
Food Crimes - Was schmeckt dahinter?
Wollte die CIA in Frankreich ein ganzes Dorf auslöschen?
Dienstag, 14. April 2026 · 56 min
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Shownotes
1951 wird die französische Kleinstadt Pont-Saint-Esprit zum Schauplatz eines rätselhaften Falls. Innerhalb weniger Tage leiden Hunderte Menschen unter Halluzinationen, Panikattacken und schweren körperlichen Symptomen. Einige verlieren komplett den Bezug zur Realität. Mehrere Menschen sterben. Schnell fällt der Verdacht auf das Brot eines lokalen Bäckers. Doch was genau die Vergiftung ausgelöst hat, bleibt unklar. War es verunreinigtes Getreide? Ein chemischer Stoff? Oder hat die CIA etwas damit zutun? Bis heute ist der Fall nicht eindeutig gelöst – und gilt als eines der größten ungelösten Lebensmittelrätsel der französischen Geschichte.
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Mitte August 1951 beginnt in der kleinen südfranzösischen Stadt Pont-Saint-Esprit alles scheinbar wie gewohnt. Rund 5000 Menschen leben hier, man kennt sich, der Alltag ist ruhig, fast beschaulich. Nur wenige Tage zuvor hat die Gemeinde noch gemeinsam gefeiert. Das Fest am 15. August Maria Himmelfahrt, ein Höhepunkt im Jahr.
Auch für den 27-jährigen Postboten Léon Armunier ist es ein ganz normaler Morgen. Bevor er seine Tour beginnt, kauft er sich wie so oft ein Brötchen bei Roque Briand, dem angesehenen Bäcker der kleinen Stadt. Schnell isst er etwas im Postamt, dann schwingt er sich auf sein Fahrrad und fährt los. Doch plötzlich ändert sich alles. Mitten auf seiner Strecke wird ihm übel.
Schwindel setzt ein, er verliert die Kontrolle, stürzt mit dem Fahrrad und wird verletzt ins Krankenhaus gebracht. Dort liegt er zunächst im Koma. Als er wieder zu sich kommt, hat er Halluzinationen. Arminier sieht Schlangen und Monster und hat das Gefühl, dass er in Flammen steht Man steckt ihn daraufhin in eine Zwangsjacke Und Arminier ist nicht allein Am 17.
August herrscht in Ponson d'Esprit Ausnahmezustand Immer mehr Menschen klagen über dieselben Symptome Übelkeit, Krämpfe, Wahnvorstellungen Die drei Arztpraxen in der kleinen Stadt sind völlig überlastet Jede Minute kommen neue Patienten hinzu. Was zunächst wie einzelne, unerklärliche Fälle wirkt, entwickelt sich innerhalb weniger Tage zu einer Katastrophe.
Bis die Lage am 24. August endgültig eskaliert. Auf dem Dorfplatz und in den engen Gassen spielen sich Szenen ab, die kaum zu begreifen sind. Menschen schreien, sehen Feuer, wo keines ist. Einige sind überzeugt, sie seien bereits tot. Andere glauben, von Tieren verfolgt zu werden. Ein Mann rennt panisch durch die Straßen, verfolgt von imaginären roten Katzen.
Manche stürzen sich aus Fenstern, viele verbarrikadieren sich in ihren Häusern aus Angst vor einer unsichtbaren Bedrohung. Innerhalb kürzester Zeit müssen über 100 Menschen medizinisch versorgt werden. Insgesamt erkranken ca. 300 Einwohnerinnen. Die Ärzte sind am Limit, die Situation gerät außer Kontrolle.
Am Ende sterben sieben Menschen. Innerhalb von wenigen Tagen hat sich das ruhige Pont Saint-Esprit in einen Ort des Chaos, der Angst und der Verzweiflung verwandelt. Und bis heute gibt dieser Fall Rätsel auf. Was ist hier passiert? Und was hat die CIA damit zu tun? Das ist Food Crimes. Was schmeckt dahinter?
Mit Florian Reza und Lili Temme. Das bin ich und ich bin aus dem Urlaub zurück. Das wissen ja aber alle, die zuhören nicht. Richtig. Weil ihr habt natürlich weiterhin Woche für Woche eine neue Folge bekommen. Du bist zurück und wir sitzen nebeneinander. Ja. Und zwar sehr nebeneinander. Wir sitzen so eng nebeneinander, wie wir noch nie nebeneinander saßen, weil wir es uns hier auf meinem Sofa gemütlich machen.
Schaut euch das gerne bei Instagram an. Genau, könnt ihr euch angucken. Es ist aber schön. Also wir haben uns lange erstens nicht gesprochen, aber auch nicht gesehen, weil ich im Urlaub war und wir ganz viel für euch vorproduziert hatten. Aber ich muss jetzt erstmal wieder hier rein und klarkommen. Ich finde, der erste Arbeitstag nach dem Urlaub ist wirklich der gottloseste Arbeitstag der Welt.
Und dann auch noch so eine Geschichte. Ich überlege die ganze Zeit, ob das ein Fall ist, der mir auch schon mal vorgeschlagen wurde. Weil der spielte auch in Frankreich, auch nach dem Krieg. Ich habe aber nicht wirklich tief reingelesen, sondern ich habe nur mal so das überflogen. Also vielleicht habe ich den auch schon mal gehört, aber ich weiß nichts dazu.
Sans Pont d'Homme Prignan, wo sind wir? Wir sind in Pont Saint-Esprit. In welcher Richtung liegt das denn? Da kommen wir doch gleich zu. Weil für mich als frankophilen Mensch ist das natürlich wichtig. Ich habe mir diese Folge parat gelegt, weil ich wusste, dass ich, wenn ich aus dem Urlaub komme, noch nicht bereit bin für Berlin und für Deutschland und für diese Realität.
Deswegen dachte ich mir, dass ich mich vielleicht in der Recherche an einen Ort begebe, den ich erstmal schön finde. Und Südfrankreich, wo diese heutige Geschichte spielt, gehört definitiv dazu. Die Folge oder der Fall ist ein Hinweis von einem treuen Hörer namens Thomas. Du, Thomas, hast mir vor langer Zeit geschrieben, hast mir einen kleinen Hinweis gegeben und ich hatte den Fall jetzt länger auf meiner Liste und heute ist es soweit.
Ja, da möchte ich kurz einhaken und sagen, dass ich auch sehr viele Hinweise bekomme und dafür sehr dankbar bin. Auch von mir nochmal ein dickes Dankeschön für eure ganzen Nachrichten und für eure Hinweise. Nicht alle Fälle schaffen es hier in einer Folge. Aber wenn ihr irgendwo was aufschnappt oder wenn ihr denkt, ey Lilly, recherchier mal da rein, dann schreibt mir auf jeden Fall gerne, ich sammle alles und vielleicht findet die Geschichte hier irgendwann einen Platz.
Oder vielleicht bekommt ihr ja in sehr naher Zukunft noch mehr Fälle, die es nicht geschafft haben. Vielleicht. Vielleicht. Wir haben uns da was Kleines überlegt und ihr werdet mitbekommen. Vielleicht sprechen wir am Ende da nochmal drüber. Vielleicht sprechen wir da nochmal drüber. Okay, aber ich würde sagen, jetzt geht es erstmal los.
Wir springen in die 50er Jahre nach Südfrankreich. Ganz kurz, da muss ich jetzt nochmal einhaken. Jetzt ärgere ich mich doch so ein bisschen, dass wir keine Musik mehr haben. So wie früher, weil sonst hätte ich jetzt hier so leichte französische Chansonmusik unterlegen können. Ja, so for the good old times. Ja, oder komponier doch selber noch mal ein bisschen was.
Du bist doch ein Allrounder. Okay. So eine Musik, die an eine Boulangerie, Episserie und so erinnert. Wo man vor dem inneren Auge auf einem Fahrrad sitzt, ein Baguette aus dem Korb kommt, ein wehendes Sommerkleid im Winde sieht und man über so Kopfsteinpflasterbrett hat mit dem Fahrrad und Ich habe letztens mal wieder die fabelhafte Welt der Amelie gesehen.
