Hercule Poirot – Deutsche Krimi-Hörspiel· Folge 8

Hercule Poirot: Der Baron starb 1937 | Deutsche Krimi-Hörspiele

Mittwoch, 23. September 2026 · 1 h 24

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Shownotes

Hercule Poirot ermittelt im rätselhaften Todesfall eines deutschen Barons im Jahr 1937. Im Schwarzwald führen verschlossene Türen, widersprüchliche Aussagen und ein verborgenes Motiv zu einem gefährlichen Geheimnis. Dieses spannende Krimi-Hörbuch verbindet klassische Detektivarbeit mit düsterer Atmosphäre und überraschenden Wendungen. Jetzt anhören und den Fall selbst lösen! #HerculePoirot #KrimiHörspiel #KrimiHörbuch #Schwarzwald #Detektivgeschichte

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Willkommen bei Die kleinen grauen Zellen. Ein alter Schwarzwald, ein verschlossenes Zimmer, ein toter Baron und ein kleiner belgischer Mann mit einem tadellosen Schnurrbart, der bereits weiß, dass dieser Tod kein Unfall war. Heute Nacht nehmen wir euch mit nach Schloss Rabenhorst, tief im Schwarzwald, Spätherbst 1937, wo die Tannen schweigen und die Menschen lügen. Setzt euch hin, macht es euch gemütlich. Der geheimnisvolle Tod des deutschen Barons, ein Hercule Poirot Krimi. Sie haben die Karte falsch herum, sagte Poirot.

Ich halte sie vollkommen richtig, erwiderte Hastings. Norden ist oben, das ist immer so. Norden ist oben, ja, aber wir fahren südwärts, mon ami, und Sie halten sie so, als ob wir uns bereits am Ziel befänden, am während wir in Wirklichkeit... Poirot. Oui? Schweigen Sie bitte. Der Wagen... Ein geliehener schwarzer Mercedes, den Hastings mit der Begeisterung eines Schuljungen und der Sorgfalt eines Chirurgen fuhr, schlängelte sich durch den Schwarzwald.

Seit zwei Stunden schon. Die Tannen standen dicht, dunkel, gleichgültig. Der Oktoberwind zerrte an den letzten Blättern der wenigen Laubbäume, die sich zwischen die Nadelbäume gewagt hatten, und riss sie weg, eine nach der anderen. Hastings warf einen Blick in den Rückspiegel. Glauben Sie wirklich, dass es Mord ist? Das Telegramm des Inspektors sagte, unerklärlicher Tod. Poirot faltete seine Hände im Schoß.

Wenn ein Tod erklärlich wäre, hätte man mich nicht um 800 Kilometer aus Paris hergebeten, n'est-ce pas? Könnte auch natürliche Ursachen sein. Ah, Herzinfarkt. Könnte. Männer seines Alters. 66. Sterben nun einmal. Oui. Eine Pause. Und dennoch bin ich hier. Hastings schwieg. Der Wald schwieg auch, auf seine eigene, undurchdringliche Art. Dann, ohne Vorwarnung, keine Lichtung, keine Einfahrt, kein Schild, stand das Schloss vor ihnen. Schloss Rabenhorst. Hastings trat auf die Bremse.

Der Mercedes blieb schräg auf dem Schotterweg stehen. Es war kein schönes Gebäude, Kein Märchenschloss aus dem Reiseführer, kein elegantes Herrenhaus mit gepflegten Hecken. Rabenhorst war alt auf eine ernsthafte, unnachgiebige Weise. Schweres, graues Mauerwerk, das die Jahrhunderte nicht verschönert, sondern nur verdunkelt hatten. Zwei Türme an den Ecken, einer mit einer verblichenen Wetterfahne in Rabenform, der andere ohne Spitze.

Ehe als hätte ein alter Blitz sie einmal weggenommen und sie nie zurückgebracht. Die Fassade war bedeckt mit totem Efeu, der sich wie erstarrte Finger über den Stein tastete. Und die Eingangstür stand offen, nicht angelehnt. Offen, weit, ein schwarzes Rechteck in der grauen Mauer, aus dem kein Licht fiel und keine Stimme kam. Nun, sagte Hastings, Poirot stieg aus dem Wagen, sorgfältig. Er strich seinen Mantel glatt, rückte seinen Hut zurecht, und betrachtete die offene Tür mit dem Ausdruck eines Mannes, der eine Rechenaufgabe vor sich sieht und noch nicht entschieden hat, ob sie interessant oder nur unangenehm ist.» Niemand empfängt uns«, sagte Hastings hinter ihm.» Nein, das ist doch merkwürdig.«» Das ist mehr als merkwürdig, Hastings.« Poirot begann,

auf das Schloss zuzugehen. Und seine kleinen Schritte auf dem Schotter klangen sehr laut in der Stille.» Man hat mich telegrafisch«, um eine sofortige Anreise gebeten. Man hat die Reisekosten im Voraus überwiesen, und das großzügig. Man hat betont, die Sache dulde keinen Aufschub. Er blieb an der Türschwelle stehen und sah hinein. Der Flur dahinter war dunkel und roch nach altem Holz, kaltem Kamin und noch etwas, etwas Süßlichem, kaum wahrnehmbar.

Und nun steht die Tür offen und kein Mensch ist zu sehen. Vielleicht sind sie alle beim, ich weiß nicht, Bei der Leiche? Vielleicht. Poirot trat ein. Der Eingangsflur von Rabenhorst war hoch und schmal, ausgekleidet mit dunklem Eichenholz, das Generationen von Händen poliert hatten bis zu einem matten, leblosen Glanz.

