
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
#84 Wenn dein Geburtstag zum Todestag wird
Dienstag, 23. Juni 2026 · 54 min
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Shownotes
Als Julian Webb am 6. Juni 1994 seinen 31. Geburtstag feiert, freut er sich auf sein Lieblingsessen: ein besonders scharfes Curry, gekocht von seiner Frau Dena. Kurz nach dem Abendessen geht es ihm plötzlich schlecht. Am nächsten Morgen ist er tot. Zunächst scheint niemand genau zu wissen, warum der junge und gesunde Mann gestorben ist. Doch seine Mutter Rosemary glaubt nicht an einen natürlichen Tod. Sie beginnt Fragen zu stellen – und stößt auf Ungereimtheiten, die Jahre später eine ganze Reihe von Lügen, Betrügereien und mutmaßlichen Verbrechen ans Licht bringen werden.
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Am 6. Juni 1994 hat Julian Webb Geburtstag. Er wird 31 Jahre alt. Groß feiern will er seinen Geburtstag nicht. Eigentlich will er nur etwas Leckeres essen und den Abend dann mit seiner Frau Dina verbringen. Zu seinem Geburtstag wünscht er sich ein extra scharfes Curry. Das liebt er. Es ist so scharf, dass ihm Tränen in die Augen schießen. Genauso wie er es mag.
Seine Freunde scherzen schon immer über seinen Drang nach scharfem Essen, über seinen eisernen Magen. Während andere schon längst nach einem Glas Milch gegriffen hätten, um die Schärfe und das Brennen zu lindern, kippt sich Julian immer noch extra scharfe Soße auf sein Essen. Es ist eine Marotte, ein Charakterzug, etwas, das Julian zu dem macht, der er ist.
Und es ist tragischerweise auch das Detail, das ihn zum perfekten Opfer macht. Was erst wie ein Unfall aussieht, wird Jahre später doch noch aufgeklärt. Und damit auch die Frage, was ihn mit einem Mann verbindet, hinter dem erst Disney und dann die Mafia her war. Hallo, hallo, hallo. Herzlich willkommen in dieser Woche. Das ist eine verrückte Aufnahme, das muss ich direkt zu Beginn mal sagen, weil das die erste ist, in der wir uns hier online treffen und direkt auf Rekord drücken und ich noch nicht mal fragen konnte, wie es Flo geht, bevor wir hier angefangen haben aufzunehmen.
Deswegen bin ich, ich bin irritiert. Florian. Ja, ich merke es. Du bist ganz aus dem Häuschen. Ich habe gesagt, wir nehmen das Material alles mit in die Folge. Ich habe nämlich gerade eine 24-stündige Reise hinter mir und bin gerade eben, in Konstanz angekommen. Konstanz. Konstanz, eine wunderschöne Stadt. So wie so auch die Schweiz.
Ich bin von Zürich mit dem Zug hergefahren. Es ist ein Klischee, dieses Land. Es ist alles so, wirklich, dann stehen da auch noch Kühe rum und die Sonne scheint. Ach, die Zugfahrt stellt mir traurig vor. So leicht gezuckert der Schnee. Also es ist wirklich, es ist ein absolutes Klischee, dieses Land. Hast du den Bodensee gesehen?
Ich habe den Bodensee gesehen und eine Armada an Rentnern, die hier alle ihre Batterien vom E-Bike mit aufs Zimmer schleppen. Die können alle was unterschreiben müssen, damit hier die Sicherung nicht durchbrennt. Das ist ja lustig. Ungelogen bestimmt 30 Rentner mit so Batterien unterwegs. Hast du doch Sicherheit, dass du dich heute an der Hotelbar mit interessanten Menschen unterhalten kannst? Die haben bestimmt was von ihnen will.
Ich glaube, die Hotelbar werde ich heute nicht mehr sehen. Du siehst aber für 24 Stunden reisend ziemlich fresh aus, Ja, ich habe in der Lounge in Wien noch mal geduscht. Na klar. Eh klar. Ich habe mir bei dem Intro gerade gedacht, ist Julian vielleicht auch moi? Weil ich bin genau wie Julian, so ein Typ, der überall gerne Chili-Soße oder so Hot Sauce drüber kippt.
Auch wenn es gar nicht passt. Ich reiße mich gerade wieder so ein bisschen zusammen, weil das teilweise komplett ausgeartet war, weil ich das wirklich überall drauf gekippt habe. Und dann schminkt es halt meistens immer nur nach der Soße. Oder nach der Schärfe. Und das ist ja auch nicht ganz Sinn der Übung.
Aber ich kann ihn dahingehend verstehen. Okay, okay, okay, okay. Was ist das Verrückteste, worauf du Hot Sauce so gemacht hast? Das liegt, glaube ich, im Auge des Betrachters und der Betrachterin. Diplomatische Antwort. Ja, aber ich mache es natürlich auch auf jeden Salat. Also ich habe es wirklich eine Zeit lang auf jedes Essen gemacht. Mhm.
Es ist die vorletzte Woche im Juni. Das heißt, bald ist schon ein halbes Jahr rum. Das ist mir eben bewusst geworden. Das ist absurd. Ich stecke in Vorbereitungen, denn ich fahre das erste Mal in meinem Leben auf die Fusion. Die geht jetzt los. Also, wenn ihr mich nächste Woche hört oder übernächste, habe ich hoffentlich noch eine Stimme, aber die wird vielleicht ein bisschen kratzig klingen.
Und ja, was wirst du noch erleben, Flo, im Juni? Im Juni? Ich reise gerade viel rum und ich freue mich sehr darauf, dass wir Ende Juni, in Michigan sind, am See und die Beine hochlegen und mit dem Bötchen rausfahren und auf dem Wasser... Bisschen snacken und ein paar Drinks einnehmen. Flo und mein Leben ist so unterschiedlich manchmal.
Nee, nicht manchmal. Ich im Zelt auf der Fusion. Immer. Flo im Boot in Michigan. Könnten mich ja keine zehn Pferde hinbekommen. Also wirklich. Ja, ich bin gespannt. Mich auf so einen dreckigen Acker in Brandenburg. Nee, McPom ist das schon. McPom, ja. Nee, noch schlimmer. Also wirklich. Ich will mein warmes Bettchen, die Klimaanlage und den gekühlten Margarita auf dem Boot.
Und ich sag mal so, ich kenne dich, da würdest du auch nicht Nein sagen. Ich wollte gerade sagen, aber in mir schlagen ja zwei Herzen. Ich bin ja für jeden Schabernack zu haben und deswegen werde ich dieses Ja-Diffusion mal besuchen. Einfach mal, warum denn nicht? Einfach mal gucken. Und dann freue ich mich natürlich auch wieder auf mein eigenes Bett.
Und ich habe zwar keine Klimaanlage in Berlin, braucht man auch nicht, aber ja. Auf ein schönes Bett und einen kühlen Drink und eine richtige Dusche freue ich mich natürlich auch. Aber bevor wir jetzt hier rumplappern und das zur gemischten Platte wird, die es ja überhaupt nicht ist, es ist ja eine reguläre Folge von Crimes, würde ich sagen, legen wir doch mal los, oder?
Du hast da was ganz Wichtiges vergessen. Ich dachte, die Leute wüssten das schon jetzt. Das müssen wir schon immer noch dazusagen, dass wir in der x-ten Woche unseres neuen Lebens sind. Inklusive Website. In der zweiten. Stimmt. Und inklusive Steady. Das heißt, wir werden jetzt auch Namen nennen, die diese Folge als Patin begleiten.
Das werden wir jetzt immer noch hinzufügen. Deswegen kommen hier jetzt die Personen, die uns in dieser Woche unterstützen. Vielen Dank an Timo, Sebastian, Birte, Isa, Raffaela, Stefanie, Marlene, Bettina, Sandra, Lea, Christine, Nina, Virginia, Sarah, Yvonne und Charlotte. Schön, dass ihr Mitglied seid. Stimmt ja völlig, dass ich das vergessen habe, ist ja bescheuert. Ich dachte, du meinst den Hinweis auf unsere Website.
