
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Der Fall Nozaki: 4.000 Frauen & 1 letztes Bier (feat. Blackbox)
Dienstag, 6. Mai 2025 · 1 h 01
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Shownotes
Kosuke Nozaki ist 2016 ein erfolgreicher Geschäftsmann aus Japan, der im Alter von 75 Jahren seine Autobiografie rausbringt. In dem Buch beschreibt er, was ihn in seinem Leben antreibt: Schöne Frauen. Als er 2017 die 22‑jährige Saki Sudo kennenlernt, scheint sich sein glamouröses Leben zu perfektionieren – doch das Glück währt nur kurz. Zuerst verendet sein geliebter Hund auf mysteriöse Weise. Wenig später bricht Nozaki nach einem Abendessen mit ein paar Bieren zusammen und stirbt an einer rätselhaften Vergiftung.
Alle Fotos und noch mehr Infos zum aktuellen Fall findet ihr auf Instagram unter @wasschmecktdahinter.
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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Mein Lebensziel ist es, Sex mit schönen Frauen zu haben. Das wird sich nie ändern. Und dafür gibt es auch kein Rentenalter. Der Mann, der das schreibt, heißt Kosuke Nozaki und ist ein erfolgreicher Geschäftsmann aus Wakayama in Japan. Im Alter von 75 Jahren beschließt er, über seine zahllosen Liebesabenteuer ein Buch zu schreiben.
Seine Autobiografie mit dem Titel Don Juan von Kishu, der Mann, der 3 Milliarden Yen an 4.000 schöne Frauen verschenkte, kommt 2016 heraus und verkauft sich über 50.000 Mal. Darin berichtet der selbsternannte Don Juan aus Kishu ausführlich über seine sexuellen Eskapaden und darüber, sein Leben nur darauf auszurichten, Frauen zu verführen.
Zwei Jahre später, im Mai 2018, ist er tot. Nachdem er zu Abend gegessen hat und ein paar Bierchen getrunken hat, stirbt er an einer rätselhaften Vergiftung. Aber war es Selbstmord? Oder ist der 77-Jährige, ähnlich wie der Don Juan in der Literatur, für seine Taten bestraft und in die Hölle geschickt worden?
Das ist Foodcrimes. Was schmeckt dahinter? Mit Florian Reza, Lili Temme und den besten Gästinnen aller Zeiten. Maxi und Babsi vom Crime-Podcast Blackbox. Die beiden Psychologinnen konzentrieren sich in ihrem Podcast auf die psychologischen Hintergründe von Straftaten. Jeden zweiten Sonntag nehmen sie uns mit in die Welt der forensischen Psychologie.
Und auch wenn das hier und da mal sehr düster werden kann, schaffen sie es irgendwie, den Humor dabei nicht zu verlieren. Ob das eines ihrer Berufs- und Erfolgsgeheimnisse ist, werden wir hoffentlich heute erfahren. Schön, dass ihr da seid. Hallo, schön, dass wir da sein dürfen. Hi, wir freuen uns auch sehr. Hallo ihr beiden. Bevor es losgeht, wollte ich euch was fragen, weil ich nämlich schon häufiger gehört habe, dass Psychologinnen eigentlich gut damit fahren, wenn sie sich von ihrer Arbeit schaffen abzugrenzen, neben ihrem Beruf und sich dann mit anderen Sachen als psychischen Erkrankungen oder Fällen auseinanderzusetzen.
Und ihr macht ja das komplette Gegenteil, weil ihr neben eurem Job als, also ihr seid ja beide studierte Psychologinnen, aber übt unterschiedliche Jobs aus, aber ihr macht auch noch diesen Podcast, vor allen Dingen seit fünf Jahren. Warum, habe ich mich gefragt, macht ihr das? Also es ging los, als wir.
Ich weiß gar nicht, es war kurz nach dem Studium, da waren wir beide immer so die beiden auf Partys, die mit so einem Glas Wein auf den Partys auf dem Boden saßen, so keine Ahnung, vorm Kühlschrank und gequatscht haben über. Keine Ahnung, welche kindlichen Traumata hatte vielleicht Ted Bundy oder welche Bindung an seine Mutter hatte Jeffrey Dahmer.
Und wir haben gemerkt, dass es ein paar Leute gab, die es auch interessant fanden, aber auch viele, die gesagt haben, boah, wollt ihr das nicht vielleicht so für euch irgendwo bequatschen, weil ihr seid ja schon sehr so in eurer Bubble. Und daraus ist es dann ehrlich gesagt entstanden, weil wir uns dachten, ja wie cool, eigentlich ist es doch voll die gute Idee, wenn wir uns diese Bubble schaffen und dann können uns die Leute zuhören, die es nämlich cool finden.
Sehr cool. Ja, wir sind auch froh, dass es auch einen Podcast gibt. Ich freue mich vor allen Dingen, dass wir heute zwei Spezialistinnen da haben, die vor allen Dingen uns auch ein bisschen Hilfestellung vielleicht dabei geben können, in die Psyche von Menschen reinzuschauen, weil wir stellen ungern irgendwelche Ferndiagnosen über Menschen, die wir gar nicht kennen, ohne irgendeine psychologische Expertise zu haben.
Machen es aber trotzdem. Machen es manchmal leider trotzdem, aber ich hoffe, dass wir das heute vielleicht mit euch so ein bisschen trotzdem auf eine Art pathologisieren können, was da vielleicht los ist mit unserem Protagonisten. Es geht nämlich heute um einen Mann, der laut eigenen Angaben mit circa 4000 Frauen gegen Geld sich getroffen und auch geschlafen hat.
Er ist 77 Jahre alt und man muss jetzt kein Mathe-Genie sein, um zu merken, dass das ganz schön viele Frauen sind, mit denen er sich getroffen hat. Und ich habe es natürlich kurz ausgerechnet, wie häufig er sich mit jemandem getroffen haben muss und habe ausgerechnet, dass wenn er mit 18 Jahren angefangen hat, sich mit Frauen zu treffen, dann hat er das 59 Jahre lang gemacht Und das hieße, dass er alle fünf bis sechs Tage eine andere Frau getroffen haben muss.
Und das über Jahrzehnte. Und da habe ich mich gefragt, wie ihr das psychologisch einordnen würdet, Maxi und Babsi. Oder ob man vielleicht auch schon irgendwie sagen könnte, dass das ein Lügner ist. Also ehrlich gesagt, der erste Gedanke, der mir in den Kopf kommt dazu, ist das Thema Hypersexualität. Stellen wir mal voraus, dass das der Wahrheit entspricht. Ich habe vorhin so ein bisschen überlegt, wie viel diese unglaubliche Summe, die du genannt hast, in Euro wären. Und das sind über 18 Millionen Euro.
Das muss man erst mal verdienen. Das habe ich auch gedacht. Deswegen ist irgendwie mein erster Gedanke Hypersexualität gewesen und als ich dann diese immens hohe Summe gesehen habe, war ich irgendwie vielleicht doch eher bei der Frage, ob das wirklich der Realität entspricht. Du hast auch die ganze Zeit davon gesprochen, dass er sich mit ihnen getroffen hat.
Heißt das, dass er nicht jetzt mit jeder Frau geschlafen hat oder wirst du das noch auflösen? Laut seinen Angaben hat er auch mit den Frauen immer geschlafen. Also ich finde es schwer zu glauben. Weiß nicht. Also wenn ich das glaube, dann würde ich es pathologisch finden. Ich glaube, so viel kann man schon sagen. Deswegen meine meine erste Gedanke auch, ich weiß nicht, ob das gesund ist.
Also ich meine, Sex an sich ist ja gesund, aber ich weiß nicht, ob diese Menge und Intensität und auch diese Wechselhaftigkeit gesund ist. Aber irgendwie finde ich es auch, allein aufgrund dieser unglaublichen Geldsumme, finde ich es ein bisschen schwer zu glauben. Also meine erste Reaktion ist eher Unglaube als also, dass ich dem was Pathologisches unterstellen würde, weil ich ihm das glaube.
Aber we'll see. Maybe we have more details. Ja, also ich werde euch natürlich noch ein bisschen mehr über diesen Mann erzählen und auch seine Finanzen werden eine Rolle spielen. Aber Flo, was wolltest du gerade noch sagen? Du wirst so langsam die Expertin für ostasiatische Fälle nach Hongkong und zweimal Japan jetzt.
Und der andere Gedanke, den ich hatte, war, dass wenn er vergiftet worden sein sollte, dann haben wir wieder eine ganze Menge an möglichen Verdächtigen. Und ich hoffe für die japanische Polizei, dass sie nicht wieder anfangen müssen, jede einzelne von denen zu befragen. Da waren 4000 Verdächtige. Ja, das wäre so ein kleiner Throwback zu der letzten Folge, die in Japan gespielt hat, wo ja auch hunderte Menschen befragt werden mussten.
