Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

Die Millionen-Banane an der Wand

Dienstag, 21. April 2026 · 47 min

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Shownotes

Die Aufregung ist groß an diesem 5. Dezember 2019 in Miami. Auf der Art Basel stellt der Konzeptkünstler Maurizio Cattelan zum ersten mal seit 15 Jahren ein neues Kunstwerk aus: Eine Banane, die mit Ducttape an die Wand geklebt ist. Innerhalb der vier Messetage werden alle drei Editionen des Werks für weit über 100.000 € verkauft. Und während das für viele schon ein Skandal ist, ist es erst der Anfang von zahlreichen Auseinandersetzungen, Millionen von Dollar und einem Verfahren, das vor dem amerikanischen Supreme Court endet. Aber über allem steht die Frage: Ist das Kunst oder kann man das weg essen?
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Die Aufregung ist groß an diesem 5. Dezember 2019 in Miami. Auf der Art Basel stellt der Konzeptkünstler Maurizio Catellan zum ersten Mal seit 15 Jahren ein neues Kunstwerk aus. Und was für eins! Comedian spaltet die Besucherschaft. Für die einen ist es ein großartiger Kommentar auf die moderne Kunstwelt, für die anderen ist es exakt das, was falsch läuft am Kunstmarkt.

Maurizio Catellan hat mit Duct Tape eine Banane an die Wand geklebt. Innerhalb der vier Messetage werden alle drei Editionen des Werks für weit über 100.000 Euro verkauft. Und während das für viele schon ein Skandal ist, ist es erst der Anfang von zahlreichen Auseinandersetzungen, Millionen von Dollar und einem Verfahren, das vor dem amerikanischen Supreme Court endet.

Aber über allem steht die Frage, ist das Kunst oder kann man das wegessen? Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter? Mit Lilly Temmel und Florian Reza. Es ist ein Food Crime, wie er im Buche steht, denn er beinhaltet eine Banane und das ist ja wohl eine absolute Frechheit. Ja, das dachte ich mir, dass das jetzt das Hauptthema werden wird für die nächste Stunde. Ich höre und sehe nur noch Banane, Banane, Banane. Dass ich dich jetzt eine Stunde mit Bananen quälen werde.

Hast du von dem Fall schon mal gehört? Nee, noch nie. Klingt wie eine Geschichte einfach aus der Kunstwelt, in der ich mich selten aufhalte, die ich aber von außen betrachtet häufig für völlig absurd halte. Okay. Und in der es mich nicht wundert, dass man eine Banane mit Ductape befestigt für sehr viel Geld verkaufen kann.

Ich habe hier die Frage stehen, was ist dein Zugang zu Kunst? Ja, was ist mein Zugang zu Kunst? Das geht mir ja genauso. Ich betrachte das auch von außen. Ich habe überlegt, ob wir vielleicht irgendwie einen Gast aus der Kunstwelt dazuholen. Dann habe ich es auf eine Kürze der Zeit nicht mehr geschafft.

Und wir werden da später noch ein bisschen reingehen. Es ist natürlich absurd, wenn man sich das so vorstellt. Aber jeder hat ja einen anderen Zugang zu Kunst. Ja, also ich gehe gerne in Museen oder auf Ausstellungen. Aber ich maße mir jetzt nicht an, dass ich darüber urteilen und werten könnte, weil ich mich wenig auskenne mit Techniken, mit dem Schaffungsprozess.

Ich kann sagen, ob mir was gefällt oder nicht gefällt. Und ich finde es okay, dass Menschen mit Kunst viel Geld verdienen. Ich habe aber auch vor Jahren mal, ich glaube, es war so eine Arte-Doku, darüber gesehen, wie random die Kunstwelt ist und wie Preise entstehen Und wie häufig das von einer einzigen Person abhängt, die dann mal entschieden hat, das ist jetzt was wert und das andere nicht.

Ich weiß, wie viele Künstler innen und draußen leben, die tolle Sachen machen und niemals mit ihrer Kunst Geld verdienen werden und andere, weil sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, Millionen schaffen. Leute werden betrogen um Kunst, Künstlerinnen werden betrogen um ihre Arbeit. Es ist irgendwie so eine Blase, in der sehr viel Geld ist, aber auch sehr viel Leid. Ja.

Das ist so. Das sind meine ersten Gedanken dazu. Finde ich gut und ich glaube, auf vieles kommen wir nochmal zurück. Ich habe mir in Vorbereitung auf die Folge, nicht weil dieser Fall dort behandelt wurde, aber einfach, weil ich den Podcast sehr mag, Tatort Kunst noch einmal angehört vom Deutschlandfunk. Große Höherempfehlung.

Da geht es auch viel um solche Fragen. Wir machen heute was ganz Ungewöhnliches. Bevor es losgeht, würde ich sagen, schauen wir uns direkt mal ein Bild an und zwar von dem Kunstwerk selber. Was siehst du? Ist die, also ich sehe eine Banane, eine gelbe Banane mit einigen braunen Stellen und die ist mit einem silbernen Tape festgeklebt, mittig, sodass man den unteren und oberen Teil der Banane noch sieht.

Ist eine handelsübliche Banane, die diese typische Bananenform hat und ich frage mich, ist die auf eine Leinwand geklebt oder ist die jetzt einfach an die Wand geklebt? Einfach an die Wand. Und wie was hat man dann gekauft? Das werden wir heute natürlich klären. Das ist eine wichtige Frage. Wenn wir darauf zu sprechen kommen.

Ja. Du bist komplett entgeistert. Ja, ich finde ja eigentlich auch bescheuerte Sachen gut. Und ich möchte unterstützen, dass man auch, wenn man das Geld hat, von mir aus hunderte von tausenden Euros für sowas ausgibt. Aber trotzdem denke ich mir natürlich auf der anderen Seite so, Leute, was soll das?

Was soll der Quatsch? Richtig. Und diese Emotionen, die du hast, die werden heute auch noch eine Rolle spielen. Und es geht natürlich heute vor allem in erster Linie um einen Skandal. Und wir haben aber natürlich auch ein paar Elemente, ein paar Crime-Elemente, die im Laufe der ganzen Geschichte, die wirklich absurd ist.

Also es ist jetzt nicht nur eine Banane an die Wand kleben, damit es gut ist, sondern da steckt einiges drin in der Geschichte. Die Fotos, die wir heute zeigen, besprechen werden, die findet ihr bei Instagram. Es gibt einige und es gibt auch ein bisschen Videomaterial. Schaut da also gerne rein und ich würde sagen.

Wir fangen an und schauen uns die Geschichte von, in meinem Kopf immer, ich sage immer Comedian. Ich weiß nicht, warum ich das so... Das Kunstwerk heißt so? Das Kunstwerk heißt Comedian, aber wahrscheinlich, weil der Künstler italienisch ist, denke ich immer, das ist so Comedian. Musst du das so aussprechen?

