eGovernment Podcast· Folge 255

Open Data Day München 2026

Samstag, 4. April 2026 · 52 min

MP3

Shownotes

Auch in diesem Jahr veranstalteten die Landeshauptstadt München und die Bayerische Agentur für Digitales – byte, einen Open Data Day. Wieder im Konferenzformat mit interessanten Vorträgen und Projekten.

Ich war, schon traditionell, mit dem Mikrofon dabei und konnte sogar ein Gespräch mit dem Bayerischen Staatsminister für Digitales Dr. Fabian Mehring führen.

Kommentare unter: egovernment-podcast.com/egov255-oddmuc26

Linksammlung

• Datengeartln – datengartln.de

• EAsyAnon – easyanon.de

• EAsyAnon im Podcast Campus Talk – open.spotify.com/episode/3iZTduDp5xW1t5LVok825… (Achtung Spotify-Link)

• open.bydata – open.bydata.de

• TUM Social AI Club – linkedin.com/company/tumsocialaiclub

• Kulturator Stiftung – kulturator.de

Teilnehmer:innen

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Torsten Frenzel Hallo und herzlich willkommen beim E-Government-Podcast. Ich bin Thorsten Frenzel und heute bin ich wieder beim Open Data Day in München. Und ich habe verschiedenste Teilnehmer hier interviewt. Ein paar Startups waren dabei, ein paar schöne, interessante Projekte. Und ganz zu Beginn habe ich mir gleich den bayerischen Digitalminister geschnappt und mit ihm über den Open Data Day gesprochen. Viel Spaß beim Anhören.

Torsten Frenzel So, Fabian, schön, dass du da bist. Wir sind heute hier beim Open Data Day in München und du hast es geschafft, mal hier zu sein, nachdem es letztes Jahr nicht geklappt ist. Aber dafür war die Begrüßung heute umso fulminanter, oder wie war die? Genau, es hieß irgendwie, du segnest diese Veranstaltung durch deine Anwesenheit.

Torsten Frenzel Genau, aber lass uns ganz kurz auf den Inhalt der Veranstaltung eingehen. Open Data, großes Thema in Bayern. Mit der Byte haben wir ja ein ganz tolles Portal gebaut. Hast du einen Plan, wie es da weitergeht mit Open Data in Bayern? Jetzt spiele ich mal ein klein wenig Advocatus Diaboli. Bringt denn dieser ganze Open-Data-Kram?

Torsten Frenzel Jetzt noch eine politische Frage. Denkt ihr darüber nach, den Kommunen zum Beispiel es leichter zu machen, Daten offen zu legen? Zum Beispiel durch Gesetzesänderungen, dass sie nicht überlegen, darf ich das jetzt oder darf ich das jetzt nicht? Weil wenn ich mir anschaue, das ist ein anderer Bereich. Da ist es tatsächlich geregelt, dass welche Daten abgerufen werden dürfen.

Torsten Frenzel Überlegt ihr sowas auch für Open Data in Bayern? Ja, vielen Dank. Ich freue mich auf die Interviews jetzt hier bei der Veranstaltung. Da sind ein paar tolle Vorträge dabei und du hast eilig, du musst jetzt gleich weiter. Es ist Wahlkampfwochenende. Genau und ich wünsche dir viel Spaß und bis zum nächsten Mal und du bist natürlich immer herzlich in den Podcast eingeladen.

Torsten Frenzel Ich habe jetzt hier meinen zweiten Gast, nachdem ich jetzt schon den Staatsminister für Digitales da hatte, habe ich jetzt hier den Philipp. Hallo Philipp, ich grüße dich.

Philipp Maruhn Ja, hallo Thorsten. Schön, dass ich da sein kann.

Torsten Frenzel Philipp, vielleicht stellst du dich mal ganz kurz vor und dann kommen wir direkt zu dem Projekt, was ihr heute vorgestellt habt.

Philipp Maruhn Sehr gerne. Ich bin der Philipp Marun. Ich gehöre mit Lorenz Brasch zusammen zu Proband 15 und wir haben die Plattform Datengarteln konzipiert und gestaltet, die wir zusammen im IT-Referat gebaut haben.

Torsten Frenzel Genau. Und Datengarten klingt cool. Das klingt nach Frühling. Und was kann denn die Plattform? Oder was macht ihr da auf der Plattform?

Philipp Maruhn Die Plattform ist eine Idee, wie man offene Daten in die Community bringen kann. Sie soll alle Treiber von Open Data zusammenbringen. Das sind einmal die, die mit offenen Daten arbeiten und Visualisierungen, Data-Storytelling-Geschichten, Auswertungen machen. Aber dann auch eine Plattform brauchen, wie sie die unter die Leute bringen können, unter die interessierte Bevölkerung, die einfach was über ihre Stadt lernen wollen oder auch Businesses, die Anwendungen basierend auf diesen offenen Daten bauen wollen.

Philipp Maruhn Und das ist die Idee von Datengarteln. Wir wollen die Datensätze vom Unique Open Data Portal einfach durchsuchbar machen und eine Möglichkeit geben, für kreative Data Scientists sich da auszutoben und ihre Arbeit mit der Community zu teilen.

Torsten Frenzel Also wer eine coole Anwendung gebaut hat von offenen Daten, der kann die sieht bei euch einreichen und ihr nehmt ihn auf die Webseite.

Philipp Maruhn Genau. Wir haben bisher den Großteil des Contents selber gemacht. Das heißt, wir haben Jupyter Notebooks gebaut, wo wir Data Storytelling-Geschichten gemacht haben. Zum Beispiel, was ist auf der Wiesn passiert, wie hat sich die letzten Jahre der Masspreis, der Bierpreis entwickelt. Sowas wird immer ganz gut geklickt, so Anfang September.

Philipp Maruhn Dann haben wir auch Geschichten über die Weihnachtsmärkte gemacht, aber haben dann auch festgestellt, dass es nicht nur so lange Data-Storytelling-Geschichten, Jupyter-Notebooks sein sollen, sondern wir auch kürzere Formate brauchen. Und so ist das Schmankerl-Format entstanden. Einfache, kleinere, leckere Data-Häppchen, basierend auf dem Unicom Data-Portal-Daten-Sätzen, die man sich auf die Schnelle einfach mal anschauen kann und genießen kann.

