Food Crimes - Was schmeckt dahinter?

Gestohlene KitKats und der Sekt aus dem Wasserhahn

Samstag, 18. April 2026 · 36 min

MP3

Shownotes

Eine neue Folge am Samstag? Ja, ihr seht richtig! Alle zwei Wochen bekommt ihr nun eine Extrafolge, in der wir Fälle besprechen, die es nicht geschafft haben, aktuelle Food-News, Updates zu vergangenen Fällen und... eure Food Crimes! Los geht es mit einem kurzen Blick auf die Ende März verschwundenen KitKats und den mysteriösen Sekt, der in Trier aus dem Wasserhahn sprudelte.

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Flo, was liegt denn heute auf der gemischten Platte? Die Frage, wie in Trier in den 80ern auf einmal Sekt aus der Wasserleitung kam, was es mit den 12 Tonnen gestohlenen Kit Kats auf sich hat und warum wir eigentlich Rosinen hassen. Das ist die gemischte Platte. Was schmeckt dahinter? Mit Lili Temme und Florian Reza.

Hallo! Hallo, ihr fragt euch wahrscheinlich gerade eine neue Folge am Samstag. Was ist denn hier los? Was ist denn da los? Was schmeckt denn da dahinter, möchte man fast fragen. Ich kann euch beruhigen, es läuft ja alles nach Plan. Wir haben uns nämlich gedacht... Stand jetzt. Ja, ja, stand jetzt. Wir haben uns nämlich gedacht, eine Folge pro Woche, die reicht nicht.

Weil wir haben so viele Fälle, so viele Themen, Fragen, die ihr uns schickt und die wir so im Alltag überall sehen. Da brauchen wir ein neues Format. Richtig. Da ist es. Die gemischte Platte und die Idee ist im Grunde, dass wir euch hier alle zwei Wochen einen Fall präsentieren, der es nicht geschafft hat.

Das kennt ihr ja schon aus den Sommer- und den Winterspezialfolgen. Aber auch Fragen beantworten, die ihr uns schickt, aktuelle News verarbeiten. Also im Grunde so alles, was so anfällt. Ab und zu haben wir auch Updates zu bereits besprochenen Fällen. Also falls es noch Urteilsverkündungen gibt oder es irgendwelche Updates und Neuigkeiten gibt, dann werden die auch hier Platz finden.

Und wie der Name so schön sagt, gemischte Platte. Hier ist eigentlich Platz für fast alles. Hier ist Platz für alles. Hauptsache, es schmeckt. Das heißt, wenn ihr Ideen habt, was hier hin soll, was wir hier bearbeiten sollen, dann schreibt uns das doch gerne. Generell, wir wollen ja auch ein bisschen mehr Interaktion mit euch schaffen, hoffentlich. Deswegen gibt es am Ende der Folge auch einen Foodcrime aus der Community.

Ein paar von euch haben Sprachnachrichten geschickt und eine wird heute auch kommen. Zu einem, ja, einem, glaube ich, sehr generellen Foodcrime. Du hast es ja im Teaser bereits verraten. Ja, das stimmt. Das war vielleicht gar nicht so clever, merke ich gerade. Aber da kommt noch ein bisschen mehr. Also, ja, ja. Und es ist auch ein bisschen Work in Progress, ne?

Richtig. Also für Feedback sind wir offen. Wenn ihr sagt, könntet ihr das vielleicht umstellen oder da hat uns das und das gefehlt, könnt ihr uns das gerne feedbacken und schreiben. Das ist ja hier ein Miteinander, ein großes. das? Richtig. Weil wir lesen eure Anmerkungen. Wir lesen auch, dass ihr euch wünscht, dass wir die Fotos zum Beispiel, die wir hier besprechen, die es bis jetzt immer nur bei Instagram gibt, auch woanders zur Verfügung stellen.

Und wir sind dran. Ja, wir sind sowas von dran. Aber das ist dann doch ein bisschen mehr Arbeit. Also sollen wir schon... Nee. Okay, wir verraten nichts. Gut, aber wir sind dran. Vielleicht noch ganz kurz zur Info, dass wir auch wie bei den regulären Foodcrimes-Folgen abwechselnd die deutsche Platte hier gestalten.

Also heute ist Flo dran, das habt ihr euch wahrscheinlich schon gedacht und in zwei Wochen bereite ich dann die Folge vor. Nur damit ihr wisst, was hier so der Plan ist. Richtig. Wir beginnen mit einer Nachricht, mit einem Fall, der mir auch, ich weiß nicht, wie es bei dir war, wirklich zu Hauf geschickt wurde.

Mir wurde er nicht geschickt. Wirklich nicht? Ich glaube nicht, aber ich habe die Nachricht gesehen, das geht ja um die KitKat und dann dachte ich mir, ja, der Flo wird da schon was zu sagen, weil die KitKat-Folge, über die wir schon mal gesprochen hatten, ja auch deine Geschichte war und ich habe mich einfach darauf verlassen, dass du dich schon darum kümmerst und here we are.

Ja, aber ich habe das Gefühl, das war nach der Beef Wellington Geschichte, die du ja dann bearbeitet hattest, so das ist das größte Thema bis jetzt. Also, worum geht es für die Leute, die das nicht mitbekommen haben? Ende März ist ein LKW verschwunden, der insgesamt 12 Tonnen KitKats geladen hatte. Genauer gesagt 413.793 Packungen.

