
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
#88 Mysteriöse Todesfälle im Paradies
Dienstag, 21. Juli 2026 · 1 h 10
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Shownotes
Dore Strauch und Friedrich Ritter planen im Frühjahr 1929 etwas, wovon wahrscheinlich viele träumen: Sie wollen auswandern. Aber nicht einfach nur in ein anderes Land. Nein, sie wollen ihr altes Leben in Berlin hinter sich lassen und mit dem Schiff auf eine ca. 11.000 Kilometer entfernte Insel reisen, auf der es nichts gibt. Keine Menschen, kein fließendes Wasser, keine Essenversorgung, nichts.
Im September 1929 kommen sie auf Floreana an. Und im Jahr 1934 leben bereits 9 Menschen auf der Insel. Doch nicht alle 9 werden ihr Aussteigerleben überleben. Denn im Paradies zieht ein Sturm auf. Menschen sterben unter mysteriösen Umständen oder verschwinden spurlos. Und dass ausgerechnet Hühnerfleisch ein Menschenleben kosten wird – damit hätte wohl niemand gerechnet.
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Dore Strauch und Friedrich Ritter planen im Frühjahr 1929 etwas, wovon wahrscheinlich viele träumen oder woran zumindest viele schon mal gedacht haben. Sie wollen auswandern. Aber nicht einfach nur in ein anderes Land. Nein, sie wollen auf eine einsame Insel auswandern, ihr altes Leben in Berlin hinter sich lassen und dann mit dem Schiff auf eine ca. 11.000 Kilometer entfernte Insel reisen, auf der es nichts gibt.
Keine Menschen, kein fließendes Wasser, keine Essensversorgung, nichts. Als die beiden am 19. September 1929 auf Floriana ankommen, einer Vulkaninsel, die ungefähr so groß ist wie Karlsruhe und die zu Ecuador gehört, schreibt Dore in ihr Tagebuch, unsere Hoffnung so wolkenlos wie der Himmel. Hoffnung auf Freiheit, die Rückkehr zu menschlichem Ursprung und ein Leben im Einklang mit der Natur.
Friedrich will sich vegetarisch ernähren und ein Vorreiter menschlichen Lebens werden. Er und Dore gehören der Reformbewegung an, die sich als Reaktion auf Industrialisierung, Urbanisierung und Materialismus entwickelt hat und die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ein naturgemäßes Leben zu führen. Ein besseres Leben.
Doch nachdem die beiden auf der Insel ankommen, merken sie, was es wirklich heißt, so weit weg von jeglicher Zivilisation zu leben. Aber Friedrich schreibt erstmal fröhliche Briefe an die Öffentlichkeit und berichtet, wie toll das Leben auf Florianer ist. Nicht, dass noch jemand merken könnte, dass es gar nicht so leicht ist, auf einer einsamen Insel zu leben.
Und so kommt es dazu, dass sich im Laufe der Zeit ein paar weitere Menschen auf den Weg nach Florianer machen, um hier ihr Glück zu finden. Nach ein paar Jahren sind aus anfänglich zwei BewohnerInnen zehn BewohnerInnen geworden. Doch nicht alle zehn werden ihr Aussteigerleben überleben. So viel sei schon mal verraten.
Denn im Paradies zieht eine Sturm auf. Menschen sterben unter mysteriösen Umständen oder verschwinden spurlos. Und dass ausgerechnet Hühnerfleisch ein Menschenleben kosten wird, damit hätte auf Floriana wohl niemand gerechnet. Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza und Lili Temmler.
Hallo, hallo, hallo, hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Food Crimes. Flo, hast du schon mal irgendwas von dem Fall gehört? Nein, und leider auch nicht für diese Insel. Was sehr, sehr schade ist, weil ich schaue mal, wie die Geschichte hier läuft, aber wenn da jetzt Ruhe eingekehrt ist, dann sehe ich mich da die, wie hieß die Dure? Die Dure machen.
Also wer, wenn ich du, sollte mal nach Floriana reisen. Du hast natürlich recht. Wo hast du diese Geschichte denn gefunden? Ich habe doch nie was davon gehört. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht, ob man das sagt am Anfang einer Folge. Ich hätte es sonst am Ende gesagt, aber das ist jetzt schon eine meiner Lieblingsgeschichten.
Bei all der Tragik, die sie auch beinhaltet, hat die Recherche so viel Spaß gemacht, weil ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie ich auf diese Geschichte gekommen bin. ist mal ein Tab von tausend, die ich sowohl auf dem Handy als auch auf meinem Laptop offen hatte. Auf dem Handy ist es kriminell. Auf dem Handy ist es ganz kriminell.
Auf dem Laptop würde ich noch sagen, das gebe ich dir mittlerweile. Das sage ich, das ist auch, um irgendwie die Krankheit so ein bisschen im Rahmen zu halten. Aber auf dem Handy, da muss man wirklich, da müssen wir mal schauen. Da müssen wir ran. Vor allen Dingen habe ich ja zwei Räume. Ich habe einmal private Tabs und einmal nicht private. Scheiße, ey.
Und ich glaube, Und dann noch Chrome, Firefox, Safari, Edge. Es ist wirklich schlimm. Aber einer davon war eben diese Geschichte. Und deswegen würde ich sagen, lohnt es sich, da ab und zu nochmal reinzugucken. Ich möchte ganz zu Beginn einmal nochmal Danke sagen an euch alle, dass ihr uns jede Woche hört und euch darauf hinweisen, dass alle Fotos, die ich heute dabei habe, und ich kann schon mal versprechen, es sind viele, findet ihr auf unserer Website www.wasschmecktdahinter.de.
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Alle Infos dazu findet ihr auch auf unserer Website. Bevor es losgeht mit der Folge, Flo, habe ich eine wichtige Frage an dich und, die Frage nervt, sage ich ganz ehrlich, mich persönlich, aber sie bietet sich natürlich an. Welche drei Gegenstände würdest du mit einer Einwohnerinsel nehmen? Also realistisch oder so träuberisch? Das, was dir jetzt in den Sinn kommt.
Du kannst ja nochmal kurz in dich gehen. Während Flo überlegt, würde mich natürlich auch interessieren, was ihr mitnehmen würdet. Schreibt das doch gerne mal unter die Folge hier. Vielleicht auch Dinge, auf die wir jetzt gar nicht unbedingt gekommen sind. Und deine Antworten, Flo, würde ich gleich dann direkt mal auswerten, um deine Persönlichkeit zu analysieren. Oh Gott.
Also deswegen fange ich doch direkt mit dem Ersten an. Ne, das Erste ist auch direkt super, um mich einzuschätzen. Ich würde eine Axt mitnehmen. Eine Axt ist immer gut. Damit kann man Bäume fällen, damit kann man ein Haus bauen, damit kann man aber auch irgendwie so ein dahergelaufenes Huhn erlegen, oder so einen Inselbewohner, den man da nicht haben möchte.
Also dafür eignet sich die Axt natürlich sehr gut. Würdest du da jetzt schon reingehen in meine Persönlichkeit? Zähl erst mal auf und dann ich analysiere das dann alles auf einmal. Das reicht mir. Ich brauche eine Axt, damit bin ich voll okay. Ja, ansonsten, naja, irgendwas zum Lesen, irgendwie die letzte Gala oder sowas, wo man ein bisschen was zum Blättern hat, das wäre vielleicht noch ganz gut.
Wo wieder irgendeine Gloria oder Silvia von Ton und Taxis in einer tollen Abendgarderobe ihren Sektempfang auf der hauseigenen Burg veranstaltet. Für uns Reformer, es ist natürlich auch wichtig, einfach zu wissen, gegen was man ist. Deswegen würde ich irgendwie so eine Gala oder eine Bunte mitnehmen. Und.
Das ist schwierig. Ich glaube, irgendwie eine Decke, weil es wird nachts schon frisch wahrscheinlich. Also Axt, die Gala und eine Decke. Das ist erstmal ganz gut. Ich tippe das mal eben in meinen Internet Psychologen hier ein. Da gibt es eine Website, wo du analysieren kannst. Was da rauskommt. Das ist nicht dein Ernst.
Du hast eine Website gefunden, wo man Menschen analysieren kann anhand ihrer drei Gegenstände, die sie auf einer einsamen Insel mitnehmen wollen. Okay, bist du bereit? Ja. Diese Kombination zeigt eine starke Balance zwischen hartem Pragmatismus und dem Bedürfnis nach emotionalem Komfort. Flo sichert zuerst das Überleben, sorgt dann aber sofort für Entspannung und vertraute Routine. Vertraute Routine, denn er liest die Gala wirklich regelmäßig, das müsst ihr wissen.
Ja, also die Axt zeigt, du bist auch der Macher und Beschützer. Die Gala zeigt, du bist der harmoniebedürftige Gesellschaftstyp und die Decke der Komfort- und Sicherheitsliebende. Ja, super. Ich bin der moderne Mann. Ich bringe erst den nervigen Inselbewohner um. Und dann möchte ich aber wissen, dass Gloria von Ton und Taxis sich wieder ...
Ich muss noch kurz das Gesamtfazit lesen. Ja. Dein Kollege Flo ist ein ausgeglichener Realist. Er verweigert die harte Realität der Insel nicht, in Klammern Axt, weigert sich aber dabei sein Wohlbefinden und seine Verbindung zur Zivilisation aufzugeben, in Klammern Gala und Decke. Im Team ist er vermutlich jemand, der in Stresssituationen funktioniert, danach aber sofort für eine entspannte Kaffeepause zu haben ist.
Also es ist aber so 50 Prozent war ganz gut getroffen. Die letzten drei Sätze streichen wir, oder? Ja, so dann habe ich dich analysiert, das finde ich super, das Internet hat mir übrigens auch verraten, was man auf jeden Fall mitnehmen sollte, es gibt natürlich essentielle Survival-Gegenstände, wie das Messer, dann ein Feuerstahl oder eine stabile Plane ich finde, davon bist du jetzt gar nicht so weit entfernt, also Messer, ist ja klar Das Feuer, das lodert in mir ja hoch, wenn ich Gloria von Ton und Taxis und irgendwie so eine Goldbrosche sehe.