Ein Film, der gut gealtert ist, der aber auch weird as fuck ist. Aber war der doch schon immer. Ja, ich weiß, aber ich hatte es vergessen. Vielleicht gucke ich mir das auch nochmal an. An den Film habe ich gute Erinnerungen und da ist natürlich wahnsinnig schöne Musik drin im Film. So, jetzt sind wir in Südfrankreich. In Pont-Saint-Esprit wird auch als Tor zwischen der Provence und Occitanien bezeichnet.
Es ist eine kleine Stadt mit langer Geschichte und umgeben von wunderschöner Natur, die sich an das rechte Ufer der Rhône schmiegt. Pont Saint-Esprit liegt 127 Kilometer nordöstlich von Montpellier und 136 Kilometer nordwestlich von Marseille. Also wenn man von diesen beiden Städten an der Küste einmal nach oben geht und sich die beiden Striche in der Mitte treffen, dann landet man bei Pont Saint-Esprit.
Die beiden Striche. Die man dann zieht. Ich denke, alle, die zuhören, haben verstanden, was ich meine. Du musst mich jetzt hier nicht so klein, wie sagt man, korinthenkackerig von der Seite anhabern. Seit der Antike werden hier Weinreben bewirtschaftet und noch heute erstrecken sich die Weinberge, soweit das Auge reicht und die kleine Stadt und der Weinbau stellt die wichtigste wirtschaftliche Aktivität der Region dar.
Hier ist das Klima mild, der Boden fruchtbar und die Menschen glücklich. Eine Sehenswürdigkeit von Pont-Saint-Esprit ist eine über 100 Meter lange Brücke, die die beiden Ufer der Rhone miteinander verbindet. Sie wird im Jahr 1309 fertiggestellt. Und jetzt gibt es erst mal zwei Fotos von dieser kleinen Stadt.
Kebel. Foto Nummer 1. Ja, fantastisch. Toll. Aber die Rön, wie wir gerade gelernt haben, ist ein bisschen ausgetrocknet. Das wird also tief im Sommer sein. Die Brücke ist wirklich wahnsinnig schön. Also nur von dem, was man da sieht, von Weitem. Und die Stadt ist wirklich schnuckelig. Hattest du gesagt, wie viele Einwohner die Stadt hat? Nee, nicht.
Zur damaligen Zeit leben da ungefähr 5000 Menschen. Okay. Ja, ja. Ja, schön. Ja, beschreib doch mal ein bisschen, was du siehst. Also, wie sehen die Häuser für dich aus? Wir haben auf jeden Fall eine Art Stadtkern mit einer Straße, die diesen Stadtkern einschließt. Da ist alles sehr eng gebaut. Ich finde, relativ hohe Gebäude für so eine kleine alte Stadt.
Also drei, teilweise vier Etagen, was ich eher ungewöhnlich finde. In der Stadtmitte ist ein Kirchturm und ist eine Art Klosterhof. Ein Kloster, richtig. Und dann aber außerhalb von diesem Stadtkern wird es, ehrlich gesagt, ein bisschen austauschbar. Und auf der anderen Seite des Flusses ist Jornischt, Wiese, Natur.
Warst du schon mal in dieser Gegend da unten? Ja, ich war schon mal an der Côte d'Azur, Nizza, Toulon, Saint-Tropez. Toulon oder Toulouse? Toulon. Toulon. Ja, ist eigentlich keine schöne Stadt. Ich war da nur, weil mein Freund Valentin dort ein Auslandsjahr gemacht hat. Liebe Grüße. Liebe Grüße, über den wir letzte Woche schon gesprochen haben. Kommt hier jede Woche.
Nee, in Toulon, da liegen die französischen Kriegsschiffe. Dafür ist Toulon bekannt, vor allem. Und Rugby wird dort gespielt. Und das spielt aber jetzt hier ein bisschen im Landesinneren. Da war ich noch nicht so richtig. Richtung Norden, da ist noch diese ganz bekannte Schlucht, deren Name ich gerade vergessen habe natürlich. Aber die Gegend da ist schon wirklich wunderschön.
Wunderschön. Ich habe jetzt noch ein Bild für dich vom Pond Saint-Esprit mit Meerwasser. Ah ja, okay. Ach, schön. Jetzt ist mir fast ein Ticken zu viel Wasser. Ja, also wunderschönes Licht, diese alte Brücke und dann an den Brückenpfeilern wachsen so kleine Sträucher. Es ist ein warmer Sonnenuntergang. Diese Kirche ist wunderschön.
Sieht so ein bisschen aus wie mini Notre Dame, oder? Total, ja. Dachte ich auch gerade. Im Hintergrund sieht man Berge. Ich habe ja schon gesagt, das ist eine Weinregion. Ich finde, das sieht wunderschön aus. Ja, wie aus dem Bilderbuch. Das Leben in Pont-Saint-Esprit ist friedlich. Doch dann bricht der Zweite Weltkrieg aus und wie überall sonst in Frankreich werden junge Männer mobilisiert und an die Front geschickt.
Pont-Saint-Esprit verliert während des Krieges 10% seiner Bevölkerung. Als am 15. August 1944 die Alliierten im Süden Frankreichs landen, zerstören sie nicht nur das Stadtzentrum, sondern auch die Brücke von Pont-Saint-Esprit. Denn sie ist ein wichtiger Verkehrsweg und die Alliierten wollen den Deutschen den Rückzug abschneiden.
Die kleine Stadt ist nur noch ein Trümmerfeld. Als der Krieg im Mai 1945 zu Ende geht, versucht man in Ponson d'Esprit wie überall sonst auch, langsam wieder zurück ins Leben zu finden. Und tatsächlich, sechs Jahre nach Kriegsende im Jahr 1951 führen die rund 4200 Einwohnerinnen und Einwohner von Ponson d'Esprit wieder ein weitgehend normales Leben, zumindest auf den ersten Blick.
Denn der Alltag ist natürlich weiterhin geprägt von den Nachwirkungen des Krieges. Frankreich unterliegt noch immer einem staatlich regulierten Versorgungssystem, das während der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit aufgebaut wurde, um die Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern sicherzustellen.
Dieses System umfasst streng kontrollierte Produktions- und Verteilungsketten, insbesondere im Agrar- und Lebensmittelbereich. Die landwirtschaftliche Produktion wird zentral erfasst, Getreideernten werden gesammelt, staatlich verwaltet und über festgelegte Kanäle weiterverteilt. Ziel ist es, Versorgungsengpässe zu vermeiden und eine möglichst gleichmäßige Belieferung aller Regionen zu gewährleisten, unabhängig von lokalen Erträgen oder der wirtschaftlichen Lage.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Organisation der Getreideversorgung. Bauern liefern ihre Ernten an Sammelstellen, von dort gelangt das Getreide in staatlich überwachte Mühlen und schließlich in die Bäckereien. Zuständig für die Koordination ist unter anderem das staatliche Getreideamt, das Preise, Mengen und Verteilung reguliert.
Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Brot als Grundnahrungsmittel flächendeckend verfügbar bleibt, auch wenn die Versorgungslage insgesamt noch fragil ist. Und dann kommt der Sommer 1951. Eigentlich sollten die Einwohnerinnen des hübschen historischen Ortes Ponson d'Esprit auf ihren Terrassen sitzen, einen Café au lait schlürfen und hinaus auf die Rhone schauen, die sich unterhalb der Stadt entlangwindet.
Doch es kommt anders. Die Hitze ist spürbar, aber nicht drückend. An den heißesten Nachmittagen klettert das Thermometer auf etwa 30 Grad. Immer wieder ziehen kurze Regenschauer durch die Stadt, kühlen die Luft ab und füllen die Wasserreserven auf. In Pont-Saint-Esprit richtet sich der Blick der Menschen bereits auf die bevorstehende Weinlese, die in wenigen Wochen beginnen wird.
Doch zunächst steht ein anderes wichtiges Datum bevor. Der 15. August. In der tiefkatholischen Gemeinde bereitet man sich auf Maria Himmelfahrt vor, einen der Höhepunkte des Jahres. Ich war kurz verwirrt, weil der 14. Juli ist ja der französische Nationalfeiertag und dann der 15. August ist Maria Himmelfahrt. Ein Feiertag, den ich auch nur kenne, weil ich in Österreich gewohnt habe, wo diese ganzen Indie-Katholiken-Tage gefeiert werden.
