeschieden.
Jana Janze Sehr, sehr, sehr schade. Ja, erstmal bis auf Weiteres Dr. Markus Richter.
Torsten Frenzel Und irgendeinen Mann werden sie schon finden.
Jana Janze Absolut, ja. Du meinst jetzt hier mit die Bewerbung eingereicht. Mehr Mut.
Torsten Frenzel In den Gefühlen muss man Juristin sein.
Jana Janze Ja, ich glaube auch. Damit kann ich leider nicht dienen. Naja, gehen wir doch mal weiter. Wir kommen zu dem Thema, was jetzt, glaube ich, schon mehrfach angesprochen wurde. Und Angelika, ich bin so gespannt, wie viele Zahlen du dann gleich noch mitbringst, weil ich habe zwar natürlich ein paar Zahlen mitgebracht, aber mal schauen, ob du das gleich noch ergänzen wirst.
Jana Janze Okay, perfekt, mega. Genau. Das nächste Thema, was ich mitgebracht habe, ist nämlich die NEXT-Studie zum Thema Nachnutzung in der öffentlichen Verwaltung. Und ihr habt es ja gerade schon mitgehört, es geht im Endeffekt darum, zu schauen, warum entwickelt die Verwaltung denn immer wieder ähnliche Lösungen, obwohl es an vielen Stellen schon längst gute Ansätze gibt, gute Tools gibt, Prozesse, Best Practices und so weiter.
Jana Janze Und in der Studie hat Next in der Tat 33 Interviews geführt, hat Online-Befragungen mit, ich glaube, über 500 Beschäftigten aus der öffentlichen Hand vorgenommen. Und was ich eigentlich ganz spannend fand war, ja, nach Nutzung wird in der Tat eigentlich nahezu einhellig gesehen oder ist wichtig angesehen in der Praxis, wenn man da tiefer reinschaut.
Jana Janze Und das sind sehr viele Zitate auch in der Studie drin, dann bleibt es eigentlich hinter dem Potenzial zurück. Also um es ganz konkret zu machen, jetzt auch meine Zahl zumindest, 90 Prozent halten Nachnutzung für extrem wichtig. Auf der anderen Seite sagen nur 31 Prozent, dass sie damit wirklich zufrieden sind.
Jana Janze Für mich zumindest so, als ich es gelesen habe, war irgendwie am Ende so ein Gedanke dabei, nämlich irgendwie so einer für alle, darüber sprechen wir immer wieder, darf aber nicht heißen, einer entwickelt und alle anderen müssten dann selbst herausfinden, wie sie es nutzen wollen. Ich glaube, das ist in der Tat so ein absolut entscheidender Punkt, weil wir hatten vorhin ja auch schon gerade über kleine Kommunen gesprochen.
Jana Janze Das ist immer irgendwie sehr schön, wenn man in großen Kommunen oder auch auf Landesebene, auf Bundesebene irgendwas aufbaut. Und dann sind kleine Kommunen damit alleingelassen. Das war so ein Gedanke, der mir zumindest gekommen ist. Ich habe aber noch so ein paar andere Gedanken daraus. Ich glaube, Nachnutzung in der Tat, hatte ich gerade schon gesagt, über 90 Prozent finden Nachnutzung total wichtig.
Jana Janze Auf der anderen Seite sind super viele Leute eben auch frustriert. Also nur 31 Prozent sind zufrieden mit den bisherigen Erfahrungen. Und im Endeffekt zeigt die Studie auch an sich Zustimmung zur Idee, aber ziemlich viel Ernüchterung bei der Umsetzung. Genau. Ein weiterer Punkt, der mir zumindest auch wichtig ist zur Nachnutzung, ist mehr als nur OZG und EVA.
Jana Janze Das wird auch recht deutlich in der Studie. Auch da zu schauen, wie kann ich das denn machen? Ein Land entwickelt was, alle anderen nutzen nach. Wie kann ich denn da auch wirklich vielleicht länderübergreifend denken? Aber haben wir heute auch schon mal kurz drüber gesprochen? Mehrfach, glaube ich. Ein weiterer Punkt, der mir auch extrem wichtig ist.