Torsten Frenzel Genau und da habt ihr eine Challenge gestartet und habt heute auch die drei Gewinner quasi prämiert. Vielleicht kannst du auf die nochmal kurz eingehen.

Philipp Maruhn Ja, sehr gerne. Also wir haben Anfang des Jahres die Schmankerl-Challenge 2026 gestartet und hier war das Ziel, die Schmankerl können nicht alle nur von uns kommen, sondern wir brauchen die Community, das soll eine Community-Plattform werden. Also haben wir die Challenge ausgeschrieben an alle, die Bock haben, sich auszutoben und einen Schmankerl zu bauen, was auch immer das sein soll.

Philipp Maruhn Wir haben mit vielen Bildern und Videos und animierten Plots vielleicht gerechnet, aber es ist noch viel mehr geworden. Wir haben ganz, ganz viele Anwendungen bekommen, Web-Anwendungen. Es wurde auch was mit einem Lasercutter in Holz reingebrannt. Es war eine Fülle an unterschiedlichsten Methoden und wir haben es wirklich genossen. Wir haben jedes Schmankerl genießen können.

Philipp Maruhn Und gerade eben war die Preisverleihung von den ersten drei Plätzen. Vielleicht erzähle ich einfach kurz ein bisschen was.

Torsten Frenzel Genau, aber vielleicht erzählst du mal für die außerbayerischen Zuhörer, was ein Schmankerl ist. Also wir beide wissen, was das ist und wir genießen das auch.

Philipp Maruhn Ein Schmankerl ist ein Leckerbissen, wenn man es mal ins Hochdeutsch übersetzt. Aber auch so ein bisschen Lebensgefühl, würde ich fast schon sagen. Das ist, wenn man einfach was Leckeres zum Essen, zum Trinken oder was auch immer hat. Oder auch einen schönen Sonnenuntergang vielleicht, wenn man auf dem Berg sitzt Und das Ganze übertragen in Open Data Sprache heißt für uns, ein Schmankerl ist einfach ein Datensatz, den man mal schön, nett, einfach als Leckerbissen aufbereitet hat, den man einfach genießen kann und nicht nur Zahlen vor sich sieht.

Torsten Frenzel Und zweifelsohne die drei Gewinner sind es durchaus, sind wirkliche Schmankerl. Erzähl mal ein bisschen was.

Philipp Maruhn Die haben das Konzept voll und ganz verstanden, würde ich auch sagen, was ein Schmankerl ist. Ich fange an beim dritten Platz, München New Wind. Da geht es darum, die Luftbilder, die es von München gibt, über die Jahre hinweg zu visualisieren. Und das wurde auf eine coole Art und Weise gemacht. Ich kann mir auf der linken Seite ein Luftbild von 2003, auf der rechten Seite ein Luftbild von 2024 anzeigen lassen und mit einem Slider hin und her wischen.

Philipp Maruhn Und so kann ich mir einen Stadtteil von München raussuchen, wo in den letzten Jahren einfach viel passiert ist und da den Slider nach links und rechts ziehen und sehen, was vor meiner Haustür sich eigentlich über die letzten 20 Jahre mittlerweile alles so getan hat, was einem so nicht bewusst ist die ganze Zeit, wenn man das vor der Haustür hat.

Torsten Frenzel Und vor allen Dingen, man sieht auch, wenn man glaubt, hier passiert ja gar nichts, dass halt doch was passiert.

Philipp Maruhn Ja genau, manchmal kommen einem die Baustellen einfach ultra langsam vor und scheinen nie zu enden, aber anscheinend haben sie doch ein Ende ab und zu. Ich gehe weiter zum zweiten Platz, würde ich sagen. Der zweite Platz ist eine Data-Scrollytelling-Geschichte, wunderschön aufbereitet zu einem der heißesten Topics in München, Wohnen und Mieten.

Philipp Maruhn Und wo kann man überhaupt noch wohnen und mieten? Und was kostet es? Und wie groß sind die Wohnungen? Und wie viel Miete zahle ich pro Einwohner? Und wo wohnen die Kinder? Das sind alles Zahlen, die man aus dem Indikatorenatlas kennt. Aber wenn ich jetzt selbst auf dem Open Data Day hier die Leute frage, wie viele von euch schauen in den Indikatorenatlas, um sich sowas rauszuholen, da würde ich sagen, niemand.

Philipp Maruhn Und deswegen ist es cool, wenn sowas als Schmankerl aufbereitet wird, weil so kann ich mich einfach durch diese Scrollytelling-Seite durchscrollen und wahnsinnig viel über den Wohnraum München kennenlernen.

Torsten Frenzel Ja, und die Seite sieht echt schick aus. Das sieht aus, als wäre es quasi auf site.de veröffentlicht worden.

Philipp Maruhn Ja, also die Qualität von allen Schmankerl ist extrem hoch und ich glaube, da gibt es wahnsinnig viel, das man entdecken kann und würde ich auch allen Zuhörern sehr ans Herz legen, die Schmankerl-Seite auf datengarteln.de zu besuchen und da ein bisschen zu stöbern und loszuschmankern.

Torsten Frenzel So, jetzt haben wir Platz 1 noch nicht.

Philipp Maruhn Platz 1 haben wir jetzt einen riesigen Spannungsbogen aufgebaut. Platz 1 ist auch eine Data-Scrollytelling-Geschichte, das heißt wieder ein vertikales Format. Ich bewege mich von oben nach unten durch eine Geschichte durch, wieder mit einer Karte im Hintergrund. Aber diesmal geht es nicht um Mieten, sondern es geht um Münchens Straßennamen, die oftmals für uns einfach nur dazu da sind, um sie in ein Navigationssystem einzugeben.

Philipp Maruhn Aber sie erzählen auch wahnsinnig viele Geschichten. Zum Beispiel, was hat es mit der Landsberger Straße aus sich, mit der Dachau-Straße? Ich kann viel, es war viel zum Schmunzeln dabei auch, viele skurrile Straßen auch, auch welche Straßen gibt es, in denen es überhaupt keine Hausnummern gibt, weil solche gibt es in München auch sehr viele, da wohnt einfach niemand, da gibt es keine Adressen, aber welche das sind, weiß niemand und das kann ich nur euch allen wärmstens ans Herz legen, sich da einmal durchzuscrollen und so die Münchner Straßen mal von der anderen Seite kennenzulernen.