Genauso wie Maria Empfängnis am 8. Dezember. Das ist ein Feiertag in Österreich. Wahnsinn, dass du dir sowas immer merken kannst. Naja, das ist schon, wenn du einfach so random an einem 8. Dezember mal frei hast, dann merkt man sich das. Ist nicht schlecht. Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass die Deutschen im Zweiten Weltkrieg so weit südlich waren.
Die waren überall gewesen. Ja, ja. Wahrscheinlich fanden sie es da unten schön. Das war wahrscheinlich der Grund, warum sie bis da runter sind. Zum Glück sind wir kein Geschichtspodcast. Kleiner Gag am Rande. Wir sind ja ein Comedy-Podcast in erster Linie. Richtig. Die Stimmung ist gelöst. Fast unbeschwert.
Noch. Denn schon bald wird eine Reihe seltsamer und beunruhigender Ereignisse diese Ruhe erschüttern. Am Mittwoch, den 15. August 1951, stellen die Einwohnerinnen und Einwohner von Ponson d'Esprit große Tische auf, um sich dort mit Freunden und Familien zu versammeln. Seit mehreren Tagen stehen sie schon in der Küche, um ein Festmahl vorzubereiten, die ganze Stadt feiert ausgelassen.
Doch schon am nächsten Tag stimmt etwas nicht. Überall in der Stadt klagen die Menschen über Übelkeit, Schlaflosigkeit, Zittern und Bauchschmerzen. Der Arzt, der zwei Tage später, am 17. August, Bereitschaftsdienst hat, kommt gar nicht hinterher, so viele Menschen stürmen seine Praxis Ein paar Tage später, am 19.
August, kommen der Bürgermeister, seine Stellvertreter und jemand aus dem Gesundheitsamt des Departements zu einer dringenden Sitzung zusammen Die Lage ist ernst und auch unter den Ärzten macht sich inzwischen echte Unruhe breit, Sie haben Patienten und Angehörige befragt, Aussagen verglichen, jede Spur sorgfältig geprüft.
Schritt für Schritt verdichtet sich das Bild, für sie gibt es inzwischen kaum noch Zweifel, es muss sich um eine Lebensmittelvergiftung handeln. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnt, ein paar Tage später wird es bereits den ersten Toten geben, 130 vergiftete Personen und mehrere Menschen in Krankenhäusern, darunter drei Kinder.
Schnell drängt sich die Frage auf Welches Lebensmittel haben all diese Menschen gegessen? Floh, Versetz dich mal kurz in die Lage. Du bist ja auch ein bisschen ländlicher aufgewachsen und jetzt nicht doch. Vor Ort. Ja, ist auch ein bisschen ländlicher. Ich erinnere mich an einen Berg, den wir hochgefahren sind, an grüne Felder, weite Wiesen, ein Wäldchen.
Stell dir mal vor, ihr habt da jetzt gefeiert, irgendwie ein Dorffest veranstaltet und am nächsten Tag liegt quasi das ganze Dorf flach. Ja, dann war es in Papritz wahrscheinlich der Kirschkuchen. Aber du hast ja schon hier gerade so aufs Brot angespielt und vor allem, wenn wir bei so einem Dorffest sind, ist das natürlich auch was, was schnell unter die Bevölkerung kommt.
Und ich weiß nicht, ob man damals schon gegrillt hat, aber wenn man so ein Grillfest veranstaltet, dann kriegt jeder irgendwie so ein Brötchen dazu in die Hand, egal was er und sie da isst. Das heißt, in die Richtung, denke ich mal, wird das gehen. Und vor allem lässt sich da auch viel einbacken, viel einverarbeiten.
Oder es ist was zum Trinken. Der Wein. Wasser. Hast du eine Vermutung, in welche Richtung das gehen könnte? Weil du gerade gesagt hast, man könnte was im Brot verbacken. Also glaubst du, da hat eine Person... Versucht, das Dorf zu vergiften? Naja, du hast ja am Anfang, also ich beziehe mich jetzt nur auf das, was ich schon weiß, und du hast ja am Anfang die CIA ins Spiel gebracht.
Wir sind in einem Dorf, was die Alliierten übernommen hatten oder durchkämmt hatten zumindest. Wenn ich jetzt wirklich ganz tief in die Fantasiekiste greife, dann könnte hier natürlich ja so ein perverses Experiment möglicherweise stattfinden, wo man versucht hat, Biowaffen zu testen oder Auswirkungen von verschiedenen Stoffen.
Das ist gerade mal die sehr fantasievolle Interpretation der Information, die ich bis jetzt habe. Ich sag mal so, das schreiben wir uns mal als riesige Notiz hinter die Ohren. Aber bis es soweit ist... Wissen eigentlich alle, die zuhören schon, worum es geht? Also vom Titel? Nein. Nein? Nein. Okay. Das wollten wir ja lassen. Stimmt, bei welcher Folge?
Bei wem war das denn nochmal? Ich glaube, das Blei in Hannas Magen. Da haben sich ein paar Leute beschwert, dass man im Titel schon lesen konnte, was eben das Problem war. Was war denn das Problem? Ähm, die Frau hatte einen Pilz gegessen. Nein, aber... Ja, okay, dann halten wir es, dann wisst ihr also auch noch nicht, worum es geht. Aber okay.
Oh, schrecklich. Aber bis es so weit kommt, müssen wir noch ein paar andere Wege gehen. Denn dass die CIA etwas damit zu tun haben könnte, darauf kommt in dem Moment wirklich niemand. Also ehrlich gesagt, frage ich mich, wie viele in dem Dorf überhaupt schon jemals von der CIA gehört haben. Weil in einem ländlichen Frankreich 1950, würde ich sagen, hat noch niemand von der CIA gehört.
Auch eine steile These. Naja, also auf dem Land, da hat man doch jetzt von der großen weiten Welt noch nicht so viel mitbekommen, oder? Ich weiß es nicht. Okay, das ist meine Theorie. Ich will irgendwie eine Lanze für diese Dorfbewohner brechen, aber weiß auch nicht. Okay, das ist meine Theorie. Ob das so richtig ist. Du hast es richtig zusammengefasst. Es geht ums Brot.
Es geht ums Brot. Im Sommer 1951 verbindet alle Erkrankten in Pont-Saint-Esprit ein gemeinsames Detail. Sie haben Brot gegessen. Und nicht irgendein Brot, sondern das der angesehenen Bäckerei der Stadt, das Brot von Roque-Briant. Ich finde, die Menschen in der Geschichte heute haben auch wieder fantastische Namen. Wie schreibt man den Namen?
Roque-Briant. Aha, okay. Roque-Briant. Schnell richtet sich der Verdacht auf den bekannten Bäcker. Die Behörden reagieren schnell, alle Bäckereien im Ort werden geschlossen, der Brotverkauf wird verboten. Die Frage steht im Raum, war das Mehl verunreinigt? Brion selbst berichtet, das zuletzt gelieferte Weizenmehl habe ungewöhnlich grau ausgesehen.
Doch er hat keinen Einfluss auf die Ware, das Mehl wird im damaligen Frankreich schließlich staatlich verteilt. Die Lieferketten sind streng organisiert, vom Getreide bis zum fertigen Brot. Der Bäcker ist nur das letzte Glied in einer langen Kette. Währenddessen spitzt sich die Lage in der Stadt weiter zu. Und die Symptome der Menschen werden immer schlimmer.
Was als Übelkeit beginnt, steigert sich zu Krämpfen und schließlich zu unerträglichen Halluzinationen. Zeitgenössische Berichte sprechen von Szenen wie aus der Hölle. Menschen werden auf Karren oder in Autos ins Krankenhaus gebracht, schreien, wimmern, beschimpfen einander. Andere irren mit Schaum vor dem Mund durch die Straßen, verstört vom Heulen der Sirenen.
