Ein Bayer und ein Halber – historische Zeitreisen mit Dr. Richard Loibl· Folge 6

Warum die Donau (k)ein bayerischer Fluss ist

Donnerstag, 26. Juni 2025 · 40 min

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Shownotes

Irgendwie scheint die Donau in Bayern nicht so richtig wichtig zu sein, findet MGB-Redakteur Johannes Munzinger. Wo ist das bayerische Equivalent zum Donauwalzer? In Folge 6 des Podcasts „Ein Bayer und ein Halber (pnp.de/podcasts/ein-bayer-und-ein-halber)“ geht er mit Dr. Richard Loibl der Frage auf den Grund, warum die Donau (k)ein bayerischer Fluss ist.

Die Donau ist der europäische Strom schlechthin. Durch zehn Länder fließt sie, von Deutschland bis zur Mündung ins Schwarze Meer in der Ukraine. Doch wenn man ein Land mit ihr verbindet, dann ja wohl Österreich. Das sagt jedenfalls MGB-Redakteur Johannes Munzinger. Gut, das muss er auch sagen, schließlich ist er auf dem Papier Österreicher. Die schöne blaue Donau, die durch die Hauptstadt fließt und einst die Lebensader des ganzen Habsburgerreichs war, ist der Schicksalsfluss des Landes und eines seiner Aushängeschilder.

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Aber was ist mit Deutschland, wo sie entspringt? Und was ist mit Bayern, wo sie erst zum richtigen Strom wird? Irgendwie scheint die Donau dort nicht so richtig wichtig zu sein. Wo sind die Zentren, an denen der Handel seit jeher blüht? Wo ist das bayerische Equivalent zum Donauwalzer? Kurzum: Warum ist die Donau kein bayerischer Fluss?

Diese Frage stellt Johannes Munzinger dem Vorzeige-Bajuwaren Dr. Richard Loibl in der neuesten Folge des Podcasts „Ein Bayer und ein Halber“. Und sie stößt beim Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte auf Widerspruch.

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Den Fluss, mit dem wir Österreicher an jedem Silvester ins neue Jahr hinüberfließen. Oh Gott, mir wird schlecht. Ein Bayer und ein Halber. Historische Zeitreisen mit Dr. Richard Leubel. Ein History-Podcast der Mediengruppe Bayern. Ja, guten Tag, grüß Gott, servus miteinander und habe dere. Willkommen zurück zu Ein Bayer und ein Halber.

Mit mir, eurem Peripher-Bayern Johannes Munzinger von der Mediengruppe Bayern und dem Chef des Hauses der Bayerischen Geschichte, der mit uns heute auf Zeitreisen geht, mal wieder, Dr. Richard Läubel. Schön, dass Sie wieder da sind. Grüß Gott, Bayern. Herr Munzinger, grüß Sie. Und heute gibt es ein Thema, da klopft bis zum Häus, mit meinem alten österreichischen Herz, eines der österreichischen Themen schlechthin, es geht um die Donau, den Fluss Österreichs, den Fluss der Donaumonarchie, den Fluss von K&K, den Fluss Europas, den Fluss, mit dem wir Österreicher an jedem Silvester ins neue Jahr hinüberfließen.

Oh Gott, mir wird schlecht. Das sagen sie nur, weil also ja, die Donau ist der europäische oder der zentrale europäische Fluss. Zehn Länder durchfließt da, so viel wie kein anderer. Anfangen tut er im Schwabenland, im Badischen, so Baden-Württemberg auf jeden Fall. In Bayern nimmt er dann so richtig Fahrt auf, geht dann nach Österreich und wird ab da berühmt.

Aber über die Bayerische Donau, da hört man so überhaupt nichts. Herr Dr. Läubel, wie kommt es? Also ich höre natürlich viel über die Bayerische Donau, muss ich sagen. Sicher auch über die Bayerischen Anreiner an der Donau. Allerdings ist ein bisschen was dran an dem, was Sie sagen. Es zorgt sich gerade am Verhältnis der Bayern zur Donau.

Sagen sie ein paar politische Probleme, weil wir heute im 19. Jahrhundert stark von Oberbayern überwölbt werden und deswegen, also bei meiner hessischen Verwandtschaft ist das so, ich habe in Kassel viele Verwandte, die wenn noch Bayern fahnd, die erwarten quasi nach Scharfenburg Alpen. Das heißt, das Alpen-Klischee überlagert das Fluss-Klischee.

Ja, überhaupt diesen Reichtum, den man in die bayerischen Regionen haben, also von Franken. Über Schwaben bis nach Altbayern. Wenn wir bei Schwaben sind, Schwaben und Altbayern, wir teilen uns ja schon diese Donau-Geschichte. Aber es ist tatsächlich in beiden bayerischen, heute bayerischen Regionen, ist das nicht das Hauptidentifikationsmerkmal.

Und das hängt mit ganz verschiedenen Sachen zusammen, einmal wirklich, glaube ich, nachhaltig mit diesem Bayern-Tourismus, das ist ja noch gar nicht so alt, dass dieses Bild kreiert worden ist, haben wir ja schon darüber geredet, das ist 19. Jahrhundert und es kommt dann in unserer Zeit mit der Festlegung, wie betreibt man Tourismuswerbung, noch einmal ganz groß zum Vorschein unter Minister Wiesel, der quasi das verordnet hat, dass man, und das wird bis heute so gemacht, dass sich diese Bayern-touristische Werbung auf das Kern-Sujet, auf die Alpen und Oberbayern und München und Oktoberfest zu konzentrieren hat.

Letztendlich kann ich mal sagen, wir, in dem Fall meine ich mit wir die Österreicher, ich habe auch den tollen Vorteil, ich kann nicht mal sagen, wir die Deutschen oder wir die Österreicher, je nachdem wie wir es brauchen, also wir Österreicher, wir haben es schon geschafft, dass wir Alpenklischee und Donau miteinander vereinen.