Torsten Frenzel Ich finde das auch ziemlich gut. Bei manchen Straßen gibt es so kleine Plaketten, wo der Straßennamen erklärt ist, aber da muss man erst mal hinfahren. Und hier kann man das schön im Internet bei euch auf der Seite sehen.

Philipp Maruhn Genau, ja. Und zwar alle Straßen auf einmal nicht zu jeder Straße einzeln fahren müssen.

Torsten Frenzel München ist groß, da muss man nicht so viel abfahren. Ja, Philipp, vielen Dank fürs Vorstellen deines Projekts. Und ich denke, du wirst jetzt noch ein paar Klicks kriegen auf die Seite.

Philipp Maruhn Ja, ich hoffe und kann es euch nur nochmal wärmstens ans Herz legen. Es sind wunderschöne Sachen dabei, tobt euch aus, schaut euch um und wenn ihr selber Bock habt, dann meldet euch bei uns. Wir können immer mehr Schmankerl gebrauchen.

Torsten Frenzel Danke, dass ich da sein durfte. Genau und das Ganze gibt es unter datengarten.de. Das findet ihr den Link natürlich alle wieder in den Shownotes. Ich habe hier den zweiten Gast, den Florian da. Hallo Florian, ich grüße dich.

Florian Wahl Hallo Thorsten, schön hier zu sein.

Torsten Frenzel Florian, vielleicht stellst du dich nochmal ganz kurz vor, wer du bist und was du so machst.

Florian Wahl Ja, sehr gern. Ich bin Florian Wahl, ich bin Professor für Künstliche Intelligenz an der Technischen Hochschule in Deggendorf und forsche dort mit meinem Forschungsteam in Grafenau unter anderem an der Frage, wie wir Datenhalter an der Hand nehmen können, um ihre Daten zu anonymisieren, um die anschließend dann als Open Data zur Verfügung zu stellen.

Torsten Frenzel Genau, und du bist heute hier auf dem Open Data Day, weil du mit einem Projekt, das heißt EasyAnon, Daten für Forschende anonymisieren kannst.

Florian Wahl Ja, richtig. Also wir haben geforscht drei Jahre lang im Projekt Easy Anon zusammen mit Kollegen aus der Juristerei und der Sozialwissenschaft. Also es war ein interdisziplinäres Forschungsprojekt sowie Praxispartnern. Und unsere Forschungsfrage war, können wir eine Methodik zur Verfügung stellen, die die Datenhalter dabei unterstützt, die Daten so zu anonymisieren, dass sie es danach mit gutem Gewissen veröffentlichen können als Open Data.

Florian Wahl Also wir haben nicht für dritte Daten anonymisiert. Das wäre schwierig, denn dafür müssten wir ja Zugang zu den unanonymisierten Daten haben und die dürfen ja oft dann gar nicht geteilt werden, sondern wir stellen einen Prozess zur Verfügung, wie man selber die Daten anonymisieren kann. Der besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist ein Empfehlungssystem, sprich.

Florian Wahl Du hast auf deinem Laptop ein Tool von uns laufen, da gibst du deine Daten rein, die Daten bleiben nur in deinem Laptop, ja, die verlassen den nicht und wir schauen uns an, wie der Datensatz ausschaut, also wir erstellen quasi Metadaten über den Datensatz, wo wir verstehen, was ist da drin in dem Datensatz und haben dann ein Empfehlungssystem, KI-basiert, was dann empfiehlt, wie man jetzt die einzelnen Teile von den Daten, also wenn wir von tabellarischen Daten sprechen, also zum Beispiel eine Excel-Tabelle, würden wir dir dann empfehlen, okay, in der Spalte, die muss ganz weg und in der Spalte solltest du Gruppen bilden.

Florian Wahl Zum Beispiel beim Alter von Personen hat man das oft, dass nicht genau das Alter angegeben ist, sondern eine Altersgruppe und so weiter. Und daraus geben wir dann eine Anonymisierungsempfehlung. Und die kannst du dann mit anderen Tools, die es bereits am Markt gibt, umsetzen. Und dann kommt der zweite Teil von unserem System, das Audit-System, wo du uns den anonymisierten Datensatz dann zur Verfügung stellst über so ein Web-Tool.

Florian Wahl Wir versuchen die Anonymisierung nochmal zu brechen mit KI-Methoden und überprüfen, ob das alles seine Richtigkeit hat. Wenn diese Hürde genommen ist, dann geht es in den Peer-Review-Prozess, ähnlich wie bei einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, prüfen wir da quasi, also schauen sich Experten nochmal diese Anonymisierungsstrategie an und bewerten die.

Florian Wahl Und wenn das dann auch erfolgreich abgeschlossen ist, dann kannst du als Datenhalter die Daten guten Gewissens veröffentlichen.

Torsten Frenzel Du hattest vorhin in deinem Vortrag so ein paar Dinge erwähnt, wie man aus anonymen Daten dann doch wieder Daten machen kann, die vielleicht nur noch pseudonym sind oder vielleicht sogar genau zuordnenbar sind. Das ist ja auch immer die große Angst. Kannst du vielleicht nochmal darauf eingehen, was das für Möglichkeiten gibt und wie ihr das mit eurem Tool vielleicht umgehen könnt?

Florian Wahl Ja, richtig. Also da gibt es im Wesentlichen drei Risiken. Das erste Risiko ist das Singling-out-Prinzip, sprich ich habe einen Datensatz, da steht zum Beispiel der Beruf von einer Person drin und mein Datensatz, der bezieht sich ja nie auf alle Menschen in Deutschland, sondern es ist immer irgendeine Subgruppe.

Florian Wahl Aber selbst wenn ich alle deutschen Bürger da drin hätte und ich hätte quasi Name und Geburtsdatum und Adresse schon nicht drin, damit ich die Idee anonymisiert habe, habe ich vielleicht noch den Ort und den Beruf da drin. Und da denkt man sich jetzt erstmal, ja gut, den Beruf und den Ort, den kann ich erkennen, das ist ja gar kein Problem.

