eGovernment Podcast· Folge 254

49. Sitzung des IT-Planungsrates

Samstag, 21. März 2026 · 22 min

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Shownotes

Ich habe mit André Göbel auf dem 14. Fachkongress des IT-Planungsrates die Beschlüsse der 49. Sitzung des IT-Planungsrates zusammengefasst. Es gab wieder interessante Themen und wegweisende Beschlüsse.

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• 14. Fachkongress des IT-Planungsrates – it-planungsrat.de/der-it-planungsrat/fachkongr…

• Beschlüsse der 49. Sitzung – it-planungsrat.de/beschluesse-informationen/si…

• Jahresbericht 2025 – it-planungsrat.de/fileadmin/beschluesse/2026/B…

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Torsten Frenzel Hallo und herzlich willkommen beim e-Government-Podcast. Ich bin Thorsten Frenzel und ich bin heute in einer ganz besonderen Location und zwar bin ich beim Fachkongress des IT-Planungsrates und wir besprechen heute wieder die Sitzung des IT-Planungsrates, diesmal die 49. Und neben mir sitzt André Göbel. Ich grüße dich.

André Göbel Thorsten, ich freue mich dabei zu sein.

Torsten Frenzel Dich brauchen wir nicht mehr vorstellen, weil alle wissen, wer du bist. Wir machen das jetzt schon so oft.

André Göbel Ich grüße trotzdem alle.

Torsten Frenzel Genau, das ist sehr gut. Und wir sind quasi frisch aus der Sitzung bist du raus. Fast. Wir haben noch anstrengende Fachkongresse. Da habe ich mich heute auch den ganzen Tag rumgetrieben. Und wir fangen jetzt mal an mit den Highlight-Themen, die ihr heute in der Sitzung besprochen habt. Und zwar geht es als allererstes mal um die Portfoliosteuerung.

Torsten Frenzel Das ist eines der ersten Highlight-Themen, die ihr heute besprochen habt. Worum ging es da?

André Göbel Die Portfoliosteuerung als solches ist vermutlich als Begriff erstmal gar nicht so viel, bringt gar nicht so viel Neues vielleicht mit. Tatsächlich müssen wir aber festhalten, dass die Portfoliosteuerung für den IT-Planungsrat hier auf ganz neue Füße gestellt wird. Und damit wird auch ein Versprechen eingelöst, nämlich den dritten Teil der föderalen Digitalstrategie mit einer konkreten Methodik und einem Umsetzungskonzept zu unterlegen.

André Göbel Wir wissen ja, die föderale Digitalstrategie ist bereits letztes Jahr untersetzt worden mit Schwerpunktthemen, mit ganz konkreten Zielen und Zeitmarken, wann bestimmte Aufgaben erfüllt sein müssen und genauso dann auch nochmal zusätzlich untersetzt worden mit konkreten Umsetzungsförderungen. Das war die große Projektförderung.

André Göbel Auch hier haben wir in deinem Podcast drüber gesprochen. Und was im Zuge dessen natürlich auch nochmal notwendig war, ist, sich eine entsprechende Sicht auf, das Bestandsportfolio zu geben und natürlich auf das Zielbild der föderalen Digitalstrategie einen ausgerichteten Investitionsmechanismus für die Zukunft zu organisieren.

André Göbel Und genau das steckt hinter diesem sperrigen Begriff der Portfoliosteuerung. Und das ist mehrstufig vorgesehen. Es ging jetzt also im heutigen Beschluss erstmal nur um das Was. Also es soll eine Portfoliosteuerung geben. Es wurde konkret definiert, dass die Teil der föderalen Digitalstrategie und damit auch der Umsetzungs- und Ressourcenentscheidung, die damit verbunden ist, wird und somit eine gemeinsame, ich nenne es mal Entscheidungslogik, herausprägt.

André Göbel Und somit erstmals eine gesamthafte Perspektive auf das föderale Portfolio. Also das wurde alles schon letztes Jahr beschlossen. Wir haben ja gesagt, wir haben ein sehr iteratives und ich würde fast sagen in Teilen sogar agiles Vorgehen bei der Umsetzung, bei der Entwicklung und Umsetzung der föderalen Digitalstrategie.