Und das Besondere an diesen KitKats war, dass das eine Special Edition war. Das waren Formel 1 KitKats. Und die möchte ich dir auch direkt mal zeigen, Lilly, dass du eine Idee hast, worum es hier geht. Wo wurde dieser LKW gestohlen? Ja, da kommen wir gleich dazu. Oder die Ladung? Da kommen wir gleich dazu. So sahen die aus.

Ja, also ich sehe einen KitKat-Riegel und der Inhalt dieses Riegels besteht aus einem Rennauto-förmigen Schokoladenriegel, auf dem hinten groß KitKat steht und auf der Verpackung zu erkennen ist, dass die Formel 1 das Ganze gesponsert hat. Und jetzt kommen wir so ein bisschen dazu, warum wir das hier besprechen.

Weil erstens, es gibt noch nicht so viel Information zu diesem Fall. Das ist das größte Problem gerade für uns. Und um diesen Fall zu besprechen, dachte ich mir, können wir nochmal einen kleinen Blick zurückwerfen und zwar auf eine andere Folge, in der es auch um KitKats geht. Weil wir hatten ja hier schon mal eine Folge, ich habe es rausgesucht, das war Folge 21, wer zur Hölle klaut 55.000 KitKats, wo es so einen ähnlichen Fall in den USA gab.

Und die Geschichten, die beiden oder die beiden Fälle sind sich schon recht ähnlich. Weil jetzt, weil du gefragt hast, wo der verloren gegangen ist, das ist so ein bisschen unklar. Also der LKW war auf dem Weg von Italien nach Polen und sollte dort auf dem Weg diese KitKats abliefern. Also es war jetzt nicht eine Ladung, die von A nach B gehen sollte, sondern das war so ein bisschen ein Verteiltrip.

Und sowohl der LKW als auch die KitKats sind weg. So, das ist das, was man weiß. Und du bist entsetzt. Das sind ja viel, viel mehr als in der USA-Folge. Also du hast gesagt, in der USA-Folge sind so 55.000 verschwunden. Jetzt sind es wie viel? Über 400.000? Ja, 413.793. Die Zahl sollte es da eigentlich auf Abruf haben. Das ist wichtig.

Das ist wichtig, ja, tut mir leid. Das ist schon wieder so unvorstellbar, weil ich mir denke, heutzutage gibt es doch auch überall Kameras auf Autobahnen und so. Und wenn die Ladung so wertvoll ist, gab es kein GPS-Tracking. Wenn ja, wurde das entfernt. Wer zur Hölle klaut so viele KitKats? Und wo verkauft man die vor allen Dingen?

Ja genau, weil das war ja der Punkt, den wir damals auch so ein bisschen in der Folge gestellt haben. Und damals haben wir darüber gesprochen, dass viele von diesen Special Editionen natürlich auch bei Ebay verkauft werden. Da ging es vor allem um diese japanischen KitKats, die ja irgendwie einen großen Sammlerwert haben, für die viele Leute viel Geld bezahlen.

Das heißt, man kriegt das vielleicht schon irgendwo im Internet unter, aber ich meine in der Menge. Das ist ja wirklich völlig absurd. Und KitKat, beziehungsweise Nestlé, das Unternehmen hinter KitKat, hat ziemlich schnell reagiert. Also die haben eine Website aufgesetzt, auf der man die, also wenn man so ein KitKat in die Hand bekommt, die Seriennummer eingeben kann und tracken kann.

Und allgemein, muss ich sagen, war ich sehr überrascht, wie das Unternehmen funktioniert. Kommuniziert hat zu diesem ganzen Fall. Weil man kennt das ja, dass dann eigentlich solche Situationen ganz schnell irgendwie entgleiten und auch nicht nur zu einem finanziellen, sondern auch noch zu einem PR-Desaster werden.

Aber man muss sagen, die haben da relativ schnell reagiert mit relativ lustigen Stellungnahmen und Sharepics und auch alle anderen Unternehmen so aus diesem Kosmos haben da drauf reagiert. Und das ist im Internet völlig an mir vorbeigegangen, aber jetzt so du sagst, kann ich mir gut vorstellen, dass die Social-Media-Redakteurinnen und Redakteure da draußen daraus coole Kacheln oder irgendwelche Memes gemacht haben.

Und wenn ich jetzt darüber nachdenke, könnte man ja auch denken, vermuten, die Frage in den Raum stellen, ob das nicht vielleicht alles ein großer Marketing-Coo war. Du vermutest da also eine Verschwörung. Ja, warum denn nicht? Ja, vor allem war es ja auch noch um den 1. April herum. Was ja für viele dafür gesorgt hat, dass es irgendwie so, viele dachten, das wäre ein April-Scherz, aber ist es scheinbar nicht.

Die Stellungnahme von KitKat, die möchte ich noch kurz vorlesen, weil die zeigt so ein bisschen, dass man vielleicht aus anderen Kommunikationsdesastern gelernt hat. Und zwar schreibt KitKat bzw. Nestlé, wir haben die Menschen schon immer dazu ermutigt, sich mit KitKat eine Auszeit zu gönnen. Aber es scheint, als hätten Diebe diese Botschaft zu wörtlich genommen und sich mit mehr als zwölf Tonnen unserer Schokolade eine Auszeit gegönnt.

Wir schätzen zwar den außergewöhnlichen Geschmack der Kriminellen, doch bleibt die Tatsache bestehen, dass Ladungsdiebstahl ein immer größeres Problem für Unternehmen jeder Größe darstellt. Das finde ich ein bisschen sehr... Der erste Teil. Und dann ist es so hinten raus, ist es wieder so, ja, aber jetzt mal Spaß beiseite.