Also ich bin sehr gespannt. Eine Frage noch. Wirst du uns ein bisschen erklären, worum es in Don Juan ging? Weil ich habe wirklich gar keine Ahnung, was der gute Herr Shakespeare da geschrieben hat. Ja, es geht gleich auch ganz kurz um Don Juan und was Don Juan in der Literatur für eine Person ist. Ich habe ja nicht umsonst Literaturwissenschaftler studiert.
Back in the days, als ich noch jung und knackig war. Aber lernen wir auch noch was hier. Das ist schön. Eine runde Sache. Perfekt. Dann starten wir mal rein, würde ich sagen. Und lernen den Mann ein bisschen besser kennen. Kozuke Nozaki wird am 13. April 1941 als eines von sieben Kindern in Wakayama geboren.
Seine Familie besitzt ein Spirituosengeschäft und weil seine Eltern viel damit beschäftigt sind, den Laden am Laufen zu halten, um die Familie zu ernähren, haben sie nicht viel Zeit für den kleinen Kozuke und seine sechs Geschwister. In der Schule läuft es auch nicht so gut. Kozuke mobbt MitschülerInnen und wird als Tyrann beschrieben.
Und auch mit der Lernerei hat er es nicht so. Er schreibt schlechte Noten und bricht die Schule frühzeitig ab, um im Familiengeschäft mitzuarbeiten. Aber da blüht er auf einmal richtig auf. Denn er merkt, dass er ein richtiges Verkaufstalent ist. Heutzutage würde man sagen, Kozuke ist ein Sales-Bro, denn er bringt das Spirituosengeschäft seiner Eltern zum Blühen.
Aus dem dahindümpelnden Einzelhandel der Eltern wird ein richtig gut laufender Betrieb. Zum ersten Mal wird Kozuke in seiner Familie für etwas gefeiert. Und seine Eltern erhöhen sein Taschengeld. Aber Kozuke merkt, dass er zu was Größerem bestimmt ist. Und deshalb fasst er den Entschluss, dass er reich werden will.
Viel Geld verdienen, das ist jetzt sein Ziel. Nach dem Tod der Eltern, wenige Jahre später, erbt er einen Großteil des Geldes. Es ist nicht ganz klar, wie viel und wieso er im Gegensatz zu seinen Geschwistern das meiste bekommt. Wahrscheinlich aber, weil er sich so sehr für das Familiengeschäft eingesetzt hat, das er übrigens weiterhin betreibt.
Mit dem Geld macht Kuzuke sich jetzt selbstständig. Seine schlichte Idee? Sachen zu verkaufen. Egal was. Sein Antrieb? So viel Geld wie möglich zu machen. Und so wird Kuzuke zu einer Art Staubsaugervertreter für alles Mögliche. Zum Beispiel verkauft er eine Zeit lang, sehr erfolgreich, Kondome an Haustüren.
Sein Erfolgsgeheimnis dabei ist, dass er junge, hübsche Frauen bei der Auslieferung der Kondome einsetzt. Er gründet außerdem eine Immobilienfirma und verkauft Altmetall. Mit nur 20 Jahren verdient Kozuke dreimal so viel wie der durchschnittliche Büroangestellte in Japan. Nachdem er ein bisschen was angespart hat und sein Vermögen durch Investitionen und den Kauf kleinerer Grundstücke vergrößert hat, geht er nach Tokio.
Und genau hier, in der Hauptstadt Japans, geht seine Fahrt auf der Yen-Überholspur so richtig los. Kozuke wird zu einem Sarakin. Sarakin bezeichnet einen privaten Kreditgeber, der ungesicherte Kredite, also ohne Sicherheiten oder Bürgschaften an Privatpersonen vergibt, meist zu hohen Zinssätzen. Das Wort setzt sich aus Sarai-Man, ich hoffe übrigens, dass ich die Worte heute alle richtig ausspreche, was so viel heißt wie Angestellter und Kinyu, was so viel heißt wie Finanzen oder Kredit zusammen.
Im Gegensatz zu den illegalen Krediteien, die Yami-Kin genannt werden, die weit über dem gesetzlichen Zinssatz agieren, sind Sarakin regulierte Unternehmer, die sich an gesetzliche Vorgaben halten müssen. Sie füllen eine Marktlücke, da Banken in Japan traditionell nur ungern an Privatpersonen oder kleine Unternehmen ohne Sicherheiten Kredite vergeben.
In einem Artikel aus The Economist aus dem Jahr 2008 habe ich gelesen, dass sich Schätzungen zufolge etwa 14 Millionen Menschen, also 10% der japanischen Bevölkerung, bei einem Sarakin Geld geliehen haben. Und Kozuke ist einer von ihnen. Also er macht Geld durch die Schulden anderer Menschen. Und damit verdient Kozuke sehr, sehr viel Geld. So viel, dass er sein Immobilien- und Spiritusengeschäft immer weiter ausbauen kann.
Kozuke macht sich schnell einen Namen in der Branche, vor allem aber auch, weil er in einige Kontroversen verwickelt ist. Einige seiner GeschäftspartnerInnen geben an, dass sie mit Kozukes Investitions- und Kreditplänen viel Geld verloren haben und er das vorher gewusst hätte. Außerdem wird er wegen Steuerhinterziehung vor Gericht gestellt.
Verurteilt wird er nicht, deshalb kann Kozuke in den nächsten Jahren seine legalen Geschäfte weiterführen. Privates ist bis zum Jahr 2016 nicht viel über den erfolgreichen Immobilien- und Spirituosenunternehmer bekannt. Er ist zweimal verheiratet, kinderlos. Doch dann macht er landesweit Schlagzeilen.
Dan Kuzuke bringt im Dezember 2016 ein Buch raus. Aber nicht irgendein Buch, sondern seine Autobiografie. Sie hat den spannenden Titel Don Juan von Kishu, der Mann, der 3 Milliarden Yen an 4.000 schöne Frauen verschenkte. Und ich habe das mal umgerechnet. Du hast das zwar eben auch schon gemacht, Babsi.
3 Milliarden Yen waren im Jahr 2016 ca. 23 Millionen Euro. Also er hat 23 Millionen Euro für Frauen ausgegeben. Und jetzt erzähle ich euch noch ein paar Sachen über Don Juan. Don Juan ist eine legendäre Figur der europäischen Literatur, die als Archetyp des Frauenhelden und Verführers gilt. Ursprünglich stammt die Figur aus dem Spanien des 17. Jahrhunderts, genauer gesagt aus einem Theaterstück aus dieser Zeit, das von einem skrupellosen und charismatischen Mann handelt, der sein Leben darauf ausrichtet, Frauen zu verführen.
Dabei verletzt er ihre Ehre und tötet mehrere Männer. Seitdem wurde im Namen des Don Juans viel Literatur veröffentlicht. Seine Geschichte endet meist damit, dass er für seine Taten bestraft und in die Hölle geschickt wird. Und endlich habe ich auch ein Foto für euch von Besucher. Jawohl. Es ist das Cover seiner Autobiografie, auf dem er selbstverständlich auch zu sehen ist.
Und dieses Foto und alle anderen Fotos, die wir heute besprechen, findet ihr natürlich auch bei Instagram unter Was schmeckt dahinter? Ach. Wow. Wow. Wie alt ist er da nochmal? Also wie alt war er 2016? Da war er 75. Ach, da war er 75. Das ist das Buch. Komisches Bild für ein Cover, finde ich. Ja, es sieht jetzt nicht so aus, wie ich mir ein Buch vorstellen würde, in dem es eigentlich nur um Sex geht.
Ich weiß, was du meinst. Meine erste Assoziation war tatsächlich ein Magazin. Ich hatte gerade Probleme damit, mir vorzustellen, dass das ein Buch sein soll, weil für mich könnte es auch einfach ein japanisches Wirtschaftsmagazin sein. Und der Blick von ihm ist so ein bisschen durchdringend, aber ich kann es überhaupt nicht deuten, diesen Blick.
Es ist für mich super ausdruckslos auf eine Art. Also er starrt mich an, aber es bringt mir gar kein Gefühl. Ich sehe da drin irgendwie nichts. Ja. Ich frage mich in solchen Momenten immer, irgendjemand hat ja dieses Foto gemacht und er hat das ausgewählt. Das heißt, es gab diesen Moment, in dem er sich da hingesetzt hat und irgendjemand hat eine Kamera aufgebaut und hat gesagt, so, und jetzt guckst du mal in die Kamera und lächelst oder halt auch nicht, je nachdem, wie du möchtest.
Und dann hat er dieses Foto gemacht und hat danach gesagt, das finde ich gut. Das ist gut, das nehmen wir. Also irgendwas muss es ihm gesagt haben oder er muss sich in diesem Bild wiedergefunden haben. Sonst hätte er es für seine Autobiografie ja nicht genommen. Und das finde ich total irritierend in Verbindung mit dem, was du gerade gesagt hast, dass jemand für seine Autobiografie ein Bild nimmt, das gefühlt keine Emotion vermittelt.
