
Ein Bayer und ein Halber – historische Zeitreisen mit Dr. Richard Loibl· Folge 11
Warum Bayern zum Autoland wurde
Donnerstag, 27. November 2025 · 39 min
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Shownotes
Bayernland ist Autoland. Punkt. Aber das war es nicht immer. Die Auto-Industrie ist nicht einfach so vom Himmel gefallen und wegen der schönen Landschaft hiergeblieben. In der neuesten Folge des Podcasts "Ein Bayer und ein Halber" (/podcasts/ein-bayer-und-ein-halber) reisen die beiden zurück zur Anfangszeit der Bayerischen Automobil-Geschichte bis ins Heute. Und Dr. Loibl wagt sogar den Blick in die Zukunft.
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Bayernland ist Autoland. Punkt. Aus. Da fährt die sprichwörtliche Eisen/bahn drüber, anders als die tatsächliche über so manches Gleis im Freistaat. Aber das war es nicht immer. Die Auto-Industrie ist nicht einfach so vom Himmel gefallen und wegen der schönen Landschaft hiergeblieben.
Warum wurde Bayern zu einem Land der Autos? Warum nicht Thüringen? Wie konnten sich BMW (/bmw)und Audi (/audi) zu gigantischen Konzernen entwickeln? Und wo sind all die anderen Autohersteller hin, deren Namen heute nur noch Eingeweihte kennen? Das fragt sich MGB-Redakteur Johannes Munzinger, seines Zeichens halber Bayer. Die Antworten weiß – hoffentlich – ein waschechter Vorzeigebayer: Dr. Richard Loibl. Der ist nicht nur Leiter des Hauses der Bayerischen Geschichte, sondern ausgewiesener Experte der Industrie-Geschichte und leidenschaftlicher Autofahrer.
Alles, was es rund um Audi zu wissen gibt, hören Sie auch jeden Donnerstag im KI-Podcast "Audi Weekly" (/podcasts/audi-weekly)der Mediengruppe Bayern.
In Folge 11 des Podcasts "Ein Bayer und ein Halber" (/podcasts/ein-bayer-und-ein-halber) reisen die beiden zurück zur Anfangszeit der Bayerischen Automobil-Geschichte bis ins Heute. Und Dr. Loibl wagt sogar den Blick in die Zukunft.
Sie sprechen über die Geburt der Auto-Industrie auf dem Rücken des Fahrrads. Über den "wilden Hund" Hans Glas aus Dingolfing, der die Branche revolutionierte. Über eine legendäre Aktionärsversammlung in den 1950ern, deren Folgen bis heute in der weltweiten Autoindustrie zu spüren sind. Über den Aufstieg BMWs vom Flugzeughersteller zum Auto-Giganten. Und über eine Skisprungschanze, über die Audi einen großen Satz nach vorne machte. Außerdem verrät Dr. Loibl endlich, welches Auto er fährt. Dreimal dürfen Sie raten!
Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kritik oder Lob für uns haben, schreiben Sie uns gerne an podcast@mgbayern.de.
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Der Traum mit der Italienfahrt, man fährt das erste Mal in seinem Leben in Urlaub. Über den Brenner. Ja, über den Brenner. Und auch wenn es da oben schon raucht, weil ein hohes Gelaufen ist, der Gogo oder die Sette. Ich kenne noch wilde Geschichten von meinem Vater, der in der Nachkriegsgeneration ist, wie es da mit Sack und Pack und mit Haustier und vier Geschwister im kleinen Auto über den Brenner und dann sind Bremsen wieder heiß geworden beim Runterfahren und gliert hat es.
Das muss ein Riesengade gewesen sein. Ein Bayer und ein Halber. Historische Zeitreisen mit Dr. Richard Läubel. Ein History-Podcast der Mediengruppe Bayern. Guten Tag, grüß Gott, servus miteinander und HW Derri. Willkommen zurück zu einer neuen Folge von Ein Bayer und ein Halber. Mit mir, eurem halben Bayern Johannes Munzinger und dem Oberüber-Mega-Bayern aus Niederbayern, Dr.
Richard Läubel. Schön, dass Sie wieder da sind. Servus Herr Munzinger, schau es gerade bei euch. Ich habe das letzte Mal ein Rätsel an Sie gestellt, liebe Zuhörer, nämlich, was fährt Dr. Richard Läubel, seines Zeichens Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte und Historiker und, wie wir schon gesagt haben, ein Vorzeigebayer, der quasi in der Tracht auf die Welt gekommen ist, was fährt der wohl für ein Auto?
Und ich habe vier Lösungsvorschläge. A. BMW, eh klar. B. Weil er alter Lateiner ist. Audi, weil das ja lateinisch für horch oder höher ist. C, ein MAN-LKW, weil er ständig irgendwelche Exponate durch Bayern kutschieren muss. Oder D, ein Gogo-Mobil aus Dingolfing, quasi den bayerischen Trabi. Und, Herr Dr. Läubel, Sie dürfen auflösen, was fahren Sie denn für ein Auto?
Also gar keinen von denen. Sondern? Also ein Gogo hätte ich allerdings einmal gefahren. Nein, ich traue mir das da herinnen, kaum sagen, aber ich habe einen Alfa Romeo. Wie konnte das passieren, Herr Dr. Läubel? Ja, weil mein Bruder hat ja immer schon eine Neigung gehabt zu italienischen Motorrädern und zu Autos.
Er hat Ducati gefahren, Moto Guzzi und auch seine Freund, wo dann auch mal ein Ferrari dabei war und ein Lamborghini und ein Detomaso. Und die habe ich mir aber alle nicht leisten können, weil ich ein schlecht bezahlter bayerischer Beamter bin. Okay, okay, okay. Ich habe mir damals als erstes Auto einen ziemlich zerflederten Alfa Romeo Sud zugelegt, der aber eine Legende mit seinem Vierzylinder-Boxermotor, 105 PS, war in der schrägen fast aller GTs.