Ja, aber wenn man jetzt das Alpenklischee wieder in Verbindung sieht mit der Bierwerbung und so weiter, da sind Sie natürlich mit Enkene Weine total abgestunken. Also die Stellung, dank der oberbayerischen Hineigung zur Werbung, die Stellung, glaube ich, hält mir schon. Da ist es dann auch wieder gut, da habe ich jetzt auch den doppelten Effekt, weil auf der einen Seite kann ich auch von Oberbayern schimpfen, auf der anderen Seite kann ich aber dann auch wieder Oberbayern vor mir her tragen, sozusagen.

Da sind wir schon bei einem Punkt, wo man sieht, ein bisschen Bedeutung hat sich schon die Donau, auch in und für Bayern, nämlich Oberbayern heißt ja nur Oberbayern wegen der Donau. Ja, und da sehen Sie natürlich schon einmal. An dem Beispiel, dass die Zeiten da mal andere waren und dass die Donau natürlich kolossale Bedeutung eigentlich gehabt hat, weil Oberbayern, Niederbayern, Oberbayern liegt am Oberlauf der Donau und Niederbayern liegt am Unterlauf der Donau. Daher kommen die beiden Namen.

In Österreich ist es übrigens dasselbe, Oberösterreich am Oberlauf, Niederösterreich am Unterlauf der Donau. Also dieses sowohl Bayern als auch Österreich, wobei man jetzt natürlich auch wieder einmal sich erlaubt mit den dezenten Hinweisen, ich muss nur bei jeder Sendung anbringen, dass ja Österreich eigentlich bayerisch ist und erst seit 1156 selbstständig und vorher also vom Kernbayern aus besiedelt worden ist und kultiviert worden ist.

Und das ist natürlich entlang dieser Donauachse gewesen. Warum ist die Donau so wichtig? Weil das im Grunde die Autobahn der alten Zeit ist, weil so richtig schnell vorwärts kommen und vor allen Dingen dann halt Schwerlasten transportieren, können sie nur auf der Donau. Ich habe da immer mein Lieblingsbeispiel, Sie können es wahrscheinlich nicht mehr hören, aber in der Sendung, glaube ich, habe ich es auch noch nicht gesagt.

Beim Warentransport auf den Salmerwegen, das waren da so Pfade, gerade nach Böhm hinein, war ein Pferd quasi mit zwei festen Salz, zwei Kufen Salz ausgelastet, da wiegt er jede ungefähr 70 Kilo. Also mit 150 Kilo ist Schluss. Wenn Sie ein Pferd vor einem Wagen spannen, dann schafft es immerhin schon einmal 280 Kilo ein Pferd.

Wenn Sie aber jetzt ein Schiff haben, das Sie gegen den Strom laufen lassen, mit dem Strom ist es eh wurscht, da brauchen Sie gar nichts, da kann man sich einfach treiben lassen, Gegen den Strom reicht für ein klassisches Passauer Salzhandelsschiff, für eine Halasche, das übrigens auch ein Salzburger klassisches Salzhandelsschiff ist, reicht ein Pferd zum Ziehen und die Ladung beträgt dann aber 10 Tonnen.

Also man spart sich über 70 händische Fuhren sozusagen. Und das war natürlich nicht erst seit dem Spätmitglied, das ist auch schon zur Römerzeit so. Deswegen, da ist man in letzter Zeit auch wieder draufgekommen, dass die natürlich eine ganze Donauflotte im Einsatz gehabt haben, die Römer. Weil das ist ja der nasse Limes, der befestigte Limes ist ja weiter nördlich und weiter nördwestlich. Da an der Donau spart man sich das, weil die Donau halt eh schon sowas wie eine Mauer ist.

Es gibt ja keine Brücken damals und es gibt an der Donau halt diese alten Kulturzentren, Regensburg, Salzburg, dazwischen würde ich gerne vergessen, Künzing, wo auch römische Ansiedlung war. Es gibt viele kleinere Stützpunkte, Moos beispielsweise in der Nähe von Deggendorf. Es geht dann weiter. In Österreich wissen wir nicht so genau Bescheid, was an der oberen Donau war.

Es muss auch was gewesen sein, es gibt das Lorch, das ein ganz wichtiger Ort war, der war in der Nähe von Linz. Und diese Orte sind über die Römerzeit hinaus von größter Bedeutung. Das senkt daran, dass die älteste Hauptstadt der Bayern Regensburg ist, Rathisbona. Also nicht München, da sind sie auf die Baumwärmung gesessen und haben gewartet, ob irgendwas unten vorbeilauft, auf das man sich stürzen könnte.

Da war in Regensburg schon ein Ort der Kultur. Ist natürlich südlich der Donau, das haben wir sowieso, das ist die, wie die Römer auch sagen, südlich der Donau ist das Land der Kultur und nördlich der Donau ist das Land der Barbaren. Daran haben sie sich ja nicht viel getraut dann. Ja, wobei man da auch wieder sagen muss, was man heute auch wieder ein wenig besser, das Regensburg hat wenn man bei dem Beispiel bleibt, strategisch eine sehr gute Lage, weil direkt bei Regensburg mündet der Regen in die Donau.

Das Regental ist eine ganz hervorragende Möglichkeit, um sozusagen an die Donau zu marschieren und dann in das Kulturland der Römer einzufallen. Aber genauso umgekehrt, weil die Römer wollten ja ursprünglich nicht aufhören an der Donau, sondern das war so ein römisches Prinzip, ähnlich wie beim Napoleon.