Ja klar, die Leute, die haben natürlich extra Platz verdient, ja. Ja, und weißt du, ganz ehrlich, stecke ich so viel Zeit rein, diese Website aufzubauen und dass man diese Bilder dann sieht und Infos und so weiter. Und was ist die beliebteste Seite auf der Website? Die Spiele-Seite. Ja, schönen Dank auch.
Auf der bin ich auch am liebsten unterwegs. Ja. Ist doch gut. Also ja, www.wasschmecktdahinter.de ist unsere tolle Website mit beliebten Spielen und allen Fotos zum heutigen Fall und weiteren Informationen. Also schaut da bitte gern vorbei. Ja. Und jetzt sage ich, let's go. Julian arbeitet in der Medien- und Werbebranche. Er ist gut in seinem Job und bei seinen Kolleginnen sehr beliebt.
Angeln, Wandern und Zeit in der Natur verbringen, das liebt er. Freunde beschreiben ihn als optimistisch, vertrauensvoll und vielleicht ein bisschen naiv, wenn es um Herzensangelegenheiten geht. In Sachen Liebe lief es nämlich in seinem Leben bisher eigentlich nicht so gut. Aber das hat sich jetzt geändert, denn er ist verliebt. Julian und Dina lernen sich im Jahr 1991 über eine Kontaktanzeige in der lokalen Zeitung kennen.
Als sich die beiden zum ersten Mal treffen, ist Julian geflasht. Er findet Dina toll. Sie ist attraktiv, aufmerksam und interessant. Und sie gibt ihm das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Schnell kommen die beiden zusammen und schon drei Monate nach ihrem Kennenlernen beschließen, die beiden zu heiraten.
Doch Julians Mutter Rosemary ist besorgt. Sie findet das alles irgendwie zu schnell und warnt ihren Sohn, dass er diese Frau doch kaum kenne. Dass es gefährlich sein kann, eine Ehe zu überstürzen, dass die beiden sich doch noch Zeit lassen könnten mit ihrer Hochzeit. Doch Julian ist bis über beide Ohren verliebt und hört nicht auf seine Mutter.
Im August 1991 heiraten Julian und Dina in Chichester in West Sussex. Es ist eine kleine Zeremonie, nichts Aufhändiges. Chichester? Chichester. Chichester. Von dem Ort vorher noch nie gehört, man schreibt ihn C-H-I-C-H-E-S-T-E-R. West Sussex? In welchem Land sind wir eigentlich? Wir sind in Great Britain. Great Britain. Ja, in Great Britain. Jawohl.
Von der Hochzeit habe ich ein Foto. Stimmt, wir sind ja in den 90ern. Wir sind absolut in den 90ern. Was man natürlich jetzt anhand der Frisuren aber so dermaßen sieht. Wobei, ich muss es gleich eingrenzen, das könnte auch ein Bild, ein schlechtes Bild aus dem Jahr 2026 sein, weil die Frisuren, die sieht man auch wieder.
Ja, also fröhliche Dauerwellen. Sorry, ich habe seinen Namen schon wieder vergessen. Julian. Julian hat einen Oberlippenbart. Wie er im Buche steht. Generell, ich habe das Gefühl, er hat nicht viel Bart. Also es sieht so aus, als hätte er den sehr sorgfältig kultiviert, dass der halbwegs kräftig ist.
Ja, die beiden sehen nett aus und sehr verliebt, weil du gerade meintest, die Mutter hat so ein bisschen gewarnt. Es ging alles so schnell. So von dem Foto muss ich sagen, die sehen beide richtig glücklich aus. Finde ich auch. Das ist ein süßes Foto, ja. Die Wange und die Stirn sind so aneinander geschmiegt und sie strahlen in die Kamera.
Und ja, feiern ihre Liebe. Ja, ihr Hochzeitskleid sieht man nicht, man sieht nur ihren Kopf. Aber er hat eine bunte Krawatte auch an, eine farbenfrohe Krawatte. Ja, also die beiden sehen sehr glücklich aus, was Julian zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt. Die Ehe zwischen den beiden ist illegal. Was? Aber dazu später mehr. Nee. Doch.
Ich mache hier die Regeln, ist meine Folge. Ja, du merkst. Oh Mann ey, illegal. Egal. Okay, das bin ich aber jetzt mal gespannt. Darf ich schon spekulieren? Nee. Warum? Nee, noch nicht. Auch nicht. Gut. Nachdem ich die Regel gemacht habe, dass wir nicht vor Aufnahme sprechen dürfen, habe ich jetzt alles abgegeben. Das ist jetzt die Rache der kleinen Frau.
Nach der Hochzeit ziehen die beiden in ein Haus in Jepton, einem Dorf südwestlich von London. Mit dem Auto braucht man ungefähr zweieinhalb Stunden in die Hauptstadt. Der Süden Englands, in dem die beiden wohnen, ist malerisch. Hier ist es ruhig, das Meer ist nicht weit weg und die Menschen, die hier leben, kennen und achten sich.
Und um dir einen Eindruck von der Gegend verschaffen zu können, habe ich ein Foto von Jepton dabei. Ich stelle mir das genauso klischeehaft schön vor wie die Schweiz oder hier die Gegend um Konstanz. Ich schicke dir jetzt einen Link... Und dann landest du auf so einem Schwenkbild. Ja, einmal Google Maps.
Das ist so ein Drohnenbild über Japten. Okay, ich hab's mir schöner vorgestellt. Also das könnte auch irgendwo in Niedersachsen sein. Ziehst du deinen Schweiz-Kommentar zurück? Ja, das Einzige, was ich von Niedersachsen unterscheide, ist dann doch, dass wenn man ein bisschen reinsummt, sind die Häuser doch, die sind ganz schnuckelig, die Häuser.
Das sind so klassische englische Backsteinhäuser. Ansonsten, es ist jetzt nicht das Südengland, was ich gerade vor Augen hatte. Ich habe noch ein weiteres Foto für dich von einer Straße mit so einem typischen Haus in Jebten. Ich meine, das Wetter ist jetzt auch nicht hervorragend auf den Bildern, muss man dazu sagen.
Wenn die Sonne scheinen würde und alles blühen, würde das wahrscheinlich anders sein. Also das Bild macht mir ganz schlechte Laune. Sorry. Aber ich bekomme eine Idee. Es ist ländliches England, aber es ist jetzt kein High-End-Schickimicki-England, sondern so das ehrliche, bodenständige England. Die Tage vor dem 6. Juni 1994, also die Tage vor Juliens Geburtstag, verlaufen im Haushalt der Webs eigentlich ganz normal.
Julien geht zur Arbeit und verbringt viel Zeit mit Dina. Sie sprechen über seinen bevorstehenden Geburtstag und schmieden Pläne für einen ruhigen Abend. Auch Dina freut sich auf den Abend zu zweit und sie will, dass der Tag etwas Besonderes für Julian wird Deshalb fragt sie ihn, was er zum Abend essen möchte, Und der wünscht sich, surprise surprise, richtig scharfes Curry, Dina muss lächeln und verspricht ihm, dass sie ihm das schärfste Curry kochen wird, das er je gegessen hat, Was er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, das wird das letzte Curry seines Lebens sein.
Am Abend des 6. Juni ist Julian mit Dina zu Abend und sie hat nicht so viel versprochen. Das Curry ist wirklich extrem scharf. Seine Frau hat sich dieses Mal selbst übertroffen. Wenige Augenblicke später klingelt das Telefon. Julians Mutter Rosemary ruft an, um ihrem Sohn zu gratulieren. Doch dem geht es nicht gut. Deswegen geht Dina ans Telefon und nimmt den Hörer ab.