Und das Auto war dann irgendwie dann maischrägen, weil wenn du dann am Freitag ein Rostloch zugeschossen hast, hast du am Samstag zwar eine neue Einträge gehabt. Also das war diese Generation von den Alfa, die wirklich Rost befallen waren. Aber Sie fahren allweil nur einen Alfa, ich darf es verraten.
Ja, weil ich habe mir das einfach, ich habe mir so überlegt, was kaufen wir jetzt für ein Auto und das wäre da wahrscheinlich der letzte Verbrenner sein, den ich vor. Und dann habe ich mir gedacht, nein, jetzt kaufen wir noch mal so richtig einen Jugendtraum, einen Alpha, der funktioniert. Und ich habe mir den Alpha Veloce, also den Giulia Veloce gekauft.
Und das Auto, ich meine, ich darf jetzt gar Werbung machen in dem, aber halt für mich muss ich sagen, andere müssen das wieder anders sagen. Für mich ist das Auto ein absoluter Traum. Und warum nie in Bayern gefahren? Das müsste doch eigentlich für sich eine Selbstverständlichkeit sein, dass man das Vaterland und die heimische Wirtschaft ein bisschen unterstützt und sich ein entsprechendes Auto besorgt.
Ja, also ich muss sagen, bei mir waren halt diese Autos irgendwie ein wenig familiär vorgeprägt. Das eine war die Seiten von meinem Bruder. Und nachdem mich der Alfa Sud dann doch ein wenig insgesamt enttäuscht hat. Bin ich dann auf die andere Familienseite übergesprungen. Und dann können wir, wie wir schon öfters erörtert haben, aus einer Metzgerfamilie.
Und da ist immer Mercedes-Benz gefahren worden. Und zwar mit der Ausrede, dass man so ein Auto braucht zum Viehtransport. Weil das hat sich ja damals der Metzger selber geholt, hat einen Anhänger gehabt, wir haben auch selber noch geschlachtet. Und mein Großvater und mein Vater, da hat es nichts anderes gegeben wie ein Mercedes-Benz.
Ich muss allerdings auch sagen, dass die 20, 25 Jahre die Autos gehabt haben, ohne dass da außer Verschleiß irgendwelche Reparaturen gewesen wären. Und da bin ich dann auf diese Tradition übergesprungen und habe in der Zwischenzeit, also zwischen den Alphas in der Jugendzeit und den Alphas jetzt, habe ich dann auch Mercedes-Benz gefahren.
Und ich bin einfach mit den bayerischen Autos nie in Berührung gekommen und muss sagen, dass mein Großvater da auch schon keine Begeisterung gehabt hat und öfters mal den Spruch, sicher unrichtigen Spruch loslassen hat, dass Bayern einfach keine Autos bauen können. So, jetzt wo wir klargestellt haben, wir werden weder von BMW noch von Audi noch von MAN gesponsert, also wir sind ja völlig unabhängig, weil ob sie es können oder nicht können, sei jetzt einmal dahingestellt, Fakt ist, sie bauen Autos und zwar jede Menge Autos.
Bayern ist ein Autoland. Ich glaube, das kann man unumwunden so sagen. Nach dem Bier ist Bayern bekannt für seine Autos. Ich glaube, das ist der zweite große Wirtschaft-, also weltwirtschaftlich wichtige Exportschlager Bayerns. Läuten Sie mir da zustimmen? Unbedingt. Es hat um das Jahr 2000 eine Studie von McKinsey gegeben, die man sicher im Netz noch findet.
Und da ist rausgekommen, dass Bayern deutlich abhängiger von der Automobilindustrie ist wie Baden-Württemberg, das man natürlich wegen der heute schon genannten Marke auch mit Autos in Verbindung bringt. Also wenn man in Bayern von einem Autoland sucht und von einem Autoland spricht, dann ist das sicher Bayern.
Wie ist das gekommen? Also wir sind ja quasi jetzt im dritten Teil unserer Infrastruktur- und Wirtschaftstrilogie. Erst sind wir zurückgereist ins Mittelalter und in die Neuzeit, auf die Donau, wo das Salz gehandelt worden ist. Dann haben wir uns angeschaut, wie war das eigentlich mit dem Bayerischen Wald und mit der Eisenbahn, der nächsten Weiterentwicklung verkehrstechnisch und dann die logische Konsequenz und bis heute das Verkehrsmittel der Wall für die Deutschen und den Bayern, das Auto.
Wie ist das Auto, kommen wir nach Bayern, erfunden worden, ist es ja relativ in der Nähe. Ein Herr Diesel war dann selber Bayer, hat es noch wichtige eigene Erfindungen gemacht. Wie ist es richtig losgegangen? Ja, da muss man relativ weit zurückgehen. Also das hat begonnen, hat alles auf einem Rad und dann auf zwei Rädern.
Weil Bayern tatsächlich sehr früh, also seit die 1880er Jahre, ein Fahrradland war mit dem Zentrum Greater Nürnberg, kann man sagen. Greater Nürnberg. Ein größter Nürnberg hat es damals natürlich noch nicht gegeben, aber heute beschreibt es den Raum der Fahrradfabrikanten ganz gut, weil das geht quasi von Nürnberg im Umkreis und dann vor allen Dingen Richtung Osten.
