
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
#85 Four Loko: Der tödliche Blackout in der Dose
Dienstag, 30. Juni 2026 · 46 min
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Shownotes
Der 15-jährige Bo Rupp hatte sich seit Wochen auf dieses Konzert gefreut. Er denkt sich: Der Abend kann nur noch besser werden, wenn er jetzt noch ein, zwei Dosen Four Loko trinkt. Doch es passiert genau das Gegenteil. Auf der Heimfahrt wirkt Bo paranoid und desorientiert. So hat ihn seine Mutter noch nie gesehen. Als sie in ihrer Nachbarschaft ankommen, springt Bo plötzlich aus dem Auto und läuft in die Dunkelheit davon.
Wenige Stunden nach dem Konzert kollabiert Bo auf einer Straße und wird von einem Auto erfasst. Kurz danach, erlag er seinen Verletzungen. Four Loko – was hatte Bo da getrunken? Und was hat es mit seinem Körper gemacht? Bo’s Eltern suchen Antworten und finden sie in der bunten Dose.
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Auf diesen Abend hatte sich der 15-jährige Bo Rupp seit Wochen gefreut. Endlich kann er ein Konzert besuchen, endlich Live-Musik hören. Auf dem Weg zum Jiffy Lube Live, einer großen Outdoor-Konzertlocation in Bristow, Virginia, denkt er sich, der Abend kann nur noch besser werden, wenn er jetzt noch ein, zwei Dosen 4Loco trinkt.
Doch es passiert genau das Gegenteil. Wenige Minuten nachdem Bo das Konzertgelände betritt, wird das Sicherheitspersonal auf ihn aufmerksam. Bo ist sichtlich neben der Spur, laut und auffällig. Sie rufen seine Eltern an, sagen, dass sie ihn abholen sollen, noch vor Konzertbeginn. Auf der Heimfahrt wirkt Bo paranoid und desorientiert. So hat ihn seine Mutter noch nie gesehen.
Als sie in ihrer Nachbarschaft ankamen, springt Bo plötzlich aus dem Auto und läuft in die Dunkelheit davon. Wenige Stunden später, am frühen Morgen des 26. September 2010, erfahren seine Eltern, was passiert ist. Bo ist auf einer Straße kollabiert und wurde von einem Auto erfasst. Kurz danach erlag er seinen Verletzungen.
Four Loko. Was hatte Bo dort getrunken? Und was hat es mit seinem Körper gemacht? Bo's Eltern suchen Antworten und finden sie in der bunten Dose. Das ist Foodcrimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temme und Florian Rehzahn. Einmal tief durchatmen, oder? Ja. Was hast du denn da für eine Geschichte mitgebracht?
Es wird heute auf jeden Fall eine gleichzeitig verrückte und traurige Geschichte. Hast du von Four Loko schon mal was gehört? Nee, und ich dachte, als du das eben zuerst gesagt hast, dass das ein Getränk ist. Aber jetzt hörte sich das ja so an, als wäre das ein Restaurant oder eine Imbissbude oder irgendeine Kette. Nee, das ist ein Getränk, genau.
Ah, okay, Four Loko, also vier und dann noch. L-O-K-O geschrieben, genau, so wie viel verrückt. Ach, mit K. Aber Loko schreibt man ja eigentlich mit C. Genau, ja. Vor Loko, nee, hab ich noch nie gehört. Weiß ich nicht, was das ist, aber der ist ja 15 gewesen. Das heißt, es muss ja eigentlich was Anti-Alkoholisches sein.
Aber das macht nach der ganzen Food-Crimes-Expertise, die hier in der Luft schwebt, keinen Sinn. Also ich hab natürlich an irgendwas Alkoholisches gedacht, Aber das ist ja dann doppelt kriminell, wenn da irgendwas Kriminelles drin war, weil ein 15-Jähriger eigentlich kein Alkohol trinken darf. Ja, wir werden dazu kommen. Es ist auf jeden Fall auch eine Geschichte, in der Jugendlicher leicht sind und wilde Partygetränke auf jeden Fall eine Rolle spielen.
Und ich musste wirklich bei der Geschichte ganz oft an diese Alkohol-Pops denken, die, als wir so in dem Alter waren, der absolute Renner war. Ich weiß nicht, ob das immer noch ein Ding ist, ob so Leute so Schöpferhofer Weizen immer noch trinken, aber diese Feltin, wie hießen die hier so? Feltinsblut. V plus Kuruba? Ja, sowas. Schrecklich. Hast du sowas getrunken? Ja. Punkt. Ja.
Punkt. Habe ich. Habe ich alles auch ausprobiert, als ich jünger war, aber ich kann mich nicht an das letzte Mal erinnern, an dem ich Alkopops, V plus Kuruba und sowas getrunken habe. Aber ja, klar, also bin der, done that. An mir ist das sehr komplett vorübergegangen, weil ich habe ja bis ich so 18 war, keinen Alkohol getrunken.
Weil ich cool sein wollte und die Person sein wollte, die keinen Alkohol trinkt. Und schau, was ist dir geworden? Richtig, ein Trophi. Nein, das ist ja nicht, aber irgendwann habe ich dann gemerkt, dass so ein kleines Weinchen dann doch mal ganz lecker ist. Vor allem, als ich in Wien war und Wein günstiger war als Bier.
Also Bier habe ich wirklich lange nicht getrunken. Und du hast auch nicht zum Fußball gucken jetzt ein Bierchen getrunken? Doch schon. Mittlerweile mag ich Bier, ja. Aber damals war das kein Thema. Und vor allem diese Alkopops, die sind komplett an mir vorübergegangen. Deswegen kann ich da leider nicht relaten. Ja, glaube ich auch.
Wir haben heute wieder Bilder dabei. Und die Fotos zur Folge gibt es auf unserer Website. Wasschmecktdahinter.de Ihr könnt auch unseren Newsletter abonnieren und alle Infos zur Folge direkt ins Mailfach bekommen, wenn ihr das möchtet. Außerdem findet ihr auf der Website alle Infos, wie ihr uns bei Steady abonnieren könnt.
Weil jetzt am Samstag, Lilly, kommt die erste Bonus-Folge. Die erste Steady-Bonus-Folge. Ist das so? Wann nehmen wir die auf? Jetzt, dann bald im Anschluss. Aber dadurch, dass ich die vorbereite, ist das wahrscheinlich noch nicht auf deinem Radar. Aber tatsächlich, wenn ihr jetzt unsere erste Bonus-Folge hören wollt, dann solltet ihr das vor Samstag machen. Da kommt dann nämlich Zusatzmaterial.