Du musst immer im Krieg sein und musst immer wachsen, damit sozusagen deine Führungselite und die Soldaten beschäftigt sind. Nicht, dass sie auf blöde Gedanken kommen. Ja, das ist ja dann in der Spätzeit eben passiert, dass halt die Führungsschicht, die römische, halt sagt man halt mit der ewigen Kriegführerei und ewig unterwegs, ich bleibe lieber da oben und feiere da oben.

Und dann hat man halt diese Barbarenstämme nördlich der Donau, die hat man halt dann so langsam eingeholt und hat für sich kämpfen lassen dann. Und dann waren sie aber schon einmal herinnen und dann hat sich natürlich die Kampfrichtung auch umkehren können. Und das ist quasi der Untergang des Römischen Reiches, das ja heute erstaunlicherweise wieder abgefeiert wird.

Obwohl man ja sagen muss, hallo, das ist eine Sklavenhalter Gesellschaft, da geht es schon ganz klein in Oberschicht, geht es da gut. Und der Maße der Bevölkerung geht es aber nicht so gut, weil wenn da einer sagt, spring in die Odelgrömeine, dann muss der in die Odelgrömeine Springer. Also das ist nicht wirklich lustig und es ist auch nicht wirklich, dieses Gesellschaftssystem, auch nicht wirklich ein Vorbild.

Da muss man ein bisschen aufpassen. Die Römer sind, wie sie gesagt haben, dann untergegangen und allgemein das finstere Mittelalter beginnt, allgemein so betrachtet als eine Zeit des Abstiegs und der wirtschaftlichen Schwäche. Was ist passiert im Mittelalter mit dieser wahren Autobahn Donau? Ja, also das ist natürlich auch so ein Klischee, das dunkle Mittelalter, wo man halt im 19.

Jahrhundert entwickelt eben, wo man sagt, kultureller Höhepunkt in der Römerzeit und in der Antike, Ja gut, 4-3% der Bevölkerung und dann sagt man, kommt dieses finstere Mittelalter, die Herrschaft der Mönche, das ist jetzt wieder stark von der Aufklärung gedacht, da war nicht alles so schlecht an der Herrschaft der Mönche.

Nicht umsonst sagt man, unterm Krummstab lässt sich gut leben und dieses frühe Mittelalter ist in vieler Hinsicht beweglich. Es werden auch schon Erfindungen getroffen und man versucht tatsächlich wenigstens teilweise diese Sklavenhaltergesellschaft zu überwinden. Hat nicht hundertprozentig hinkaut, kommt dann wieder neue Wellen, aber sei es, sei es wie es ist, also diese.

Völkerwanderungszeit hat natürlich einen gewaltigen Blutzall, da wird alles durcheinander geschmissen, da wird geplündert, gemordet, vergewaltigt, aber auch gehandelt. Aber auch gehandelt. Übrigens, jetzt auch wieder, ich weiß, Ihnen gefällt es immer nicht, wenn ich so die bayerisch-österreichischen Sachen da loslasse, aber man muss jetzt in dem Fall, das wäre Ihnen jetzt schon gefallen, es gibt ja durchaus neue Theorien.

Wir haben uns ja immer gefragt, wo kommen jetzt die Bayern eigentlich her? Und die Haupttheorie war, dass wir von Böhmen runtergezogen sind. Weil man vermutet hat, Bavari, Bohemi und dann hat man auch ein paar Schmuckstücke gefunden, die in Böhmen vorgekommen und bei uns vorgekommen. Mittlerweile hat man die Schmuckstücke aber auch ganz woanders gefunden.

Jetzt gibt es eine neue Theorie, die nicht blöd ist. Nämlich, dass sie dieser Stamm der Bayern, dass sie der formiert hat, natürlich über militärische Einheiker, das ist ja nicht lustig, also muss die wehren. Und diese Bajowari, diese Führungsschicht hat eine Elite-Truppe gehabt und die haben sich womöglich, das ist diese neue Theorie, vielleicht sogar wahrscheinlich, die haben sich geformt in Norikum, also in Oberösterreich.

Und haben dann quasi, da gibt es ja diesen schönen Witz von Bruno Jonas, der gewinnt erhebliche Bedeutung und da scheint einiges zu stimmen, weil der Bruno Jonas hat doch gesagt, dass die Bayern so eine Mischung sind, aus Zurückgebliebenen, Fußkranken und Navostritz, fällt mir jetzt nicht ein. Österreich, ja.

Also Österreich gibt es da lange nicht aber insofern ist da wahrscheinlich sogar was dran weil im Bereich der gotischen Herrschaft kommt da jetzt so ein neuer Stamm mit einer neuen Führungsschicht und der übernimmt jetzt die Herrschaft in diesem Donauraum im gesamten Donauraum und von daher ist sehr viel Kontinuität bei uns drin und man muss sich das nicht mehr so erklären, dass man mir was Teufel von Böhmen, aus dem Baltikum und sonst irgendwo herkommen.

Ihr habt also damals schon Österreicher importieren müssen, damit aus der Donau wieder was Gescheites wird. Nein, zu uns hat auch Österreich einfach Gehört zum großen Bayerischen Reich. Und dann habt ihr euch irgendwann aus dem Staub gemacht. Ich habe das Gefühl, Sie wollen mir nicht verzeihen, was mit der Donau war und warum sie nichts da hat, die Mitleute. Wie ist es denn gegangen?

Ja, also diese Völkerwanderung war natürlich schon eine Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs. Nichtsdestotrotz, wenn wo gelaufen ist, dann auf der Donau. Weil, das habe ich ja schon erzählt, dieser Wassertransport ist einfach absolut konkurrenzlos. Die Straßen, es sind schon ein paar Römerstraßen da, aber wer soll die da halten?