Florian Wahl Aber es gibt halt doch Einzelfälle, die ich dann de-anonymisieren kann. Zum Beispiel, wenn bei Beruf drinsteht Bundespräsident, dann weiß ich genau, wer das ist. Ja, weil davon gibt es halt nur den einen. Das zweite Risiko, ja, das kommt durch Ableitung zustande. Sprich, ich habe einen Datensatz vielleicht von Patientinnen und Patienten, wo ich nicht drinstehen habe, welche Krankheit die genau haben.

Florian Wahl Aber ich weiß, welcher Arzt den Datensatz erstellt hat. Und dann könnte ich jetzt schauen, was das denn für ein Arzt ist. Und vielleicht finde ich raus bei einem Eintrag, dass es ein Rheumatologe war. Dann kann ich wahrscheinlich ausschließen, dass die Person sich dort für ein Schnupfen hat behandeln lassen.

Florian Wahl Diese beiden Risiken, die kann man gut mit Easy-Anon in den Griff kriegen. Wo es schwieriger ist, ist bei dem Verlinkungs- oder Verknüpfungsrisiko, Denn es ist ja so, umso mehr Open Data das gibt, umso höher ist die Chance, dass wenn ich mehrere Datensätze miteinander verknüpfe, dass ich dann eben Rückschlüsse wieder auf Einzelpersonen, also dass ich dann wieder Dinge de-anonymisieren kann.

Florian Wahl Ja, dieses Risiko kann man leider... Ja, nie ganz beseitigen. Und es wird natürlich mit zunehmender Menge an anonymen Daten auch zum Problem und auch die Rechenkapazität, die ja weiter, die immer besser wird. Ja, und jetzt mit dem Quantencomputer, der ja kurz davor ist, quasi zur Verfügung zu stehen, haben wir da ähnliche Probleme wie mit den Passwörtern.

Florian Wahl Ja, also man kann dann einfach viel mehr Daten miteinander vergleichen und versuchen zu verknüpfen und automatisiert zu de-anonymisieren.

Torsten Frenzel Ja und dazu gibt es ja jetzt noch die großen amerikanischen Unternehmen, die genau darauf spezialisiert sind, um solche Datenmassen quasi zu verlinken und da ihre Erkenntnisse rauszuziehen.

Florian Wahl Ja, natürlich. Ich denke, dafür ist Datensouveränität immer ein wichtiges Thema. Der Staatsminister hat es auch vorhin angesprochen. Ich denke, es ist ganz wichtig, dass wir in Europa unsere eigenen Datenpools haben und unsere eigenen KI-Modelle daraus bilden. Ja, natürlich, mit großer Datenanalyse ist da halt vieles möglich.

Florian Wahl Ich denke aber, man muss immer auch abwägen, was ist das Risiko von so einer Deanonymisierung und was ist der Nutzen? Ich denke, wenn der Nutzen überwiegt, gerade im Gesundheitsbereich, wenn man jetzt überlegt, man kann damit vielleicht, bestimmte Krebsarten früher erkennen oder zuverlässiger erkennen oder günstiger erkennen, also somit steht quasi die Erkennung einer breiteren Masse zur Verfügung, dann ist ja dort doch auch ein erheblicher Nutzen und dann ist es vielleicht doch auch so, dass das Risiko dann ja adäquat ist, das zu akzeptieren.

Torsten Frenzel Jetzt sind wir ja hier im e-Government-Podcast und wir sprechen, also hier hören ganz viele Behörden zu und vor allen Dingen auch Kommunen. Wenn eine Kommune Daten veröffentlichen möchte und genau diese Angst hat, was sind das für Daten? Ich habe Angst, dass sie de-anonymisiert werden und so weiter. Wie kann die Kommune vorgehen? Wie kann sie Kontakt zu euch aufnehmen?

Torsten Frenzel Wie kann sie euer Tool nutzen?

Florian Wahl Ja, also wie kann die Kommune vorgehen? Sie können natürlich den Easy-Anon-Workflow benutzen. Der ist komplett als Open-Source verfügbar. Das ist ja klar, wenn wir von Open Data reden, dass wir dann unsere Lösung auch Open-Sourcen. Ich denke, es ist auch wichtig, das Open-Source zu machen. Ich glaube, wenn das so einen kommerziellen Touch hätte, wäre es sehr unglaubwürdig.

Florian Wahl Wir haben auch ein Folgeprojekt eingereicht. Das wird wahrscheinlich im August diesen Jahres starten. Also wir sind in 2026. Sie können uns gerne unter easyanon.thdeck eine E-Mail schicken, wenn Sie Interesse haben, dort als Teilnehmer mitzuwirken. Wir suchen dort eben noch mehr verschiedene Anwendungsfälle.

Florian Wahl Wir haben uns in der Projektphase 1 sehr stark auf medizinische Forschungsdaten konzentriert. Wir werden das jetzt versuchen aufzuweiten und eben auf andere Domäne zu übertragen. Und da suchen wir noch Pilotpartner. Sie können sich gerne melden. Und ansonsten kann man eben die ganzen Ergebnisse nutzen. Konkret unterstützt es einfach die Datenhalter dabei, einen Weg zu finden, die Daten mit gutem Gewissen veröffentlichen zu können.

Florian Wahl Und das ist schon eine Herausforderung, weil man muss bedenken, die Leute, also die Datenhalter, die auf den Daten quasi sitzen, die die auf dem Tisch liegen haben, die sind ja keine Experten in Open Data und die sind auch keine Experten in Anonymisierung, sondern die sollen jetzt auf einmal die Daten öffentlich zur Verfügung stellen.

Florian Wahl Und ich halte es gerade im öffentlichen Bereich für extrem richtig, denn das sind ja Daten, die mit öffentlichen Geldern erzeugt worden sind oder erhoben worden sind. Daher denke ich, sollten die auch der breiten Masse zur Verfügung stehen. Aber man muss die Leute befähigen, das mit gutem Gewissen tun zu können.

Torsten Frenzel Genau, also es gibt noch eine Webseite dazu, die heißt easyanon.de. Das ist natürlich auch alles in den Shownotes verlinkt. Florian, vielen Dank, dass du kurz das Projekt vorgestellt hast und vielleicht hören wir später mal ein bisschen mehr davon.

