
Geschichte 10 Minuten· Staffel 1· Folge 61
Trofim Lyssenko: der Mann, der die Genetik verbot (#61)
Montag, 27. Januar 2025 · 7 min
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Shownotes
Ein Agronom versprach Stalin, die Ernten der Sowjetunion mit einfachen Mitteln zu retten, und stürzte stattdessen eine ganze Wissenschaft ins Chaos. Trofim Lyssenko lehnte die Vererbungslehre und die Existenz von Genen ab und behauptete, Pflanzen ließen sich allein durch Umwelteinflüsse umformen. Mit Stalins Rückendeckung setzte er ab 1948 die klassische Genetik in der UdSSR faktisch außer Kraft und ließ Kritiker verfolgen, unter ihnen den Genetiker Nikolai Wawilow, der 1943 in Haft an Unterernährung starb. Seine Anbaumethoden hielten nicht, was er versprach, und verschärften die angespannte Ernährungslage. Als Mao dieselben Ideen während des Großen Sprungs nach vorn übernahm, trugen sie zur verheerenden Hungersnot in China bei. In der DDR verhinderten Genetiker um Hans Stubbe am Institut in Gatersleben, dass sich der Lyssenkoismus vollständig durchsetzte, bis prominente Wissenschaftler Lyssenko 1965 entmachteten.