Jana Janze Ihr wisst es vielleicht auch alle, ich finde das Thema Marktplätze extrem wichtig. Die Studie hat identifiziert, dass es über 50 Plattformen gibt, rund ums Thema Beschaffung, Übersichten, Enablement und so weiter. Und am Ende verlieren viele Personen überhaupt erstmal den Überblick darüber, welche Plattform macht denn was, was ist wofür gedacht, wo suche ich denn überhaupt was.
Jana Janze Und wenn ich auf Marktplätze natürlich schaue, also wie viele Marktplätze gibt es und auch wenn jetzt mit dem Marktplatz Deutschland Digital Marktplätze konsolidiert werden, aber wie viele Marktplätze habe ich denn sonst noch? Und dazu haben wir auch schon mal einen Podcast gemacht. Vielleicht brauchen wir wirklich mal so einen X-Marktplatz, wo einfach an einer Stelle etwas angelegt wird und wir dann, wie auch immer, dann gibt es halt ein, keine Ahnung, ein grünes Portal, ein rotes Portal, ein blaues Portal, whatever.
Jana Janze Aber es sind zumindest die gleichen Daten drin und ich muss nicht irgendwie anfangen, mich da irgendwie umzuschauen und auf dem Nächsten irgendwie was ganz anderes finden. Genau. Ansonsten, bevor Angelika gleich noch mit Zahlen kommt, noch ein paar Punkte. Genau 69 Prozent der Personen eben auch aus der Studie heraus haben gesagt, dass sie bei Eva grundsätzlich das Preismodell zu komplex finden.
Jana Janze Auch das hatten wir vorhin schon mal ganz kurz angesprochen. Genau, 63 Prozent halten das Anbieten und 54 Prozent das Einführen von EFA-Leistungen für organisatorisch extrem aufwendig. Auch das war ein Punkt, den wir heute schon mal hatten. Vielleicht da auch nochmal eher so die Zahl dazu. Genau, und vielleicht abschließend, bevor ich jetzt zu lange zum Thema der Studie noch spreche, ich glaube, wir dürfen Nachnutzung nicht mit Sparen verwechseln und ich glaube, das ist das, was auch ganz häufig passiert.
Jana Janze So, ah, ich kann das nachnutzen und so weiter. Das ist alles schön und gut. Natürlich sollten wir die Dinge auch wirklich nachnutzen, aber am Ende kann das auch kurzfristig einfach mehr Aufwand erzeugen. Prüfung, Überschnittstellen haben wir gerade schon gesprochen, Thema Datenschutz, Schulungen und so weiter und sofort, Rollout und so weiter.
Jana Janze Ich glaube, das sind alles so Punkte, die da irrelevant sind. Jetzt sehe ich aber schon entweder nicken oder fragende Gesichter. Wollt ihr was dazu ergänzen? Ja, absolut.
Torsten Frenzel Also ich finde gut, dass es die Studie gibt. Die zeigt mal wieder auf, was wir eigentlich alle schon wissen. Und ich hoffe, dass sich das einige der Entscheider mal unter das Kopfkissen legen und vielleicht mal nachts davon träumen. Weil so wie wir jetzt Entscheidungen treffen, das kostet uns ein Heidengeld und es bringt uns letztendlich überhaupt nicht weiter.
Torsten Frenzel Aber das zieht sich ja durch die Sendung heute. Wir rufen auf zum Nachbarn.
Jana Janze Okay, dann noch was Positives. Wer was macht? Ich verlasse aber mal die Landesgrenzen. Das ist jetzt ein bisschen gemein, oder? Die meisten wissen ja, dass ich super häufig in den skandinavischen Ländern unterwegs bin und lest ganz gerne auch mal die Digitalisierungsnachrichten oder Verwaltungsnachrichten aus den Ländern. Und in der Tat, letzte Woche, am 22.