Ich bin leider zu wenig in der japanischen Kultur unterwegs, um vielleicht auch interpretieren zu können, was das übertragen soll. Dass möglicherweise so ein relativ steinerner, gerader Blick eine gewisse Form von ... Seriosität, Autorität vielleicht überträgt, aber aus unserer westeuropäischen Sicht ist es eher ein ungewöhnliches Bild für einen Cover, würde ich mal sagen, vor allem mit der Geschichte.
Obwohl ich ja schon finde, das ist ja eine gewisse Ernsthaftigkeit, ich meine, ich würde jetzt nicht auf die Idee kommen, dass das jetzt keiner mein sympathischer Nachbar ist, der mir irgendwie Kräuter aus dem Garten mitbringt, wenn er zu viele hat, sondern eher so, dass ich mir denke, okay, ich mag die Food-Referenz an dieser Stelle.
Und natürlich beabsichtigt. Sondern viel eher würde ich mir denken, wenn ich dem jetzt gegenüber sitzen würde, würde ich mich ehrlich gesagt eher ein bisschen. Beobachtet fühlen. Beziehungsweise ist es so, als ob ich jetzt irgendwas leisten müsste oder irgendwas sein müsste, was er erwartet bisher. Das stimmt.
Und dann frage ich mich aber im Kontext von der japanischen Kultur, ob es vielleicht auch deswegen so ein Cover ist, in dem er so ein seriöser Geschäftsmann ist, weil er sich selber als so erfolgreich darstellt, nicht im Finanziellen, denn das sind viele japanische Männer vielleicht in deren Augen oder in seinen Augen, sondern in einem sexuellen Kontext, weil das die meisten nicht sind.
Und dass er quasi der Boss of all Bosses ist. Also wisst ihr, was ich meine? Weiteres Projekt, was er abgeschlossen hat. Er ist einfach noch eine Nummer krasser als die anderen so. Das hat mich gerade auch noch aufhorchen lassen, dass der Mann zweimal verheiratet war in der ganzen Zeit. Heißt das, dass er eine offene Ehe hatte oder heißt das, dass er fremdgegangen ist? Was heißt das? Also das ist auf jeden Fall, da bin ich auch hängen geblieben.
Ja, über die beiden geschiedenen Ehefrauen ist nicht so viel bekannt. Ich kann nicht sagen, ob das offene Ehen waren, wie lange die angedauert haben. Ich kann nur schon mal verraten, es wird noch eine weitere Ehe in seinem Leben geben. Und das ist jetzt vielleicht die Rampe wieder zurück in unseren Fall rein.
Noch ganz kurz zum Buch. Also das wird ein kommerzieller Erfolg. Es verkauft sich über 50.000 Mal und in dem Buch beschreibt Kozuke, was den erfolgreichen Geschäftsmann eigentlich antreibt im Leben. Frauen. Das Buch enthält zahlreiche Anekdoten über seine Erfahrungen mit Frauen und gibt Einblicke in seine Lebenseinstellung.
Kozuke betont darin, dass sein vermeintliches Hauptmotiv, Geld zu verdienen, eigentlich nur dem Zweck dient, attraktive Frauen kennenzulernen und mit ihnen Zeit zu verbringen. Er erklärt offen, dass ihn weder Autos noch Häuser interessieren, sondern dass er eine unstillbare Begierde nach schönen Frauen habe.
Das Buch enthält auch Kapitel mit Ratschlägen, wie man beispielsweise Studentinnen oder Flugbegleiterinnen verführen könne. Sympathisch. Nach Veröffentlichung des Buches wird Kozuka eine Person von öffentlichem Interesse denn ihr könnt euch ja vorstellen dass sowas in Japan hohe Wellen schlägt, also dieses Buch ist wirklich in aller Munde nachdem es erschienen ist und, für mich wirkt dieser Mann einfach wie so ein vor allen Dingen jetzt in seinem hohen Alter wie so ein alter Lüstling der sich halt meint mit Geld alles kaufen zu können und das geil findet davon zu erzählen, das zeigt irgendwie das ist so Pickup-Artists und diese ganzen Andrew-Tate-Männer, die gab es irgendwie in irgendeiner Form schon immer.
Nur hat das bei ihm den Anschein eines edlen Geschäftsmannes, aber die Gedankenwelt, die da drunter liegt, ist ja exakt die gleiche. Und um nochmal die Gedanken vom Anfang aufzugreifen, also es gibt keine Gegendarstellung oder so, nachdem das Buch erschienen ist. Also es gibt keine Personen, die irgendwas anderes über ihn behaupten und man kann natürlich nicht sagen, ob das alles so stimmt, also ob er wirklich mit 4000 Frauen Sex hatte, aber man muss ihm das in diesem Moment erstmal einfach glauben.
Und er erzählt auch danach in total vielen Interviews, dass er wirklich auch viele Herzen dieser Frauen gewonnen habe und trägt das sehr nach außen und findet das total normal, dass er so viel Geld ausgegeben hat, auch um Frauen ins Bett zu kriegen. Ich kann euch schon mal verraten, dass er jetzt eine Frau treffen wird, die sein Leben verändern wird.
Es ist jetzt 2017 und Kozuke beschließt mit 77 Jahren, dass er es mal ein bisschen ruhiger angehen lassen will. Er ist mittlerweile zweimal geschieden. In Tanabe, der zweitgrößten Stadt in der Präfektur Wakayama, will er es sich jetzt in seinem Häuschen zusammen mit seinem Hund gemütlich machen. In der verschlafenen Küstenstadt leben ca. 65.000 Menschen.
Und von seinem Haus und seinem Hund habe ich auch ein Foto für euch. Ich bin gespannt. Das ist der Content, den wir brauchen. Jetzt wird's schön. Jetzt gibt's Hunde-Content. Der Hund ist goldig. Der Hund ist süß. Der Mann ist creepy. Sein Haus ist ehrlicherweise nicht so groß, wie ich es erwartet hätte.
Ich bin ein bisschen enttäuscht. Ich hatte jetzt irgendwie so einen richtig fetten Schuppen mit Pool und drei, Tiefgaragen und riesigem Stellplatz und Springbrunnen und so, das hätte ich eigentlich erwartet. Aber das hat ihn ja alles immer nie interessiert, die Autos und die großen shiny things. Es waren doch nur die Frauen.
Aber ja, das Haus könnte auch irgendwo in Detmold in so einer reinen Haussiedlung stehen. Auf jeden Fall. Wenn jemand so viel Geld hat und sein Interesse ist, möglichst viele Frauen zu verführen, dann hätte ich jetzt auch gedacht, dass er dann möglichst viel auch in das ganze Erscheinungsbild nach außen investiert, was eben Autos, Haus, keine Ahnung, Reisen, was weiß ich, diese ganze Präsentation nach außen angeht, dass er da mehr rein investiert, um eben damit auch noch mal verführen zu können, wenn wir es so nennen wollen. Vielleicht hat der Hund gereicht.
Valid? Nicht reasonable, ja. Er ist auch wirklich goldig. Ja, aber auch dieses Bild mit dem Hund, das gibt mir die Assoziation, mein über 90-jähriger Opi im Altersheim wird vom Hund besucht. Ja, aber findet ihr nicht auch, dass die beiden ihren Kopf total gleich halten? Ja. Exakt. Gibt das diese Theorie, dass Hunde irgendwann aussehen wie ihre Besitzer? Ja.
Ich dachte, es ist andersrum, dass die Besitzer irgendwann aussehen wie ihre Hunde. Ja, genau. Okay, andersrum. Ja, ja. Stimmt. So weit ist es noch nicht, würde ich sagen, bei den beiden. Nochmal kurz zur Timeline. Das ist jetzt 2016, wo er eine neue Frau kennenlernt. Nee, 2017. Wir sind Ende 2017. 2017.
Also im Jahr nach der Veröffentlichung des Buches. Und er lernt jetzt eine Frau kennen, die sein Leben verändern wird. Ja. Das ist, glaube ich, unser Stand. Okay. Genau. Bis auf seine Haushälterin, Frau Kinoshita, die seit 30 Jahren für ihn arbeitet, hat er hier vorerst keinen Frauenbesuch. Also in diesem wunderschönen Haus. Aber das will Kozuke ändern.
Denn zu seinem Rentnerglück fehlt jetzt eigentlich nur noch eine Frau. Und im Herbst 2017 am Flughafen in Tokio ist es soweit. Laut eigenen Angaben entdeckt er dort eine Frau, die genau seinem Beuteschema entspricht. Sie ist jung und hübsch. Ihr Name? Saki Sudo. Um mit ihr in Kontakt zu treten, tut er so, als würde er vor ihren Augen hinfallen.
Und sie macht das, was er sich gewünscht hat. Sie hilft ihm auf. Ja, natürlich. Der Mann ist mit einem Bein im Grab. Natürlich hilft sie ihm auf. Sind das die Techniken, die in dem Buch drinstehen? Ja, ich würde sagen, also von dem kann man sich vielleicht noch eine Scheibe abschneiden. Ich musste aber, Andi, kennt ihr den Film Natürlich Blond? Boah, ist schon echt lange her.