Weil das ist ja der Hauptunterschied, diese staatliche Gewalt war im Römischen Reich, die war zentralisiert. Also der Kaiser hat überall hinwirken können. Durchadministriert von vorn bis hinten. Und jetzt kommt ein, wenn man so bei ihm im weitesten Sinne des Wortes föderales System, da sind nicht alle ein paar Meter sitzt eine andere staatliche Gewalt.

Und so ein Straßennetz da halten, da brauchst du eine Zentrale, die haben wir lange nicht. Und insofern hat dieses Wasser große Bedeutung und noch dazu kommt, dass die Donau ja von den Flüssen her ist ja die einzige wirklich große West-Ost-Verbindung. Alle anderen großen Flüsse, Volga etc., die gehen ja alle nord-südmäßig.

Und insofern bleibt es die Bedeutung. Und es kommt ja dann noch dazu, dass bei Passau der Inn in die Donau fließt. Und der Inn ist der zweite schiffbare Fluss in Bayern. Und in Österreich alles anders können Sie es vergessen. Sie können ein bisschen flößen, können Sie an der Isar schauen, aber richtig mit dem Schiff fahren, können Sie nur an Donau und Inn.

Und der Inn steht quasi die Verbindung nach Süden her, letztlich nach Italien über die Tauern, und vor allen Dingen wichtig für diesen bayerischen Zentralraum und dann auch für Böhmen stellt die Verbindung her zu den Salzvorkommen in Hall ein. Das ist die wichtigste. Berchtesgaden ist auch noch was da. Reichenhall hat ein bisschen andere Traditionen, aber die ist natürlich auch alt. Also haben sie.

Wenn man so will, ein Eck eines Quadrates ist durch Donau und Inn gebildet. Bei Passau gibt es dann die Fortsetzung über die Steige nach Böhmen. Auf der anderen Seite geht die Donau natürlich weiter, haben sie die Ostverbindung bis Wien. Die Donau ist bis Wien wirklich gut schiefbar. Und damit eine europäische Schlagader und einen Kreuzungspunkt im Passau von europäischer Bedeutung.

Deswegen, da ist immer was los. Das steigert sich dann allerdings im Spätmittelalter gehörig, weil das ist dann wieder die Zeit, wo sie die Städte etabliert haben, wo der internationale Handel mehr in Schwung kommt und wo man dann auch wirklich Schwerlasten, große Massen an Gütern transportiert und da ist die Donau dann in voller Blüte.

Sie haben es schon angesprochen, Salz war ganz zentral und Passau ist als zentraler Umschlagplatz, der direkt an der Achse liegt. Heut drehen wir uns leicht, heute kriegen wir Salz nachgeschmissen und müssen ja aufpassen, dass wir nicht zu viel Salz zu uns nehmen, weil schlecht fürs Herz und so weiter hier, gratis Gesundheitstipp von uns zwei Experten.

Warum war Salz so wahnsinnig wichtig damals? Ja, weil es eigentlich ein Grundnahrungsmittel ist, wenn man so weiß, ist Salz ein Mineral? Also das brauchen sie zum Leben, sie können ja noch nicht so leben. Und dann gibt es aber Regionen, die haben Salz vorkommen, es gibt Regionen, die haben keine Salz vorkommen. Böhmen hat nichts.

Dafür hat Böhmen aber Gold und Silber vorkommen. Und Böhmen ist auch ein sehr getreidereiches Land und auch ein Land, weil das spiegelt sich ja eigentlich. Also an der böhmischen Grenze setzt ja auch diese Mittelgebirgs- und Waldregion in Böhmen fort. Das ist ja eigentlich etwas ganz Tolles, was wir aber auch nicht, weil Sie vorher gesagt haben, wir berücksichtigen die Donau nicht.

Was bei uns auch völlig entschulden ist, dass wir eine tolle Mittelgebirgslandschaft haben, die vom Regen bis Bresburg vor Wien reicht, wo das Mühlviertel, ihre Heimat, dazugehört. Das ist überall geologisch dieselbe Struktur und politisch war das höchst verbunden im Grunde bis 1918 über die Staaten.

Da soll man jetzt aus niederbayerischer, aber auch aus oberösterreichischer Sicht, südtschechischer Sicht, da soll man viel besser zusammen, aber noch besser, die Anfänge sind ja gesetzt und eigentlich eine Arge machen, wie es es bei den Alpen gibt. Die Alpen haben ja zehn Staaten sozusagen, aber da muss man mehr draus machen.

Aber auf was ich eigentlich raus wollte, ist, dass dieser Getreidereichtum, Viehreichtum, dass sich das in Südböhmen spiegelt, dass die dann dazu Kohle ohne Ende haben. Weil die Silbervorkommen und die Goldvorkommen sind. Die haben ja quasi einen Dollar erfunden sogar. Also eine wichtige Prägungsstätte ist in Joachimsthal. Und von diesem Tal kommt der Dollar letztlich.

Zuerst der Taler, die Weltwährung. Man glaubt immer, mein, von einem Euro hat sich kein Mensch ausgekennt und so weiter. Man hat halt das versucht, das hat nicht immer hingehaut, aber oft versucht quasi über das Gewicht und den Silvorgehalt einfach zu regeln. Also wir haben eine Währungsunion, wir haben Freihandelsabkommen, wir haben offene Grenzen.

Also im Grunde ist das doch wie der Schengen-Raum damals im Mittelalter, die Donau. Ja, doch kann man sich auch so vorstellen, weil natürlich die Staaten da auch dazugeholfen haben, weil da einfach, die haben mit alle diese vielen Staaten, die es da gibt, profitieren natürlich über die Maut und über die Zollstellen.

Im Mittelalter unterscheidet man übrigens auch noch genau. Die Maut ist das, was man am Fluss kassiert und der Zoll wird dann an der Straße kassiert. Ansonsten haben wir ja vor kurzem auch noch bei uns gesehen, wie wichtig, dass die Maut da ist. Wir haben es leider auch wegen österreichischen Protesten, jetzt sind wir schon wieder so weit.

