Ein Bayer und ein Halber – historische Zeitreisen mit Dr. Richard Loibl· Folge 12

Warum König Ludwig II. ein „armer Teufel“ war

Dienstag, 23. Dezember 2025 · 1 h 15

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Shownotes

In der Weihnachtsfolge des Podcasts Ein Bayer und ein Halber – Historische Zeitreisen mit Dr. Richard Loibl (/podcasts/ein-bayer-und-ein-halber) wird das Bild von Ludwig II. als „Kitschkönig“ auf die Probe gestellt. Denn für Dr. Richard Loibl war König Ludwig II. viel mehr als ein hoffnungsloser Romantiker und Träumer. Aber warum fasziniert er die Menschen bis heute wie kein anderer bayerischer Monarch?

Weihnachten (/themen/w/weihnachten) ist das Fest der Liebe, aber mal ehrlich: Es ist auch die Zeit fürs Kitschige. Und wer ist der Kitschkönig schlechthin? Ludwig II. Den Eindruck hat jedenfalls der MGB-Redakteur und Halbbayer Johannes Munzinger. Er kennt den „Kini“ so, wie ihn alle Welt kennt: Als Fantasten, als Wagner-Fanboy und als weltfremden Spinner, der sich reale Luftschlösser in die Gegend bauen ließ, um in ihnen der Realität zu entfliehen.

Gemeinsam reisen die Anderthalb Bayern in dieser Sonderfolgefolge durch das Leben eines zerrissenen Menschen, der überall zwischen Extremen lebte. Ein Schönling, der von seinen Untertanen bewundert und angehimmelt werden wollte, deren Blick aber nicht ertrug. Ein Herrscher, der alle Macht wollte, aber mit dem Regieren gar nichts am Hut hatte. Ein aus der Zeit Gefallener, der zur Erfüllung seines Traums vom Mittelalter die modernste Technologie der Zeit förderte. Ein tiefgläubiger Christ und Mensch seiner Zeit, der damit zurechtkommen musste, dass er König von Gottes Gnaden und zugleich homosexuell war. Ein begabter Visionär, der mehr das Zeug zum Aktionskünstler als zum Monarchen hatte. Ein Märchenkönig, der mit der Wirklichkeit, in die er geworfen wurde, wenig anfangen konnte. Kurzum, in den Worten Dr. Loibls: „Im Grunde war er ein armer Teufel.“

Und dann fand er auch noch ein tragisches Ende. Ist er gar ermordet worden? Was ist wirklich geschehen am Starnberger See an jenem 13. Juni 1886? Was steckte hinter der Intrige, an deren Ende die Absetzung des Königs und kurz danach sein Tod stand? Und warum fasziniert er die Menschen bis heute wie kein anderer bayerischer Monarch? Antworten darauf gibt es im Podcast.

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Man hat die Weihnachtstage und so genutzt, dass man dann einmal auf Berchtesgaden und Garmisch schon ins Oberbayerische rausgefahren ist. Und da hat man dann auch einen Holzschnitzer besucht und der Holzschnitzer hat den beiden Buben, an Otto und an Ludwig, zwei Spielzeugsoldaten offeriert. Und der Ludwig hat gesagt, er möchte lieber den Schwan da hinten.

Und den Schwan gibt es noch, der steht im Museum der bayerischen Geschichte. Ein Bayer und ein Halber. Historische Zeitreisen mit Dr. Richard Leubel. Ein History-Podcast der Mediengruppe Bayern. Guten Tag, grüß Gott, servus miteinander und habidere. Willkommen zurück zu Ein Bayer und ein Halber und zwar zu unserer Weihnachtsfolge, denn der heilige Abend ist unvermeidlich, er steht unmittelbar bevor.

Bei mir ist mein Weihnachtsgast, mein ständiger Gast, Dr. Richard Leubel, Leiter des Hauses der Bayerischen Geschichte. Wir haben uns gedacht, Weihnachten, das ist die Zeit der Besinnlichkeit, aber auch, sagen wir uns ehrlich, die Zeit des Kitsch, das hohe Fest des Kitsch sozusagen. Und wer passt besser zum Kitsch als der Erbauer von Neuschwanstein?

Wer passt besser zum Weihnachten als der fantastisch Entrückte und Absonderliche und Weltberühmte, vielleicht der berühmteste aller Bayern überhaupt? Der Kini, Ludwig II. Ja, da ist natürlich ein großes Klischee schon einmal drübergelegt über die Sache, aber es ist auch nicht ganz verkehrt. Und sie stehen ja mit der Meinung, glaube ich, auch nicht ganz alleine da.

Auf der anderen Seite muss man natürlich sagen, ist über Neuschwanstein längst mit den Füßen abgestimmt worden, nun lang vor ihrer Zeit. Ich war an dieser Abstimmung, also ich habe mich, was heißt, enthalten, ich habe dagegen gestimmt, ich muss gestehen, ich war noch nie in Neuschwanstein und mich da nicht hin, mich interessiert es ehrlich gesagt nicht.

Ja, also das sollten Sie sich anschauen, weil das kann man eigentlich wirklich erst beurteilen, wenn man in das Tal da reingefahren ist Und wenn man gewisse Offenheit mitbringt und ein bisschen was gespielt hat für Architektur und so Sachen, dann muss man eins sicher sagen, nämlich dass dieses Bauwerk grandios in die Landschaft konzipiert ist.

Also dass du diesen Platz findest und dann so wahnsinnig gut besetzt bist, ist ein Wahnsinn. Also heute darf man sagen, ein Aktionskünstler der Weltklasse, der das gemacht hat. Und da sind wir aber schon wieder beim Ludwig, weil der Ludwig, das ist ja heutzutage, wenn man so Sachen sieht, die Ministerpräsidenten oder wer auch immer Minister oder amerikanische, fällt mir jetzt gerade ein, amerikanische Präsidenten, der hat sich doch sein Bart da marmormäßig ausstaffieren lassen.

Das hat tatsächlich... Ein Martin-Balsall-Bau dafür, für ein paar hundert Millionen, glaube ich. Ich habe nur das Bad gesehen am Fernsehen und da hat man gedacht, das schaut jetzt tatsächlich ein wenig nach Ludwig II. aus. Bevor wir jetzt über den Kini reden, weil es ja Weihnachten ist, wie haben den Könige eigentlich Weihnachten gefeiert?

Also ich stelle mir da sagenhafte Fressorgien vor. Da gibt es eine ganz schöne Beschreibung und ich glaube, dass das auch jedes Jahr so gemacht worden ist. Die ist so aus den 1850er Jahren roundabout und das zeremoniell war, dass die königliche Familie in Kutschen die Runde gedreht hat in München und dass man bei den Konditor vorbeigeschaut hat, was die gehabt haben und bei den Feinkostgeschäften und dann natürlich auch bei den Spielwarenherstellern und so.

Und da hat man geordert, was man an Weihnachten halt gegessen und geschenkt wird und war bei den Münchner halt wahnsinnig, ist das gut angekommen. Weil man halt diese Volksnähe, dass die selber in so eine Konditorei eingängen und der Kini da dabei ist. Und dann ist aufgebaut worden in der Residenz. Und jedes der Kinder hat einen eigenen Christbaum gekriegt, der auch besonders nach den Wünschen der Kinder gespügt worden ist. Die haben ja genug Platz für die Baum.

Ja, und also der Otto hat sich zum Beispiel einen Christbaum gewünscht mit Würstel dran, aber da hat man halt dann gesagt, nein, der ist jetzt nicht unbedingt so lange haltbar, weil man hat einen Christbaum lang stehen lassen. Und dann ist aber ein Konditor auf die Idee gekommen, dass man aus irgendeinem Gebäck oder aus Marzipan, weiß ich jetzt immer genau, dass man da so Bürstchen macht und dann sind die dran gehängt worden.

Und dann ist vor jedem Baum diese Bescherung durchgeführt worden und man hat immer in den Räumlichkeiten des Großvaters feiern müssen. Das hat sich ja ausgedungen, der Ludwig I. Und auch bei den Geschenken sieht man übrigens schon, wo die Kinder ein bisschen hintendiert haben. Man hat die Weihnachtstage und so genutzt, dass man dann einmal auf Berchtesgaden und Garmisch ins Oberbayerische rausgefahren ist und da hat man dann auch einen Holzschnitzer besucht und der Holzschnitzer hat den beiden Buben, an Otto und an Ludwig, zwei Spielzeugsoldaten, offeriert und der Ludwig hat gesagt, er möchte lieber den Schwan da hinten.

Und den Schwan gibt es noch, der steht im Museum der bayerischen Geschichte. Ein bisschen aus meiner Sicht, wie wirkt der Kini auf mich als Halbösterreicher, eigentlich mehr Österreicher als Bayer, seien wir uns ehrlich, und da habe ich schon das Gefühl, mei, der ist halt irgendwie ein bisschen ein Spinner, der lebt in der Vergangenheit, der hat eigentlich mit dem Königdasein wenig am Hut gehabt, außer halt mit den schönen Seiten, nämlich mit dem Geld ausgeben und sich anbeten lassen.

Aber Sie sagen, Sie haben es zu mir zumindest vorher gesagt, so einfach ist es auch nicht. Und Sie haben sogar das Wort gebracht, irgendwie war er eine arme Sau. Warum? Ja, also ich habe die Urteilsphasen, die Sie geschildert haben, die habe ich alle persönlich durchlaufen. Für mich war der Ludwig der Zweite, weil ich halt auch in meiner Kindheit ein großer Ritterfan war.

War für mich mit der Einstieg in die Beschäftigung mit der Geschichte. Ich habe damals das schöne Bierhau von Michael Betze gelesen. Gott habe ihn selig, der war damals eigentlich der Erste. Der sich von wissenschaftlicher Seite dem Ludwig genähert hat, weil man vorher, vor den 1960er-Jahren hat man gesagt, Kitsch, Marren, was soll der ganze Mist?

Und der Petzet hat als erster erkannt, dass halt wie bei Neuschwanstein halt schon eine wahnsinnige Fantasie- und Gestaltungskraft auch dahintersteckt. Im Detail ist es übrigens anders. Ich kann mich noch gut erinnern, ich bin, wenn wir mir die Ludwig-Ausstellung in Herrn Chiemsee gehabt haben, hat mich da, der damalige Präsident der Schlösserverwaltung, der Dr.

Erichsen, hat mich da durchgeführt und hat mich ein wenig getestet da drin und hat gesagt, Herr Läubel, schauen Sie mal hin, auf diese Türklinke ist das nicht ganz herausragendes Rogogo. Und dann haben wir die Türklinke angeschaut und dann war die wirklich nur halbwert fertig gemacht, weil man halt dann gesehen hat, also da ist die Kolle dann einfach aus gewesen.