Es ist schon wirklich, das trifft uns schon alle sehr hart. Das haben wir damals auch besprochen, dass es ein immer größeres Problem wird. Und Steffke hat ja auch darüber gesprochen, wie das ist, wenn man so nachts alleine auf diesen Rastplätzen steht. Ja, wenn da ich da jemanden überfallen möchte, ich meine, da hast du jetzt keine große Möglichkeit, dich zu wehren oder irgendwie was zu tun, sondern bist du ausgeliefert. Wie hoch ist denn der Wert der gestohlenen Ware?

Ich meine, wenn das eine knappe halbe Million Packung ist und so eine Sonderedition vielleicht einen Euro, maximal zwei kostet. Also vielleicht irgendwas zwischen einer halben Million und Million Verkaufswert für ein Unternehmen wie Nestlé eher Wechselgeld. Vielleicht geht man deswegen auch so geckig damit um.

Aber ja, das ist im Grunde alles, was... Was man mit Redaktionsschluss weiß. Mit Redaktionsschluss, schön. Das können wir jetzt hier mal einbauen, ja. Weil natürlich ist das eben auch eine Stelle, um darüber zu sprechen, was gerade so aktuell los ist. Aber wir behalten das mal im Auge, vielleicht kommt dieser Fall irgendwann zurück.

Das heißt, an alle Hörerinnen und Hörer, wenn euch so ein Edition in die Hand fällt, in die Hände fällt. In die Hände fährt. Wenn euch so eine Edition in die Hände fährt, dann kann man sich dann sicher sein, ist das eine geklaute? Edition ist? So klingt es zur Zeit. Also dann könnt ihr... Haltet mal die Augen offen. Es gibt auch so einen Tracker.

Weiß ich, ob ich den in die Show-Note packen kann. Kann ich ja mal machen. Wenn ihr da Lust drauf habt. Ist eine relativ hässliche Seite. Also da sieht man, dass das schnell aus dem Boden gestopft wurde. Ja, da könnt ihr tracken, ob das eine ist, die vom Laster gefallen ist. Wie man so schön sagt. So sagt man. Ja.

Und weil Nestlé ja so ein bisschen großväterlich da angesprochen hat, dass das ein immer größeres Problem wird. Und gab es vor ein paar Wochen auch noch einen anderen Diebstahl. Und zwar wurden in McPom 15 Tonnen Gummibärchen geklaut. Das gibt es nicht. Also es kommt schon wirklich immer häufiger vor.

Ja, scheinbar lässt sich die Ware dann irgendwie gut zu Geld machen, weil ansonsten würde das ja nicht weiter passieren. Richtig, ja, ja. Aber bis jetzt weiß man dazu noch nichts genaueres. Das müssen ja Leute sein, die Kontakte in die Branche haben. Weil ich mir gerade vorstelle, wie man so eine Menge los wird.

Also du stellst ja nicht 15 Tonnen Gummibärchen bei Ebay rein, würde ich jetzt mal denken, sondern du wärst dann vielleicht eher eine Person, die jemanden kennt oder du bist sie sogar selber, die dann sagen kann, hier Metro-Niederlassung in Köln-Ossendorf. Ich weiß gar nicht, ob es so eine gibt. Ich habe hier ganz viele Haribos, wollte die für einen Session-Preis haben. Machst du dich damit nicht auch so ein bisschen angreifbar, auf dich aufmerksam?

Also du musst schon ein sehr großes Netz aufbauen, dass du dann irgendwo wieder verschwindest. Und dass niemand Fragen stellt und sich wundert darüber, dass du diese Menge an Haribo hast oder Gummibärchen. Das war ja jetzt gar nicht die Sprache von Haribo. Ja, Es muss ja jemand sein, der da Connections hat. Oder die da Connections hat.

Kommen wir zur nächsten News. Und zwar, der Chili-Finger kommt ins Kino. Deine Folge. Mir hat Lasse geschrieben und mein Bruder. Das waren die Nachrichten, die ich gesehen habe. Der Chili-Finger kommt ins Kino. Für alle, die schon ein bisschen länger dabei sind. Es ist Folge 12. Der abgehackte Finger im Fastfood-Chili. Eine unserer Lieblingsgeschichten, oder? Ja, eine unserer Lieblingsgeschichten.

Das heißt, für alle, die erst kürzlich dazu gekommen sind, spult doch gerne mal zurück. Das ist eine tolle Folge. Und zwar geht es darum, dass eine Frau einen Finger in einem Fastfood-Chili findet. Mehr sagen wir jetzt noch nicht dazu. Ich war überrascht, wie groß der Film besetzt ist. Also das ist jetzt kein Indie-Film. Also da spielen Bryan Cranston mit, den man vielleicht von Breaking Bad kennt.

Ist das der Tüftler? Ja, der mit der Glatze. Dann Jean Astoyne. Ich habe mir den Namen ehrlich gesagt nicht durchgelesen. Das ist Sam von Herr der Ringe. Ah, Sam. Sam. Boah, da oute ich mich jetzt als großer Herr der Ringe-Fan. Ja, Sam. John Goodman hat bei Big Lebowski Monument mitgespielt. Und wer spielt?

Judy Greer. Ich hab geschaut, was die so gespielt hat. Tausend Filme, Serien, die ich aber alle nicht gesehen hab. Also das ist so eine, wenn man das Gesicht sieht, denkt man sich, ja, die hab ich schon mal gesehen, aber es war für mich jetzt nichts dabei, wo ich gesagt habe, ah, ja, ja, das kenn ich.