Sie sagt ihrer Schwiegermutter Rosemary, dass Julian sich unwohl fühle und nicht mit ihr sprechen könne. Na dann solle Dina doch bitte einen Arzt verständigen. Das mache sie, sagt sie. Doch erstmal muss sie Julian jetzt ins Bett helfen. Ihm ist übel und schwindelig und er zittert am ganzen Körper. Außerdem hat er Schwierigkeiten zu atmen und ist verwirrt.
War das Curry vielleicht dieses Mal ein bisschen zu scharf? Sein Zustand verschlechtert sich über Nacht. Seine Atmung wird immer schwerer. Und dann, Schritt für Schritt, schaltet sich sein Körper langsam ab. Am Morgen des 7. Juni 1994 ist Julian Webb tot. Er wurde 31 Jahre alt. Und was macht Dina? Statt den Notarzt zu rufen, fährt sie zu Juliens Arbeitsplatz und erkundigt sich nach seiner Death in Service, also einer Art Sterbegeldzahlung.
In Großbritannien ist so eine Death in Service keine gesetzliche Pflicht, aber viele Arbeitgeber bieten sie als freiwillige Zusatzleistung an. Es handelt sich dabei um eine steuerfreie Einmalzahlung in Höhe des zwei- bis vierfachen Jahresgehalts, die an Hinterbliebene von Verstorbenen ausgezahlt wird.
Nur wenige Stunden nach Juliens Tod versucht Dina also, 36.000 Pfund von Juliens Arbeitgeber zu kassieren. Das wären heutzutage umgerechnet ungefähr 40.000 Euro. Die Geschichte könnte hier zu Ende sein. Aber ihr habt ja sicherlich schon gesehen, dass die Folge genauso lang ist wie unsere normalen Folgen.
Deshalb kann ich euch verraten, das war nur ein kleiner Auszug aus Dina Webbs oder um genauer zu sein, aus Dina Thompsons Leben. Und wäre Julians Mutter Rosemary nicht, wer weiß, wohin sich das alles noch entwickelt hätte. Wir springen jetzt erst mal viele, viele Jahre zurück. So viele Jahre können wir doch gar nicht zurückspringen. Die ist doch auch erst um die 30, oder? Wir haben 94, absolut richtig.
Ja, okay. Also okay, na dann, okay. Wenn wir zwei zurückspringen, dann springen wir wahrscheinlich in ihre Kindheit. Dina wird im Jahr 1960 in Händen, einem Vorort im Norden von London, geboren. Ihr Vater arbeitet als Gefängniswärter, ihre Mutter schmeißt den Haushalt und übernimmt den Großteil der Erziehung.
Nachdem Dina die Schule beendet, arbeitet sie bei der örtlichen Bausparkasse. In dem Finanzinstitut kümmert sie sich um Hypotheken, Sparpläne und all das, was Menschen bei ihrer finanziellen Zukunftsplanung so benötigen. Sie ist zuverlässig, kompetent und vertrauenswürdig. Doch hinter dieser professionellen und höflichen Fassade entwickelt sich etwas anderes.
Ein Talent für Täuschung und Geldgier. Anfang der 1980er Jahre beginnt Dina, Kontaktanzeigen in lokalen Zeitungen zu schalten. Hier nimmt sie Kontakt auf zu Menschen, die nach Gesellschaft und Romantik suchen. In einer Zeit vor dem Online-Dating ist es ein beliebter Weg, wie einsame Menschen einander finden.
Und Dina erkennt schnell, dass das auch der Weg ist, verletzliche Menschen zu finden und sie auszunutzen. Sie verfasst ihre Anzeigen sorgfältig und beschreibt sich als attraktive und interessante Frau. Wenn Männer antworten, trifft sie sich mit ihnen, schätzt sie ein und beginnt, ausgeklügelte Geschichten zu spinnen.
Einem Mann erzählt sie, sie habe Krebs im Endstadium und brauche Geld für die Behandlung. Einem anderen erzählt sie, sie stecke ohne eigenes Verschulden in verzweifelten finanziellen Schwierigkeiten und brauche nur einen Kredit, um wieder auf die Beine zu kommen. Sie verspricht natürlich, das Geld zurückzuzahlen. Sie verspricht es immer.
Und weil sie charmant ist, weil sie aufrichtig wirkt, weil sie ihnen in die Augen schaut und ihnen das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein? Glauben sie ihr. Ein Lehrer kündigt seinen Posten und übergibt ihr seine gesamten Ersparnisse, nachdem sie ihn davon überzeugt hat, dass sie im Sterben liegt. Ein Zollbeamter am Flughafen Gatwick ist nach einer Reise nach Florida finanziell ruiniert, nachdem sie seine Konten leergeräumt hat.
Jedes Mal nimmt sie ein paar tausend Pfund mit. Nicht genug, um größere Ermittlungen auszulösen, aber genug, um ihren Lebensstil zu finanzieren. Und jedes Mal verschwindet sie, bevor die Männer ganz begreifen, was passiert ist. Ich habe gerade so ein bisschen das Gefühl das ist so ein Worst Off von vielen Episoden, die wir schon mal hatten da ist so ein bisschen Elfriede Blauensteiner drin, du erinnerst dich vielleicht die österreichische Frau, die ältere Männer ausgenommen hat, da ist so ein bisschen Belle Gibson drin, da kommt vieles wieder, was uns schon mal begegnet ist, das alles in einer Person das ist ganz schlimm hast du recht, weil wenn du jetzt sagst sie war auf der Suche nach einsamen Menschen oder nach verletzlichen Menschen.
Ich finde auf dem Bild, auf dem Hochzeitsbild, was du mir gezeigt hast, da sieht man das schon bei ihm auch so ein bisschen. Ich finde, der wirkt wie so eine ganz reine, gute Seele. Ja, so wird er auch beschrieben von seinem Umfeld. Ja. Dina reichen diese kleineren Betrügereien aber irgendwann nicht mehr.
Sie will mehr. Mehr Geld und mehr Kontrolle. Und so hebt sie ihre Machenschaften im Jahr 1984 auf die nächste Stufe. Mit 24 Jahren heiratet sie einen Mann namens Lee Wyatt Lee war bereits schon mal verheiratet, ist einsam und in seinen 40ern, Der Pharma-Referent ist genau die Art Mann, die Dina will Verletzlich, finanziell abgesichert und verzweifelt auf der Suche nach einer neuen Beziehung, Auch ihn lernt sie über eine Kontaktanzeige in der Zeitung kennen, Und Dina erscheint Lee wie das Beste, das ihm je passiert ist Schnell zieht sie bei ihm ein und die beiden heiraten.
Von außen sehen die beiden aus wie ein ganz normales, glückliches Paar. Doch im Inneren sieht es anders aus. Dina entzieht Lee systematisch alles, was er besitzt. Erst überredet sie ihn, ihr ein paar tausend Pfund für eine Hausanzahlung zu geben, die nie zustande kommt. Dann braucht sie plötzlich ein paar tausend Pfund für ein Auto.
Sie nimmt auch heimlich Kredite in seinem Namen auf und fälscht seine Unterschrift auf Dokumenten. Von all dem merkt Lee jedoch erstmal nichts. Er ist gerade sowieso mit was ganz anderem beschäftigt. Er und Dina haben nämlich ein Unternehmen gegründet. Ein Unternehmen für Plüschtiere. Dina ist sehr kreativ und begabt und hat eine Koboldfigur entworfen, für deren Rechte Disney Millionen zahlen will.
Das hat sie zumindest ihrem Ehemann erzählt. Ja eben, ich wollte gerade sagen... Disney hat Millionen von hochbezahlten GrafikerInnen, die Tag für Tag Figuren entwickeln, die die nächste Generation um den Verstand bringen soll. Und dann wollen sie irgend so einer der hergelaufenen Hobbyzeichnerin in Großbritannien Millionen zahlen.