Und dann kommt die Nacht vom 24. August. Später wird man sie die Nacht der Apokalypse nennen. Ein Mann ist überzeugt, Schlangen gegessen zu haben. Ein elfjähriger Junge greift seine eigene Mutter an. Überall in der Stadt verlieren Menschen den Bezug zur Realität. Und von einer dieser Szenen habe ich ein Foto dabei. Ui, das klingt ja wirklich nach apokalyptischen Zuständen. okay, wir sehen einen Mann auf einer Trage, wird der da gerade eine Treppe runtergetragen? Ja, das sieht so aus.
So in einem Haus, im Vordergrund sieht man so diese Hüte der französischen Polizisten, wie man sie noch von historischen Aufnahmen kennt. Ja, der Mann sieht relativ alt aus, würde ich sagen und er schaut, als hätte er einen Geist gesehen. Hält sich seine Hände über dem Kopf zusammen? Nee, das ist der eine Arm, das ist der andere.
Also jemand anderes hält seinen Arm fest. Also auf jeden Fall sieht es so aus, als würde er sich dann an dem Arm festhalten, so halb. Wenn man jetzt weiß, wie die Zustände waren, dann sieht man natürlich auch die Angst und so ein bisschen auch das Entsetzen in den Augen. Wenn man jetzt nicht weiß, worum es geht, dann könnte man den Gesichtsausdruck auch als relativ neutral beschreiben.
Findest du? Ja. Ich finde, in den Augen ist Panik. Und gleichzeitig Leere und ein Hilfeschrei. Okay, ja. Aber gut, vielleicht bin ich auch voreingenommen. Aber solche Szenen spielen sich zu der Zeit da ab. Und das Ding ist ja, niemand weiß, was da los ist. Also die Menschen haben auf einmal diese grauenhaften Halluzinationen, rennen durch die Gassen und keiner weiß, was Sache ist.
Ja, ich will nochmal auf das Dorf oder auf die dörfliche Struktur zurückkommen. Ich kann mir auch vorstellen, dass das für viele irgendwie eine Bestrafung Gottes war. Frankreich auf dem Land ist ja auch sehr christlich, dass das wie so eine Art göttliche Bestrafung für irgendwas möglicherweise gesehen wurde.
Weil wenn das ganze Dorf auf einmal in so einen halluzinierenden Zustand verfällt oder in so einen Aufruhr verfällt, dann liegt das ja oft nahe, dieser Gedanke. Aber nicht nur die Menschen, auch die Tiere verhalten sich plötzlich seltsam. Hühner flattern panisch durcheinander. Ein Hund greift erst Bäume, dann seinen eigenen Besitzer an und wird am Ende erschossen.
Ein besonders drastischer Fall ist der eines 43-jährigen Mannes. Der klettert nämlich aus dem Fenster seiner Wohnung im zweiten Stock. Zeugen berichten, er halte sich für ein Flugzeug oder für eine Libelle. Er springt. Beim Aufprall bricht er sich beide Beine. Doch er steht wieder auf, läuft noch dutzende Meter, bevor Feuerwehrleute ihn stoppen können.
Zur gleichen Zeit irrt der Kanalarbeiter Gabriel Validiere durch die Straßen, fest überzeugt, ich bin tot. Mein Kopf ist aus Kupfer und ich habe Schlangen im Bauch. Kurz darauf versucht er, sich in die Rohren zu stürzen. Haben wir es hier mit LSD zu tun? Wie kommst du darauf? Hast du schon mal LSD genommen und dachtest, du hattest Schlangen im Bauch?
Nee, ich habe noch keine LSD genommen, aber so stelle ich mir das vor, dass Menschen auf einmal in Zustände verfallen, die nicht zu erklären sind. Also auch sich die Beine zu brechen, weiterzulaufen, Schlangen im Bauch zu haben, das klingt auf jeden Fall nach irgendwas Chemischem, was es ausgelöst hat.
Auch ein Gedanke, den wir uns mal merken können. Toll, du bist ein richtiger Ermittler hier heute. Du wirfst mir hier nur so Brotkrumen hin, im wahrsten Sinne des Wortes. Und du machst daraus ein fantastisches Brot. Man merkt, das ist der erste Tag nach dem Urlaub. Im örtlichen Krankenhaus herrscht Chaos. Ärzte und Pflegepersonal sind völlig überfordert.
Die üblichen Beruhigungsmittel wirken nicht. Die Patienten schlafen nicht, sie schreien, kämpfen, versuchen zu fliehen. Arbeiter aus der Umgebung werden zur Hilfe gerufen, um die Kranken festzuhalten. Manchmal braucht es ein Dutzend Menschen, um einen einzigen Patienten zu bändigen. Und dann kippt die Geschichte ins Drama, als im Krankenhaus einer der Patienten, von heftigen Krämpfen geschüttelt, an einem Herzinfarkt stirbt.
Überall im Krankenhaus liegen Patienten. In den Zimmern, auf den Fluren, sogar draußen im Garten. Gegen 1 Uhr nachts scheint sich die Lage kurz zu beruhigen. Doch dann beginnt alles von vorn. Patientinnen springen plötzlich auf, reißen ihre Laken weg, schlagen gegen Wände. Neue Fälle treffen unerführlich ein. Einige klettern halbnackt auf Bäume, andere rennen schreiend durch die Gänge.
Der Wahnsinn greift um sich. Am 26. August werden 2 weitere Todesfälle gemeldet. Und am Ende des Sommers ist die Bilanz erschütternd. Rund 300 Menschen sind betroffen, etwa 50 müssen in psychiatrische Kliniken eingewiesen werden und mindestens sieben sterben. Einige von ihnen durch Suizid. 50 Menschen in Psychiatrien? Ich denke mir dann auch in der Gegend.
Wie viele Plätze gibt es da überhaupt? Die mussten in weiter entfernte Psychiatrien eingeliefert werden, sowie auch in Krankenhäuser, die weiter entfernt lagen, weil es dafür überhaupt gar keine Kapazitäten gab. In der Kleinstadt findet ein Trauerzug statt, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden.
Und von dem Trauerzug habe ich auch ein Foto dabei. Weißt du, ob da wirklich alle von betroffen waren? Nee, nicht das ganze Dorf. Also da leben ja über 4000 Menschen und betroffen sind ungefähr 300. Okay. Zumindest in diesem Ausmaß. Ja, wir sehen ein, was ist das da hinten? Nee, es ist kein Weinberg. Das sind irgendwelche anderen Büsche auf jeden Fall.
An einer Wiese und über die Wiese zieht dieser Trauerzug. Vorne laufen vier Menschen mit einem weißen Tuch und dahinter, boah, bestimmt 50 bis 100 Menschen, würde ich sagen. Also das geht ja noch da hinten richtig weit weiter. Ist das eine Kutsche mit einem Sarg? Ja, ich glaube, das ist so eine Trage mit einem Sarg drauf. Die sind auf jeden Fall gezogen oder getragen, ja.
Und ehrlich gesagt, so wie ich das überblicken kann, nur Männer, oder? Ja, da hinten sind dann die Frauen. Guck mal, hier ist ein Mantel und ein Hut und so. Ja, aber vorne nur Männer. Aus irgendeinem Grund laufen vorne nur Männer, ja, stimmt. Das hast du gut beobachtet. Ziehen die zum Friedhof, wissen wir das? Wohin die ziehen? Ja, das ist auf jeden Fall der Trauerzug, um die Menschen zu begraben.
Also gehe ich mal davon aus, dass das Ende dieses Weges der Friedhof ist, ja. Hier vielleicht noch, die Person sieht aus wie irgendeine geistliche Person, ne? Bilde ich mir das ein? Ja, doch, das stimmt. Das macht vielleicht Sinn, vor dem Sargzug, dass da noch was Geistliches rumläuft. Aber ansonsten ist die Stimmung natürlich sichtlich bedrückt. Ja.
Währenddessen laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Die Beamten vermuten, dass es sich um eine Massenvergiftung handelt. Aber was um alles in der Welt ist hier passiert? Fakt ist, der Bäcker Brian stellt sein Mehl nicht selbst her. Die Spur führt weiter zurück zu einem regionalen Mehl-Lieferanten. Die Polizei rekonstruiert die gesamte Produktionskette.