Jana Janze April, hat die norwegische Digitalisierungs- und Verwaltungsministerin angekündigt, dass das digitale Handlungsvermögen von Norwegen extrem gestärkt werden soll. Und zwar hat sie eine Arbeitsgruppe aufgebaut, die im Endeffekt dafür sorgen soll, dass in Norwegen das gemacht wird, was wir unter digitale Souveränität, unter Open-Source-Strategien sehen.
Jana Janze Und das fand ich total spannend, weil in den Berichten, die ich gelesen habe, immer wieder Deutschland als gutes Beispiel genannt wurde. Also das, was wir ganz häufig mal machen, zu sagen, wir müssen jetzt nach Estland fahren oder name it, nehmen wir ein anderes Land, wird auch mit Deutschland gemacht.
Jana Janze Und natürlich, klar, wir haben jetzt heute gerade irgendwie ziemlich viel gemeckert und geschimpft und so weiter, aber es gibt andere Länder, die dann doch nach Deutschland gucken und die schauen, an welchen Stellen wir denn vielleicht bestimmte Dinge eben anders machen. Da geht es natürlich, zumindest in den Berichten, die ich gelesen habe, wurde das nicht explizit genannt, aber im Endeffekt ging es ganz deutlich auch darum, auch zu sagen, okay, wie können wir denn dafür sorgen, dass wir Abhängigkeiten von zum Beispiel Microsoft verlieren.
Jana Janze Weil in der Tat, ich glaube, zwar noch eine Zahl mal wieder, 75 Prozent der Organisationen in der norwegischen Verwaltung nutzen Microsoft. Und da hat man natürlich auch festgestellt, dass es sehr viele Abhängigkeiten gibt und fand ich spannend.
Torsten Frenzel Ich finde es schön zu hören, dass auch mal auf Deutschland geschaut wird. Und ich möchte es auch nochmal bestärken, weil wir haben in Deutschland wirklich viel. Ich würde sogar sagen, wir haben alles, was wir brauchen, um eine richtige digitale Verwaltung umzusetzen. Wir koordinieren uns nur nicht. Jeder macht seinen eigenen Scheiß.
Torsten Frenzel Wenn wir das nochmal irgendwie hinkriegen würden, dann würden wir sogar, ich würde behaupten, in die Weltspitze aufsteigen.
Jana Janze Und dann koordinieren wir was.
Torsten Frenzel Ich rufe wöchentlich auf. Ich rufe wöchentlich auf in meinem Podcast.
Jana Janze Auch schön.
Torsten Frenzel Du kannst direkt übernehmen, Nina. Schön wäre, wenn von den ganzen vielen Digital-Millionen jetzt der Bund hingehen würde und sagen, ich bringe das zur Produktreife und ich sorge dafür, dass das in die Kommunen ausgerollt wird. Es muss ja nicht kostenlos sein. Die Kommunen können durchaus auch dafür Geld bezahlen.
Torsten Frenzel Aber es sollte an einer Stelle quasi der Product-Owner sitzen und das Ding vorantreiben. Also ich möchte erst mal eins sagen, nur zur Erinnerung. Wir haben jetzt hier in Bayern über 2000 Kommunen und 10% dieser Kommunen haben unter 10.000 Einwohnern. Die priorisieren mal gar nichts. und schon gar nicht irgendwas mit AI oder digitaler Souveränität, die sind froh, wenn ihr IT-Dienstleister das macht, was sie wollen.
Torsten Frenzel Also ich glaube, das Gefühl, dass das wirklich überall durchdringend ein Thema ist, das ganze digitale Souveränität, KI, egal, kann man einsetzen, was man will, das Gefühl ist bei uns da, weil wir in dieser Bubble sind, die was voranbringen wollen, die die Themen quasi auch vorausdenken oder vordenken.