Da gibt es so einen Trick, den sie da lernt. Und zwar, wenn man die Aufmerksamkeit eines Mannes bekommen möchte, soll man was hinfallen lassen und sich dann so ganz sexy so danach bücken und das wieder aufheben. Und ich musste irgendwie daran denken. Das ist so die Analogie. Also Kozuki ist irgendwie japanische, natürlich blond Person in meinen Augen. Vielleicht hat er ja versucht, sexy zu fallen.
Vielleicht. Mit der intensiven Slow-Mo Augenkontakt noch so. Ja, auf jeden Fall hat es funktioniert. Sie hilft ihm auf. Und dann nutzt er die Gelegenheit und fragt sie noch für denselben Abend nach einem Date. Und sie sagt zu. Und so gehen Kusuke und die 22-jährige Saki Sudo noch am selben Abend in einem Nobelrestaurant entdeckt.
Kosuke fühlt sich sehr zu der melancholisch wirkenden jungen Frau hingezogen. Sie arbeitet als Kosmetikerin, doch Kosuke macht eher ein Angebot. Sie soll nicht mehr arbeiten müssen. Dafür muss sie ihn nur heiraten. Schon wenige Monate nach ihrem ersten Treffen am Flughafen heiraten die beiden im Februar 2018 in einer großen und pompösen Zeremonie.
Im Jahr 2018 ist die Rolle von Ehefrauen in Japan weiterhin stark von traditionellen Geschlechterrollen geprägt. Nach wie vor gilt es als gesellschaftliche Norm, dass Frauen nach der Heirat ihre Erwerbstätigkeit aufgeben. Ihre Aufgabe ist es, sich vorrangig um den Haushalt und falls vorhanden um die Kinder zu kümmern.
Und obwohl Kusuke ja eher einer von der alten Schule ist, schließt er einen interessanten Ehevertrag mit der 55 Jahre jüngeren Saki. Er befreit Saki von den typischen Pflichten einer Hausfrau. Sie muss weder putzen, noch kochen, noch Wäsche waschen. Außerdem überweist er ihm monatlich eine Million Yen.
Das sind im Jahr 2018 umgerechnet ungefähr 7700 Euro. Er macht also eigentlich genau das, was er vorher auch schon gemacht hat. Er kauft sich seine Frau. Aber Saki macht das freiwillig und nach außen hin scheinen die beiden auch ein angenehmes Leben zu führen. Sie machen Urlaub zusammen, sie gehen mit dem Hund spazieren, sie fahren mit seinem schicken Mercedes ins Einkaufszentrum und gehen shoppen.
Und natürlich habe ich jetzt auch von Saki Fotos für euch. Ich habe einmal eins von ihr und ihm und noch eins von den beiden mit Hund und Auto. Haus hat er vielleicht ein bisschen gespart, aber er fährt dann doch einen schicken Mercedes. Weißt du, was er mir für Vibes gibt? Nein. Mörtel Lugner, der Gott hab ihn selig, der letztes Jahr gestorben ist, der Wiener Bauunternehmer, der immer den Opernball ausgerichtet hat.
Und da ja auch immer Frauen kauft. Irgendwie so alle fünf Jahre. Also, ich meine, die Leute oder die Frauen, die zum Opernball kommen, ja, die werden bezahlt, um dort sich mit ihm ablichten zu lassen, aber der hatte ja auch aller vier, fünf Jahre hat er ja eine neue, immer jüngere Frau. Und die, ich weiß nicht, was da für ein Abkommen zwischen den herrschte, aber die haben sich ja auch alle untereinander verstanden und als er dann gestorben ist, haben die sich auch gegenseitig irgendwie um sich gekümmert und was weiß ich.
Aber der hatte auch so aller paar Jahre so eine neue junge Frau. Die Vibes hat das gerade so ein bisschen. Auch wie der da auf der Couch hängt. Ich finde dieses Manspreading, das finde ich einfach so. Dieses Manspreading. Du hast so viel Geld und du kannst dir nicht mal einen guten Maßanzug leisten. Also, oh.
Naja, also ich finde, auf dem anderen Bild sitzt der doch gut, der Anzug. Das ist auch übrigens der gleiche, oder? Der Mann hat scheinbar nicht so viele Outfits. Okay. Also das Bild gibt mir auch einen ganz großen Ick, wo die beiden zusammen auf der Couch sitzen. Ich finde ja, dass jeder irgendwie den Lebensentwurf leben sollte, den er so richtig findet.
Und wenn eine junge Frau der Meinung ist, dass sie das irgendwie in ihrem Leben gerne machen möchte und dass das der Entwurf ist, den sie für sich gut findet, dann who am I to judge? Aber irgendwie, was ich daran so schräg finde, ist irgendwie, dass ich mich halt frage, was musste sie dafür machen? Und was ist da hinter verschlossenen Türen abgelaufen? Weil durch die Art und Weise, wie er sich präsentiert und wie er irgendwie seine ...
Ja, irgendwie sein Leben gestaltet, frage ich mich halt, was ist da noch so gelaufen? Also, ist das wirklich so eine ... Die gehen einfach nur essen, die gehen ins Einkaufszentrum. Das ist alles total cute-Geschichte. Weil ich stelle mir die Frage, ob er nicht mit ihr schlafen will. Ja, safe. Also, und ich finde, die ist gerecht. Und die Frage ist, muss sie das dann machen? War ihr das klar?
Und da finde ich das dann irgendwie immer so ... Auch da ist natürlich jeder Mensch berechtigt, irgendwie seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Und wenn sie sagt, also Suki heißt sie, wenn sie sagt, okay, sie ist bereit, für 7700 Euro im Monat einen sehr alten Mann zu heiraten und mit ihm regelmäßig zu schlafen, okay, mach.
Aber ich finde das irgendwie immer so ein, ich weiß nicht, mir dreht sich mal der Magen um bei diesem Konzept an sich, weil ich mir immer die Frage stelle, was läuft dazu bringt, solche Lebensentscheidungen zu treffen. Ja, wie du sagst, ich glaube, für uns ist es irgendwie ein bisschen schwer nachzuvollziehen, aber solange das erstmal consensual ist, so go for it.
Und das war es, also das kann ich sagen. Ich denke, dass es schon so gewesen sein muss, dass sie mit ihm schlafen musste, dass das irgendwie Teil des Deals war, weil der Mann ja offensichtlich Sex haben möchte und immer sehr viel Sex hatte, also hat er ja selber auch gesagt und darüber geschrieben. Aber sie hat es freiwillig gemacht, wenn man davon sprechen kann.
Ich weiß nicht, in welcher finanziellen Not sie vorher war. Also darüber ist nicht so viel bekannt, was sie dann wirklich dazu gebracht hat, aber sie hat das Geld dankend angenommen und sich... Ein gutes Leben damit gemacht. Das weiß man auch. Was ich mir auch vorstellen könnte, ist ja, ich meine, gerade in Japan ist ja der gesellschaftliche Stand total wichtig in der Kultur.
Und ich meine, sie als sehr junge Frau mit einem zugegeben sehr alten, aber auch sehr erfolgreichen Mann, der sehr bekannt ist, ist vielleicht auch was, was auch ihre Stellung in der Gesellschaft stärkt. Und das ist ja auch nochmal was, was sie davon quasi hat. Ja, gibt ja auch mehrere Fälle, aus der Öffentlichkeit, bei denen das so ist.
Wie findet ihr denn, sieht sie aus? Also nicht so gut oder schlecht, sondern wie sie guckt. Weil ich persönlich finde, dass sie eigentlich ganz glücklich aussieht. Ja, hätte ich jetzt auch gesagt. Also sie wirkt nicht, als ob sie jetzt auf diesem Bild richtig gequält ist, finde ich. Also schon so ein für den Schnappschuss zu ihm und sich quasi in dieser Situation auch, ich würde mal sagen, zumindest auch okay fühlen.
Also ich habe jetzt auch nicht das Gefühl, dass sie so sehr viel Unbehagen ausströmt. Finde ich tatsächlich auf dem Bild an dem Tisch schon. Weil ihre Schultern so zusammengedrückt aussehen. Und sie knetet mit der einen Hand ihre andere Hand. Und irgendwie wirkt es für mich ... Also ich meine, seine Hand ist ja irgendwo auf Höhe ihres Nackens, was ich einen sehr merkwürdigen Spot finde, um jemanden festzuhalten oder um jemanden so zu umarmen.
Und ihre Hände knetet sie ja so auf Höhe von seinem Bein oder hat sie so ineinander gewurschtelt und irgendwie wirkt sie auf mich, als würde sie so einen halbrunden Rücken machen, um sich so schmaler zu machen. Ich finde für mich, das sieht aus wie so ein Anschmiegen. Ja. Aber stimmt, sie knet in die Rente, das habe ich zuerst gar nicht gesehen, weil es für mich so aussah, als ob sie die Hand so ein bisschen an seinem Oberschenkel hat, sodass sie da so liegt.