Damals liegt der Getreidehandel ja noch in staatlicher Hand, das habe ich eben schon mal gesagt. Eine zentrale Behörde kauft die Ernten auf, Müller verarbeiten das Getreide, Bäcker erhalten das Mehl zugeteilt. Und schließlich wird ein Verdächtiger gefunden. Maurice Maillet, ein Müller aus der Region bei Poitiers. Er wird verhaftet.
Bei den Verhören gibt er zu, sein Mehl mit minderwertigem, verschimmeltem Roggen gestreckt zu haben. Für einen Moment scheint der Fall gelöst. Ich habe auch ein Foto von diesem Maurice Maillet. Dabei... Es gibt von den Beteiligten und Opfern und Menschen, die ich bis jetzt aufgezählt habe, einfach nicht so viel Fotomaterial.
Deswegen zeige ich dir jedes Foto, was ich finden konnte. Ja, verstehe ich. Das ist der Müller, der verhaftet wird. Okay. Von dem das Mehl stammt, mit dem Berillon gebacken hat. Ja, spannendes Foto. Man kann wirklich überhaupt nicht sagen, wo er steht. Es könnte draußen sein, es könnte drin sein. Ich würde denken, dass es drin ist, also es ist sehr dunkel, er ist wahrscheinlich mit Blitz fotografiert worden, er trägt einen, ja so einen Blazer, so ein Jackett, was unten ein bisschen weiß gepudert ist, also man erkennt, dass er auf jeden Fall, dass er Müller ist oder mit Mehl arbeitet, er trägt ein, irgendwas zwischen Baskenmütze und wie heißen diese? Barret?
Ja, stimmt, ja, Barret, ein ganz attraktiver Mann. Ich habe vermutet, dass es sich vielleicht in der Mühle abspielen könnte, dieses Foto. Wie macht das so einen riesigen Raum hinten auf? Da vermute ich so ein Lager, so ein Mehllager. Ich frage mich, wann das entstanden ist. Also wenn das bei der Verhaftung wäre, dann wirkt er relativ entspannt.
Für ein Foto, was vor der Verhaftung entstanden ist, wirkt es auch nicht besonders inszeniert, sondern wie so ein schneller Schnappschuss nebenbei. Maurice, schau mal her. Ich glaube, dass es aus dem Jahr 1951 ist und dadurch, dass das Ganze so viel Aufsehen erregt hat, könnte ich mir vorstellen, dass das bei der Verhaftung geschossen wird von der Presse.
Aber das kann ich nicht hundertprozentig sagen. Und wieder, jetzt komme ich wieder mit meinen Landtheorien. Wer wird die Polizei, ja, Maurice kennen und Maurice vielleicht auch die Polizisten. Am Ende ist es so, Maurice, wir müssen dich verhaften. Können wir noch schnell ein Foto machen? Dass er vielleicht gar nicht so angespannt wirkt, weil er alle Beteiligten dort vor Ort kennt. Weißt du, was ich meine? Ja.
Also auf dem Dorf? Aber der wohnt nicht in dem gleichen Dorf, ne? Der wohnt schon ein bisschen weiter weg. Aber du hast natürlich recht, wenn das die Verhaftung ist, Sieht er relativ gelassen aus? Vielleicht, weil er weiß, dass er unschuldig ist? Das ist auch ein guter Punkt, ja. Wir schauen mal. Während immer je festgenommen wird, eskaliert die Situation weiter.
Die Zahl der Erkrankten steigt immer weiter an. Ein Arzt stellt daraufhin eine beunruhigende Diagnose. Ergotismus. Die Symptome passen erschreckend gut zu dieser alten, fast vergessenen Krankheit, auch bekannt als Antoniusfeuer. Verursacht wird sie durch Mutterkorn, ein Pilz, der Getreide befällt und hochgiftige Stoffe bildet.
Ja, darf ich schon oder möchtest du noch weiterlesen? Ich habe noch einen Absatz. Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, hätte das dramatische Konsequenzen. In der Vergangenheit hat Ergotismus ganze Regionen verwüstet. Die Behörden wollen den Verdacht zunächst für sich behalten, Doch es ist zu spät, die Information zurückzuhalten.
Das Gerücht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Über den Dorfplatz, durch die engen Gassen, bis hinunter zu rohen. Und mit ihm wächst die Angst. Wie viele Menschen werden noch sterben? Du hast bei Mutterkorn gemacht. Ja, weil bei Mutterkorn muss ich daran denken, dass wir früh, wir haben, meine Eltern haben so eine Mühle zu Hause, mit der man Getreide zu Hause selber malen kann.
Früher, wenn wir dann da irgendwie so Weizen reingepackt haben, dann hat meine Mutter immer gesagt, man muss einmal immer durch die Körner schauen, ob da ein Mutterkorn drin ist, weil das ist giftig. Und tatsächlich von Zeit zu Zeit hat man eins gefunden. Das sieht man auch schnell, weil das einfach sehr schwarz ist und dann in einer sehr homogenen Masse auffällt.
Das heißt, ich wusste schon immer, so Mutterkorn muss man aufpassen. Jetzt ist die Frage, wie man das im großen industriellen Stil findet, ob es da auch Menschen gibt, die durch Säcke durchgehen, durch Tonnen durchgehen und nach Mutterkörnern schauen. Aber selbst wenn so eins auf 100 Kilo drin ist, ist das, glaube ich, nicht genug, dass man so ein ganzes Dorf narkotisieren kann oder vergiften kann.
Also das muss, glaube ich, dann schon eine größere Menge sein. Ich glaube, bei so einem halben Kilo, Kilo ist es, glaube ich, schon dann ist so eins, zwei ist dann, glaube ich, schon ein bisschen gefährlicher, aber bei so großen Mengen. Hat deine Mutter dir damals gesagt, was passieren kann, wenn ihr ein Mutterkorn zu euch nehmt? Nö. Oder hat sie gesagt, pass auf, wird dir das raus?
Wir machen gleich eine kleine Exkursion dahin, denn ich muss sagen, ich hatte davon noch nicht was gehört. Aber spannend Ja Dass der Florian Reetzer hier schon mal was vom Mutterkorn gehört hat Ja Ich dachte immer, es heißt Mutterkorn, weil die Mutter mich vom Korn gewarnt hat So. Die Ereignisse zerstören das Leben und den Ruf von Roquebriand und seiner Familie.
Im Jahr 2010 gibt der Sohn vom Bäcker Roquebriand ein Interview in Le Parisien. Und 59 Jahre später spricht er noch immer bewegt davon. Diese ganze Angelegenheit hat uns viel Schmerz bereitet, sagt er. Er ist einer von vier Kindern von Roquebriand. Anfang der 1950er Jahre war sein Vater ein angesehener Bäcker, ein unermüdlicher Arbeiter.
Ein Arbeitstier, erinnert sich sein Sohn. Er schlief nur acht Stunden pro Woche und half immer allen. Acht pro Woche. Das hat er so gesagt. Boah. Bisschen übertrieben wahrscheinlich. Ich denke, er wollte damit aussagen. Ich glaube, er wollte damit aussagen, dass sein Vater alles für diese Bäckerei getan hat und dass ihm jetzt seine Existenzgrundlage entzogen wurde, weil sein Brot scheinbar dafür verantwortlich war, dass es den Leuten so schlecht ging und einige gestorben sind.
Denn jetzt, wo der Verdacht naheliegt, dass die Menschen sich an seinem Brot vergiftet haben, kauft natürlich niemand mehr das Brot von Roque-Brignon, auch dann nicht, als die Bäckerei wieder geöffnet wird. Währenddessen werden in den Überresten und in dem Mehl, das man sicherstellen kann, Proben entnommen Denn die Behörden wollen beweisen, dass der festgenommene Müller Maurice Maillet giftiges Mehl verkauft hat Die Theorie der Behörden ist, die Menschen sind an Ergotismus erkrankt, auch bekannt als Mutterkornvergiftung, Dahinter steckt ein parasitärer Pilz, der vor allem Roggen befällt.
Über Jahrhunderte hinweg ist er in Europa gefürchtet. Seine Giftstoffe greifen das Nervensystem an, lösen Krämpfe, Warnvorstellungen und ein brennendes Gefühl in den Gliedmaßen aus, daher auch der historische Name Antoniusfeuer. Und tatsächlich, die Symptome in Pont-Saint-Esprit passen erschreckend gut zu diesem Krankheitsbild.