Wir haben auch wieder Schuld, ja. Ja, ja, eindeutig. Also ihr habt es geklagt und macht es aber selber. Jeder blecht sozusagen das komische Pickerl, wo man sich kaufen kann. Aber halt jeder. Aber halt jeder. Ja, das stimmt. Aber ihr solltet dafür kein Auto steuern, den wir natürlich schon steuern. Es ist, man hätte das ganze Unternehmen besser anparken können.

Zog zu flüssigen Autobahnen. Aber wurscht. Also da hat man einfach natürlich geschaut, dass das funktioniert. Das Ganze. Und Passau hat sich halt in diesem System, das ja ein Austauschsystem ist, Salz-Käm-3, Getreide, Unschlitt. Wissen Sie noch, was Unschlitt ist? Nein. Geht halt kein Mensch mehr. Unschlitt ist ein Tierfett.

Und das Tierfett hat man dann braucht in Salzburg unten in die Bergwerke zur Beleuchtung. Also das zenten sie dann als Grundstoff in die Fakten. Da hat man Kerzen dann daraus gemacht. Ja genau. Also das ist die Basis dieses Handelssystems Korn um Salz. Salz um Korn. Und dann sieht man sich da die anderen Produkte an.

Ganz wichtig aus Mittelmeerraum über Venedig, die Tauern und Salzburg vermittelt, ist das sogenannte Venedig-Gut. Das sind so die ganz großen Kostbarkeiten des Mittelalters wie Pfeffer, weil wir haben ja keinen Pfeffer. Andere Gewürze, das kommt alles aus dem Mittelmeerraum, gibt es bei uns nicht. Und unbezahlbar. Sehr, sehr teuer.

Dann Seide, diese edlen Stoffe und einiges mehr. Also das siebt sich an diesem System an. Dann auch so Kuriositäten, wo man halt denkt, wieso? Und dann aber, wenn man nachforscht, erfährt, dass das heute noch genauso ist. Die böhmischen Gänzfedern sind oftmals sogar an den Gänzen, also da haben sie die Gänzherren rüber drin, die waren total nachgefragt für Taunen, also für das Ausstaffieren von den Kisten.

Und wenn sie heute in ein vornehmens Taunengeschäft reingehen, ich habe das ein paar mitgemacht und habe das probiert und habe gesagt, ich möchte aber was mit böhmischen Gänzfedern. Und gesagt, ja was glauben Sie mir, sind wir Marktführer da? Natürlich haben wir mehr böhmische Gänsewehre, also sogar Heidner, weil die halt so besonders weich gelten.

Und das ist so dieses Handelssystem. Es ist ein bisschen, also in Böhmen, also wir haben einen Überschuss, aber es ist gerade in Böhmen über die Silber- und Goldwährung locker wehtmacher dann. Also es ist klasse, dass man die Donau hat und wunderbar große Mengen Waren mit relativ wenig Aufwand schiffen kann.

Aber wenn ich mir jetzt Passau anschaue, also ringsherum ist es eher hügelig. Wie bringt man jetzt das ganze Zeug, wenn es einmal angelandet und gelöscht worden ist, die Ladung, wie bringt man es jetzt rüber nach Böhmen? Ja, das sind diese goldenen Steige. Die wichtigsten gehen tatsächlich von Passau aus. Und nur da heißen sie ja goldenen Steige.

Die führen von Passau aus durch den Wald, auf dem höheren Wald. Nach Bergreichenstein, Brachatitz und Winterberg. Das sind diese Ankunftsorte im südböhmischen Bereich und dann letztlich nach Prag weiter. Und das ist die schon erwähnten Saumpferde, wo er jetzt quasi zwei Fassel, zwei Salzfassel dran hat.

Und die sind dann, weil das waren, darf man sich nicht so vorstellen, das ist das richtige Straßenwand. Das war so ein goldener Steig, klingt wie ein vergoldetes Viadukt, das da quer durch die Landschaft geschlagen ist. Trampelpfade waren halt die. Und man hat damals auch noch geschaut, dass man in die Höhenlagen kommt, weil in die Flusslagen und da war das dann wieder Überschwemmung oder sonst irgendwas, war da bondmatschig und mit einem Ross ganz leicht sozusagen in die Höhenlagen kommen. Das geht dann später mit einem Wagen und so nicht.

Aber dieser Handel hat tatsächlich so Dimensionen angenommen. Da gibt es auch Zahlen aus dem 16. Jahrhundert überliefert, wo man also weiß, allein nach Brachatitz waren da in einem Jahr 1500 Zahnpferde unterwegs. Also im ganzen Jahr, oder waren die halt das Jahr über hin und her und hin und her unterwegs?

Nein, das war jetzt quasi, die haben die Ware verzahlt und waren in einem Jahr da unterwegs. Jetzt ist aber das nicht so, dass die das ganze Jahr transportiert haben, sondern das wandelt sich dann zwar im 16. Jahrhundert, aber man richtet sich da stark an die Wintermühle, man möchte es nicht glauben.

Aber weil der Boden halt gefroren ist und so, es geht immer darum, dass da sichere Grundlage ist. Da hast. Das ist ja wirklich konterintuitiv. Ja, es ist ganz anders wie heute. Wie lange hat so ein Transport dauert mit so einem Maulesl oder einem Pferdl vom Passau bis nach Bachertitz? Also sie können mit einem Lastpferd ist das ähnlich, die Strecke ähnlich, die sie mit dem Fuß zurücklegen können, je nachdem wie Versteigungen sie drin haben.