Neumarkt St. Veit, Neumarkt in der Oberpfalz natürlich, hat eine der größten Fahrradfabriken im Deutschen Reich damals gehabt. Und also da springen viele drauf und wenn ich ihnen jetzt da ein paar Namen sage, dann wird es bei ihnen mindestens zu 90% Klick machen, weil man die Namen heute noch kennt, sie sind vielleicht zu jung, aber meine Generation kennt es also jeder, der einmal einen Mofa gefahren hat oder dann den Aufstieg geschafft hat vom Mofa zu einem 80er-Moped, werden die Namen was sagen.
Der älteste Hersteller von Fahrrädern in Nürnberg ist die Firma Herkules. Herkules kennen sie sogar eh noch. Wann sind die gegründet worden so ungefähr? Die sind 1886 gegründet worden. Und dann gibt es Zündab. Kenne ich auch noch. Zündab war für seine Radl und dann auch für die ersten Motorradl der beste Verkäufer mit den meisten Verkaufenden und Hergestellten.
Dann kennt man auch noch ein bisschen, wenigstens vom Namen her, die Viktoria. Die sind dann auch im Alpbayerischen in Rosenheim vertreten. Und das ist quasi diese Fahrradmacht Bayern. Und dann kommen ja verschiedene, Sie haben schon eine genannt, verschiedene Erfindungen. Man kann das motorisieren, das Ganze.
Es hat übrigens auch ganz früh Elektroräder schon gegeben. Sogar Elektro, dann später Elektro-Lastwägen und so. Aber diese Entwicklung wird nicht weitergeführt, weil das Benzin immer so billig war. Ja, das waren andere Zeiten. Ja, und von der Technik her hätte ich das in die 20er Jahre schon in Serie gehen können. Verrückt, oder? Ja.
Aber die Ölindustrie hat auch was verdienen müssen. Ja, unbedingt. Denen geht es eh so schlecht, wenn man es so hört. Bis zur heutigen Zeit. Die Ohren mal scheichst. Vielleicht gehen wir heute noch ins Staat rein und sammeln für die Ölmachern. Also die sind da auch schon gesedelt und können natürlich Geld in die Entwicklung auch investieren und dann schlagen da ein paar Sachen um, die ganz wichtig sind für das, also Benzin kann man plötzlich frei kaufen und nicht mehr in der Drogerie, das hat man nämlich vorher nur in der Drogerie gekauft.
Das heißt, da hat man einen Buben geschickt, gehst du in die Drogerie, holst du bitte Zahnbürstel und noch 10 Liter Sprit bitte. Genau, aber taucht bitte die Zahnbürstchen in den Sprit rein. Und dann darf man diese Motorrad auch ohne Führerschein fahren. Gelernte Idee. Ja, mit Erreichen des 16. Lebensjahres. Und es gibt auch keine offizielle Geschwindigkeitsbegrenzung.
Also du könntest theoretisch außerhalb der Ortschaften, muss man sagen, weil in einer Ortsfahr 30 limitiert. Und außerhalb der Ortschaften war es aber frei. Also da hättest du theoretisch die Motorrad ausfahren können, was aber andererseits auch nicht viel heißt, weil wenn mal 1,50 gegangen ist, war das schon viel.
Und voll Straßen wird es nicht gehen haben, wo das überhaupt gegangen ist. Also Straßenlöcher genüge, aber Straßen, die so höhere Geschwindigkeit erreicht hätten, eher Mangelware. Ware. Trotzdem ist das Bayern 1920 Motorradland gewesen. Der erfolgreichste Motorradaussteller im Deutschen Reich und wahrscheinlich auch, wenn man die Nachbarländer dazu nimmt, so in Mitteleuropa würde ich mal sagen.
Zündab, Astoria, Eschak, die Franken waren da ganz weit vorhin. Ja. Wann beginnt es dann, dass die Autos die Vorherrschaft übernehmen in Bayern? Ja, das dauert lange. Es werden zwar in den 30er Jahren schon Autos produziert. Heute für die gehobene Bürgerschaft. So ein Ausläufer ist dann der berühmte BMW Barockengel.
Das war so eine große Limousine, die so geschwungene Formen gehabt hat. Deswegen hat man gesagt, das ist der Barockengel Limousine. Wenn man sich einen James-Bond-Film ins Gedächtnis zurückruft oder überhaupt Filmszenen, wo so der König, Minister, Ministerpräsidenten chauffiert werden, dann sind das sicher nicht Autos in der damaligen Zeit.
Also das gibt es schon in die 30er, BMW baut das auch weiter und wird bald Grund gegangen an dem Barockengel. Und jetzt sind wir bei den eigentlichen Anfängen der Automobilisierung. Nur die berühmte Isetta hat BMW halbwegs am Leben gehalten. Da sind wir schon in die 50er Jahre. Da sind wir jetzt schon in die 50er Jahre und da ist das auch, also in die 40er Jahre, man muss halt sagen, bis 45 dauert ja der Krieg.
In den 30er Jahre hat man die Deutschen ja schon gelockt mit dem berühmten Volkswagen. Jede Familie kann sich einen Wagen leisten, die sind aber dann im Krieg verwendet worden und zusammengeschossen worden und man hat andere Bedürfnisse bis fast in die Mitte der 50er Jahre. Und fährt Motorrad immer noch. Also die Mobilitätsgarantie in Bayern ist das Motorradl.
Und dann hat es einen Vorfall gegeben, der eine schöne Geschichte einfach ist. Der Hans Glas, das war die Dingolfinger, Pilzdinger, Landshutzer. Das war der Autopionier eigentlich in der Gegend. Ja genau, Hans Glas war Wolderhund. Wieso war der Wolderhund? Ja, weil der einfach ein klasse Unternehmer war.