Und da sieht man auch schon den Unterschied, das Vorgeben, der große erste Eindruck und dann das Detail, was dann wirklich nachlässt. Aber zurück zum Ludwig. Ich weiß schon, Sie schauen streng. Ich wollte eigentlich sagen, ich habe diese Phasen alle durchlaufen. Erstens die Bewunderung und auch den Ärger, dass man den armen Menschen so niedergemacht hat. Und dann habe ich die Phase eher gehabt, wo man gedacht hat, wegen dem Kasperl haben wir unsere Selbstständigkeit verloren.

Und das ist ja nicht, dass man einfach nur Separatist wäre, sondern das kommt ja auch daher, dass das, was da 1866, 1871 gelaufen ist, dass das nachweislich nicht der richtige Weg war. Deutsche Einigung, super, warte ich sofort dafür, aber wenn das 1848 aus dem demokratischen Geist gekommen wäre, dann hätte es auch eine nicht-militärische Zugang gehabt, aber so war das kein Deutschland, das da geschaffen worden ist, sondern ein Großpreußen, wo wir alle reingemarschiert sind.

Also das war meine zweite Phase, wo ich mich da geärgert habe und meine dritte Phase, das kommt wahrscheinlich auch mit der Altersmilde daher, dass man denkt, der arme Bub. Der an dem obereinander gedoktet worden ist, weil wenn man sich das anschaut, der ist ganz früh erkrankt und hat eine Hirnhautentzündung gehabt, die hat er sich wahrscheinlich von seiner sonst viel geliebten Kinderfrau eingehandelt, auf die man vielleicht dann auch zu sprechen kommen werden, da ganz auch nicht.

Die wichtige Frau liegt in Augsburg begraben. Er ist so ein chronisches Zahnbett- oder Kieferentzündung zurückgeblieben. Den haben sie sozusagen seit frühester Jugend brutalst mit Schmerzmitteln zubetoniert. Also da ist man auch mit Morphium, das hast du frei kaufen können und so. Das waren die Zeiten, da war noch Heroin im Hurst und so weiter. Ja, genau.

Und da ist das damals aufgegeben und da haben sie den wirklich vollgestopft mit dem ganzen Mist. Und dann muss man sich auch noch vorstellen, dass der ja, wir sehen ja nur diese Bilder von einem schönen jungen Mann da, Aber aufgrund seiner Zahnprobleme hat er so seit 1870 aufeinander die Vorderzähne schon einmal gefehlt.

Weil sie sagen zu Recht, er hat sich ja dann zurückgezogen. Und das hast du aber damals nicht richten können. Also wer geht schon gern in die Öffentlichkeit, wenn du keine Zähne mehr drin hast mit 35 Jahren. Und dann muss man natürlich auch noch dazu sagen, wie sie den psychologisch traktiert haben. Der hat sich ja nie eine Beziehung zu seinen Eltern aufbauen können.

In unserem Vorgespräch haben sie das schöne Beispiel gebracht, das sage ich, dass halt der Vater gesagt hat, weil sie gesagt haben, geh mal mit dem Buben spazieren. Dann hat der Max II. gesagt, ja, aber was soll ich mit dem eigentlich reden, wenn ich mit dem spazieren gehe? Ich höre doch nicht auf die Leute.

Und ähnlich war es mit der Mutter. Also die haben nie irgendeine elterliche Beziehung da aufgebaut. Und die größte Krux eigentlich, Was man mir heute in der Regel gar nicht so sehen kann, aber das war das Schlimmste, ist, dass den von frühester Kindheit an das eingeprügelt haben, dass er König von Gottes Gnaden wird, dass er quasi außersehen ist.

Er ist unter Millionen von Menschen von Gott. Ausgewählt, König von Bayern zu werden. Und das macht was mit dir. Also ich habe mich jetzt natürlich endlich einmal eingehen, damit ihn beschäftigt. Und er wirkt allgemein wie so eine ganz zerrissene, zweigeteilte Person. Weil einerseits möchte er die Huldigung seiner Untertanen, andererseits versteckt er sich vor den Untertanen.

Einerseits lebt er total in einer romantisiert, verklärten, nie dagewesenen Vergangenheit, in einem romantischen Rittertum und Mittelalter. Und andererseits baut er seine Schlösser mit der höchst modernen Technik, die es damals nur gibt. Also da wirklich ganz fantastische Neuerungen eingeführt. Und Sie haben es angesprochen, er ist König von Gottes Gnaden.

Das ist seine tiefste Überzeugung. Er ist schwer religiös. Und er ist halt, wir können es heute offen sagen, offensichtlich homosexuell gewesen. Kann das aber natürlich nicht ausleben, weil das ist ja eine Sünde vor Gott und auch eine Geisteskrankheit damals gewesen. Das muss ja eigentlich eine grauenhafte Existenz gewesen sein, die der gelebt hat. Ich stelle mir das auch ganz furchtbar vor, muss ich sagen.

Das geht ja noch weiter, was diese Vorstellungen gehabt haben, zum Beispiel gegenüber der Onanide, also dass du, wenn du das machst, wirst du krank und verrückt und da gibt es ja, entwickelt ja diese Junge. Und homosexuell dann vielleicht sogar noch. Und diese junge Wissenschaft der Neurologie und Psychiatrie, die ja damals so aufkommt, entwickeln ja da Elektroschock-Therapien und so weiter, dass du sozusagen, ja, halt sowas nicht mehr machst.

Und also das ist ja schon, ich muss da immer ans Raumschiff Enterprise denken, da gibt es so eine wunderbare Szene, wo sie in die Vergangenheit zurückreisen und aber nur ins 20. Jahrhundert und der Dr. McCoy sieht da eine Behandlungsmethode und sagt, das ist ja schlimmstes Mittelalter. Also aus der Sichtweise Aber das trifft es ein wenig, also auch aus unserer Sicht, weil es ist das tiefste, Mittelalter, wusste ich damals, glaubte ich. Und zwar nicht das Mittelalter, in dem Ludwig gern gelebt hat.

Jetzt reisen auch wir in die Vergangenheit zurück. Jetzt schauen wir uns einmal das Leben dieses armen, zerrissenen Menschen genauer an. Wir reisen zurück zum 25. August 1845, Schloss Nymphenburg. Der kleine Ludwig II, benannt nach seinem Opa, der ist damals noch König, kommt auf die Welt, Sohn vom Kronprinzen Maximilian.

Und jetzt erzählen Sie mir doch einmal ein bisschen, wie ist der so aufgewachsen und wie war das Bayern, in dem der aufgewachsen ist? In was für einer Situation wird der reingeboren? Ja, man kann vielleicht so anfangen, dass im Grunde schon die ersten Anzeichen da sind, dass sich dieses System der Monarchie dem Ende zuneigt.

Weil drei Jahre später ist die Revolution in München, wo der Ludwig I. Dann zurücktritt und eigentlich durch diesen Rücktritt gerade noch die Monarchie retten und die Krone retten kann für seinen Sohn. Da ist er eigentlich gar nicht glücklich drüber, weil der Ludwig der Erste schon gesehen hat, dass sein Sohn schwer krank ist.

Geht es schon wieder an. Das zieht sich durch. Ja, und man weiß das nicht genau, was der Maximilian II. Gehabt hat. Da gibt es ganz üble und wilde Gerüchte über Syphilis oder so. Aber das wissen wir, dass das nicht stimmt. Aber er hat eine schwere gesundheitliche Störung gehabt. Und da waren dann auch die Theorien, dass er das auf seine Buben weitergegeben hat.

Und er hat allerdings ein uneheliches Kindersohn, der sehr tüchtig wird. Und dann so einer der ganz führenden Gärtner und Gartenwissenschaftler seiner Zeit ist. Also da kommt man auch nicht weiter, weil da müsste es wahrscheinlich Mediziner sein oder sonst irgendwas. Und echter Zeitreisender. Ja, und Tatsache ist aber, dass auch der Maximilian schon krank war eigentlich und seine Regentengeschäfte nicht wirklich nachgegeben hat können.

Und dann kommt mit der Ludwig der Zweite an und da merkt man, da geht es jetzt schon schwer Richtung Ende der Monarchie. Und dann kommt noch einmal eine Festigung durch den Prinzregenten, weil er total repräsentieren konnte und bei den Leuten total beliebt war. Und dann kommt aber das dicke Ende mit Ludwig III. 1918.

Also der erste Monarch des Deutschen Reiches, der quasi geschasst wird, ist dann ausgerechnet der Bayerische, der Ludwig III., von diesem großen Geschlecht der Wittelsbacher, die fast 800 Jahre über Bayern herrschen. Und der Trend ist da. Also Bayerns, beziehungsweise Bayerns Monarchie sieht ein bisschen dahin. Läuft aus.

Und dann kommt jetzt der Ludwig II. und der möchte in seiner Herrenvorstellungswelt, möchte der absolutistisch regieren, wie früher der Ludwig XIV. Das ist ein großes Beispiel, ein Vorbild, der König von Frankreich. Es ist ja erstaunlich, dass der so frankophil ist, der Ludwig II., weil der Opa, nachdem er benannt ist, der war ja nicht gerade bekannt für seine Liebe zu den Franzosen.

Dafür quasi der Vater von Ludwig I., der Maximilian I., Josef. Und Bayern ist natürlich scharf Frankreich orientiert, über viele Jahrhunderte. Frankreich ist unser traditioneller Verbündeter. Und der Ludwig, ja, hat diesen Ludwig XIV., deswegen steht auch das Herrn Kimse da, über das man wohl wirklich trefflich streiken kann, in der Gegend rum, weil das kopiert schon Versailles natürlich.

Aber man kann jetzt auch wieder etwas Positives finden, der Ludwig XIV. Ist ja nicht fertig geworden und hat Versailles nicht zu Ende gebaut. Und der Ludwig II. Hat aber quasi dann das, was der Ludwig XIV. nicht gebaut hat, bei seinem Herrn Kimse, dann hiebaut. Jetzt muss ich aber nochmal zurück in die Kindheit von Ludwig II.

Mit drei Jahren wird der Papa König, weil der Opa eben nicht mehr mag. Und dann wird klar, Ludwig II, du wirst irgendwann einmal König werden, so Gott will. Aber sie haben es schon angekündigt, er wächst ja nicht wohlbehütet bei Mama und Papa auf, sondern er wird ja quasi abgeschoben zu der Arme, nämlich Sibylle Meilhaus.

Wie kann man sich die Erziehung von so einem künftigen König vorstellen? Und wofür interessiert sich dieser junge Mann? Also eigentlich ganz furchtbar, nachdem die Sibylle Meilhaus verschwunden ist. Die hat das noch einigermaßen im Griff gehabt und war, glaube ich, eine herzensgute Frau und hat den Ludwig auch sehr gemocht.