Ja. Sag dir was? Gesicht hab ich schon mal gesehen. Aber mir geht's dann wie dir. Ich könnte dir nicht sagen, wo sie mitgespielt hat. Aber ja, keine Unbekannte. Toll, ja, da freue ich mich drauf. Aber wann der Film genau ins Kino kommt, ist noch ein bisschen unklar. Der hat am 14. März auf dem South by Southwest Festival in Austin Premiere gefeiert.

Ich konnte keinen Kinotermin für Deutschland finden. Na, dann machen wir eine kleine Watchparty mit Kino XTO. Richtig, der wird schon irgendwann bei Kino XTO. Das war natürlich nur ein Scherz, ne? Sowas würden wir nicht machen wie bezahlen für Kunst und Kultur. Richtig, gute Überleitung, weil ich letztens auch wieder für Kunst und Kultur bezahlt habe Und zwar, weil ich mir das Buch unserer damaligen Gästin gekauft habe, Miriam Davut-Wandi.

Liebe Grüße. Ja, die war nämlich zu Gast in dieser Folge und die hat ein tolles Buch geschrieben. Ich dachte mir, darüber können wir ja auch mal reden. Und zwar heißt das Buch, das können wir uns nicht leisten. Und wahrscheinlich hat sie damals schon daran gearbeitet, weil ich kann mich erinnern, dass sie erzählt hat, dass sie ja auch in Rumänien in ihrer alten Wohnung war und da war das glaube ich noch nicht so bekannt, dass das ein Buch wird.

Aber dieses Buch ist wirklich, ich habe das in zwei Tagen durchgeschlungen, verschlungen sagt man. Und das ist für alle, die denken, dass es in Deutschland keine Armut gibt, die sollten das Buch lesen, weil sie wirklich in unterschiedlichen Kapiteln beschreibt, wie Armut aussehen kann. Und dass die nicht laut und klischeehaft sein muss oder immer dieselbe Form annimmt, sondern ziemlich vielfältig ist und sich in alle Bereiche des Lebens eigentlich drückt.

Wenn es um Liebe geht, wenn es um Schule geht, also nicht nur um natürlich Essen und Wohnen, was auch essentielle Bestandteile von Armut sind, aber wie es eigentlich in alle Lebensbereiche gibt. Auch die Teilnahme an sozialem Leben, also ins Kino gehen mal, zu irgendwelchen anderen Veranstaltungen gehen und so.

Ich möchte das Buch auch gerne lesen. Hast du das auf dem Kindle wahrscheinlich? Du bist ja jetzt unter die Kindle-Leser gegangen. Ich habe jetzt ein E-Book-Reader. Aber da kann man das auch miteinander teilen. Ich glaube, das geht. Das muss ich mir jetzt mal irgendwie anschauen. Ich muss mir das mal anschauen. Das geht irgendwie.

Das ist auch das, was mich am meisten nervt. Dass man das nicht einfach so dann weitergeben kann. Aber ja, es ist wirklich eine ganz tolle, klare Sprache, die nichts glättet oder überzeichnet, umschifft. Ganz, ganz toll. Der Herr Buch- und Kulturkritiker hier toll. So, siehst du, man sieht mich ja auch nochmal von einer ganz anderen Seite.

Alles klar, Titelthesen Temperamente, wann geht's los? Oh, schwieriges Thema. Stimmt. Gut, das war die zweite News und damit kommen wir zum Fall, der es nicht geschafft hat. Wir sind schon bei Minute hier 17, 18. Ich weiß gar nicht, wie lange soll die Folge werden eigentlich? Stündchen zwei? Mal so, mal so.

Nee, eigentlich, also in meiner Vorstellung, die kommt ja samstags raus, ist das so eine Folge, die man beim Vorbereiten des Samstagsfrühstücks anmacht. Ja! Und dann mit guter Laune und direkt mit Informationen sich an den Tisch setzen kann und der Person, mit der man da sitzt, direkt sagen kann, hey hier, weißt du, was ich gerade gelernt habe? Sehr gut, das ist der Vibe.

Und wenn man wie im Hause Temmel Frühstück vorbereitet, dann sollte die Folge zwei bis drei Stunden lang sein. Richtig, das ist absolut korrekt. Gut, also, der Fall, der es nicht geschafft hat, kommt in dieser Woche von einer Hörerin, nehme ich mal an, also mir hat der Account mit dem Namen Zotteldruller geschrieben.

Zotteldruller? Ich weiß nicht, wie du heißt. Zotteldruller ist eher weiblich. Deswegen würde ich sagen, es ist eine Hörerin. Und zwar geht es um einen Fall aus Trier, den ich ja auch schon leicht angeteast habe und den möchte ich euch heute erzählen. Wir schreiben das Jahr 1981, der 24. Juli, um 9 Uhr morgens.

Es ist ein Freitagmorgen. Der Kieferchirurg Horst Tüffers möchte vor dem Öffnen seiner Praxis noch einen Schluck Wasser nehmen. Seine Sprechstundenhilfe hatte ihn aber schon irgendwie kryptischerweise darauf hingewiesen, dass die Qualität des Wassers heute sehr gut ist. Und irgendwie schmeckt das Wasser auch ein bisschen komisch, was der Herr Tüffers da im Glas hat. So ein bisschen wie Wein.

Und wir haben eine Freundin und Kollegin, Sophie, die aus Trier kommt und wir wissen ja, wie sehr der Wein diese Region in und um Trier prägt. Deswegen hat es bei ihm vielleicht so einen Moment gedauert, bis er dann gecheckt hat, dass es nicht nur Wasser ist, sondern ein bisschen was anderes. Dann nimmt man Wein ja über die Muttermilch auf in Trier.