In seinen jungen Jahren hat er viel riskiert und hat eine wilde Fahrt gemacht, Anfang der 50er Jahre nach München ins Oktoberfest. Und wie sie zurückgefahren sind auf Dingolfing, hat sie also pisst ohne Ende. Und dann hat sich der Glas gedacht, das wird jetzt eigentlich nicht schlecht, wenn man doch über den Kopf fällt.
Und er hat dann am Straßenrand die ganzen Motorradler, die sich jetzt nicht mehr weiterfahren haben, getraut, Aquaplaning, Stichwort, sind da gestanden und da hat er sich gedacht, Mensch, ich hätte eine riesen Kräuferschicht, wenn ich ein kleines Auto bauen könnte. Und das ist die Geburtsstunde des Gagomobils? Das ist die Geburtsstunde des Gagomobils, wo dann der Glas, also das muss man sagen, der hat ein bisschen eine seitliche, Entwicklungslinie gemacht, die Firma Glas, die geht also auch zurück auf die 1880er Jahre.
Ist zuerst in Landau und zieht dann nach Dingolfing um, weil in Dingolfing halt, sind wir bei unseren alten Themen, ein Eisenbahnanschluss war und Dingolfing hat immer ein großes Volksfest gehabt und da hat er seine Sämaschinen hinstellen können, weil er eigentlich ein Produzent von Sämaschinen ist. Wahnsinnig erfolgreich, glaube ich, hat insgesamt 200.000, 300.000 Stück von diesen Sämaschinen gebaut und da muss man halt wissen, selbst mitmengen, der fängt an mit 20, 30 Leute in der Werkstatt und hört auf mit einigen Tausend.
Das heißt, damals ein richtiger, richtiger Großindustrieller schon. Ein Riese. Für Niederbayern insbesondere. Es war die mit Abstand größte niederbayerische Fabrik. Und ja, der steigt nach dem Krieg ein auf die Roller, weil er das in Rotobu in Italien gesehen hat, dass die mit Festbau und so, dass das recht gut funktioniert.
Und dann bauen sie Roller, aber die haben damals eigentlich, von daher ist die Geschichte, die ich vorher erzählt habe, wie der Italiener sagt, sie non i vero, i ben i trovato, wenn sie nicht wahr ist, ist sie gut erfunden, weil eigentlich haben sie das schon gewusst, dass diese Kabinenroller für sie nur ein Zwischenschritt sind für die.
Automobilisierung. Und das passiert dann ab 1953. Wird dann aus den Zweirädern werden dann auch die Autos relativ knapp vom Abstand her. Und das erste Auto, das kommt, ist dieser, wie soll man sagen, ein Gogo, den man im Kopf hat. Sie haben vorher gesagt, das trifft sich, das ist der Traubi dabei. Und so schaut er ungefähr aus. Also für uns zwei, wir sind ja eher keine Kinder von Traurigkeit, was das Gewicht angeht. Also ich hätte schon ein bisschen meine Bedenken, wenn ich mich in so ein Gagamobil sitzen würde, ob er mich überhaupt packt.
Ja, also beim Gagamobil kann ich einer sagen, ich habe ja eines im Museum stehen, wo man sich einsetzen darf. Und ich animiere, wenn ich irgendwelche Starrgäste da habe, die animiere ja immer, dass sie sich einsetzen. Aber ich steige selber nicht ein, weil ich eines weiß, also der Gagamobil ist tatsächlich, wie Sie gesagt haben, nicht unbedingt eine Frage der Größe.
Du kommst dann schon irgendwie ein, aber es ist eine Frage der Breite da dran. Also das geht schon eng her ist aber im Gegensatz zu allen anderen Kleinwagen, die relativ zeitgleich auf den Markt kommen, ist der Gogo ein Viersitzer, Alle anderen sind mit Ausnahme Zündab produziert auch, autoverrückterweise, nämlich den Janus, der ist auch ein Viersitzer.
Aber zum Beispiel... Du hast den Janus, weil er nach links und nach rechts gleichzeitig schaut, oder warum? So ähnlich. Also das sind zwei zusammengesetzte, baugleiche Teile. Also der hat nicht ein Vorderteil und ein Hinterteil, sondern die sind quasi gleich. Hat dann, glaube ich, auch einen Mittelmotor gehabt und so. Ah, das heißt, man kann dann das Lenkrad von einer Seite auf die andere da und spazieren rückwärts gehen.
Ja, da haben sie sich dann schon entscheiden müssen, wo das Lenkrad hinkommt. Aber er ist auch ein Viersitzer und Janus sollte, weil diese zwei Köpfe zusammengefügt sind und weil zwei nach vorn schauen und die anderen zwei nach hinten. Oh, das ist sicher hervorragend für Leute, die zu Reisekrankheiten neigen.
Ja, und das ist auch einer der Gründe gewesen, warum das Fahrzeug kein Erfolgsmodell geworden ist. Das ist ein Beleg dafür, dass nicht alles, was aus Nürnberg kommt, ein Erfolgsmodell wird. Aber jetzt klingt das so, als wären die ersten Erfolgsmodelle dann eher so kleine Autos gewesen. Und das verbindet man heute ja überhaupt nicht mit einem bayerischen Auto.
Nein, aber das müssen Sie sich auch noch heute vorstellen. Das war auch dieser eigentlich geniale Verkaufsgedanke, den der Klaas aber auch andere gehabt haben. BMW Medisetter halt auch. Ja, bei BMW muss man halt immer wissen, BMW ist ein Flugzeughersteller. Genauso wie Messerschmitt. Und beide dürfen nach dem Krieg kein Flugzeug bauen, eben weil wir den Krieg verloren haben und weil die Aufrüstung ja lang nicht möglich war.