Das ist nur ein kleiner Einblick. Das sind halt die Schwierigkeiten, denen wir uns hier stellen müssen im Podcast. 2019 ist Maurizio Catellan in der Kunstwelt schon seit vielen Jahren für seine Kunstwerke bekannt, die oft von Ironie, aber auch Respektlosigkeit strotzen. Zu seinen bekanntesten Werken zählt eine Toilette aus massivem Gold mit dem Titel America oder eine Minivax-Figur von Adolf Hitler, der zum Gebet kniet.

Him heißt dieses Werk und wurde 2016 für 17,2 Millionen Dollar versteigert. Sein teuerstes Werk. Immer wieder nutzt Catella ein Alltagsgegenstände für seine Werke und fügt sich damit in eine lange Reihe ein. Wir alle kennen wahrscheinlich Andy Warhols Tomatensuppe, aber auch der war nicht der erste seiner Art.

Vorreiter dieses dadaistischen Kunstkonzeptes ist der französische Künstler Marcel Duchamp, der schon 1917 für seine Installation Fountain, oder Fontan, ein Pissoir nutzte. 2019 soll Maurizio Cattelan also nach über 15 Jahren wieder eines seiner Kunstwerke präsentieren. Der Ort, die Art Basel Miami, ist dafür der richtige Ort.

Als internationaler Ableger der Art Basel, 2002 gegründet, gilt sie heute als die bedeutendste Messe für zeitgenössische Kunst. Wie hier einen Stand bekommt, gehört quasi zum Hochadel des Kunstmarkts. Und von unserem heutigen Künstler habe ich ein Bild mitgebracht. Maurizio. Maurizio Catellan, da ist er. Oh, hallo.

Erinnert mich an den Kameramann, mit dem wir schon häufig zusammengearbeitet haben. Markus? Nee. Nein. An wen denn? Ah, stimmt. Wie heißt der denn nochmal? Ja, ja, ja, ja. Ja, also ich sehe ein schwarz-weiß-Foto von einem grauhaarigen Mann mit einer präsenten Nase. Er trägt ein hochgeknöpftes weißes Hemd und schaut, weil er sein Kinn so leicht nach unten senkt, so ein bisschen skeptisch mit gerunzelter Stirn in die Kamera.

Und so nachher mal, was willst du denn? Genau. Könnte auch ein Filialleiter einer Volksbank im Rhein-Main-Gebiet sein. Also ich finde für so einen Künstler, der offensichtlich mit sehr provokanten und bescheuerten, in Anführungszeichen, Werken sehr viel Geld verdient, sieht der relativ unspektakulär aus. Okay.

Bankfilialleiter, aber… Findest du nicht? Nee. Aber vielleicht so ein Immobilienbüro in Düsseldorf. Auch das. Der vielleicht bei der Bank angefangen hat, sich aber dachte, ich will jetzt richtig Geld verdienen. Ich will mehr. Ja, ich will mehr. Maurizio Catellan arbeitet hier auf der Art Basel Miami mit der Pariser Galerie Perroton zusammen.

Sie wird Comedian an ihrem Stand präsentieren. Emmanuel Perroton, der Galerist, ist komplett aus dem Häuschen, als ihn CNN zu dem Kunstwerk befragt. Er sagt, dass Comedian ein Symbol für den globalen Handel ist, ein Wortspiel und zugleich klassisches Mittel des Humors. Mit dem Werk verwandelt Maurizio Cattelan wieder einmal einen alltäglichen Gegenstand in einen Träger sowohl der Freude als auch der Kritik.

Die Banane vergammelt ja auch irgendwann. Wenn wir alles noch besprechen. Aber klar, dass jetzt der Galerist das so darstellen muss, als wäre das was ganz Großes, ist ja auch klar. Ja, ja, du hast es ja am Anfang schon gesagt, es geht darum, dass die richtigen Leute die richtigen Sachen sagen. Und wenn Perroton, der übrigens Murakami, weiß ich, ob der dir was sagt, das ist ein japanischer Künstler, der mit so japanischer Popart sehr bekannt geworden ist. Und auch Bücher geschrieben hat.

Nee, nee, das sind zwei unterschiedliche, wie heißt der? Also Murakami ist auf jeden Fall ein Autor, der... Ist das nicht der, der gerade Harry Styles auch interviewt hat? Hier googelt der Chef noch selbst. Haruki Murakami. Ah ja. Ja. Also der Autor. Der Autor, genau. Also... Haruki Murakami ist der Autor und Takashi Murakami ist der Künstler und Takashi Murakami hat auch das Album Graduation von Kanye West designt.

Daher kennt man den vielleicht. Und um jetzt wieder den Bogen zurückzuholen, Pérotin, der Galerist, hat Takashi Murakami als erster in Europa präsentiert in den 90ern und das war auch so ein bisschen sein großer kommerzieller Durchbruch. So, und mit Cattelan arbeitet er auch zusammen. Laut des Galeristen arbeitet Maurizio Cattelan schon seit einem Jahr an der Idee.

Anfangs hatte Cattelan eine Skulptur in Form einer Banane im Sinn. Jedes Mal, wenn er auf Reisen war, nahm er eine Banane mit, hängte sie in seinem Hotelzimmer auf, um Inspiration zu finden. Doch nachdem er mehrere Modelle entwickelt hatte, aus Bronze und aus Kunstharz, merkte er, dass die Antwort direkt vor ihm hing. Die Banane an der Wand.

Es ist nicht das erste Mal, dass Maurizio Cattelan etwas an die Wand tapet. Schon 1997 klebte er mit Ducktape den Galeristen Massimo de Carlo an die Wand. Das Kunstwerk hieß A Perfect Day. Davon habe ich ein Bild dabei, weil das einfach so herrlich absurd ist. Das ist witzig, das sieht aus wie eine Joko und Klaas gegen ProSiebenwette.

Wenn jetzt darunter so ein Abgrund wäre. Ja, da hängt ein Mann im Anzug mit Ducktape befestigt an der weißen Wand. Ja, it is what it is. It is what it is. A perfect day. A perfect day. Ist auf jeden Fall ein bisschen mehr Duct Tape als bei der Banane, aber gleiches Prinzip. Man könnte jetzt meinen, die Banane ist der Hit in Miami, den alle sehen und kaufen wollen. Aber dem ist nicht so.

Comedian wird in Miami weder groß angekündigt, noch unter großem Trubel enthüllt. Dass die Banane weltberühmt wird, ist eher einem Zufall geschuldet. Helen Stoylas, eine Redakteurin der Zeitung The Art Newspaper, besucht am 4. Dezember, den Tag vor der Eröffnung, den Stand der Galerie Perroton. Sie entscheidet sich dazu, einen Beitrag über die Banane zu schreiben.

Die Geschichte landet auf der Titelseite der Zeitung. Und ab diesem Zeitpunkt geht es rund. Die Banane wird zu einem Social-Media-Phänomen und geht durch alle Medien. Auch die Boulevardzeitung New York Post macht die Banane am Tag danach zur Titelgeschichte. Aber mit der Aufmerksamkeit kommt auch die Empörung.