Aber die tritt ja dann aus dem Spielfeld heraus und dann wird er, wie es damals auch üblich war, halt offizieren. Übergeben und kriegt eine knallharte militärische Ausbildung. Da ist das Stichwort Abhärtung und zwar nicht erst später, das läuft als Buur, hat er das dann. So spartanisch richtig, also so frisst oder stirbt. Dann setzen sie den im Wald aus und er muss selber wieder zurückfinden. Sobald.

Und er muss halt draußen in der Költen schauen, wie er zurechtkommt. Und er wird insofern auch abgehärtet, dass er sozusagen halt später über Leben und Tod entscheidet. Und dass das aber sein Job ist, also das machen wir es, das vermittelt man eben schon in der Kindheit. In seiner göttlichen Pflicht sogar.

In der Kindheit und da gibt es ganz üble Geschichten, hoffentlich stimmt nur die Hälfte, was dann auch gegenüber seinem Bruder da aufführt mit dem Otto. Also der wird eigentlich, muss man sagen, auf eine Richtung hittrimmt, wo selbst ein ganz starker Charakter und ein gesunder Mensch einen Knacks kriegt.

Oder zumindest seine Probleme gehabt hätte, da einigermaßen geradeaus wieder rauszukommen. Also das sind die schlechtesten Voraussetzungen, die man dem mitgeben hat können, die hat er mitgekriegt und dann kommt natürlich noch der Höhepunkt, dass der Max II. 1864 stirbt und dann, dass der Buhr quasi, er ist ja noch ein Buhrer, 17 oder 18 Jahre, weiß ich jetzt nicht genau, ist er alt zu dem Zeitpunkt.

Noch nicht ganz 19, glaube ich. Er war dann ein paar Monate später 19. Wird der in diesem jugendlichen Alter König und hat, und das ist selbst, was mir überhaupt noch nicht einleicht, aber kann vielleicht auch gar nicht einleichten, er wird König und hat aber nicht wirklich ehrliche Berater. Der steht ganz allein da, den Ludwig I., der ja noch lebt, der ist ja immer noch da.

Ein Großvater, lest er nicht, An sich ran, ich glaube, der hätte es probiert, das liegt schon im Naturell von Ludwig I. Und dann hat er natürlich eine ganz irre Situation, die er da vorfindet, aber auch fortsetzt. Wenn man in der Innenpolitik anfängt, er hat eine liberale Regierung, das sind seine Minister, er hat eigentlich als König die Funktion, die der Ministerpräsident heute hat. Das kann man eigentlich ganz gut vergleichen.

Also weit weg vom Absolutismus. Ja, und du kannst einfach so eine Verwaltung, die so vielschichtig ist wie zu der Zeit, die kannst du nicht mehr wirklich im Griff beuten. Deswegen hat er seine Minister, die sind lauter Liberale. Liberale heißt aber zur damaligen Zeit auch Deutschnationale. Also die haben immer schon auch das Ziel, es muss weitergehen, wir müssen ein Reich gründen und sind von der Voraussetzung her nicht mehr wirklich loyal gegenüber dem König, ja natürlich die oberste Aufgabe vom König ist, die staatliche Souveränität zu bewahren.

Und dann gibt es aber auch schon sowas wie ein Parlament, einen Landtag. Und in dem Landtag dominieren die bayerischen Patrioten. Und das kann man sich so vorstellen, wie später die bayerische, also die Liniengänger verlaufen auch so. Das ist der Vorgänger von der bayerischen Volkspartei. Und die bayerische Volkspartei ist der Vorgänger von der CSU.

Ganz vereinfacht und zugespitzt gesagt. Und da waren da aber die Leute drin, die unbedingt das Bayern selbstständiger halten wollten. wie der Name schon sagt, bayerische Patrioten. Und die sind ja eigentlich auf der Seite vom König, die lassen da aber, weil er Angst hat davor, weil die halt auch vom Volk gestützt werden, die lassen da nicht in die Regierungsämter rein.

Und das zeigt jetzt, Sie haben es vorher schon gesagt, dass das zerrissen ist, das geht ja noch weiter. Das ganze Umfeld ist irgendwie zerrissen und der König ist da, er müsste eigentlich den Sauhafen noch zusammenhalten, irgendwie, wenn jetzt das Beispiel Österreich da noch einbringe, da ist es gelungen.

Da gibt es einen Kaiser, Franz Josef, ein Mann von der Sissi, der ja. Drei Menschenalter regiert da drin. Über 70 Jahre ist er da und der hat eigentlich die Schnauze und sowas von voll von die Österreicher und von die Ungarn und von die BEM sowieso. Der möchte auch gern zurückhalten, aber der weiß genau in dem Moment, wo er nicht mehr da ist, zerreißt es diesen ganzen Laden.

Und das ist eigentlich ein schöner Vergleich, ähm, Und diese Wirkung, die der Franz Josef da entfalten hat können, das kann der Ludwig nicht, weil er einfach krank ist und weil er dann auch ganz andere Interessen entwickelt. Stichwort Interessen, er ist ja früh auf die Romantik abgefahren, er hat dann viel Schiller gelesen und jetzt kommt die Knallerüberleitung, Herr Läubel, was habe ich heute an?

Das ist natürlich ein schönes Grün, jetzt werden Sie wahrscheinlich mit dem Lohngrün daherkommen. Lohngrün. Grün wie ein Lodenjanker, Lodengrün, Lohengrin, da sind wir doch bei Richard Wagner, weil Lohengrin, den kennt der Ludwig II. Und er ist stockverliebt in die Werke von Richard Wagner. Und er wird dann Kine und dann trifft er sich endlich mit Wagner.

Und eine seiner ersten Amtsangeln quasi ist, er stellt dem Wagner ein Haus zur Verfügung und gibt ihm 170.000 Mark. Das kannst du wahrscheinlich mal 20, mal 30 nehmen. Aber was steckt hinter dieser, heute würde man sagen, Bromance wahrscheinlich, also dieser nichtsexuellen Romanze zwischen zwei Männern? Warum fährt der so auf diesen Richard Wagner ab?

Ja, gute Frage. Da fragen Sie mich eigentlich auch an den Falschen, weil ich hasse den Wagner. Die Musik oder die Person oder beides? Beides, ich kann das nicht trennen. Ich habe ein fürchterliches Erlebnis gehabt 2009. Da habe ich den Siegfried anschauen müssen in Bayreuth in diesem heißen Sommer. Und bin da bei über 30 Grad da drin gesessen, da sitzt er drin wie ein Haring natürlich und das ist nicht gut geworden, die ganze Angelegenheit.

Einen Wagner selber mag ich auch überhaupt nicht, weil er ein ganz übel Antisemit war. War das der Ludwig eigentlich auch? Der Ludwig war ganz im Gegenteil hochmodern, war ein Pazifist und für den war das auch, das kommt dann dazu, der ist ja keine zwei Jahre im Amt, muss er diesen Krieg gegen Preußen führen und dann, wo es noch schlimmer war für ihn, 1870, 1871, den Krieg gegen Frankreich, gegen das Land seines großen Vorbildes.

Und da ist er eigentlich hochmodern mit sich an den Sachen. Und auch da hat man eigentlich den Gegensatz, wenn Sie sich einer das vorstellen, wer ist sein Part gegenüber? Das ist ja nicht der Wilhelm I., weil der, naja, ist jetzt auch nicht der Hellste. Sondern sein Gegenüber ist halt dieser groß, hoch erfahrene Politiker Bismarck.

Mit dem er ja schon länger in Brieffreundschaft steht. Bis zum Schluss auch, der Bismarck war sehr loyal gegenüber Ludwig. Und der Bismarck sagt natürlich, Politik wird mit Feuer und Eisen und Blut gemacht. Also genau das Gegenteil von dem, was der Ludwig sagt. Aber wir waren beim Wagner und beim Antisemitismus.

Also bei Ludwig ist in der Hinsicht nichts festzustellen. Also ich kenne jedenfalls nichts. Er ist ein Mittelalter-Romantiker. Er ist, und das erklärt sich jetzt vielleicht, warum er auf den Wagner kommt, der Ludwig II. Ist ein total theatralischer, musikalischer Mensch. Und bei dem Wagner-Sektor halt die Musik, das Musiktheater und diese mittelalterlichen Vorstellungen, Überlegungen, sage ich und so weiter, findet er halt alles komprimiert.

Und der Wagner war natürlich, sage ich jetzt einmal so, aus meiner Sicht ziemlich raffinierter und skrupellose Typ. Und ich habe gesehen, auch heute hat er so einen jungen König, den er da ein bisschen formen kann. Und dem man ein bisschen das Geld aus der Tasche ziehen kann. Das Geld aus der Tasche ziehen kann. Und da sind wir aber wieder bei dieser Doppeldeutigkeit, die man da andauernd hat.

Das wird einem auch jeder, da wird es kaum einem Historiker geben, der ihnen auch nicht sagt, Also der hat den Buben ausgenommen auf der anderen Seite und er hat sich halt ausnehmen lassen. Da gibt es ein Zitat von der Cosima Wagner, damals noch Cosima von Bülow, da haben sie mal eine ganz furchtbare Rheingold-Premiere gemacht in München.

Da war das Verhältnis dann schon ein bisschen zerrüttet und dann schreibt die Cosima Wagner in ihr Tagebuch, wir, also sie und ihr Gatte, kommen aber darüber ein, dass Richard von den Nibelungen eigentlich lebt, ihnen verdankt er seine Existenz. Deswegen müsse man noch Gott danken, dass ein Wesen wie der König einen so sonderbaren Starren im Kopf hat und die Dinger durchaus sehen und haben will.

Freilich ohne jene großartigen Gedanken damit zu verknüpfen. Und ein paar Monate später schreibt es ganz offen, der Ludwig, der ist einfach ein Kriter, aber man muss halt dankbar dafür sein, dass er uns Geld zuerst hat. Und das hat sich ja genauso gedacht. Aber was ich eigentlich sagen wollte, was erreicht der Ludwig II.

Tatsächlich, dass er dieses nach Auskunft von Musikwissenschaftlern grandiose und total wichtige Werk, auch für die weitere Musik der Moderne, dass der Ludwig dieses Werk vom Wagner rettet, weil wenn der Ludwig nicht gewesen wäre, dann wäre der Wagner abgeschwommen. Das ist auch interessant zu sehen und das wirft ein bezeichnendes Licht auf die Persönlichkeit.

Er ist ein gescheiterter Revolutionär. Er war 1948 auf die Barrikaden in Frankfurt. Und dann hat er die Chance und kommt diesem jungen König nahe und vertraut dem Kopf und nutzt ihn von vorn bis hinten aus. Also mehr braucht man nicht sagen, glaube ich. Stichwort Kopf verdreht, ist ja wirklich, also jeder Mensch hat sich wünschen, dass er Liebesbriefe mit nur ein halb so viel Feurigkeit kriegt, wie die Briefe, die der Ludwig seinem Spätzl Wagner geschrieben hat.