Also so rund ein paar 30 Kilometer ist der Tagsschnitt dann da. Also man hat gut zu Fuß sein müssen. Man hat gut zu Fuß sein müssen. Die sind natürlich auch den ganzen Tag gezogen. Das ist jetzt das, was man halt beim normalen Pferdetransport hernimmt. Wenn es wirklich ausgelastet war mit 150 Kilo, dann wäre das eher Richtung 20 Stundenkilometer.

Dann gange es aber so zwischen 20 und 30. Also 30 Kilometer, nicht Stundenkilometer, aber gar nicht. Also man hat, da gibt es dann auch Zahlen aus dem endenden 18. Jahrhundert, da sind es aber dann schon überwiegend Fuhrwerke, die dann da verkehren, aber sie brauchen immer noch mehrere Tage, um von Wasser jetzt zur tschechischen Grenze zu kommen.

Hat man da gut leben können als so ein Salzhändler? Wie viel hat man gekriegt für 150 Kilo Salz? Jetzt hat man dann ein paar Wochen leben können davon. Ja, also ich kann es ja nicht auf Tage und Wochen ausrechnen, aber wir sehen das im Passau, dass die Salzhändler, die Salzführer selber, dass die schon zur gehobenen Bürgerschaft gezählt haben.

Aber da muss man jetzt auch wieder unterscheiden, die großen Salzhändler waren die Schiffsleute, die sich im Passau auch vereinigt haben, in der Bruderschaft der Passauer Schiffsleute und Salzfertiger, die es ja lustigerweise heute noch gibt, ist die sogenannte Lampelbruderschaft, noch ein Stifter benannt, wo die verdienten Passauer da drin sitzen.

Also das sind die Schiffsleute, die großen Salzhändler, die machen Vermögen. Und der eigentliche Salztransporteur, also da bist du natürlich nicht reich war mit sowas, aber du hast, und das ist so ein Prinzip, das darf man im bayerischen Wald nicht unterschätzen, es zieht sich weit bis in unsere Zeit hinein.

Du hast natürlich, wenn du da nebenher noch so eine Sache hast und gehst dann quasi in der entsprechenden Zeit, machst du deine Transporte und dann bewirtschaftest deine Sache, kommst du super um die Runden. Jetzt hat der Unterlauf, also Niederbären, der Salzhandel floriert. Was tut sich am Oberlauf?

Ja, also beim Oberlauf, da ist es ein bisschen tatsächlich ruhig natürlich. Schau mal deswegen, weil so richtig schiffbar ist die Donau nur bis Ingolstadt. Wenn du es dann weiter transportierst, musst du umladen auf die Flöße. Da kommen dann die berühmten Ulmer Schachteln ins Spiel. die dann auch Frachtgüter transportieren.

Aber die Hauptrichtung des Salzhandels ist bis Anfang des 17. Jahrhunderts, geht nach Norden ein und nicht nach Westen. Das ist dann eine Handelsrichtung, die erst das Kurfürstentum Bayern danach einschlägt. Dann wird das auch wieder bedeutsam. Aber es ist mühseliger. Wie die Donau von Ingolstadt bis Wien.

Wenn man ja nicht so zuhört, dann kann man den Eindruck gewinnen, Niederbayern war ein Handelszentrum, eine Art, wo blühende Geschäfte gemacht worden sind, wo das Geld und Silber und Gold aus Böhmen ist gerade noch so hereingeprasselt. Aber jetzt hat auch Passau als großer Umschlagplatz heute jetzt nicht diesen Ruf einer großen Handelsstadt oder so eines Binnen-Venedigs.

Und man hört ja eigentlich nichts mehr vom Salzhandel. Wo ist der denn hin? Knachpunkt ist das Jahr 1598. Davor ist ein 100-jähriger Krieg. Den kennt man ja eigentlich nur von zwei anderen Ländern. Ich habe das auch aufgebracht, aber es stimmt, weil man sich über 100 Jahre streiten sich das Herzogtum Bayern mit dem Hochstift Passa.

Das ist auch ein Staat, das ist nicht nur die Diäzese, sondern das ist die gleiche Nummer für das Herzogtum eigentlich. Bischof ist weltlicher Herr wie der Herzog, das Erzherzogtum Österreich, das Erzhochstift Salzburg, die streiten sie um diesen Salzhandel. Und es scheint so, dass derjenige, der da den Zwirn eingebracht hat, dass das von Bayern ausgegangen ist, nur die Österreicher haben es dann natürlich sofort prompt wieder nachgemacht.

Und zwar hat das System, Sie haben das glaube ich ganz richtig geschildert, bis zu diesem Jahr war tatsächlich dieser ostbayerische Bereich hat eine große Blütezeit hinter sich gebracht. Das erkennen Sie daran, da brauchen wir uns gar nicht lange abeinander tun. In Landshut gibt es ein bayerisches Teilherzogtum. Wie heißen die?

Das sind die reichen Herzöge, sprichwörtlich. Die haben einen großen Silberschatz in Burghausen gehabt. Kennen Sie wieder gut. In Burghausen hat man die Schätze abgeschoben, nämlich zum einen den Staatsschatz und die ausgemusterten Ehefrauen, die haben dann auch nach Burghausen müssen. Und also daran sehen Sie das schon einmal. Man hat immer die armen Münchner Väter, hat man immer angeschaut, weil München war das zweite Teilherzogtum.

Und dann kommt dieses Stichjahr 1598. Davor ist leider das Herzogtum Niederbayern. Abgeschafft worden und mit Oberbayern wieder vereinigt worden. Und dann kommt 1598 dieses Stichjahr, wo der Herzog Maximilian, der spätere Kurfürst Maximilian, auf die geniale Idee kommt, ich kannte eigentlich dem Erzbischof von Salzburg sein ganzes Salz abkaufen.