KritikerInnen verkünden das Ende der Kunst. Der Kunsthistoriker Bendor Grosvenor beklagt, dass es Menschen gibt, die Kunst nur dann schätzen können, wenn sie darauf ausgelegt ist, zu schockieren. Und Jerry Saltz, Kunstkritiker beim New York Magazine, sagt, die Banane ist Scherzkunst, die deine Oma schockiert.

Und alle, die das Werk für ernst nehmen, sind idiotische Künstler, Sammler und Händler. Vernichtendes Urteil. Ja, ich meine vor allem, wenn das dann so auf einmal durch alle Medien geht, dann stellt man sich ja meistens auch mit so einer Gegenhaltung auch gut dar. Oder wird zumindest gehört. Für die Galerie Perrotton ist der Trubel, der sich innerhalb von nur 48 Stunden aufgebaut hat, natürlich das Beste, was hätte passieren können.

Emmanuel Perrotton kommentiert das Medienecho daher wie folgt. In Mauritius' Werk geht es nicht nur um Objekte, sondern darum, wie sich Objekte in der Welt bewegen. Ob an der Wand eines Messestandes befestigt oder auf dem Titelblatt der New York Post. Mauritius zwingt uns dazu, zu hinterfragen, welchen Wert wir materiellen Gütern beimessen.

Das Spektakel, das so wunderbar inszeniert wurde, ist ebenso Teil des Werks wie die Banane selbst. Also was Performatives. Ja, und das sind tolle Worte. Was der Galerist an dieser Stelle aber nicht sagt, ist, das Spektakel sorgt auch dafür, dass mittlerweile schon zwei der drei verfügbaren Editionen für je 120.000 Dollar verkauft wurden.

Und die dritte und letzte Edition soll sogar für 150.000 Dollar über den Galerietisch gehen. Diese Summen sorgen für Empörung. Und dann passiert das, womit niemand gerechnet hat. Jemand isst das Kunstwerk auf. Witzig. Ein Mensch? Ein erwachsener Mensch? Du, das sind Fragen. Gegenfrage. Würdest du? Nein, würde ich nicht. Überrascht dich die Summe von 120.000?

Nee, ehrlich gesagt überrascht mich das nicht. Wenn das so ein bekannter, hochdotierter Künstler ist, der seit 15 Jahren nichts veröffentlicht hat und jetzt mit so einem Projekt um die Ecke kommt, was eigentlich an Dreistigkeit auf eine Art, Frechheit, Witz und so nicht zu überbieten ist, dann wundert mich das nicht, dass sich da Leute finden, die das kaufen.

Ja, vor allem, weil ja ein paar Jahre zuvor dieses Hitler-Ding für 17 Millionen versteigert wurde. Also da sind 120.000 ja fast ein Schnapper. War das nicht so ein Banksy-Kunstwerk, was sich... Kurz nachdem es auf einer Auktion verkauft wurde, selbst zerstört hat? Ja, aber bei Banksy rennt es ja bei mir eine Tür ein. Ich finde das ja ganz schlimm.

Aber genau, ich wollte nur damit sagen, es gibt noch mehr Künstlerinnen und Künstler, die performativ arbeiten. Ja, und viel Geld für Dinge bekommen, die entweder danach einfach nicht mehr existieren oder die vergammeln jetzt, wie diese Bananen wahrscheinlich vergammeln wird. Oder ja, bei denen man sich fragen kann, was soll das jetzt? Aber es ist dann Kunst.

Ja, aber bei Banksy, und da muss ich jetzt ganz kurz haten, Also diese Kunst, die immer so gesellschaftskritisch und bla bla bla ist und immer irgendwie allen den Spiegel vorhalten möchte. Auf der einen Seite und dann auf der anderen Seite irgendwie so große Weltturnäen machen und noch in jedem letzten Kaff noch irgendwelche Banksy-Wandtattoos auszustellen.

Banksy ist Kunst für Menschen mit Cappuccino-Aufkleber in der Küche. Um hier auch mal ein Statement rauszuhauen. Aber hey, solange Kunst berührt, soll jeder das gut finden. Kunstkritiker Reza hat gesprochen. Bist du anderer Meinung? Ich habe nicht so starke Gefühle, denkst du dir gegenüber? Ja, ich weiß gar nicht, was ist meine Haltung zu dieser Art von Kunst?

Ich denke mir ganz häufig so, mein Gott, wenn Leute wirklich der Meinung sind, dass sie für sowas Geld ausgeben wollen, dann sollen sie das machen. Ja, ja, eh. Bloß, das ist meine Meinung. Ich finde es irgendwie, ich habe diesen Hype und diese ganze Faszination. Ich habe es nie verstanden. Da schließe ich mir alles. Ich finde das jetzt auch nicht ansprechend, was der da macht.

Was der oder die oder wer auch immer dahinter steht. Der wurde doch jetzt enthüllt, angeblich. Genauso wie der Bitcoin. Wir kommen vom Thema ab. Zurück zur Banane. So, das Kunstwerk wird aufgegessen. Von wem ist die Frage? Ja, werde ich dir jetzt sagen. Wenn das jetzt wirklich eine erwachsene Person ist, finde ich das schon massiv. Würde mich irgendwie sehr wundern.

Ich hoffe, dass es entweder ein Tier war, ein Hund oder ein Kind. Nehmen wir mal an, dass es ein Mensch, der bewusst eine Entscheidung treffen kann, was für eine Motivation könnte die Personen haben? Hunger. Gut. Als David Datuna die Nachricht liest, dass Comedian direkt am ersten Ausstellungstag für zweimal 120.000 Dollar verkauft wurde, muss er nicht lange überlegen.

Das geht zu weit, denkt er sich. Der Georgier David Datuna ist selbst ein etablierter Künstler, der es mit Mixed-Media-Installationen in den USA zu großer Bekanntheit geschafft hat. Er ist ein großer Fan von Catalanen und seiner Arbeit. Sein erster Impuls zu Comedian war daher auch, das ist ja großartig.

Aber als er den Preis sieht, überlegt er nur etwa 20 Minuten und hat seine Antwort auf das Kunstwerk gefunden. Die Banane muss gegessen werden. Oder um es in Dathunas Worten mit georgischem Akzent zu sagen, den ich jetzt nicht versuche nachzumachen. Warhol put banana on a canvas, Catalan takes a real banana and puts it on the wall, David took banana from the wall and ate it.

Also kurz gesagt, Warhol hat die Banane auf die Leinwand gebracht, Catalan hat sie an die Wand gemacht und er isst sie. Am 7. Dezember 2019 macht er sich also auf den Weg zu Stand B25. Als er am Stand von Perroton ankommt, stellt er sich brav in die Reihe der Menschen, die ein Foto mit dem Kunstwerk haben wollen.