Hirschgeweihe an den Wänden. Wie ein Gemälde. Ein Mann in einer Rüstung aus dem 17. Jahrhundert, das Gesicht streng und irgendwie bekannt. Darunter, auf einem schweren Tisch aus Nussbaum, Eine silberne Schale für Visitenkarten, leer. Auf dem Boden Kalkstein, abgetreten in der Mitte, glatt an den Rändern. Poirot blieb stehen.

Er sah nach links, nach rechts, nach oben. Die Treppe, dunkel, kein Licht im oberen Stockwerk. Er sah auf den Boden. Hastings. Ja? Sehen Sie die Sohlenabdrücke? Hastings sah. Im Staub, denn der Flur war nicht so sauber, wie er sein sollte. waren mehrere Schuhspuren zu erkennen. Große Schuhe, mittlere Schuhe, einmal der Abdruck eines breiten, flachen Frauenschuhs. Alle liefen in dieselbe Richtung.

Nach rechts, den Flur entlang, durch eine schwere Holztür, die halb offen stand. Sie führen alle dahin. Ja, sagte Poirot, ehen alle. Er folgte ihnen. Die Tür am Ende des Flurs öffnete sich in einen breiteren Korridor und von dort aus war das Arbeitszimmer des Barons leicht zu finden, nicht weil es ausgeschildert war, sondern weil dort Licht brannte und Stimmen zu hören waren. Zwei Stimmen. Eine ruhige, sachliche Männerstimme, die in beamtenhaftem Bayrisch erklärte, die Spurensicherung sei auf dem Weg, man möge bitte Abstand halten. Eine zweite Stimme, Weiblich, kontrolliert bis an die Grenze des Kontrollierbaren. Die sagte, sie wolle wissen warum. Und zwar sofort. Poirot klopfte an den offenen Türrahmen.

Beide Stimmen verstummten. Der Mann, der sich umwandte, war Mitte 40, untersetzt mit einem sorgfältig gestutzten Schnurrbart und den müden Augen eines Menschen, der zu viele Berichte geschrieben hat. Inspektor Franz Brandt, Kriminalpolizei Freiburg. Er ermusterte Poirot mit dem Ausdruck, den Poirot bei Polizeibeamten gut kannte, jene Mischung aus Skepsis und widerwilliger Hoffnung.

Monsieur Poirot? Derselbe. Poirot verbeugte sich leicht.» Und dies ist mein Freund Captain Hastings, der so freundlich war, mich zu begleiten.« Brand nickte knapp.» Gut, dass Sie so schnell kommen konnten. Die Lage ist kompliziert.« Lagen, in denen man mich ruft, sind gewöhnlich kompliziert. Poirot sah an Brandt vorbei in das Zimmer.

Darf ich? Die Frau, die noch immer an der gegenüberliegenden Wand stand, war jung. Ende zwanzig. Nicht mehr. Groß, schlank, mit dem hohen Knochenbau norddeutscher Adelsfamilien. Blondes Haar, streng zurückgekämmt. Ein schwarzes Kleid, das noch nicht die Trauerkleidung war, sondern das Abendkleid von gestern Nacht. in dass sie in der Hast der letzten Stunden nicht gewechselt hatte. Ihre Hände? Sie hielt sie vor dem Körper, die Finger ineinander gefaltet, bewegten sich nicht. Aber die Knöchel waren weiß.» Baronesse Elisabeth von Rabenhorst«, sagte Brandt. Sie nickte, einmal, kurz. Ihr Blick auf Poirot war abwägend, nicht feindselig, aber auch nicht willkommen. Der Blick einer Frau, die entschieden hat, dass sie niemandem vertraut, bis

das Gegenteil bewiesen ist. Monsieur Poirot. Ihre Stimme war klar. Das Deutsch akzentfrei, das Englisch, als sie es versuchte, besser als das der meisten. Mein Mann hat sie eingeladen, noch bevor er... Sie brach ab, begann neu. Er schrieb das Telegramm selbst, vor vier Tagen. Ich weiß... Er sagte mir nicht warum.» Nein«, sagte Poirot sanft,» das pflegen Sie nicht zu sagen.« Er wandte sich dem Schreibtisch zu. Sir Baron Friedrich von Rabenhorst saß noch in seinem Sessel, oder hatte gesessen, bis man ihn vorsichtig zurückgelehnt hatte. Jetzt lag er halb zurück, die Arme auf den Sessel lehnen, den Kopf zur Seite geneigt, das Gesicht gelblich, eingefallen um die Wangen, aber nicht verzerrt, kein Ausdruck des Schreckens. Kein Ausdruck von Schmerz. Ein Mann,

der eingeschlafen ist. Auf dem Schreibtisch ein aufgeschlagenes Buch. Kräuter und Gifte in der mittelalterlichen Heilkunde, Seiten vergilbt, Ränder mit Bleistift annotiert. Ein Tintenfass, ein Briefbeschwerer aus Bernstein, ein Weinglas halb gefüllt, der rote Wein darin, still und dunkel wie altes Blut. Poirot trat näher, sehr nah. Er beugte sich über das Weinglas, ohne es zu berühren, und roch. Hastings sah, wie Poirot's Augen für eine Sekunde nur eine einzige schärfer wurden.

Endan richtete er sich auf. Wann wurde er gefunden? fragte er in seiner gewohnten, freundlichen Konversationsstimme. Heute Morgen um sieben Uhr, antwortete Brandt. Die Haushälterin, Frau Müller, sie brachte den Morgenkaffee. Die Tür war abgesperrt. von innen. Der Schlüssel steckte innen im Schloss. Sie alarmierte die Baroness. Gemeinsam holte She brought the morning coffee. The door was locked. From the inside.