Der feuchte Sommer 1951 könnte die Ausbreitung des Pilzes zusätzlich begünstigt haben. Doch was genau passiert dabei? Statt eines normalen Getreidekorns bildet sich in der Ehre ein dunkles, längliches Gebilde, das sogenannte Mutterkorn, was Flo eben schon beschrieben hat. Es enthält hochgiftige Alkaloide, darunter Ergotamin.
Gelangen diese Stoffe in den menschlichen Körper, verengen sich die Blutgefäße. Die Folge durch Blutungsstörungen, Kribbeln, Schmerzen und im Extremfall schwere Krämpfe und Halluzinationen und gegebenenfalls der Tod. Nicht nur Roggen kann betroffen sein, auch Weizen, Hafer oder Gerste dienen dem Pilz als Wirt.
Besonders häufig tritt Mutterkorn in feuchtkühlen Jahren auf. Man spricht dann von Mutterkornjahren. Solche Vergiftungen sind damals also kein neues Phänomen. Schon im Mittelalter kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Ganze Dörfer erkranken, viele Menschen sterben. Manche Betroffene leiden unter unkontrollierbaren Krämpfen, andere unter brennenden Schmerzen, die bis zum Absterben von Gliedmaßen führen können.
Heutzutage ist das anders. Durch moderne Landwirtschaft und strenge Kontrollen gilt eine solche Epidemie eigentlich als nahezu ausgeschlossen. Fruchtwechsel auf den Feldern, der Anbau nicht anfälliger Pflanzen und verbesserte Anbaumethoden reduzieren das Risiko erheblich. Und auch in den Mühlen wird das Getreide sorgfältig gereinigt.
Mithilfe von Sieben, mechanischen Verfahren und optischer Sortierung wird Mutterkorn zuverlässig entfernt, bevor das Mehl überhaupt weiterverarbeitet wird. Kurz gesagt, vom Feld bis zum fertigen Brot greifen heute zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen. Im Jahr 1951 war das jedoch anders. Die plausibelste Erklärung steht jetzt also im Raum.
Doch ein endgültiger Beweis fehlt. Denn trotz intensiver Untersuchungen findet man weder im Brot noch im Mehl eindeutige Spuren von Mutterkorn. Der Müller Maurice Maillet wird daraufhin freigelassen. Ich melde mich ganz kurz. Hast du was zur Menge gefunden, wo es gefährlich wird? Oh nee. Oder kommt das noch? Nee, habe ich nicht.
Jedenfalls wird nichts in der Menge gefunden, in der es gefährlich sein könnte. Also es gibt keine Beweise dafür, auch wenn die Symptome alle dafür sprechen. Und der Müller Maurice Maillet wird daraufhin freigelassen. Die Menschen in Ponson d'Esprit und die Behörden sind ratlos Es gibt infolgedessen noch weitere Theorien und andere mögliche Ursachen, etwa chemische Stoffe oder verunreinigtes Wasser Alles wird geprüft, aber es gibt kein klares Ergebnis Im Herbst 1951 sind sieben Personen gestorben Und die große Frage nach dem Warum bleibt unbeantwortet, Viele Ermittlerinnen, Forscherinnen und Journalistinnen beschäftigen sich mit diesem außergewöhnlichen Kriminalfall, um zu versuchen zu verstehen, was passiert ist.
Aber welche Theorie auch immer sie finden und welcher Theorie sie nachgehen, Beweise gibt es keine. An dieser Stelle könnte die Geschichte zu Ende sein, aber das wäre wahrscheinlich nicht zufriedenstellend. Und ich habe ja im Intro eine Frage in den Raum gestellt, die Flo auch eben schon mal aufgegriffen hat.
Ich habe ja gefragt, was die CIA mit der ganzen Sache zu tun haben könnte. Die Antwort ist nichts. Richtig. Und jetzt ist die Folge vorbei. Bis nächste Woche. Viele Jahrzehnte hört man erstmal nichts mehr von dem Fall. Die Leute versuchen wieder zurück ins Leben zu finden. Es gibt keine Erklärung für den Tod von sieben Menschen. Das ist schrecklich. Es ist schrecklich.
Also das ist ja wirklich für das, also nicht nur für den Bäcker, sondern die Frage, ob in dem Dorf überhaupt noch Brot gegessen wurde. Wenn man weiß, irgendwie stimmte was mit dem Mehl nicht. Und das ist ja so ein essentielles Grundnahrungsmittel. Ja. Schlimm. Ich kann dich beruhigen, es gibt heutzutage wieder mehrere Bäckereien in dem Ort. Ach, mon Dieu.
Aber im Jahr 2009 wird eine neue Theorie in Umlauf gebracht. Der amerikanische Journalist Hank Albarelli behauptet, das Rätsel gelöst zu haben. Seine These ist brisant. Pond sans esprit könnte Opfer eines geheimen Experiments gewesen sein. Angeblich habe die CIA das Dorf mit LSD in Kontakt gebracht. Aha, okay.
Ich bin gespannt, wie der darauf kommt, weil ich habe zu diesem, was die CIA alles gemacht haben könnte. Ja, kannst du uns gerne gleich mal ein bisschen mitnehmen. Also ich spreche es gleich kurz an und dann kannst du gerne erzählen, was du darüber weißt oder was du dazu denkst. Nicht zu diesem Fall, sondern generell zu einem anderen.
Auf diese Spur stößt Al Borelli bei seinen Recherchen zum mysteriösen Tod von Frank Olson, einem US-Biochemiker, der für militärische Programme arbeitet. Offiziell heißt es, Olsen sei 1953, eine Woche nach der Einnahme von LSD, während eines paranoiden Schubs aus einem Hotelfenster gesprungen. Für Alberelli ist das kein Einzelfall, sondern Teil eines größeren Zusammenhangs.
Denn auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges führt die CIA zahlreiche geheime Programme durch, mit Namen wie Bluebird, Artichoke oder später MK-Ultra. Ziel ist es, Methoden der Gedankenkontrolle zu entwickeln. Dabei wird auch mit Psychotropen-Substanzen experimentiert, oft an Menschen, die nichts davon wissen.
Erst 1975 deckt eine Untersuchungskommission diese Praktiken teilweise auf. Der entscheidende Fund folgt 2009. Al Borelli veröffentlicht ein CIA-Dokument mit einem bemerkenswerten Betreff. Pons, Saint-Esprit und F. Olson-Akten. Darin wird angeordnet, diese Unterlagen zu vernichten. Für ihn ist das ein Hinweis darauf, dass es eine Verbindung zwischen Olsen, der LSD-Forschung und den Ereignissen in Südfrankreich geben könnte.
Seine Schlussfolgerung ist, in Pont-Saint-Esprit könnte ein Feldversuch stattgefunden haben. Vielleicht, so spekuliert er, wurde das LSD über das Brot aufgenommen. Genau über jenes Brot aus der Bäckerei von Roque-Briant, das ohnehin im Zentrum der Ermittlungen steht. Tatsächlich ist bekannt, dass in den frühen 1950er Jahren weltweit mit LSD experimentiert wird, auch im militärischen Kontext.
Al Borelli verweist sogar auf einen geheimen Bericht aus dem Jahr 1949, in dem gefordert wird, unter allen Umständen Feldversuche mit der Substanz durchzuführen. Die Vorstellung ist verstörend. Was, wenn das Brot tatsächlich manipuliert wurde? Was als rätselhafte Lebensmittelvergiftung beginnt, würde sich dann in etwas ganz anderes verwandeln, in ein düsteres Kapitel des Kalten Krieges, in dem eine ahnungslose Kleinstadt zum Schauplatz geheimer Experimente wird.
Zwar wirken die Hinweise auf den ersten Blick spektakulär, doch ein belastbarer Beweis fehlt bis heute. Die von Hank Aberelli zitierten Dokumente sind fragmentarisch, teilweise indirekt und lassen keinen eindeutigen Schluss darauf zu, dass tatsächlich ein Experiment in Ponson d'Esprit stattgefunden hat.