Als er an der Reihe ist, zögert er nicht lange und greift zu. Seine Performance nennt er Hungry Artist. Und natürlich gibt es davon ein Video. Er hat das als Performance verkauft. Er ist ja Künstler. Ja, ja, klar. Er ist Künstler. Art Performance. Art Performance. Hungry Artist. Wieso schreit sich denn da keiner ein? Guck mal, die war sogar festgeschraubt, die Banane. Die war nicht nur festgeklebt.

Die war festgeschraubt? Da war noch was in der Wand hinter ihm. Stimmt, das ist mir noch gar nicht aufgefallen. Also man sieht ein Video der BBC. Und schau noch mal ganz kurz, wie die Leute reagieren. Er hier, er hier. Ja, ja, klar. Also da kommt jetzt dieser Mann an und nachdem sich Leute mit der Banane haben fotografieren lassen, geht er da hin, nimmt die ab und sagt noch Hungry Artist.

Performance. Performance und nimmt die einfach und fängt die an zu schälen und ich habe mich gewundert, dass da nicht sofort zehn Leute auf ihn gestürzt sind und ihn versucht haben abzuhalten davon und ja, andere Menschen haben Fotos gemacht, sahen amused aus und geschockt und alles gleichzeitig und, aber irgendwie war das alles mit so einer Seelenruhe.

Total, das finde ich wirklich am faszinierendsten, dass er da nicht wirkt, als wäre er irgendwie... Nee, gar nicht. Sondern man merkt ihm so richtig an, wie geil er das gerade findet. Ja, aber als die Galerie dann mitbekommt, was da passiert, kommt die Direktorin der Galerie auf ihn zu mit den Worten Are you kidding?

Der Tuner ist Antwort. No. Eigentlich hätte man einfach eine nächste Banane dahin hängen können, die überkleben können und sagen können, das Kunstwerk lebt weiter. Ich möchte dir einen Job bei der Galerie Perotan bieten. Ja? Kommen wir gleich dazu. Oui. Aber erstmal sagt die Galeristin in einem Interview kurz danach, wir haben ihn nicht verhaften lassen, aber wir haben ihn gebeten, den Stand zu verlassen.

Wir haben alle seine Daten und wir könnten weitergehen, aber ich denke nicht, dass wir das tun. Als der Tuner abgeführt wird, ruft er aber trotzdem die Worte, wir sehen uns nach dem Knast, Leute. Kann man ja schon mal die Frage stellen, kann er für diese Aktion ins Gefängnis kommen? Oder meinte er mit Knast das Synonym für Hunger. Ich habe Knast.

Denk mal so. Denk nochmal den Schritt. Aber den Knast hat er ja gerade schon befriedigt, indem er die Banane gegessen hat. Also ist es ja eigentlich schon nach dem Knast. Nach dem Knast ist vor dem Knast. Gut, ich würde mal sagen, wir kommen wieder zu was Handfestem zurück. Und zwar zu den Gesetzen in Florida.

Die tatsächlich für vorsätzliche und böswillige Beschädigungen und Zerstörung fremden Eigentums im Wert von über 1000 Dollar eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren vorsehen. Auch eine Geldstrafe des doppelten Vermögensschadens steht im Raum. Da das Kunstwerk für 150.000 Dollar verkauft werden soll, würde so also eine Strafe von 300.000 US-Dollar im Raum stehen.

In einem Beitrag dazu sagt die Kunstgeschichtsprofessorin Joan Key allerdings, Katalans Werk ist ein konzeptuelles Werk in limitierter Auflage, das beim Kauf mit einem Echtheitszertifikat geliefert wird. Da an dem Zertifikat allerdings vermerkt sei, dass die im Werk verwendeten Bananen ausgetauscht werden könnten, habe die bestimmte Banane, die Datuna gegessen habe, keinen besonderen Status.

Sie ist lediglich die physische Verkörperung von Catalans Idee, die das Werk ausmacht. Die Kaufsumme bezieht sich auf das Konzept, das Kunstwerk selber wird allerdings nicht beschädigt. John Key geht daher davon aus, dass die Höhe der Entschädigung eher dem Marktpreis der Banane und des Klibebands entsprechen würde.

Die Galerie Perrotin verzichtet also auf eine juristische Auseinandersetzung und konzentriert sich lieber auf das Kerngeschäft. verkaufen. Innerhalb weniger Minuten wird das Kunstwerk daher mit einer neuen Banane wieder aufgestellt, als wäre nichts passiert. Und auch wenn das Essen der Banane für Datuna keine rechtlichen Konsequenzen hatte, war diese Episode nur die erste von weiteren rechtlichen Auseinandersetzungen.

Es gibt dann im Anschluss an diese Aktion natürlich auch einige, die diese Aktion so sehen, dass es halt die 15 Minuten Fame sind, die der Thuner dadurch erlangt hat. Und wieder andere sagen, dass er eigentlich dadurch genau das bestätigt wird, was das Werk kritisieren wollte, die Oberflächigkeit des Kunstmarktes.

Also ehrlich gesagt, bei der Beschäftigung mit dem Fall war das auch so ein bisschen, was mich am meisten, mir so ein bisschen genervte, dieses Hin und Her. es geht alles, es ist alles möglich für die einen bestätigt ist das für die anderen nicht, wie siehst du die Aktion von ihm jetzt? Es hat mich überrascht, dass es dann doch keine unmittelbaren, Konsequenzen gab, also ich hab ja noch so gescherzt und gesagt, ja dann hingen die halt eine neue Banane an die Wand, aber ich hätte nicht gedacht, dass das wirklich das ist, was sie danach einfach machen, und dass der Wert des Kunstwerks aus rechtlicher Sicht dann doch erstmal nur der Wert der Banane und der Wert dieses Klippebands, war und kann mir auch nicht vorstellen, aber du hast es jetzt auch angeteased,

dass es das dann gewesen ist. Also das ist ja, das ist schon auch mega frech, das zu tun, einfach da hinzugehen und diese Banane zu essen. Aber klar, unter dem Gesichtspunkt, das ist Kunst und das ist alles eine einzige Performance und das ist Kritik an der Kunst und kann man irgendwie alles begründen.

Ja, und ich kann vielleicht schon einen kleinen Teaser geben, es wird nicht das letzte Mal sein, dass diese Banane gegessen wird. Oh Gott. Hat sich denn der Maurizio dann auch irgendwann mal dazu geäußert? Ja. Ich könnte mir nämlich vorstellen, dass der das gar nicht so schlimm fand. Dass dieses Menschen machen sich das Kunstwerk zu eigen und das lebt irgendwie weiter und verändert sich und so, dass der das eigentlich unterstützenswert findet.

Ja, was er gesagt hat, dazu kommen wir später oder jetzt so im Laufe der nächsten Aktion, wollte ich hier noch nicht einbauen, weil das vielleicht schon ein bisschen was vorweg nimmt. Ja, also die Banale wird noch ein paar Mal gegessen, da sind wir aber noch nicht. Wir sind jetzt erstmal bei einem anderen Thema, was das Kunstwerk und vor allem dieser große Aufruhr auf der Art Basel-Miami aufmacht.