The key was inside the castle. She alarmed the baroness. Together they got the housekeeper who opened the door. The windows? All closed. Locked from the inside. And the key, said Poirot, was inside. Yes. Interesting. Poirot looked at the baron's hand. The right hand that lay on the armchair. An seinem kleinen Finger steckte ein Ring, schwerer Goldring, dunkel angelaufen, mit einem roten Stein. Zu eng. Viel zu eng für den knochigen Finger des alten Mannes. Er hatte sich ins Fleisch eingegraben, jetzt als ob er mit Gewalt aufgeschoben worden war. Hastings, der neben ihm getreten war, sagte leise, sieht unbequem aus. Oui, murmelte Poirot, sehr unbequem, für einen Mann, der ihn angeblich nie trug. Er richtete sich auf und lächelte Inspektor Brandt an.

Ein kleines, harmloses Lächeln. Ich glaube, sagte Hercule Poirot, dass wir die anderen Gäste kennenlernen sollten, alle zusammen, und bald. Draußen über dem Schwarzwald begann der Wind zu heulen. Der Salon von Rabenhorst war ein Zimmer, das in besseren Zeiten imposant gewesen sein mochte. Jetzt wirkte es nur noch schwer.

Schwere Vorhänge aus dunkelrotem Samt, Schwere Möbel aus geschwärzter Eiche, schwere Gemälde an den Wänden, allesamt Rabenhorsts, in verschiedenen Jahrhunderten, allesamt mit demselben strengen Zug um den Mund. Ein Kamin, groß genug, um darin zu stehen, um aber kalt. Jemand hatte vergessen, ihn anzuzünden, oder niemand hatte die Kraft gehabt, daran zu denken. Frau Hildegard Müller stand an der Tür.

Sie hatte sie hereingebeten, alle, nachdem Brandt seine kurze, sachliche Mitteilung gemacht hatte, dass ein Ermittler aus Paris eingetroffen sei und einige Fragen habe. Frau Müller hatte die Tür aufgehalten, einen nach dem anderen eingelassen und dabei kein Wort gesagt. Jetzt stand sie noch immer dort, die Hände vor dem Körper gefaltet, die Augen, braun, ruhig, älter als ihr Gesicht.

auf einen Punkt an der gegenüberliegenden Wand gerichtet. Hastings beobachtete sie. Irgendetwas an ihr störte ihn, ohne dass er hätte sagen können, was. Graf Otto von Rabenhorst war als letzter erschienen. Er war ein großer Mann, einmal breit in den Schultern gewesen, jetzt etwas zusammengesunken. Als hätte das Leben methodisch an ihm gezogen.

57 Jahre alt, aber er trug sie ungleichmäßig. Manche Tage, mutmaßte Hastings, sah er zehn Jahre jünger aus, und heute sah er zehn Jahre älter aus. Er trug einen Morgenrock über seinem Anzug, was bedeutete, dass er sich entweder noch nicht vollständig angezogen hatte, oder dass es ihm gleichgültig war.

Er ließ sich in den größten Sessel fallen, ohne zu fragen, ob jemand anderen darin saß, und sah Poirot an. Sie sind also der Belgier? Ich bin Hercule Poirot, oui. Mein Bruder war ein Narr, sagte Otto. Er hat immer Fremde ins Haus geholt. Fremde Ideen, Fremde Menschen. Er strich sich über den grauen Schnurrbart. Jetzt ist er tot und wir sitzen hier mit einem... Er machte eine Handbewegung, die Poirot, den Salon, die gesamte Situation umfasste. Ah, mit diesem Zirkus. Otto.

Die Baroness, die am Fenster stand, sprach seinen Namen ohne Betonung. Eine Warnung ohne Wärme. Otto twitched his shoulders. Karl Brenner sat at the small desk in the corner. Not working, but his hands on the desk surface, as if they were looking for something that should be there and was not. He was young, younger than Hastings expected. Mid-twenty, slim, with glasses, one of which had a fine tear that he either didn't notice or ignored. Sein Haar war dunkel, ordentlich gescheitelt, aber eine Strähne fiel ihm immer wieder in die Stirn, und er strich sie immer wieder zurück, mechanisch, ohne darüber nachzudenken.

Es tut mir sehr leid, sagte er, als Poirot ihn ansah. Es ist ein schrecklicher Schock, obwohl... Er hielt inne, strich die Strähne zurück. Verzeihen Sie, es ist vielleicht nicht der richtige Moment. Nein, bitte, sagte Poirot freundlich. Sprechen Sie. Nun, sein Herz war nicht stark. Das wussten wir alle. Dr.

Voss hatte mehrfach gewarnt. Karl sah auf seine Hände. Es ist trotzdem ein Schock, aber nicht ganz. Unerwartet. Der Salon war still für einen Moment. Hastings sah Poirot an. Poirot hatte diesen Ausdruck, jenen bestimmten Ausdruck, den Hastings nach Jahren immer noch nicht ganz lesen konnte. Nicht Überraschung, nicht Interesse.

etwas dazwischen, eine Art stilles Registrieren, wie ein Uhrwerk, das einen neuen Zahn einrastet. Dr. Voss, sagte Poirot, er ist der Hausarzt des Barons? Leibarzt, korrigierte die Baroness. Er lebt im Dorf, fünf Kilometer, er wurde heute früh benachrichtigt. Und wann kommt er? Er müsste schon ein Klopfen an der Salontür.

Und dann öffnete sie sich. Dr. Heinrich Voss was a man who was underestimated at first sight. That was, Hastings thought later, perhaps his most dangerous characteristic. He was medium-sized, middle stature, with a moderately remarkable face, not ugly, not beautiful, the hair gray-browed, the suit clean and good, but not conspicuous.