Dass Akten vernichtet werden sollten, ist im Kontext von Geheimdienstoperationen zwar auffällig, aber kein klarer Beleg für genau dieses Szenario. Hinzu kommt, die Symptome der Betroffenen passen zwar zu einer LSD-Intoxikation, aber ebenso gut und in manchen Punkten sogar besser zu einer klassischen Mutterkornvergiftung.
Auch die Tatsache, dass sich die Erkrankungen auf Menschen konzentrieren, die Brot aus einer bestimmten Quelle konsumiert haben, spricht eher für eine kontaminierte Lebensmittelscharge als für ein großflächiges, unkontrolliertes Experiment. Ein weiterer Punkt. Für einen gezielten LSD-Versuch fehlen konkrete operative Hinweise.
Weder gibt es gesicherte Belege für eine Durchführung vor Ort noch für die Logistik einer solchen Verabreichung, etwa über die Nahrungskette in einer ganzen Kleinstadt. So bleibt die CIA-Theorie vor allem eins. Eine faszinierende, aber spekulative Deutung, die sich aus einzelnen Indizien speist, ohne jemals eindeutig belegt worden zu sein.
Und genau darin liegt das bis heute Unheimliche an der Geschichte von Ponson d'Esprit. Wir kennen die Symptome, wir kennen die Folgen, aber die Ursache bleibt, zumindest zu sehr großen Teilen, im Dunkeln. Bis heute ist das Rätsel um das verfluchte Brot ungelöst. HistorikerInnen und WissenschaftlerInnen lehnen alternative Erklärungen bisher ab.
Die plausibelste Erklärung sei weiterhin eine Lebensmittelvergiftung durch Mutterkorn-kontaminiertes Getreide. Doch auch Medizin und Wissenschaft erkennen an, dass Fragen offen bleiben und der Fall von Ponson d'Esprit, der bei hunderten Einwohnern tagelange Halluzinationen und teils massive körperliche Beschwerden verursachte, bis heute nicht vollständig zufriedenstellend erklärt werden kann.
Was auch immer die Ursache war Fakt ist, ca. 300 Menschen wird im August 1951 in Pont-Saint-Esprit zuerst übel, nachdem sie das Brot einer bestimmten Bäckerei gegessen haben Dann beginnen sie zu krampfen und zu halluzinieren Der Bäcker Roquebriant verliert seine Existenzgrundlage Mindestens sieben Personen sterben.
Der Postbote vom Anfang, Léon Armunier, überlebt das Ganze übrigens und von ihm habe ich ein Foto aus dem Jahr 2010. Oh wow, okay. Das ist er. Sieht fröhlich aus, ne? Er sitzt in einem Rollstuhl in einer, ja, in einer, zu der Wohnung kann man jetzt nicht so viel sagen, da hinten steht ein Möbelstück mit einer Decke, mit so einem aufgelegten Tuch.
Und er selber, ich weiß nicht, wie alt er da ist, wissen wir das? Über 80 auf jeden Fall. Ja, er wirkt rüstig. Er ist einer der wenigen, der immer mal wieder über die Ereignisse gesprochen hat und auch über seine Krampfanfälle und wie es ihm damals ergangen ist. Hat der Nachwirkungen? Weißt du das? Nee.
Der hat das überlebt, aber der hatte länger mit den Halluzinationen zu kämpfen und war einige Wochen auch im Krankenhaus. Ein spannender Fall und ist es ein Cold Case? Müssen wir das irgendwo dazusagen? Ja, es ist wahrscheinlich ein Cold Case. Der heutige Foodcrime ist ein Cold Case. Aber ist ja am Anfang so ein bisschen angehört. Aber jetzt, mich würde interessieren, was du denkst, Flo.
Ja, also als du meintest, es gibt keine Hinweise auf Logistik etc., würde ich sagen, eigentlich braucht es ja da nicht viel. Also, dass es nur von einem Müller ausgeht, finde ich jetzt gar nicht mal so ungewöhnlich. Weil es reicht ja, wenn die irgendwo auf dem Weg einen Sack aufmachen, da was reinstreuseln und das wieder zumachen. Und schon...
Nimmt alles seinen Lauf. Also das halte ich gar nicht mal so für ungewöhnlich oder so für außergewöhnlich, dass es nur diese eine Bäckerei oder diesen einen Müller betrifft. Dahinter soll die CIA stecken. Es gibt einen Podcast, das heißt, glaube ich, Wind of Change. Haben wir über den nicht schon mal gesprochen? Das ist so ein Podcast, in dem geht es darum, dass die CIA Wind of Change, das Scorpionslied Wind of Change, in Auftrag gegeben hat, um auch am Ende des Kalten Krieges die Ostblockländer auf den Westen einzustimmen oder vom Westen zu überzeugen.
Und dieser Podcast ist irgendwie acht oder zehn Folgen lang super toll erzählt, wirklich schön produziert. Und es gibt dann immer wieder so Querverweise, weil es gibt ja sozusagen, es gibt ja belegte Formen der kulturellen Kriegsführung, könnte man das ja nennen. Also auch in vielen afrikanischen Ländern hat die CIA Konzerttouren mit zum Beispiel Aretha Franklin durchgeführt, um die Länder, die sich in den Unabhängigkeitskriegen befanden, so ein bisschen auf die Seite des Westens zu ziehen und mit westlicher Kultur sozusagen zu überzeugen.
Und das ist alles belegt. Und daraus speist sich die Theorie, ja, dann haben sie auch Wind of Change in Auftrag gegeben. Nur am Ende gibt es ein Interview mit Klaus Meine. Und der lacht sich einfach eine Stunde lang kaputt über diese Theorie. Und der Journalist immer so, aber kann das doch sein, hier wird auch das.
Und der immer so, nein, das ist alles Quatsch. Das Ding ist, es gibt viele Sachen, die die CIA gemacht hat, die viele, viele Jahre später erst rausgekommen sind. Und dass sie Tests mit Menschen gemacht haben, die davon nicht wussten, ist ja auch belegt. Ja, und das ist wahrscheinlich, da reicht eine Folge nicht, da muss ich glaube ich eine ganze Serie dazu machen, zu dem Thema der Bananenfirmen in Mittelamerika.
Auch da, was da an Regime-Change und CIA-Involvierungen stattfand, ist absurd in den Ausmaßen. Was mich so ein bisschen stört ist, dass er diese Unterlagen gefunden hat und dass dann so gar nichts drin steht. Es ist schwierig, es erinnert mich ein bisschen an diesen Podcast. Weißt du, da ist irgendein Journalist, der findet irgendwas und dann wird sich das so ein bisschen zusammengestückelt und eben weil die CIA so viele Dinge über all die Jahrzehnte durchgeführt hat.
Kann man dann so eine Theorie entwickeln von, möglicherweise stecken sie auch da dahinter. Dann denke ich mir so, nee, dann lass es. Dann finde ich, ist es nicht berichtenswert, wenn man einfach nur so ein bisschen rumspekuliert. Ja, ich finde, das ist der schmale Grat bei solchen Sachen. Ich finde, keiner Verschwörung zu glauben oder keiner Verschwörungsidee nachzugehen, ist auch keine Lösung.
Aber jeder Verschwörungsidee nachzugehen auch nicht. Also ich finde sozusagen, wenn man darüber berichtet und wenn man diese Theorie aufstellt, dann sollte es ein bisschen mehr sein. Als nur, ich habe, also der hat daran geforscht. Ja und hier, es gibt diesen Betreff, dass Unterlagen vernichtet werden sollen.
Ja natürlich, aber jede zweite Unterlage soll wahrscheinlich vernichtet werden. Genau und dass so ein Fall für Aufsehen sorgt, ist auch klar. Also wenn ein ganzes Dorf wahnsinnig wird, jetzt mal so plakativ gesagt, interessiert sich halt die ganze Welt dafür. Die Frage ist natürlich, wenn das auf Mutterkorn untersucht wurde und da nichts gefunden werden konnte, ja auch spannend, also war die Technik nicht gut genug, war das einfach der falsche Teil des Mehls? Ja, das ist die andere Frage.