André Göbel Insofern werden jetzt diese Versprechen, die gegeben worden sind, mit jeder Sitzung auch eingelöst. Und das finde ich, muss ich ehrlich sagen, das finde ich total spannend.

Torsten Frenzel Also Schritt für Schritt konkreter.

André Göbel Genau, Schritt für Schritt konkreter und das entlang des Zielbilds, was vorletztes Jahr, nämlich in der Novembersetzung, bereits verabschiedet worden ist. Und damit haben wir wirklich eine neue und auch sehr moderne Vorgehensweise, die Politik in der Regel so nicht macht. In der Regel schließt man sich eine ganze Weile ein und dann kommt man mit dem Big Bang, ich habe was Neues vor.

André Göbel Und hier gibt es doch eine sehr intensive Erarbeitungszeit, wo auch die Communities eingebunden werden, wo es Feedback aus den unterschiedlichsten Gremien bis hin auch der jeweiligen Einbindung, auch natürlich der Planungsratsgremien selber gibt. Was wir jetzt ganz konkret haben, ist, dass Vorhaben künftig entlang der föderalen Digitalstrategie auch bewertet werden.

André Göbel Also es gibt kein Geld für Dinge, die nicht auf die gemeinsamen Ziele einzahlen. Genauso wird es weniger oder kein Geld geben, wenn es einfach nicht mehr zum Teil des Portfolios des IT-Planungsrates gehört. Und das ist die Frage dann des Wie und Wer. Diese Fragen werden dann zum Sommer.

Torsten Frenzel Da kann ich gleich meinen Ausblick geben. Das wäre direkt meine Anschlussfrage gewesen. Gibt es denn da Konkretes, wie das festgestellt wird und wie diese Bewertungskriterien quasi sind?

André Göbel Ja, also dort läuft es auch so, wie man das zum Beispiel auch in der Wirtschaft kennt. Man gibt sich qualitative und quantitative Bewertungskriterien, die für alle erstmal gleich gelten. Wir machen Unterschiede bei den Vorhabensarten. Also ich kann beispielsweise ein Projekt natürlich nicht genauso bewerten wie ein Produkt, was überjährig mit einer langen Investitionsausrichtung gesteuert werden muss.

André Göbel Da sind Projekte halt meistens innovationsgetrieben, sehr viel kürzer, müssen sehr viel schneller auch entsprechende Ergebnisse produzieren und gleichzeitig haben wir auch viele Projekte, die auf Produkte einzahlen und genau da sind wir an dem Punkt, was ist Portfoliosteuerung, nämlich dass ich das Gesamtportfolio des IT-Planungsrats aus Produkten, Projekten, Architekturen, Standards und letztlich auch Dialogformaten darauf ausrichte, wie das Gesamtzielbild, nämlich die Vision, wie schaffen wir einen modernen Start, Wie schaffen wir schlanke Verwaltungssysteme?

André Göbel Wie können wir sogar dahin arbeiten, dass wir automatisierte Entscheidungen haben, dass wir die Verwaltung entlasten? All das sind konkrete Kriterien, auf die dann der Portfoliozyklus entsprechend noch einzahlt.

Torsten Frenzel Da hat sich ja einiges an Produkten schon angesammelt jetzt bei der FITCO. Ich habe leider vergessen, der Stefan Bartolmeier hat es heute Mittag gesagt bei der Vorstellung. Wie viele waren das nochmal?

André Göbel Wir haben im Moment 15 Produkte und weitere Produkte sind bereits in dem sogenannten Produktmanagementmodell, in dem Prozess der Aufnahmeprüfung.

Torsten Frenzel Das ist eine Menge Holz.

André Göbel Ja, das ist in der Tat eine Menge Holz. Insbesondere wenn man bedenkt, dass insbesondere Standards auch auf konkrete Produkte einzahlen. Da sind wir wieder in der Portfoliosteuerung. Ich kann nicht einfach sagen, ich investiere jetzt weniger in Standards oder ich sage, ein konkreter Standard bekommt weniger Geld.