Da schreibt er, einzig geliebter Freund, mein Erlöser, mein Gott, ich juble vor himmlischem Entzücken, ich rase vor Wonne. Oh, nun bin ich glücklich, nicht mehr verlassen in trostloser Öde, da ich den einzigen in meiner Nähe weiß. Oh, bleiben Sie nun da, Angebeteter, für den einzigen ich lebe, mit dem ich sterbe.

O Tag des Heiles, Wannezeit, in ewiger Liebe, in unerschütterlicher Treue, ihr eigen, Ludwig. Ja, man muss natürlich sagen, ein bisschen was muss man abziehen, weil die Zeit natürlich allgemein schwül und romantisch so ist. Aber was man natürlich auch aus anderen Sachen weiß, dass der Ludwig, wir haben es ja schon angesprochen, homosexuell war.

Aber... Wohan kann man das eigentlich so festmachen? Ich habe jetzt einmal nachgeschaut, es gibt jetzt natürlich, da stellt sich keiner hin und proklamiert übrigens, ich habe mit dem Kini geschlafen, das passiert ja nicht, aber gleichzeitig merkt man, wenn man so ein bisschen in die alten Zeitquellen schaut, das war nicht einmal ein offenes Geheimnis, das hat einfach jeder gewusst, dass der homosexuell ist.

Aber woher? Ja, um den Hof rum schauen, mein, was ist, merkst du halt, er hat ja ein sehr enges Verhältnis mit seinen Adjutanten gehabt, da gibt es den Paul von Tun und Taxis. Da kann der auch einen Brief verlesen, wenn Sie wollen. Nein, lieber nicht. Aber ich weiß, dass der Paul von Tun und Taxis natürlich auch homosexuell war und ich meine, es ist ja kein Verbrechen und nichts aus unserer Sicht heute, aber damals ist es ein Verbrechen.

Auf der anderen Seite gibt es das natürlich, gerade in Adelskreisen gibt es das äußerst häufig und der, der das als, glaube ich, als einziger, aber es gibt nicht, Sie haben es ja gesagt, das stimmt, es gibt nicht viele, die das auch deutlich schreiben, aber wer das ganz deutlich schreibt, ist der preußische Gesandte ist der Oldenburg und der ist aber selber homosexuell und ist dann in einem ganz wilden Skandal in Berlin verwickelt, wo dann wirklich aufgekommen ist, dass da auch Orgigen gefeiert worden sind und der Oldenburg mittendrin.

Der schreibt da mal so verklausuliert, so quasi, also ich kann es jetzt nicht wirklich zitieren, aber sagt so quasi, ich weiß ja wie es ist, wenn es einem so geht wie im Kino. Ja, ja, also ist so. Was ich noch sagen wollte, auch das sind wieder diese zwei Seiten, was also ganz deutlich und gröbst sozusagen, sodass wir zwei jetzt gar nicht eigentlich sagen können, zum Vorschein kommt, sind diese Akten über die Gespräche, die geführt worden sind nach 1886 oder auch schon im Vorfeld, das ist circa so 1984 bis 1986, also wie dann der König umkommt und abgesetzt wird.

Und da wird ja alles im Umfeld, da werden die Lakaien befragt und dann hat er einen ziemlichen Fehler gemacht, der Ludwig hat sich ein Schwolischee-Regiment da auszulegen lassen. Also die leichte Kavallerie. Ja, und die haben natürlich alles Mögliche erzählt, dann an den Stammtisch, da hat sich Wahrheit und Fiktion dann sehr vermischt.

Und also ganz deutlich wird es in diesen Verhörprotokollen drin, aber da muss man als Historiker auch wieder sagen, soll ich das glauben oder soll ich es nicht glauben, weil die so richtig angestiftet worden sind, natürlich das Schlimmste und das Schlechteste über den König zu sagen. Aber insgesamt verdichtet sie sich heute, kann man sagen, natürlich war der Ludwig homosexuell.

Er dürfte aber eher ein Verbal-Erotiker gewesen sein, einfach aus dieser strengen Religiosität heraus. Wahrscheinlich ein furchtbares Schamgefühl damit behaftet natürlich. Ein, ich darf doch nicht wahr sein, ich bin doch von Gottes Gnaden und jetzt bin ich sodomit sozusagen quasi. Vielleicht einmal um unsere Zuhörer einmal zu sagen, wie man gedacht hat, Nach Ludwigs Tod über Homosexuelle, 1905, der Schweizer Psychiater August Vorel, ein Schüler von einem gewissen Dr.

Gooden, über den wir nachher noch was hören werden, der schreibt, wir müssen daran festhalten, dass die homosexuelle Liebe krankhaft ist und nahezu alle Urninge, so hat man damals zu Homosexuelle gesagt, auch sonst mehr oder minder schwere Psychopathen, besonders Hysteriker sind. Deren Sexualtrieb nicht nur abnorm, sondern in der Regel gesteigert ist.

Geisteskranke Urninge, wie König Ludwig II. Von Bayern, eine große Zahl von an Pseudologia Fantastica, also Wahnvorstellungen nehme ich an, leidende Kranken, die gleichzeitig homosexuell sind, beweisen die nahe Verwandtschaft des Uranismus, also der Homosexualität, mit anderen Psychopathien. Sauber. Ja, sauber. Da bleibt dir die Spucke weg.

Aber so war es halt. Aber interessant, dass damals, also es war eine wissenschaftliche Abhandlung, offen über die Homosexualität von Ludwig II. geschrieben worden ist, wenn auch in abscheulicher Weise. Aber ich erinnere mich so düster an die Ausstellung, die Sie vorher schon erwähnt haben, 2011 auf Herrn Chiemsee.

Da war da erstaunlich wenig die Rede davon. Ja, es stimmt so nicht ganz, aber ich erinnere mich da noch gut an das Umfeld und an eine schöne Episode, die sich so zutragen hat. Also man hat tatsächlich mit der Homosexualität Ludwigs aus dem 2011 noch vorsichtig sein müssen, das auszusprechen. Eines Halb, das war doch durchaus schon eine aufgeklärte Gesellschaft damals.

Ja, könnte man meinen. Aber da habe ich jetzt einen Gegenbeleg für Herrn, einen selbst erlebten. Mit der grandioseste Teil dieser Ausstellung auf Herrn Chiemsee war eine Show-Einlage mit Christoph Süß, der den König gespielt hat und ganz speziell auf dieses Verhältnis mit Richard Wagner. Und der Süß hat sich da natürlich schwer damit beschäftigt, wie könnte es der gewesen sein, der Ludwig, und hat das natürlich in seiner kabarettistischen Art überzogen dann.

Und so die Eingangsszene war, wo der Ludwig II. So die Treppe in Herrn Kimse herunter tänzelt und dann sagt, grüß euch. Wie sind die Reaktionen aufgefallen? Ja, und da ist dann der damalige Kastellan der Schlösserverwaltung ist da vorbeigegangen, wie wir das so einmal Probelauf gemacht haben und, ich sage es jetzt einmal so, ich will niemanden zu nahe treten, aber es hat dann deutliche Hinweise gegeben, dass das sofort nach München in die Zentrale der Schlösserverwaltung gemeldet worden ist und dass das dann auch einmal, wo wir nicht da waren, sehr kritisch unter die Lupe genommen worden ist, heißt das?

Manche Leute tragen halt immer noch schwer am Erbe des Gottesgnadentums. Und da muss man aber auch sagen, dass der jetzige Vertreter des Hauses Wittelsbach, der Herzog Franz, dass der jetzt sozusagen diese schamhafte Diskussion da beendet hat, weil sich der ja mit seinem Freund auch ganz öffentlich gezeigt hat. dann auch.

Und das war, der Herzog Franz ist sowieso, über allen Zweifel, er hat ein ganz netter und kompetenter Mensch, großer Kunstkenner. Und das hat es auch erleichtert. Über diese... Das Kind beim Namen zu machen. Ja, genau. Jetzt waren wir eine Zeit lang in der Romantik und in der Liebeswelt. Gehen wir mal zurück in die harte Realität, und zwar Stahl und Blut, wie es der Bismarck sagt.

Dieser österreichisch-preußische Krieg, 1866 ist ja eine ganz wichtige Zäsur für alle beteiligten Länder. Wie schlittert Bayern da jetzt hinein und was bedeutet dann die krachende Niederlage in diesem Krieg? Schlittern ist genau der richtige Ausdruck für das und da muss ich sagen, da habe ich auch umgedacht. Ich gehe natürlich häufig, mit Ludwig II Experten um und ich muss mich da revidieren mit meinen vor Jahren noch sehr harten Urteilen, wo ich immer gesagt habe, dass der Ludwig II.

Die bayerische Selbstständigkeit verspielt hat. Eigentlich muss man sagen, verspielt die der Ludwig I. und verspielt der Maximilian II. Zum Beispiel dadurch, der Ludwig I. durch seine völlig ungeschickte Nordorientierung, weil er alles auf diese Zollvereinigungen setzt Richtung Norden, dann auf der anderen Seite aber diese alten Verbindungen nach Österreich nicht pflegt.

Jeder vernünftige Politiker hätte gesagt, ja wieso soll man nicht die zwei Bälle erhalten, warum muss man sich jetzt auf einen Ball da konzentrieren. Das gleiche ist dann mit der Südorientierung. Wir haben auch bei der Bayerwald-Folge darüber geredet, dass es gerade für den Bayerwald, weil der dazwischen liegt, sozusagen katastrophal ist diese Richtung, aber nicht nur für den Bayerwald, sondern für ganz Ostbayern, auch für das östliche Oberbayern.

Das ist ein entscheidender Fehler. Und der zweite entscheidende Fehler ist, dass so alle. Sowohl der Ludwig I als auch Max II und dann der Ludwig II natürlich auch wieder, aber das war dann nicht mehr ausschlaggebend, dass wir die ganze Kohle, in Kunst und Bildung investieren, wo wir heute natürlich sagen, ja toll, aber das ist auch lustig, wie sich die Zeiten ändern, finde ich, wenn ich das vor zehn Jahren gesagt hätte.

Der hat das Militär vernachlässigt. Vor zehn Jahren hätte man dann gesagt, ja und? Sind Sie Kriegstreiber, Herr Dr. Leuer? Genau, sind Sie Kriegstreiber. Heutzutage kannst du es wieder sagen, angesichts der Bedrohung. Und wir waren halt schlecht ausgerüstet und auch schlecht geführt, muss man sagen. Die Österreicher waren fast noch schlechter ausgerüstet und auf alle Fälle schlechter geführt. Entschuldigung. Noch schlechter geführt. Entschuldigung.