Und dann suchen sie halt so Sachen, was man machen kann. Bei Dornier ist dasselbe. Dornier produziert dann aber nicht Fahrzeuge, sondern produziert Textilmaschinen, Webstühle bis heute. Und BMW sattelt dann, hat also vor dem Krieg auch schon Motorrad gebaut, so ein Spitzenmodell. Ich habe da ein Beutel mitgebracht. Mein Gott, wenn Sie es noch sehen könnten, liebe Zuhörer, ein Traum für jeden Motorrad-Fan. Der Wahnsinn, gell?
Also so ein schönes Motorrad, das aus den 20er-Jahren, berühmte R32. Das ist so das platonische Ideal von der Motorrad-Fanie. Aber wenn es auch so ist, der hat und, 8,5 PS hat er gehabt, war also für unsere heutigen Verhältnisse nicht hochmotorisiert, sie ist aber auch 85 gegangen und das ist wirklich für damalige Straßenverhältnisse war das eh eher halsbrecherisch.
Und dann kommt eben also nach dem Krieg die berühmte BMW Isetta, die ja keine BMW-Entwicklung ist, sondern die Entwicklung einer italienischen Firma, die 1 zu 1 aufkauft wird. Da wird ein fertiges Auto gekauft. Ritzenziert halt, so richtig wie Franchise-Unternehmen quasi. Ja, eigentlich würde das für BMW, sagen wir mal so, so positiv wäre das ausgedacht.
Die haben es einfach abgefahren. Achso. Und zwar eins zu eins. Und sie haben es dann selber gebaut natürlich. Und das war der Einstieg in diese Kleinwagen-Geschichte. Und weil man vorher noch bei der Flugzeugbauwand, die Isetta, ist halt im Grunde, da sieht man es halt auch noch aber, die schaut ja aus wie ein Cockpit vom Flugzeug.
Und warum funktioniert das? Eben wie es die Geschichte vom Glas besagt, Die Leute haben die Schnauzen voll vom Motorradfahren und wollen nicht mehr von der Witterung abhängig sein und möchten die Familie mitnehmen. Und es ist ja der Traum, und den haben alle frühen Werbefilme, scheint das auch auf, der Traum mit der Italienfahrt.
Man fährt das erste Mal in seinem Leben in Urlaub. Über den Brennen. Ja, über den Brennen. Und auch wenn es da oben schon raucht, weil ein Hohesgelaufen ist, der Gogo oder die Sette. Da kenne ich noch wilde Geschichten von meinem Vater, der in einer Nachkriegsgeneration ist, wie es da mit Sack und Pack und mit Haustier und vier Geschwister im kleinen Auto über dem Brenner und dann sind Bremsen wieder heiß geworden beim Runterfahren und glirrt hat es.
Das muss ein Riesengarde gewesen sein. Ja, aber ein wichtiges Erlebnis auch für diese, sage ich einmal, das ist die Geschichte, die wie keine andere für das Wirtschaftswunder heute steht. Dass man nach dem Verlorenen Krieg jetzt relativ schnell eigentlich wieder auf den Fers kommt und in Urlaub von Gott, das war...
Und das war ja auch das, was Bayern erst so richtig in sich verbunden hat, weil plötzlich war auch der Bayerische Wald für jedermann erreichbar. Plötzlich bist du an einem Tag halt ganz easy fast vom Wald auf Franken und wieder zurück. Ja, und wenn es dir passt sozusagen mit den Zwischenstopps, die dir passen, du bist nicht von der Eisenbahn abhängig und bist nicht von den Busse abhängig, die haben es natürlich schon gegeben, sondern du bist individuell, du kannst das machen und das ermöglicht halt dieses super günstige.
Kleinwagen den sich auch der Arbeiter leisten kann, das ist auch die Zielgruppe, die Angestellten und die Arbeiter und gerade beim Gogo, da gibt es Zahlen aus der Nachkriegszeit, wo man also sieht, dass den zu 70% Arbeiter gekauft haben, also es war wirklich das Auto des kleinen Mann ist. Schon von der Größe her? Ja, von der Größe her. Und dann hat es gegenüber allen anderen Kleinwagen den Vorteil gehabt, dass die Betriebskosten so niedrig waren.
Es hat keine drei Liter gebraucht. Warum fahren wir nicht alle Gokomobil? Ja, das ist, weil wir dann alle zu dick geworden sind. Dann nehmen wir halt endlich einmal ab. Ja, und halt von den kleinen Autos wieder weggekommen sind und auch ein Statussymbol. Sie haben schon gerochen, wo meine Frage, worauf die abzielt, nämlich weil Bayern verbindet man mit Großkarossen, mit eben Statussymbolen, mit Luxusautos, also jetzt nicht Ferrari, Lamborghini, Bugatti mäßig, aber halt die Stufen drunter.
Also wer was erreicht hat im Leben, der fährt, wenn er kein Mercedes fährt, BMW, Audi und das gefühlt weltweit. Wann fängt das an? Weil das ist ja eigentlich das, was wir heute unter ein bisschen das Auto verstehen. Spät. Nicht so ein kleiner Cinquecento-Abklatsch oder ein Nucleiner, sondern ganz spät kommt das. aus dem Grund, weil wir bis heute in die 60er Jahre, ich hätte gesagt, Strafzölle gezahlt haben, aber im Grunde war es sowas.
Heute als Folge des Zweiten Weltkrieges sind die deutschen Produkte mit hohen Aufschlägen belegt worden, währenddessen die Italiener und die Franzosen und die haben ja auch, wie wir heute auch schon gehört haben, ernstzunehmende Autofabrikanten ohne irgendwelche Aufschläge in Deutschland die Autos verkauft.