Florian Wahl Ja, herzlichen Dank, sehr gerne. Es gibt auch noch eine längere Podcast-Folge, wer sich für den Datenschutz-Teil dazu interessiert. Wir haben vor einiger Zeit im Projekt eine Podcast-Folge aufgenommen. Vielleicht können wir die auch noch verlinken.

Torsten Frenzel Die verlinken wir auch noch in den Shownotes.

Florian Wahl Genau. Ja, melden Sie sich gerne auf easyanon.de oder per Mail. Ich freue mich, wenn wir Sie da unterstützen können.

Torsten Frenzel Genau, also vielen Dank und bis später. Ich habe jetzt gerade eine Gruppe von der TUM Social AI Studenteninitiative da. Drei junge Studierende sitzen mir hier vor mir und die haben eine ziemlich coole Idee beziehungsweise eine Idee in Umsetzung gebracht. Natürlich mit KI. Wer mag denn mal, also fangt erst mal an und stellt euch erst mal jede Einzelne vor.

Torsten Frenzel Ja, also schön, dass ihr da seid. Und dann erzählt doch mal ein bisschen was über euer Projekt. Und wie habt ihr es umgesetzt? Das heißt, wenn ich jetzt, keine Ahnung, mit einem Teil der Kindergartengruppe irgendwie in den Zoo gehen will und der Kindergarten hat natürlich knappe Kassen in den Kommunen, dann gehe ich auf die Seite und sage, hier, ich habe eine Kindergartengruppe, wir wollen in den Zoo gehen, weil, keine Ahnung, Tiere sind wichtig, dann sucht ihr mir den richtigen Fördermittelgeber.

Torsten Frenzel Wie definiert ihr Gemeinnützigkeit, so wie es im Gesetz steht? Aber ich als Privatperson tue mir ja ziemlich schwer, eine Gemeinnützigkeit nachzuweisen. Habt ihr auch schon mal darüber nachgedacht, das zu erweitern? Weil, wie gesagt, ich stelle mir gerade vor, eine Familie mit sechs Kindern, die können sich nicht, bleiben wir mal beim Zoobesuch, das können die sich einfach nicht leisten.

Torsten Frenzel Habt ihr mal darüber nachgedacht, das zu erweitern auf Spendenbasis, dass die sich bewerben und sagen, ich würde gerne mit meinen Kindern hinzugehen und, Es gibt Spendenorganisationen, die dann an die Familie was spenden können? Wie geht es bei euch weiter im Projekt? Also ihr seid noch nicht live. Und was ist denn das Ziel, wann ihr live gehen wollt?

Torsten Frenzel Okay, dann meldet euch nochmal bei mir, dann können wir nochmal drüber sprechen und dann auch den Hörerinnen und Hörern sagen, wo man euch genau findet. TUM-SocialAI.de. Super, die Links, die schmeiße ich alle in die Show Notes, sodass jeder, der den Podcast anhört, auch nachlesen kann und auf euch verlinkt wird.

Torsten Frenzel Ja, vielen Dank, dass ihr hier wart. Vielen Dank für dieses tolle Projekt und bis hoffentlich bald. Ich habe jetzt den Maximilian Melle bei mir im Studio, also was wirklich ein schönes Studio ist. Max, ihr kennt ja wahrscheinlich noch aus der letzten Sendung, vom letzten Open Data Day. Aber Max, stell dich erstmal selber vor und dann gehen wir an das Thema rein.

Maximilian Melle Zunächst, also ich glaube das Studio, das ist wirklich nicht das kleinste, das du dir hier ausgesucht hast.

Torsten Frenzel Das habe ich zugewiesen bekommen.

Maximilian Melle Zugewiesen bekommen, umso besser. Ich freue mich auch dieses Jahr wieder hier bei dem Podcast zu sein. Der Name ist Max, Max Melle. Ich bin bei der Byte als Product Owner auf das bayerische Open Data Portal, Open.bydata zuständig. Genau.

Torsten Frenzel Und heute gibt es wieder Updates, weil es ist jetzt wieder ein gutes Jahr vergangen, seit wir das letzte Mal eins hatten. Und was gibt es denn Neues beim Open by Data Portal?

Maximilian Melle Genau. Also wir haben ein paar Nachrichten, ein paar Neuigkeiten mitgebracht dieses Jahr. Einerseits, das hat auch der Staatsminister heute schon kurz angesprochen gehabt, haben wir ein neues DPI. DPI, was bedeutet das eigentlich? DPI bei uns heißt das Data Provider Interface, also ein Metadatenerfassungsformular auf gut Deutsch. Und warum ist das besonders?

Maximilian Melle Weil wir als Portal für offene Daten ein Metadatenkatalog sind. Wir speichern Metadaten zu Datensätzen, also beschreibende Daten und die folgenden Standard. Und in Deutschland ist das der DKAT-Standard, DKAT-AP, DE-Standard. Und so ganz leicht ist der nicht zu durchdringen. Dementsprechend geht es vielen Datenbereitstellern, die manuell Daten bereitstellen müssen, nicht so wirklich einfach damit.

Maximilian Melle Und wir wollten das Ganze vereinfachen und haben in dem Rahmen gemeinsam mit den Kollegen von der FITCO, also der Förderer IT-Kooperation, ein Formular erstellen lassen, bei dem das Ganze intuitiver möglich ist und wir so hoffentlich bald noch mehr Daten offenstellen können.

Torsten Frenzel Vielleicht kann ich es jetzt auch endlich nochmal probieren, meine Daten da reinzubringen.

Maximilian Melle Wir sind da schon eine Weile dran, aber wir hoffen, dass wir so weit kommen.

Torsten Frenzel Genau, du hast Kolleginnen, die mich regelmäßig darauf hinweisen. Also es tut mir leid, Asche auf mein Haupt, ich habe es wirklich noch nicht geschafft.

Maximilian Melle Genau. Ich glaube, es ist einfach besonders spannend, weil es nochmal eine Zusammenarbeit ist, die so ein bisschen diese normalen Grenzen sprengt zwischen Bund und Länder. Deswegen ist das, glaube ich, definitiv erwähnenswert. Und vielleicht, wo wir beim Thema Zusammenarbeit sind, jetzt haben wir hier auch die Baikommunen und das Open Data Competence Center als Teil der Baikommunen quasi in diesem Rahmen.

Maximilian Melle Wir sind ja auch im Marktplatz der Baikommunen inzwischen vorhanden.