Das ist eine Produktionsmaschine. Ja, aber wirklich. in Gang getreten worden, Leute, ihr macht euch keinen Begriff. Und wer in dieser Woche neu dazugekommen ist, das hören wir jetzt. Wir bedanken uns in dieser Woche bei Silvia, Eva, Andrea, Teresa, Katrin, Maida, Karin und Christina. Schön, dass ihr da seid.
Wir danken euch ganz herzlich. Und diese Geschichte heute, der Fall, ist ein Vorschlag von meiner Frau, die sie darüber beschwert hat, dass ihre Mutter schon mehr Sachen vorgeschlagen hat als sie. Ich meinte so, naja, sie hat ja auch gute Vorschläge gemacht. Aber nein, das ist der Vorschlag von Katie, von meiner Frau.
Vielen lieben Dank. Dankeschön an dieser Stelle. Und wirklich eine Unverschämtheit, Flo, dass du ihre Vorschläge hier noch nicht aufgenommen hast bis jetzt. Sie hat bisher auch noch nichts vorgeschlagen. Ach so, bis jetzt kam gar nichts. Nee. Na gut. Auf geht's. Bo Rob, der mit vollem Namen John Donald Robb III heißt, ist das, was man einen Musterschüler nennt.
Er ist 15 Jahre alt und ein vorbildlicher Schüler, der in seiner Freizeit Lacrosse spielt. In Santaville, Virginia, einem Vorort von Washington, wächst er in einem behüteten Elternhaus auf. Und damit du direkt mal eine Idee von Bo bekommst, schicke ich dir einmal ein Foto. Hallöchen. In welchem Jahr sind wir? Ja, 2010 haben wir.
Das ist der Vibe, oder? Das ist komplett der Vibe. Dieses Hemd hatten auch 2010 alle meine Klassenkameraden an. Das ist so ein blau-weiß-grau kariertes Hemd mit Knöpfen. Zwei Taschen vorne auf der linken und auf der rechten Brust. Der hat eine Kurzhaarfrisur, also relativ kurz geschnittene Haare und einen, Bling-Bling-Ohrring im rechten Ohr. Oh, der hat ja gar nicht gesehen, stimmt.
Er hat auch eine brutale Jawline. Ja, hat er. Er erinnert mich ein bisschen an, ach ja, genau, wie heißt er? Channing Tatum? Ja, ja, ja, stimmt. So, wisst ihr? Typ Channing Tatum ist das. Und er grinst, also lacht leicht angestrengt, finde ich, in die Kamera. Ich finde, er lacht wie ein 15-jähriger Junge, der cool in eine Kamera lächeln möchte.
Ich finde, er sieht deutlich älter als 15 aus. Das stimmt, ja. Bo, wie gesagt, ein absoluter Musterschüler. Doch diese Welt bricht am Abend des 25. September mit einmal zusammen. Auf das Konzert der Countryband Sugarland hatte sich Bo schon seit Wochen gefreut. Bo ist ein geselliger Typ, der viel mit Freunden unterwegs ist.
Ob er an dem Abend bei dem Konzert ebenfalls mit Freunden unterwegs war, das wissen wir leider nicht. Was wir wissen ist, dass er den lauen Spätsommerabend mit allen Sinnen genießen wollte. In einem Kiosk kauft sich Bo daher zwei Dosen for Loco. Was danach passiert, wisst ihr ja schon. Dieses Getränk wird dafür sorgen, dass Bo am nächsten Tag auf einer Straße kollabieren wird.
Was hat er da getrunken? Was isst vor Loco? Die Geschichte des Getränks beginnt in einer Studentenverbindung an der Ohio State University. 2005, also fünf Jahre vor Bo's Tod, sitzen drei junge Männer zusammen und tüfteln an dem, was für sie das perfekte Getränk für einen Partyabend ist. Chris Hunter, Jason Freeman und Jeff Wright sind das, was man landläufig als Party Animals bezeichnet.
Man könnte auch sagen, sie sind ihre eigene Zielgruppe und gründen direkt mal ein Unternehmen. Fusion Projects. Und Fusion wird hier mit PH geschrieben. Also Fusion Projects. Witzig, weil ich gerade auf der Fusion war. Ja, die anders geschrieben wird und wo es hoffentlich kein Vorloko gibt. Ihr Ziel ist nämlich ein Energy-Bier. Also ein Produkt, das gleichzeitig betrunken macht und wach hält.
Ihre Erfindung basiert daher auf vier Hauptzutaten. Alkohol, Koffein, Taurin und Guarana. Vier crazy Zutaten for loco. Und von den Dosen und den Gründern habe ich dir auch einmal ein Bild mitgebracht, damit du da so ein Gefühl dafür bekommst, mit wem wir es hier zu tun haben. Okay, also bevor ich irgendein Foto gesehen habe, muss ich sagen, erst mal klingt das ja wie der feuchte Traum von so jungen Studierenden, die sich überlegen, dass sie was Eigenes auf die Beine stellen wollen, irgendwas gründen wollen, viel feiern, viel Party machen und dann ein Bier, ein lecker Bierchen erfinden, was einen auch noch wach hält, weil man das ja kennt, dass man irgendwann müde wird.
Und deswegen erstmal würde ich sagen, ich kann mitgehen. Ich kann ein bisschen nachvollziehen, wo das herkommt. Ja, wo das herkommt, kann ich auch nachvollziehen, ja. Ah, ja. Wow, also ich weiß nicht, die drei sehen so unsympathisch aus, finde ich. Ja, ich weiß. Sie sehen aus wie harte Fuckboys einfach, das kann man glaube ich so sagen.
Ist das ein Foto von der Gründungszeit? Kannst du das sagen? Ja. Okay. Ja, also es sind drei, Wie alt werden die sein? Ehrlich gesagt, fällt mir das schwer, das einzuschätzen. Ich finde, die könnten alles zwischen 25 und 45 sein. Ja, das sind auf jeden Fall Körper, die von, die viel. Ich weiß nicht, wie man solche Körper züchtet, weil die sind so midi, sagt man da auf Englisch auch, die sind so fleischig, so breite Nacken, breite Schultern, auch breite Gesichter.
Nur der links sieht so ein bisschen aus, als könnte er auch in so einer Bank irgendwie das Investmentbanking leiten. Die anderen beiden sehen so aus, als würden sie eine Fitness, so eine Gymkette irgendwie leiten. Genau, also das sind auf jeden Fall auch Gymbros. Das würde ich auch sagen. Weil diese Welt der Fratboys, also das ist ja in den USA ein riesiges Ding, so Fraternities und Sororities, also, Studentenverbindungen, die jetzt nicht wie in Europa ein paar diesen historischen Hintergrund haben, aber es sind einfach Verbindungen, wo, man wohnt in diesen Häusern, man feiert zusammen, man macht alles zusammen.