Da reden wir dann das nächste Mal drüber. Und eine schöne Geschichte ist, was man ja heute noch gern zitiert und sagt, so schnell schießen Preisen nicht. Und das kommt von den Gewehren, weil die Preisen haben 66 in Anführungszeichen schnell Feuergewehren gehabt, weil die haben quasi von oben gelohnt.

Also die haben das Gewehren dahin geholt und haben Patronen oben eingeschoben. Und die Bayern haben noch die alten Gewehren gehabt. Was du quasi absetzen musst, quer absetzen, Kugel eine, Pulver eine und von vorn laden, das führt dazu, dass die Preisen einfach schneller schießen haben können. Und die bayerischen Querer waren zwar zielsicherer, aber was hilft es dir, wenn du in der Zeit, wo die anderen fünf Schuhe aussiehen, nur einmal schießen kannst.

Und das kommt aus dem 66er-Krieg, wird heute noch gesagt, finde ich irgendwie super. Wie kann man sich jetzt Ludwig in so einer Zeit des Kriegs vorstellen, weil der ist zwar spartanisch hart erzogen worden, aber, Das Gefühl, dass der viel mit dem Krieg umhört hat und ein anständiger Oberbefehlshaber sein könnte, das kriegt man irgendwie nicht.

Da würde ich jetzt dazu sagen, Schuss nach hinten losgegangen mit der Erziehung. Also der war, wie vorher schon gesagt, er war Pazifist, er wollte mit dem ganzen Mist überhaupt nichts zu tun haben. Er wollte nicht Krieg führen, er wollte auch, das ist vielleicht sein sympathischter Zug, da blitzt das auch ein bisschen durch, dass er an seine Untertanen denkt, sonst denkt er meistens nur an sich selber.

Das wird dann nachher noch, wir werden noch darüber reden, das wird immer schlimmer leider. Ja, wird immer schlimmer, das ist richtig. Aber da denkt er dann auch noch an seine Untertanen. Man muss noch zwingen, dass er einmal im Rückraum sozusagen Kasernen und sowas, also halt die Soldaten, die ihn kriegt, sind dann besucht.

Der Krieg spät sich ja teilweise in Bayern ab, in Franken, Bad Kissing, in der Nähe ist eine Entscheidungsschlacht. Aber ein kurzer Krieg, das ist das Einzige Gute an dem Krieg, der dauert bloß ein Jahr, also für Bayern zumindest. Und dann ist die Geschichte vorbei und dann ist der erste große Schritt, dass das Bayern in dieses Preußen-dominierte, militaristische Reich marschieren muss. Das ist lang nicht bekannt.

Also Bayern muss sich quasi verpflichten im Kriegsfall, und zwar so nach dem Motto, gegen wen es geht, das ist völlig wurscht. Bedingungslose Solidarität. Genau. Da hat es damals beim Irak-Krieg geheißen nach 9-11. Genau, das muss Bayern die Armee dem preußischen König unterstellen. Das ist also... Ist das nicht quasi schon die Aufgabe der eigenen Souveränität?

Was bist du für ein Kini, wenn du nicht mehr im Kriegsfall über deine eigene Serie entscheiden kannst? Ja, und als Konsequenz keine Außenpolitik, keine Selbstständige machen. Also da ist schon mal, nicht umsonst, sagt Jörg, der führende Abgeordnete der Konservativen im Bayerischen Landtag damals, sagt Finis Bavarie, das ist das Stichwort, jetzt ist das Ende Bayerns gekommen.

Bayern ist Gott sei Dank mehr wie das, also das gibt es ja heute noch irgendwie, aber die Souveränität ist eigentlich weg. Der Bismarck kommt dann sowohl dem Ludwig als auch Bayern entgegen. Es gibt, merk auf, auch schön Reservatrechte. Es gibt Reservatrechte, die Bayern reserviert werden, also die kriegen da die anderen Bundesstaaten, die anderen werden da auch alle reingezwungen, Preußen expandiert ja seit Beginn des 19.

Jahrhunderts, Ruhrgebiet und so Sachen, das Rheinland, das sind ja katholisch und so, die waren ursprünglich auch kein Preußen, aber da geht das schon auch. Also alle anderen Staaten kriegen das nicht, Bayern behält das Oberkommando über das Heer im Friedensfall. Fantastisch. Ja, aber jetzt können wir schon ein paar wichtige Sachen. Bayern hat die Oberhoheit, was die Post betrifft. Ja. Ja, wir haben eigene Briefmarken, gell.

Das ist auch was. Ja, und unter anderem den berühmten Schwarzen Einser, gell, der jetzt erst versteigert worden ist, glaube ich, für eine halbe Million oder so ein Erstlingsbrief. Und wir haben eine eigene Eisenbahn, da sind wir auch selber zuständig, wie das Ganze abläuft und führen den Vorsitz im Außenpolitischen Ausschuss des Deutschen Parlamentes.

Und wie oft haben wir den wahrgenommen? Er war ja immer noch Brieffreund von Bismarck. Wie bleibt man Freund mit einem, gegen den man aktiv Krieg führt? Ja, das ist, weil der Bismarck ein vollendeter Diplomat war und dem Ludwig das vermittelt hat. Ich glaube, das war aber ehrlich. Der hat dem Ludwig eine ehrliche Sympathie vermittelt. Wenigstens.

Ich meine, ich kenne beide nicht. Da muss man halt so Historiker sich ja immer wieder verorten und sagen, Eigentlich kann man ja nur annähern an die Wahrheit, aber wenn man das anschaut, wie er den Ludwig berät und er berät bis zur Entmachtung, dann ist das sehr, sehr ehrlich und er hätte dem Ludwig den einen oder anderen Ausweg aufgezeigt aus der Geschichte, die es der Ludwig aber nicht wahrgenommen hat.

Und aus dem würde ich schließen, dass der Bismarck tatsächlich so freundschaftliche oder väterlich freundschaftliche Gefühle für den Ludwig Kopp hat. Jetzt haben wir schon geredet über Preußen und Krieg und Mittelalter und Romantik. Aber es gibt ja im Königreich Bayern auch noch was anderes. Das wird gerne mal vernachlässigt, nämlich ein Volk. Es gibt ja noch Untertanen.

Wie haben die ihren König wahrgenommen? Weil an sich, da haben wir noch gar nicht drüber reden, der war ja ein, wie wir in Österreich sagen, der hat einen unglaublichen Fäscher. Der war über 1,1 groß, mit diesen dunklen, mysteriösen Augen, die gewölbten Braun, dieser Haartolle nach Lippen. Dieser Mutzel ausgefüllt sind da. Ja, mein Gott, nein.

Aber er war ja schon eine tolle Erscheinung und wir sind jetzt nur in die 1860er, da ist er unter Leid noch gegangen und zumindest teilweise, er hat sogar die Weltausstellung besucht, da war er noch nicht so menschenschau, wie er später wird. Was für ein Bild haben die Bayern von ihrem König gehabt, gerade nach dieser krachenden Niederlage gegen die Preußen? Also ein ganz erstaunlich positives Bild.

Und zwar nicht nur der Umkreis von München. Also das positivste Bild hat er, muss man natürlich schon sagen, im Allgäu gehabt, weil er halt da präsent war. Und die Leute waren halt begeistert, wenn bei der Nacht der Kini mit seinem Schlitten und mit königlichem Gefolge da durch die Gegend geprescht ist.

Aber sogar in Niederbayern, der war, glaube ich, nie in Niederbayern, wenn vielleicht einmal. Aber auch in Niederbayern wird der sehr geschätzt, beispielsweise in Niederbayern gibt es eine ganz exzeptionelle politische Erscheinung, nämlich den Bayerischen Bauernbund. Und der Bayerische Bauernbund ist eine politische Partei und schafft es regelmäßig in Niederbayern, die Konservativen zu übertrumpfen und die sitzen auch im Reichstag drin, fallen die im Reichstag total auf, weil es waren halt auch die Bauern natürlich, die sind mit den knogelnden Stiefeln im Reichstag einmarschiert und haben dem schönsten bayerisch Ehren reden geholt und wenn sie am Antworten sind, sie sollen sich eines Schriftdeutsches so reden,

dann haben die auch relativ grob sozusagen reagiert und haben gesagt, da hörst du euch gescheit hin, dann kannst du es auch verstehen. Hat Ludwig eigentlich Bayrisch gesprochen? Nein. Früher Isarpreis. Ja, so kann man es sagen. Da gibt es verschiedene Ansätze dazu, Meinungen dazu. Die Frau Meilhaus, die wir ja schon erwähnt haben, die war ja Augsburgerin und da soll ja so ein leichtes Schwäbisch angenommen haben.

Aber richtig bayerisch geredet hat er nicht. Wo beginnt ihr zu stäbeln? Was wollt ihr zu dir erzählen? Beim Bauernbund. Ja, beim Bauernbund. Wenn wir ein bisschen abgetreten müssen. Was wollte ich sagen von dem Bauernbund? Ja, der Bauernbund, wenn seine politischen Versammlungen abhält und der Bauernbund hat was revolutionäres, ist übrigens dann auch 1918 unterstützt den Eisner bei der Revolution und der Bauernbund hängt, wenn er politische Veranstaltungen macht, hängt den Prinzregenten ab und hängt dafür zwei andere Gemälde auf, nämlich an Ludwig II.

Und an Andreas Hofer. Ach, da schau ich ja. Wieder Österreich und Bayern, wieder vereint. Und das zeigt sozusagen diesen revolutionären Geist auf. Und ich bin jetzt draufgekommen, weil man, wie gesagt, am wenigsten die Niederbayern zutraut hätte, weil sie noch nie gesehen haben, dass die ein Faible für Ludwig II. haben.

Aber er hat insgesamt einen sehr, sehr positiven Ruf bei seinem Volk. Und das führt dazu, und das deutet der Bismarck auch einmal an, jetzt kann ich das mit dem vorher verbinden, Man kann sich ja das ein bisschen zusammenreimen, was wäre gewesen, wenn der Ludwig 1886 seine Minister abgesetzt hätte. Können wir das noch ein machen, wenn beim Tod dann, weil sonst wir springen ein bisschen zu viel in der Zeit, das müssen wir dann ausserkleinern, das machst du dann.

Jetzt muss ich kurz selber einen roten Faden nehmen. Ich muss halt ein bisschen einfach lenken, sonst hofft man zu früh. Also das Volk war durchaus zufrieden mit seinem Kini damals. Ja, also man hat natürlich alles Positive mit dem König verbunden und alles Negative mit der Regierung. Aber man merkt dann, mit der Kriegsnegalage gegen Preußen, er zirkt sich ja zunehmend zurück.