Bei ihrem Gesicht gehe ich mit, da sieht sie irgendwie glücklich aus, aber ihre Körperhaltung, finde ich, sieht eher nicht so entspannt aus. Aber vielleicht sehe das auch nur ich so. Okay, ich merke, die Interpretationen gehen in unterschiedliche Richtungen. Es ist tatsächlich so, dass die beiden nach außen hin ja erstmal wie ein glückliches Paar wirken, aber dass einer von beiden immer unzufriedener wird und das ist tatsächlich Kosuke.
Denn er hat das Gefühl, dass Saki wenig Interesse an ihm zeigt und hat. Sie will nicht komplett zu ihm ziehen und ist sehr häufig noch in Tokio. Und wenn sie zum Beispiel essen gehen, betritt sie häufig das Restaurant, ohne ihm aus dem Auto zu helfen. Oder sie kauft Kuchen oder Steak im Supermarkt und kocht das dann aber nur für sich und teilt das Essen nicht mit ihm. Und das stößt ihm negativ auf.
Kann ich ein Stück weit verstehen. Ich wäre auch sauer, wenn jemand ein leckeres Steak im Supermarkt kauft und sich das dann hier abends erbrät und alleine isst und ich hier sitze und denke, Bro, hallo? Ja, vor allem würde ich von meinem Ehepartner schon erwarten, dass er, wenn er sich Essen macht, dass er dann zumindest mal fragt, ob ich auch Hunger habe.
Ja. Ja, und wenn ich alt und gebrechlich bin, will ich auch, dass mir jemand aus dem Auto hilft. Ja. Vor allem nachdem das ja die Kennenlerngeschichte von den beiden ist, oder? Stimmt. Das ist eigentlich das, was die Beziehung zusammenhält. Sie tritt die Kennenlerngeschichte mit Füßen. Ja, da wäre ich auch richtig angebürzt. Ja. Aber es spricht so ein bisschen dafür, dass sie.
Ja, diese Beziehung vielleicht schon als eine, das passt schon alles für mich, wir schlafen hier ein bisschen zusammen, ich bin bei dir, aber so richtig, ja, so integriert, oder dass sie das nicht so richtig als eine echte Beziehung sieht. Dass sie halt eher so zweckgerichtet ist. Ja. Total, ja. Ja. Das hatte der sich ein bisschen anders vorgestellt.
Und nur drei Monate, nachdem die beiden geheiratet haben, zieht Kozuke deshalb eine Scheidung in Erwägung. Also im Mai 2018 denkt der gute Mann schon über eine Scheidung nach. Das ging schnell. Frage dazu. Was steht im Ehevertrag bezüglich der Scheidung? Ich kenne den Ehevertrag dieser beiden Menschen nicht.
Aber von allem, was ich über die Geschichte weiß, ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass im Vertrag stand, dass wenn sie sich scheiden lassen, sie weiterhin Geld von dem Mann bekommt. Okay. Der Deal war schon, ich bezahle dich und du bist bei mir. Und wenn du gehen willst, dann geh, aber dann kriegst du halt auch kein Geld.
So langsam, weil wir uns ja hier immer noch um ein Verbrechen und eine Vergiftung heute kümmern wollen, lodert in mir so langsam der Gedanke, dass dann der andere Ausweg für sie ist, dass er von alleine geht. Schauen wir mal. Sie wird verdächtig. Ich mach mal weiter. Ja, mach mal. Also Kusuke denkt über eine Scheidung nach, aber bevor er da weiter drüber nachdenken kann, geht es seinem geliebten Hund am 6. Mai 2018 plötzlich schlecht.
Er versteht die Welt nicht mehr. Der Hund war doch eigentlich die ganze Zeit gesund und munter. Angekommen beim Tierarzt, kann der nicht mehr viel machen. Sein Hund, der ihn seit über 10 Jahren begleitet, stirbt in Kusukes Armen. Und jeder, der schon mal ein Haustier verloren hat, kann jetzt, glaube ich, mitfühlen, wie schrecklich das ist.
Kozuke ist auch wirklich untröstlich, weil ihm der Hund so viel bedeutet hat, will er ihm einen gebührenden Abschied ermöglichen und stürzt sich jetzt in den Tagen darauf in die Planung der Beerdigung. Und dazu muss man vielleicht sagen, dass Tierbestattungen in Japan eine lange Tradition haben. Haustiere werden dort oft als Familienmitglieder angesehen und viele Menschen möchten ihnen auch nach dem Tod Respekt erweisen.
Und so ist Kozuke jetzt also drauf und dran eine richtige Beerdigung. Zu planen und zu organisieren. Doch bevor es zu einer Beerdigung für den Hund kommen kann, nehmen die Dinge eine andere Wendung. Und zwar am 24. Mai, 18 Tage nach dem Tod von Kosukes Hund. Saki und die Haushälterin schauen an dem Abend fern, als sie gegen 18 Uhr einen dumpfen Schlag hören.
Frau Kinoshita bittet Saki daraufhin, nach oben zu gehen und nachzusehen, ob alles in Ordnung sei. Doch Saki sagt nur, dass Kozuke wahrscheinlich wieder wegen irgendwas sauer sei und auf den Schreibtisch gehauen hätte. Als sie gegen 22 Uhr immer noch nichts aus dem ersten Stock gehört haben, gehen die beiden Frauen nach Kozuke schauen.
Sie finden ihn, fast unbekleidet, regungslos in seinem Schlafzimmer. Nachdem Rettungskräfte nur noch den Tod von Kozuke feststellen können, wird die Polizei eingeschaltet. Denn obwohl Kozuke schon 77 Jahre alt war, hatte er keinerlei Vorerkrankungen. Und die Polizei fängt jetzt an zu ermitteln, denn schnell liegt der Verdacht im Raum, dass Kosuke nicht eines natürlichen Todes gestorben ist.
Die Videoüberwachung am Haus zeigt, dass die einzigen Personen, die an dem Tag im Haus waren, Kusuke, Saki und die Haushälterin waren. Niemand sonst kam rein und raus. Aber Saki und die Haushälterin sagen, sie könnten sich selbst nicht erklären, was passiert ist. Eine Autopsie soll deshalb Klarheit bringen. Und die ergibt, dass Kusuke an einer tödlichen Dosis auf Putschmittel gestorben ist.
Sowohl in seinem Blut als auch in seinem Magen findet man eine hohe Konzentration der Drogen. Und an seinem Körper findet man keine Injektionsspuren. Das heißt, dass er den Giftcocktail geschluckt haben muss. Entweder waren sie in einem Bier, das er sich zum Abschluss des Tages noch einverleibt hatte, oder im Abendessen.
Oder hatte er die Drogen einfach so geschluckt. Schnell gibt es Spekulationen. Hat sich Chris Suke vor lauter Trauer um seinen Hund das Leben genommen? Dagegen würde sprechen, dass er sich ja mitten in den Planungen für die Beerdigung seines Hundes befunden hatte. Wieso sollte er sich währenddessen umbringen?
Oder hat ihm jemand anderes den tödlichen Giftcocktail verpasst? Denn eines können die Ärztinnen mit Sicherheit sagen. Kosuke hatte vorher nie Drogen genommen, das konnte man in Haarproben nachweisen. Das reicht den Ermittlerinnen aus, um davon auszugehen, dass ihm jemand die Drogen verabreicht haben muss.
Auch der plötzliche Tod seines geliebten Hundes kommt den Beamten seltsam vor. Hatte jemand erst am Hund ausprobiert, wie die Drogen wirken, bevor es Kozuke treffen sollte? Eine Obduktion des Hundes soll darüber Klarheit bringen. Bei Untersuchungen der Überreste des Hundes können jedoch keine Überreste von irgendwelchen Drogen gefunden werden.
Auch auf und in den im Haus gefundenen sichergestellten Bierflaschen finden die Ermittlerinnen keine Spuren, Trotz des Mangels an Beweisen lässt die Beamten das Gefühl nicht los, dass an Kosukes Tod irgendwas seltsam ist, Denn auch einer von Kosukes Vertrauten erzählt der Polizei, dass er am Tag vor seinem Tod einen Anruf von ihm erhalten habe Indem er um ein Treffen in seinem Haus für ein wichtiges und dringendes Gespräch gebeten habe Sollte es in dem Gespräch um seine Scheidung gehen?
Die beiden Hauptverdächtigen sind jetzt Saki und die Haushälterin. Doch beide beteuern ihre Unschuld. Und auch wenn Saki sich ungewöhnlich verhält, sie wirkt ziemlich entspannt und unbeeindruckt vom Tod ihres Ehemannes, nachweisen können sie ihr nichts. Bekannte von Kosuke geben an, dass sie auf seiner Beerdigung lächelnd und auf ihr Smartphone schauend rumgesessen hätte, ohne wirklich Anteil zu nehmen.
Sie scheint auch unbeeindruckt, als die Medien sie mit Fragen überhäufen, ob sie es auf Kosukes Vermögen abgesehen habe. Familienangehörige von Kosuke dagegen sagten aus, dass die Haushälterin immer davon sprach, dass er ihr im Falle seines Todes eine beachtliche Summe Geld versprochen habe. Die Sache ist nur, dass in seinem Testament nichts davon steht.