Das ist eine Welt, wo es wirklich ganz viele schlimme Rituale gibt, Aufnahmerituale, wo es, sehr viel Gruppenzwang auch gibt, wo es aber für viele, also du musst auch, du musst so Spiele bestehen, um da reinzukommen und das ist genauso, wie man sich so amerikanisches College wirklich vorstellt. Das finde ich Horror. Ich war noch nie so drin, ich weiß nicht, wie die Rituale genau aussehen. Ich weiß nicht, was es heißt, da in so einer Fraternity zu sein. Aber ich finde allein schon die Tatsache, dass du um diesen Club...
Beiwohnen zu dürfen, irgendwelche mega dummen, bis gefährlichen Sachen machen musst, nur um dich danach irgendwie, weiß ich nicht, besser zu fühlen als andere, finde ich richtig scheiße. Ich finde aber, wenn man die so sieht, dann passen die da rein, oder? So diese Welt, wo man erstmal so einen Eimer Wodka kippen muss, um dazu zu gehören, ich finde, das passen irgendwie rein.
Der Eindruck ist nicht der, dass ich mit denen gerne abhängen wollen würde. Und dann sieht man ja auch noch die Getränke, also man sieht drei Dosen, auf denen Fett vor loko steht, in drei verschiedenen Geschmacksrichtungen wahrscheinlich, weil die unterschiedliche Farben haben. Und ehrlicherweise sehen die Dosen aus wie jeder schlechte Energydrink dieser Welt.
Also das Getränk, wie wir es festgestellt haben, ist ein sehr männliches Getränk. Und ihr könnt es euch vielleicht denken, es schlägt ein wie eine Bombe. Während die drei Jungs 2008 noch schlanke viereinhalb Millionen Dollar Umsatz machen, sind es 2009 schon 45 Millionen und 2010 über 100 Millionen Dollar, also gut 90 Millionen Euro.
Und das alles während Ihres Studiums? Die haben das Ganze 2005 gegründet. Ich weiß nicht, wann die raus waren. Es hat aber so ein paar Jahre gedauert, bis sie das Produkt auf dem Markt hatten und wirklich im Laden und verkauft hatten. Aber als es dann losging, ging es relativ schnell. Das Getränk wird in schlanken 0,7 Liter Dosen verkauft.
Für gerade einmal 3 bis 4 Dollar. Bei einem Alkoholgehalt von 12%. Das entsprach einer Alkoholmenge von ca. 4 bis 6 Bier pro Dose. Es gab also für wenig Geld einen ordentlichen Suff. Und wer schon mal in den USA war und weiß, was man so in einer Bar für ein Bier zahlt, kann verstehen, dass man da eine sehr große Zielgruppe findet.
Weil wenn man in der Bar geht, zahlt man locker 8 bis 10 Dollar pro Bier für so einen halben Liter. Und hier bekommst du eine 0,7-Dose für 3 bis 4 Dollar mit 12 Prozent. Das ist wirklich absurd. Was waren das für Geschmacksrichtungen? Die kommen wir gleich noch dazu. Okay. Und hast du das eigentlich schon mal getrunken? Nee, kommen wir auch dann noch dazu.
Und das auch noch. Dazu kam das, wie wir schon gesehen haben, auffällige Design in grellen Farben und Camouflage-Muster, das an alkoholfreie Energydrinks erinnerte und eine junge, oft männliche Zielgruppe perfekt ansprach. Wer zur Dose griff, konnte sich auch leicht einreden, dass das Getränk gar nicht so heftig war.
Denn die süßen Geschmacksrichtungen wie Wassermelone, Fruchtpunsch oder Zitrone überdeckten den bitteren Alkohol fast vollständig. Und dann waren da noch die 156 Milligramm Koffein pro Dose, was ungefähr der Menge von einem halben Liter Red Bull entspricht. Wer sich also eine Dose 4Loco genehmigt, ist sturzbetrunken und gleichzeitig hellwach.
Im Jahr 2010, als Cashers TikTok und Dynamite von Tayo Cruz die Charts beherrschten, war 4Loco von keiner Party wegzudenken. In jeder Tankstelle und kleinen Kiosk fand man die knallige Dose. Und auch in der Popkultur war 4Loco omnipräsent. Snoop Dogg war ein großer Fan. Und auf Plattformen wie Facebook und YouTube feierten Fans offen die extremen Auswirkungen des Getränks, was die Neugier und die Popularität weiter steigerte.
Der Blackout in a Can war Kult. Fusion Projects, also die Firma der drei Gründer, heizte den Hype immer weiter an. Sie forderten die Kunden auf, ihre heißesten Partybilder auf Social Media hochzuladen. Sie sponserten Bierpong-Turniere. Einwerbeslogan lautete schlicht Horny, Hyper and Happy. Geil, aufgedreht und glücklich.
Subtil ist anders. An einem Partyfoto, was ich gefunden habe, möchte ich dir auch nochmal zeigen. So ein bisschen den Weib auch aus der Zeit nochmal hochzuholen und so ein Gefühl bei dir zu erzeugen. Und ich glaube, das löst einiges aus. Auch die Frisuren. Also man sieht fünf knapp bekleidete Damen, die haben alle so Bandeau-Kleider an.
Das sieht fast so aus, als hätten die sich mit farbigem Klebeband eingewickelt. Und jede hat eine andere Farbe und stellt demnach einen anderen Vorloko-Geschmack, dar. Denn auf den Köpfen sieht man riesige Verschlüsse von Dosen. Also sie sind quasi die menschgewordenen Vor-Loko-Dosen. Ja. Ja, ich sehe viel Seitenscheitel, der ja wieder zurückkommt.
Obwohl so viel sehe ich gar nicht. Zwei sehe ich. Die anderen tragen, glaube ich, Mittelscheitel. Ja, ich würde sagen, sexy Ladies. Sexy Vor-Loko-Ladies. Man kann riechen, wie der Abend weitergeht. wie das Axteo im Club und diese süßen Getränkedosen Marke Wassermelone. Ich meine, das war auch eine Zeit, wo Jersey Shore sehr beliebt war.
Diese MTV-Sendung. Kannst du dich daran noch erinnern? Hab ich nicht geguckt. Das war der Vorläufer von Sommerhaus und Are You The One und wie sie alle heißen. Ich hab's auch nie wirklich gesehen, aber ich finde, das war sowas, was einfach irgendwie, wo alle drüber geredet haben und was irgendwie da war.