The kind of man you pass on a street ten times and don't keep it a single time. But his eyes. Seine Augen waren wachsam, präzise. Die Augen eines Mannes, der immer und gleichzeitig an mehreren Orten zuhörte. Er trat ein, sah in die Runde. Elisabeth, Otto, Karl, Frau Müller, Brandt und dann zu Poirot. Sie sind Monsieur Poirot. Keine Frage. Ja, und Sie sind Dr. Voss. Poirot lächelte. Ich bin sehr froh, dass Sie gekommen sind. Ich habe einige Fragen. Wenn Sie so freundlich wären. Natürlich. Vos trat näher. Er blieb stehen, lehnte sich nicht an, setzte sich nicht. Ein Mann, der Abstand hält. Was möchten Sie wissen? Zunächst, Poirot neigte den Kopf leicht. Wann haben Sie von dem Tod des Barons erfahren?

Heute früh, gegen acht Uhr. Die Baroness hat mich telefonisch erreicht. Und Sie kamen sofort? Nicht sofort. Ich hatte einen Patienten, einen älteren Herrn mit einer Lungenentzündung. Ich konnte nicht einfach... Er machte eine knappe Handbewegung. Ich kam gegen zehn. Ich verstehe. Poirot nickte sanft. Und als man ihnen sagte, was geschehen war, was dachten sie da zuerst? Voss antwortete ohne zu zögern.

Ich dachte, wann haben sie ihn gefunden? Der Raum war still. Hastings merkte es nicht sofort. Aber Poirot? Poirot stand sehr ruhig, Or die Hände auf dem Rücken und der Ausdruck in seinen Augen hatte sich verändert. Kaum merklich. Ein Muskel um den Mund, der sich einen Moment anspannte und wieder entspannte.

Wann haben sie ihn gefunden? Nicht, was ist passiert? Nicht, wie ist er gestorben? Nicht, ist es sicher, dass er tot ist? Wann? Eine verständliche erste Frage für einen Arzt, sagte Poirot, und seine Stimme war vollkommen freundlich. Man denkt natürlich sofort an die Zeit des Todes. Ja, Voss sah ihn an. Genau. Die Stille danach war eine Sekunde zu lang.

Frau Müller brachte Kaffee, obwohl niemand danach gefragt hatte. Sie tat es mit der automatischen Präzision von 30 Jahren Dienst. Die Tassen auf die Untertassen, die Kanne in die Mitte, die Zuckerdose daneben, die Sahnekanne genau drei Finger breit rechts davon. Ihre Hände bewegten sich ohne Zittern. Ihr Gesicht war ausdruckslos.

Hastings nahm eine Tasse und sah sie an. Sie haben ihn gefunden, nicht wahr? Heute früh? Ja. Ihre Stimme war ruhig, etwas tief für eine Frau, mit dem breiten Vokal des Schwarzwälder Dialekts, der sie trotz 30 Jahren in einem Adelshaus nicht ganz verlassen hatte. Das muss schrecklich gewesen sein. Frau Müller sah Hastings an. Kurz. Direkt, ohne die leichte Unterwürfigkeit, die eine Haushälterin ihrem Stand nach hätte zeigen sollen. Ja, sagte sie. Dann wandte sie sich ab und ordnete die Kaffeekanne um einen halben Zentimeter nach rechts, obwohl sie vollkommen gerade gestanden hatte. Hastings beobachtete sie noch einen Moment. Dann fiel ihm auf, was ihn die ganze Zeit gestört hatte.

Frau Müller' s Augen waren trocken. Nicht apathisch, nicht kalt, das war es nicht. Sie trauerte, das war spürbar. Ich irgendwo unter der Oberfläche dieser strengen, unbeweglichen Haltung war etwas wie Schmerz, real und tief. Aber keine Tränen, als wäre der Vorrat längst erschöpft, als hätte sie bereits geweint, allein, irgendwo, Stunden bevor jemand anderes aufgewacht war. Er erwähnte es später gegenüber Poirot beim Mittagessen in dem kleinen Raum, den Bront für sie freigeräumt hatte. Poirot hörte zu, ohne ihn zu unterbrechen.

Das war immer ein gutes Zeichen. Wenn Poirot schwieg und zuhörte, hatte Hastings etwas bemerkt, das tatsächlich bemerkenswert war. Die Haushälterin hat bereits geweint, sagte Hastings.» Bevor wir ankamen.«» Ja«, sagte Poirot.» Was bedeutet das?«» Es bedeutet, dass sie den Tod des Barons nicht erst heute früh um sieben Uhr erfahren hat.« Poirot trank einen Schluck Kaffee, eyeprüfte ihn mit ernstem Gesicht und stellte die Tasse zurück.» Sie wusste es früher.«» Aber sie sagt, sie hat ihn gefunden.«» Sie hat ihn gefunden, ja.

Das schließt das andere nicht aus.« Er sah auf das Fenster, durch das man auf den verwilderten Garten des Schlosses blickte. Die Eiben, ein dichter, alter Eibenhain, standen still und dunkel am Rand des Gartens wie wartende Gestalten. Sie wusste etwas, vielleicht nicht alles, aber genug, um in der Nacht zu weinen, bevor sie die Tür aufbrach. Hastings dachte einen Moment nach.

Vielleicht war sie verliebt in ihn. Das würde erklären. Non. Poirot shook his head. Certainly. That's not it. He still looked at the vines. That's not it at all. In the afternoon it was raining. Not the friendly autumn rain, which lets mushrooms grow and drives children to the window. But the rain that came over the black forest was heavy and decided, and it knocked against the old windows of Rabenhorst, as if he had a message to convey.