Weil damit sind die Passer auf dem Trocknen gesessen. Das heißt, eine politische Entscheidung hat die Wirtschaft hier in der Gegend drin. Ja, und das hat sich auch in der Forschung noch gar nicht so durchgesetzt, die Meinung. Man muss das einfach schon sagen, vorher hat sich diese Einkünfte aus diesem Handelssystem auf ganz viele verteilt.

Und das ist natürlich gut, weil deswegen blühen die Städte und die Ortschaften, wenn sie da wo einander schauen, was wir da für tolle spätgotische Kirchen haben. Wenn es so schön, die Flut hebt alle Boote gleichzeitig. Ja, genau. Und er hat das dann quasi verstaatlicht, der Maximilian. Der Salzhandel ist bayerisches Monopol.

Dann reißt er sich das Weißbier-Monopol unter den Nagel. Das war vorher eine Weitler-Geschichte. Das haben die Herren von Schwarzenberg und Degernberg das Privileg gehabt, das ausschließliche. Das reißt sich er unter den Nagel. und dann mit der Verstaatlichung des Salzhandels kommen auch noch führende und gute Beamte an den Münchner Hof.

Und wenn man dann schaut, am klarsten wird das eigentlich, wenn man sich dann fragt, was macht dieses Herzogtum Bayern mit der Hauptstadt München, ab da ist dann München Hauptstadt. Was macht das eigentlich aus? Wo kommt das meiste Geld her? Man muss dazu sagen, dass das Bayern eine ganz große Rolle spielt im Dreißigjährigen Krieg, eine viel größere und mächtigere Rolle wie Österreich.

Der bayerische Herzog hat einen österreichischen Kaiser immer hinter sich herziehen müssen, dass da ein bisschen was weitergeht. Aber wie kommt das eigentlich? Und wenn man dann die Staatshaushalte anschaut, dann sieht man, dass die beiden wichtigsten Positionen, und zwar bis ins 19. Jahrhundert, die Einnahmen aus dem Salzhandel waren, erstens, und zweitens die Einnahmen...

Viehantl. Weißbier. Weißbiermonopol. Und das hat sich irgendwann einmal umgekehrt und wieder zurückverwandelt. Aber diese beiden Sachen, die eigentlich aus Niederbayern stammen, tragen den bayerischen Staat. Aber nicht mehr Niederbayern. Nicht mehr Niederbayern. Wir haben ein bisschen die Arschkarte gekriegt.

Darf man das sagen? Einmal darf man es, glaube ich, sagen. Darf man es sagen? Ja, sonst zensieren wir es. Also entschuldigen wir jetzt gleich. Ja, also die Wirtschaft ist am Arsch in Niederbayern. Ab 1598 haben sie gesagt. Ja, wie geht es dann weiter? Jetzt sind wir noch weit weg von der Industrialisierung. Die Flüsse müssen doch eigentlich immer nur eine wahnsinnig wichtige Bedeutung spielen.

Eine Eisenbahn ist noch lange nicht am Horizont. Was tut sie am Donaulauf in Bayern die nächsten 100, 200 Jahre? Spielt auf alle Fälle auch noch eine Rolle. Es geht schon langsam an mit dem Granittransporter. In der ersten Hälfte 19. Jahrhundert ist der mit am wichtigsten. Getreide geht natürlich noch hin und her, nicht zu vergessen der Wein natürlich, eigentlich ganz unverständlich, dass man aus Österreich diesen Zahnfeld Lina und so in Massen nach Richtung Westen transportiert hat, aber das war der Fall, in die andere Richtung geht es übrigens auch, da ist es wieder verständlich an den guten Frankenwein und so natürlich, klar, der also nicht ganz so viel Säure hat, also Wein wird transportiert,

Lebensmittel wird transportiert, dann werden natürlich irgendwelche Feldzüge, Wand, die Türkenkriege, spielen ja dann eine Rolle, muss ja der Nachschub irgendwo gehen. Und dann ganz kurios, man findet das manchmal ein bisschen versteckt in die Mautbücher. Das ist eine total wichtige Quelle, die wir haben, die noch nicht so wirklich ausgewertet ist.

Aber das ist auch nicht schön, das zu interpretieren. Mühselige Geschichte. Finden Sie so Sachen wie Haschbraunis da drin? Und die heißen aber natürlich nicht Haschbraunis, aber es heißt Hanfkuchen. Was soll ein Hanfkuchen? sonst sein? Ja, aber mit Wirkstoff. Ja, das hat damals noch keiner gewusst, wie man so einen Wirkstoff ausfiltriert oder so.

Also Hanfkuchen ist für mich ein Harschbraunie. Das heißt blühender Drogenschmuggel auf der Donau damals. Wahrscheinlich schon. Aber Handelszentrum Niederbayern, Handelszentrum an der Donau, die Geschichte ist vorbei. Nein, die sind von der Bedeutung nach unten gedampft. Es ist so im Grund Geschwurbel, läuft tschau, na was.

Und sie dürfen natürlich eins nicht vergessen, wir haben ja natürlich immer noch eine landwirtschaftliche Gesellschaft. Und erst mit dem Fortschreiten der Industrialisierung schauen wir mir auf so eine landwirtschaftliche Gesellschaft immer rüber und sagen mir, das waren lauter Notleider und immer am Existenzminimum.

Trärtlicher, wie wir in Österreich sagen. Im Wald hat man die Nautigen in den Höhenlagen drin. Also das ist aber erst ein Blickwinkel, der erst mit der Industrialisierung kommt. Und die Wahrheit ist komplexer. Es hat natürlich immer Regionen gegeben, die in Notlagen waren. Aber die Donauregion, da kommen einfach verschiedene Systeme zusammen, die zusammengeführt werden von den wichtigsten Grundherren.