I call Bullshit. Ja, wenn man das jetzt so hört, denkt man sich natürlich, ja, das ist nicht ihr Ernst. Aber ich musste da gerade dran denken. Ich meine, ich hoffe, nicht jeder und jede von uns hat irgendwie Erfahrung gemacht mit manipulativen Menschen, aber zumindest mit Menschen, wo man vielleicht manchmal das Gefühl hat, irgendwas stimmt nicht, aber man kann es vielleicht auch nicht jetzt an irgendwas festmachen und irgendwie ist 60 Prozent der Zeit ist es doch eh gut und es ist nur 40 Prozent scheiße.
Und dann denkt man sich, ach, dann ist es wahrscheinlich gar nicht so schlimm. Also diese Erfahrung haben bestimmt schon viele von uns, von euch gemacht und deswegen ist es im Nachhinein einfach, das Ganze so zu verklären. Und wenn er verliebt war in sie und vielleicht hat er auch in diesem Business wirklich was gesehen und wenn sie sagt, Disney, hat das gesehen und möchte was einkaufen, ja, dann glaubt man das erst mal.
Dann ist das vielleicht ein riesen Glücksgriff. Der ein Leben verändern kann. Zählt es ihm nicht nur, sondern es gibt auch Briefe und Dokumente, um diese Geschichte glaubwürdig erscheinen zu lassen, die sie natürlich gefälscht hat, aber da trudeln Briefe zu Hause ein, die von Disney kommen, in denen steht, dass sie wirklich an diesem Plüschtier interessiert sind, an diesem Kobold.
Es ist nicht nur... Wann hat Disney bitte schon mal einen Kobold rausgebracht? Disney hat schon viel verbrochen, aber bei Kobolden wissen die auch, da ist dann irgendwann Schluss. ein Kobold. Da weiß ich, muss ich jetzt mal sagen, da bin ich mir nicht sicher, ob Disney einen Kobold auf den Markt gebracht hat.
Okay, dann erzähl du mal weiter, ich recherchiere es mal. Vielleicht war das eine Marktlücke. Aber wenn du recherchierst, hörst du mir ja nicht richtig zu. Richtig. Dann mache ich mal weiter. Ich habe natürlich brav zugehört und erst im Anschluss recherchiert. Tatsächlich hat Disney eine Reihe von Kobolden im Angebot.
Da gibt es den Film Das Geheimnis der verwunschenen Höhle aus dem Jahr 1959, in dem Kobolde vorkommen. Oder aus dem Jahr 1991 Die Prinzessin und der Kobold. Und dann gibt es auch ein paar andere Sachen. Aber wir können, glaube ich, sagen, Disney hat Kobolde im Angebot. Bald sind sie Millionäre und werden nie wieder finanzielle Sorgen haben, sagt Dina ihrem Mann.
Doch dann nimmt die Sache eine unheilvolle Wendung. Denn Dina überzeugt Lee, dass die Mafia einen Teil des Geldes von Disney verlange. Sie sind in Gefahr und wenn sie jetzt nicht untertauchen, würde die Mafia sie finden. Und ich weiß, das klingt jetzt kaum vorstellbar, aber während Dina im gemeinsamen Haus wohnen bleibt, kündigt Lee seinen sicheren Job, wechselt seinen Namen und zieht ungefähr 350 Kilometer weiter westlich nach Cornwall, und fängt dort an, als eine Art Hausmeister in einer Spielhalle zu arbeiten. Aber warum denn er?
Sie hat doch diesen blöden Cowboy, äh, Kobold. Das ist sofort mein Cowboy. Und warte mal, ich musste gerade auch dran denken, was war sein Nachname? Wyatt. Eben, weil du hast ja vorhin von Thompson gesprochen als Nachname, also da kommt er dann wahrscheinlich noch jemand. Da sind noch mehrere Schritte, bis wir wieder bei Julian ankommen.
Das ist ja Wahnsinn. Das ist ja Wahnsinn. Den Großteil seines Lohns zahlt er auf Dinas Konto ein. Und jedes Mal, wenn der Dina sagt, dass er zu ihr zurückkommen und wieder mit ihr zusammenleben will, versichert sie ihm, dass das bald wieder möglich sei, dass er bald wieder zurückkommen könne. Doch das wird nicht passieren.
Denn wir haben mittlerweile 1991. Und weißt du noch, was in diesem Jahr passiert, Flo? Also, so im Weltgeschehen oder jetzt in unsere Geschichte? Nee, in unserer Geschichte. Hat sie da Julian kennengelernt? Richtig. So viele Ausnahmöglichkeiten gab es ja zum Glück nicht. Ja, trotzdem warst du sehr irritiert.
Ja. Dina lernt Julian Webb kennen und heiratet ihn. Und das, obwohl sie ja noch mit Lee verheiratet ist. Das Führen von mehreren Ehen nennt man Bigamie und ist in Großbritannien eine Straftat und streng verboten. In Deutschland übrigens auch. Und? Hast du schon mal geheiratet, Lilly? Nein. Weiß ich nicht. Ich weiß ja nicht, was der letzte Stand ist. Wir haben nicht gesprochen vor der Aufnahme.
Ich weiß ja nicht, was jetzt gerade der letzte Stand ist. Aber ich weiß auch gar nicht, ob das geht. Weil du musst natürlich irgendwie unterschreiben, dass du noch nicht verheiratet warst. Oder wenn du verheiratet warst, dass du geschieden bist. Aber das lässt sich ja auch relativ leicht nachprüfen. Ja, ich muss an der Stelle sagen, ich weiß nicht genau, wie das funktionieren kann, dass man zwei Ehen eingeht, die auch offiziell von Standesämtern eingetragen werden.
Aber Dina hat es auf alle Fälle geschafft. Und da hatte ich jetzt ein bisschen auf deine Expertise gehofft, Flo, oder auch auf die Expertise von euch Zuhörenden. Ist das vielleicht mit Standesämtern so wie mit Schulpolitik zum Beispiel, dass das. Nicht auf Bundesebene festgehalten, entschieden wird? Ja, also wir können das natürlich jetzt nur für Deutschland besprechen, wie es in Großbritannien ist.
Dann nochmal eine andere Frage. Mit Deutschland ist es auf jeden Fall so, dass das was Lokales ist. Und wenn du in einer anderen Stadt heiraten möchtest, also wenn wir jetzt zum Beispiel in Berlin wohnhaft sind und du sagst, hey, ich möchte aber, am Chiemsee heiraten, dann ist das auch ein riesengroßer bürokratischer Akt, dann die ganzen Akten dann dorthin zu schicken und du musst auch alles doppelt zahlen.
Kann sein, dass sich das immer noch mal im Kleinen irgendwie unterscheidet. Ich habe das bloß einmal ganz kurz mir angeschaut, weil wir ganz kurz überlegt haben, außerhalb von Berlin zu heiraten. Und dann aber, als wir das festgestellt haben, war ich, ey, ganz echt, das ist es nicht wert. Weil das ist schon bürokratischer Stress. und es kann schon sein, dass dann auf diesem Weg.
Auch mit ihrem Charme und ihrer, ich meine, die hat so viele Geschichten auf Lager und kann so viele Dinge erklären und sich aus so vielen Sachen wieder rausreden, dass vielleicht ist dann da was verloren gegangen, vielleicht wird noch was nachgereicht, vielleicht, gibt es dann da irgendwo einen netten Standesbeamten, der sagt, ja, ich glaube ihm das jetzt.
Also das sind für mich gerade die einzigen Erklärungen, wie das dann am Ende geht. Ja, fest steht auf jeden Fall, sie ist im Jahr 1991 mit zwei Männern verheiratet. Der eine lebt in Cornwall und denkt, dass die Mafia hinter ihm her sei und er sich deshalb dort verstecken müsse. Und der andere ist frisch verliebt in Dina und hat ihr gerade seine Ersparnisse in Höhe von 25.000 Pfund gegeben.
Denn Dina hat auch Julian gesagt, dass sie schwer krank sei und Geld für ihre Behandlung brauche. Aber die Männer in ihrem Leben sind nicht die einzigen Opfer von Dina. Denn in dieser Zeit stiehlt Dina auch 23.000 Pfund von Kundenkonten der Woolwich Building Society, dem Finanzdienstleistungsunternehmen, für das sie arbeitet.