André Göbel Wenn dieser Standard auf ein Produkt einzahlt, kommt man in der Produktentwicklung auch nicht voran oder kann eben bestimmte Innovierungen oder Erneuerungen auch nicht voranbringen. Deswegen ist die gesamthafte Schau auf das Portfolio so wichtig und da schafft jetzt der Portfoliozyklus eine klare Struktur entlang der Bedarfsplanung, der Priorisierung, der Umsetzungsplanung.

André Göbel Wir als FITCO haben eben auch den Auftrag, Controlling und Auswertung zu betreiben, damit wir wiederum bottom-up dem Planungsrat zurückgeben können, welche Daten er eigentlich hat, qualitativ und quantitativ, um steuern zu können.

Torsten Frenzel Ja, ich bin immer wieder beeindruckt. Ich beobachte das jetzt schon eine ganze Weile. Und da hat sich in den letzten Jahren richtig, richtig was getan. Und ich finde auch, wir sind richtig ein ganzes Stück nach vorne gekommen, auch wenn es manche Bürger noch nicht wahrhaben wollen. Aber bei uns geht inzwischen was in Deutschland. Wir müssen uns nicht mehr verstecken.

André Göbel Ich erinnere mich an unseren allerersten Podcast, wo du mich interviewt hast, als ich die neue Rolle angenommen habe. Und wir müssten das mal nachhören, aber ich glaube, ich habe sehr viel damals schon genau in diesen Strukturen halt auch gesagt beziehungsweise wahrscheinlich ein bisschen naiv schon fast versprochen.

André Göbel Ich freue mich, dass diese Naivität ein Stück weit real geworden ist und wir jetzt auch wirklich aufeinander einzahlen.

Torsten Frenzel Ich hole das wieder raus, die nächste Sitzung ist die 50. Ja, spannend.

André Göbel Absolut. Jubiläum.

Torsten Frenzel Und das ist ein Jubiläum und da hole ich das raus und dann schneiden wir das dazwischen.

André Göbel Oh Gott, was habe ich jetzt gerade gesagt?

Torsten Frenzel Du hast mich auf eine gute Idee gebracht. Aber machen wir mal weiter mit dem nächsten Highlight-Thema. Und zwar ... Geht es um den Deutschlandstack? Deutschlandstack, ein dickes Thema, auch hier auf den Gängen. Jeder zweite fragt mich, Deutschlandstack, hast du es gesehen, diese ganzen vielen schönen Icons, die da auf der Webseite sind.

Torsten Frenzel Was hat der IT-Planungsrat dazu heute beschlossen?

André Göbel Ja, also um ein Stück weit Licht ins Dunkel zu bringen. Der Deutschlandstack ist nichts, was man sich im Keller ausdenkt und dann einfach hinstellt als Textdeck und dann funktioniert das alles, sondern das ist ein Versprechen an die technologische Zukunft Deutschlands. Und das entsprechend aufzubauen wird in aufeinander aufbauende Arbeiten erfordern und die sind heute mit diesem Beschluss erfolgt. Und dieser Beschluss ist auch tatsächlich vorfristig heute erfolgt.

André Göbel Das muss man sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen. Denn die föderale Modernisierungsagenda, die einen Beschluss zu Standards und der initialen Portfoliodarstellung des D-Stacks eingefordert hat, die ist ja erst Ende letzten Jahres beschlossen worden. Und hat dem BMDS quasi aus Ländern und Bund gemeinsam ziemlich dicke Hausaufgaben aufgegeben, nämlich zum 31.03. das Ganze schon zu beschreiben.

André Göbel Insofern auch mal spannend in der föderalen Digitalisierung zu sehen, dass wir, ich glaube heute ist der 18., genau 13 Tage, fast zwei Wochen vorher sind wir also vor der Welle. Auch ein schönes Bild, wo wir ja doch hier im Hafen sitzen. Also was heißt der D-Stack ganz konkret? Bund und Länder schaffen hier die Basis für einen gemeinsamen Ordnungsrahmen auch durch die Deutschlandarchitektur, um den D-Stack als technische Grundlage zu ertüchtigen.