Also wer Jersey Shore gesehen hat, Kannst du dich ja mal melden für einen kleinen Rückblick. Jetzt fragt ihr euch sicher, wie durfte sowas überhaupt verkauft werden? Ja, also der Alkoholgehalt in Verbindung mit dem Koffein. Wie konnte das zugelassen werden? Das ist eine gute Frage. Tatsächlich haben die drei Gründer For Loco nicht als Energy Drink deklariert, sondern als Malz Mischgetränk.
Also da vielleicht noch zum Hintergrund, der Alkohol, der da drin war, war einfach so ein Malzalkohol. Also es war jetzt kein, nach nichts geschmeckt, sondern das war einfach so ein reiner, einfacher Alkohol. So was in Deutschland, glaube ich, Korn wäre oder einfach so ein klarer Alkohol ohne großem Geschmack.
Das heißt, sie haben das als Malz-Mischgetränk deklariert. Und das Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau, also die Behörde, die für die Zulassung von alkoholischen Getränken zuständig war, kontrollierte nur die einzelnen Zutaten und erteilte dann die Zulassung. Und der Koffeingehalt bewegte sich im Rahmen des Erlaubten. Ob die Kombination jetzt gut und sicher war, darüber hatten sie nicht zu entscheiden.
Dafür war die FDA zuständig. Die Lebensmittelbehörde, die wir ja aus deiner Folge über die Poison Squad kennen. Die Männer, die freiwillig Gift aßen. Vor ein paar Wochen, wer da nochmal reinhören möchte, wie die FDA entstanden ist. Und die FDA, die spielt auch eine kleine Rolle in der nächsten Folge Food Crimes.
Das ist vielleicht, soll ich mal eine Kooperation mit der FDA machen. Aber ja, tatsächlich wäre die dafür zuständig gewesen, das Ganze dann zu überprüfen. Aber das Getränk war jetzt erstmal offiziell zugelassen und damit nahm das Unheil seinen Lauf. Hättest du das damals getrunken, weil wir haben ja über so Alkohopops schon gesprochen und du meintest so, du kannst verstehen, dass das eine Zielgruppe hatte.
Wärst du dafür anfällig gewesen für das 4Locos mit 16? Also ich muss ganz ehrlich sagen, Energydrinks habe ich noch nie getrunken. Ich habe noch nie Red Bull getrunken. Also ich habe einfach noch nie in meinem Leben Red Bull getrunken. Zumindest nicht wissentlich ich habe schon mal so Wodka Energy im Club getrunken ich gehe davon aus, dass das Red Bull war und das fand ich mega eklig und deswegen, hätte ich mir das wahrscheinlich nicht selber gekauft, aber ich will nicht ausschließen dass ich es nicht bei jemandem probiert hätte ja.
Also tatsächlich es gab es würde nicht sagen, dass es eine Zeit war aber vielleicht mal so ein, zwei Monate wo ich Wodka Energy für ein anständiges Getränk gehalten habe, Und das tatsächlich ab und zu mal getrunken habe. Deswegen kann ich so ein bisschen nachvollziehen, wie der Effekt ist. Weil am Ende ist es ja genau das, ein klarer Alkohol mit süßer Energy-Pampe.
Und das ist schon verrückt, weil du bist wirklich, du bist da und du bist so angetrunken, aber du bist nicht betrunken. Also du hast sozusagen die Auswirkung von Alkohol, dass du irgendwie vielleicht so ein bisschen lockerer bist und ein bisschen jutrupp, aber du spürst nicht so die negativen Auswirkungen, sodass Alkohol müde macht.
Weil das kennt man ja, wer Alkohol trinkt, irgendwann wird man schläfrig, der Kopf wird schwer, man schläft ein. Und das ist ja auch völlig normal, weil das ein Schutzmechanismus ist des Körpers. Denn wer schläft, der trinkt nicht weiter. Genau diesen Mechanismus hebelt vor loko aus. Denn das Koffein wirkt aufputschend und überdeckt die Signale, an denen wir normalerweise merken, wie betrunken wir sind.
Das Tückische, das Koffein macht zwar wach, aber es macht nicht nüchterner. Reaktionszeit, Koordination, Urteilsvermögen, all das bleibt so schlecht, wie es eben bei dem Alkoholpegel ist. Man fühlt sich fit, ist es aber nicht. Mediziner nennen diesen Zustand auch Wide Awake Drunk, also hellwach betrunken sein.
Die Folge ist, man trinkt mehr als der Körper eigentlich verträgt, weil das natürliche Stoppsignal fehlt. Und man traut sich Dinge zu, die man vielleicht selbst stinkbesoffen nie tun würde. Genau diese Mischung aus falscher Wachheit und echter Trunkenheit sorgt im Jahr 2010 auf dem Höhepunkt des 4Loco-Hypes für immer mehr Tragödien.
Am 1. August 2010 entscheidet sich der 21-jährige Demetrius Jordan noch hinters Steuer zu setzen, nachdem er vor Loco getrunken und dazu noch Marihuana geraucht hatte. Es kommt, wie es kommen muss. Demetrius baut einen Unfall, bei dem er die vier Insassen des anderen Autos umbringt. Wie durch ein Wunder überlebt Demetrius.
Eine ebenfalls tragische Geschichte spielt sich am 17. September an der Florida State University in Tallahassee ab. Der 20-jährige Jason Kieran feiert in seiner Studenten-WG mit Freunden, stundenlang. 30 Stunden geht die Party schon. Jason hat mindestens drei Dosen vor Loco getrunken, dazu noch Bier.
Sein Körper ist längst im roten Bereich, doch Jason ist hellwach. Er wird zunehmend manisch, sein Verhalten immer wirrer. Er schnappt sich die Pistole eines Freundes, richtet sie mal auf sich, mal auf die anderen im Raum. Er lacht und scherzt dabei. Sekunden später löst sich ein Schuss, während er die Waffe an seinen eigenen Kopf hält.
Die Autopsie zeigt, dass Jason mit 2,83 Promille starb. Ab 3 Promille droht akute Lebensgefahr durch Atemstillstand. Eine gute Woche später stirbt Bo Rupp in Santaville, Virginia. Der Junge, den wir vorhin gesehen haben aus unserem Intro. Im Oktober 2010 trifft es in Kalifornien Ron Fiorini, einen 23-jährigen Studenten, der mit seiner Sportmannschaft feiert.
Nach zwei Dosen 4Loco wirkt er verwirrt, fährt trotzdem noch selbst nach Hause, und erzählt seinen Mitbewohnern panisch, sie kommen, um uns zu holen. Er holt seine Schrotflinte und ballert im Garten auf Zielscheiben. Als die Polizei eintrifft, die seine Mitbewohner gerufen haben, tritt Ron mit einer Schrotflinte auf die Veranda. Die Beamten eröffnen das Feuer.