Aber auch Saki erwähnt jetzt bei einem Verhör, dass die Haushälterin Anspruch auf einen Teil seines Geldes habe, da Kosuke das häufiger erwähnt hätte. Steckten die beiden Frauen womöglich sogar zusammen unter einer Decke? Wer hätte hier ein Motiv? Saki, weil sich Kosuke von ihr trennen wollte? Die Haushälterin, weil sie an das ihr versprochene Geld kommen wollte?
Oder doch wieder Saki, weil sie nicht mehr länger mit Kosuke zusammen sein wollte und im Falle einer Scheidung leer ausgegangen wäre? Hat sie ihn deshalb vorher umgebracht, um an all sein Geld zu kommen. Immerhin wird sein Vermögen auf 5 Milliarden Yen geschätzt. Das sind umgerechnet ca. 38 Millionen Euro.
Für die Beamtinnen und Beamten sind das alles plausible Motive. Und für euch? Also, ich dachte mir gerade, die Haushälterin... Da frage ich mich, ob das wirklich so ein Motiv ist, weil ich meine, der Mann war 77 Jahre alt. Wenn ihr was versprochen wurde nach seinem Tod, dann, to be honest, könnte man auch einfach noch ein paar Jahre warten, weil der lebt jetzt keine 20, 30 Jahre mehr.
Sie ist aber auch nicht mehr die Jüngste, das muss man dazu sagen, weil die arbeitet ja auch schon seit 30 Jahren für ihn. Das würde für mich aber tatsächlich auch gegen sie sprechen, weil nach 30 Jahren dann zu sagen. Okay, so jetzt geht der Alte mir auf den Sack oder jetzt, jetzt habe ich irgendwie keine Lust mehr, sich dann möglicherweise mit Saki oder alleine da an so einem Mordkomplott zu beteiligen, scheint mir irgendwie ein bisschen unrealistisch.
Ja, es sei denn vielleicht, was ich mir vorstellen könnte, wenn vielleicht irgendwie eine prekäre Situation in ihrer Familie auftaucht, wo irgendwie auf einmal Geld benötigt wird, dann würde ich mir noch denken, ja okay, vielleicht. Aber so ohne, dass wir da wissen, dass irgendwie sich da was verändert hat bei ihr und sie irgendwie was gebraucht hat, muss ich sagen, dass ich das Motiv der Haushälterin jetzt auch nicht so ganz sehe.
Dass sie zusammen unter einer Decke stecken, finde ich sehr unwahrscheinlich, weil die Haushälterin schon 30 Jahre da arbeitet und zwischen ihr und ihm ja ein bestimmtes Vertrauensverhältnis besteht. Aber die quasi junge neue Ehefrau ist ja noch sehr, sehr frisch da. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie so schnell ein so tiefes Vertrauensverhältnis zu einer Frau aufbauen kann, die mindestens 30 Jahre jünger ist als sie, würde ich mal vermuten, die sie erst seit ein paar Monaten kennt und von der sie genau weiß, dass die nur wegen des Geldes hier ist.
Weil seien wir ehrlich, keine 22-Jährige heiratet einen 77-jährigen Mann aus hundertprozentiger Liebe. Vor allem nicht so schnell. Nee, nicht so schnell und nicht unter der Prämisse, wie das Ganze gelaufen ist. So jemandem würde ich als Haushälterin auf keinen Fall vertrauen, um einen Doppelmord zu begehen. Äh, einen Doppelmord, einen gemeinsamen Mord zu begehen.
Okay, das heißt, die Haushälterin schließt ihr aus, aber Saki ist für euch. Da, weiß nicht, da habe ich noch ein ungutes Gefühl, ja. Ja, und was ich auch noch sehe, ist die Tatsache, dass sie so jung ist. Also gerade die Tatsache, dass sie so jung ist, macht sie in meinen Augen zu jemandem, der wahrscheinlicher sowas machen würde, weil ich mir vorstellen könnte, dass sie die Tragweite ihrer ersten Entscheidung von ich heirate diesen Mann vielleicht nicht 100 Prozent begreifen kann.
Und also weil ja das Gehirn und die Persönlichkeit von Menschen erst mit 25 komplett ausgereift ist und sie ja erst 22 ist, könnte ich mir vorstellen, dass ihr die Tragweite ihrer Entscheidung der Ehe gar nicht richtig bewusst war und dass sie vielleicht auch aus so einem Panikmoment heraus diesen Mord begeht, Weil diese Angst, die sie hat, dass sie glaubt, dass das die einzige Möglichkeit ist, wie sie da wieder rauskommt.
Also der würde ich das auf jeden Fall eher zutrauen, in Anführungszeichen, von außen, als der Haushälterin. Und bei ihr sehe ich auch ein deutlicheres Motiv. Und genau für solche Sätze wie, das Gehirn ist erst mit 25 Jahren ausgereift, bist du da, Wapsi. Das wusste ich nicht. That's why we pay you the big bucks. Also spannend.
Ja, gut. Dann schauen wir mal, wie es sich mit Saki und den Ermittlerinnen weiter so verhält. Es wird jetzt erstmal still um den Fall Kozuki Nozaki. Ganze drei Jahre lang hört man nichts mehr davon. Bis die Ermittlerinnen 2021 zu einer bedeutenden Entdeckung kommen. Und dabei spielt eine App eine große Rolle, die jede und jeder sicher schon einmal benutzt hat, der oder die ein iPhone besitzt.
Habt ihr eine Idee? Die Health-App? Warum? Wow. Oha. Weil man damit vielleicht genau feststellen kann, wann der gute Mann gestorben ist. Und die zeichnet ja auch so Bewegungsdaten auf. Aber ich meine sowas wie Ortsdaten, dafür braucht man ja keine iPhone-App. Für den Todeszeitpunkt braucht man auch keine iPhone-App. Das können Ärztinnen und Ärzte auch, glaube ich, ganz gut ohne eine App feststellen.
Es müsste ja irgendwas kurz vor seinem oder kurz nach seinem Tod aufzeichnen. Und ich glaube eher was vielleicht kurz nach seinem Tod. Aber ich wirklich, löse es auf. Ja, ich löse es gerne auf. In ihren Aussagen bestand Saki darauf, dass sie am Todestag von Kosuke zwischen 16 und 18 Uhr nicht im ersten Stock gewesen sei, weil sie ja angegeben hat, dass sie mit der Haushälterin Fernsehen geguckt hat.
Das ist aber genau der Zeitraum, in dem Kosuke den Giftcocktail zu sich genommen haben muss, denn gegen 18 Uhr hörten die beiden Frauen unten ja den Aufprall und der Todeszeitpunkt wird auf 18 Uhr geschätzt. Aber mithilfe einer App können die Ermittler jetzt feststellen, dass Saki sich in dem Zeitraum sehr wohl bewegt haben muss.
Die iPhone Health App zeigt nämlich Aktivitäten an, die darauf hindeuten, dass sie während dieser Zeit Treppe benutzt hatte. Jetzt untersuchen die Beamten auch Sakis Browser-Verlauf und werden fündig. Sie hatte bereits vor dem Tod von Kosukes Hund nach verschiedenen Stimulantien gesucht und recherchiert, wie sie an die Drogen und mögliche Lieferanten kommen könnte.
Die Sache verschärft sich als Forensiker Spuren von denselben Aufputschmitteln, die in Kosukes Körper gefunden werden, im Staubsauger und auf dem Küchenboden entdecken. Als hätte jemand versucht, sie zu beseitigen. Währenddessen hat sich die Witwe des japanischen Don Juan zur Präsidentin des von ihm gegründeten Unternehmen ernannt und will sich ins Ausland absetzen.
Der öffentliche Druck und die ständige Beobachtung machen Saki zu schaffen. Die Behörden wissen, jetzt müssen sie schnell sein. Denn wenn sie Saki erst in einen Flieger von Japan nach Dubai steigen lassen, gibt es keine Garantie, dass sie sie jemals wiedersehen würden. Und tatsächlich. Die neue Beweislage führt dazu, dass sie am 20.
April 2021, drei Jahre nach Kosukas Tod, verhaftet wird. In einer Wohnung im Tokioter Bezirk Shinagawa wird sie wegen Mordverdacht und Verstoß gegen das Stimulantienkontrollgesetz festgenommen. Saki bestreitet weiterhin alle Vorwürfe. Im Mai 2021 wird sie angeklagt. Doch die Geschichte nimmt noch eine interessante Wendung.
Über drei Jahre dauert der Prozess gegen Saki Sudo. Vor Gericht beteuert sie ihre Unschuld. Aber sie sagt ein paar interessante Dinge aus. Sie gibt an, Kosuke habe sie gebeten, Aufputschmittel zu kaufen. Diesen Kauf tätigte sie über einen Dealer, den sie online gefunden hatte. So erklärt sich also ihr Browser-Verlauf.