Aber nicht nur in der Praxis von Herrn Tüffers, sondern auch in der Espresso Bar Journal wundern sich die Gäste über den säuerlichen Mokka. Im Hotel Haag, einem Haus mit kultivierter Atmosphäre, wie der Spiegel schreibt, steht den Gästen sogar der Schaum vorm Mund beim Zähneputzen. Denn ja, was da aus der Wasserleitung kommt, ist reiner Sekt.

Und zwar der gute, die Herrenklasse trocken von der Trierer Sektkellerei, Bernhard Massar. Die kostet im Laden 7,98 Mark. Umgerechnet und inflationsbereinigt, also gute 11 Euro. Nutz kein ganz billiger Tropfen. Und während der Chirurg Tüffers nur einen kleinen Schluck nimmt und sich daran erfreut, sieht es an anderen Orten in der Stadt ein bisschen anders aus.

Denn der Sekt sorgt nicht nur für Freude, sondern auch für einige Probleme. Denn ich meine, was passiert, wenn man zum Beispiel Sekt in die Waschmaschine füllt oder in die Spülmaschine? Das fängt ordentlich an zu schäumen. Eine Frau alarmiert ihren Hausmeister mit den überlieferten Worten. Willi, Willi, was ist bloß mit unserem Wasser los?

Und auch beim Duschen verspürt der ein oder die andere ein leichtes Prickeln in der Bauchnabel. Da musste ich wieder an diese Schöfferhofer-Werbung aus den 90ern denken. Ich habe mir die auch noch mal angeschaut. Arald. Es brickelt so schön in meine Bauchnamen. Diese Werbung ist unfassbar. Das kann, also, schrecklich.

Ich finde, zu problematischer Werbung könnten wir mal eine eigene Folge Food Crimes machen. Ja, das stimmt. Von Lebensmittelfirmen. Da gibt es wirklich gottlose Werbungen von früher. Ja, weil da geht es ja um nichts anderes, außer die Frau einfach einmal nackt zu zeigen. Punkt. Das hast du gut festgestellt.

Kulturkritiker, ich sag's ja. Gut, aber als der erste Schock dann überwunden war, fängt natürlich das Horten an, weil die Leute fangen an, den Sekt in Gläser und Flaschen abzufüllen, weil wenn der schon so kostenlos aus der Leitung kommt, dann möchte man ja davon auch was haben. Und auch die Schlagzeilen der Zeitungen am nächsten Tag, die schreiben sich von allein.

Insgesamt sprudeln 800 Liter Sekt aus dem Wasser hin, was erstmal viel klingt, aber ich hab's einmal umgerechnet, nur gut vier bis fünf Badewannen sind. Also es ist jetzt nicht unfassbar viel. In einem guten Haushalt kriegt man das sozusagen in die Badewanne, die man vor Ort hat. Aber wie kam es jetzt eigentlich dazu? Ich würde sagen, dafür gehen wir einfach nochmal zurück zu Herrn Tüffers in die Praxis.

Weil natürlich ist jedes Haus an ein öffentliches Wassernetz angeschlossen. Also nicht nur die Praxis, jede Wohnung etc. Aber auch die Sektkellerei Bernard Massat, die damals in der Innenstadt von Trier liegt. Genauer gesagt in der Jakobstraße 8, falls das lokale Personen interessiert. Und um die Sekt-Tanks zu reinigen, führt eine Wasserleitung direkt in die großen Stahltanks.

Die habe ich dir auch einmal mitgebracht, dass du mal eine Idee davon bekommst. Wo sind sie? Ich sehe sie gar nicht. Das ist auch eins der wenigen Bilder, die ich zu diesem Fall habe. Also das ist die Kellerei, ja? Und das sind die Stahltanks, wo sich der Sekt drin befindet. Ja, sind so eierförmige Behältnisse, die relativ groß sind, vom Boden bis zur Decke reichen, hintereinander aufgereiht sind und die … Relativ unspektakulär, ne?

Auf den ersten Blick sieht es gar nicht so nach Stahl aus, sondern irgendwie nach Plastik, finde ich. Aber ja, so sehen die aus. Ja, für alle, die schon mal in einer Weinkälterei, wie nennt man das, in einer Winzerei? Ist das nicht Kellerei? Kellerei, ja. Was habe ich gesagt? Kälterei. Oh. Kälterei. Kälterei. Die haben das vielleicht schon mal gesehen. Also es ist relativ unspektakulär.

Und an den Tanks war jetzt ein Rückschlagventil kaputt. Das sollte eigentlich dafür sorgen, dass das Wasser nicht zurückfließt. also dass man das aktiv entscheiden kann, wann das Wasser rein und raus geht. Aber das war defekt bzw. klemmte, da gibt es unterschiedliche Quellen. Und da der Wasserdruck in der anliegenden Wasserleitung niedriger war als der Druck im Sekt-Tank, konnte der Sekt das Wasser verdrängen.

Und so kam der Sekt aus dem Tank in die Leitung und von dort in die jeweiligen Häuser. Wie und wann der Sekt dann gestoppt wurde, das weiß man allerdings nicht mehr, da sowohl der damalige Geschäftsführer als auch der Kellermeister mittlerweile verstorben sind. Und das bis auf einen längeren Artikel im Spiegel direkt danach.