Er geht nicht mehr ins Theater, er mag nicht mehr angegafft werden, er lässt sich ganz opulente, separat Vorstellungen von seinen Wagner-Opern aufführen mit nur Erben im Publikumsraum. Also man merkt schon, er wird ein bisschen wunderlicher noch, als er schon war, oder? Es gibt ja da den schönen Ausspruch vom Hans Förstl, den haben wir mir damals dabei gehabt als Arzt für Neurologie und Psychiatrie über den Ludwig.

Der hat in Katalogaufsatz eingeschrieben, dass der Ludwig exakt auf der Grenze zwischen Exzentrizität und Krankheit balanciert ist und aber sich droht, dich zu überschreiten. Ach, das ist immer der schöne Ausdruck von exzentrisch sein. Für meinen Geschmack heißt das immer, exzentrisch bist, wenn du viel Geld und Einfluss hast und sonst bist du halt ein Spinner. Ja, stimmt ja.

Das hat er ja beides gehabt. Und das glaube ich trifft es recht gut also er war nicht. Ja, aber nicht schizophren oder sonst irgendwas. Manche sagen dir, das ist so eine Soziotype, Störung gewesen. Oder narzisstische Persönlichkeitsstörung. Dem kannst du ja alles andichten. Schizotype, Störung und Zeugs. Borderline. Wurscht, auf alle Fälle können wir mir zwar nicht beurteilen.

Auf alle Fälle senkt man das, dass er sowieso schon Probleme hat, von Anfang an mit öffentlichen Auftritten. Und dass sich das Ganze aber verstärkt. Und das hängt, denke ich, auch ein bisschen damit zusammen, dass er sich einfach schammt, dass er diese Selbstständigkeit verspielt hat. Und er sieht sich halt dann ab diesem Zeitpunkt halt, ja, seine Hauptaufgabe jetzt in der Verwirklichung seiner Träume.

Man muss da aufpassen, man kann auch gar überhaupt nicht sagen, dass er irgendwie die Vorstellung gehabt hätte, er fördert jetzt sein Land und er baut da Denkmäler. Schau, also sowas habe ich jetzt erst einmal gelesen, hätte den Tourismus im Auge gehabt. Ja, Pfiffkass. Der hat sich selber im Auge gehabt. Der hat sich selber im Auge gehabt.

Also der macht nur sich selber. Rein ein Zufall ist natürlich und von ihm keineswegs gewollt, aber auch wieder ein Pluspunkt für diesen Neuschwanstein. Das erste Plakatmotiv, mit dem der deutsche Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA wirbt, ist ein Neuschwanstein. Und das Neuschwanstein wird tatsächlich das Bild für das andere, für das bessere Deutschland.

Aber wenn Sie das an Ludwig II. gesagt hätten und gesagt hätten, ist er das Recht, Majestät. Was? Da gibt der Pöbel in meinem Schloss. Es gibt auch die Anweisung, ich glaube, das stimmt auch wirklich. Dass die Schlösser absenden sollen, wenn ihr... Das hat auch so ein bisschen was von den Pharaonen damals, wenn ich stirbe, dann muss bitte mein Hofstadt mit mir beerdigt werden.

Oh mei. Jetzt Stichwort Neuschwanstein. Also wir sind da jetzt genau in der Zeit, wo es einen preußischen Kaiser gibt, wo Bayern dann endgültig ins zweite Glied abrutscht, wo sich der Kini immer mehr zurückzieht, immer weniger unter die Leit geht. Aber er tüftelt ja. Und dann Grundsteinlegung 1869 Neuschwanstein.

Jetzt überlasse ich die Schwärmerei Ihnen. Warum macht er das und warum, sagen Sie, das hat er gut gemacht? Der Ludwig ist ein Theaterfan und er will auch selber Theater spielen. Aber das kann er natürlich nicht. Er möchte im Theater eigentlich, er möchte im Stück leben quasi. Im Stück leben. Und er baut sich seine Kulissen für seine eigenen Spiele oder Vorstellungen oder Fantasiewelt, wie immer das nennen will. Und dieses Neuschwanstein bewegt tatsächlich.

Die Fantasie der Menschen in einem Umfang, wie es eigentlich kein Zwarzes Bauwerk gibt. Wenn sie in irgendein Disneyland oder sowas reingehen, finden sie garantiert eine Riesenkopie von Neuschwanstein. Auch dann ist das vielfältig kopiert worden. Und ich bin oftmals dort und schaue nur die Leute an und beobachte nur die Leute.

Und das ist für ganz viele ein Hochgefühl. Die senkt dann ihre kindlichen Fantasien und sehen, es ist natürlich das Bild überhaupt für die Ritterburg, obwohl eine richtige Ritterburg niemals so ausgeschaut hat. Oh Gott, wirklich, in eine richtige Ritterburg hätte der Ludwig keine zehn Pferd hätten, die dazu gebracht hat, dass er da nur einen Schritt rein tut.

Aber Herr Mutziger, wenn Sie das bedenken, er ist ja nicht der Einzige, der das baut. Das ist rund um die Hohenzollern, bauen sich ja eine Traumburgen und ein bisschen eine Traumburg haben wir auch in Niederbayern, stehe aber nur ein ganz kleines bisschen. Geschickt gemacht, das ist Schloss Eck bei Deggendorf, also da gibt es sehr viele, aber keine hat auch nur annähernd sich so in der allgemeinen menschlichen Kultur und in der Kulturvorstellung festgesetzt, wie dieses Neuschwanstein und das musst du erst einmal zusammenbringen, weil mir bewundert mich jetzt zum Beispiel auch, was weiß ich, Michael Jackson für seine Musik, die Marilyn Monroe für ihre Filme, das sind gute Vergleiche übrigens, während auch zum Hüten, weil dieselben Bausteine mit dabei sind und das muss

man einfach lassen, weil da ist er wirklich persönlich beteiligt, das macht nur irgendein Architekt, macht übrigens gar kein Architekt, sondern Ingenieur und ein Bühnenbildner, da sind es wieder so. Jetzt die ersten Zeichnungen und Pläne macht der Bühnenbilder der Christian Jank, ganz ein begabter Kerl.

Und das ist sein bleibendes, von ihm nie beabsichtigtes Verdienst. Es gibt ja üble Zungen behaupten, oder heute noch gerne, da hat er ja die Staatskassen geplündert. Ist das denn so? Und wie hat er überhaupt Zeit für das Ganze? Das muss ja auch um Summen verschlungen haben. Ja, hat es auch. Er hat das alles finanziert aus seiner Privatschatulle. Wobei wir jetzt natürlich schon wieder bei den Staatsgeldern sind.

Die Privatschatulle, die muss irgendjemand auffüllen. Und die wird natürlich aus Steuerzahlergeldern aufgeführt. Aber das ist eine Vereinbarung zwischen ihm, wo der Landtag zugestimmt hat, wo also festgelegt wird, welche Appanage das er hat. Aus dieser Appanage ist nicht nur der königliche Unterhalt zu gestalten, sondern auch der von der bugligen Verwandtschaft.

Und das war dann mit ein Grund für alles, was da folgte, weil die natürlich gesagt haben, verdammt, der braucht uns unser ganzes Vermögen auf, da mit seinem Zeug. Er hat sich natürlich auf die Apparnage auch total verschuldet. Die Wittelsbacher zahlen die letzten Kredite für Ludwig seine Ausgaben, ich glaube so kurz vor dem Ersten Weltkrieg zurück.

Ja, immerhin haben sie es geschafft. Ja, haben sie es geschafft. Also das zirkt sich. Aber es ist natürlich Anlass zu Streitigkeiten, Entfremdungen mit der Familie auf der einen Seite und auf der anderen Seite kriegen sie langsam die Ministerprobleme. Die Minister waren da nicht undankbar, dass er da in Neuschwanstein sitzt und sich machen hat lassen.

Aber das denkt natürlich auch, hopsala, das läuft jetzt auf, dann hat er keine Kredite mehr gekriegt und dann gibt es so ganz irre Gedanken, da trägt er sich mit der Überlegung, ob man vielleicht eine Bank ausraubt. Ja, da hat er seine Lakaien bis nach Frankfurt und Paris geschickt und gesagt, da ist eine Bank, bitte nehmt sie es aus und kommt zurück. und dann haben sie immer zu Kreuze kriegen müssen und so ein dummer Zufall hat sie mal wieder verhindert, aber nächstes Mal, nächstes Mal gehen wir mit einem ganz großen Geld.

Ja, also das wird für die Minister ein Problem dann auch, weil die Minister natürlich gesehen haben, ob sie auch, dass wenn jetzt nicht aufkommt, dann werden wir uns auch vorwerfen, wenn wir das zurecht. Wie wir mir das so weit kommen haben lassen, das Ganze. Jetzt muss man auf der anderen Seite wieder sagen, so untätig waren sie nicht.

Man hat immer mal wieder gesagt, jetzt bremst du dich mal ein, es kann doch nicht so weitergehen, war ihm aber völlig wurscht. Übrigens, das Grundkapital, weil wir vorher über den Bismarck geredet haben, das Grundkapital für die Schlossbauten ist ja vom Bismarck vermittelt, aus dem Welfenfang gekommen.

Das war so eine Stadtstiftung, wo der Bismarck die Hand drauf gehabt hat Und damit hat man Ludwig II. Das schon erleichtert. Da muss man jetzt auch aufpassen, das ist hoch, also wie man das formuliert, ist hoch umstritten. Und da kennt es da nicht, dass ihr, ich kriege sowieso bei mir Wissen, wie ich so darüber denke, die Protestbriefe der richtigen Ludwig-Fans da kommen.

Also man darf nicht den unmittelbaren Zusammenhang herstellen, weil das nicht gesichert ist. Aber man kann es so sagen, dass man den Ludwig II. Den Kaiserbrief durch diese Zahlung, also den zu unterschreiben, durch diese Zahlung dann... Du machst mich zum Kaiser und dafür darfst du mit deinen Schlössern springen. So darf man es jetzt nicht sagen.

So sagen wir es auch dezidiert nicht, liebe Zuhörer. Das war jetzt nur ein Beispiel, wie man es nicht sagen darf. Ja, also genau. Und interessanterweise ist das der Grundstock für die Schlösserbauten. Immerhin, das muss er eher als großer Ludwig-Skeptiker sagen, also technologisch hat er einiges in diese Schlösser eingesteckt oder auch in seine Lustgrotte, der hat sich ja in eine, Felsenhöhle einen Teich anlegen lassen, mit einer Wellenmaschine elektrisch betrieben und beheizt auf bis zu, ich glaube 26 Grad hat er das Wasser gekreizt.

Der erste überhaupt Stromgenerator in Bayern ist da gestanden, damit er diese Grotte betreibt. Die erste Telefonleitung in Bayern hat er, glaube ich, liegen lassen. Nach Neuschwanstein natürlich, damit er dort nicht abheben kann, wenn angerufen wird, weil er nicht damit die Leute nichts zu tun haben.