Verstehe. Also du brauchst keinen Feuerstall, die reicht die Gala, um Hitze zu erzeugen und Reibung und dir ein Feuer zu machen. Okay. Ja, und dann haben wir die stabile Plane. Die soll Süßwasser auffangen, vor Sonnenlicht schützen, einem garantieren, dass man trocken schläft, ein kleines Dach haben. Gleichzeitig kann man sich natürlich auch auf eine Plane legen, man kann sie zwischen Bäume spannen.
Also da war deine Decke auch nicht weit von entfernt. Aber ganz wichtig ist natürlich, dass neben den körperlichen Bedürfnissen auch die mentale Verfassung auf einer einsamen Insel eine Rolle spielt und auch der größte Feind sein kann. Deswegen sollte man auch den mentalen Aspekt bei den Dingen, die man einpackt, berücksichtigen.
Und deshalb wäre es ratsam, ein Buch oder einen Notizblock einzupacken. Und da sage ich natürlich, da bist du mit der Gala auf dem richtigen Weg, mein Freund. Oder den mentalen Turbo einzupacken. Oder den mentalen Turbo einzupacken. Gut, ich denke, wir wären jetzt halbwegs gut gewappnet für so ein Abenteuer und ich sag mal schauen, welche dieser Dinge die Protagonistinnen und Protagonisten des heutigen Foodcrimes so dabei hatten.
Dr. Friedrich Ritter ist im Jahr 1929 43 Jahre alt und Arzt in Berlin. Hier lernt er die 28-jährige Dore Strauch kennen, weil sie seine Patientin ist. Dass Dore 15 Jahre jünger ist und beide verheiratet sind, hindert sie nicht daran, eine Affäre miteinander zu beginnen. Doch sie verbindet mehr als das. Dore und Friedrich sind fasziniert von Naturphilosophie und dem Gedanken an ein Leben fernab von jeglicher Zivilisation.
In einem Buch hat Friedrich von einer Insel namens Floriana gelesen. Einer Insel, die so weit weg liegt von Berlin, dass er sich sicher ist, dass er hier auf keine anderen Menschen treffen wird. Die beiden vertiefen sich in die Bücherregale der Berliner Stadtbibliothek und lesen alles, was sie über die Insel in die Finger bekommen.
Auf der Insel am anderen Ende der Welt hatte einst Charles Darwin auf seiner mehrjährigen Schiffsreise Erkenntnisse für seine Evolutionstheorie gesammelt. Vor 100 Jahren war der sich sicher, derjenige oder diejenige, der bzw. die sich am besten anpassen kann, wird überleben. Und dafür sind eine gute Tarnung, erfolgreiche Brutfürsorge und zielführende Kooperation mit anderen Lebenswesen essentiell. Brutvorsorge?
Also er versucht jetzt sozusagen diese Ideen aus dem Tierreich auf den Mensch zu übertragen. Ich habe jetzt die Evolutionstheorie von Darwin wiedergegeben, ne? Jaja, aber ich versuche gerade wie er zu denken, dass er Darwin ließ und sich denkt, ich muss eine gute Brutvorsorge schaffen. Und das heißt... Ja, also wie kann ich, wenn ich mich fortpflanzen will, garantieren, dass das funktioniert? Ja, also so ein Nest bauen quasi. Mhm.
Ja, ein kleines Nestchen. Und genau auf dieser Insel, auf der Darwin wichtige Erkenntnisse gesammelt hat, wollen jetzt, 100 Jahre später, auch Friedrich und Dore, die als Lehrerin arbeitet, ihr Glück versuchen. Sie wollen alle gesellschaftlichen Zwänge hinter sich lassen und nackt, so wie Gott sie schuf, ohne jeglichen Luxus leben.
Sie finden nämlich, die moderne Gesellschaft hätte die Willenskraft geschwächt. Geld und Bequemlichkeit hätten zu viel Macht auf die Menschheit und das gefällt den beiden nicht. Doch bevor es losgeht, müssen sie noch etwas erledigen. Um Zahnschmerzen vorzubeugen, lassen sich die beiden vor ihrem Abenteuer alle Zähne entfernen. Nicht dein Ernst.
Also, wenn das jetzt schon so losgeht, da kann man sich ja ungefähr vorstellen, wo diese Geschichte hingeht. Alle Zähne, also, dann warte ich doch lieber darauf, dass sie mir irgendwann wehtun. Ja, das könnte man so machen. Und dann ziehe ich sie, das könnte man so machen. Aber Friedrich, der auch übrigens Zahnarzt ist, der weiß, es wird schwer, auf einer einsamen Insel Zahnschmerzen zu behandeln und wo kein Zahn, da auch kein Zahnschmerz, denkt er sich.
Und jetzt wären wir auch bei der ersten Sache, die die beiden mit auf die Insel nehmen und zwar eine einzige Edelstahlprothese, die sie sich teilen, damit sie mit ihren zahnlosen Mündern doch noch kauen können. Und ich habe irgendwie auch das Gefühl, die haben vergessen, auch nur eine gemeinsame Gehirnzelle einzupacken.
Ich merke schon, du bist kein Fan von ihrem Vorhaben oder ihrer Methodik. Vielleicht hätten die noch einen Thermomix einpacken sollen, damit sie sich irgendwie aus den ganzen Tieren und Früchten eine schöne Masse da zubereiten könnten. Diese Fassungslosigkeit, die du gerade empfindest, wird, ich denke, an ein, zwei weiteren Stellen dieser Geschichte noch einmal kommen.
Im Frühjahr 1929 ist es dann soweit. Sowohl Friedrich als auch Dore verlassen ihre Partner und verabschieden sich ins Ungewisse. Aber vorher schlagen sie den beiden verlassenen Partner noch vor, dass die beiden doch jetzt eigentlich zusammenwohnen könnten. Und tatsächlich, die beiden machen das. Eine interessante Art des Partnerwechsels findet statt. Und dann brechen Dore und Friedrich auf.
Neben Moskitonetzen und Streichhölzern packen sie dann noch ein paar Bücher und Friedrichs Schreibmaschine ein. Von Amsterdam legt das Schiff ab, das sie in ihr ganz persönliches Paradies bringen soll. Und von den beiden auf dem Schiff habe ich nun ein Foto für dich. Endlich. Die haben ja zu dem Zeitpunkt schon keine Zähne mehr, ne? Die haben keine Zähne mehr, das sieht man aber auf dem Bild. Schade.
Weil sie wahrscheinlich nicht mehr mit offenem Mund lächeln, seitdem sie keine Zähne mehr haben. Aber das ist auch nur eine Vermutung von mir. Wow. Doch, ich finde bei Dore sieht man so ein bisschen, weil sie hat den Mund so ganz leicht geöffnet und was ja Menschen, die gar keine Zähne mehr haben, ja, was ja dann auch passiert ist, dass die Lippe so leicht nach innen rutscht.
Ja, was sehen wir? Wir sehen zwei Menschen, wir haben beide eigentlich das gleiche fast an, also so weiße Leinhemden, weiße Leinhosen, weiße Schuhe. Naturfarben würde ich es jetzt mal nennen. Das ist so ein Vibe, den man in gewissen Teilen Berlins auch immer noch heute sieht. Er hat sehr viel Haar, vor allem oben auf dem Kopf.
Und sie hat eine, ich glaube es ist eine Kurzhaarfrisur oder die Haare nach hinten gebunden, das erkennt man nicht so ganz. Aber ja, sie sehen schon aus wie zwei Träumer, wie zwei Idealisten. Woran machst du das fest? An den Blicken, an dem wie sie dastehen, an dieser Körperhaltung. Aber siehst du die beiden jetzt wirklich auf einer einsamen Insel, auf der es nichts gibt, ankommt?
Nee, eben nicht, weil die sind auch zu schick. Die sind zu schick. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass man so dem Leben und der schnellen Entwicklung des Lebens etwas entgegensetzen möchte. Aber ich bin mir nicht sicher, ob die sich das alles so zu 100 Prozent durchgedacht haben. Also du hältst sie auch für ein bisschen naiv. Mhm.
Na ja, dann schauen wir mal, ob sich dieser Eindruck von dir bestätigen wird. Die beiden reisen vier Monate von Amsterdam nach Ecuador und warten dann in Ecuador nochmal mehrere Wochen auf ein weiteres Schiff, das sie nach Floriana bringt. Einer Insel, die zu den Galapagos-Inseln gehört und die ca. 1000 Kilometer entfernt vom äquadorianischen Festland liegt.
Als sie ihr Abenteuer auf Floriana beginnen, sind lediglich drei der über 100 Inseln, die zu den Galapagos-Inseln gehören, bewohnt. Und dann, endlich, am 19. September, kommen sie an. Mitten im Pazifik soll ihr neues Zuhause sein. Und damit du dir besser vorstellen kannst, wo auf der Welt wir uns eigentlich befinden, habe ich hier zwei Fotos für dich. Einmal von Südamerika und einmal dann von den Galapagos-Inseln. Ja, das wäre jetzt nämlich meine nächste Frage gewesen. Und ich habe noch eine Frage.
Weißt du, wie die darauf gekommen sind? Dass sie auf genau diese Insel wollen, meinst du? Durch Bücher. Also es gibt ein ganz bestimmtes Buch, da habe ich leider gerade den Titel vergessen, das hat Friedrich total fasziniert. Und da hat der Autor des Buches über die Galapagos-Inseln geschrieben und von denen geschwärmt.
Und da er sich immer weiter mit dem Aussteigerleben beschäftigt hat und eben auch Davins Evolutionstheorie kannte. Hat er sich immer weiter in diese Galapagos-Inseln reingefuchst und irgendwann Floriana ausgemacht als das Ziel seiner Begierde. Sehnsuchtsziel, ja. Auf der Karte sehen wir jetzt nochmal, dass die Galapagos-Inseln weit westlich von Ecuador in den Pazifik reinlegen.
Hatte ich auch nicht mehr so auf dem Schirm, dass es so weit weg ist. Ich dachte, die sind ein bisschen näher noch am Festland. Aber ja, damit erklärt sich auch, warum die so ewig dann noch warten und fahren mussten. Ja, und dann auf dem zweiten siehst du, die Galapagos-Inseln und Floriana liegt eben relativ mittig, weit im Süden.
Wo ist das Ding? Ah, hier unten. Okay, mhm. Post Office Bay. Hammer. Dazu komme ich gleich nochmal. Okay, wo sollen wir denn das Ganze hinliefern? Ja, einfach Post Office Bay. Das ist gut. Passt. Das ist tatsächlich ganz gut. Es gibt einen sehr lustigen Fakt über den Namen dieser Bucht. Aber ich habe die ganze Zeit versucht mir vorzustellen, ich meine, das Ganze ist jetzt ungefähr 100 Jahre her.