Diese Tat könnte sie tatsächlich ins Gefängnis bringen. Doch anstatt das Geld einfach zu nehmen und zu hoffen, dass sie nicht erwischt wird, versucht sie Lee, also ihren ersten Ehemann, diesen Diebstahl anzuhängen. Der arme Mann. Erst ist er von der Mafia weggerannt und jetzt ist er für den Diebstahl verantwortlich in der Stadt, wo er nicht mehr wohnt.
Ja, sie erstellt auch hier gefälschte Dokumente, fälscht Briefe und versucht es so aussehen zu lassen, als sei ihr Mann der Täter und dann spitzt sich die Lage zu. Es ist mittlerweile 1994 und Lee hat es satt, sich zu verstecken und nicht bei seiner Frau sein zu können. Er kehrt deshalb zurück und stellt Dina zur Rede.
Die wiederum fürchtet sich, dass Lee und Julian sich begegnen könnten und ihr Lügenkonstrukt auffliegen könnte. Deshalb schmiedet sie einen verhängnisvollen Plan. Einer von beiden muss sterben. Wir haben den 6. Juni 1994 und Julian Webb hat Geburtstag. Am nächsten Tag ist er tot. Dina will das Geld aus seiner Versicherungspolize, die er mit seinem Arbeitgeber abgeschlossen hat. Und jetzt sind wir wieder an der Stelle, an der wir vorhin schon mal waren.
Julienes Mutter Rosemary ist misstrauisch. Irgendwas stimmt hier ganz gewaltig nicht. Denn sie findet es sehr merkwürdig, dass ihr Sohn einfach so gestorben sein soll. Er war jung und topfit, er trank keinen Alkohol, nahm keine Drogen, nicht mal Schmerztabletten. Doch Dina behauptet, als die Rettungskräfte Julienes leblosen Körper untersuchen, dass er Antidepressiva genommen hätte.
Aber Rosemary ist sich sicher, dass hier irgendwas nicht stimmt. Dina hatte sie ja daran gehindert, an Juliens Geburtstag mit ihm zu sprechen. Und als sie erfährt, dass Dina bereits versucht hat, Juliens Sterbegeld zu beanspruchen, brennen bei ihr die Sicherungen durch. Die Mutter stellt jetzt Nachforschungen an und stellt fest, dass Dina noch mit einem Mann namens Lee Wyatt verheiratet war, als sie Julian heiratete.
Das bedeutet, die Ehe war begam, rechtlich ungültig. Und wenn die Ehe nicht rechtmäßig war, dann ist Dina auch nicht Juliens nächste Angehörige und hat keinen Anspruch auf seine Sterbegeldzahlung, seine Rente oder irgendeinen Teil seines Vermögens. Rosemary schafft es auch tatsächlich, die Auszahlung zu blockieren.
Dina ist wütend, aber sie kann nichts tun. Und es wird tatsächlich auch eine Untersuchung zu Juliens Tod durchgeführt. Aber die Untersuchungen liefern keine eindeutigen Ergebnisse. Aber die Antidepressiva werden immer noch gefunden. Also das ist... Noch ist da gar nichts gefunden. Okay, okay. Dina hat nur ausgesagt, dass er Antidepressiva genommen hat. Okay, okay.
Julian war zwar jung und gesund, aber plötzliche Todesfälle kommen vor. Der Gerichtsmediziner hält ein offenes Urteil fest, was bedeutet, dass die Todesursache unklar ist. Es könnte Selbstmord gewesen sein. Es könnte eine versehentliche Überdosis gewesen sein. Es könnte aber auch ein natürlicher Tod gewesen sein.
Ohne eindeutige Hinweise auf ein Verbrechen wird ein Mord ausgeschlossen und der Fall abgeschlossen. Dina versucht daraufhin, Juliens Leiche einäschern zu lassen. Doch Rosemary, die weiterhin misstrauisch ist, schafft es, die Einäscherung zu verhindern. Stattdessen wird Julian in einem Sarg begraben.
Zu diesem Zeitpunkt scheint das ein kleiner Sieg für eine trauernde Mutter zu sein, die das Gefühl hat, dass mit dem Tod ihres Sohnes etwas nicht stimmt. Und Jahre später wird sich diese Entscheidung als diejenige erweisen, die Dina Thompson vor Gericht bringt. Denn dieser erhaltene Leichnam, der jetzt in seinem Grab liegt, enthält Beweise.
Und wenn die Technik Fortschritte macht und die Ermittler ihn endlich genauer untersuchen, werden diese Beweise mehr aussagen als jede Zeugenaussage. Doch im Jahr 1994 ist das alles noch nicht geschehen. Und die Polizei hat Dina gerade wegen was ganz anderem im Visier, den Diebstahl bei ihrem eigenen Arbeitgeber, den sie ihrem ersten Ehemann Lee in die Schuhe schieben wollte.
Das hatte nämlich nicht funktioniert. Ja, weißt du oder kommst du jetzt dazu, wie das aufgeflogen ist? Dass das Geld fehlt? Ja, oder genau, dass es auf sie zurückgeführt werden konnte. Also sie hat ja da gearbeitet in diesem Finanzinstitut und hat Geld von Konten runtergeschoben auf ein anderes Konto.
Und das konnte natürlich zu ihr zurückverfolgt werden. Sie hat nur auf dem Weg dahin versucht, das ihrem Mann in die Schuhe zu schieben. Das hat aber nicht funktioniert. Im Jahr 1995 wird Dina wegen sieben Fällen von Diebstahl und zwei Fällen von Urkundenfälschung zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach ihrer Entlassung hatte Lee Wyatt die Scheidung eingereicht.
Im Jahr 1994 kommt Dina Thompson ungeschoren davon, was den Tod von Julian Webb betrifft. Sie bekommt zwar nicht das Geld, das sie wollte, aber es wird auch keine Anklage gegen sie erhoben. Sie kann frei weitermachen, ihr nächstes Opfer finden und ihr Muster aus Täuschung und Ausbeutung fortsetzen. Und genau das tut sie auch. Denn Dina Thompson war noch nicht fertig mit dem Töten. Sie hatte gerade erst angefangen.
Dina wechselt nach Entlassung aus dem Gefängnis ihren Wohnort und macht sich auf die Suche nach ihrem nächsten Opfer. Und das findet sie in einer Kontaktanzeige. Ihr habt es euch sicherlich schon gedacht. 1999 lernt sie Richard Thompson kennen. Noch im selben Jahr heiraten die beiden im April in Florida.
Sie planen, komplett in die USA zu ziehen. Florida gefällt ihnen beiden. Doch dazu wird es nicht kommen. Red Flag. Komplett. Auch Richard gibt Dina Geld und sie verspricht ihm eine rosige Zukunft. Auch bei ihm fälscht sie Dokumente und Unterschriften. Und dann passiert Folgendes. Am 1. Januar des Jahres 2000, zu Beginn des neuen Jahrtausends, tritt Dina mit einem Vorschlag an Richard heran.
Sie schlägt vor, im Schlafzimmer etwas Aufregendes auszuprobieren, etwas Abenteuerliches. Sie fragt, ob sie ihn fesseln und ihm die Augen verbinden dürfe und stellt es als romantisches Spiel dar, als eine Art Möglichkeit, ihre Beziehung aufzupeppen. Richard, der seiner Frau vertraut, stimmt zu. Dina fesselt Richards Hände und Füße mit Klebeband, sie bedeckt seine Augen mit einer Augenbinde und legt ihn auf den Badezimmerboden, verletzlich und hilflos, und dann verlässt sie den Raum.
Als sie zurückkommt, trägt sie einen Baseballschläger und ein Messer. Was als nächstes geschieht, ist eine schockierende Szene. Dina schlägt Richard mit dem Baseballschläger auf den Kopf, wodurch er stark blutet und dann attackiert sie ihn mit dem Messer und versucht ihm tödliche Wunden zuzufügen Doch wie durch ein Wunder gelingt es Richard, obwohl er gefesselt ist und seine Augen verbunden sind, seine Hände zu befreien.