Count Otto had withdrawn into his room. Elisabeth saß in der Bibliothek. Hastings sah sie durch die angelehnte Tür. Ein Buch in den Händen, das sie nicht las. Ihre Augen bewegten sich nicht über die Seite. Poirot lief. Das war seine Gewohnheit. Wenn er nachdachte, lief er. Nicht durch den Regen, versteht sich. Das wäre unthinkable gewesen. Er lief durch die Flure des Schlosses, auf und ab, auf und ab, die kleinen Hände auf dem Rücken, den Blick auf den Boden gerichtet, und von Zeit zu Zeit murmelte er etwas auf Französisch, das Hastings nicht verstand. Hastings folgte ihm nicht. Er hatte gelernt, dass es in diesen Momenten das Klügste war, in der Nähe zu bleiben und zu schweigen. Stattdessen setzte er sich

in einen der schweren Sessel im Flur und betrachtete die Gemälde der Rabenhorsts. Der Mann aus dem 17. Jahrhundert, der ihm am Eingang aufgefallen war. Darunter ein Porträt aus dem 18. Jahrhundert. Ähnliche Gesichtszüge, aber weicher, fast melancholisch. Dann eine aus dem 19. Mit einem langen Schnurrbart, einem Militärorden auf der Brust, einem Ausdruck von unerschütterlicher Selbstgewissheit. Und ganz am Ende der Galerie das neueste Bild. Friedrich von Rabenhorst selbst. gemalt vielleicht vor zehn Jahren. Schmal, aufrecht, das Gesicht gelblich selbst auf dem Ölbild, die Hände auf dem Schreibtisch, auf dem rechten kleinen Finger, Hastings stand auf. Auf dem Gemälde trug der Baron keinen Ring.

Es war Karl Brenner, der später am Nachmittag in den Garten ging. Hastings bemerkte ihn vom Fenster aus. Der junge Chemiker, in einem langen Mantel, den Kragen hochgeschlagen, gegen den Regen, der inzwischen nachgelassen hatte, aber nicht aufgehört. Er lief durch den verwilderten Garten in Richtung des Eibenhains, mit der Zielbewusstheit eines Mannes, der diesen Weg kennt. Poirot, sagte Hastings. Poirot trat neben ihn ans Fenster. Sie sahen gemeinsam zu, wie Karl am Rand des Eibenhains stehen blieb. sich umsah, einmal nach links, einmal nach rechts, die Geste eines Mannes, der prüft, ob er beobachtet wird, und dann zwischen die Bäume trat. Interessant, sagte Poirot leise. Sollen wir... Nein. Poirot trat vom Fenster zurück.

Noch nicht. Wir werden morgen früh in den Garten gehen. Wenn er hell ist, wenn man gut sehen kann. Er strich seinen Schnurrbart. Jetzt möchte ich, dass Sie mir etwas sagen, Hastings. Was? Das Gemälde. Am Ende des Flurs. Sie haben es heute Nachmittag sehr lange angesehen. Hastings blinzelte. Woher wissen Sie? Weil ich nicht laufe, ohne etwas zu sehen, Monami. Was haben Sie bemerkt? Der Ring, sagte Hastings. Auf dem Gemälde trägt er keinen. Aber an der Leiche steckt einer am kleinen Finger.

Zu eng. Mit Gewalt aufgeschoben. Poirot nickte langsam. Très bien, Hastings. Très bien. Was bedeutet das? Poirot schwieg eine Weile. Dann? Es bedeutet, dass jemand sehr sorgfältig war. Sehr, sehr sorgfältig. Er sah auf seine eigenen Hände. Und dass die Sorgfalt selbst uns etwas verrät. Sie verrät uns nämlich, dass der Täter etwas wusste. Etwas Bestimmtes über diese Tür, über dieses Schloss, über den Ring. Jemand aus dem Haus. Jemand, der hier zu Hause ist. Er ließ das einen Moment stehen. Oder jemand, dem jemand anderes sehr genau erklärt hat, wie es funktioniert.

Draußen über dem Schwarzwald wurde der Himmel dunkler. Der Wind kam in Böen jetzt, stark genug, dass die alten Fenster in ihren Rahmen zitterten. Heute Nacht wird es schlimm, sagte Hastings. Oui. Poirot sah auf den Garten, auf die stillen, dunklen Eiben. Es wird sehr schlimm. Poirot befragte sie einzeln. Das war seine Methode. Nicht die des Inspektors Brand, der alle zusammen im Salon versammelt hatte, als könnte die Gruppe irgendwie eine Antwort produzieren, die der Einzelne nicht geben würde. Poirot wollte sie allein, einen nach dem anderen. In einem kleinen Raum, mit zwei Stühlen und keinem Schreibtisch zwischen ihnen, weil ein Schreibtisch eine Barriere war, und Barrieren machten die Menschen wachsam,

und wachsame Menschen sagten nichts Interessantes. Er bat Brandt, ihm das kleine Raucherzimmer neben der Bibliothek zu überlassen. Brandt zog eine Augenbraue hoch. Das Raucherzimmer. Ja, es hat zwei bequeme Sessel, ein Fenster mit Blick auf den Garten, und es riecht nach Zigarren. Poirot lächelte entschuldigend. Ha, ich denke besser, wenn es nach Zigarren riecht. Brandt überließ ihm das Raucherzimmer. Die Baroness kam zuerst. Sie setzte sich, ohne zu fragen, in welchen Sessel sie sich setzen sollte. Sie nahm den dem Fenster nähergelegenen, den helleren, den mit dem weiteren Blick. Ein kleines Detail, ein Detail über einen Menschen der Kontrolle bevorzugt.

Sie haben Fragen, sagte sie. Immer, sagte Poirot freundlich. Das ist mein Beruf, Madame. Ich frage, bis die Antworten aufhören, um mich zu überraschen. Er faltete die Hände. Erzählen Sie mir von gestern Abend. Elisabeth sah kurz aus dem Fenster. Der Garten war grau und nass im Novemberlicht, die Eiben fast schwarz. Dann wandte sie sich zurück. Wir aßen um acht.