Und das erste elektrifizierte Gefährt hat er gefahren, nämlich seine Kutschen. Und jetzt kann man sich ja denken, was los ist, wenn der Kini nachts wie der Weihnachtsmann hell erleuchtet durch die Straßen fährt, in seiner offenen Kutschen, nichts redend natürlich. Das muss schon eine Erscheinung gewesen sein. Genau sowas.

Stichwort in der Nacht. Und jetzt kommen wir zum Thema, ja, wortwörtlich eine Umnachtung, eine Langstung des Königs, weil er wird ja wirklich immer sonderbarer und sonderbarer, gerade über die 70er Jahre. Es gibt Berichte, er schläft jeden Tag bis am späten Nachmittag, dann irgendwann um 10 Uhr empfängt einmal seine Sekretäre, die schon einen anstrengenden Arbeitstag hinter sich hat, damit sie ihm stundenlang verzeihen können, was so los ist.

Dann ist er wach die ganze nacht hindurch macht seine ausfahrten und weil sie gesagt haben ja hat so eine chronische entzündung im mund das im zentaus gefallen sind also wenn man sich die diät vor allem anschaut man wundert es einer nicht erscheint wirklich zuckersüchtig gewesen also mit sein mittagessen irgendwann mit der nacht oder nach mitternacht wandern bis quits rahmsahne törtchen und süßer likör, Das mit schlecht dezent, das ist natürlich nicht förderlich.

Und er muss ja immer furchtbarer seine Lakaien gegenüber gewesen sein. Da gibt es ja den armer Lakaien Ziegler, sein, was war er, sagen Sie mal, der war Kanzleisekretär oder sowas. Und der schreibt, dem muss er das Leben zur Hölle gemacht haben, der schreibt ja oft, sind wir eben um 10 Uhr hinzitiert worden, dann haben wir im Stehen unsere Berichte abgeben müssen.

Schwungvoll, aber nicht zu schwungvoll und bitte am Kini auch nicht zu sehr in die Augen schauen, weil sonst wird er wieder grantig. Und stundenlang. Da sind wir halt jetzt schon in der Phase, wo sie quasi diese Stellungnahmen gesammelt haben, um die Absetzung zu rechtfertigen und mehr wie die Hälfte dürfen wir ihm nicht glauben, aber auch wenn die Hälfte bloß stimmt, ist es schon auch besonderlich gewesen.

Also er schreibt glaube ich an einen Freund einmal in einem Brief, da war der Ludwig gerade in Linderhof in seinem anderen Mini-Versailles in Ettal, wenn man nicht ausdeutscht. Da schreibt er, der Humor in Linderhof war scheußlich. Zwei Stunden lang, er wurde nur von Selbstmord gesprochen. Und im Ganzen musste ich, was schon lange nicht mehr der Fall war, vier Stunden bis halb ein Uhr aushalten.

München steckt ihm schon wieder in allen Gliedern. Da hat er wieder seinen jährlichen Ausflug nach Mingermachen müssen, was er mir auch gar nicht gefallen hat. Weil wie sehr er sich von der Hauptstadt und auch von seinem Volk entfernt gehabt hat, das schreibt er an seinen ehemaligen, wie wir vermuten geliebten Richard Hornig.

Da schreibt, also der Hornig schreibt, dass der Ludwig Efter gesagt hat, von der öfters von seiner Majestät ausgesprochenen Wunsch schreibt er nämlich, ich möchte, dass das ganze Volk nur einen Kopf hätte, damit ich es auf einen Streich hinrichten lassen könnte. Also mit den Untertanen hat er wirklich gar nichts mehr im Hut gehabt.

Also wie gesagt, bei den Sachen, da würde ich schon jeden zweiten Satz zumindest in Zweifel ziehen. Und gerade die Kameraden, die vorher da vom König profitiert haben, zieht dann derart von ihm übers Leder. Also da ist vieles nicht glaubwürdig an den Geschichten. Oder man muss natürlich auch sagen, dass wenn der da stundenlang redet, der redet sich halt da in so einen Furor ein und haut halt dann einmal so Böcke da raus.

Theatralisch war er ja, wie wir schon gehört haben. Das muss man schon ein, zwei Schritte auch wieder zurücknehmen, aber im Kern, wenn man sich das durchlässt, sieht man halt auch wieder, mein Gott, was war das für ein armer Teufel, sitzt da allein in seinem Schloss aufeinander. Fürchtet sich vor Menschen und möchte gleichzeitig geliebt werden.

Und die, die er hat, sind illoyal, würde ich sagen. Und das war eigentlich von Anfang an so. Und ich habe gestern eine Podcastaufnahme mit NRW gemacht über die Wittelsbacher. Sie untreue Tomate. Also man lernt ja auch dazu aus der Beschäftigung mit der Geschichte und da war dann die Frage wo würden sie denn hinfahren mit der Zeitmaschine wenn es Kinder würden und so.

Ich habe dann natürlich Ich lehne Zeitreisen grundsätzlich ab, weil höchstens, wenn eine Einheit von GSG 9 dabei wäre und eine vollständig ausgerüstete medizinische Abteilung. Und dann habe ich gesagt, was mich eigentlich schon mal interessiert hat, ich möchte an Ludwig I. Einmal fragen, wie das mit seinem Enkel so weit gekommen hat können.

Weil er war die ersten Jahre da, wieso hat man das nicht geschafft, dass man dem Buben ein normales Leben ermöglicht. Unter Umgebung, wenigstens zwei, drei, vier Leute, die hätten ja nicht abschleimen müssen, sondern die haben halt einfach loyal gegenüber gestanden. Und zwar loyal nicht im Sinne von, ja Herr König, sondern Herr König, vielleicht macht man es doch ein bisschen anders.

Jetzt kommen wir langsam ins finsterste Kapitel, nämlich wir kommen ins Jahr 1886. Neuschwanstein ist noch nicht fertig, aber es ist schon bezugsfähig. Er hat schon ein paar Nächte drin verbracht. Ich glaube 170 Nächte hat Ludwig letztendlich in seinem Disney Traumschloss verbringen dürfen. Und dann kommt der 9. Juni. Ein beispielloser Tag in der bayerischen Geschichte.

Ich glaube, das kann man so sagen. Was passiert da? Ja, ist natürlich lang vorbereitet, die ganze Geschichte. Hängt mit dem zusammen, was ich vorher gesagt habe. Die Minister haben einfach Angst um ihre Jobs, wenn das so weitergeht. Und irgendwie hat man gesehen, du wirst dem einfach nicht her, du musst den irgendwie einbremsen.

Dazu gibt es eine Möglichkeit in der bayerischen Verfassung. Wir haben damals schon eine sehr gute Verfassung gehabt und da steht drin, wenn der König länger als ein Jahr regierungsunfähig ist, dann kann er abgesetzt werden. Der Lutz hat das schon einige Jahre vor diesem ominösen Datum mit diesem Gedanken gespielt.

Das zorgt sich auch daran, weil er bewusst immer gesagt hat, er will einen Nervenarzt in der Umgebung von Ludwig Hamm, ist ja auch nahegelegen, weil sein Bruder, der Otto, da ist er komplett abgedreht. Also wirklich, wirklich schwer geisteskrank und wirklich auch nicht so rechnungsfähig. Und also hat man gesehen, weil ich vorbereitet sei, dann hat man den, ich will jetzt einen Gutten nicht Unrecht tun, aber man hat den bewusst auch aufgebaut, auch deswegen, weil er halt im besten Ruf gestanden ist.

Da haben wir wieder den Dr. Gutten, den Lehrmeister des sympathischen Arztes, der so über die Schwulen geschrieben hat. Hat sicher große Verdienste, was so die Abschaffung dieser Gewalttherapien in die psychiatrischen Anstalten betrifft. Die haben ja alles mögliche stundenlange Eiswasserbäder, Elektroschocks und lauter so ein Mist da angewandt.

Also das hat er gesehen, dass das barbarisch ist. Er ist aber nach, ich kann es ja nicht beurteilen, ich bin kein Psychologe, aber die Psychologie-Geschichtler sagen, Diagnostik war jetzt nicht unbedingt das sei und sei große Stärke. Wahrscheinlich deswegen unterschreiben da dieses Gutachten mehrere von seinen Schülern.

Aus Laien-Sicht muss ich sagen, ist natürlich schon eine Weide Sache, dass man einem Menschen für verrückt erklärt, ohne dass man mit ihm geredet hat. Das ist ein reines Ferngutachten. Da spürt man Absicht. Es heißt zwar, wenn ich da mit Psychologen darüber rede, die sagen, Und ja, also so schlimm ist es nicht, das ist heute auch noch üblich.

Ja, okay, trotzdem kann man jetzt als Laie sagen, kann man mir jetzt überhaupt nicht vorstellen. Das kann man mir auch nicht vorstellen. Jedenfalls in der Nacht auf den 10. Juni steht eine Delegation aus München in Neuschwanstein mit dem unterschriebenen Gutachten und wo in einem Kini quasi sagen, du bist nimmer Kini.

Weil du bist wahnsinnig. Das Ganze hat noch ein lustiges Vorspiel. Ein, zwei Tage vorher, ich sei nicht das erste Mal schon da gewesen. Und das war ein Riesenaufgebot sozusagen der Guten mit Krankenpflegern und auch Polizisten und Militär und so weiter. Und dann war aber zufällig die Chefin sozusagen von Ludwigs Gurligrupp anwesend.

Der hat nämlich also eine weibliche Verehrerschaft gehabt, ja kein Wunder bei dem Aussehen. Das war die Spera von Truchses, hat die geheißen. Die sagen ihren ganzen Namen nicht, weil sonst sitzen wir übermorgen. Ja, ja, also genau. Und die gute Spera hat mit ihren Begleiterinnen diese große militärische Delegation in die Flucht geschlagen und am Berg wieder runtergetrieben.

Wie es heißt, mit einem Regenschirm angeblich. Ja, genau. Also da gibt es ja, wer Ludwig Thoma gesehen hat, der hat ja das tatsächlich verfilmt, auch diese Szene, und der Ludwig Thoma beschreibt es auch in seinen Romanen drin, aber es ist wirklich wahr. Und da sieht man auch den Dilettantismus dieser Truppe da natürlich.

Es ist ja dann die Gendarmerie vom Ludwig gerufen worden, also vom Ludwigs Lakaien halt. Es war fast zum Feuergefecht gekommen zwischen den Münchnern und den lokalen Polizisten. Also recht verdünner hätte man das Ganze nicht anfangen müssen. Der Peter Grauweiler hat ja immer gesagt, das ist ein Staatsstreich.