Torsten Frenzel Ich glaube, die meisten Kommunen muss man tatsächlich noch abholen. Die haben manchmal nur eine E-Mail-Adresse und zwar die vom Bürgermeister und solche Geschichten, darauf treffe ich gerade immer mehr. Ja, das ist noch lange nicht durch. Also zu digitaler Souveränität muss ich immer was sagen. Das ist ja gerade mein ganz großes Thema.
Torsten Frenzel Ich halte nächste Woche wieder eine Schulung dazu zum Thema digitale Souveränität. Und da ist auch genau das, was du gerade gesagt hast, Nina, eins von meiner wichtigsten Punkte in dieser Schulung. Exit first. Wenn du was einkaufst, frage, wie werde ich dich wieder los? Und ich habe das selber ausprobiert. Also ich arbeite ja bei der Bykommun.
Torsten Frenzel Die Beikommun ist ein junges Behörden-Startup. Wir leben leider in der Microsoft 365-Falle. Aber alles, was wir jetzt zugekauft haben, ist Digital-Souveränität. Weil entweder von einem deutschen Hersteller oder es ist Open-Source. Und wenn ich was eingekauft habe, habe ich die Anbieter gefragt, wie kann ich euch wieder loswerden?
Torsten Frenzel Und die, die darauf reagiert haben und gesagt haben, überhaupt kein Problem, wir sind portable, das System kann so und so, Die habe ich genommen, weil unter der Ausschreibungsgrenze und so weiter, alles klar, aber die, die mich angeguckt haben und gesagt haben, ja lass uns doch erstmal ins Gespräch kommen und lass uns doch erstmal Verträge abschließen und uns kennenlernen, das ist nichts für mich.
Torsten Frenzel Also die reden mir jetzt schon beim Einkaufen in Lock-In ein. Das würde ich jetzt so nicht sagen, aber das ist Erfahrung aus den letzten Jahren.
Jana Janze Vor allen Dingen, Thorsten hat mir jetzt meine Pointe genommen, weil ich wollte nämlich eigentlich sagen, ein schlauer Mann hat mal gesagt, frag immer, wie du es wieder loswerden wirst. Etwas, was ich sehr häufig mittlerweile zitiere, nachdem wir einmal drüber gesprochen haben, Thorsten.
Torsten Frenzel Du wolltest aber nicht mich zitieren, oder?
Jana Janze Natürlich, ich zitiere dich ziemlich häufig, genau zu dem Punkt.
Torsten Frenzel Da muss ich jetzt mal sagen, das stammt nicht aus meinem Mist mit dem Exit First. Also das ist tatsächlich in der Open-Source-Szene ein klassisches Meme.
Jana Janze Ich zitiere trotzdem dich weiter, wenn das okay ist. Absolut, würde ich auch sagen.
Torsten Frenzel Ich mache jetzt nur noch mit Frauen Podcasts, weil da kriege ich wenigstens Komplimente. Das freut mich.
Jana Janze Okay.
Torsten Frenzel Kommt auf anderem, in welcher Behörde du arbeitest. Also ich bin fünf Jahre dabei. Wenn du in einem Ministerium arbeitest, dann bist du seit 20 Jahren der Neue. Das Schöne auf diesen Klassentreffen ist, es bringt immer jemand, irgendwen mit, den du noch nicht kennst. Und was ich so genieße auf diesen ganzen Klassentreffen ist, dass du Leute triffst, die du sonst nicht erreichst.
Torsten Frenzel Die kennst du zwar alle, die grüßt du auch, wenn du sie auf der Straße triffst, aber mit denen mal sprechen, den über den Weg zu laufen und sagen, Mensch, ich habe jetzt hier ein Thema, lass uns doch mal drüber reden. Das passiert nur auf diesen Konferenzen, weil du kannst die nicht einfach anrufen. Die haben alle einen vollen Kalender. Das ist ja auch symptomatisch.
Torsten Frenzel Alle, die auf diesen Konferenzen sind, haben volle Kalender ohne Ende, während andere da sitzen und sich langweilen und dann nicht auf Konferenzen gehen. Das ist ein bisschen komisch. Aber ich genieße das auch. Ich bin sehr, sehr gerne auf solchen Konferenzen und oftmals vergesse ich sogar das Konferenzprogramm, weil ich gar nicht dazu komme, weil ich so viele Leute auf dem Google küsse.