Mein Mann, Graf Otto, Karl, Dr. Voss. Er hatte mich um eine Einladung gebeten. Er wollte noch einmal nach meinem Mann sehen und Frau Müller servierte. Nach dem Essen zog sich mein Mann ins Arbeitszimmer zurück. Das tat er immer. Er sagte, er habe Korrespondenz zu erledigen. Er sagte, dass... Oder er sagte etwas anderes. Eine kurze Pause. Er sagte, er müsse nachdenken. Ah, Poirot nickte. Und das war ungewöhnlich.

Er sagte gewöhnlich Korrespondenz. Elisabeth strich mit dem Daumen über den Rand ihrer Manschette. Ein kleines, unbewusstes Reiben. Ach, nachdenken. Das sagte er selten. Wirkte er beunruhigt. Er wirkte. Sie hielt inne. Suchte nach dem richtigen Wort mit der Sorgfalt einer Frau, die weiß, dass das falsche Wort zu viel verrät.

Er wirkte entschlossen. Entschlossen, Poirot ließ das Wort im Raum. Und die übrigen Gäste, wie wirkten die auf sie beim Abendessen? Normal. Normal ist kein Gefühl, Madame. Normal ist das, was Menschen sagen, wenn sie nicht antworten möchten. Elisabeth sah ihn an. Wirklich an, zum ersten Mal, seit sie sich gesetzt hatte. Nicht abwägend, nicht vorsichtig, sondern mit einer Art plötzlicher Direktheit, als hätte sie beschlossen, dass Vorsicht in diesem Fall weniger nützte als Offenheit.

Karl war nervös, sagte sie. Er trank mehr als sonst und sprach weniger. Otto war, Otto war wie immer, laut und unzufrieden, aber heute war eine andere Art von Unzufriedenheit darunter. Angst, vielleicht, und Dr. Voss, sie brach ab. Dr. Voss, repeated Poirot softly. Dr. Voss was very attentive to my husband, very careful. He asked twice if he was feeling well. He watched him while he was eating. She stroked the cuff again. That was nothing unusual. He is a doctor. But yesterday evening.

It had a different quality. What quality? Long break. As if» Nichts Ungewöhnliches. Er ist Arzt. Aber gestern Abend. Es hatte eine andere Qualität.«» Was für eine Qualität?«» Lange Pause. Als ob er auf etwas wartete. Poirot sagte nichts. Er sah Elisabeth an, und Elisabeth sah auf ihre Hände, und der Regen klopfte leise gegen das Fenster. Dann... Madame. Ihr Mann hatte sie eingeladen, mich zu rufen, vier Tage vor seinem Tod. Hatte er ihnen gegenüber, in den letzten Wochen...

Irgendetwas erwähnt? Eine Sorge? Eine Befürchtung? Nein. Zu schnell. Herr Poirot bemerkte es. Er ließ es passieren. Er sprach nicht viel mit mir in letzter Zeit, fügte Elisabeth nach einem Moment hinzu. Die Stimme war flacher jetzt, kontrollierter. Wir hatten, wir hatten verschiedene Interessen. Natürlich. Poirot stand auf, ein Signal, dass das Gespräch beendet war. Elisabeth stand ebenfalls auf, sichtbar erleichtert.

An der Tür blieb er stehen. Eine letzte Frage, Madame. Rein aus Neugier. Kennen Sie Paris gut? Elisabeth erstarrte. Nur für einen Herzschlag. Dann? Ich war zweimal dort. Als Kind. Ah. Poirot lächelte. Eine wunderschöne Stadt. Besonders im Frühling finden Sie nicht? Er öffnete die Tür für sie. Graf Otto kam ohne Ankündigung.

Er öffnete die Tür, bevor Poirot ihn hatte rufen lassen, trat ein und ließ sich in den Sessel fallen, als wäre es sein eigenes Zimmer.» Na dann«, sagte er,» so bitte«, sagte Poirot und setzte sich ihm gegenüber. Otto sah sich im Zimmer um, die Bücher, den Kamin, das Fenster, mit dem Blick eines Mannes, der seinen Besitz taxiert. Altes Gewohnheitsrecht, dachte Hastings, der an der Wand stand. der ältere Bruder, der das alles hätte erben sollen und es nicht getan hatte.

Wann haben Sie Ihren Bruder zuletzt gesehen? fragte Poirot. Beim Abendessen. Sprachen Sie mit ihm? Wenig. Friedrich und ich. Otto strich über seinen Schnurrbart, und für einen Moment war in seinem Gesicht etwas, das kein Ärger war und kein Schmerz, sondern etwas Komplizierteres, das aus beidem bestand. Wir sprachen nicht viel in den letzten Jahren,» Wegen des Geldes?« Otto warf ihm einen scharfen Blick zu.» Wer hat ihn?«» Niemand.« Poirot lächelte sanft.» Ich beobachte. Sie wohnen hier im Schloss. Ehe aber Ihr Anzug ist drei Jahre alt und gut gepflegt, weil Sie keinen neuen kaufen können. Ihr Bruder besaß Rabenhorst, das Vermögen, die Ländereien. Sie sind der Jüngere.« Er breitete die Hände aus.»

Es ist eine alte Geschichte.« Otto schwieg eine Weile.» Dann... Ja. Wegen des Geldes. Er lehnte sich zurück. Friedrich war... Er war kein großzügiger Mensch. Nicht grausam. Aber nicht großzügig. Er half mir, ja. Aber jedes Mal auf eine Art, dass ich wusste, wer der Bittsteller war und wer die Güte hatte.

Das muss schmerzhaft gewesen sein. 30 Jahre lang. Otto sah auf seine Hände. Große Hände, die einmal Kraft gehabt hatten. Man gewöhnt sich. Erzählen Sie mir von gestern Abend. Otto erzählte. Seine Version unterschied sich in einem Detail von Elisabeths. Er sagte, Friedrich habe nach dem Essen nicht vom Nachdenken gesprochen. And er sagte, Friedrich sei schweigend aufgestanden und gegangen, ohne ein Wort.