Acht Schüsse treffen ihn tödlich. Ich könnte jetzt noch stundenlang weitere Geschichten erzählen, die in diesem Jahr passiert sind. Da gibt es auch noch Cason Bailey, eine 16-Jährige, die am 8. Oktober beim Überqueren einer Straße getötet wird. Oder Courtney Spurry, 21, die in Maryland tödlich mit einem Pickup verunglückt.
Es gibt wirklich unfassbar viele Fälle aus diesem Jahr. Todesfälle im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch sind generell leider nichts Ungewöhnliches. Doch 4Loco treibt die Gefahr von Alkohol in diesem Jahr noch einmal auf ein komplett neues Level. Die Kombination aus Alkohol und Koffein sorgt in vielen Fällen für Paranoia, manisches Verhalten oder auch Herzrhythmusstörungen.
Vielen Jugendlichen, die 4Loco trinken, ist die Gefahr der Dose im Herbst 2010 bewusst. Und auch PolitikerInnen beginnen sich mit den Auswirkungen des Partygetränks zu beschäftigen. Doch es dauert eine Weile, bis wirklich was passiert. Ich habe eine Frage. Warum gab es denn diese ganzen Fälle in diesem einen Jahr? Haben die da was an ihrer Rezeptur verändert?
Nee, es war einfach das Jahr, wo 4Loco in der breiten Masse angekommen ist. Also ich meinte ja vorhin, so 2008 haben sie im Grunde angefangen, das Produkt auf den Markt zu bringen. 2009 war so das erste Jahr, wo sie die größeren Verkäufe gemacht haben und 2010 war 4Loco ein Massenprodukt, ein popkulturelles Phänomen.
Okay, okay. Ja, vor allem dann ab Sommer beginnen sich die Fälle zu häufen im Zusammenhang mit 4Loco, also die Todesfälle im Zusammenhang mit 4Loco. Und der Wendepunkt kommt dann am 8. Oktober 2010. An der Central Washington University im Bundesstaat Washington werden nach einer Party gleich neun Studierende ins Krankenhaus gebracht.
Bei ihnen werden Blutalkoholwerte von bis zu 3,5 Promille gemessen. Werte, bei denen Menschen sterben können. Augenzeugen beschreiben später, wie die Studierenden wie weggetreten in der Gegend lagen. Einige dachten, dass K.O.-Tropfen im Spiel waren. Doch es war nur for loko. Es ist klar, es muss sich etwas ändern. Das Getränk ist gefährlich.
Die FDA schreitet nun endlich ein. Es ist natürlich total tragisch, dass erstmal so viel passieren musste, bis eingeschritten wird. Und ich frage mich natürlich auch, was die Gründer sich da gedacht haben. Also das scheint ja jetzt nicht ein Getränk gewesen zu sein, bei dem man wirklich nur bei großem, großem Missbrauch diesen Zustand erreicht, sondern schon nach wenigen Dosen.
Ja, oder nach einer Dose. Das sind 0,7 Liter. Also das ist generell schon ein Liter Bier zu trinken, ist schon arg. Aber ja, behalt die Gedanken mal, weil wir werden natürlich noch später dazu kommen, was haben die Gründer dazu gesagt? Und ich glaube, ich nehme noch nicht so viel vorweg, wenn ich sage, es wird auch rechtlich noch ein Thema.
Weil so wie ich das verstanden habe, haben die bei der Zulassung jetzt nichts falsch gemacht oder bewusst getrickst. Es ist aber schon so, dass das Produkt auf dem Markt ist und man sich jetzt die Frage stellt, im Oktober 2010, wollen wir das weiter auf dem Markt haben? Und die Firma Fusion Projects merkt natürlich auch, was da gerade passiert.
Der Wind dreht sich, 4Loco ist nicht mehr Kult, es ist gefährlich. Und Anfang November gehen sie in die Offensive. Sie mahnen öffentlich zu einem verantwortungsvollen Konsum und bieten sogar an, Aufklärungskampagnen mitzufinanzieren. Es ist nichts weniger als eine 180-Grad-Wende. Hatten sie wenige Monate zuvor ihre jugendliche Kundschaft noch angeheizt und abgefeiert, gab man sich jetzt ganz handzahm.
Doch in einem offenen Brief an die FDA geht Fusion Projects dann wieder in die Defensive. Sie schreiben, Komasaufen sei ein gesellschaftliches Problem. Das habe nichts speziell mit 4Loco zu tun. Der Auffassung, dass die Mischung von Koffein und Alkohol inhärent unsicher sei, stimme man nicht zu. Studien, die vor der Gefahr waren, Alkohol und Koffein zu kombinieren, weisen Mängel im Design und Interpretation auf, schreibt das 4Loco-Unternehmen.
Also sie versuchen auf der einen Seite so ein bisschen Abstand zu nehmen von der ganzen Geschichte, von den ganzen Fällen. Auf der anderen Seite sagen sie auch, unser Produkt hat eigentlich damit gar nichts zu tun. Doch der Druck auf Fusion Projects, der steigt jetzt, weil zuerst verbieten Unis vor loko, weil das ist eigentlich so die Haupteinnahmefläche dieses Getränks.
Ja, die Colleges, die vorhin drüber gesprochen haben, Sorieties und Fraternities, also diese Studentenverbindungen, das ist vor Loco natürlich besonders beliebt. Doch dann beginnen auch immer mehr Bundesstaaten, das Getränk zu verbieten. Am 14. November stoppt Fusion Projects unter dem Druck des New Yorker Governors die Lieferung an den Bundesstaat.
Am 16. November zieht das Unternehmen dann schließlich selbst die Reißleine. Sie kündigen an, Koffein, Taurin und Guarana aus allen Getränken zu entfernen. Möglicherweise wussten sie da schon, was auf sie zukommt. Denn einen Tag später, am 17. November 2010, verschickt die FDA einen offiziellen Warnbrief.
An Fusion und drei weitere Hersteller. Die Kernaussage ist juristisch trocken, aber eindeutig. Koffein, das einem alkoholischen Getränk zugesetzt wird, gilt als unsicherer Lebensmittelzusatzstoff. Es gibt dafür keine Genehmigung mehr. Das originale For Loco verschwindet also in den nächsten Wochen aus den Supermärkten.
Auch auf deine Frage vorhin, ob ich das schon mal getrunken habe, es gibt es nicht mehr. Aber vielen Eltern, der Opfer reicht das nicht aus. Sie wollen Fusion Projects und die drei Gründer vor Gericht sehen und zur Rechenschaft ziehen. Und es gibt aus dieser Zeit wirklich absurde Szenen. Es gibt ein Video, was ich dir gerne mal zeigen möchte, wo wir sehen, wie For Loco-Fans eine Art Mahnwache in New York gehalten haben, wo sie sozusagen an das jetzt verbotene Getränke erinnern.