Er wehrt sich kämpft mit Dina und zwingt sie das Messer fallen zu lassen, Blut strömt aus seiner Kopfwunde doch Adrenalin und Überlebensinstinkt halten ihn bei Bewusstsein und lassen ihn weiterkämpfen Schließlich hört Dina auf Sie bricht zusammen und sagt in einem Moment scheinbarer Ehrlichkeit Es war alles eine Lüge, ich habe dein ganzes Geld ausgegeben, Richard, blutend und traumatisiert, erkennt, dass die Frau, die er geheiratet hat, gerade versucht hat, ihn zu töten Es gelingt ihm, sich zu befreien und vor ihr zu fliehen.
Und dann versucht er zu begreifen, was hier gerade passiert ist. Die beiden wollten sich ein neues Leben in Florida aufbauen. Und am nächsten Tag geschieht noch etwas Komisches. Ein Immobilienmakler taucht vor Richards Tür auf und erklärt, dass Dina den Verkauf des Hauses veranlasst habe und er erwartet habe, dass Richard bereits in Florida sei.
Und dann wird Richard das ganze Ausmaß von Dinas Plan bewusst. Sie wollte ihn töten, sein Haus verkaufen, während alle dachten, er sei schon in Amerika und mit dem Geld verschwinden. Es war fast ein perfekter Plan, der vielleicht funktioniert hätte, wenn Richard sich nicht hätte wehren können. Richard verständigt die Polizei und Dina wird verhaftet.
Und jetzt ist natürlich der Tod von Julian nochmal ganz anders zu betrachten. Da muss ich dich leider enttäuschen. Denn die Jury vor dem Lewis Crown Court glaubt Dinas Aussage, sage, sie habe sich nach einem Streit verteidigt. Sie wird zwar zum Vorwurf des versuchten Mordes freigesprochen, aber zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, nachdem sie gesteht, Richard und frühere Wege fährten um mehrere Zehntausende Pfund.
Boah, das ist schlimm. Auch da wird, denke ich, nochmal ganz deutlich, wie groß ihre Überzeugungskraft war. Also es gibt auch Bilder von seinen Verletzungen und natürlich gibt es seine Aussage, aber sie hat eben eine andere Version der Geschichte erzählt und wurde geglaubt. Und deshalb wurde sie eben nicht wegen versuchtem Mord verurteilt.
Ich weiß jetzt auch nicht, wie Richard aussieht, aber sie ist ja auch, sie wirkt wie eine kleine, zierliche Frau, was dann wahrscheinlich auch nochmal hinzukommt, dass man sich dann so denkt, ja, wie soll die Frau denn jetzt da den Mann zusammengeschlagen haben? Und vor so einer Jury kann das, glaube ich, schon wirklich was auslösen.
Ja, vielleicht ganz kurz die Info. Es gibt natürlich auch Fotos von Richard und es gibt auch noch mehr Fotos von Dina und es gibt auch allgemein mehr Fotos von allen Beteiligten. Aber aus urheberrechtlichen Gründen können wir die hier nicht zeigen. Aber wenn ihr die Namen einfach selber googelt, dann könnt ihr euch die im Internet angucken.
Aber es gibt da eine Person in der Geschichte, die ein mulmiges Gefühl hat. Denn Detective Chief Inspector Martin Underhill ist ein erfahrener Ermittler. Jemand, der das schlimmste menschliche Verhalten gesehen und gelernt hat, seinen Instinkten zu vertrauen. Als er sich Dina Thompsons Vergangenheit ansieht, das Muster der Täuschung, die eskalierende Gewalt, den verdächtigen Tod von Julian Webb, erkennt er etwas, des anderen entgangen ist.
Er sieht eine Mörderin, die seit Jahren ihr Unwesen treibt. Doch Instinkt allein reicht natürlich nicht aus. Underhill braucht Beweise. Und der einzige Ort, an dem er sie finden kann, ist Julian Wepps Grab. Im Oktober 2001, sieben Jahre nach Juliens Tod, wird seine Leiche vom Friedhof in West Sussex exhumiert.
Rosemary Webb, die nie aufgehört hat zu glauben, dass ihr Sohn ermordet wurde, sie zu, wie die Ermittler den Sarg vorsichtig aus der Erde heben. Sie hat Jahre auf diesen Moment gewartet. Jahre, in denen sie wusste, dass etwas nicht stimmt, aber es nicht beweisen konnte. Die Leiche wird in ein forensisches Labor gebracht, wo Pathologen eine gründliche Obduktion unter Verwendung moderner Techniken durchführen, die 1994 noch nicht zur Verfügung standen.
Sie entnehmen Gewebeproben, führen toxikologische Tests durch, analysieren jedes Detail von Juliens Überresten und finden genau das, was die Ermittler vermuten. Die Gerichtsmedizin stellt fest, dass Julian an einer Überdosis Dosolepin gestorben ist, ein Antidepressiva, was in zu großen Mengen zu Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen, Atemstillstand und zum Tod führen kann.
Die Konzentrationen sind viel zu hoch, um mit einer therapeutischen Anwendung oder gar einer versehentlichen Überdosis vereinbart zu sein. Das ist eine Vergiftung, vorsätzlich und kalkuliert. Doch Underhill muss noch herausfinden, wie Dina das Gift verabreicht hat, ohne dass Julian es bemerkt hat. Denn Dosolupin schmeckt ultra bitter.
Dafür reist er in die Vereinigten Staaten, um Don Hudson zu befragen, einen Freund von Julian, der Jahre zuvor nach Florida gezogen war. Don und Julian waren Angelkumpels gewesen und hatten per Brief Kontakt gehalten. Nach Juliens Tod hatte Dina Don angerufen, um ihm mitzuteilen, was passiert war. Und während dieses Gesprächs hatte sie etwas gesagt, das damals harmlos schien, nun aber eine unheimliche Bedeutung annimmt.
Sie erzählte Don, dass Julian kurz vor seinem Tod ein sehr scharfes Curry gegessen hatte. Als Underhill das hört, fügt sich alles zusammen. Er konsultiert Toxikologen und Pharmakologen und stellt ihnen eine konkrete Frage. Kann man den bitteren Geschmack von Dosilipin in einem sehr scharfen Curry überdecken?
Die Antwort lautet ja. Auf jeden Fall. Underhill beschreibt diesen Moment später als eine Büchse der Pandora, die Erkenntnis, die alles andere verständlich macht. Dina wusste, dass Julian extrem scharfes Essen liebte. Und sie wusste, dass die Schärfe die Bitterkeit des Medikaments überdecken würde. Sie hatte seine eigenen Vorlieben gegen ihn als Waffe eingesetzt und etwas, das er genoss, zum Vehikel für seinen Mord gemacht.
Doch Underhill ist mit seinen Ermittlungen noch nicht fertig. Er will das gesamte Ausmaß von Dinas Verbrechen erfassen. Alle ihre Opfer identifizieren und einen möglichst stichhaltigen Fall aufbauen. Sein Team befragt Dutzende von Männern, die im Laufe der Jahre Beziehungen zu Dina hatten. Sie hören eine Geschichte nach der anderen über Manipulation, Diebstahl und emotionalen Missbrauch.
Und sie schätzen, dass Dina ihre Opfer über zwei Jahrzehnte hinweg um etwa 500.000 Pfund betrogen hat. Außerdem entdecken sie noch etwas Beunruhigendes. Dina hatte in den 70er und 80er Jahren einen Freund, einen Bulgaren namens Stojan Kostov. Er verschwand auf einer Reise zwischen Bulgarien und Großbritannien und wurde nie gefunden.