Die wichtigsten Grundherren sind die Klöster und sind die Hochstifte. Und da sind wir wieder bei dem Spruch, unter dem Krummstab ist gut leben. In der Niederaltächer Grundherrschaft, sind uns Fälle bekannt und es könnte sein, dass das allgemein üblich war. Ich muss dann einmal mehr nachbohren, aber uns sind Fälle bekannt, wenn dir jetzt zum Beispiel, was weiß ich, in Felder, Fichtach oder Kloster, Rindnach, wenn dir da als Niederaltächer Untertan dein Hof abbrennt ist, hast du das Holz für den Wiederaufbau kostenlos vom Kloster Niederaltächer gestellt bekommen. Das aber nicht.

Und das Kloster hat, das gibt es eine berühmte Arbeit über die Säkularisation von Dietmar Stutzer, wo der sagt, wir die gewirtschaftet haben, ganz furchtbar. Nicht intensiv, sondern extensiv, weil die nicht so genau geschaut haben, wann die Kredite von den Bauern, die es die Bauern gegeben haben, zurückgezahlt worden sind.

Ja hallo, aus Perspektive von Bauern kann ich das nicht anschauen, oder wie? Also da sieht man, dass das ein Gesellschaftssystem war, das stark auf die Leid geschaut haben. Unter dem Krummstab ist gut Leben, da ist was dran. Und die Grundherren vermitteln die verschiedenen Produkte, die aus dem Wald kommen.

Gehört natürlich, das ist ja kein Produkt, aber es gehört natürlich auch die Arbeitskraft dazu. Der Wald hat immer einen gewissen Überschuss gehabt. Die sind dann in Geibohnen als Erntehelfer, Magd und Knecht. Und der Geibohnen ist sozusagen das Herz dieses Systems, weil das das fruchtbarste Ackerland auf der ganzen Welt ist.

Eine Einbeziehung von Bayern und der Donau ist mir doch noch eingefallen, aber nur dann, wenn man sucht nach besonders absurden, langen Wörtern, nämlich die Donaudampfschifffahrtsgesellschaft und ihre verschiedenen Kapitäne und deren Kajütenschlüssel und so weiter. Wann kommt die auf? Das ist ganz wichtig, dass Sie das sagen, weil ich vermute, wir haben heute ja stark gefragt, dass wir über das reden, warum ist die Donau wichtiger für Österreich oder präsenter im Österreich-Bild als im Bayern-Bild.

Ich glaube, dass die österreichische, königlich-kaiserliche Donau-Dampf-Schifffahrtsgesellschaft da eine ganz wichtige Rolle spielt, weil unsere Versuche in Bayern, also wir gründen in Regensburg 1839, glaube ich, oder 1840, gründen wir auch eine Donau-Dampf-Schifffahrtsgesellschaft. Da wird das erste Donau-Dampf-Schiff benannt nach Ludwig I., läuft da vom Stapel.

Der Ludwig ist ein großer Kanalfan. Leider werden wir wahrscheinlich später noch einmal reden. Der Aff, muss ich schon sagen, setzt auf diese depperten Kanäle. Und diese Donau-Dampfschifffahrtsgesellschaft, die soll die Verbindung, die bayerische, die Verbindung von Ulm mit Linz herstellen. Aber nach Ulm sind sie nur ein einziges Mal gefahren.

Aus dem Grund, den man eigentlich seit vielen hundert Jahren gewusst hat, weil halt der Streckenabschnitt ab Ingolstadt einfach nicht geeignet ist. Nicht für Zille und schon gleich gar nicht für ein Dampfschiff. Und insofern ist diese bayerische Gesellschaft bankrott gegangen und dann hat die Österreich, die erfolgreichere königlich-kaiserliche Dampfschifffahrtsgesellschaft, die aufkauft und ist seitdem tatsächlich für die Strecke sowohl an Personen- als auch an Lastenverkehr betrifft, sagen wir mal Ingolstadt, der wichtigere Ort war immer Regensburg für sowas, von Regensburg bis Wien in österreichischer Hand.

Das ist ein schöner Ort, finde ich, um diese Sendung zu beenden, weil so positiv werden sie sich wahrscheinlich lange nicht mehr über Mayheim oder Österreich äußern. Wir haben den sicheren Hafen erreicht, aber ich dachte, das nächste Mal steigen wir um vom Schiff auf die Eisenbahn, weil jetzt müssen wir uns über die Industrialisierung natürlich auch noch unterhalten.

Wir hoffen, sie haben ein bisschen Spaß gehabt, vielleicht haben sie sogar was gelernt. Ja, und das nächste Mal schauen wir uns an, wie es dann weitergegangen ist im vermeintlichen Armenhaus von Bayern und Niederbayern, Nämlich, dann fahren wir mal mit der Eisenbahn in den Bayerischen Wald, oder? Ja, das machen wir auch. Und winken wir raus und sagen, wir haben eine Teere im Führzeug.

So schaut es aus. Vielen herzlichen Dank, dass Sie wieder zurückkehrt haben. Herr Dr. Leubel, danke, dass Sie wieder extra herkommen sind zu uns. Und bis zum nächsten Mal. Auf Wiedersehen. Wenn ihr die nächste Folge nicht verpassen wollt, dann lasst gerne ein Abo da. Ihr habt Fragen, Anregungen, Kritik oder Lob?

Dann schreibt uns gerne an podcast.mgbayern.de oder hinterlasst uns eine Bewertung. Ein Bayer und ein Halber historische Zeitreisen mit Dr. Richard Läubel ist ein History-Podcast der Mediengruppe Bayern. Host und Recherche Johannes Munzinger und Dr. Richard Läubel. Konzept Dr. Richard Läubel, Johannes Munzinger und Martin Wanninger.

Redaktion Johannes Munzinger. Produktion Anja Kurz. Sprecherin Katharina Czava. Mit Musik von ScoreSquad über Soundtaxi. Besonderer Dank an Walter Berndl.

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