Man hatte nur Bücher, um sich über diesen Ort zu informieren. Heutzutage hat man das einmal gegoogelt und hat schon tausend Bilder gesehen, vielleicht sogar Videos und kann sich vorstellen, wie das da aussieht und sich vielleicht besser reinfühlen. Die beiden sind fast ein halbes Jahr lang auf Schiffen unterwegs gewesen, meilenweit von zu Hause entfernt und wollten da einfach von null anfangen und hatten aber dann eigentlich auch nicht so richtig eine Ahnung, was sie da erwartet. Das finde ich enorm.
Ja, 100 Prozent. Und ich weiß ja nicht, wie gut sie die Überfahrt dann auch überlebt haben, weil, auf so einer langen Reise auch gesund zu bleiben und überhaupt in dem Zustand anzukommen, dass man direkt am ersten Tag anfängt, sich da was aufzubauen. Gehört ja auch noch dazu. Ja. Also, du hast Floriana jetzt auf der Karte gesehen und die Insel ist, wie ich schon gesagt habe, unbewohnt.
Jahrhunderte zuvor hatten hier zwar immer mal wieder Piraten oder Walfänger halt gemacht, aber alle Versuche, die Insel zu besiedeln, sind bisher gescheitert. Die Insel hat eine vulkanische Erhebung und sieht ungefähr so aus. Ich zeige dir jetzt noch mal ein Foto von der Insel von Seiten des Meeres. Das Foto ist aus einer späteren Zeit, das muss ich dir zusagen.
Deshalb siehst du da ein paar Häuschen, die gab es dort natürlich nicht zu damaligen Zeiten. Oh wow. Ja, wenn ich da jetzt 1929 ankommen würde und diese, also das ist wirklich beeindruckend, wie sanft dieser Vulkan ansteigt, was für eine grüne Masse einen da erdrückt. Da steht man wirklich dann so davor wie vor so einem Riesenprojekt und denkt sich so, wo fangen wir jetzt hier an?
So wirklich es ist ja auch relativ dicht bewachsen, also so ein Dickicht finde ich was vor einem liegt ich hab auch gedacht, du kommst da an gehst davon aus, dass da eigentlich niemand wohnt aber du weißt es ja nicht also du musst ja erstmal die ganze Insel ablaufen und dich da durch diese Wälder schlagen und gucken, ob da nicht wirklich, irgendwo jemand oder irgendetwas lebt würde ich nicht machen, also ich würde erstmal so in meiner kleinen hey klar wie willst du denn dann zurückfinden?
Du kannst doch nicht diese ganze Insel ablaufen. Wo du dich jetzt da niederlässt. Aber Lilly, diese Insel, hier ist ja ein Marsband. Die ist so groß wie Karlsruhe, habe ich ja gesagt. Ja, aber ich wollte ja einmal kurz schauen, wie viele Kilometer das sind. Das sind bestimmt 10 mal 10 Kilometer. Das läufst du doch nicht ab. Ja, ich glaube, es waren 172, 173 Quadratkilometer.
Das läufst du doch nicht einfach mal so ab. Also ich sage nochmal, mal, ne? Bis Delulu in die Natur starten, da bekomme ich von dir gerade auch ganz starke Vibes. Lili Temme. Nee, ich fahre da hin. Wenn du nichts mehr von mir hörst, weißt du, wo ich bin. Ich laufe die Insel erst mal ab. Nee, klar, mach ruhig, Lili. Wir leben hier einfach. Wir überleben.
Nimm deine Axt mit. Ja, keine Sorge. Keine Sorge, ich werde nicht auf eine einsame Insel auswandern. Also, das Foto ist aus einer späteren Zeit, aber jetzt habt ihr und hast du einen Eindruck von Floriana. Die Insel ist, wie ihr wahrscheinlich gesehen habt, hügelig und sie hat sehr lähmigen Boden und es gibt zwei Buchten, eine auf der Nordseite und eine im Westen.
Und als die beiden auf Floriana ankommen, läuft es erstmal nicht so gut für Dore und Friedrich. Denn Dore erleidet einen schweren Schub. Sie ist nämlich an MS, also Multiple Sklerose, erkrankt. Die Krankheit wurde schon in Berlin diagnostiziert. MS ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems und der Schub sorgt dafür, dass sie motorische Störungen bekommt.
Und die dachten, dass Zähne das größte Problem sind. Das größte Problem sind, ja. In dem Moment wird Dore die Verlorenheit auf der Insel bewusst. Wenn sie eines Tages in Not geraten sollte, wird es sehr, sehr lange dauern, bis Hilfe kommen wird. Und auch Friedrich ist etwas ernüchtert, denn so unberührt, wie er dachte, ist Floriana gar nicht.
Die Seeräuber und Walfänger, die hier schon einmal waren, haben Höhlen in das Vulkangestein gehauen und die Riesenschildkröten ausgerottet, die er eigentlich dort erwartet hatte. Und die ganze Bucht ist voller Haie. Aber überraschenderweise gibt es Hühner, Schweine und Rinder Und eine Poststation, Ein altes Whiskyfass, das Schifffahrer vor hunderten Jahren als Poststation nutzten Steht immer noch am Post Office Bay, Will man Briefe an die Außenwelt verschicken, legt man sie in dieses Fass Kommt jemand mit einem Schiff vorbei, schaut diese Person rein Nimmt den Brief mit und sorgt dann dafür, dass er dort ankommt, wo er hin soll und sollte jemand eine Person auf Floriana erreichen wollen, liegt es ebenfalls in der Verantwortung der Schifffahrer.
Zwischen Friedrich und Dore und der Welt liegen jetzt Tausende von Kilometern und der Pazifik. Und ein heruntergekommenes Holzfass ist der einzige Weg, mit dieser Welt zu kommunizieren. Das gibt es übrigens immer noch. Ja, hast du ein Foto davon? Nee, keins, was ich zeigen kann, weil die natürlich rechtlich geschützt sind, aber könnt ihr einfach googeln.
So langsam nerven die beiden mich, muss ich ganz ehrlich sagen. Also die Idee und der Idealismus wirklich ist aller Ehren wert. Aber auszuwandern, wenn man weiß, dass man an MS erkrankt ist und sich dann zu wundern, nachdem man da ein halbes Jahr unterwegs war, dass Hilfe auch sehr lange braucht. Noch schlimmer finde ich eigentlich, dass Friedrich sich aufregt, dass da schon Leute mal eine Höhle in die Wand geschlagen haben.
Sei doch froh, sei doch froh, dass da irgendwas ist, mit dem ihr anfangen könnt. Aber dieses Reine, dieses Pure, ich muss von Null anfangen, ich muss mir die Natur selber erkämpfen. Ich bin hier der Mann, der die erste Höhle und den ersten Baum schlägt. Esse bitte. Ja, diese Haltung und diese Art wird ihm auch noch zum Verhängnis, das kann ich ja schon mal verraten.
Aber ja, sein Selbstverständnis ist schon, dass er jetzt der Vorreiter ist und dass er die erste Person ist auf Floriana. Und er hat sich auch von der Medizin so ein bisschen abgekehrt, also offensichtlich, weil er natürlich jetzt auf dieser einsamen Insel leben möchte. Und deswegen glaubt er auch, dass Dore und ihre Erkrankung, ja, dass die sich verbessern werden auf der Insel.
Ehe, ist ja frische Luft und so. Man muss nur daran glauben. Also das ist so ein bisschen sein Ansatz. Man muss nur stark genug daran glauben, dann wird das auch. Solche Menschen gibt es leider immer noch. Das ist nichts, was in den 20er Jahren irgendwie hängen geblieben ist. Die Leute gibt es immer noch.
Man muss nur wirklich dran glauben, dass man wieder gesund wird. Dann wird alles gut. Und ein bisschen frische Luft, ein bisschen spazieren gehen, ein bisschen Tee trinken. Spazieren gehen, das machen sie auf jeden Fall viel auf der Insel. Das kann ich schon mal sagen. Und sie erfahren auch relativ schnell, dass es ein paar wenige Süßwasserquellen auf Floriana gibt. Und das ist natürlich super.
Und an einer dieser Quellen wollen die beiden sich dann auch niederlassen. Mit Blick aufs Meer erschaffen sie den Ort Frido, ein Akronym, das sie aus ihren Vornamen bilden. Doch sie werden gewarnt, denn jemand von der Nachbarinsel, jemand von einem indigenen Volk aus der Nachbarinsel, der an ihren ersten Tagen auf Floriana zu Besuch kommt und ihnen da so ein bisschen was zeigen will, warnt sie, dass sie an dieser Stelle besser nicht ihr Lager aufschlagen sollten, denn der Ort sei nicht sicher.
Später, als das Unheil schön seinen Weg nach Floriana gefunden hat, schreibt Dore in ihr Tagebuch, ob es nicht besser gewesen wäre, die Warnung des Indigenen ernst zu nehmen. Die ersten Wochen verbringen Dore und Friedrich damit, all ihr Hab und Gut von der Stelle, an der sie rausgelassen wurden, zu ihrem neuen Zuhause zu schleppen.
Jeder Weg ist mehrere Kilometer lang, das bringt die beiden an ihre körperlichen Grenzen. Aber dann beginnen sie endlich, sich aus dem, was sie haben und aus dem, was sie auf der Insel finden, eine Art Unterkunft zu bauen. Und Friedrich, der kann jetzt endlich anfangen, der ganzen Welt mitzuteilen, wie geil es auf Floriana ist. Hammer.
Über das Holzfass im Norden der Insel verschickt er Briefe. Er schwärmt von seinem Leben auf der Insel und dass er seinen Traum der Askese dank harter Arbeit endlich leben kann. Und natürlich spricht sich schnell rum, dass zwei Deutsche jetzt auf Florianer leben. Im ersten Jahr kommen deshalb häufiger mal Schiffe vorbei, die sich das Ganze anschauen wollen und die sich um die Post, die Friedrich rausschickt und entgegennimmt, kümmern.