Denn wie so oft bei moderner Kunst, kann man sich ja auch bei Comedien denken, okay, das hätte ich jetzt aber auch gekonnt. Ja, dann mach. Also, heißt nicht, dass du dann genauso erfolgreich damit sein wirst, aber was ist das denn immer für eine Aussage? Ja, es gibt aber tatsächlich einen, der sagt, das habe ich gekonnt. Okay.

Denn als der Künstler Joe Morford Comedian sieht, denkt er sich, das hat der gute Mann doch von mir kopiert. Im Januar 2021, also gut ein Jahr nach der Art Basel-Miami, reicht er eine Klage ein. Joe Morford wirft Maurizio Catalan vor, eines seiner Kunstwerke kopiert zu haben. Genauer gesagt geht es um das Kunstwerk Banana and Orange. Das habe ich natürlich auch für dich dabei.

Ja, da bin ich jetzt aber mal ganz gespannt. Wenn er diese wirklich außergewöhnliche Idee jetzt auch noch geklaut hat, dann ja, hat er. Also links ist das Kunstwerk Banana and Orange und rechts ist Comedian. Ja, also links sieht man grüne Leinwände, auf denen einmal eine Orange und einmal eine Banane mit einem silbernen Tape.

Festgeklebt sind. Ja, es ist exakt das Gleiche, nur halt auf einem anderen Hintergrund. Okay, das heißt, du würdest sagen, das ist dein Beweis. Nein, weil ich natürlich nicht weiß, ob sich die Wege dieser beiden Männer irgendwann mal gekreuzt haben und ich jetzt auch das Kleben einer Banane an eine Wand jetzt nicht für die originellste Idee EU-West oder Amerika-Ost halte, dass ich direkt sage, das ist geklaut. Aber es ist schon das Gleiche.

Aber du kannst es nachvollziehen, dass er diese Klage einreicht. Ja, aber ich weiß jetzt nichts über diesen Mann. Vielleicht will der jetzt auch nur Aufmerksamkeit haben und mischt sich ein. Ja, dann werde ich dir wohl jetzt ein bisschen was zu ihm erzählen. Das will ich hoffen. Joe Morford fordert eine Schadensersatzsumme von 390.000 Dollar, die sich aus dem Verkaufswert der drei Editionen zusammensetzt.

Doch das Gericht in Florida weist die Klage ab. In seiner Begründung erklärt das Gericht, dass es keinen Beleg dafür gibt, dass Maurizio Catellan Zugang zu dem Werk von Morford hatte. Dieser entgegnet aber, doch, doch, so auf YouTube, Facebook und auf Blogposts zu sehen. Aber das reicht dem Gericht nicht. Es argumentiert, die bloße Verfügbarkeit im Internet reicht nicht aus, um eine vernünftige Gelegenheit zur Ansicht zu beweisen.

Es gab keinerlei Beweise dafür, dass Morfords Werk eine nennenswerte Popularität erlangt hatte oder dass eine geschäftliche oder persönliche Verbindung zwischen den beiden Künstlern bestand. Das heißt, die Argumentation ist ein bisschen, ja Junge, ist ja nett gemeint, aber dich kennt keiner. Das, ja, auch schwierig sein kann, wenn die sich, also man kann es nicht nachweisen.

Ich finde es schon, ich kann es verstehen, ich kann verstehen, dass das Gericht sagt, du ey, nimmst du uns nicht krumm, aber von dir hat noch nie jemand gehört. Gleichzeitig, natürlich stolperst du im Internet über Dinge von unbekannten Menschen. Und gerade wenn du erzählt hast, dass er lange mit einer Banane rum experimentiert hat und sich die in seinem Hotelzimmer gehangen hat, um darüber nachzudenken, wer weiß, was der alles gemacht hat, um zu recherchieren oder sich inspirieren zu lassen.

Auf der anderen Seite hat er 1997 auch schon mit Ductape seinen Galeristen an die Wand geklebt. Also er hat natürlich schon eine Historie mit dem Mittel Ductape gearbeitet zu haben. Ja, stimmt auch. Das Gericht sagt weiterhin, dass es keinen Schutz für die Grundidee gibt, Sachen mit einem Klebeband an einer vertikalen Fläche zu befestigen.

Da sind wir wieder an dem Punkt so, ja, das hätte ich auch gekonnt. Ja, kannst du auch. Ja. Ja, kannst du machen. Es gibt schlichtweg nur sehr wenige praktikable Möglichkeiten, eine Banane so aufzukleben, wie sie aufgeklebt wurde, ohne sie ganz zu verdecken. Daher ist dieser spezifische Ausdruck nicht schützbar.

Schützbar waren bei Morford lediglich ganz spezifische Kompositionsentscheidungen, wie die Platzierung der Früchte auf grünen rechteckigen Platten, die Umrandung mit Kreppband, sowie das Vorhandensein einer Orange über der Banane. Und all das gibt es bei Catalan nicht. Joe Morford geht in Berufung. Doch diese wird erst im August 2024 von einem Berufungsgericht abgelehnt, als auch im April 2025 vom Supreme Court.

Ohne Begründung. Das heißt, es war bis letztes Jahr immer noch ein Thema, diese ganze Geschichte. Maurizio Catellan hat sich übrigens nie selber zu dieser Angelegenheit geäußert. Nur über seine Anwälte gibt er zu Protokoll, dass er das Werk nie zuvor gesehen habe. Dass Joe Morford nicht so ganz loslassen kann und noch im Januar 2025 versucht, vor dem Supreme Court in Berufung zu gehen, liegt möglicherweise auch an einer weiteren Entwicklung.

Denn Comedian ist fünf Jahre nach Miami in neue Sphären aufgestiegen. Und immer noch in aller Munde. Das auch im wortwörtlichen Sinne. Denn bei einer Ausstellung im Jahr 2023 in Seoul wird die Banane wieder einmal gegessen. Sollte nicht das letzte Mal sein. Und wir haben jetzt schon ein paar Mal gehört, dass diese Banane gegessen und wieder ersetzt wurde.

Das war ja auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Galerie Perroton deine Idee. Richtig, ist korrekt. Und so wie ich das verstanden habe, das habe ich jetzt hier ein bisschen in dem Detail rausgelassen, da hatte man sich am Anfang jetzt nicht komplett damit auseinandergesetzt, was passiert, wenn diese Banane gegessen wird oder wenn sie dann irgendwann mal verschimmelt oder braun wird.

Sondern man hat einfach gesagt, ja, man klebt die dann wieder an die Wand. Tatsächlich gibt es aber ab einem bestimmten Zeitpunkt, ich weiß nicht, ab wann genau, eine 14-seitige Anleitung, in der beschrieben wird, wie die Banane an der Wand befestigt werden soll und wie das Kunstwerk zu installieren ist, besser gesagt.