Es werden auf For Loco umgedichtete Beatles-Songs gesungen. Es hat so ein bisschen was Hippieskes, aber gleichzeitig für dieses Getränk. Es ist nur ein ganz kurzer Ausschnitt, den ich in einem Video über Vologe gefunden habe. Schau dir das gerne mal an. Okay, ich gucke rein. Ich habe nur gerade gedacht, dass man die Kraft von so einer Community einfach nicht unterschätzen sollte.
Ich meine, das hat man schon häufiger gehört, zu was Communities oder Fans so im Stande sind. Aber wenn die vorher ja vor allen Dingen ihren Erfolg auch so aufgebaut haben, indem sie Leute dazu animiert haben, Fotos mit den Getränken zu machen und so im Internet so einen Hype zu erschaffen, dann ist das ja klar, dass die Leute sich da irgendwie verbunden fühlen und weitermachen.
Aber ja, ich schau mal rein. Diese stressigen amerikanischen YouTube-Videos, wo irgendwelche Zusammenhänge erklärt werden und die Person in gefühlt dreifacher Geschwindigkeit irgendwas erzählt, dafür bin ich zu langsam im Kopf. Aber ja, man hat gesehen, dass eine Gruppe von jüngeren Leuten im Dunkeln um so eine Art Licht oder so herumstand Und ja, das sah aus wie eine Mahnwache eben.
Ich weiß, es sind noch nicht viele. Es sind vielleicht so 20 Leute oder so. Also es hatte jetzt keinen großen gesellschaftlichen Impact. Aber es zeigt natürlich das, was du schon gerade angesprochen hast. Auf der einen Seite, man hat Monate oder Jahre lang die Leute so hochgegeilt. Nur um dann von einem Tag auf den anderen zu sagen, das war es jetzt, danke, tschüss. Es ist vorbei.
Aber wie gesagt, es kommt jetzt auch zu gerichtlichen Auseinandersetzungen. Auseinandersetzung. Die Eltern von Bo Rupp reichen im Mai 2011 in Chicago, dem Sitz von Fusion Projects, Klage ein. Der Vorwurf lautet Fahrlässigkeit bei der Rezeptur und gezielte Vermarktung an Minderjährige. Auch die Eltern von Jason Kieran verklagen das Unternehmen. Hier dreht sich alles um die Frage, ob der manische Zustand, der zu dem tödlichen Schuss führte, eine vorhersehbare Folge war, nachdem ihr Sohn Vorloko getrunken hat.
Fusion argumentiert in beiden Fällen gleich. Sie sagen, das Produkt sei sicher, solange man es nicht missbrauche. Die Kläger sagen Bullshit und halten dagegen. Sie sagen, eine 0,7 Liter Dose mit 12% Alkohol kann man nicht sicher gebrauchen. Es zwingt einem quasi den Missbrauch auf. Auch die Eltern des 23-jährigen Ron Fiorini, der von der Polizei erschossen wurde, nachdem er mit seiner Schrotflinte im Garten herumgeschossen hatte, klagen gegen Fusion.
Nach dem Urteil, dass das Unternehmen freispricht, gehen sie in Berufung und bekommen Recht. Das Gericht argumentiert, dass das Getränk durch den Zusatz der weiteren Stoffe wie Koffein, Taurin und Guarana adulterated, also verfälscht sei. Der Hersteller hätte also eine Schuld an den Fällen. Krass, hätte ich nicht gedacht. Oder?
War ich auch überrascht, dass das passiert ist. Ich kenne ja mal die Diskussion hier in Deutschland zu den Energydrinks zum Beispiel, die sich ja auch ganz klar an die jüngere Bevölkerungsgruppe richten und da ist der Missbrauch von Koffein auch ein Thema und auch gar nicht so ungefährlich. Und da wird ja auch immer argumentiert, dass man ja irgendwie eigenverantwortlich trinken soll und kann und dass man den Leuten das schon zutrauen muss und.
Die Hersteller sich da immer so ein bisschen aus der Affäre ziehen oder sagen, man muss ja nicht die ganze Dose trinken, wobei man sich ja wirklich bei dem Argument immer denkt, ja genau, ich mache eine Dose auf und trinke die dann nicht aus, schmeckt am nächsten Tag halt komplett kacke dann das Getränk.
Deswegen hätte ich jetzt gedacht, dass die damit davon kommen. Auf der anderen Seite ist es auch immer noch Amerika. Deswegen war so ein kleines Fünkchen Hoffnung in mir, was gedacht hat, ah, vielleicht klappt es doch unaufensichtlicher. So ein kleiner Scheinseersatz. Aber tatsächlich, dass das passiert und dass vor Loco da eine gewisse Mitschuld zugesprochen wird, hat mich auch überrascht.
Und in den nächsten Jahren zahlt Foloko tatsächlich in mehreren Fällen Schadensersatz an Angehörige von Unfällen, Todesfällen. Die genauen Summen bleiben geheim, auch die genaue Anzahl konnte ich nicht herausfinden. So wie ich das verstanden habe, hat Foloko nach diesem Urteil einfach gemerkt, okay, da kommt so ein bisschen was auf uns zu.
Wir können uns jetzt hinter unserer Argumentation nicht mehr komplett zurückziehen und ist da ein bisschen in die Offensive gegangen, was diese Schadensersatzzahlung anging. Im März 2014 schließt Fusion dann auch noch einen Vergleich mit den Generalstaatsanwälten aus insgesamt 19 Bundesstaaten. Also auch von der Seite gab es verschiedene Gerichtsverfahren, das verschiedene Bundesstaaten für Logo- bzw. Fusion-Projects verklagt hat.
Sie stimmen in diesem Vergleich mehreren Auflagen zu. Und das ist ein bisschen absurd, wenn man das jetzt so vorliest, aber es macht schon irgendwie Sinn. Zum einen keine Models unter 25 mehr in der Werbung. Sie dürfen nicht mit Weihnachtsmännern werben. Und sie dürfen nicht mit College-Maskottchen werben.
Und in sozialen Medien darf nicht mehr beschrieben werden, wie man das Getränk mit noch mehr Alkohol oder Koffein aufpeppt. Weil auch das war ein Trend. Das ist noch zu Pim. Im Supermarkt muss 4Loco zudem künftig getrennt von alkoholfreien Limos stehen. Das ist also ein Vergleich, der mit 19 Bundesstaaten geschlossen wird.