André Göbel Und ganz konkret zu sagen, dass sich der IT-Planungsrat auch mit der föderalen IT-Steuerung konkret hinter das Bundesvorhaben stellt. Das ist eine ganz, ganz starke Aussage aus meiner Sicht und letztlich auch ein Versprechen an die Effizienzgewinne beim Technologieeinsatz, weil sich damit die Länder auch committed haben, sie möchten gern gemeinsam föderal nachnutzen.

André Göbel Das ist jetzt natürlich noch keine Pflicht. Das höre ich hier auch auf den Gängen. Warum wurde das nicht verpflichtet? Da muss man ganz klar sagen, Und. In dem Entwicklungsstand, in dem wir bislang in der Beschreibung der jeweiligen Produkte, der Schnittstellen und der möglichen Synergien sind, kann man das noch gar nicht verpflichtend machen.

André Göbel Es sind zum Teil ja auch MVPs Gegenstand des D-Stacks. Und was soll ich einen MVP verpflichten, der noch gar nicht nachgewiesen hat, dass der technische Durchstich tatsächlich auch funktioniert. Spannend möchte ich aber an der Stelle sagen ist, dass das BMDS diesen Mut aufbringt und sagt, wir wollen in eine agile Umsetzung dieses Tech-Techs gehen, wir wollen eine föderale Nachnutzung ermöglichen.

André Göbel Der Bund könnte sich ja genauso gut hinstellen und sagen, sorry, das ist eine Bundesparty und wir gucken erstmal, dass wir selber schauen, wie wir unsere Umsetzung ermöglichen. Zeitlich entsprechend gewuppt bekommen, denn alles, was wir föderal machen, ist natürlich auch nochmal Zusatzaufwand. Und da, wir kommen ja jetzt gerade vom letzten Podium auch runter, gab es nochmal auch eine sehr schöne Aussage des BMDS, auch Richtung FITCO, also auch Richtung uns selbst, dass sie darin den Erfolgsfaktor eben auch sehen, dass die FITCO die föderale Nachnutzung mit dem BMDS gemeinsam organisiert, damit es halt eine Art Aufgabenteilung auch geben kann.

André Göbel Und Staatssekretär Richter hat heute im Pressegespräch ja nochmal explizit darauf hingewiesen, dass sich auch der Bund in eine Organisation dort oder seine Organisation ertüchtigt, um eben auch den D-Stack dort für die nationalen Vorhaben zu ermöglichen und besser zu unterstützen. Also insofern kurzum, wir haben einen gemeinsamen Bauplan, wir haben gemeinsame technische Grundlagen, die jetzt skizziert worden sind.

André Göbel So muss man es auch benennen. Ja, das ist kein 100 Seitenwerk, sondern das ist die Skizze, wie die Idee Deutschlands Deck umgesetzt werden wird. Da gibt es schon sehr viel mehr auch unter der Motorhaube, aber man muss auch ein Stück weit vorsichtig sein in der Ankündigungspolitik. Deswegen finde ich das Vorgehen erstmal sehr bedacht und sehr gut, dass es ein guter Mix hier an der Stelle ist, welche konkreten Produkte jetzt initial mit dabei sind.

André Göbel Dann haben wir die Deutschlandarchitektur, die letztlich zur Leitlinie auch der föderalen Digitalstrategie geworden ist und damit. Auf Basis dieses abgeschlossenen Vorprojekts, was ja sehr stark auch durch das Land Bremen in seiner Schwerpunkt-Apartnerschaft getrieben worden ist, dass es hier einen konkreten Ordnungsrahmen gibt.

André Göbel Und auch hier gibt es schon wieder konkrete Hausaufgaben für die nächste Sitzung, nämlich, dass eine entsprechende Governance entwickelt wird, dass Regeln also entstehen, wie wir die Deutschlandarchitektur, das kann man im Prinzip querschnittlich auch ressortübergreifend sehen, wie diese den D-Stack, der ja einen Tech-Stack, also in der Vertikalen wiederum darstellt, bestmöglich in die Nachnutzung überführen kann.