Also wir reden so roundabout bis 1965, wenn wir Verkaufszahlen von deutschen Autos nennen, reden wir eigentlich zu einem ganz hohen Prozentsatz vom Absatzgebiet Bundesrepublik Deutschland. Wann beginnt jetzt in diesem Zeitrahmen die wirkliche Autobauerzeit oder die Vorherrschaft von BMW? Weil vorher, es gibt schon in den 20er Jahren Motorfahrzeugwerke Heinle und Wegelin.
Es gibt die Dieselmotorenfabrik in Augsburg, es gibt die bayerischen Autowerke in Dreienreuth, es gibt das Minimus-Fahrzeugwerk in München, Stallioncars in Fürth. Wo sind die alle hin und warum gefühlt gibt es jetzt bloß noch BMW und Audi? Die sind alle in der Versenkung verschwunden. Man kann ja das aktuell auch beobachten. Wenn Sie da dran denken, vor ein paar Jahren hat man dann gesagt, wenn die Elektroautos kommen, wird endlich die Vorherrschaft der großen Firmen gebrochen und es gibt dann ganz viele Kleine, die was bauen können.
Konzentrationsprozess läuft natürlich längst. Also wie passiert das? Das passiert wieder in die 60er Jahre, wo jetzt gesellschaftlich auf den Aufschwung nochmal was draufgesetzt wird. Jetzt hat man mehr Erspartes und kann sich schon mehr leisten und jetzt kommen diese Gedanken, Statussymbole und so weiter auf.
Und das befördern dann auch die Automobilfirmen, weil die sehen, dass eigentlich zu Anfang der 60er Jahre die Nachfrage befriedigt war. Jeder, der ein Auto haben wollte und sich uns leisten konnte, hat es gehabt. Also muss man auf Werbung setzen. In der deutschen Industrie setzt jetzt auch die Werbung ein.
Das war vorher alles relativ lustig, wenn man sich das anschaut. Also Werbeprofis sind da nicht unterwegs gewesen, im Gegensatz zu die USA zum Beispiel. Oder im Gegensatz zu den Bierbrauen aus München. Ja, unbedingt. Und ja, also da setzt das ein und es wird die Nachfrage nach diesen Mittelklasse-Modellen geweckt.
Und wenn du jetzt sozusagen deinen Betrieb behalten hast wollen, hast du wahnsinnig viel Geld in den Tenten haben müssen. Weil es langtage nicht nur noch ein oder zwei Modelle. Du brauchst jetzt den Gabriolet, du brauchst den Coupé, du brauchst einen Kombi. Jetzt kommen schon die ersten Kombis auf. Und du brauchst Investitionen. Das heißt, die Industrie wird erwachsen sozusagen.
Die Industrie wird erwachsen. Du brauchst Forschungsabteilungen, wer kann sich eine Forschungsabteilung leisten? Und das ist aber auch die Zeit, wo sich in Bayern entscheidet, wer überlebt und wird der Marktführer. Und wenn ich jetzt sage, dass BMW mehr Glück wie Verstand gehabt hat, dass er sich da durchsetzen hat können. Streicht uns hoffentlich der Herr Chefredakteur nicht aus.
Aber es ist wirklich wahr, BMW wird da auch nicht widersprechen. BMW hat zwei große Hürden überwunden. Nämlich noch in die 50er Jahre war eigentlich alles vorbereitet, dass Mercedes-Benz BMW übernimmt. Das ist jetzt die Zeit. Ab Ende der 50er gibt es jetzt diese Übernahmen. Und Übernahmekämpfe. Speziell schon mit Aktienmehrheiten spielt eine gewisse Rolle.
Und da war in München eine legendäre Aktionärsversammlung, wo die Übernahme von BMW vorbereitet war, durch Mercedes-Benz, unterstützt und finanziert von der Deutschen Bank. Und wo ein Mann, der später für BMW eine große Rolle spielt, auf der Seite der Bösen aus BMW-Sicht war, nämlich der Quantz selber.
Der hätte das alles einfädeln müssen. Und auf der Aktionärsversammlung, da muss man auch wissen, das waren damals noch nicht die Hyperbonzen, sondern es waren viele kleine Münchner Kleinaktionäre. Und da ist dieses Übernahmeangebot unterbreitet worden. Und ich spitze jetzt ein wenig zu und fasse zusammen.
Aber da ist man auf die Münchner Sturheit und wahrscheinlich war einer Föhn gestoßen. Und die Münchner haben gesagt, bevor Mercedes-Benz BMW übernimmt, lassen wir mir BMW zugrunde gehen. Auch wenn wir mit der Aktie verlieren. Heute unvorstellbar, aber das ist damals so passiert. Und der Quandt hat da seine Liebe gefasst zu BMW. und hat halt gesehen, Mensch, da steckt da sicher eine Kraft in der Firma drin, da investiere ich mein Geld lieber da.
Und dann kommt wenige Jahre später der BMW 1500, das ist der erste BMW, der ausschaut, wie wir es kennen, mit der Motorhaube, die in der Mitte beim Grill da ein bisschen angekommen ist. Und der bringt dann für BMW den Durchbruch. Aber es hat einen großen Konkurrenten gegeben, Das ist in Bayern, das ist die Firma Glas. Die Firma Glas, der tut man halt absolut unrecht, wenn man nur mit Sämaschinen und mit dem Honor-Coco da in Verbindung bringt.
Glas hat in den 60er Jahren eine absolute Spitzenproduktpalette, ich habe es da einmal aufgeschlagen, die vier wichtigsten Modelle, die da waren. Und der schönste eigentlich schaut aus wie die amerikanischen Modelle. Ein Glas 1300, GT Cabrio, eine Legende mit Spitze von 186 Kilometern. Also da sind die Höchstgeschwindigkeiten auch hochgegangen.