Das heißt, das gilt in diesen 19 Bundesstaaten. Kommen wir gleich nochmal dazu, wie das heute ist. Das ist ganz wichtig für den Hinterkopf einmal zu wissen, dass solche Sachen immer auf Bundesebene verhandelt werden in den USA und dadurch es in unterschiedlichen Bundesstaaten unterschiedliche Regelungen gibt.
Man könnte sich jetzt denken, Ende gut, alles gut, aber das ist leider nicht der Fall. Denn auch ohne Koffein, Taurin, Guarana blieb vor loko gefährlich. Was haben wir? Nee, sag ruhig. Ich wollte fragen. Was ist denn deine Verbutung? Naja, also du hast ja gesagt, so erst habe ich es nämlich so verstanden, dass sie einfach weniger von Taurin und Koffein und so reingetan haben.
Aber jetzt hört es sich ja so an, als wäre es ganz verschwunden aus dem Betränk. Das heißt, es muss ja was anderes hinzugefügt worden sein. Ja, also das Ding ist, und das hatte ich, glaube ich, nur in so einem Nebensatz erwähnt. Die FDA schreibt diesen Brief, dass Koffein jetzt als Zusatz verboten ist, ja an vier Unternehmen insgesamt. Also Fusion Projects und drei andere.
Das heißt, es gab auch noch andere Unternehmen, die solche ähnlichen Produkte hergestellt haben. For Loco war aber das bekannteste und beliebteste. Das heißt, dieses Verbot gilt jetzt für die Produktkategorie Alkohol Energy Drink, würde ich es mal nennen. Und als diese Produkte dann im Winter 2010 vom Markt verschwinden, entsteht natürlich schnell ein Schwarzmarkt für die Restbestände, die viele Leute aufkaufen und die bei Ebay teilweise für das Vierfache dann weiterverkauft werden.
Es gibt aber auch das Neue vor Loco, das jetzt im Grunde ein klassischer Alkoholpop ist, also pappensüß und mit Alkohol mit viel Alkohol. Denn das Koffein musste man ja rausnehmen, aber den Alkoholgehalt senken? Naja, das hatte ja niemand verlangt, ne? Das heißt, auch in den folgenden Jahren kommt es immer wieder zu dramatischen Fällen, in denen Menschen den Alkoholgehalt der Dose überschätzen, weil der süße Geschmack weiterhin jeden Alkohol übertüncht.
Und die drei Gründer, die das Unternehmen bis heute führen, schrecken nicht davor zurück, den Alkohol wirklich aufs Maximale aufzudrehen. Heute gibt es die For Loco Bold Series mit 14% Alkohol und For Loco Shots mit 35% Alkohol. Da viele Bundesstaaten den maximalen Alkoholgehalt von For Loco aber begrenzt haben, gibt es das Getränk oft nur noch mit 6-8%.
Der Blackout in a Can lebt so also nur noch als Legende weiter. Es ist eine Legende, die viele Todesopfer gefordert hat. Kannst du mir sagen, wie sich der Umsatz verändert hat? Also ob der sich verändert hat? Ob dieses Gerichtsurteil irgendwelche Folgen für das Image der Firma hatte? Ja, tatsächlich wollte ich dazu jetzt noch kurz kommen. So ein bisschen einen Überblick von, was ist eigentlich alles bis heute passiert?
Weil wie gesagt, Verlokung gibt es weiterhin. Und auch die drei Gründer sind noch an Bord, also führen weiterhin das Unternehmen. Ja, also 2010, nachdem es dieses Gerichtsurteil gab, brach der Umsatz erstmal komplett ein. Also das Unternehmen verlor über Nacht 80.000 Verkaufsstellen, weil die Händler meinten, ey, das Produkt ist jetzt von der FDA quasi verurteilt worden.
Wir werden das nicht mehr verkaufen können, wollen wir nicht mehr, danke, tschüss. Fusion Projects saß dann auf einem Warenbestand von gut 30 Millionen US-Dollar, den sie nicht mehr verkaufen konnten, weil das Produkt ja verboten war. Und laut der Gründer brauchte man drei bis vier Jahre, um sich von diesem Schock zu erholen und wieder finanziell auf den Stand von 2010 zu kommen.
Jetzt muss man natürlich dazu sagen, dass der Markt mit so Mix-Getränken oder mit, sagen wir mal, Bier und Wein-Alternativen krass wächst. Also White Claw gibt es ja mittlerweile in Deutschland auch. Ich weiß nicht, ob du das schon mal getrunken oder gesehen hast. Das ist im Grunde. So ein Sprudelwasser mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, dem dann auch so ein klarer Alkohol einfach zugesetzt wird.
Oder High Noon ist auch sehr beliebt. Das ist mit Wodka und Tequila. Die werden auch dahingehend vermarktet, dass sie sowohl leichter und frischer sind als Bier, aber auch weniger Zucker, weniger Kalorien. Also es ist ein gesunderer Suff, in Anführungszeichen. Was natürlich Quatsch ist, weil Alkohol ist Alkohol.
Aber dieser Markt wächst krass gerade. Und das haben die Gründer in den letzten Jahren wahrscheinlich auch sehr gut beobachtet, weswegen sie im März 2026 angekündigt haben, ForLoco zu verkaufen. Also sie schätzen, das Unternehmen ist ungefähr 400 Millionen Dollar wert und, im Moment wird ein Käufer gesucht. Das heißt, wer da draußen noch ein bisschen Kleingeld rumliegen hat, ForLoco kann man sich jetzt unter den Nagel reißen.
Ich habe jetzt nichts gefunden, ob der Verkauf schon vollzogen wurde. Von daher gehe ich davon aus, dass For Loco noch auf dem Markt ist. Aber ja, das ist For Loco heute. Es gibt es weiter. Es ist weiterhin teilweise, sehr, sehr Alkohollastig. Und ja, ich habe es noch nicht getrunken. Ehrlich gesagt, nach der Geschichte weiß ich auch nicht, ob ich es nochmal trinken möchte oder versuchen möchte. Ich glaube, es passt so.
Klingt jetzt auch einfach nicht nach dem leckersten Drink, den man sich mal so gönnen kann. Also krasse Geschichte, krasse Unternehmensgeschichte dann auch irgendwie und ich finde das dann doch erstaunlich, dass sich, das Unternehmen dann doch wieder gefangen hat und sie einfach weiter am Markt sind und offensichtlich ja auch erfolgreich, weil wenn man ein Unternehmen für 400 Millionen verkauft, dann hat man ja, auch ein paar Sachen richtig gemacht, so aus unternehmerischer Brille gesprochen.