Also das ist im Grunde auch die Hauptquelle und damit kommen wir jetzt dazu, warum es der Fall nicht geschafft hat. Es gibt nur diese eine Quelle. Es gibt nichts anderes zu diesem Vorfall. Weiß man nicht, wie das Ganze aufgelöst wurde, wie das Ganze beendet wurde. Und ob das eine Straftat war? Ja, dazu steht sogar was in dem Artikel zu der Frage, was sind eigentlich die Folgen.

Weil für die Stadtwerke Trier bedeutete der Unfall natürlich ziemlich viel Arbeit. Man musste das Rohrnetz jetzt einmal kräftig durchspülen, da der Sekt auch zu einem Nährboden für Bakterien hätte werden können. Und typisch Trier stellt sich dann der stellvertretende Wasserwerkbetriebsleiter Fritz Schumacher hin und sagt, dass ein maßvoller Sektgenuss nicht gesundheitsschädlich sei und die Rohre ja jetzt erstmal gut durchgespült sind.

Damit ist das Thema dann auch erledigt, zumindest für die Wasserwerke. Aber in dem Spiegelartikel wird dann darüber hinaus noch davon berichtet, dass der Zoll in Trier prüfen möchte, ob die Sektkellerei Sektsteuer zahlen muss für den verlorengegangenen Sekt, da die Steuerpflicht dann beginnt, wenn der Sekt aus dem Herstellungsbetrieb entfernt wurde. Ah, okay.

Aber, muss ich euch leider enttäuschen, auch dazu gibt es keine Informationen, wie das Ganze weiterging. Das fand ich aber einen ganz witzigen Hintergrund, dass natürlich der Sekt ist raus, die Leute haben ihn getrunken. Na gut, dann könnt ihr auch Steuern zahlen. Dass ihr damit jetzt nichts eingenommen habt, ist ja nicht unser Problem.

Vielleicht gibt es ja jemanden, der da mehr weiß, aus Trier. Ja. Treue Hörer vielleicht, die uns da nochmal ein paar Informationen zukommen lassen können. Und jetzt könnte man natürlich denken, ja witzig, das kommt ja wirklich kein zweites Mal vor. Doch. Ja. Und zwar ist es noch zweimal mindestens passiert.

Zum letzten Mal 1997, da flossen sogar 2500 Liter Sekt in die Leitungen. Seitdem kam es nicht mehr vor, in Trier, in Italien, in der Kleinstadt Castelvetro di Modena, gab es einen ähnlichen Fall 2019. Und zwar floss da Lambrusco aus der Leitung. Also es ist jetzt nichts Ungewöhnliches. Und es gibt auch Schlimmeres. Ja, eh. Ja, ja.

Und zu der Frage, gab es da rechtliche Konsequenzen? Nein, aber es hätte welche geben können, weil es gibt, und das wusste ich auch nicht, im Bundesstrafgesetzbuch gibt es ein Paragrafen zur Wasserverschmutzung. Also wenn man sozusagen öffentliches Wasser verschmutzt, dann gab es damals eine Höchststrafe von fünf Jahren und heute sogar zehn Jahre.

Aber da es keine nachhaltigen Veränderungen gab in Trier, gab es auch keine Anzeige. Und du hast ja gerade schon gehört, dass die Wasserwerke Trier haben das auch eher mit so einem leichten Schmunzler aufgenommen. So wie ich auch gerade und du wahrscheinlich auch. Aber natürlich kann es auch gefährlich werden, wenn jetzt Kinder davon trinken sollten oder Menschen, die eine Unverträglichkeit haben oder so.

Natürlich, nur die Vorstellung, dass ich irgendwie morgens meinen Wasserhahn aufmache und da kommt erstmal ein spritziger Sekt raus, die ist eigentlich ganz ulkig. Ist ganz ulkig und wie gesagt, ich finde es wirklich verrückt, dass das noch so oft a in Trier passiert ist und b dann nochmal woanders, also dass das irgendwie kein ungewöhnlicher Vorfall ist.

Die Sektkellerei Bernhard Massat ist übrigens auch dann. Umgezogen nach Luxemburg. Was ja nicht so weit ist von Trier. Aber fand ich irgendwie ein bisschen weird, dass man so eine Trierer Sektkellerei dann einfach komplett nach Luxemburg verlegt. Ja, Steuern sparen. Möglicherweise. Weil die müssen ja abgeführt werden, sobald die Flüssigkeit die Kellerei verlässt.

Aber ja, vielleicht können ja Zuhörerinnen und Zuhörer aus Trier und Umgebung sich mal melden, ob sie davon gehört haben, ob sie dazu mehr wissen. Das würde mich interessieren. Und, wenn ihr euch schon meldet, dann könnt ihr direkt euren Foodcrime mitschicken. Was eine Überleitung. Hammer, Hammer, Hammer, Hammer. Und damit kommen wir zur nächsten Kategorie.

Auf dieser kleinen gemischten Platte. Werden wir irgendwann Kategorie-Jingles haben? Ich habe drüber nachgedacht. Können wir mal überlegen. Ja, können wir mal überlegen. Wir stellen wirklich alles zur Abstimmung. Und auch erstmal alles online. Erstmal alles online. Erstmal werden wir es hochladen. Und dann schauen wir weiter.

Also, euer Foodgram, der Foodgram aus der Community. Ich habe euch ja vor ein paar Wochen gefragt, was ist euer Foodgram? Und ein paar von euch haben Sprachnachrichten geschickt. Das ist sehr, sehr schön. Die werden wir in den nächsten Wochen hier auch abarbeiten. Wenn ihr auch eine Sprachnachricht schicken wollt, dann geht das gerade, ist ein bisschen kompliziert.