Torsten Frenzel Genau, im Digitalmarkt. Also die Baikommunen und die Baikommunen sind Geschwister quasi, Schwestern, arbeiten entsprechend auch zusammen. Und das ist jetzt im Digitalmarkt verfügbar für Kommunen. Also haben wir gut gemacht, muss ich sagen.

Maximilian Melle Genau, auf jeden Fall. Ja, und ich glaube, wenn wir bei diesem Narrativ bleiben, Zusammenarbeit, also das geht bei uns jetzt nicht nur auf der offene Zellenebene, sondern auch einfach mit der Open Data Community an sich. Was ich echt ein schönes Beispiel finde, also wir haben im Rahmen des Open Data Days, des Münchner Open Data Days, jeweils einen sogenannten Roundtable.

Maximilian Melle Stellen wir so ein bisschen vor, was wir im letzten Jahr gemacht haben und zeigen oder diskutieren gleichzeitig eine Leitfrage, ein Leitthema. Und im letzten Jahr war das Datenqualität, Metadatenqualität, Thema, das viel beschäftigt, tatsächlich auch dieses Jahr wieder beschäftigt hat. Wir haben die ganzen Anregungen mitgenommen, die Fragen mitgenommen, die Empfehlungen und haben daraus jetzt eine Handreichung zum Thema Metadatenqualität erstellt.

Maximilian Melle Diese haben wir natürlich wieder offen zur Verfügung gestellt und hoffen also auch auf der Basis, dass wir vielen die Bereitstellung von offenen Daten erleichtern können.

Torsten Frenzel Vielleicht sag ich nochmal ganz kurz, was Metadatenqualität bedeutet.

Maximilian Melle Genau, also vielleicht nochmal ganz kurz, um das Ganze einzuordnen. Man hat einen gewissen Datensatz und dann hat man die Metadaten dazu, die beschreiben, was in diesem Datensatz eigentlich vorkommt. Und damit man Datensätze noch auffinden kann, müssen diese Metadaten einem gewissen Standard entsprechen.

Maximilian Melle Der Standard ist dieser vorhin schon kurz benannte Decad-Standard. Das heißt, da müssen entsprechende Felder befüllt sein. Und das ist ein sehr guter Punkt. Wie man das Ganze macht, wie man das ganz am besten macht, auch in schwierigeren Fällen, das haben wir eben aufgearbeitet, auch ein Praxisbeispiel angehängt und dann auch einfach Empfehlungen, die ein bisschen darüber hinausgehen und die einfach aus der Praxis sind.

Maximilian Melle Bei uns zum Beispiel, wie sieht es mit Datenformaten aus, die wir für empfehlenswert halten etc.

Torsten Frenzel Was gibt es sonst noch Neues? Also ich glaube auf technologischem Ebene habt ihr noch ein bisschen was gemacht.

Maximilian Melle Genau, da haben wir heute auch noch was mitgebracht. Und zwar haben wir uns letztes Jahr sehr gefreut, dass die Kollegen aus Brandenburg von der Brandenburger Digitalagentur im Rahmen der Modernisierung des Datenadlers, also des lokalen Open Data Portals, unseren Code nachgenutzt haben. Das war für uns natürlich ein tolles Zeichen und gleichzeitig haben wir immer mal wieder Anfragen bekommen.

Maximilian Melle Im Rahmen dieser Anfragen kam dann oft der Wunsch, ja, gibt es eine Möglichkeit, das Ganze vielleicht mal zu testen, entweder lokal oder vielleicht auch irgendwo in der Cloud. Dann haben wir uns überlegt, ja, wie könnten wir das denn am geschicktesten machen? Da hängen ja verschiedene Services dran im Rahmen eines solchen Datenportals und haben das Ganze dann als, ja, wir nennen es Quick-Start-Setup erstellen lassen.

Maximilian Melle Also das ist ein Docker-Compose-Setup, bei dem man mit, ursprünglich wollten wir eine, Unwesentlich Klicks mehr, aber haben dann eine gute Lösung gefunden, um das Ganze relativ unkompliziert zu testen und die Services laufen natürlich dann synchron oder laufen direkt. Tests, Ergebnisse sind reproduzierbar und hoffen, damit einen weiteren Schritt zu Nachnutzungen erleichtert zu haben.

Torsten Frenzel Das klingt auf jeden Fall gut. Und wie sieht die Zukunft aus? Wie geht es weiter?

Maximilian Melle Wie geht es weiter? Wir haben uns ja heute wie immer versucht, stark einzubringen. Bei verschiedenen Workshops waren wir selber beteiligt oder haben bei der Organisation geholfen. Einige Themen sind heute thematisiert worden. Eins der Beispiele war das Thema Linkdata. Just bevor ich jetzt zu deinem Termin hier gekommen bin, war ich in einem Handsome Workshop dazu.

Maximilian Melle Also das ist ein Thema, das wir uns gerade ein bisschen genauer anschauen. Uns ist vollkommen klar, dass der, ich sag mal, der fünfte Stern des Berners-Lee nichts ist, was von heute auf morgen erreichbar ist. Aber dieses Thema vernetzte Daten ist durchaus ein Thema, das wir uns näher anschauen. Weiteres Thema, das heute auch des Öfteren diskutiert wurde, ist das Thema KI.

Maximilian Melle Auch hier wieder die Frage, wie kann man KI sinnvoll im Rahmen von Open Data Kontext nutzen? Das ist ja auch eine Diskussion, die gerade in der Open Data Community, ich sag mal, relativ intensiv geführt wird. Und da gab es heute auch wieder spannende Inputs dafür. Und das sind definitiv Fragen, die wir uns in nächster Zeit näher anschauen werden.

Torsten Frenzel Ja, da bin ich sehr gespannt. Und spätestens in einem Jahr sprechen wir hier wieder. Ansonsten, ihr seid, wie gesagt, herzlich willkommen, wenn ihr zwischendrin mal größere Updates habt. Herzlich willkommen im E-Garren-Podcast. Max, vielen Dank. Vielen Dank, dass du hier warst. Und bis zum nächsten Mal dann.

Maximilian Melle Ja, wie immer vielen Dank für deine Zeit und für den Einsatz, die Digital Lab Transformation so voranzubringen.