André Göbel Insofern sind wir da auf einem guten Weg, einerseits bewährte föderale Produkte und Projekte des ED-Planusrats jetzt nachzunutzen. Da stehen ganz konkret zum Beispiel FitConnect, Notes, Zapuk, der Marktplatz Deutschland Digital und auch die Deutsche Verwaltungscloud im initialen Portfolio. Ist auch ein Stück weit eine tolle Anerkennung der Arbeit des ED-Planusrats mit der FitCo an dieser Stelle.

André Göbel Und dann wird dieses Portfolio auch immer weiter aufwachsen, sodass mehr Nachnutzung entsteht.

Torsten Frenzel Wenn ich es richtig rausgehört habe, das Ziel ist tatsächlich, irgendwann eine Verbindlichkeit dafür auch hinzubekommen.

André Göbel Ja, also das ist in Teilen sogar heute schon erfolgt, nämlich der D-Stack besteht ja nicht nur aus Produkten und Projekten, sondern auch ganz konkret aus Standards. Und bei den Standards hat man sich heute bereits der Verbindlichkeit verschrieben. Das finde ich einen sehr noblen und mutigen Weg, denn natürlich sind auch bei Standards die jeweiligen Lebenszyklen zu betrachten und auch dort muss quasi die Portfoliosteuerung greifen.

André Göbel Aber das BMDS hat sich gemeinsam mit den Ländern in einer sehr intensiven Befassung durchgerungen und hat gemeinsam gesagt als Etablierungsratsbeschluss, sie stehen hinter diesen Standards. Und das ist nicht ein einfacher Beschluss, sondern das ist vor allem eine Menge Transparenz und auch Zukunftsklarheit, die hier vom Planungsrat wiederum in die IT-Community zurückgespielt wird.

André Göbel Denn es bringt alles nichts, wenn wir nicht konkret machen, worauf wollen wir denn die künftige IT eigentlich ausrichten, worauf sollen sich denn Hersteller, worauf sollen sie sich konzentrieren, wenn sie neue Entwicklungen, neue Funktionen planen. Und insofern ist das ein sehr früher und sehr richtiger Schritt heute gewesen.

Torsten Frenzel Und ich finde es ein wichtiges Zeichen, dass die 16 Bundesländer und der Bund dahinter stehen und sagen, liebe Dienstleister, liebe Hersteller, darauf könnt ihr euch schon mal fokussieren und in die Richtung loslaufen.

André Göbel Absolut, genau.

Torsten Frenzel Jetzt, weil wir gerade noch nicht über Geld gesprochen haben, sprechen wir jetzt mal über Geld. Und zwar ist ja auch der Entwurf des Wirtschaftsplans 2027 geschlossen worden. Und da stelle ich mir tatsächlich die Frage, seit wann hat denn der IT-Planungsrat einen Wirtschaftsplan oder ist das der Wirtschaftsplan von der FITCO?

André Göbel Ja, damit wir die Verwirrung nicht komplett machen, das ist eins. Der E.T. Planungsrat ist ja keine rechtlich selbstständige Institution, sondern der E.T. Planungsrat hat ursprünglich ein Budget über die Länder und den Bund gemeinsam gehabt und jetzt durch die Gründung der FITCO entsprechend auch einen eigenen Heimathafen, um die Mittel des Planungsrates zu bewirtschaften und auch konkret in die Umsetzungen zu investieren.

André Göbel Und das ist genau der Beschluss, der alljährlich erfolgt auf Basis des Eckwerts, der zuvor festgelegt wird, wo man also grob sagt, so und so viele Millionen können wir uns leisten für die und die Vorhaben. Und das muss natürlich runtergebrochen werden. Also wir werden jetzt 2027, so ist es jetzt vorgesehen, ein Budget von 213 Millionen Euro haben, um Produkte, Projekte, Standards, Architekturen und natürlich auch die Formate des Planungsrates nach vorne zu treiben.