Und diese Anleitung ist im Grunde auch das, was man kauft, plus das Echtheitszertifikat. Das heißt, wenn wir darüber sprechen, dass es drei Editionen gibt, dann ist das das, was man kaufen konnte und was weiterverkauft werden kann. Also darin steht dann, auf welcher Höhe, in welcher Position die Banane anzubringen ist, etc.

Und jetzt gibt es diese drei Editionen. Die Frage ist, wo sind diese drei Editionen? Eine ist im Guggenheim Museum gelandet in New York. Ein anonymer Spender hatte es dem Museum zukommen lassen. Die anderen beiden waren weiterhin in anonymer Hand. Doch das sollte sich im Herbst 2024 ändern. Denn das Auktionshaus Sotheby's kündigt an Comedian. am 20.

November 2024 zu versteigern. Und im Katalog zur Auktion wird wirklich ordentlich auf den Putz gehauen. Sie schreiben, Katelans Comedian stellt den Höhepunkt einer 100-jährigen intellektuellen und zugleich respektlosen Auseinandersetzung mit den Grenzen der zeitgenössischen Kunst dar. Kleiner ging es nicht. Nee, mh-mh.

Der Schätzwert für dieses unglaubliche Meisterwerk liegt bei einer bis 1,5 Millionen Dollar. Andere Marktbeobachter denken, dass sogar ein Preis von 3 bis 4 Millionen Dollar drin ist. Aber so richtig sicher ist sich da niemand. Denn dem Kunstmarkt geht es zu der Zeit nicht gut. Selbst gehypte Kunstwerke bleiben oft hinter den Erwartungen zurück.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Comedian auch unter eine Million Dollar fällt. Um den Hype allerdings etwas anzuheizen und möglicherweise auch den Preis, kündigt Sotheby's an, dass das Werk auch in Kryptowährung bezahlt werden kann. Ein Novum für das altehrwürdige Auktionshaus. Die Banane, die da hing vorne.

Ja. Was für eine Banane war denn das? Das war ja nicht die von der Art Basel-Miami. Nee, war eine andere Banane. Aber da kommen wir auch gleich noch dazu, was das für eine Banane war. Auch diese Banane hatten, ich hab's ja gesagt, diese ganze Geschichte rund um dieses Kunstwerk hat so viele Abbiegungen und so viele Dramen.

Da kommen wir auch gleich noch dazu. Am 20. November 2024, dem Tag der Versteigerung, gleicht die Stimmung in New York eher eine Hollywood-Party als einer trockenen Kunstversteigerung. Auktionator Oliver Barker beginnt die Versteigerung mit 800.000 Dollar. Schnell geht es auf 1,3 Millionen, dann 2,4 Millionen, 4,8 Millionen, 4,9 und dann irgendwann sagt Barker, das hätte ich nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde.

5 Millionen Dollar für eine Banane. Sieben Bieter sind noch dabei, einer lässt sich am Telefon vertreten. Über einen Mittelsmann kommt dann das Angebot. All of our global bidders at $5.200.000, here it goes, at the end of the global tour, it's slipping through the auction room at $5.200.000, and I'm going to sell it here.

Fair warning, at $5.200.000, Jed, the Catalan, is yours. Applaus Cool, mal so einen Einbiet in so eine Sotheby's Versteigerung zu bekommen. Und diese Bewegung, oder? Dieser Hammer und dann It's yours! Ja, das wurde dann letzten Endes für 5,2 Millionen Dollar verkauft. Richtig. Und der Raum applaudiert. Der Raum applaudiert.

5,2 Millionen Dollar, eine Rekordsumme, die niemand erwartet hatte. Maurizio Cattelan, der von der Summe nichts abbekommt, also es gehört ihm ja nicht mehr. Ach stimmt, das hat ja jemand anderes. Ja, stimmt. Genau. Sagt über die Versteigerung, und das ist Das ist jetzt das erste Statement, was ich für dich habe.

Ehrlich gesagt, ich fühle mich großartig. Die Auktion hat das, was in Basel als Statement begann, zu einem noch absurderen globalen Spektakel gemacht. Auf diese Weise wird das Werk selbstreflexiv. Je höher der Preis, desto stärker wird sein ursprüngliches Konzept untermauert. Also auch doubling down. Weiß man, wer das gekauft hat?

Das ist ja eine Person, der geldegal sein muss. Das macht man ja in so einem Fall dann wirklich nur noch, um die Person gewesen zu sein, die eine Banane für 5,2 Millionen Dollar gekauft hat. Der nächste Satz, den ich hier stehen habe, ist, aber wer war dieser mysteriöse Mann, der am Telefon 5,2 Millionen Dollar locker gemacht hatte?

Kennt man die Person? Nee, wahrscheinlich nicht. In Hongkong lacht sich Justin Sun ins Fäustchen. Der Kryptounternehmer ist zu diesem Zeitpunkt 34 Jahre alt und schon seit gut zehn Jahren Kryptomilliardär. Auf die Karriere und Kontroversen von Justin Sun wollen wir hier nicht weiter eingehen, denn dafür bräuchten wir einen extra Podcast.

Wichtig ist jetzt nur, er ist steinreich und besitzt jetzt im November 2024 das wahrscheinlich hotteste Art-Piece der Gegenwart. Und ich habe natürlich ein Bild von ihm dabei, dass du einmal einen Eindruck von ihm bekommst. Das ist Justin's Son. Ja, der sieht aus wie jemand, der seinen Willen durchsetzen kann.

Ich weiß nicht, wo er sich da gerade befindet. Er sitzt an irgendeinem Tisch mit integriertem Mikro. Ja, ich kann dir sagen, wo er sitzt, weil das beschreibt seine Person auch relativ gut. Er ist nämlich für das Land Grenada, was eine kleine Republik in der Karibik ist, bei der WTO, also bei der Welthandelsorganisation.

Er besitzt auch die Staatsbürgerschaft von Grenada, er besitzt auch die Staatsbürgerschaft von Malta. Du, was man halt so hat und macht, ne? Ich war mal in der Schulzeit bei so einem Planspiel, UN-Planspiel dabei. Mhm, mhm. Und der sieht aus wie jemand, der bei diesem UN-Plan-Spiel teilnimmt. Ja, es geht auch nicht darum, dass diese Personen wirklich originäre Ideen dann da haben, sondern es geht darum, an diesen Tischen zu sitzen, Macht zu haben, Diplomatenstatus in irgendeinem unbedeuteten Karibikland zu haben, dass man irgendwie über dem Gesetz schwebt. Mehr ist das nicht.

Ja, sympathischer Typ. Und was macht er jetzt neun Tage, nachdem er Comedian ersteigert hat? Insta-Live und eine Banane essen. So fast, ja. Er stellt die Banane in einem Hotel in Hongkong aus und isst sie. Natürlich. Denn das kann er jetzt machen, gehört ihm ja. Aber auch das war noch nicht das letzte Kapitel in der wilden Geschichte von Comedian.