Ein Multimillionär aus Amerika, der es total faszinierend findet, was Doro und Friedrich da machen, bringt ihnen ab jetzt auch immer mal wieder alle möglichen nützlichen und weniger nützlichen Dinge vorbei. Eines Tages sackt Friedrich ein Gewehr von dem Amerikaner ein. Man weiß ja nie. Das geht dann wohl doch wieder. Das geht, ja, ja. Der Mann ist ein lebender Widerspruch. So viel soll ich schon mal verraten.
Und außerdem scoutet dieser Millionär auf Florianer nach Tieren für US-Zoos. Toll. Ab und zu nimmt er da auch mal ein paar mit. Und er filmt auch ab und zu mal ein bisschen was. und dann bringt Erdore auch irgendwann mal ein eigenes Gebiss vorbei, weil die sich ja bisher eins mit Friedrich geteilt hat.
Oh, oh, toll. Oh. Hm. So stelle ich mir das vor, als Dore das Kindes gesehen hat und sich gefreut hat. Die beiden haben sich mittlerweile ganz gut eingerichtet auf Florianer. Sie haben einen Obst- und Gemüsegarten, haben Blumen gepflanzt, sammeln die Eier von den Hühnern ein und Dore verarbeitet auch das Fleisch der Tiere, die auf Florianer leben.
Was Friedrich nicht anrührt, denn der lebt ja vegetarisch. Feuchter Treadwife-Traum. Ja, Dore muss da natürlich für das leibliche Wohl sorgen, Denn Friedrich ist Tag ein, Tag aus eigentlich nur damit beschäftigt, irgendwelche Briefe und Komplette in die Welt hinaus zu senden. Scheiße, ey. Das ist wirklich ganz schlimm. Da fährst du um die halbe Welt, um dich zu verwirklichen. Dann sitzt du da, kochst den ganzen Tag, damit dein durchgeknallter Freund irgendwie seinen Newsletter schreiben kann.
An der Stelle möchte ich mir nochmal darauf hinweisen, dass auch wir einen Newsletter haben, den ihr euch abonnieren könnt. Und das Gute ist, ihr müsst dafür nicht zu einer Whiskytonne auf die Galapagos-Inseln fahren, sondern ihr müsst nur morgens verkatert euer E-Mail-Postfach öffnen. Ich gehe davon aus, dass alle unsere ZuhörerInnen jeden Dienstagmorgen verkatert sind.
Ja, weil du immer von dir auf andere schließt, aber das ist ja nichts Neues. Also Friedrich rührt dieses Fleisch, was Doro dazu bereitet, nicht an, denn der lebt ja vegetarisch. Und so ziehen Monate und Jahre ins Land. Doro und Friedrich haben sich auf und mit Floriana ganz gut arrangiert. Aber Friedrich schnauzt Dore immer mal wieder an, wenn sie Dinge macht, die er nicht gut heißt.
Also er sieht sich schon als ihr Überlegen und als der Bestimmer an. Man muss auch dazu sagen, es waren andere Zeiten in den 30er Jahren, aber trotzdem, die beiden haben ja auch nur sich auf Floriana. Und wenn dich deine einzige Bezugsperson dafür fertig macht, dass du zum Beispiel Blumenbeete angelegt hast, damit ihr es schön habt, weil er meint, dass das unnötig sei und sie daraufhin kaputt macht, dann kann man, denke ich, schon davon sprechen, dass die Beziehung bzw.
Das Verhalten von Friedrich problematisch ist. Friedrich schreibt weiterhin fröhlich Briefe in die Welt, in denen er kommuniziert, dass er seinem Lebensplan, dem völligen Aussteigerleben immer näher kommt und wie toll es auf Florianer ist. In mehreren Ländern veröffentlichen Zeitungen Berichte über Friedrich und Dore und der genießt das, dass er für sein Leben, das er führt, Anerkennung bekommt und die Welt über ihn spricht.
Aber Flo, was glaubst du, was bewirken denn diese Briefe, die er so rausschickt? Du hast es ja schon angedeutet. Das sorgt, glaube ich, dafür, dass andere Friedriche in der Welt, die eben so Delulu sind, sich denken, das möchte ich auch haben. Und sich auf den Weg nach Floriana machen. Was natürlich, wenn man das mal hochrechnet, dass die Briefe wahrscheinlich mehrere Monate erst mal irgendwo hin unterwegs sind, dann lesen das die Leute und dann kommen sie wieder zurück.
Dann haben die ja wahrscheinlich erst mal schon ein gutes Jahr der Ruhe, bis da die ersten Leute überhaupt auftauchen. Ja, das sind ein paar Jahre, die sie Ruhe haben. Also Friedrich hat Ruhe, Dore natürlich nicht, weil die wird ja die ganze Zeit angeschrien. Dore muss ackern. Ja. Aber du hast natürlich recht. Wenn man in die Welt posaunt, wie geil man ist und wie geil das Leben, das man führt, ist, dann wollen andere Menschen vielleicht ebenfalls so ein geiles Leben haben.
Und so kommt es, dass im August 1932, also etwa drei Jahre nachdem Dore und Friedrich auf Floriana angekommen sind, Kölsche Urgesteine auf Floriana ankommen. Na jo, de Jonge, leck mich am Arsch, Floriana. Familie Wittmer möchte hier jetzt ebenfalls Fuß fassen. Und Familie Wittmer, das sind Heinz, 41 Jahre, Harry, 13 Jahre, Margret, 28 Jahre und der Familienhund.
Sag mir bitte, dass du ein Foto von denen hast. Aber sicherlich. Traum. Die Wittmers kommen, weil sie sich auch auf Floriana ein besseres Leben erhoffen. Sie wollen eine kleine Hütte am Hang, einen Gemüsegarten und mehrere Tiere. Und sie hoffen, dass es Harry, also Heinz' Sohn aus erster Ehe, auf Floriana besser gehen wird, denn der leidet an Augen- und Lungenproblemen und das Klima auf Floriana soll helfen.
Warum fahren die nicht zwei Wache nach Sylt? Also ich packe das nicht, dass diese ganzen kranken Menschen um die halbe Welt fahren, weil sie hoffen, dass sie dann gesund sind. Ja, das ist nicht der einzige Grund. Es ist auch so, dass Heinz vom Ersten Weltkrieg traumatisiert ist und er hatte in Köln als Sekretär von Konrad Adenauer gearbeitet und hatte darauf aber keine Lust mehr.
Und außerdem wurde in Deutschland ja auch Nationalsozialismus immer größer und immer mehr, immer vorbereiteter. Und auch da hat der Heinz gesagt, das möchte er nicht und er will weg. Ja, okay. Und Margret, ja, die Gute ist schwanger im sechsten Monat. Das heißt, die haben wirklich noch Vorabreise. Das ist eigentlich perfekt.
Wir machen jetzt ein Baby und dann kannst du da auf der Überfahrt, chillst du ja eh, liegst du eh die ganze Zeit nur rum. So, dann kann das Baby da vor sich hin reifen und dann, wenn wir da sind, kommt das. Ja, perfekt. Perfekt, oder? Und die vier kommen jetzt im Sommer 1932 auf Floriana an. Und mich würde mal interessieren, Flo, was du denkst, wie Friedrich und Dore auf die Neuen reagieren.
Die haben so gar keinen Bock. Also, ob woanders. Dore freut sich, glaube ich, dass da jemand ist, mit dem sie sich vielleicht ein bisschen austauschen kann und von dem Irren so ein bisschen wegkommt. Aber Friedrich hat, glaube ich, so gar keinen Bock. Ja, also Friedrich und Dore finden das beide richtig kacke, dass die vier aus Köln jetzt da sind.
Sie heißen sie überhaupt nicht willkommen und wollen ihnen auch bei gar nichts helfen und sagen denen mehr oder weniger, ja, okay, also ihr könnt jetzt hier sein, aber wir wollen nichts mit euch zu tun haben. Das ist wirklich so am anderen Ende der Welt, so treffen sich zwei Deutsche. Nee, mit denen sprechen wir nicht, die finden wir blöd.
Ich habe gerade noch einen Gedanken, hatte ich gerade noch, weil ich fliege ja mit Frankie heute zurück nach Deutschland. Und ich habe immer natürlich ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit Frankie reise und so lange reise. Wenn ich jetzt aber höre, dass die mit ihrem Hund sechs Monate auf einem Schiff um die Welt gefahren sind, dann muss ich sagen, dann überlebt die diese acht Stunden.
Ja, mit Sicherheit. Und außerdem ist Frankie doch schon abgehärtet. Ja, ja, eh. Die ist doch auch schon Stammgast in den Airlines dieser Welt. Ja, stimmt auch wieder. Das macht die mit links. Und ich habe dir auch vorsorglich alle Zähne gezogen. Ja, richtig, stimmt. Das hattest du ja erzählt. Ja, die Widmers sind natürlich jetzt ein bisschen desillusioniert, weil die hatten ja auch immer nur in den Zeitungen von den Erzählungen von Friedrich gelesen und wie toll alles ist und dann kommen die da an und dann ist dieser Friedrich halt ein Arschloch, und will nichts mit denen zu tun haben. Never meet your heroes. Richtig.
Auf der anderen Seite ist es natürlich ein bisschen verschoben, wenn man sich das vorstellt, der erzählt die ganze Zeit, wie toll es ist und wie toll er ist und dass Florianer so lebenswert ist und wundert sich dann, dass andere Leute das auch wollen, ne? Vielleicht behältst du dein kleines Geheimnis für dich, Friedrich, dann kommt auch keiner. Aber nein.
Es ist jetzt auch so, dass Friedrich und Dore die Neuankömmlinge so ein bisschen mit Argwohn betrachten, weil die Widmers sich so ein richtig kleines Haus dahin bauen. Die haben nämlich viel bessere Handwerkerskills als Dore und Friedrich und errichten sich deshalb erstmal eine bessere Hütte als die von Friedrich und Dore.
Und das finden die beiden natürlich auch überhaupt nicht cool. Es gibt so Campingplatz-Vibes. Ja, ja, ja, ja. Von dem Haus habe ich auch ein Foto. Ja. Okay, okay. Das ist stabiler, als ich gedacht habe. Also ans Dach müsste man nochmal ran, beziehungsweise ist das vielleicht noch Work in Progress. Ansonsten ist das groß genug, dass man da locker irgendwie eine Küche, wahrscheinlich irgendwie einen Esstisch und bestimmt auch Betten für alle entspannt reinstellen könnte.