André Göbel Das ist ein Budget, hatten wir glaube ich auch schon hier drüber gesprochen, mit dem wir haushalten müssen, denn es gab ja sehr viel mehr Anmeldungen. Das konnten wir allerdings sehr, sehr gut abmildern, weil wir zwei Prozesse haben. Das Erste, wir haben aus dem letzten Jahr natürlich noch Aufgaben, die auch mit Finanzierungen untersetzt sind.

André Göbel Das heißt, wir haben dieses Jahr noch echt viel zu tun und müssen ja vor allem uns auch selber stärken, denn die Digitalisierung erledigt sich noch nicht von selbst. Wir brauchen tatsächlich noch Menschen dafür.

Torsten Frenzel Wir können auch nicht die KI machen.

André Göbel Nein, nein, nein, nein. Nein, und insofern haben wir da echt noch Hausaufgaben auch nachzuholen. Da freue ich mich, dass jetzt auch so schnell hintereinander auch beide Wirtschaftspläne beschlossen worden sind für das Jahr 2025 oder freigegeben worden sind für das Jahr 2025 im November. Klar, das war bis dahin eine echte Durststrecke, wurden wir auch häufig darauf angesprochen. Aber ich glaube, wir haben das ganz gut managen können.

André Göbel Und jetzt die Freigabe des Wirtschaftsplans 2026, das heißt, wir können arbeiten. Und das ist damit auch der Ausblick in die Zukunft, weil wir die Mehrbedarfe, die angemeldet worden sind, doch ganz gut mitteln konnten. Ja, das reicht nicht an allen Stellen. Deswegen hat ja beispielsweise auch der Bund heute eine Zusatzfinanzierung beschlossen.

André Göbel Und das zeigt auch so ein Stück weit, worauf wir wirklich auch im Paradigmenwechsel, im Paradigmenwandel stolz sein können zwischen Bund und Ländern. Es ist so ein Wir-Gefühl. Wenn der Bund also für gemeinsame Projekte nochmal zusätzlich einspringt und auch das, was er selber als Aufgaben hat, nochmal mit Synergien bei den Ländern untersetzt, dann haben wir tatsächlich hier einen sehr guten gemeinsamen Angang.

Torsten Frenzel Und was ihr mit dem Geld aus den letzten Jahren gemacht habt? Das steht in eurem Jahresbericht. Der war heute auch Thema in der Sitzung.

André Göbel Absolut. Ganz klare Leseempfehlung. Der Jahresbericht des IT-Planungsrats und der FITCO zeigt recht eindrucksvoll auf, was alles geleistet worden ist in den jeweiligen Vorhaben. Hat auch genau in der Hälfte des Berichts eine schöne Doppelseite an Nuggets. Da verraten wir jetzt aber nicht so viel. Denn wir wollen ja auch zum Lesen ansehen.

Torsten Frenzel Genau, das wird alles schön verlinkt in den Show Notes. Und natürlich auch die Beschlüsse.

André Göbel Das ist doch ein Service.

Torsten Frenzel Genau.

André Göbel Genauso machen wir das. Also nein, da machen wir jetzt gar kein Nugget-Drobbing. Da sagen wir einfach mal, liebe Hörer und Hörerinnen, einlesen lohnt sich.

Torsten Frenzel Genau. Und jetzt haben wir noch ein letztes Thema und zwar Pilotierung der Notanbindungsprojekte.

André Göbel Ja.

Torsten Frenzel Das schallt ja auch überall durch die Gänge.

André Göbel Im Prinzip habe ich das ja auch gerade schon angedeutet. Also die Notanbindungsprojekte sind noch sehr kurzfristig reingekommen in die Tagesordnung, weil das BMDS oder beziehungsweise der Bund, muss man an der Stelle sagen, es ermöglichen wird, konkrete Anbindungen durch Online-Dienste und Register hier zu unterstützen, damit entsprechend das Nodes eine Stärke durch Dringung erfährt.