Weil es viel Leute gibt in Bayern, die was pressiert. Unbedingt. Und auch wenn es nicht wirklich pressiert, dann kann man sich selber auch so viel Druck machen, dass es dann pressiert. Vor allen Dingen, wenn einer von der Überholspur nicht aufgeführt hat. Also da gibt es wunderschöne Autos, hat seinen Grund darin, dass man das Design und die Karossen in Italien herstellen lässt, weil ich kann jetzt nicht sagen, was man mag, die wirklich schönen Autos werden in Italien designt, aus meiner Sicht.
Und das hat Pietro Furo in Turin besorgt, der übrigens auch für die heute wieder legendäre Marke Borg waut. Die Designs gemacht hat. Und das hat aber dann die damalige Industrie ein bisschen erschreckt, weil der Erste, der weggeschwommen ist, war Borgwatt. Und jetzt ist man ein wenig hellhörig geworden und man hat das auch erkannt, die bayerische Politik hat das erkannt, der damalige Ministerpräsident Gobl, der gesagt hat, wir werden nicht drei Autofilmen durchbringen in dem Land.
Was war die zweite? Audi war schon da. Die sind ja aus dem Osten gekommen, oder? Die Audi sind aus Ostkamer, aus Zwickau, die Firma Horch, sie haben es schon gesagt, Audi heißt Horch, und dann haben sie vier so Firmen, DKW ist auch so ein relativ berühmter Motorradhersteller gewesen, die haben sie zusammen da.
Und deswegen die vier Ringerl, vier Firmen, die sie zusammenschließen. Und dann ist aber das relativ schnell an Mercedes-Benz gekommen, und das war übrigens auch bei BMW der Fall gewesen, das wissen wir halt, weil die Firmenarchive geöffnet haben, Mercedes-Benz hat BMW liquidiert. Also nix irgendwie weiter produziert oder so ich war weg gewesen und audi haben sie wegen mitkommen lassen weil es transporter gebracht haben die sind vor allen dingen in so kleinlaster sind in ingelstadt produziert worden und.
Ja, also da ist dann eben dieser Wettbewerb da. Politik sagt, Leute, schließt euch zusammen. Und jetzt werden sie wahrscheinlich auch nicht glauben, das Angebot ist zweimal an den Hans Klaas gegangen, dass er BMW übernimmt und dass er Audi übernimmt. Und der wollte nicht. Er wollte nicht. Ich habe doch gedacht, der war so ein wilder Hund und so ein gerissener Geschäftsmann.
Er hat seinen Instinkt ein bisschen verlassen anscheinend. Wer macht in seinem Leben keinen Fehler? Bis dahin hat er das gut entschieden. Man weiß nicht so recht, wo es dahinter steht. Er war schon in den 70ern, muss man sich auch so etwas anwenden in dem Alter. Offenbar hat er zu seinen Söhnen nicht das rechte Zutrauen gehabt.
Wenn der, sage ich mal, 30 Jahre gewesen wäre, hätte der Glas zugeschlagen und hätte das genommen. Und kein Mensch hätte heute BMW kennen. Und München wäre vielleicht das alte München und das moderne München wäre Dingolfing. Es ist dann anders gekommen. BMW hat dann Glas übernommen. Hat 1967 versprochen, die schönen Glasmodelle weiterzubauen.
Es ist nur der Gogo weitergebaut worden bis in die 70er. Die anderen Modelle sind eingestampft worden und der BMW-Schee-Einheitsbrei, Entschuldigung an alle BMW-Fans, sage ich jetzt schon, der BMW-Schee-Einheitsbrei ist da über die Produktionen gestülpt worden. Ich bin halt ein wenig Glas-Fan, weil erstens haben sie das italienische Design gehabt.
Zweitens muss man sich das vorstellen, uns Niederbayern würde ja immer gern ein. Minderwertigkeitskomplex eingeredet, aber was BMW dann auch ausmacht, sind diese ganz herausragenden Ingenieure und Arbeiter in Niederbayern, sagt auch der BMW Produktionschef, der sonst gutes Haar an Glas gelassen hat und sagt, das ist unbezahlbar.
Die 4000 waren es damals, die 4000 Arbeiter von Glas in Dingolfing. Und das setzt zusammen mit einer Staatsbürgschaft von 50 Millionen, das waren damals Milliarden, in Verbindung gesetzt, setzt die Grundlage für das BMW von heute. Das ist ein Milliardenkonzern, der macht dreistellig Milliardenumsätze jedes Jahr.
Auch Audi, gigantischer Konzern. Also es klingt jetzt so, als wäre es eher einfach Zufall gewesen, dass das alles in Bayern halt aufgekommen ist. War das so? Ich meine, hätte es nicht auch in Thüringen oder in Nordrhein-Westfalen entstehen können, diese riesige Autoindustrie? Also in Thüringen nicht.
Wir haben ja das Beispiel Zwickau gehabt, Hoch-Audi-Zwickau. Die gehen in den Westen, weil sie nicht in die russische Besatzungszone, weil sie sich da nichts ausrechnen. Das muss man immer in typisch bayerischer Bescheidenheit sich ins Gedächtnis zurückrufen, dass wenn wir nicht amerikanische Besatzungszone geworden wären, sondern russische Besatzungszone, dass es uns genauso gegangen wäre wie in der DDR.
Das ist das Alpha und Omega. Und das Romeo. Und das Romeo. Dass man das Glück gehabt hat, mit den Amerikanern zusammen zu gehen. Das muss man auch in der heutigen Zeit, wo wir uns ja ein wenig schwerer tun, muss man einfach so sagen. Wird denn Bayern ein Autoland bleiben? Sie haben es angesprochen, vielleicht ist das jetzige Auto ihr letzter Verbrenner.