Poirot merkte es. Er hakte nicht nach. Wann sind Sie schlafen gegangen? Gegen elf. Und Ihr Zimmer ist? Im Westflügel. Zweites Stockwerk. Otto sah ihn an. weit vom Arbeitszimmer. Niemand hat etwas gesagt über eine Entfernung, sagte Poirot mild. Otto versteifte sich, kaum merklich. Eine letzte Frage. Poirot stand auf.

Ihr Bruder hatte in letzter Zeit Zugang zu seinen privaten Unterlagen, den Dokumenten über die Ländereien, die Verträge, die Eigentumsrechte. Hatte er ihnen gegenüber irgendetwas erwähnt? Irgendeinen Fund? Irgendeinen Fehler in alten Papieren? Die Stille, die folgte, hatte eine Textur. Otto saß sehr still. Sein Gesicht hatte die Farbe von altem Kalkstein angenommen. Nein, sagte er. Poirot nickte freundlich. Danke, ich graf.

Karl Brenner kam pünktlich. Er hatte draußen gewartet. Das hörte man an den Schritten, die im Flur auf- und abgegangen waren, bevor die Tür sich öffnete. Er setzte sich, strich seine Hose glatt, strich die Strähne aus der Stirn und wartete. Sie sind Chemiker, sagte Poirot. Ja, ich studiere in Heidelberg, organische Chemie, Schwerpunkt Pflanzenstoffe. Karl tippte auf seine Brille eine nervöse Geste. Mein Onkel hat mein Studium unterstützt. Finanziert, eigentlich. Vollständig, ohne ihn. Er streckte die Hände aus. Ein Achselzucken ohne Achselzucken.

Ich wäre nicht dort, wo ich bin, Das war großzügig von ihm. Ja, etwas in Karls Stimme, das nicht ganz Dankbarkeit war. Etwas Gespannteres. Und er hat Ihnen erlaubt, in seinem privaten Labor zu arbeiten? Eine sehr kurze Pause. Keine Pause, eh die ein Unbeteiligter bemerkt hätte. Aber Poirot war kein Unbeteiligter.

Er hat mir Zugang gegeben, ja. Er wusste, woran Sie arbeiteten? Die grundsätzliche Richtung. Ja. Karl justierte die Brille. Die Details, die technischen Details, interessierten ihn weniger. Verstehe. Poirot lehnte sich zurück. Die Fingerabdrücke auf dem Weinkaraffe. Die Inspektor Brandt hat sicherstellen lassen.

Die stammen von Ihnen? Karl blinzelte. Woher, wissen Sie? Ich weiß es nicht. Ich frage. Ja. Karl sah ihn direkt an. Das erste Mal. Und es war der direkteste Blick, den Poirot an diesem Tag erhalten hatte. Ich habe mir nach dem Abendessen selbst ein Glas eingeschenkt und die Karaffe zurückgestellt. Das können Sie gern überprüfen. Frau Müller hat es gesehen.

Das ist sehr hilfreich. Poirot nickte. Und wo waren Sie um zehn Uhr abends? In meinem Zimmer. Allein? Allein. Und heute Nachmittag? sagte Poirot. Im Garten, im Eibenhain. Was haben sie dort gesucht? Karl Brenner wurde vollkommen still. Er sah Poirot an, und Poirot sah zurück, und die Stille zwischen ihnen war die Stille zweier Männer, die beide wissen, dass das Spiel mit dieser Frage eine neue Runde begonnen hat. Ich.

Karl begann. Hörte auf. Begann neu. Ich wollte frische Luft. Im Regen. Ja. Im Eibenhain. Ich mag Eiben. Poirot said nothing. He looked at Karl with the expression of complete, warm-hearted patience. The patience of a man who has time and knows that the other person does not have it. Karl held it for thirteen seconds.» The berries«, he said quietly.» I have checked whether there are no berries. Fresh cuttings. Broken branches.« He looked at his hands.» Taxus baccata. European oak.« Das Taxin im Samen und in den Beeren ist eines der wirksamsten Herzgifte, die in der Natur vorkommen, schwer nachweisbar, besonders 1937, besonders wenn man nicht gezielt danach sucht. Er schwieg. Poirot schwieg ebenfalls. Ich bin Chemiker, sagte Karl schließlich. Ich weiß,

wie das klingt. Ich weiß, wie das aussieht. Er hob den Blick. Aber mein Onkel hat mein Studium bezahlt. Ich hatte keinen Grund... Sie haben einen Grund gesucht, ihn zu entlasten, sagte Poirot sanft. Sie sind in den Garten gegangen, um herauszufinden, ob jemand anderes... Ja. Und? Karl schüttelte den Kopf. Die Zweige im hinteren Teil des Hains. Drei, vier Stellen. Frische Brüche.

Die Beeren fehlen. Er sah Poirot an. Jemand hat sie gesammelt. Ohr vor nicht allzu langer Zeit. Frau Müller kam als Letzte. Sie trat ein ohne das zögernde Zögern der anderen, ohne die Steifheit von Ottos erzwungener Lässigkeit oder Karls nervöser Pünktlichkeit. Sie trat ein wie jemand, der in diesem Haus jeden Stein kennt, jeden Knoten im Holzboden, jeden Zug an den Türen und setzte sich mit der Ruhe einer Frau, die entschieden hat. Sie wollen die Wahrheit hören, sagte sie. Kein Fragezeichen.