Torsten Frenzel Ja, vielen Dank.

Maximilian Melle Mach's gut.

Torsten Frenzel Ciao. Ich spreche jetzt mit einem der Organisatoren. Frank, hallo, ich grüße dich.

Frank Börger Hallo.

Torsten Frenzel Frank, vielleicht kannst du dich erstmal kurz vorstellen, bevor wir auf den Open Data Day eingehen.

Frank Börger Ja, Frank Bürger im IT-Referat, seit einigen Jahren zuständig zum Thema Open Data. Dazu gehört die Betreuung des Open Data Portals, aber auch die Akquise, die Datenakquise, das heißt das Zugehen auf Fachabteilungen und das Anfragen von möglichen Datensätzen, damit die auf dem Portal veröffentlicht werden können.

Torsten Frenzel Und wie gesagt in der Orga vom Open Data Day.

Frank Börger Genau, das ist unser jährliches Hobbyprojekt, der jährliche Höhepunkt unserer Tätigkeiten. Seit über zehn Jahren veranstalten wir schon diese Art der Veranstaltung. Früher war das eher in Richtung Hackathon, wo man wirklich tatsächlich programmiert hat und wo es auch wesentlich kleiner war. Und seit drei Jahren machen wir das in der Kongressform in Zusammenarbeit mit Byte, der Bayerischen Digitalagentur.

Torsten Frenzel Wobei ich tatsächlich sagen muss, ich vermisse diesen Hackathon. Also ich bin ja fast von Anfang an, ich bin glaube ich bei fast allen dabei. Und dieses Hackathon, den vermisse ich schon, weil da war immer eine ganz, ganz andere Stimmung.

Frank Börger Ja, ich fand das damals sehr faszinierend, weil das kannte ich gar nicht, dass man sich so lange mit da so an einer Sache arbeiten kann mit dem Computer. Das war mir damals noch, das war ja ewig Zeiten her.

Torsten Frenzel Ja, ewig Zeiten, acht Jahre, zehn Jahre oder so.

Frank Börger Und ja, waren sehr interessante Sachen. Sachen sind da entstanden.

Torsten Frenzel Das wäre cool, wenn wir das irgendwie wieder mal mit reinbekommen, so Hackathon. Räume, gibt es ja genug.

Frank Börger Ja, wir haben überlegt, wie wir das Thema Hackathon so ein bisschen integrieren können. Aber da fehlte es dann leider jetzt auch an Zeit in der Vorbereitung und auch an unseren eigenen Kenntnissen und Ideen, was man da hätte machen können. Und ja, der Open Data Day läuft halt nebenbei, neben anderen Aufgaben.

Frank Börger Aber wir möchten ihn nicht missen, also wir nehmen das gerne auf für uns.

Torsten Frenzel Ich finde, das ist eine tolle Veranstaltung, also ich finde die jedes Jahr gut und hat genau so ein Level, wo es nicht anstrengend wird, also für die Teilnehmer. Es gibt mittags, wir haben es gerade wieder, mittags werden einfach Pizzen reingetragen, und das ist quasi von dem Hackathon übrig geblieben.

Torsten Frenzel Getränke stehen da, Also ich finde, das hat genau das Level, wo es, es ist ja auch Wochenende, es sind ja die meisten auch außer Dienst, die hier sind und das ist wirklich angenehm.

Frank Börger Ja genau, den Samstag haben wir ja auch übernommen vom Hackathon, weil wir gesagt haben, die Leute oder unser Zielpublikum, die arbeiten montags bis freitags, sind an der Uni, haben keine Zeit für so eine Veranstaltung, aber Samstag ginge und das haben wir bis jetzt beibehalten, auch wenn es schwierig ist, weil wir hier intern bei der Organisation schon, also die Kantine hat halt zu, von daher war Pizza jetzt schon die Alternative, aber eigentlich auch eine ganz gute.

Torsten Frenzel Aber dann lass uns doch mal ins Programm reingehen. Heute früh war der Minister da, den habe ich ja auch schon interviewt.

Frank Börger Hat das geklappt?

Torsten Frenzel Die Hörerinnen und Hörer haben es jetzt schon hinter sich, das Interview. Was gab es denn sonst noch so für Highlights bisher? Und vor allem, was kommt noch? Wir sind noch nicht am Tagesende, nämlich.

Frank Börger Genau, wir sind jetzt nach dem ersten Drittel von den, also wir haben drei Slots, drei Zeitslots. Und in jedem Slot finden vier Sessions statt. Und da hat jetzt die erste Nachmittags-Statt gefunden.

Torsten Frenzel Also die Nachmittags-Session.

Frank Börger Ja, genau. Und da ist zum Beispiel, das Geoportal stellt die neue Version vor. Und mit dem Geoportal sind wir in einer sehr engen Zusammenarbeit, weil wir direkt von denen die Metadaten der offenen Geodaten bekommen, über eine Schnittstelle, kommen halt automatisiert bei uns rein. und es sind ca. 80 Datensätze, die wir mittlerweile vom Geoportal beziehen.

Frank Börger Und das Geoportal hat ein eigenes Fachportal Open Data, wo man dann diese Datensätze auch direkt auf der Karte dann sieht. Bei uns kann man sie halt als Datei herunterladen bzw. Verlinken, aber im Fachportal Open Geodata kann man sie dann direkt auf der Karte eingeblendet sehen.

Torsten Frenzel Das Schöne am Austausch mit so Geodaten und Geografen ist, die kennen IT, die kennen strukturierte Daten, mit denen kommt man schnell auf eine Einigung.

Frank Börger Ja, also so eine Karte ist natürlich auch klasse. Man sieht was von diesen Daten, während jetzt bei den anderen so Statistikdaten, ja, der einzelne Datensatz ist erstmal uninteressant. Da muss es halt eine Analyse geben, da muss es eine Visualisierung geben, aber bei den Karten ist klar, eine Karte, Und wie wir heute Morgen bei dem Wettbewerb gesehen haben, bei der Preisverleihung für den Datengarteln, diese Anwendung, die jetzt zwischen unterschiedlichen Luftbildern hin und her schaltet, das ist einfach, ja, da braucht man nicht viel erklären, das funktioniert einfach von selbst.

Torsten Frenzel Genau, und das ist auch total selbsterklärend alles. Und jeder kann sich was darunter vorstellen.