Aber was glaubst du denn, was am ehesten sein könnte? Also was ist dein Gefühl? Weil mein Gefühl ist schon, dass es irgendwelche Verunreinigungen gewesen sein müssen und am Ende ist ein Konglomerat an irgendeiner Art von Fahrlässigkeit. Also nicht gute Kontrollen, Verunreinigungen, aber nicht so diese eine Person, die den Willen hatte, dieses ganze Dorf zu vergiften.
Ja, ich widerspreche mir jetzt vielleicht so ein bisschen und halte die CIA-Theorie aufrecht, weil ich finde es ehrlich gesagt unwahrscheinlicher, dass das Mutterkorn nur diesen einen Sack oder diese eine Charge betroffen hat und nicht noch mehr. Das finde ich tatsächlich dann sogar unrealistischer, weil da würde ich mir eher denken, betrifft das, vor allem wenn das so zentral verteilt wird, dann nicht mehr, was auf mehrere Gegenden verteilt wird.
Ja, diese Unklarheiten und diese Diskussionen, die wir hier gerade führen und besprechen, sind genau die, die auch damals geführt wurden und die auch immer noch ab und zu besprochen werden. Und es ist zwar ein Cold Case, aber auf der anderen Seite wird dieser Cold Case vielleicht irgendwann geschlossen werden. Das haben doch unsere lieben Kolleginnen von Puppies and Crime so schön gesagt, dass sie Codecans eigentlich mögen, weil die Chance noch besteht, dass es irgendwann aufgeklärt werden kann.
Und wer weiß, vielleicht entwickeln sich noch irgendwelche Methoden, mit denen man aufklären kann, was 1951 in Ponson d'Esprit passiert ist. Falls ja, ich werde das im Auge behalten und euch auch darüber in Kenntnis setzen. Und wenn ihr möchtet, schreibt ihr doch gerne mal in die Kommentare, was ihr denkt, was da im August 1951 passiert ist und wie ihr euch das Ganze erklären würdet.
Das würde mich brennend interessieren. Es gibt nämlich auch noch andere Theorien. Die beiden, die ich jetzt vorgestellt habe, sind die beiden bekanntesten und ich wollte jetzt hier nicht über fünf oder sechs verschiedene Theorien berichten, das wäre jetzt ein bisschen zu lang geworden, aber vielleicht hat der eine oder die andere von euch da ja noch ein paar Gedanken dazu.
Wir haben nur noch vier Minuten. Wir haben vier Minuten, weil dann musst du weiter. Deswegen machen wir ganz schnell meinen Foodcrime, oder? Richtig, Foodcrime. Bzw. nicht meinen Foodcrime. Ich habe ja in den letzten Wochen euch gefragt, was eure Foodcrimes sind. Und erst mal, danke, danke, danke, da ist ganz viel zusammengekommen.
Kamen da Sprachnachrichten? Auch, ja. Aber die hebe ich mir noch für die nächste Folge auf. Okay. Genau, aber eine Einsendung, und zwar die von Keri, fand ich sehr, sehr lustig. Und auch weird. Sie hat nämlich geschrieben, sie hat einen Foodcrime selber erlebt und zwar bei einer Hochzeit. Dort hat das Brautpaar nämlich eine Torte backen lassen, die dank künstlicher Aromen nach Sauerbraten geschmeckt hat.
Ich muss sagen, so Hochzeitstotten sind ja echt teuer. Also da gibst du ja richtig Geld für aus. Und dann diesen Spaß zu machen, das ist nach Sau. Weil ich weiß es nicht. Dann nehmen alle da so ein bisschen und verziehen den Mund. Vor allem wahrscheinlich, weil es eine Hochzeit ist, sind alle auch nach Neid.
Spannend. Interessant. Habe ich so noch nie gegessen. Oh, ein bisschen herzhafter, oder? Ist das so ein Zucchini-Kuchen? Oder was ist das? Auf der anderen Seite finde ich das ganz witzig, weil erstens bleibt man natürlich so in Erinnerung mit seiner Hochzeitstorte und zweitens schmecken Hochzeitstorten nie lecker. Das stimmt, das ist immer Fondant.
Richtig, es ist zu süß, es ist eigentlich irgendwie Perlen vor die Säue, finde ich. Und einfach viel zu viel Geld für das, was es dann nachher ist. Deswegen finde ich es irgendwie ganz lustig, da so ein Sauerbratenaroma reinzuballern. Ich hoffe, dass die Torte jetzt nicht hier acht Etagen hatte. Das wäre ein bisschen grob, ja. Ja, das wäre wirklich grob, aber... Spannend.
Ja, wenn es vielleicht wirklich so einfach nur ein kleines... Vielleicht haben sie sich das auch gedacht, es sind eh alle vollgefressen, So, auf Dessert hat eh keiner immer mehr Bock, dann holen wir uns eine kleine Torte, die nach Sauerbraten schreit. Oder die haben einfach den Hauptgang direkt geskippt und haben eine Torte mit dem Geschmack serviert, damit man zwei Gänge in einen bringen kann. Wahrscheinlich.
Ich fand's einen großartigen Foodcrime. Ja, ist auch ein Foodcrime. Vielen Dank. Dann würde ich sagen, wir hören uns nächste Woche wieder. Alle Fotos findet ihr natürlich bei Instagram. Lilly, wir hören uns nicht nächste Woche wieder, wir hören uns am Wochenende wieder. Ah, wir hören uns bereits am Wochenende, Entschuldigung.
Kann ich kurz hier noch sagen, aber alle Fotos findet ihr natürlich bei Instagram. Und wenn ihr Foodcrimes habt, die ich hier mit Flo besprechen soll, dann schreibt mir gerne bei Instagram. Ich bin jetzt wieder zurück und am Start und freue mich auf eure Nachrichten. Und jetzt übergebe ich das Wort meinem lieben Kollegen Flo. Du hast ungefähr noch 60 Sekunden Zeit, Jetzt zu sagen, was dieses Wochenende anstehen wird.
Ja, wir haben uns was überlegt. Und zwar werden wir alle zwei Wochen eine Extra-Folge servieren. Die aus Foodcrams besteht und ein paar anderen Sachen. Wir sind sehr gespannt. Wir haben die noch nicht aufgenommen. Also wir wissen selber noch nicht, was am Wochenende passiert. Aber Hauptsache erst mal ankündigen. Ja.
Ich weiß ja schon, was passiert. Ich hab's vorbereitet. Wir haben einfach gedacht, wir wollen euch noch ein bisschen mehr Futter geben. Wir haben so viel rumliegen, was jetzt vielleicht nicht immer in eine ganze Folge passt. Und das werden wir verarbeiten. Also macht am Wochenende auch gerne mal eure Podcast-App auf und schaut, was euch da serviert wird.
So, machen wir es. Und jetzt aber schnell ja Ende, ne? Jetzt schnell, weil ich muss in den nächsten Termin. Die Frau ist wichtig. Tschüssi. Liebe Grüße. Ron oder Ron? Ron, ne? Sagt man auf Deutsch nicht Rhön? Rhön? Aber Ron. Aber ich glaube auf Französisch wird das mit so einem Axon, mit so einem Hütchen. Ja, ja. Dann ist es doch Ron, oder? Ja, ich glaube schon.
Ich habe wieder meine Hausaufgaben nicht gemacht. How to pronounce... Ich bin jetzt wieder auf meiner Lieblings-YouTube-Seite. How to pronounce... Le Rhone. Le Rhone. Okay. Ich bin ja eh... Also... Boah, das können wir alles nicht reinschneiden. Wenn ich jetzt wieder über die Franzosen herziehe. Wir ziehen...
Nein, heute, das ist meine Folge. Hier wird nicht über irgendwelche Franzosen hergezogen, denn Frankreich ist ein fantastisches Land. Mit fantastischer Küche. Einer Sprache, die die schönste Sprache der Welt ist. Ja. Und... Meine einzige Begegnung mit Frankreich ist aktuell der Flughafen Charles de Gaulle. Ja, den du ja verabscheust. Den ich verabscheue. Ja. Okay.
Ich werde hoffentlich dieses Jahr nochmal in Frankreich sein. In einer meiner Lieblingsstädten Paris. Paris. Paris. Und ich lasse gar nichts auf Frankreich kommen. Nee, Paris habe ich mittlerweile auch lieben gelernt.