Denn bis jetzt haben wir eine Sache noch nicht besprochen. Wo kommen eigentlich all die Bananen her, die dieses Kunstwerk bilden? Machst du jetzt den Ausflug zur Herkunft der Banane? Nein, weil diese Reihe hebe ich mir ja nochmal auf. die sechsteilige Reihe zur Geschichte der Banane. Nee, wir bleiben nur bei diesen Bananen, die dort ausgestellt wurden.

Denn sind das jetzt Special-Comedian-Bananen? Natürlich nicht. Und genau das wird nach der Rekordversteigerung nun ein Thema. Denn sowohl Maurizio Cattelan als auch Sotheby's hatten die Bananen einfach auf der Straße bei Obsthändlern gekauft. Eine Reporterin der New York Times macht sich also nach der Versteigerung auf die Suche nach dem Ursprung der 5,2 Millionen Banane.

Ihre Suche endet bei Shah Alam, einem von tausenden kleinen Händlern, die in New York versuchen, sich Tag für Tag mit dem Verkauf von Obst und Gemüse über Wasser zu halten. Vier Tage die Woche, zwölf Stunden am Tag steht er bei jedem Wetter in der vornehmen Upper East Side, unweit des Auktionshauses Sotheby's, und verkauft Obst.

Seine Bananen kosten 35 Cent das Stück. Als er am Morgen des 20. Novembers wieder eine Banane verkauft, ahnt er noch nicht, dass diese wenige Stunden später mehrere Millionen Dollar wert sein soll. Und wahrscheinlich hätte Shah das auch nicht mitbekommen, wenn ihn nicht wenige Tage später die Reporterin der New York Times aufgespürt hätte.

Als Shah von der Versteigerung erfährt, ist er geschockt und niedergeschlagen. Mit brechender Stimme sagt er, ich bin ein armer Mann, ich habe noch nie so viel Geld gehabt, Ich habe noch nie so viel Geld gesehen. Was sind das für Leute, die das gekauft haben? Wissen die denn nicht, was eine Banane ist?

Shah Alam wurde in Dhaka in Bangladesch geboren und kam 2007 in die USA, um näher bei seiner Tochter zu sein. Er wohnt mit fünf anderen Männern in einer Kellerwohnung in der Bronx. Wenn es gut läuft, verdient er zweieinhalbtausend Dollar im Monat. Als Justin Sun von der Geschichte erfährt, sagt er, dass seine Rolle in diesem Kunstwerk nicht zu unterschätzen ist.

Und auch Maurizio Cattelan sagt, die Reaktion des Bananenverkäufers hat mich tief bewegt und verdeutlicht, wie Kunst auf unerwartete und tiefgreifende Weise nachhallen kann. Kunst löst jedoch naturgemäß keine Probleme. Tätet sie das, wäre sie Politik. Ganz kurz dieses, dann wäre sie Politik. So kann man sich natürlich dann auch immer wieder Fein aus dem Schneider machen.

Haben die nicht zu irgendeinem Zeitpunkt auch sowas gesagt, wie, dass das ein Statement ist und dann ist es doch auch politisch? Ja, natürlich. Also, dass die beiden sich da jetzt zu Wort melden und was sagen, das kann man, glaube ich, unter Du Maurizio, das ist gerade ein Riesenthema, wir müssen irgendwas dazu sagen, abtun.

Also natürlich, du kannst dich auf der einen Seite dem Kunstmarkt und der Kunstwelt und damit auch der Welt den Spiegel vorhalten und dann sagen, ja, aber das ist nur Kunst, das kann ja nichts ändern. Ja doch, indem du das ausstellst und indem du Sachen kritisierst und den Spiegel vorhalten möchtest, hast du ja eine Motivation und etwas, was du verändern möchtest.

Ein paar Tage später schreibt Justin Sun of X, dass er plant, 100.000 Bananen von Shah Alams Stand zu kaufen, um seinen Dank auszudrücken. Die könne man sich dann einfach abholen, sagt er. In seinen Augen ist das eine Hommage an die wunderbare Verbindung zwischen Alltag und Kunst. Das Problem ist nur, Shah Alam besitzt den Stand nicht und 100.000 Bananen hat er auch nicht einfach so rumliegen. Und selbst wenn er diese absurde Menge wirklich verkaufen würde, würde er damit gerade mal 6000 Dollar Gewinn machen.

Die Anteilnahme ist groß. Es wird eine GoFundMe-Kampagne für Scha-Alarm aufgesetzt, bei der gut 20.000 Dollar zusammenkommen. Die Bananen wird Justin's Son am Ende nicht kaufen. Und während das vielleicht das Ende dieser Folge ist, ist es sicher nicht das Ende der Skandale, die Comedian umgeben. Sondern?

Boah, vielleicht kommt er noch. Ich meine, die Kunstwerke sind ja weiter da. Achso, ich dachte, du hättest es noch. weiter. Nein, das ist jetzt wirklich das Ende. Aber ich habe das mal so offen gelassen, weil es wahrscheinlich immer wieder ausgestellt werden wird, weil irgendwie habe ich das Gefühl, die Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Denke ich auch nicht.

Die Geschichte ist aber vor allen Dingen ein Paradebeispiel für die Welt der Kunst, zumindest so, wie ich sie mir vorstelle. Und dass da am Ende dann Leute drunter leiden, die, wie der Bananenverkäufer irgendwie einfach Pech gehabt haben sozusagen oder irgendwie den kürzeren gezogen haben und Leute wie dieser sketchy Typ aus Hongkong, weiß ich nicht, sich ins Fäustchen lachen und ihr Geld hätten auch verbrennen können auf eine Art.

Ja, ich würde jetzt auch nicht sagen, dass der Gemüsehändler oder Obsthändler darunter leidet, weil ihm ist ja jetzt kein Schaden. Deswegen widerfahren. Es zeigt bloß die Absurdität zwischen diesem Kunstwerk, dieser Idee und das, was du am Anfang angesprochen hast. Wenn du die Idee hast und die richtigen Leute kennst, dann hast du das goldene Ticket gezogen und wenn nicht, schläfst du mit fünf Personen in der Kellerwohnung in der Bronx.

Das hast du jetzt gut zusammengefasst, ja. Ich habe noch zum Abschluss... Eine Aussage von Maurizio Catellan zu seinem Werk, die habe ich dir jetzt so ein bisschen verheimlicht, was er eigentlich wirklich dazu dachte, was seine Motivation nochmal war, möchte ich dir auch mitgeben. Er sagt, für mich war Comedian kein Witz, sondern ein aufrichtiger Kommentar und eine Reflexion darüber, was uns wichtig ist.

Auf Kunstmessen herrschen Tempo und Geschäftssinn vor, daher sah ich das so, wenn ich schon auf einer Messe sein musste, konnte ich eine Banane verkaufen, so wie andere ihre Bilder verkaufen. Ich konnte innerhalb des Systems agieren, aber nach meinen eigenen Regeln. Ja, also am Ende dann doch nicht so deep, wie man vielleicht gedacht hat.