Sollte es ein Staatsstreich gewesen sein, dann war der wirklich so dämlich umgesetzt. Staatsschildbürgerstreich. Staatsschildbürgerstreich. Naja, sei es wie es sei, sie haben ihn dann festgenommen und haben nach Starnberg, wo es ja auch Wittelsbacher Schloss gegeben hat, wo auch der Otto einmal eine Zeit lang eingespielt war, untergebracht war, dann verfrachtet.

Aber dann setzt sich halt der Dilettantismus fort, weil nach einem üppigen Mal mit, glaube ich, das heißt, der Ludwig hat zwei oder drei Flaschen Wein getrunken bei der Gelegenheit. Da war man jetzt drum anspult, da hat er schon ganz schönes Gewicht gehabt, das kann man schon verdrucken. Aber trotzdem.

Ganz her seiner Sinne dürfte ja auch als gewohnter Trinker nicht mehr gewesen sein. Wir sind hier am 13. Juni, nehme ich an, dem Schicksalstag für viele Bayern. Und dann hat man sich entschlossen, dann noch einen Spaziergang zu unternehmen. Und der Gutten hat dann, obwohl er ja dabei war und das gewusst hat, dass der König ganz erheblich alkoholisiert ist, hat dann die Begleiter weggeschickt und dann sind die zwei weiter Richtung See gegangen.

Und da hat sich dann das Unglück ereilt. Nämlich, gegen 22.30 Uhr wundert man sich, Dr. Gutten ist nicht da, der Kini ist nicht da, wo sind sie denn? Man geht sie suchen und man findet sie beide in seichter Ufernähe ertrunken. Die Uhr vom Kini ist stehen geblieben, 18.54 Uhr, wahrscheinlich wegen Wassereintritts.

Die Uhr vom Herrn Doktor, 20.10 Uhr. Was ist da passiert? Dazu kommt noch, dass der Ludwig seine Uhr immer eine Stunde vorgestellt hat. Also das ist verkürzte Zeit am Anfang schon ein bisschen. Aber ich will jetzt das nicht vordechnen, ich kann es auch nicht. Also da haben sich große Gelehrte und Polizisten, wie sagen wir, Kriminalisten in ihrer Pension schon den Kopf zerbrochen, was da jetzt genau gewesen sein könnte.

Letztlich weiß es keiner, was da genau passiert ist. Aber was glauben Sie? Es gibt ja eigentlich nur drei Möglichkeiten. Entweder sind es beide gleichzeitig gestolpert und so ins Wasser gefallen, dass sie ertrunken sind. Oder es hat Handgreiflichkeiten gegeben, in deren Folge beide das Zeitliche gesegnet haben.

Oder es war ein gedungener Meuchelmörder zugange, der die beiden hinterrücks aus dem Verkehr gezogen hat. Also die letztere These, das ist jetzt für mich eine gute Geschichte, um mich aus der Affäre zu ziehen dann. Die letztere Geschichte ist total unwahrscheinlich und weiß auch nicht. Man hat das an Bismarck unterstellt, aber wie gesagt, der Bismarck war vielleicht der Einzige, der den König bis zuletzt loyal beraten hat.

Und für den Bismarck ist ja alles optimal gelaufen, warum hätte er den Ludwig umbringen sollen? Es folgt sowas auch wieder aus ganz irren Geschichten, dass nämlich der preußische Kronprinz, der spätere Wilhelm II., über dessen Geisteszustand wir jetzt auch lange reden konnten. Also der hat einmal den Gedanken formuliert, dass man aus Staatsmitteln doch das Bayern kaufen könnte und die Bayern dann versklaven.

Also in dem sein Hirn sind auch so Sachen vorgegangen und der Ludwig hat einmal gesagt, er möchte den preußischen Kronprinzen einfangen lassen und einkerkern. Die waren sich also auch in großer Freundschaft verbunden und das zeigte aber auch, dass so komische Dinge da irgendwie in der Zeit lingernd, aber das dürfen wir jetzt auch nicht zu ernst nehmen und der Kronprinz hat damals politisch keinen Einfluss.

Die wichtige Persönlichkeit ist der Bismarck und da war nichts. Also ich möchte jetzt heute sagen, auch wenn ich ja noch wieder üble Prügel kriege, der einzige in der Geschichte, für den ich jetzt persönlich die Hand ins Feuer legen darf, war der Bismarck. Also Meuchelmacht schließen Sie also aus. Was bleibt dann? Ein Unglück?

Ein Totschlag? Ein doppelter? Was war da los? Also ich würde mir jetzt auf die Formulierung, Sie haben es auch bei der Ludwig-Eins-Ausstellung einlassen, dass da einfach ein Unglück passiert worden ist. Da gibt es viele Varianten. Der Ludwig möchte fliehen, das kann man glaube ich auch nicht ausschließen.

Wird zur Zeit eher ausgeschlossen, glaube ich aber nicht. Es gibt da schon den einen oder anderen Hinweis, dass man ihn da befreien wollte. Und vielleicht hat er es einfach nur vermutet, also so eine Theorie, die da umläuft, die glaube ich auch nicht die unwahrscheinlichste ist, der König will fliehen, ringt den Guten nieder, der Guten hat ja Gesichtsverletzungen, das sieht man an der Totenmaske, wie der Guten dann letztlich sein Ende gefunden hat, ob der einen Herzinfarkt gerückt hat oder ob er wirklich vom König quasi da keine Ahnung ins Wasser gedrückt worden ist, weiß man nicht.

Da muss man auch vorsichtig sein mit so Geschichten. Also da hat der König ringt mit dem König, äh, der König ringt mit dem König, ja genau. Das stimmt in gewisser Weise schon sein ganzes Leben lang. Also der König ringt mit dem Guten, der Guten bleibt zurück, stirbt, ist ums Leben gekommen, der König versucht zu fliehen und kommt bei dem Fluchtversuch ums Leben.

Die andere Theorie ist, dass er sich umbracht hat, kann ich jetzt auch nicht ausschließen. Aber warum hätte sich der Guten mit umbracht? Also der guten nicht, der ist halt infolge dieser Auseinandersetzung mit dem König, ist halt der gestorben. Wie es auch war, wir werden es wahrscheinlich nie erfahren, es ist auf jeden Fall das tragische Ende eines schillernden, aber auch sehr tragischen Lebens.

Und wir geben jetzt mal das Schlusswort, also nicht das Schlusswort, aber lassen wir als letztes Zitat nochmal den Otto von Bismarck selber drüber urteilen, der sagt, Die Minister hätten die Dinge nicht so weit kommen lassen dürfen Sie hätten die planlose Verschwendung zur rechten Zeit abschneiden oder selbst gehen müssen Sie haben zugesehen und geduldet, bis sie sich nicht mehr hinaussahen So wurde der König das Opfer seiner Diener, der Hohn wie der Niederen.

Bismarck war schon ein Hund. Ja, was bleibt dann von seinem Leben? Also er ist heute der berühmteste Bayer. Er ist das Vorbild für Disney. Und er ist, Sie haben es schon angedeutet, wie Michael Jackson, wie Marilyn Monroe. Ich vergleiche es erst mit Elvis Presley. Der Menschen so fasziniert, dass sie ihr ganzes Leben auf ihn ausrichten.

Es gibt immer noch Leute, auch bei uns in der Gegend, da denkst du, ja, von außen ganz normal. Und dann gehst du ins Haus rein und da ist alles im König Ludwig annaht und überall sind seine Büsten und seine Gemälde. Warum fasziniert er die Leute so überallermaßen? Die Kategorie, die Sie jetzt genannt haben, da kenne ich einige.

Da kann man auch herausheben, einen großen Ludwig-Forscher und Sammler, das ist ja schon schlimm. Keiner ist dem König so nahegekommen, finde ich, in seiner Mentalität wieder schlimm. Und der hat das auch herausgearbeitet, diese technische Affinität. Der Ludwig ist Das ist, glaube ich, das einzige Mal, wie er mit seinem Großvater verreist ist, waren es in der Weltausstellung in Paris 1861.

Also da ist die Leute, die ich kenne, die spüren alle eine gewisse persönliche Verbindung. Die finden halt auch die Person total faszinierend und haben den Zugang über die Kunstwerke vom König, gefunden, die ja halt einfach gefallen, über diese Rütter-Romantik oder halt auch über diesen Gegensatz, dass man sagt, auf der einen Seite war es so eine Romantik und auf der anderen Seite war der technisch seiner Zeit eigentlich voraus.

Und das wird jetzt mein schöner, vielleicht schöner oder auch nicht schöner Schlusssatz. Dass ihm das im Grunde auch letztlich den Kopf kostet, weil er ja das Projekt verfolgt, dass man von Hohenschwangau auf den Spitzingsee, dass man da mit der Seilbahn hinkommt. Und da ist er halt auch in seinem schwärmerischen Duktus und sagt, wir können dann mit dem Schwan, fliegenden Schwan, dahin gleiten.

Der Jean-Louis Schlimm hat das genau untersucht, wie das war. Und das war nicht blöd, eigentlich wollte man Stahlseil hernehmen, es war schwer gewesen, dann hat man Handschseil gespannt, da war der Gondel drauf gewesen. Und die Gondel ist, weil das Seil so weit gespannt war, wäre mit einem Ballon gehalten gewesen. und das war für einen guten so ein Hauptpunkt im Gutachten, wo man gesagt hat, völlig durchgeknallt.

Aber es war fünf Jahre später, ist gebaut worden. Das heißt, Sie plädieren schon dafür, man sollte auf diesen Ludwig doch mit einer gewissen Zuneigung und mit Mitleid pläten. Ja, und halt auch sagen, Wahnsinn und Genialität liegen eng beieinander. In diesem Sinne, liebe Zuhörer, vielen Dank, dass ihr gehört habt bei unserer extra langen Sonderweihnachtsfolge.

Jetzt bleibt mir eigentlich gar nichts anderes übrig mehr. Jetzt wünsche ich euch ein gesegnetes Fest, frohe Feiertag, möglichst erholsame Zeit, vielleicht sogar mit der Familie, dann einen guten Rutsch und einen guten Start ins neue Jahr und wir hören uns 2026 wieder. Frohe Weihnachten, für Gott. Wenn ihr die nächste Folge nicht verpassen wollt, dann lasst gerne ein Abo da.

Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Lob? Dann schreibt uns gerne an podcast.mgbayern.de Oder hinterlasst uns eine Bewertung. Ein Bayer und ein halber historische Zeitreisen mit Dr. Richard Läubel ist ein History-Podcast der Mediengruppe Bayern. Host und Recherche Johannes Munzinger und Dr. Richard Läubel.

Konzept Dr. Richard Läubel, Johannes Munzinger und Martin Wanninger. Redaktion Johannes Munzinger. Produktion Anja Kurz. Sprecherin Katharina Czava. Mit Musik von ScoreSquad über Soundtaxi. Besonderer Dank an Walter Berndl.

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