André Göbel Das umfasst unter anderem die Umstellung in der Registerführung nach dem Register-as-Service-Konzept. Hier hatten wir auch schon mal in deinem Podcast drüber gesprochen. Und das ist natürlich für uns eine ganz tolle Möglichkeit, weil wir mit diesen drei MVPs, die dort durchgeführt worden sind, jetzt ja auch konkrete technische Blaupausen anbieten können für diese Umsetzungsprojekte.

André Göbel Dafür stellt der Bund aus dem Sondervermögen entsprechend zusätzliches Geld zur Verfügung. Als einmalige Sonderleistung und die kann jetzt über die Zeit hinweg dazu dienen, die ganz konkreten Zwecke der Registermodernisierung, die ja auch im Bundesverantwortung sind, entsprechend zu unterstützen und damit auch Anbindungsprojekte zu beschleunigen, die wir sonst vermutlich bei anderer Haushaltsführung einfach über die nächsten Jahre hätten strecken müssen.

André Göbel Und das ist wirklich eine tolle Entwicklung beziehungsweise auch ganz tolles Commitment des Bundes, hier den Planungsrat auch entsprechend zu unterstützen. Natürlich auch ein Stück weit ein Eigeninteresse, aber dafür ist ja auch die Zusammenarbeit vom Bund und Ländern entsprechend stimmberechtigt, damit die Planungsrate hinterlegt.

André Göbel Also da werden wir auf jeden Fall eine Menge an Beschleunigung haben, was letztlich, und das möchte man an der Stelle betonen, was letztlich vor allem den Kommunen zugute kommt. Und da müssen wir uns ehrlich machen, in der Vergangenheit haben wir es häufig nicht geschafft, dass die Leistungen auch wirklich in den Kommunen ankommen.

André Göbel Deswegen war das heute auch eine Sitzung, wo die beratenden Mitglieder der kommunalen Spitzenverbände, sich wirklich auch nochmal explizit zu Wort gemeldet haben und ihren Dank ausgesprochen haben, dass entsprechend hier ein Wandel stattfindet und an die Kommunen und die Nachnutzungsfähigkeiten gedacht wird.

Torsten Frenzel Ja, und gefühlt beschäftigt sich ja ein Großteil der Public-Sector-Community mit dem Thema Not. Und es ist umso schöner zu sehen, dass wir jetzt endlich mal was zeigen können, auch was produktiv geht, auch wenn es erst pilothaft ist, aber dass auch Bürgerinnen und Bürger sehen, es findet nicht nur in irgendwelchen dunklen Stuben oder Programmierkellern statt, sondern man sieht auch was nach draußen.

Torsten Frenzel Ich freue mich drauf und ich hoffe, dass ich den Piloten schnell mal testen kann.

André Göbel Der MVP zumindest für Snodes ist draußen. Den kannst du im Prinzip runterladen und selber ausprobieren.

Torsten Frenzel Genau, den müsstest du dann selber auf meinem Server installieren und ausprobieren.

André Göbel Soll wohl schnell gehen. Ich habe da schon zwei Berichte gehört. Aber ich habe keine Register.

Torsten Frenzel Die ich anbinden kann.

André Göbel Doch, doch, da kann man ein Testverfahren durchlaufen lassen. Also probier es mal aus.

Torsten Frenzel Ich probiere es mal aus, wie das mit dem Podcast zusammen geht.

André Göbel Genau, dann berichtest du mal.

Torsten Frenzel Also André, vielen Dank. Wir sind mit den Fragen zu Ende. Wir sitzen natürlich nicht hier alleine in einem Raum. Es ist ein Ein außergewöhnliches Setting für mich mit so vielen Beobachtern. Ja, beobachtet. Genau. Danke an dir. Danke an euch alle hier auch, die noch dieses Interview quasi hier möglich gemacht haben.

André Göbel Sehr gerne.

Torsten Frenzel Noch so auf den Gang, noch schnell Informationen rüber geschoben. Das ist sehr gut. Und euch, liebe Hörerinnen und Hörer, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

André Göbel Bis zum nächsten Mal.

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