Die Ermittler vermuten, dass Dina ihn ebenfalls getötet haben könnte, doch ohne Leiche und konkrete Beweise können sie das natürlich nicht beweisen. Im August 2002 wird Dina festgenommen und wegen Mordes an Julian Webb angeklagt. Sie ist erst seit weniger als einem Jahr wieder aus dem Gefängnis entlassen worden, nachdem sie ja ihre Strafe wegen Betrugs an Richard Thompson verbüßt hatte.
Nun droht ihr eine lebenslange Haftstrafe. Der Prozess beginnt im November 2003 am Old Bailey in London. Er dauert fünf Wochen und die vorgelegten Beweise sind erdrückend. Die Staatsanwaltschaft legt Dinas gesamte Vorgeschichte dar. Das Muster der Täuschung, die bigamistischen Ehen, die Diebstähle, die Gewalt.
Sie legen die toxikologischen Berichte vor, die die tödliche Konzentration in Julians Körper belegen. Und sie laden auch Don Hudson vor, der den Hinweis zum Curry geliefert hatte. Und vor Gericht kam natürlich auch die Frage nach dem Motiv oder nach ihrem, tiefen Wesen sozusagen die ganze Zeit auf und ich habe dazu keine konkreten Informationen gefunden.
Es ist die ganze Zeit die Rede davon, dass sie in ihrer Kindheit und Jugend wohl Erfahrungen gemacht haben könnte, die einen großen Männerhass hervorgerufen haben. Das wollte ich an der Stelle einmal sagen, aber viel mehr weiß ich dazu nicht, oder viel mehr weiß man dazu nicht, ist nicht öffentlich gemacht worden. Okay.
Am 15. Dezember 2003 wird Dina Thompson zu lebenslanger Haft verurteilt. Richter Michael Higgum sagt zu ihr, sie haben Julian Webs Tod herbeigeführt, indem sie ihn vergiftet haben. Was sie getan haben, war absolut skrupellos und ohne Mitleid. Nichts kann sie für die Boshaftigkeit ihrer Tat entschuldigen.
Auch Detektor-Chief-Inspektor Underhill spricht nach der Verurteilung vor der Presse und seine Worte sind erschreckend. Diese Frau ist der Albtraum eines jeden Mannes, die gefährlichste Frau, die ich je getroffen habe. Zwei Jahrzehnte lang hat sie Männer sexuell, finanziell und körperlich ins Visier genommen.
Anfang Juni 2022 wird Dina Thompson mit 62 Jahren auf Bewährung entlassen. Die Entscheidung ist mit strengen Auflagen verbunden. Dina muss eine elektronische Fußfessel tragen, die ihren Aufenthaltsort jederzeit überwacht. Sie muss eine Ausgangssperre einhalten und sich während bestimmter Stunden an ihrem festgelegten Wohnort aufhalten.
Außerdem muss sie ihrem Bewährungshelfer alle persönlichen Beziehungen und finanziellen Aktivitäten offenlegen. Sie darf keinen Kontakt zu ihren Opfern oder deren Familien aufnehmen. Und sie muss regelmäßig zu Treffen mit ihrem Bewährungshelfer erscheinen und sich einer fortlaufenden Betreuung unterziehen.
Insgesamt saß sie für den Mord an Julian Webb für 19 Jahre im Gefängnis. Hui. Das war der heutige Foodcrime. Ein Crime, der glücklicherweise viele Jahre später noch aufgeklärt wurde, obwohl es häufig danach aussah, als würde das nicht passieren. Ja. Also mich hat auf jeden Fall die Skrupellosigkeit von Dina Thompson erschaudern lassen.
Total. Auch der Fakt, dass sie ja schon mehrfach im Gefängnis saß und mehrfach sozusagen irgendwie in einem Raum und mit Leuten, die ihr hätten auf die Schliche kommen können. Und trotzdem hat sie das da immer wieder rausgeschafft und weitergemacht, das finde ich schon ziemlich hart. Das ist wirklich schlimm.
Und man kann von Glück sagen, dass das Ganze aufgeklärt wurde und sich die Mutter auch so gegen eine Einärscherung gewährt hat, weil das war ja eigentlich ein ganz entscheidender Moment, dass diese Möglichkeit weiterhin bestand. Und es scheint auch so, dass sie das wirklich in Vorahnung so treffen wollte oder dass das der Grund war, warum sie sich da so dagegen gewährt hat.
Wissen wir, ob die Mutter das noch mitbekommen hat? Ob sie noch gelebt hat? Okay, dass es für sie dann zumindest irgendwo einen Abschluss gab oder dass sie möglicherweise mit dem Tod dann besser abschließen konnte nach dem Urteil. Ja, ganz tragische Geschichte. Weil wie gesagt, von dem ersten Bild, das ist wirklich wie ein ganz glückliches Paar.
Und auch sie, das ist eine Person, wenn du die auf der Straße sehen würdest, Du würdest nie irgendwie denken, was in ihrem Leben los war. Wie gesagt, ich denke da bloß irgendwie gerade die ganze Zeit so ein bisschen dran, dass ich hoffe irgendwie, dass niemand, der oder die da jetzt gerade zuhört, in so eine Situation kommt. Weil ich finde, das ist im Nachhinein, das ist immer...
So schwer zu sagen, ja, es war ja alles offensichtlich. Gleichzeitig möchte man ja nicht durchs Leben gehen und allen Menschen grundsätzlich misstrauen und alles hinterfragen. Und man möchte ja auch guter Mensch sein. Habe ich dir die Geschichte schon mal erzählt, wo ich einer Frau 300 Euro gegeben habe, nachdem sie mich eine Stunde lang belabert hat, dass sie das Geld braucht und irgendwie, dass es ihr schlimm geht und so weiter?
Also es klingelt was, aber ich habe sie nicht mehr ganz parat. Erzähl es gerne nochmal. Ich saß in Dresden einfach rum und dann wurde ich so angesprochen von einer Frau und die hat gefragt, ob ich ihr Geld geben kann. Und dann war ich so, nein. Und dann ist sie irgendwie geblieben und hat mich weiter irgendwie zugelabert und hat mir so ihre Lebensgeschichte erzählt.
Das ist wirklich so ganz lange, hat sie das erzählt. Und irgendwann wurde ich weich. Und dann dachte ich, und irgendwann war ich an dem Punkt, wo ich mir dachte, so das sind, das ist, sie braucht echt viel Geld. Gleichzeitig wusste ich so, ich habe das Geld irgendwie gerade und ich wollte an das Gute glauben.
Und sie hat gesagt, sie würde mir das wiedergeben. Sie braucht das bloß für, eine kurze Weile. Und sie hat mir ihre Adresse gegeben, ihre Telefonnummer. Ich habe sie auch angerufen. Ich wusste auch von der Adresse, dass das ein Haus ist. Also ich wusste ungefähr, wo das ist. Und dann dachte ich mir so, ey, ich habe jetzt so viel Information von der Frau.
Irgendwie scheinbar ist sie wirklich verzweifelt. Und dann hast du Geld abgehoben und ihr das gegeben? Ja, ja, habe ich Geld abgehoben, habe ihr das gegeben und dann natürlich nie wieder gesehen. Aber sozusagen in dem Moment war ich auch so, ich wollte dann an das Gute glauben. Und in solchen Beziehungen oder Momenten, wenn ihre Männer sozusagen das Geld ihr überwiesen haben, weil sie krank war, sozusagen, die haben ja auch, die haben das ja nicht gemacht, weil die dumm waren, sondern weil sie wahrscheinlich auch so, ja, verliebt waren und an das Gute Menschen geglaubt haben.
Ja, und sie hat natürlich alle Register gezogen, ne? Also sie hat nicht nur eine Kampette vorgeschoben, sie hat die manipuliert, sie hat sie teilweise, wie in dem Fall von Julien, ja auch so ein bisschen von der Mutter isoliert. Das sind ja auch ganz klassische Fälle von häuslicher psychischer Gewalt, über die wir auch schon häufiger mal gesprochen hatten.