Frank Börger Ja, und man sieht gerade bei so großen Bauprojekten, wie die Landschaft vorher aussah und wie sich die Landschaft dann über die Jahre verändert hat.

Torsten Frenzel Was haben wir noch für Highlights heute?

Frank Börger Weil ich es jetzt gerade erwähnt habe, den Datengasteln. Das ist ja ein Projekt, was entstanden ist aus dem Münchner Innovationswettbewerb.

Torsten Frenzel Genau, die waren schon da, also die haben schon berichtet.

Frank Börger Genau. Und das ist jetzt schön, dass es da jetzt auch nochmal eine ausführliche Session gibt. Ich glaube, gerade in unserer Programm-App war ich den Überblick bei so vielen Veranstaltungen.

Torsten Frenzel Das stimmt. Das ist ein breites Programm mit vielen verschiedensten Themen.

Frank Börger Was dieses Jahr ganz besonders oder was eine Besonderheit ist, weil sie von vornherein auf zwei Sessions geplant ist, das nennt sich Potenziale von Linked Open Data Entdecken. Das macht der Benjamin Degenhardt von Förderfunke. Und da ist die erste Session, die jetzt gerade läuft, die Theorie. Und nachher in der zweiten Session geht dann ganz konkret am Arbeiten mit den Materialien und mit dem, was er vorbereitet hat.

Torsten Frenzel Genau, Förderfunke hatten wir letztes Jahr im Podcast hier vom Open Data Day. Was ich auch gesehen habe, ist wieder Open Data Roundtable.

Frank Börger Genau, die laufen immer von Byte. Die laufen immer in der ersten Runde. Und in der ersten Runde habe ich selber meinen Vortrag, deshalb konnte ich da noch nie dabei sein, weil ich immer eine Einführung in Open Data gebe für diejenigen, die jetzt neu bei dem Thema sind. Und da versuche ich so einen Überblick zu geben über das ganze Themengebiet und die Probleme und die Vorteile.

Frank Börger Und genau, das war heute dann auch schon parallel zu dieser Byte.

Torsten Frenzel Es ist durchaus auch interessant, was für ein Publikum hier ist. Also es sind tatsächlich nicht nur irgendwelche Open-Street-Mapper oder Verwaltungsmitarbeiter, sondern tatsächlich auch einige Bürgerinnen und Bürger, die hier sich das Ganze anschauen.

Frank Börger Die sich tatsächlich dafür interessieren und auch zum Teil was selber damit machen. Und auch in meiner Session waren da sehr interessante Fragen und Anregungen. Und wir machen ja so eine Abfrage, so eine Zufriedenheitsabfrage. Und da ist auch ein Punkt, wo man, in welchem Arbeitsgebiet man arbeitet. Und da sind wir auch gespannt auf die Auswertung, weil es für uns natürlich auch für die Planung des nächsten Open Data Day 2027 dann von Interesse ist, wie da die Nachfrage jetzt beim letzten war und ob wir da das Programm noch ein bisschen anpassen sollen oder vielleicht auch ähnlich bezeichnen.

Frank Börger Man weiß ja nie, welche Vereinbarung oder welche Termine, die man jetzt ausgemacht hat, dann auch sich realisieren. Da fallen immer mal wieder welche weg oder werden erstmal konkret so ein bisschen grob angedacht und dann ist es doch immer erstaunlich, dass dann letztendlich etliche sehr spannende Themen zustande kommen.

Torsten Frenzel Vor allem die Themen ändern sich ja auch über die Zeit. Zum Glück ändern sich die Themen über die Zeit, weil wie bei der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, da reden wir gefühlt seit 20 Jahren von den gleichen Themen und haben die noch nicht vor dem Tisch. Bei Open Data ändert sich das. Es gibt ja immer noch Dauerthemen, die immer noch dabei sind, aber da ändert sich der Fokus.

Torsten Frenzel Also ich finde das toll, ein tolles Gebiet.

Frank Börger Ja und ich habe schon mit einigen gesprochen, die nächstes Jahr dann schon was planen, eine Session planen und ja, also für uns bringt das auch sehr viel als Verwaltung, als Zuständige für das Thema Open Data, weil man da wirklich mal, in die breitere Öffentlichkeit kommt und wir hatten ja heute Morgen die Grußworte unserer IT-Referentin und des Ministers.

Frank Börger Das ist auch eine schöne Anerkennung für die Arbeit.

Torsten Frenzel Und der Minister hat tatsächlich auch eine große Pressemitteilung rausgeschickt.

Frank Börger Die habe ich noch nicht gesehen.

Torsten Frenzel Die habe ich gestern oder vorgestern schon bekommen und dachte mir, ach, der Minister kommt auch. Und das bringt natürlich auch Aufmerksamkeit, weil die wird ja nicht nur an die Verwaltungskanäle geschickt, sondern die Pressemitteilung geht ja über alle Presseagenturen raus. Und das bringt tatsächlich Sichtbarkeit. Das ist schön.

Torsten Frenzel Frank, danke, dass du da warst.

Frank Börger Danke, dass ich da sein durfte.

Torsten Frenzel Ja, danke, dass ich jedes Jahr so eine coole Location bekomme. Also ihr Zuhörerinnen und Zuhörer werdet dann wieder ein paar Fotos sehen, aber ich kriege hier immer ein ganzes Podcast-Studio zur Verfügung gestellt, wo ich meine Ruhe habe und machen kann, was ich will. Und das finde ich super.

Frank Börger Genau, das gehört wirklich zur Tradition des Münchner Open Data Days. Das Podcast-Studio von Thorsten.

Torsten Frenzel Genau, ich bin auch, glaube ich, so viel Presse ist auch gar nicht da, glaube ich.

Frank Börger Hast du das Monopol?

Torsten Frenzel Ich habe das beste Monopol, wo ich gar keine Presse bin. Okay, Frank, vielen Dank und danke auch für die Orga. Das sieht wie immer coole Veranstaltung ohne E-TP-Täte und Overhead. Ich finde das klasse.

Frank Börger Okay, dann bis nächstes Jahr.

Torsten Frenzel Bis nächstes Jahr. Ja, das war's vom Open Data Team München 2026. Ich hoffe, die Sendung hat euch gefallen. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

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