Schreibt einfach bei Instagram kurz, hallo, ich möchte was schicken. Dann nehmen wir die Nachricht an und dann könnt ihr die Sprachnachricht schicken. Das geht nicht sofort. Und Lilly, hier ist die Nachricht von Svenja. Also für mich absoluter Foodcrime auf mehreren Ebenen. Erstmal Rosinen. Gut, da bin ich wahrscheinlich nicht die Einzige. Das ist ja allgemein so.

Das sind für mich zombifizierte Trauben. Furchtbar, geht gar nicht. Dann Rum, besonders günstiger Rum, Katastrophe und verarbeitete Orangen. Also tatsächlich Orangen und Orangensaft geht noch, aber alles andere, was damit gemacht wird, finde ich ekelhaft. Jetzt aber das Schlimmste, was ich erlebt habe, Rumrosinen in einer Orangenmarmelade.

Wer zur Hölle denkt sich das aus? Katastrophe. Geht überhaupt nicht. Das ist für mich ultimative Hölle. Ich liebe die Sprachnachricht. Das ist toll. Das war die erste Sprachnachricht aus der Community, die wir hier abgespielt haben und sie hat es auch verdient. Also ich habe ein neues Wort gelernt. Zombifiziert. Fantastisch. Liebe Grüße Svenja.

Und ich kann komplett nachvollziehen, was sie meint. Ich finde auch Rumrosinen abscheulich und so Oranginat oder Schokolade mit Orangengeschmack. Also finde ich auch irre. Und das in einer Kombination, das ist wirklich... Ja, aus der Hölle. Ich fühle mit dir, Svenja. Und vielen Dank. Du hast wirklich an jeder Stelle gelacht und dich das Gesicht verzogen.

Ja, weil sie es auch witzig erzählt hat, ne? Ja, total. Und ich muss ja ganz ehrlich sagen, ich finde alles drei ziemlich geil. Ja, du bist auch. Ich bin komplett am anderen Ende. Du bist auch pervers. Obwohl ich muss sagen, bei der Orangenmarmelade mit Rosin, da würde ich dann auch, da würde ich sagen, Schuhstopp, bleib bei deinen... Du magst diese Softcakes auch, ne?

Früher, jetzt mittlerweile finde ich es, ja, finde ich es auch so mittel, aber ja. Und Svenja war nicht die Einzige. Auch Vanessa hat geschrieben, Rosinen verderben Weihnachten. Anke hat geschrieben, Rosinenbrötchen gehen gar nicht. Ich kenne niemand, der die freiwillig isst. Nilia schreibt, Rosinen in herzhaftem Essen am schlimmsten, wenn die so weich und aufgequollen sind.

Also, das war wirklich die häufigste Nachricht, die Rosinen. Ich kenne auch ganz viele Leute, die keine Rosinen mögen und ich gehöre auch dazu. Ich finde, oder ich kann den Gedanken, die Vision sehen von Rosinen in Jani, also diesem Reisgericht. Weil die kleine Süße, die die da mit reinbringen, die verstehe ich.

Aber der Moment, in dem man auf eine Rosine beißt, ist immer ein schlechter, weil die sich einfach nicht gut auf der Zunge anfühlen. So, und damit sprichst du was an. Weil ich hab mich jetzt gefragt, geben wir uns jetzt hier mit so ein bisschen was Anekdotischem zufrieden? Oder gehen wir da mal wirklich rein in das Thema? Ich geb mich mit Anekdoten zufrieden. Und ich nicht. Ich habe mich gefragt, warum hassen denn so viele Menschen Rosinen?

Weil all das, was du beschreibst... Weil die sind wie so kleine Insektenkäfer. Weiß ich nicht. Ja, ich habe mir das mal angeschaut. Warum hassen so viele Menschen Rosinen? Ein kleiner Wissenshappen. Ein Wissenshappen. Schätzungen zufolge hassen, ich nenne das Wort auch wirklich jetzt so, 20 bis 30 Prozent aller Menschen Rosinen. Boah.

Das ist viel. Das fand ich auch viel. Hat mich überrascht, dass das so viel ist. Dafür sind die in ganz schön vielen Produkten enthalten. Eben, ja. Obwohl, ich habe da in letzter Zeit so ein bisschen drauf geachtet, in so Cafés und so, dass in vielen Kuchen sehr oft keine Rosinen drin sind. Zum Beispiel gestern war ich in einem Café und da gab es dann so Quarkkuchen und sowas und da sind eigentlich nie Rosinen drin, obwohl ich die sehr liebe mit Rosinen.

Boah, Kuchen mit Rosinen, nee. So, und hinter dieser Abneigung, die Lilly jetzt hier wunderbar demonstriert hat, steckt am Ende eigentlich nur ein Zusammenspiel von sensorischen, evolutionären und psychologischen Faktoren. Zum einen ist dann natürlich die Textur, weil dieses schleimige. Gleichzeitig zäh, klebrig, runzlige, das ist halt ein Reiz, den, wie du sagst, wir mit Dingen verbinden, die nicht frisch sind, die verdorben, vergoren sind.

Wenn wir essen, dann sorgt ja sozusagen das Kauen dafür, dass Reize an das Gehirn gesendet werden. Und dieses Feuchte ist im Gegensatz zu so einem Knacken etwas, was wir eher als negativ konnotiert wahrnehmen. Da schließt dann natürlich die nächste Erklärung an und zwar eine evolutionäre Erklärung. Wir Menschen haben etwas, das man in der Fachsprache auch als Behavioral Immune System bezeichnet, also ein Verhaltensimmunsystem, dass wir natürlich nicht nur unseren Körper schützen, indem wir Bakterien und Keime aufnehmen und unser Körper sich dagegen schützt, sondern auch Verhaltensimmunsystem.