Also es ist eigentlich relativ geräumig und sie haben das Ganze so an so einen Hügel gebaut, in den Hügel rein, an die Bäume, also auch ein bisschen wettergeschützt. Clever gemacht eigentlich. Und vorne, ich sehe vor dem Haus, haben sie Steine aufgelegt und weiß nicht, ob die Pflanzen da hingepflanzt wurden oder ob die schon da waren, aber sie haben sich da eingerichtet.
Ja, also man kann schon sagen, die haben sich da ein kleines stabiles Häuschen hingebaut und das finden Dore und Friedrich nicht in Ordnung. Also die haben bei weitem nicht so eine Unterkunft für die und man mag sich nicht. Also die schreiben jeweils in ihre Tagebücher auch, wie blöd die anderen Personen aussehen, was die an hätten und so.
Also wirklich so richtig missgünstig geben sich da auch gegenseitig nichts, muss man sagen. Also da gibt es jetzt nicht irgendwie die Guten und die Bösen, die sind schon einfach nicht nett zueinander. Und dann liegt Margret in den Wehen und Friedrich, der der Einzige mit medizinischer Expertise ist, der will nicht bei der Geburt helfen.
Und so bringt Margret dann nur mithilfe ihres Ehemannes, aber vor allem alleine im Jahr 1932, das erste auf Floriana geborene Menschenskind zur Welt. Und es hört auf den Namen Rolf. Und von Familie Wittmer habe ich jetzt ebenfalls ein Foto. Das ist aus dem Jahr 1933. Da ist also der kleine Rolf schon auf der Welt und man sieht natürlich auch im Anschnitt den Hund.
Da muss man aber schon sagen, das ist auch kriminell von Friedrich. Also nicht bei der Geburt zu helfen? Ja, der ist dann nach der Geburt wohl doch noch gekommen und hat irgendwie bei der Nachgeburt geholfen. Aber auch eher, weil er sich wahrscheinlich erhofft hat, dass er dann irgendwie vielleicht was von denen bekommt. Also der hat das jetzt nicht aus Nächstenliebe gemacht.
Aber das Baby hat sie allein zur Welt gebracht. Spannende Familie. Also, Vater hat eine runde Brille und einen Schnauzer. Und hat, glaube ich, auch so ein Kinnbart, oder? Er hat so ein bisschen was Sigmund-Freud-artiges, finde ich. So Gesichtsform und Bart. Er lächelt wirklich sehr herzlich. Also das ist so einer, der umarmt dich mit so einer richtig festen, herzlichen Umarmung.
So einer ist das. Die Mutter irgendwie auch sieht sehr nett aus, lacht fröhlich in die Kamera. Sie hat sich offensichtlich von der Geburt gut erholt. Also die sieht frisch aus. Und der Sohn steht wirklich da wie in so einer 2000er Abercrombie & Fitch Werbung. Der Harry. Der Harry ist auch sehr dunkel.
Also wahrscheinlich hängt er da viel draußen rum und ist sicher gut gebräunt. Das sieht man jetzt hier auf dem Foto natürlich nicht, weil es schwarz-weiß ist. Aber auch das Haus rechts sieht aus, als wäre das ein neues Haus oder mal ein anderes Haus. Nee, das ist das Haus von denen. Okay, nur wahrscheinlich aus einem anderen.
Das haben die vielleicht nochmal neu verkleidet oder so. Ja, aber das sieht aus, als hätten die da Steine hingepackt. Ja. Aber ehrlich gesagt, one happy family. Goodbye Deutschland. Die Auswanderer, Floriana Edition. Und die Ohren vom Hund hast du. Ich würde denken, es ist ein Schäferhund. Ja, ich glaube, es ist ein Schäferhund. Der Doggo ist dabei.
Und jetzt geht es um Florianer auch Schlag auf Schlag, denn noch im selben Jahr, in dem die Widmers gekommen sind, kommen noch weitere Menschen auf die Insel und mit ihnen zieht dann auch endgültig das Unheil ein. Im Oktober 1932 kommt nämlich Baronin Eloise Wagner de Busquet zusammen mit drei Männern nach Florianer. Das kannst du dir nicht ausdenken.
Ja, ich weiß. Ich weiß. Diese Geschichte, die klingt wie ausgedeckt. Es ist nicht zu fassen, was passiert ist damals, aber es ist alles passiert. Die wird auch saulang, diese Folge. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet, weil ich dir die auch ganze Zeit hier reinfahre und reindrehe. Sorry, ich halte jetzt mal die Schnauze so langsam.
Also die kommt jetzt mit drei Männern. Der eine von den Männern verlässt die Insel aber ganz schnell wieder, weil der sich das Ganze anders überlegt hat und da ankommt und sich denkt, ah nee, scheiße, nee, hier will ich nicht bleiben. Und er steckt den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern auch, dass die Baronin eine Lügnerin ist und nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.
Sie ist nämlich gar keine Baronin. Also sie ist eine klassische Hochstaplerin. Aber ich nenne sie im weiteren Verlauf der Geschichte trotzdem Baronin, weil das, glaube ich, für das Verständnis leichter ist und auch beschreibt, wie sie sich halt so gibt. Und die beiden Männer, die jetzt noch bei ihr bleiben, heißen Robert Philipson und Rudolf Lorenz. Also Robert und Rudolf.
Und das sind nicht nur ihre Handlanger, sondern auch ihre Liebhaber. Und von den dreien habe ich selbstverständlich auch ein Foto. Ich pack das, dann ist es nicht mehr... Floh ist völlig fertig. Robert, Rudolf, Rolf, Harry, Horst. Es ist wirklich, alles irgendwo im Pazifik. Ja. Ich sag mal so, das ist mal eine Ménage à trois.
Also, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wir sehen die Frau Baronin von rechts mit einem schneeweißen Lächeln. Sie hat ein Haarreif im Haar. Die sind schon auf der Insel, ne? Ja, ja, die sind schon auf der Insel. Dafür sieht sie wirklich sehr zurechtgemacht aus. Also schicke Klamotten an, die Haare sitzen on point und auch die beiden Herren schniegefriesen.
Weißt du, wer wer ist? Oder ist ja eigentlich auch egal. Robert Rudolf vorne. Also die sehen halt beide aus wie Models, so in ihrer Art. Auch Rudolf Rolf hinten, nee, Robert Rudolf Rolf hinten schaut so lassiv in die Ferne. Also, das ist wirklich, da kann man sich so wirklich vorstellen, wie die zu dritt sich gesagt haben, wir fahren jetzt auf diese Insel und dann p***en wir da ein bisschen bunt rum.
Also, sorry an alle, die hier gerade mit ihren Kindern zuhören, aber komm, das piepen wir raus. Ihr könnt euch sicher denken, was ich gerade gesagt habe. Manche Überlieferungen sagen, dass sie mit einem Esel ankam und so auf dem Esel, eingeritten kam, als sie die Insel betreten hat. Und ja, ich freue mich irgendwie, dass die Geschichte bei dir auch so viel auslöst wie bei mir, als ich alles recherchiert und geschrieben habe.
Und man kann sich ja vielleicht denken, ich sage es trotzdem nochmal dazu, die Baronin will ganz und gar kein Aussteigerleben auf Floriana führen, sondern sie möchte da gerne ein großes Luxushotel bauen. Ich wollte gerade sagen, sie will ein Resort bauen. Die hat eine ganz andere Vision für das Leben auf der Insel und das finden die Widmers und Doro und Friedrich natürlich unmöglich.
Also das entspricht ja wirklich zu gar keinem Punkt ihrer Vision. Und die haben auch ein bisschen Angst vor der Baronin, weil die bewaffnet ist. Sie hat immer einen Revolver bei sich und auch eine Peitsche. Und sie scheut auch nicht davor, diese Dinge zu benutzen. Also manchmal schießt sie einfach irgendwelche Hunde an auf der Insel, weil sie sie zähmen will.
Dann ist mal eine Gruppe von Journalisten auf Floriana, um sich ein Bild vom Inselleben zu machen. Und dann schießt sie auch aus Versehen auf einen aus der Gruppe da von den Journalisten. Und ja, die beansprucht alle Vorräte. Sie badet auch einmal in einer dieser Süßwasserquellen und hinterlässt nur noch so ein kleines Rinnsaal, wovon die anderen sich dann Wasser nehmen können.
Sie beansprucht auch sehr viel Land für sich. Sie lässt sich natürlich direkt auch eine Hütte bauen. Die soll noch toller sein als die von den Widmers. Und wenn ihre beiden Liebhaber nicht das tun, was sie will, dann schlägt sie die. Und wenn sie nicht bekommt, was sie will, wird sie aggressiv. Und die drei Parteien, die jetzt auf der Insel sind, die streiten eigentlich nur noch. Also die streiten um Land, um Essen, um alles.
Und die Baronin droht dann irgendwann Dore auch noch, dass sie auf ihren Mann, also auf Friedrich, aufpassen solle, weil ihr kein Mann der Welt widerstehen könne. Und wer weiß, vielleicht würde sie bald drei Liebhaber haben. Und das findet Dore natürlich auch komplett daneben. Und all sowas findet damals auf Floriana statt. Und das friedliche und einsame Leben ist nun endgültig vorbei.
Und das ist das, was wir jetzt hier sehen. Wer das natürlich alles weiterhin super spannend findet, ist dieser reiche Ami. Der kommt jetzt auch immer häufiger vorbei und der will jetzt einen Film über die Baronin drehen. Ich wollte gerade sagen, wie ist das alles dokumentiert? Weil diese ganzen Fotos, wo kommt das alles her? Weil als ich mir das Bild gerade nochmal angeschaut habe, dachte ich mir, das ist ja alles auch so gestellt.
Die Bilder von der Baronin und den Liebhabern, die Familie. Okay, okay, okay. Ja, es gab diesen Ami, es gab aber, habe ich ja eben schon gesagt, auch immer mal wieder JournalistInnen, die vorbeigekommen sind, um das Leben, was sie dort führen, zu dokumentieren, weil sich da viele für interessiert haben.
Und der Ami möchte jetzt aber einen Film mit der Baronin drehen, weil der am Anfang ganz fasziniert von ihr ist und ich finde das natürlich super, Aufmerksamkeit liebt diese Frau. Und dann werden auch Probeaufnahmen gemacht und von diesen Probeaufnahmen habe ich auch ein Foto für dich von der Baronin.