Die Banane wird auch 2025 noch einmal gegessen, als sie im Centre Pompidou Metz ausgestellt wird. Und möglicherweise ist die Banane in naher Zukunft auch in Berlin. Denn ich habe sie dir gekauft. Nein, Maurizio Catellan wurde der Preis der Nationalgalerie 2026 verliehen, womit eine Ausstellung in der neuen Nationalgalerie in Berlin verbunden ist, die im September 2026 eröffnet.

Und wie gesagt, die Banane wurde ja in Metz schon ausgestellt, in Seoul. Das Guggenheim-Museum hat eine Edition. Und ich kann mir schon vorstellen, wenn es eine große Maurizio-Catellan-Schau ist, dass die dort ausgestellt wird im September. Und dann wissen wir alle, was wir machen. Richtig. Ich nicht.

Obwohl, vielleicht würde ich für so einen Gag eine Banane vielleicht doch auch nochmal essen. Weil offensichtlich kann einem ja nichts passieren. Richtig. Und dann sage ich laut Food Crimes, was schmeckt dahinter? Ich bin im September auch in Deutschland. Also wenn die da ist. Oder vielleicht gehen wir einfach hin und schauen uns das an.

Ja, machen wir. Was da ausgestellt wird. Betriebsausflug. Es ist die erste oder es wird die erste Ausstellung von Maurizio Cattelane in Deutschland sein. Ja, also es wird auf jeden Fall ein Happening für uns kunstbegeisterten Menschen, aber ja, das war natürlich jetzt kein klassischer Crime, wie wir ihn vielleicht sonst auch haben.

Moralischer Crime. Es ist ein moralischer Crime, es ist natürlich, es gibt ja auch gewisse juristische Auseinandersetzungen zu dem Fall, die Frage ja, kann man das kopieren, kann man das einfach essen? Und wir wissen ja, dass ja auch Fälle mögt, die ein bisschen leichter, luftiger, locker sind und daher dachte ich mir, sprechen wir heute mal darüber.

Fantastisch. Vielen Dank. Ja, das war der Foodcrime für diese Woche. Mein Foodcrime der Woche ist eine Banane. Ja, ich dachte mir, wir können ja diese Woche vielleicht einen gemeinsamen Foodcrime besprechen und zwar, dass es in Berlin scheinbar noch keinen Spargel in Restaurants gibt. Das mussten wir wirklich am eigenen Leib erfahren, schmerzhaft erfahren.

Wobei, wenn die Folge rauskommt, der Spargel wahrscheinlich Einzug gehalten haben wird in Berliner Restaurants. Aber wir wollten uns einen netten Abend machen, Flo und ich, und sind in ein Restaurant gegangen, bei dem wir davon ausgegangen sind, dass es Spargel geben würde, weil das Internet auch Dinge dieser Art vermittelt hat.

So möchte ich das gerne mal sagen. Wir wurden tief enttäuscht. Ja, und dann hat Flo, der früher da war, geschrieben, es gibt hier noch keinen Spargel. Dann habe ich drei verschiedene Restaurants angerufen in der Nähe und gefragt, ob sie Spargel haben. Nein, erst in ein, zwei Wochen. Obwohl es überall Spargel gibt. Ja, eben. Auf Märkten steht, es ist Spargelzeit.

In den Restaurants gab es keinen Spargel und das war wirklich Krise. Das war wirklich Krise. Vor allem für mich, in den USA ist das ja kein Thema. Weißer Spargel, grüner Spargel gibt es überall, aber weißen Spargel gibt es nicht. Die Woche hast du noch, vielleicht schaffst du es gleich. Also ich habe mir irgendwann ja mal vorgenommen, dass ich mich an Spargel überfresse, damit ich ihn für den Rest des Jahres nicht so vermisse.

Ich habe fast zwei Wochen lang jeden Tag irgendwas mit Spargel gegessen. Ich habe, glaube ich, schon jedes Spargelgericht gemacht. Ich kann mich daran nicht überessen. Es ist einfach ein fantastisches Saisongemüse. Und wir sind leider nicht in den Genuss gekommen, dieses Gemüse zusammen zu verspeisen. Nein, aber...

Das sollte sich bald ändern, wahrscheinlich schon, wenn die Folge draußen ist. Ansonsten, wenn ihr Foodcrimes habt, dann schickt uns die gerne, weil wir ein neues Format haben. Was ihr vielleicht schon gehört habt am letzten Wochenende, die gemischte Platte, in der wir auch über eure Foodcrimes sprechen.

Gerne mit Sprachnachricht, wenn euch damit wohl ist, dass wir die Sprachnachricht im Podcast abspielen, selbstverständlich nur. Aber das macht das irgendwie alles nochmal ein bisschen erlebbarer und außerdem hören wir mal eure lieblichen Stimmen und schickt uns deshalb gerne bei Was schmeckt dahinter. Ja, richtig.

Bei Instagram gerne eine kleine Sprachie. Genau, dazu müsst ihr uns einfach ganz kurz schreiben, dass ihr das machen wollt. Und dann nehmen wir die Nachricht an und dann könnt ihr das schicken. Alle Fotos und Videos findet ihr auf Instagram unter Was schmeckt dahinter. Richtig. Dort wird alles präsentiert. Dort seht ihr auch unsere lieblichen Gesichter zweimal die Woche, wenn wir Reels teilen aus dieser Folge.

Ansonsten bleibt mir nur noch zu sagen, folgt uns gerne überall. Bewertet uns auch mal. Bewertet! Ich liebe die Voice-Crack. Bewertend. Das haben wir lange nicht mehr gesagt. Richtig, aber mach das gerne mal. Mach das gerne mal, das hilft uns, das freut uns. Wir sagen das nicht so oft, weil sich das uns abnutzt. Wie ein, ich liebe dich so häufig am Tag.

Ja, das war jetzt das zehnte Mal heute schon von dir. Reicht dann irgendwann. Also, das war's für diese Woche. Wir hören uns nächste Woche wieder mit einem Crime von Frau Temme. Richtig. Und damit gehen wir jetzt alle in den Feierabend. Tschüssi. In den Feierabend. Je nachdem, wann ihr die Folge hört.

Tschüss. Tschüss. Tschüss. War das nicht so ein Banski, Banski, Banski, Banski, Banski? Banga bang. Banski? Banski? Banski, yes. Oder um es in der Tunas-Warten mit georgischem Akzent zu sagen. Warhol put banana on the canvas. Catalan takes a real banana and puts it on the wall. David, I don't know, I don't know why the accent is coming from Jamaica, man.

Ich war schon so, als du angefangen hast. Warum muss man das jetzt mit Georgischem... Nee, mach weiter. Das ist für die Outtakes. Das ist für alle, die bis zum Ende durchritten. They got my Jamaican accent. Straight from Kingstermann. Oh man, gut.

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