Jana Janze Ich glaube, das ist genau der entscheidende Punkt. Um ehrlich zu sein, ich weiß auch gerade nicht so richtig, wann ich das letzte Mal so das komplette Programm irgendwie gelesen habe und gesagt habe, den Vortrag den Vortrag, den Vortrag. Selbst wenn ich es versuche, keine Chance. Also selbst wenn ich irgendwie sage, diesen Vortrag möchte ich unbedingt hören, no chance.
Jana Janze Von daher, also grundsätzlich fände ich es in der Tat mega spannend, auch wirklich da auf allen möglichen von diesen Veranstaltungen mehr Möglichkeit für den Austausch zu haben und vielleicht trotzdem sich auszutauschen. Aber vielleicht noch ein Gedanken dazu, ich gehe ganz bewusst, versuche ich zumindest, immer wieder raus aus der Bubble zu gehen, mal andere Dinge zu hören, andere Themen zu sehen, die vielleicht natürlich auch mit Digitalisierung zu tun haben, aber mal so aus diesem Verwaltungsbereich raus, das finde ich super spannend.
Jana Janze Ich würde gerne Zivilgesellschaft in der Tat noch wirklich weitersehen, weil ganz häufig, wenn wir sagen, wir müssen die Zivilgesellschaft jetzt in Anführungszeichen mitnehmen, dann sprechen wir irgendwie über Verbände, über irgendwelche Vereine und so weiter. Ganz ernsthaft, meine Eltern sind nicht in der, was auch immer, in der Gesellschaft für Informatik oder nicht irgendwie bei der D21, die kennen das gar nicht, aber die Menschen betrifft am Ende doch das, was wir machen und ich würde genau das super gerne noch ein bisschen weiterdenken.
Torsten Frenzel Es gibt bisher nur eine einzige von unseren Fachkonferenzen im Digitalisierungsbereich, die Zivilgesellschaft zulässt. Und zwar ist das die SCON. Bei allen anderen hat man als Zivilgesellschaft keine Chance. Oder du musst genauso wie ein Unternehmen 5000 Euro bezahlen oder so, um da reinzukommen. Und das macht niemand.
Torsten Frenzel Und wenn ein interessierter Bürger da hingehen will, der hat gar keine Chance, auf den Zukunftskongress zum Beispiel zu gehen.
Jana Janze Die Nerd ist auch öffentlich zugänglich.
Torsten Frenzel Ah, das stimmt. Okay.
Jana Janze Aber ja, nicht besonders häufig.
Torsten Frenzel Du musst natürlich auch wissen, dass die ist.
Jana Janze Genau, richtig. Ja, absolut. Absolut, absolut, ja.
Torsten Frenzel Ich finde, das ist eine super Idee. Ich selber habe versucht, das mal über die Volkshochschulen zu machen. Ich habe mehrere Kurse eingereicht. Die sind alle abgelehnt worden. Das ist ein Thema, das interessiert niemanden. Ich bin dabei. Also die Schule, auf die meine Tochter geht, da kriegt man sowas auch nicht rein, weil die Lehrer sich dafür berufen fühlen, aber es kommt halt bei den, Schülerinnen nichts an.
Torsten Frenzel Also ich bin da gern dabei. Genau die richtige Stelle. Soll ich mal durch mit dem Thema? Also, wir haben auch ein ordentliches Pensum auf der Uhr. Wir sind jetzt schon bei 1,20. Also es läuft quasi wie von selbst mit euch. Vielen Dank, dass ihr die Themen mitgebracht habt. Jetzt kommen wir noch zu den klassischen Themen, die immer in die Monatsshow mit reingehören.