Unser Verhalten uns davor schützen kann, dass wir Dinge zu uns nehmen, die der Körper als giftig, als gefährlich einschätzt. Und grundsätzlich, auch wenn uns das allen nicht bewusst ist, scannen wir unsere Umgebung permanent nach Hinweisen auf solche giftigen Stoffe, auf so Pathogene ab. Und Rosinen haben jetzt so viele dieser Warnsignale, dass unser Körper oft einfach sagt, das bitte nicht.

Also sie sind verschrumpelt, sie sind dunkel, sie sind runzlig. Sie ähneln und am Ende sind sie das ja, verdorbene, vertrocknete Nahrung. Ich finde, die sehen aus wie so vertrocknete Zecken, die man an Hunden findet. Ja, sie erinnern einfach oft an Verwesung und Verfall. Und dadurch reagiert unser Körper ganz automatisch mit Ablehnung.

Es ist was ganz Natürliches. Es ist was ganz Natürliches. Man könnte eigentlich so weit gehen und sagen, dass es fast unnatürlich ist, dass man sie gut findet. Was du wahrscheinlich so unterschreiben würdest, oder? Und dann, und das fand ich eigentlich den interessantesten Punkt, war das Thema Erwartungsverletzung.

Dass man natürlich in Dinge beißt, wo man keine Rosinen erwartet. Diese sensorische Erwartungshaltung, nenne ich es mal, verletzt wird. Sodass man in einen Keks beißt und man Schokoladenstücke zum Beispiel erwartet, weil das irgendwie so dunkel und fest aussieht und man dann in eine Rosine beißt und diese Diskrepanzen können zu so einer massiven, negativen Bewertung führen, dass diese Elemente wie jetzt Evolution, Konditionierung, Sensorik nochmal verstärkt werden und sich diese vielleicht leichte Ablehnung von, ja muss ich jetzt nicht essen, hin zu diesem starken emotionalen Gefühl entwickelt.

Und zu diesem Thema Erwartungsverletzungen gibt es eine Studie aus dem Jahr 2008. Und zwar hat die University of Sussex Lachseis verkosten lassen. Und einmal wurde es als Eiscreme präsentiert und einmal als gefrorene, herzhafte Mousse. Und bei der Beschreibung Eiscreme waren die Reaktionen deutlich negativer als bei der herzhaften Mousse.

Wo man ja sagen muss, Lachseis ist, glaube ich, nie geil. Oh, du wüchste. Du bist auch so eine, die zum verrückten Eismacher in München geht und denkt, das ist was ganz Tolles ist, ne? Jetzt ist es von der Seite an, ne, aber ich denke an mein geliebtes Spargelfest, was einmal im Jahr in Berlin stattfindet und dort gibt es ja Spargeleis und das finde ich witzig und lecker.

Ja, wenn du das so frisch machst, dann kann ich mir das schon ganz gut vorstellen, aber Lachseis... Ja, würde mich jetzt auch nicht ansprechen, ich würde es probieren und ich kann mir vorstellen, dass wenn man sagt, eine gefrorene, herzhafte Creme, dass es angenehmer zum Essen ist als Lachseis. Das zeigt eigentlich nur, wie wichtig einfach Erwartungsmanagement ist. Auch beim Thema Essen.

Im Thema Podcast. Auch im Thema Podcast, richtig. Deswegen haben wir am Anfang gesagt, was euch erwartet. Seid ihr zufrieden? War das eine gute Folge? Damit sind wir nämlich am Ende. Wurde eure Erwartung getroffen. Schreibt das gerne mal in die Kommentare. Das war die erste gemischte Platte. Mir macht das Spaß, mit dir einfach mal über so viele verschiedene Sachen zu sprechen.

Scherz. Die Flo. Scherz. Wirkt das jetzt so, als hätte ich das irgendwie so aufgezwungen. Du hast mir da eine gemischte Platte aufgezwungen. Wisst ihr, wer die Idee für den Titel hatte? Ja. Tämchen. Tämchen. So. Nein, ich ärgere dich doch nur gerne. Schreibt doch gerne mal in die Kommentare, wie fandet ihr die Folge? Wovon möchtet ihr mehr hören? Was braucht ihr gar nicht?

In alle Richtungen. Die Bilder gibt es, wie gesagt, immer noch auf Instagram. vorerst. Generell folgt uns da gerne rein, um immer informiert zu sein und dort könnt ihr uns auch eure Food Crimes schicken. Ja, das war's im Grunde für diese kleine Wochenendausgabe und in zwei Wochen hören wir uns dann wieder mit deiner gemischten Platte und am Dienstag gibt's natürlich wie jede Woche eine neue Folge Food Crimes.

Food Crimes, Kriminal de Food. Keine Ahnung, wo das... auch nicht. Sorry, entschuldige mich für diese komische, du konntest ja auch einfach rausschneiden. Dafür rede ich dir jetzt einfach so lange rein, bis es unmöglich ist, das wieder rauszuschneiden. Nee, genau. Wir hören uns nächste Woche wieder. Wenn es heißt Foodcremes, was schmeckt dahinter?

In zwei Wochen bringe ich meine gemischte Platte mit. Mal schauen, was ich servieren werde. Richtig. Und wir hören uns. Bis dahin. Tschüss. Schönes Wochenende. Ja, lasst es euch gut gehen. Beine hoch. Richtig. Und Augen zu.

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