Ein Verbrennerverbot steht immer noch in Aussicht. Man muss dazu sagen, gefühlt ändert sich das jeden Tag. Es gibt von amerikanischer Seite weltweit jetzt Zölle, die treffen vor allem auch die deutsche Autoindustrie. Jetzt, wer weiß, liebe Zuhörer, wie die Situation ist, wenn Sie das hören. Vielleicht hat sich die Welt schon wieder um 180 Grad gedreht oder schon mehrfach um 360 Grad gedreht.
Das hängt, glaube ich, stark von der Gefühlslage beim Präsidenten Trump ab. Aber wie geht es weiter? Wird denn Bayern ein Autoland bleiben? Oder wird es irgendwann so kommen, dass man sich vielleicht etwas Neues überlegen sollte? Weil die Chinesen drängen auf den Markt mit billigen Elektromautos. Die bayerischen Elektroautos machen jetzt noch nicht so von sich reden.
Als wir deurer die Wirtschaft schwächelt. Sie als Industriehistoriker, wie geht es weiter? Es wird einen Konzentrationsprozess geben. Also die Geschichte mit den Zöllen, das glaube ich auch nicht, auch wenn es schwankt, das ist nicht so schnell wegzukriegen, wenigstens solange der in den USA Präsident ist.
Es wird einen Konzentrationsprozess geben. Dazu kommt, dass wir tatsächlich die Entwicklung mit den Elektroautos, sagen wir mal so, dass wir da nicht unbedingt an vorderster Front und an der Spitze der Technik marschiert haben. Das wird uns schaden, das ist ganz klar. Man macht sich einer, glaube ich, kein Gedanken, was das bedeutet.
Wechsel von Benzin auf Elektro ist von der Zulieferindustrie, von den Kundendienstleistern, Reparateuren, Infrastruktur, wird was ganz was anders sein. Also in der Dimension, wie wir es jetzt haben, glaube ich nicht, dass man das in die Zukunft transportieren kann. Es wird natürlich was bleiben, keine Frage, also da bin ich ganz optimistisch.
Dazu sind wir Bayern ja traditionell auch zu gute Werber für das. Es wird was bleiben, was man vielleicht an der Stelle noch ein bisschen zurückgreifend und beim Beispiel Werbung sagen kann. Wir haben jetzt Audi ein bisschen stiefmütterlich behandelt. Audi macht ja in den 70er, 80er Jahre einen wahnsinnigen Sprung und das hat ganz viel mit Werbung zu tun und der Sprung ist da auch wörtlich zu nehmen.
Was Audi sozusagen in diesen Hightech-Sektor Vorsprung durch Technik katapultiert sind eigentlich zwei Sachen zum einen der Walter Röhr mit dem Audi Quattro und seine legendären Erfolge und das andere ist ein Werbespot, der unwahrscheinliche Auswirkungen und positive gehabt hat. Jeder hat ihn, glaube ich, noch im Gedächtnis.
Das ist der Audi Quattro, der auf die Skisprungschanze, also da, wo die anderen runterflitzen, aufgefährt und ohne durchdrehende Räder und so umzustehen kommt. Und soviel zum Thema Wettbewerb und zum Thema Audi, die genialste Werbung, die die deutsche Industrie jemals hervorbracht hat. Ja, und soviel zu Ihrer Anfangsthese oder die ihres Vorfahren, die Bayern können, keine Autos bauen.
Ja, also der kann halt, mein Großvater ist relativ früh gestorben, das hat er halt nicht vorhersehen können. Ja, wir sind ja schon wieder am Ende unserer Folge. Dann hoffen wir vielleicht, dass sich mit den Zöllen doch noch was ergibt, weil wir haben es ja bei der Donau schon gesehen und beim Salzhandel.
Wir haben es auch beim Handel über den Goldenen Steig im Bayerwald gesehen. Sobald der Handel mit dem Ausland nicht mehr funktioniert und die Zölle zu hoch werden, geht es in die Binsen. Für alle, muss man auch dazu sagen. Toi, toi, toi. Schauen wir, dass wir durchkommen. Schauen wir, dass Bayern vielleicht doch ein Autoland bleibt.
Sonst muss ich was Neues überlegen. Und bis dahin, darf ich sagen, solange wir nur einen Verbrenner haben, machen wir uns nur eine schöne Spritztour. Fahr mal auf Italien. Unbedingt. Fahr mal ihr Auto in ihr. Dann, und hoffentlich in ein paar Wochen sind wir wieder zurück aus Italien vor unserer Spritztour.
Und dann hoffen wir, wenn wir uns wieder einschalten, wenn es dann wieder heißt, ein Bayer und ein Halber. Mit mir, Johannes Munzinger, eurem halben Bayern. Und mit Dr. Richard Läubel. Wiederschauen, für Gott weinander. Wenn ihr die nächste Folge nicht verpassen wollt, dann lasst gerne ein Abo da. Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Lob?
Dann schreibt uns gerne an podcast.mgbayern.de oder hinterlasst uns eine Bewertung. Ein Bayer und ein halber historische Zeitreisen mit Dr. Richard Leubel ist ein History-Podcast der Mediengruppe Bayern. Host und Recherche Johannes Munzinger und Dr. Richard Leubel. Konzept Dr. Richard Leubel, Johannes Munzinger und Martin Wanninger.
Redaktion Johannes Munzinger. Produktion Anja Kurz. Sprecherin Katharina Czava. Mit Musik von ScoreSquad über Soundtaxi. Besonderer Dank an Walter Berndl.