Torsten Frenzel Und zwar, weil wir gerade so schön über Discorn gesprochen haben und über Klassentreffen, sprechen wir jetzt über Veranstaltungen. Und zwar die Veranstaltungen, die jetzt im Mai auf uns zukommen. Und beginnend auch mit dem Thema, was wir heute schon mal hatten, Digital Independence Day und der ist wieder am Sonntag.
Torsten Frenzel Also Leute, denkt dran, Digital Independence Day tauscht eines eurer proprietären Systeme aus oder nehmt ein zweites dazu, was digital souverän ist und vielleicht sogar Open Source. Ich sage mal, Mastodon könnte man sich mal anschauen. Wir können sich auch mal Open Office, LibreOffice anschauen. Das sind nur so Tipps so nebenher.
Torsten Frenzel Dann machen wir weiter. Am 5. ist der zweite GovTech Hackathon in Osnabrück. Am 6. Mai ist Hack & Play Digitale Souveränität in Würzburg. Am 6. Mai ist auch Public Sector & Friends in Frankfurt. Da habe ich hervorragend viele Einträge bekommen nach längeren Diskussionen.
Jana Janze Ich würde jetzt sagen, jedes Mal, wenn du Public Sector und Friends sagst, sage ich Juhu.
Torsten Frenzel Da kommst du, kannst du noch ein paar Mal machen.
Jana Janze Deswegen, ja, ja.
Torsten Frenzel Am 11. Mai IT-Branche und Frauen, Macherin und Chancengeberin, Ein-Wieder- und Quereinsteigerin Neudenken. Das ist in Frankfurt. Dann von der lieben Dorit Bosch, das Mindshift-Festival in Berlin ist am 12. Mai. Am 13. Mai ist die AI for Gov in Erfurt. Am 13. Mai ist auch Ecosystem Development and Citizen-Centric Services als Online-Veranstaltung.
Torsten Frenzel 18. bis 20. Mai ist die Republika. Kann ich leider nicht hin. Ich würde da gerne mal wieder dabei sein. Dann ist am 20. Mai Public Sector and Friends in Hamburg. Am 21. Mai ist Matrix Community Summit 2026. Am 21. Mai ist auch Global Accessibility Awareness Day. Das ist auch eine Online-Veranstaltung.
Torsten Frenzel Am 21. Mai Public Sector and Friends in Düsseldorf. Am 23. Mai ist Tag des deutschen Grundgesetzes. Da kann man sich auch nochmal das Grundgesetz zu Gemüte führen und anschauen, weil hier haben wir wirklich ein ganz, ganz tolles Stück, was uns die Demokratie erhält. Am 27. Bis 28. Mai ist die Nord 2026 in Rostock. Am 28.
Torsten Frenzel Mai ist Public Procurement and Market Access, das habe ich lange geübt, auch eine Online-Veranstaltung. Und am 29. Mai ist Future Skills Lab Lernen und Vernetzen und Gestalten in Rostock. Altenholz im Campus. Und die Angelika hat auch noch was mitgebracht. Genau, das ist ein sehr guter Hinweis. Ich nehme hier immer Veranstaltungen auf, wo man auch hingehen kann.
Torsten Frenzel Leider, Digitalministerkonferenz ist ein sehr enger Kreis an den zugelassenen Teilnehmern. Genau, da kommen wir auch noch irgendwann hin. So, dann möchte ich mich wie immer bei allen meinen Unterstützerinnen und Unterstützern danken und die, die das Ganze finanziell tun, Uns waren in diesem Monat Claudia, Florian, Michael, Nils, Kalli, Heinz, Jonas und Don. Vielen Dank dafür.
Torsten Frenzel Und jetzt sind wir durch. Jana, Angelika, Nina, vielen, vielen Dank. Es hat mir richtig viel Spaß gemacht. Schon von Anfang an, als wir hier reingekommen sind und uns versammelt haben. Es war eine tolle Sendung aus meiner Sicht. Ich hoffe, euch hat es auch Spaß gemacht.
Jana Janze So sehr.
Torsten Frenzel Genau. Jedenzeit wieder herzlich willkommen. Und euch, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.