Da posiert sie natürlich auch für den Film, aber du siehst eben auch eine Waffe, die sie umgebunden hat. Oh Junge, ey. Also. Jetzt wird es so langsam kriminell, wie sie sich da an diese Steinwand regelt und das Messer in ihrem Gürtel, nenn ich es mal, geschnallt hat. Ja, fraglich so wirklich ja, also es ist kein Foto was man auf einer relativ, einsamen und von der Zivilisation weit entfernten Insel vermuten würde ne?
Ne, es ist auch kein Foto, von dem man sich denkt nee, so soll mich die ganze Welt hier sehen während ich mein Ressort baue. Ja, die findet das aber super. Die möchte jetzt so tun, als wäre sie irgendwie so eine Art, ja, Piratin da auf der Insel und will da eine große Show machen. Aber die Dreharbeiten finden dann gar nicht richtig statt, weil dieser Amerikaner findet, dass die Baronin überhaupt kein Talent für Schauspiel hat und dann bläst er den ganzen Filmdreher wieder ab. Ja.
Das sorgt dann ebenfalls wieder für Spannung. Die Presse, die ich eben schon mal erwähnt hatte, weltweit verfolgt mittlerweile ganz gebannt, was auf der Insel vor sich geht. Die bekommen auch mit, dass es da Reibereien und Streitereien gibt und fragen sich alle, wie lange das noch gut gehen wird. Denn durch die vielen Schriften, die Friedrich ja täglich im Whiskyfass ablegt, ist die ganze Welt quasi live mit dabei.
Den Widmers wird dann Babymilchpulver von irgendjemandem geklaut. Alle BewohnerInnen stellen sich irgendwelche Fallen, also manchmal liegen wirklich so Bärenfallen irgendwo auf der Insel rum. Es ist wirklich richtig schlimm. Und eines Tages kommt es dann zu einem weiteren Vorfall. Die Baronin und Robert, also einer ihrer Liebhaber, schlagen Rudolf, den anderen Liebhaber, ziemlich doll zusammen.
Der sucht an das Weite und will fliehen und versucht erst bei Dore und Friedrich Unterschlupf zu finden, aber die schicken ihn weg, wollen nichts mit dem zu tun haben. Die Widmers wollen ihn eigentlich auch nicht aufnehmen, aber dann erbarmen sie sich und lassen ihn bei sich unterkommen. Und die Baronin sucht ihn natürlich und kommt irgendwann auch auf die Idee, dass er wahrscheinlich bei den Widmers ist und steht dann immer bei den Widmers vor der Tür und ruft ihn und will, dass er rauskommt.
Und die Widmers fühlen sich deshalb natürlich von der Baronin bedroht. Also es ist wirklich sehr unschön geworden auf Floriana. Hier vertraut niemand niemandem mehr und alle bekriegen sich. Und dann kommt der Abend des 28. März 1934. Margret Wittmer, die Rudolf jetzt regelmäßig bei sich wohnen lässt, bekommt abends wieder mal Besuch von der Baronin und die erzählt ihr, dass sie jetzt, also die Baronin, die Insel verlassen wird.
Sie ist vorbeigekommen, um Rudolf die Möglichkeit zu geben, sich hier anzuschließen oder sich von ihr zu verabschieden. Freunde von ihr kämen jetzt nämlich mit einer Yacht, um sie in die Südsee nach Tahiti mitzunehmen. Doch Rudolf möchte nichts mehr mit der Baronin zu tun haben, sagt, er kommt nicht mit.
Und am Morgen des 29. März 1934 sind die Baronin und Robert weg. Dore wiederum hat in der Nacht Schüsse gehört. Sie fragt sich, ob jemandem etwas zugestoßen ist, denn von der Baronin und Robert fehlt jede Spur, aber Margret wiederum erzählt, dass die Baronin mit einem Schiff davon gefahren ist. Das Ding ist nur, auf Floriana hatte gar kein Schiff angelegt.
Und die Baronin hat auch all ihre Sachen dagelassen. In ihrer Hütte sieht nichts so aus, als hätte sie gepackt oder so, also was man ja eigentlich machen würde, wenn man wegziehen wollen würde. Friedrich und Dore glauben deshalb, dass Margret lügt. Hatte sie irgendwas mit dem Verschwinden der beiden zu tun oder ist sie einfach nur naiv?
Sie sind sich sicher, dass der Baronin und Robert etwas zugestoßen sein muss. Dass sie ermordet wurden. Von nun an besteht wirklich nur noch Misstrauen unter den InselbewohnerInnen. Friedrich glaubt, dass Heinz Wittmer die beiden ermordet hat. Margret glaubt mittlerweile, dass Friedrich etwas mit dem Verschwinden der beiden zu tun haben könnte.
Schließlich hat er ja keinen Hehl daraus gemacht, dass er die Baronin hasst. Sie hat sein Aussteigerprojekt gefährdet und das hat ihn wohl langsam zur Raserei getrieben. Das schreibt sie jedenfalls in ihr Tagebuch. Und er hat ja auch ein Gewehr. Margret findet, dass Friedrich in letzter Zeit sowieso viel zu aggressiv geworden sei.
Er habe angefangen, Dore zu schlagen, die aufgrund ihrer MS-Erkrankung immer schwächer geworden ist. Aber da ist ja eigentlich noch jemand, der wirklich unter der Baronin gelitten hatte. Rudolf, der ist ja mehrfach von ihr abgehauen. Vielleicht hatte er auch was mit dem Verschwinden von den beiden zu tun?
Das fragt sich zumindest Dore. Ein Motiv hätte er. Doch egal, wer hier wen verdächtigt, einen wirklichen Beweis dafür, dass jemand die Baronin und Robert umgebracht hat, gibt es nicht. Und Leichen hat hier auch niemand gefunden. Und ich kann schon mal so viel verraten, die Leichen wird auch niemals jemand finden.
Aber es gibt auch keine Aufzeichnungen darüber, dass sie noch leben könnten. Und ein Boot hat es in dieser Nacht, wie gesagt, auch nicht gegeben. Ein paar Monate später verlässt Rudolf dann Florianer, nachdem ihn ein Boot mit schwedischen Journalisten mitnimmt. Er hatte vorher all das Hab und Gut, das die Baronin hinterlassen hat, an die restlich verbliebenen Florianer, wie ich die InselbewohnerInnen jetzt einfach mal nenne, verkauft.
Rudolf will nach Santa Cruz und von da weiter nach San Cristobal, also auf eine andere Insel, aber dort wird er nie ankommen. Im Winter 1934 wird seine Leiche auf einer unbewohnten Insel gefunden. Er ist wohl mit dem Schiff verunglückt und verdurstet. Jetzt leben auf Floriana wieder nur noch zwei Parteien. Doro und Friedrich und die Wittners. Ganz kurz.
Das heißt, diese ganzen Todesfälle werden auch nicht mehr aufgelöst. Man findet die Leichen nicht und... Okay, okay, ich sag zu viel. Lass uns da gleich nochmal durchschreiben. Jetzt leben auf Floriana wieder nur noch zwei Parteien. Dore und Friedrich und die Widmers, Doch durch die Abreise von Rudolf und die jüngsten Ereignisse Keimt in Dore jetzt auch immer mal wieder der Wunsch auf Floriana zu verlassen Und auch Friedrich sagt jetzt manchmal Dinge wie Dass er seine richtige Frau, also die Ehefrau, die er für Dore verlassen hatte Auf die Insel holen will, Also die Beziehung zwischen Dore und Friedrich scheint auch vorbei zu sein.
Und dann kommt es zu einem weiteren Vorfall. Dore und Friedrich essen zusammen zu Abend, so wie jeden Tag. Dore hat Hühnerfleisch gekocht, das sie vorher in Dosen verarbeitet hatte. Und jetzt fragt ihr euch vielleicht, was? Der Friedrich ist Fleisch, der ist doch Vegetarier. Ja, der gibt es auch vor zu sein, aber der findet dann doch immer mal wieder einen Anlass, Fleisch zu essen. Also mal ist er der Meinung, ein Tier muss jetzt geschlachtet werden und dann natürlich auch gegessen werden.
Oder er findet, es wäre mal wieder Zeit für ein Festmahl. Sowas halt. Und jetzt will er eben auch mal wieder Fleisch essen. Und Huhn ist ja eh kein Fleisch. So? Ja. Ich habe mich eher gefragt, wo hat die Dosen her? Wurden die auch denn das Whisky-Fass gelegt? Nee, die Dosen, ich habe ja gesagt, dass immer mal wieder Leute vorbeikommen und denen werden Sachen mitgebracht. Okay, okay.
Die haben auch Liegestühle irgendwann. Ah ja, geht wohl doch. Ja, also jetzt will Friedrich doch wieder Fleisch essen. Das Problem ist nur, dass das Dosenfleisch, was sie haben, schlecht ist. Und das wissen die beiden, denn die Hühner, denen Dore das Fleisch ebenfalls verfüttert hat, sind daran verendet.
Weil die haben den Hühnern Hühnerfleisch gegeben und die Hühner sind daran gestorben? Ja. Werden Lebensmittel bei der Konservierung, zum Beispiel bei Fleischkonserven, nicht ausreichend erhitzt, können darin eventuell enthaltende Clostridien bestimmte Toxine bilden. Durch die Erhitzung auf über 85 Grad Celsius werden diese Toxine zerstört.
Wenn man jedoch toxinenthaltende Lebensmittel verzehrt, ohne sie zu erhitzen, können schon kleinste Mengen Botulismus verursachen. Das Toxin unterbricht die Signalübertragung von Nerven zu Muskeln. Davon ist in der Regel zuerst der Kopfbereich betroffen, also die Augenlider fangen an zu hängen. Man sieht doppelt die Gesichtsmuskel, weisen Lähmungserscheinungen auf, man kann nicht mehr gut schlucken, die Sprache verwischt und schließlich kann es zu Atemlähmung und dann auch zum Tod führen.
Mittlerweile ist Botulismus eine sehr seltene Erkrankung. Zwischen 2001 und 2017 wurden dem Robert-Koch-Institut nur bis zu 24 Fälle pro Jahr gemeldet. Wenn man das Fleisch gut durchbrät, werden auch alle Bakterien abgetötet und es passiert nichts. Aber ja, also Doro kocht Essen, beide essen das Hühnerfleisch, doch einer von den beiden wird den Abend nicht überleben.