Zudem erklären ihre Verteidiger, dass sie überhaupt kein Mordmotiv gehabt habe. Schließlich hätte sie monatlich ja genug Geld von ihm erhalten, um sich ein schönes Leben zu machen. Und das war ja auch der Deal. Saki macht keinen Hehl daraus, dass sie den Mann des Geldes wegen geheiratet hatte. Sie hat sich ein schönes Leben von seinem Geld leisten können.
Er wiederum habe die Drogen möglicherweise versehentlich überdosiert und selbst eingenommen. Dass sie sich nach seinem Tod eine beachtliche Summe überwiesen und ausgegeben habe, gibt Saki ebenfalls zu. Sie will ein sorgenfreies Leben führen. Und dafür brauche sie Geld. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass Saki ihren Ehemann irgendwie dazu gebracht haben muss, den Drogencocktail einzunehmen.
Ziemlich wahrscheinlich habe sie ihm die Aufputschmittel unters Essen gemischt, was zu der tödlichen Überdosis geführt haben muss. Es steht Aussage gegen Aussage. Beweise kann keine Seite liefern. Am 12.12.2024, einem Donnerstag, wird am Gericht in Wakayama das Urteil gesprochen. Und die mittlerweile 28-jährige Saki wird freigesprochen.
Die Vorsitzende Richterin Keiko Fukushima sagt, man kann nicht mit Sicherheit sagen, dass Kusuke Nozaki nicht versehentlich eine Überdosis genommen hat, als er zum ersten Mal Stimulantien zu sich nahm. Sie schließt den Urteilsspruch mit dem Satz, es gibt keinen Beweis für ein Verbrechen. Und Saki gibt sich nun selbst als Opfer aus.
Ich hätte gehofft, er wäre anders gestorben, sagt Saki vor Gericht. Weil er damals starb, wurde ich viele Jahre lang wie eine Mörderin behandelt. Die Haushälterin musste sich übrigens nie vor Gericht verteidigen. Sie hat aber während des Prozesses gegen Saki ein Buch mit Enthüllungen über ihren ehemaligen Arbeitgeber veröffentlicht.
Darin geht es vor allem um seine Beziehungen zu Frauen. Und ihr könnt euch ja vorstellen, dass sie damit ordentlich Geld macht. Denn der Mann und sein faszinierendes und gleichzeitig umstrittenes Leben interessiert viele Japanerinnen und Japaner. Good for her. Nachdem sie sich das 30 Jahre anschauen musste. Ja. Nachdem sie kein Geld bekommen hat nach seinem Tod.
Sie hat mich so 30 Jahre lang gedanklich schon an dem Buch geschrieben. Das nehme ich mit rein, das ist eine gute Pointe, das finde ich genial. Das ist so eklig, das verkauft sich garantiert. Ja, das war die Geschichte von Kusuko Nozaki, der sich selbst als Don Juan von Kishu bezeichnete. Kishu ist übrigens der historische Name für die Region, die heutzutage hauptsächlich der Präfektur Wakayama entspricht.
Man kann sein Buch, ich habe es nachgeschaut, Don Juan von Kishu, der Mann, der drei Milliarden Yen an 4000 schöne Frauen verschenkte, bei Amazon für 26,35 Euro kaufen. Allerdings wird es nur innerhalb von Japan verschickt. Und die Kernaussage des Buchs haben wir jetzt auch gelernt. Wenn man eine Frau kennenlernen möchte, einfach fallen lassen.
Einfach hinfallen, Leute. Einfach fallen lassen. Für mehr Tipps, meldet euch einfach bei Flo. Gottes Willen. Aber du hast die ganze Zeit von Aufputschmittel gesprochen. Wissen wir, was das ist? Leider weiß ich das nicht genau, nein. Es waren aufputschende Drogen. Ein Drogencocktail. Also kann auch Kokain gewesen sein? oder was? Warum sollte er denn mit, Ende 70 noch auf die Idee kommen, alleine in seinem Schlafzimmer oben unbekleidet, sich nochmal Drogen reinzupfeifen.
Better late than sorry. Vielleicht. Es kann ja sein können, dass er in seinen letzten Lebensjahren eine junge Frau, ist da vielleicht in dem Wunsch, sich jung zu fühlen und aktiv zu fühlen. Dann kann es ja sein, dass er sich denkt, jetzt ist ein guter Zeitpunkt, jetzt nochmal LSD auszuprobieren. Aber dann machst du das doch nicht alleine oben in deinem Zimmerchen.
Aber vielleicht war er gar nicht alleine. Vielleicht hat er sich aufgeputscht und sich ausgezogen. Und seine Frau ist hochgekommen und er dachte, sie haben einfach Sex. Und er ist 77, vielleicht waren die Aufputschmittel auch ein Mittel zum Zweck. Das ist eine Vermutung auch der Polizei am Anfang gewesen, ob er nicht vielleicht Mittel genommen hat, um seine Potenz zu steigern und mit Saki Sex haben zu können.
Aber dagegen spricht, dass er das vorher noch nie wohl genutzt hat und auch darüber im Buch geschrieben hat, dass er niemals irgendwelche Hilfsmittel benutzt hat, um Sex haben zu können. Und die Haushälterin war ja auch im Haus. Also die hätte ja mitbekommen, wenn er sich da oben prepared hätte für den Geschlechtsakt und Saki dann hochgeht, um mit ihm zu schlafen.
Und wissen wir, wie er das Softputschmittel zu sich genommen hat? Weil man an den Bierflaschen nichts gefunden hat, ist davon auszugehen, dass es im Essen war. Weil es ja auch in der Küche dann gefunden wurde und dem Staubsauger. Man hat nur festgestellt, dass er halt Zeug im Magen hatte, weshalb er das auf jeden Fall geschluckt haben muss, aber wie genau, weiß man nicht.
Das sind die Gründe, weshalb das alles nur irgendwie Indizien sind und das alles komisch wirkt auf die Beamten und Beamtinnen und auf jeden Fall Haki sehr verdächtig ist, aber man kann ihr am Ende nicht nachweisen, dass sie was damit zu tun hat. Und Zweifel für die Angeklagte. Richtig, ja. Ein verrückter Fall, wirklich ein verrückter Fall und wie so oft sind am Ende irgendwie alle Beteiligten.
Also das haben wir schon oft, dass wir mitfiebern oder mit einer Person mitfiebern und sich denken, ey, ja, die macht was Gutes und am Ende denkst du dir so, irgendwie alle ein bisschen wack. Ja, das würde mich jetzt zum Abschluss schon auch noch interessieren. Ich weiß, dass so, Saki ist vor Gericht freigesprochen, es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass er sich nicht selbst umgebracht hat, aber für mich hat die Geschichte auf jeden Fall so Goldgräber-Vibes.
Wie geht's euch? Auf jeden Fall. Ich meine, sie hat es ja auch selbst gesagt. Sie hat ja selbst gesagt vor Gericht, ja, ich war mit ihm zusammen wegen dem Geld. Und ich glaube, das ist ja die Definition von Goldgräber, oder? Finde ich auch. Aber wie absurd wäre es, wenn der heimliche Goldgräber tatsächlich doch die Haushälterin ist, weil sie das Essen da reingemischt hat, weil sie sich dachte, verdammt nochmal, mir läuft die Zeit davon für mein Buch.
Wow. Ich kann dieses Buch nicht schreiben, solange dieser Mann lebt. Und vielleicht hat sie es auch doch gemacht und dachte sich, ich muss mich jetzt beeilen, der muss weg, sonst kann ich dieses Buch nie veröffentlichen. Ich möchte noch Autorin werden in diesem Leben. Ja, oder das Buch war dann Plan B. Also oder sie war es.
Sie hat davon profitiert, dass Saki aber auch an dem Abend oben nochmal war. Dann hat sie sich total aus der Sache rausgehalten. Sie wurde auch nicht angeklagt und hat sich dann aber gedacht, na, vielen Dank auch, guter Mann, ich habe ja gar nichts bekommen von deinen Hinterlassenschaften. Na, dann werde ich jetzt aber mal auspacken und hat dann das Buch geschrieben.
Spannend. Aber ich finde, der ganze Fall steht so voll im Zeichen von Goldgräber. Weil er selber, allein der Titel seines Buches, er hat sich ja selber dazu gemacht. Er hat sich selber zu jemandem gemacht, mit dem Frauen nur zusammen sind, weil er ihnen Geld schenkt. Er bezahlt sie ja nicht dafür, er schenkt ihnen das Geld. Sehr großherzig.
Und er hat seine komplette Figur, auch er hat ja dadurch, dass er diese Autobiografie geschrieben hat, eine komplette Figur auch um sich herum geschrieben. Und eine bestimmte Darstellung seiner eigenen Charakterzüge geschrieben. Und von daher, finde ich, hat er selber sich zu dem gemacht und hat natürlich auch die Leute oder die Frauen attracted, die genau das eigentlich auch in ihrer Lebensvorstellung haben.