Weißt du, was ich meine? Dass man nicht so sagt, dass man all diese Sachen im Nachhinein, dass die offensichtlich sind, aber in den Momenten selber möchte man vielleicht gut sein. Aber es gibt natürlich dann wieder Situationen und vor allem ganz ehrlich jemanden 20.000 Euro einfach so zu geben, um irgendwie eine Krankheit zu bezahlen, da muss man sich schon sehr gut kennen und ganz genau wissen, was da irgendwie passiert.
Ja, und dann wiederum denke ich mir, wenn mein Partner mich nach Geld fragen würde, würde ich dem auch Geld geben, also ohne Frage, ohne mit der Wimpern zu zucken, ehrlich gesagt, deswegen…. Ja, man kann nur hoffen, dass sie insofern rehabilitiert ist, als dass sie, ihr Verhalten grundlegend ändert, weil sie ist jetzt ja auch noch nicht so alt, sag ich mal, mit 62 aus dem Gefängnis entlassen, da hat sie ja noch ein gutes Stück Leben sozusagen vor sich und ich hoffe, dass sie nicht weiterhin ihr Unwesen treibt.
Bis zu dem Zeitpunkt dieser Folge ist zumindest nichts bekannt. Ja, ja. Ja, das war der heutige Fall. Die Fotos, die ich Flo heute gezeigt habe, findet ihr auf unserer Website, wasschmecktdahinter.de. Und wenn ihr mehr sehen wollt, vielleicht verlinken wir noch ein paar Fotos. Folge schon mal gesagt, ja, vielleicht verlinken wir welche, ansonsten müsst ihr selber im World Wide Web gucken, weil ich mich da urheberrechtlich nicht in schwierige Situationen bringen wollte.
Es gibt auch eine oder sogar mehrere Dokus, auf jeden Fall gibt es eine bei Sky, falls ihr ein Sky-Abonnement habt, könnt ihr euch das natürlich angucken. Sie wird in der Presse und in der Berichterstattung häufig auch als schwarze Witwe bezeichnet. Das ist ja eine Spinne, die ihre Opfer in ihr Netz zieht. Es wird ja dann mal leicht mehr zu begreifen. Ja, viel überschritte ich.
Aber sei an der Stelle nochmal zu erwähnen. Schreibt uns gerne, wie ihr die Folge fandet. Schreibt uns gerne Foodcrimes-Vorschläge. Ihr habt ja jetzt über die Website die Möglichkeit, Flo und mich direkt zu kontaktieren. Ansonsten würde ich sagen, Flo, teile mir doch gern den Foodcrime deiner Woche mit.
Ja, und zwar möchte ich mit einem Foodcrime heute hier antanzen von Johanna, die tatsächlich per Mail über die Website geschrieben hat. Das heißt, es wird schon regelmäßig genutzt. Nee, eine andere Johanna. Nein, eine andere Johanna. Eine neue Johanna. Hallo, neue Johanna. Und zwar schreibt sie, Hi Flo, meine Mama backt schon immer für jegliche Festlichkeiten in unserem Dorf eine Schwarzwälder Kirschtorte.
Doch dabei ertappe ich sie immer wieder bei einem echten Foodcrime. Belegkirschen oder Cocktailkirschen. Keine Ahnung, ob die von irgendjemandem gemocht werden. Du weißt, wovon ich spreche, oder? Mhm, diese pinken, kleinen pinken. Richtig. Magst du die? M-m, m-m, gar nicht. Ich muss bei denen immer an so 80er Jahre, in denen ich noch nicht gelebt habe, Kellerpartys denken, die in so verfließten, gefließten Kellern stattfanden, wo es noch diese Plastik-Cocktail-Pixer gibt und diese Kirschen auch in irgendwelchen Bohlen oder alkoholischen Getränken hängen.
Und ich mag diese Dinger auch nicht, nee. Okay, weil ich finde diese auf der, Schwarzwälder Sahnekirsch-Torte, finde ich immer noch eine sehr starke Torte, war jahrelang auch mein Lieblingskuchen, meine Lieblingstorte und ich finde, da passt sie, weil durch das Kräftige der Schokolade und das Gräbige der Sahne und dann so eine Kirsche obendrauf, finde ich dann ganz geil.
Ich habe es noch nie in einem Cocktail getrunken. Was trinkt man da? Cosmopolitan oder Manhattan? Es gibt ja so Getränke, wo die dann so reinkommen. Sowas trinke ich auch nicht. Müssen wir eine Geschenker fragen. Lass ihn uns live in der Sendung anrufen. Das funktioniert immer besonders gut. Nein, aber Johanna, den Rest der Mail habe ich dir nämlich gerade verschwiegen.
Sie hat mir da nämlich noch einen Foodcrime geschickt. Noch einen? Also einen richtigen. Ach so. Also einen Fall. Sie hat mit den Foodcrime die Cocktailkirsche als Lebensmittel geschickt. Den ich nachvollziehen kann Johanna und Flo offensichtlich nicht. Ich sag mal so, wenn es richtig eingesetzt wird, dann mag ich die.
Dann mag ich die gerne. Auch wenn ich natürlich weiß, dass es wirklich ein gottloses Lebensmittel ist. Ich möchte auch gar nicht wissen, wie das hergestellt wird und so weiter. Das ist wahrscheinlich am Ende ein Stück Apfel. Ein Stück gefärbter Apfel mit Aroma. Nein, nein, nein. Ich glaube, das ist einfach sehr lange in irgendwas eingelegt.
Aber vielleicht kommen wir da bald dazu, weil den Fall, den sie mir da geschickt hat, Der ist spannend. Okay. Und möglicherweise wird er bald kommen. Das heißt, vielleicht kommen wir auf die Cocktailkirche dann nochmal zurück und auch auf die Herstellung. Also vielen, vielen Dank, Johanna. In dieser sehr kurzen, knackigen Mail hast du, glaube ich, ihr Material für Wochen geliefert.
Dafür bin ich dir sehr dankbar. Eine Premium-Hörerin, muss ich an der Stelle nochmal sagen. Ja, dann vielen Dank. Ich bin gespannt auf die Geschichte der Kirche. Ja. Und ich freue mich auf nächste Woche. Ich mich auch. Wenn wir uns wieder hören. Jawohl. Ich werde jetzt so langsam die Euglein zumachen, obwohl hier immer noch sehr, sehr hell ist.
Abends halb neun. Ich werde vielleicht noch einen kleinen Spaziergang machen. Ich muss immer raus. Ja. In die Luft. Will ich auch meinen. Da war heute viel, Reingerufe dabei, was mich darauf hat schließen lassen, dass da eine Müdigkeit vorhanden ist. Ja, okay. Gut, dann würde ich sagen, dann machen wir hier den Deckel drauf und hören uns nächste Woche wieder.
Jawohl, liebe Grüße. Tschüss. Salut. Bitches bejappten. Und als sie erfährt, dass Dina bereits versucht hat, Juliens Sterbegeld zu beanspruchen, brennen bei ihr die Sicherungen durch. The safety is burned through. Wenn man auf Englisch sagt. Die Leute wollen nicht, wenn du hier Englisch redest, Flo. Wir sind im Gründer. Ich brauche nur was für die Outtakes.
Es ist schon so weit, dass ich mit Absicht Outtakes produziere. Cool. Zumindest das Flittchen, was ich vorhin reingebrüllt habe. Hilfe. Nach müde kommt blöd. Ja. Was danach kommt, das werden wir gleich herausfinden. Das leibhaftige Beispiel dafür. Wie hängst du da auch eigentlich? Ich hänge ja in der überraschenderweise recht gemütlichen Couch-Ecke hier im Hotelzimmer.
Hast du eine Suite? Nein, es ist hier so ein Bänkchen. Aha. Denn Detective Chief Inspector Martin Underhill ist ein erfahrener Ermittler. Jemand, der das schlimmste menschliche Verhalten gesehen und gelernt hat, seinen Instinkten zu vertrauen. Auch er hat mit *** gearbeitet. Das kannst du ja noch nicht mal für die Outtakes benutzen. Nee, das ist nur für dich.