Nur wenige Stunden nach dem Abendessen bekommt Friedrich starke Schmerzen und Atembeschwerden. Er denkt, dass er eine Lebensmittelvergiftung hat. Doro weiß nicht so recht, was sie tun soll und macht sich dann auf den Weg zu den Widmers, um Hilfe zu holen. Am besten pumpt man ihm den Magen aus, gibt Friedrich ihr noch mit auf den Weg und dass sie sich beeilen soll.
Doch es dauert Stunden, bis Doro und die Widmers zu Friedrich zurückkommen. Das kann natürlich daran liegen, dass Doro bewegungseingeschränkt ist, aber man geht später davon aus, dass sie sich schon auch extra viel Zeit gelassen hat bei der Suche nach Hilfe. Als die Gruppe zur Hütte von Doro und Friedrich zurückkehrt, ist Friedrich kaum noch ansprechbar und liegt fast schon reglos auf seinem Bett.
Er kann sich nur noch mit einem Stift und einem Zettel verständigen. An Dore gerichtet schreibt er, in meinem letzten Moment verfluche ich dich. Und was macht Dore? Die steckt sich den Zettel in den Mund und schluckt ihn runter. Margrit, die das Ganze beobachtet, ist völlig irritiert, den Magen auszupumpen, das schaffen die drei auch nicht mehr und kurze Zeit später verstirbt Friedrich Ritter.
Es ist der 21. November 1934. Die große Frage ist jetzt natürlich, ob das Ganze ein Unfall war oder ob Dore etwas mit dem Tod von Friedrich zu tun haben könnte. Sie hatte das Essen ja zubereitet, sie wusste, dass die Hühner zuvor von dem Dosenfleisch verendet sind, hat das Fleisch ebenfalls gegessen und hat sich aber nicht vergiftet?
Das erscheint den Widmers sehr merkwürdig. Im Dezember 1934 verlässt dann auch Dore Floriana und kehrt zurück nach Berlin. Sie bestreitet, dass sie irgendwas mit dem Tod ihres Geliebten zu tun hat und wirkliche Ermittlungen finden auch nicht statt. Und ihre MS-Erkrankung, das hat, wie Friedrich gesagt hat, hat sich entspannt, weil sie nicht mehr dran gedacht hat, oder? Nee, ich warte noch den letzten Satz ab.
Schließlich stirbt Dore nämlich ein paar Jahre später an den Folgen ihrer MS-Erkrankung in Berlin. Okay. Und die Widmers? Was glaubst du, was die Widmers machen, Flo? Na, die sind ja jetzt King of the Castle, ne? Die haben ja Florianer jetzt für sich allein. Und ich würde sagen, die bauen jetzt ein Luxushotel.
Fast. Die Widmers bleiben auf jeden Fall auf Florianer und 1937 wird Inge Widmer geboren, der zweite auf Florianer geborene Mensch. Und die Nachfahren der Widmers leben bis heute auf Floriana und haben dort sogar ein Hotel aufgemacht. Es heißt Widmer Lodge und es gibt dort in regelmäßigen Abständen das Lieblingsgericht von Heinz Widmer, Gulasch.
Es ist kein Luxus-Resort, das kann ich schon mal verraten. Die Bewertungen des Hotels sind auch sehr unterschiedlich. Darf ich mir das bei Google anschauen? Ich möchte da nicht unbedingt absteigen. Ich schicke es dir gleich. Eine Nacht kostet so um die 140 Euro und das wäre es mir auf jeden Fall nicht wert. Das kann ich schon mal dazu sagen.
Und ja, Flo, ich schicke dir jetzt einen Link zum Hotel, dann kannst du dir das mal angucken. Das ist ja crazy. Aber ich meine, der Unterschied zu Dore und Friedrich, so wirkt es zumindest bei der Familie Wittmer, ist, dass die mit gewissen Skills angereist sind. Also, dass die überhaupt schon sich ihr Haus dort bauen konnten und sich einrichten konnten, dass die aus irgendeinem Grund einfach so eine Geburt zu zweit hinbekommen haben.
Das finde ich schon krass. Und das zeigt, dass die wirklich mehr daran interessiert waren, dieses Leben zu führen und nicht wie Friedrich nur darüber zu schreiben und jemand anderes die Arbeit machen zu lassen. Die haben die Booking-Seite. Es ist ja sehr wild. Also ich habe dir den Booking-Link geschickt, aber du kannst auch mal Hotel Wittmer eingeben bei Google und die die Bewertung durchlesen oder die vielleicht auch kurz mit uns teilen.
Dann weißt du, was ich meine. Die gehen sehr weit auseinander. Ja, ich gehe einfach ein bisschen durch die Fotos bei Booking. Also es ist sehr spartanisch. Also für 140 Euro. Es ist direkt am Strand, so wie es aussieht. Obwohl die Bäder sehen gar nicht so schlecht aus. Aber mittlerweile, wenn man überlegt, was wir da am Anfang gesehen haben, wie die Insel eigentlich aussieht, ist das schon sehr industrialisiert.
Oder sehr, also es ist halt eine komplett andere Insel. Florianer, ja, verrückt. Okay, und dann schaue ich mir das Ganze nochmal bei Google Maps an. Servicepersonal freundlich, die Unterkunft selbst erregt bei mir Ekel. Okay, ja. Wer keine Motivation mehr hat, einen Beherbergungstrieb zu Betrieb wahrscheinlich zu führen, sollte verkaufen oder schließen.
Okay, ich meine, wie oft kommen dort Leute vorbei und wer sind die Leute, die sich diese Insel anschauen wollen? Das ist glaube ich auch schon also da fährst du nicht hin um in einem Hotel irgendwie zwei Wochen die Beine hochzulegen sondern da fährst du hin, weil du wirklich was Außergewöhnliches erleben möchtest Spannend Spannend, okay, aber die Geschichte ist ja wahrscheinlich noch nicht ganz zu Ende, weil, es ist ja immer noch unklar wie die Baronin umgekommen ist und ihre Beine love up, Also erstmal erzähle ich noch, wie es mit den Widmers weitergeht, die ja wie gesagt auf der Insel geblieben sind.
Der älteste Sohn der Wittmers ertrinkt 1951 bei einem Bootsausflug. Heinz Wittmer verstirbt 1963, und am 21. März 2000 stirbt Margret Wittmer mit 95 Jahren auf Floriana. Und so nehmen alle Menschen, die zwischen 1929 und 1934 auf Floriana gelebt haben, die Wahrheit mit ins Grab. Mittlerweile leben ungefähr 100 Menschen auf Floriana. Die Geschichte von den Wittmers Dore und Friedrich, der Baronin Rudolf und Robert bleibt aber unvergessen.
Denn Margret Wittmer hat ein Buch über die Ereignisse und ihre Erinnerungen geschrieben, das sich sehr gut verkauft hat. Doris Tagebucheinträge wurden ebenfalls veröffentlicht. Bis heute gibt es zahlreiche Analysen zur Galapagos-Affäre, unter welchem Namen die ganze Sache bekannt wurde. Und fast 100 Jahre später arbeiten Filme, Bücher und Theaterstücke weiterhin die Thematik auf.
Und sogar Hollywood hat die Geschichte, wenn auch mit ein paar hinzugedichteten Erzählsträngen, erzählt. Und es spielen wirklich hochkarätige Stars mit, zum Beispiel Daniel Brühl, Jude Law, Sidney Sweeney oder Anna de Armas. Der Film heißt Eden und ist im Jahr 2024 erschienen. Habe ich nichts davon mitbekommen?
Die Vorkommnisse zwischen 1929 und 1934 haben Florianer Welt berühmt gemacht. Bis heute ist nicht aufgeklärt, was sich hier genau zugetragen hat. Sicher ist nur, dass am Ende einige Menschen tot waren. Und man erzählt sich noch heute, in klaren Vollmundnächten, kehrt die Baronin auf die Insel Floriana zurück.
Sonst hat sie auch ihre Hotels. Oh, wow. Das war der heutige Foodcrime. Der Botulismus-Tod von Dr. Friedrich Ritter ist der Foodcrime der Woche. Ich glaube nämlich, dass Dore ihm das nicht durchgegarte Fleisch mit Absicht gegeben hat, weil sie sich aus dem Leben mit ihm befreien wollte. Und da ist sich auch die Wissenschaft einig. Also es gibt wirklich etliche Analysen und wissenschaftliche Berichte über die Galapagos-Affäre. Und bei dem Tod von Friedrich scheint sich die Wissenschaft wirklich sehr sicher zu sein.
Dass die Vergiftung Mord war, dass er von Dore getötet wurde, dass er an einer Vergiftung mit Botulismusbakterien, also einer sogenannten Fleischvergiftung, gestorben ist, weil eigentlich alles dafür spricht. Die Hühner, die haben das verdorbene Fleisch gegessen und sind daran gestorben, das wusste Dore.
Ihr war aber auch bekannt, dass das Fleisch bei ausreichender Erhitzung weiterhin genießbar ist. Und sie selber hat ja keinerlei Vergiftungserscheinungen gezeigt, obwohl sie dasselbe Fleisch gegessen hat. Deswegen kann man schon annehmen, dass sie ihrem Partner das Halbrohrfleisch absichtlich serviert hat.
Und außerdem ist auffällig, dass das Hilfe holen und der Weg hin und zurück von den Widmers wirklich sehr, sehr lang gedauert hat und es für jegliche Hilfe, als sie mit den beiden wieder kamen, eigentlich schon viel zu spät war. Und ich kann es nachvollziehen, also wenn ich jahrelang so behandelt worden wäre, wie.
Sie dort von Friedrich behandelt worden wäre, dass dann irgendwann die Hutschnur hochgeht, und sie wird sich ja auch relativ sicher gefühlt haben in dieser Umgebung, weil außer den Widmers war ja niemand da und die Widmers waren auf Friedrichs, so wie das jetzt klang, auch nicht so gut zu sprechen, das heißt, wenn der dann am Ende da...
Über den Jordan gegangen ist, dann hätte sie die Widmers wahrscheinlich auch auf ihrer Seite gehabt. Und selbst wenn, was hätten sie denn machen sollen? Polizei rufen? Also es kamen ermittelnde Personen, so ist es nicht. Da ist ja trotzdem jemand gestorben, aber die Ermittlungen wurden direkt eingestellt. Es wurde einfach nur notiert, okay, der ist jetzt tot. Niemand kann was dafür.