Nämlich, hey, ich nehme einfach das Geld von jemandem anders und gebe ihm dafür meine Anwesenheit oder sexuelle Dienste oder was auch immer oder halt eine Art von Beziehung und lasse mich dafür bezahlen. Und im Grunde ist es ja auch sein Ziel. Und ich finde es sehr ironisch. Also ich muss es anders formulieren, ich fände es sehr ironisch, wenn eine von den beiden Frauen ihn umgebracht haben, weil das würde seine komplette Lebensgeschichte irgendwie wie so ein Kreis erscheinen lassen.
Es wäre einfach so eine, es hätte einfach ein rundes Ende in Anführungszeichen, weil ihn genau das umgebracht hat, wonach er die ganze Zeit gestrebt hat und genau das, auf das er seine komplette Identität gebaut hat. Ja, zumindest im Alter seine komplette Identität, ne? Hat er nicht auch schon früher gesagt, er will eigentlich, für ihn ist der beste Geschäftsmann der, der so viel Geld hat, dass er Frauen das Geld schenkt und so weiter und so fort.
Und deswegen hätte ich gedacht, seine ganze Identität, seitdem er jung ist, er hat Geld nur gewollt für Frauen, dann hat er Frauen gehabt. Und seine komplette Identität war immer nur das. Und dann hat ihn gerade das umgebracht. Ich habe ja schon ganz am Anfang gesagt, dass ich irgendwie nicht so ganz glauben kann.
Und ich habe mir gedacht, eigentlich ob halt eben sein Motiv vielleicht nicht, wie er sagt, irgendwie ist, möglichst viele Frauen zu haben, sondern einfach halt eben. Aufmerksamkeit, ob positiv oder negativ zu kriegen, weil auf einmal aus diesem 75-jährigen Mann, aus diesem Unternehmer, der total erfolgreich ist oder war, der aber jetzt dann ja in Rente geht und dann eben quasi die Person, die er ist, zurücklässt in den Augen der Gesellschaft, weil ich meine, irgendwann ist es halt, dann vielleicht nur noch ein älterer Mann, der früher mal erfolgreich war.
Und damit hat er das ja geturnt zu ich bin jetzt zwar 75 und meine Karriere geht dem Ende zu, ich gehe dann in Rente, aber jetzt kann ich vielleicht nochmal diese Person sein und damit ins Rampenlicht gehen. Ich finde eure Gedanken und Interpretationen mega spannend und mir fällt gerade ein, er hat sich ja als Don Juan beschrieben und ich habe ja jetzt erzählt, dass dieser Don Juan in der Literatur am Ende immer stirbt.
Vielleicht hat er auch, im Angesicht dessen, dass er wusste, okay, er ist jetzt alt und irgendwie hat er jetzt alles, was er jemals wollte und jetzt reicht's vielleicht einfach und er will so sterben wie der Mann, mit dem er sich vergleicht, Don Juan, vielleicht hat er sich dann doch auch selber umgebracht.
Das ist spannend, so quasi nochmal in einem Knall zu gehen quasi und dann auch nochmal durch den Tod in den Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Das ist eine spannende Theorie. Wir werden es nie erfahren. Es sind alles nur Spekulationen. Aber ich danke euch auf jeden Fall für eure Insights und noch mal Gedanken aus einer anderen Perspektive, als wir sie so haben. Ich fand es total toll, dass ihr heute da wart.
Und bevor es aber jetzt zu Ende ist, wir haben eine neue Rubrik, die eigentlich, finde ich, die ganze Zeit da lag. Aber wir haben nichts daraus gemacht. Aber wir haben die neue Rubrik persönliche Foodcrimes jetzt ins Leben gerufen, um am Ende der Folgen vielleicht die Leute wieder so ein bisschen in die Normalität zu holen und wollen wissen, was eure ganz persönlichen Foodcrimes sind.
Ich habe ein Foodcrime, was ich wirklich, also ich finde es wirklich nicht okay, dass es das gibt. Das vielleicht jetzt auch alle, die jetzt aus Holland kommen oder vielleicht gerne Urlaub in Holland machen, hassen mich jetzt vielleicht. Vielleicht auch mein Freund, wenn er diese Folge hören sollte. In Holland gibt es an der Küste ein Gericht, das besteht aus einem kalten Stück Hering und das drückt man in so rohe Zwiebeln und dann isst man das so in so einem Zug, legt den Kopf nach hinten und macht in einem Zug diesen kalten Hering rein und hat diese Zwiebel da dabei und das ist so richtig schmierig und ich find's einfach Nee Flo, nee, nee Ich find's auch ganz geil, ehrlich gesagt Flo, ich bin bei dir, schießt mega,
Es ist nicht okay, dass es das gibt, es ist so eklig, jedes Mal, wenn wir Urlaub in Holland machen und mein Freund das isst. Ich muss weggucken. Ich finde es so ekelhaft. Dann glänzt es auch noch so in... Aber isst man den dann ganz, den Fisch? Ja, den checkst du ganz. Also der ist entgrätet und so natürlich, aber den checkst du ganz rein und beißt dann an der Flosse ab.
Und es ist einfach nur... Für mich letztes Jahr, als die Amsterdam war, der erste Laden, den ich angesteuert habe, war so eine kleine Theke, wo man so geil Matjes kaufen konnte. Oh, ich liebe Matjes. Oh, Matjes ist sehr gut. Nee, finde ich auch nicht lecker. Versteht. Aber ich bin generell, ich mag Fisch nicht so gerne.
Nee, nicht so gerne, ich mag Fisch gar nicht. Aber dann auch noch Hering roh mit Zwiebeln und so schleimig und glänzend im Licht. Also man kann da eine Aversion dagegen auf jeden Fall hören. Okay, ja. Okay, und Babsi, was ist dein Foodcrime? Also ich habe ein Lebensmittel, das ich mega eklig finde, aber das ist irgendwie kein klassisches Foodcrime.
Doch, auch Lebensmittel, die man eklig findet, finden hier einen Platz, na klar. Ich hasse rohen Käse, der nicht geschmolzen ist oder so. Ich finde es so widerlich. Spannend. Also ein Käsebrot ist für dich keine Option. Wenn du es überbackst, kannst du mir 50 Stück davon machen, die werde ich alle essen.
Das ist ja spannend. Aber wenn du einfach so eine Scheibe Käse drauflegst, ist es so höh. Jeder Käse. Mozzarella ist okay. Parmesan finde ich auch okay. Frischkäse ist auch in Ordnung. Aber so eine Gouda-Scheibe? Nein, danke. Also ich würde lieber verhungern, als eine Scheibe Gouda zu essen. Es ist ganz schlimm, wirklich. Ich finde es richtig eklig. Und es ist schon so, seitdem ich auf dieser Welt bin, und es hat mich noch nie jemand vom Gegenteil überzeugen können.
Und es sagen immer alle, hä, war so ein schönes Käsebrot. Und ich denke mir so, öh. Aber Hauptsache dann auf der Pasta so ein Turm Parmesan draufhauen. Ich liebe Parmesan. Voll geil. So, ich liebe Purata, Mozzarella. Ich liebe Fondue-Käse, Fondue-Käse, als meine Lieblings-Esser. Aber es ist die Konsistenz und die Form, es ist irgendwas, was dich abstößt.
Es ist irgendwie so mehlig und es ist irgendwie so stinkig. Es ist für mich irgendwie so gammelig. Es ist so gammelig. Ich weiß auch nicht. Ich liebe diese Kategorie jetzt schon. Finde ich auch super. Finde ich auch ganz toll. Also, Wapsi, ich bin eine absolute Käseliebhaberin. Also eine Käseplatte ist für mich eine Offenbarung.
Ich würde eine Käseplatte allen Nachspeisen dieser Welt vorziehen. Deswegen hat mir das gerade ein bisschen wehgetan, dass du den Käse so verstößt. Aber es ist ja auch ein Safe Space. Sie kann jeder und jede sagen, was sie möchte. Deswegen, ja, danke für eure beiden Food Crumbs, mit denen Flo und ich uns gar nicht identifizieren können. Aber darum geht es ja auch nicht.
Ja, dann echt vielen Dank nochmal, dass ihr da wart. Es hat voll viel Spaß gemacht. Danke, dass wir hier sein durften. Ansonsten, wenn ihr den Podcast von den beiden noch nicht kennt, dann empfehle ich ihn euch wirklich von Herzen. Und wir hören uns sonst nächste Woche wieder. Flo, ich freue mich. Ja, ich bin auch da. Bis nächste Woche. Tschüss.
Mein Lebensziel ist es, Sex mit schönen Frauen zu haben. Das wussten wir. Ach so. Florian. So früh hast du mich, glaube ich, noch nie unterbrochen. Bei mir hat es kurz geklingelt. Klar. Das gehört ja zu einer klassischen Aufnahme. Aber das ist perfekt, weil ich muss immer auf Toilette. Sehr gut. Nachdem Rettungskräfte nur noch den Tod von Kosuke feststellen können, wird die Polizei eingeschaltet.
Oh. Was war das? Eine Lok aus dem 17. Jahrhundert fuhr vorbei. Aber wirklich. Ich bin in so eine amische Kultur hier gezogen. Ja, ist echt so floff. Vielen Dank.