Du hast ja gesehen, es gab genügend Leute, die das Produkt irgendwie geil fanden und sich wahrscheinlich dachten, mein Gott, dann trinke ich es weiterhin, wenn es auch ohne Koffein ist. Und man muss ja auch wirklich sagen, es gibt Produkte dieser Art noch und nücher. Alkohol ist ja die meistverbreitete Droge, die es gibt.
Und das System sozusagen ist dann wie so häufig das Problem und nicht diese eine Firma, die das herstellt. Richtig. Ja, das war der Fall für diese Woche, die ja, ich würde sagen, der Missbrauch von Furloko in den USA, beziehungsweise, dass es überhaupt hergestellt wurde, ist für mich auch schon ein Foodcrime.
Die Fotos und das kurze Video findet ihr auf der Website wasschmecktahinter.de und bevor wir jetzt den Deckel drauf machen für diese Woche bin ich gespannt, welchen Foodcrime Lilly Temmel dabei hat, im Köcher hat, Ich habe heute einen Foodcrime von einer Hörerin dabei die mir eine ganz nette E-Mail geschrieben hat Yvonne heißt sie und Yvonne schreibt, Klöße, Knödel in Bayern eine Megasache diese gekochten Kartoffelbälle, vollgezogen mit Wasser.
So unglaublich ekelhaft. Ich kann da auch einfach nichts essen, was mit denen in Berührung gekommen ist. Dieses schlonzige gibt mir den Rest. Also Yvonnes Foodcrime sind Kartoffelknödel. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann es nachvollziehen. Ich finde Klöße an sich wirklich sehr lecker. Also ich liebe Knödel und Klöße, aber Kartoffelknödel sind wirklich meistens aus einer Konsistenz, die ich auch überhaupt nicht mag.
Ich muss auch sagen, dass ich, wenn ich die gegessen habe, die so, ehrlich gesagt war das aus fertigem Teig, aber das gibt mir gar nichts. Also das ist was, auf das ich verzichten könnte. Und ich finde Serviettenknödel, Käseknödel oder hier so Spinatknödel, all diese Knödel, die es da gibt draußen in der Welt, die finde ich fantastisch.
Aber Kartoffelknödel, finde ich. Also Kartoffelknödel, also so Klöße, also so Thüringer Klöße oder wo wir sprechen. Weil ich finde, das ist ja auch so ein Begriff, der ganz unterschiedlich ausgeformt wird. Also so verstehe ich das jetzt. Wenn Yvonne andere meinte, kann sie das gerne sagen. Aber sie schreibt ja Klöße, Knödel. Und ich muss sagen, ich habe mir schon gedacht, dass du die nicht magst, weil du hast ja so ein Problem oft mit Textfuhren. Und vor allem, wenn es so ein bisschen so schwabbelig und schwammig wird, da bist du ja raus.
Ich liebe Kartoffelklöße. Ich finde, es gibt wirklich diese Sapschicke und dann schön die Soße drücken und oh, geil, hammergeil. Ich liebe Klöße. Du musst die ja noch nicht mal kauen, du zerdrückst die ja nur so mit der Zunge und die schmecken nach nichts. Nein, sie schmecken so leicht süßlich und sie.
Dann, und das ist ja eigentlich nur so ein Schwamm, der das aufsaugt, was du isst, wenn du so zu Weihnachten mit Rotkohl und dann so einer Bratensohle, es gibt doch nichts geileres, als das dann in so ein Kloß zu tunken. Ich könnte auch, ich überfresse mich auch immer komplett. Einfach eine Salzkartoffel? Nein!
Der Kloß ist wirklich, der Kloß ist die Krone der kulinarischen Kartoffelschöpfung. Ich liebe Klöße. Das? So weit würdest du gehen? Ich liebe Klöße. Kartoffelklöße sind das Beste, was man aus Kartoffeln machen kann. Ja. Du magst aber auch Kroketten, ne? Ich liebe Kroketten. Wirklich. Hammer, hammer geil. Also da sind wir beide, bei Kartoffeln, da scheiden sich Floß und meine Wege auf jeden Fall hundertprozentig.
Und unsere Yvonne, die treffen sich ja offensichtlich. Ist doch schön. Wir sind im Kartoffelkloß-Hass-Verein. Also mich würde das wirklich mal interessieren, wir können ja mal, das haben wir lange nicht mehr gemacht, eine Umfrage bei Spotify, das kann man ja einstellen, Klöße ja oder nein. Aber nur Kartoffelklöße, ne? Ich will das nur nochmal sagen. Also alle anderen Klöße sind fantastisch. Kartoffelkloß.
Da muss ich auch sagen, man kauft den Teig fertig. Die macht man nicht selber. Das ist viel zu auffällig. Deswegen kenne ich die auch. Liebe Grüße an die Marke Henglein. Das können wir ja mal sagen. Großartig. Gerne mehr. Nehme ich auch mal so einen Kasten für den privaten Gebrauch. So eine Schubkarre.
Und die machst du dann selber zu Hause. Top. Und da bin ich mal gespannt, ob wir da so eine Fifty-Fifty-Meinung haben. Ich glaube, wir sind da eher bei so 70-30 pro Klöße. Ich kann mir auch vorstellen, dass man mehr Fans findet. Bei uns in der Familie gibt es auch die eine und die andere Fraktion. Deswegen gibt es an Heiligabend, es gibt immer das Gleiche bei uns jedes Jahr, gibt es Kartoffelklöße und es gibt einfach Salzkartoffeln, weil sich da nicht geeinigt werden kann, wer was lieber möchte. Okay, das würde mich mal interessieren.
Dann packen wir hier eine Umfrage rein. Und wenn ihr die Folge jetzt gehört habt, dann habt ihr diese Umfrage wahrscheinlich schon am Anfang gesehen und euch gefragt wird, was ist das denn? Wo kommt das denn her? Aber beantwortet es gerne mal. Und dann bin ich gespannt, wo das hinführt. Aber ich tippe auch, die Mehrheit ist für den Kartoffelkloß.
Wunderbar. Und wenn ihr schon dabei seid, hier rumzuklicken, dann lasst doch gerne noch ein Abo da und bewertet uns. Das haben wir lange nicht mehr gesagt, aber es hilft. Hilft und ist schön und gibt uns ein gutes Gefühl. Ansonsten am Samstag gibt es die erste Bonusfolge für alle Steady-Abonnierenden.
Und ansonsten hören wir uns nächste Woche wieder mit einem neuen Fall. Das ist absolut korrekt. Ich freue mich drauf und wünsche euch eine gesegnete Woche. Tschüss. Amen. Liebe Grüße. Ciao. Ihre Lilly Temme.