Tolle Ermittlungen. Dann ist die Sache auch erledigt. Verrückter Fall. Ich hab also auch nichts von diesem Film mitbekommen. Also, Jude Law find ich ja immer großartig. Ja, vielleicht kannst du dir den Film ja gleich auf deinem Flug anschauen. Ich geh nochmal durch. Felix Kammerer auch, der bei Westen nichts Neues die Hauptrolle gespielt hat.
Daniel Brühl, Jude Law, Vanessa Kirby, Sidney Sweeney, Anna der Arme. Also, das ist ja wirklich eine Starbesetzung. Und Sidney Sweeney spielt Margaret Mitmar. Ja. Also, das ist komisch. Also, ich bin mal gespannt. Rotten Tomatoes 58 Prozent, also scheint auch so mit. Ron Howard, also ich muss da auf jeden Fall reingehen, das ist ja komplett crazy.
Aber dass Sidney Sweeney Margaret Wittmer spielt, da hat das Casting allerlei Arbeit geleistet. Ja, wild. Ja, ich hab auch Lust, den Film noch zu gucken. Ich hab ihn nicht geguckt. Das hab ich noch nicht geschafft, aber es steht noch auf meiner Watchlist. Ich bin noch nicht ganz fertig, denn es geht natürlich noch um die Baronin.
Wer die vermeintliche Baronin tatsächlich war, woher sie kam und was sie, bevor sie nach Floriana gekommen ist, gemacht hat, blieb trotz intensiver Recherchen einigermaßen im Dunkeln. Zu ihrem Tod ist sich die Wissenschaft nicht ganz so einig wie im Falle Friedrich Ritter. Wahrscheinlich scheint es allerdings, dass sie und ihr einer Geliebter getötet wurden und ihre Leichen anschließend den Haien vor der Bucht zum Fraß vorgerufen wurden.
Als mögliche Täter kommen Rudolf und Friedrich in Frage. Rudolf war getrieben von Hass gegen die beiden, weil sie ihn verprügelten und schlecht behandelt haben. Außerdem verkaufte er ja kurz nach ihrem Verschwinden all ihre Sachen und schien sich sehr sicher zu sein, dass die beiden nicht mehr wieder auftauchen.
Und Friedrich hat die Baronin auch gehasst und hatte häufiger Streit mit den beiden. Er wurde ihnen gegenüber auch handgreiflich und auch sein Verhalten nach dem Verschwinden war auffällig, weil er in seinen Berichten, die er kurze Zeit später schrieb, davon ausgegangen ist, dass sich die beiden selbst umgebracht hätten.
Dann wiederum hat er irgendwann gesagt, dass Heinz Wittmer die umgebracht hat. Also der war da in seinen Berichten auch nicht ganz... Und deswegen glauben einige, dass die beiden die zusammengetötet haben und dass es auch zu zweit viel leichter ist, Leichen wegzuschaffen. Aber, wie gesagt, die Wahrheit werden wir wohl nie erfahren.
Wer aber mehr zu der Geschichte wissen will, ich verlinke euch auf unserer Website eine Doku, ihr könnt euch den Hollywood-Streifen angucken, es gibt natürlich auch etliche Artikel und auch Bücher, die ihr euch zu Gemüte führen könnt, wenn ihr einfach mehr Details wissen wollt und wie ich so fasziniert von dieser ganzen Story seid, dann.
Könnt ihr da ja mal reinschauen und finden, was ihr am liebsten konsumieren möchtet. Damit ist die Geschichte für diese Woche vorbei. Ja, verrückt. Und Flo, ganz vorbei ist die Folge noch nicht, denn ich bin natürlich jetzt gespannt auf den Foodcrime, den du mitgebracht hast, ob er aus der Community kommt oder von dir persönlich.
Und zwar haben wir heute, also das muss man sagen, Johanna liefert ab, hat wieder einen Foodcrime eingereicht, diesmal einen persönlichen. Und ich würde sagen, da hören wir jetzt einfach mal rein. Hallo liebe Lilly und hallo lieber Flo. Ich habe heute einen Foodcrime für euch, der mich wirklich regelmäßig richtig, richtig wütend macht.
Und zwar geht es darum, dass man ja mittlerweile in Supermärkten, glücklicherweise muss ich sagen, verschiedene Avocados verschiedener Preisklassen, oftmals auch verschiedene Sorten zur Auswahl hat. Und in aller Regel gibt es dann eine Sorte, die auch deutlich teurer ist als die anderen, wo es heißt, diese Avocado sei vorgereift.
Und jetzt erlebe ich das wirklich, und das ist der Foodcrime. Und wöchentlich, so oft kaufe ich nicht Avocado, aber jedes Mal, wenn ich meine Avocado kaufen möchte, stehe ich vor diesem Fach mit den vorgereiften Avocados. Und ich würde sagen, in fünf von sechs Fällen sind diese Avocados alle knüppelhart.
Und das stört mich an sich nicht so sehr. Ich kann ja auch meine Mahlzeiten vorausplanen und eine harte Avocado kaufen und die dann bei mir zu Hause reifen lassen. Aber wenn da steht, die sind vorgereift und dann sind sie es nicht, kosten aber viel mehr, das macht mich wütend. Und das ist für mich ein Foodcrime. Ich kann den Ärger nachvollziehen, weil ich mich auch ganz häufig dabei erwische, wie ich vor den Avocados stehe und keine finde, die gut ist.
Also es gibt natürlich auch die, die viel zu reifen, die dann schon völlig vergammelt, verschimmelt und viel zu weich sind. Aber es stimmt, es sind häufig auch einfach alle so hart, dass man die nicht kaufen kann. Und wenn dann da steht, dass sie vorgereift sind, dann ist das natürlich ein, bisschen frustrierend, kann man sagen.
Ich bin ja auch zu 100 Prozent bei Johanna, weil manchmal gibt es ja sozusagen diesen Impuls, ich möchte die heute in den Salat machen oder auf ein Essen drauf machen. Und dann kann man irgendwie nicht eine Woche warten. Gleichzeitig ist auch vorgereift, liegt ja im Auge des Betrachters und der Betrachterin.
Weil für manche muss sie wirklich eigentlich fast schon so ins Braune kippen, wenn du sie öffnest und für andere ist es vielleicht, dass sie nur so ganz leicht weich ist. Also es ist auch schwierig, diesen Begriff vorgereift zu definieren. Und dann, ich muss sagen, bei uns gibt es hier in der Nähe einen Supermarkt.
Das ist der einzige Laden bis jetzt, wo ich wirklich das Gefühl habe, die vorgereiften Avocados sind so vorgereift, dass sie perfekt essbar sind am Abend und die kosten einen fucking Dollar. Also geht ja doch. Also geht ja wohl doch. Ich glaube aber, da zahlen die drauf. Ich glaube, das ist so ein Ankerprodukt. So wie Milch.
Also ich gehe dafür in den Laden. Muss ich ganz ehrlich sagen. Weil ich weiß, die haben immer super gute, leckere Avocados für einen Dollar, wenn ich die essen möchte. Und die haben so eine große Fläche, wo die dann ausliegen. Und dann sind da wirklich alle verschiedenen Stufen drauf. Und dann kannst du die da raussuchen und mitnehmen.
Aber ich bin da bei Johanna. Das ist wirklich, wenn nicht vorgereift, dann lass es. Dann lass es. Ja, ich habe noch so einen kleinen Trick, der wahrscheinlich gar nicht klein ist und auch nicht geheim. Aber ich nehme von einer Avocado, wenn ich die im Supermarkt sehe und die sich gut anfühlt, mache ich oben immer diesen Strunk, diesen Nups ab.
Und dann kannst du ja in die Avocado reingucken. Und wenn die satt und schön grün ist an dieser Stelle, dann ist die auch perfekt innen drin. Aber wenn die an der Stelle schon ein bisschen braun ist oder teilweise auch an dieser Stelle schon schimmelt, was man aber halt erst den Strunk abmacht, dann ist sie selbstverständlich nicht gut.
Also das könnte ich noch als kleinen Tipp mit auf den Weg geben beim Avocado-Kaufen. Ja. Dann war das mein Foodcrime aus der Community für diese Woche. Vielen Dank, Johanna. Danke, Johanna. Es hört gar nicht auf. Wahrscheinlich müssen wir Johanna so langsam anfangen zu bezahlen, weil die hier eine halbe Redaktionsarbeit macht.
Aber dahin muss sie doch zwei Sachen einschicken. Ja. So, ey, das war eine lange Folge. Wir hören uns am Wochenende wieder mit einer neuen gemischten Platte. Da werde ich dann auch nochmal darüber sprechen, dass es doch Listerien heißt und nicht Listerien. Ja. Naja. Gut, habe ich mich wieder vertan. Aber seht es uns mal.
Haben wir uns zwar wieder vertan. Und ansonsten kommen wahrscheinlich noch zwei drei Outtakes. Und nächste Woche wieder mit einer regulären Folge. Ja, Outtakes werden kommen. Und jetzt bellt Frankie. Das ist mein Zeichen. vielleicht ist es beim Paket gekommen. Also, tschüss! Liebe Grüße! Auch das noch, ein Paket.
Das ist ein großes Messer, dann Feuerstall. Du hast natürlich das Feuer jetzt vergessen. Feuer ist essentiell, spendet Wärme, ermöglicht Abwocken. Das Feuer entsteht, wenn ich Gloria von Ton und Tag sehe. Oh Gott, oh Gott. Was? Oh mein Gott, auf meinem Balkon steht Moritz. Was? Und der ist gerade um die Ecke gekommen.
Und ich habe mich so gottlos erschrocken. What the fuck? Was ist falsch mit diesem Mann? Oh mein Gott, Moment mal ganz kurz. Ich gehe mal kurz raus. Ich glaube, Niki ist nämlich da und bringt meinen Vesper zurück. Moment. Oh mein Gott. Die beiden reisen vier Monate von Amsterdam nach Ecuador und warten dann in Ecuador nochmal mehrere Waffen.
Wenn ich da jetzt ankommen würde und 1932, nee, wann sind wir? 1932? 1929. 1929, da einfach dieser grüne Koloss ist. Also es ist ein ganz sanft ansteigender Berg. Wahrscheinlich ein Vulkan, würde ich mal denken. Ja, habe ich auch eben schon mal gesagt. Aber hast du richtig gedacht?