Wenn Sie sie mir geben wollen, sagte Poirot. Frau Müller faltete die Hände in ihrem Schoß. Die Finger waren kräftig, die Knöchel gerötet von 30 Jahren Arbeit. Sie sah auf diese Hände, als lese sie etwas darin. Mein Vater, sagte sie, war Gerhard von Rabenhorst, Friedrichs Vater, derselbe Vater, andere Mutter.

Sie sprach ohne Bitterkeit, ohne Emotion, als referiere sie eine historische Tatsache. Oh, das war kein Geheimnis in der Familie. Friedrich wusste es. Er wusste es, seit wir Kinder waren. Er hat mich nie als Schwester bezeichnet, nicht einmal unter vier Augen. Aber er hat mich auch nie verstoßen. Er hat mir diese Stelle gegeben. Und sie haben sie angenommen.

Ich hatte nichts anderes. Sie sah auf. Ihre Augen, dunkelgrau, nicht braun, wie Hastings beim zweiten Blick erkannte, waren ruhig. Ich habe ihn geliebt. Nicht als Bruder liebt man einen Bruder. Er hat mir das nie erlaubt. Aber ich habe ihn gekannt, sein ganzes Leben lang. Besser als jeder andere in diesem Haus.

Sie haben heute Nacht geweint, sagte Poirot leise. Frau Müller schwieg einen langen Moment. Ja. Wann? Gegen drei Uhr morgens. Ich konnte nicht schlafen. Ich habe ein Glas Wasser geholt. Mein Zimmer ist im hinteren Teil des Ostflügels. Mehr ich gehe durch den kleinen Korridor an seinem Arbeitszimmer vorbei. Sie hielt inne. Der Geruch. Poirot wurde vollkommen still. Durch die Tür, sagte Frau Müller. Dieser süßliche Geruch. Ich kannte ihn. Nicht von Büchern. Von der Erfahrung. Vor vielen Jahren, als ich jung war, ist ein Nachbarskind gestorben. Es hatte Eibenbeeren gegessen.

Ich war dabei. Sie sah auf ihre Hände. Diesen Geruch vergisst man nicht. Und sie haben... Ich habe an die Tür geklopft. Keine Antwort. Ich habe versucht, sie zu öffnen. Abgesperrt, von innen. Eine Pause. Ich wusste, dass er tot war. Ich bin zurück in mein Zimmer gegangen. Hastings machte eine unwillkürliche Bewegung. Poirot hob unmerklich eine Hand. Er solle schweigen.

Warum haben Sie nicht sofort Alarm geschlagen? fragte er ohne Vorwurf. Weil Frau Müller brach ab, begann neu. Im Arbeitszimmer, in der unteren Schreibtischschublade. Friedrich hat seit Jahren Briefe aufbewahrt, Briefe, die er als Versicherung benutzt hat, so nannte er das. Ihr Mund wurde schmal. Er war kein schlechter Mann, aber er hatte diese Schwäche. Er sammelte Geheimnisse, anderer Menschen Geheimnisse.

Und manchmal, wenn er etwas wollte, ließ er die betreffende Person wissen, dass er wusste. Erpressung, sagte Poirot ruhig. Er nannte es anders. Was war in diesen Briefen? Frau Müller sah ihn direkt an. Ich habe sie verbrannt, heute früh, bevor ich die Haushälterin spielte, die den Kaffee bringt und die Tür aufbricht. Kein Zögern in ihrer Stimme. Kein Bedauern.

Ich weiß, dass das Behinderung der Justiz ist. Ich weiß, was das bedeutet. Erzählen Sie mir, was in den Briefen war. Eine lange Stille. Einer betraf die Baroness. Und sagte sie schließlich. Einen Mann in Paris. Ein Diplomat. Die Verbindung wäre, in diesen Zeiten, mit diesen Machthabern, verheerend gewesen. Friedrich hat sie damit in der Hand gehalten, das Erbe, das Schloss, alles.

Und der andere? Frau Müller' s Hände bewegten sich, ein kaum merkliches Zusammenpressen der Finger. Dr. Voss. Die beiden Worte fielen in die Stille des Raumes wie Steine ins Wasser. Was hatte Dr. Voss getan? Nicht getan, sagte Frau Müller leise. Gefühlt. Friedrich hatte es herausgefunden. Ich weiß nicht wie. Voss. Dr.

Voss hatte Elisabeth geliebt. Seit Jahren. Schweigend. Von weitem. Vollkommen hoffnungslos. Sie schüttelte den Kopf. Friedrich hat das benutzt. Nicht grob. Nie grob. Er hat ihm nur zu verstehen gegeben, dass er wusste. Dass er immer wusste. Dass Voss in diesem Haus nur so lange geduldet wurde, auch wie er nützlich war.

und Voss wusste, dass sie die Briefe gefunden haben. Er weiß es jetzt. Frau Müller sah ihn an. Ich habe es ihm heute früh gesagt, bevor sie ankamen. Poirot stand langsam auf. Er ging zum Fenster und sah auf den Garten, auf die Eiben, die jetzt im letzten Abendlicht schwarz und still standen. Frau Müller, sagte er, ohne sich umzudrehen. Sie haben diese Briefe nicht verbrannt, um Voss zu schützen. Eine Pause. Nein, Sie haben sie verbrannt, um Elisabeth zu schützen. Sie ist unschuldig, sagte Frau Müller. Was auch immer hier geschehen ist, sie ist unschuldig. Das wollte ich sicherstellen. Poirot drehte sich um.

Er sah Frau Müller lange an. Diese Frau mit dem ausdruckslosen Gesicht und den erschöpften Augen. Und den 30 Jahren, die sie in einem Haus verbracht hatte, in dem sie nie ganz angekommen war. Sie haben mir mehr erzählt, als sie mussten, sagte er. Ja? Warum? Frau Müller stand auf. Sie glättete ihre Schürze, eine automatische Geste, die nichts zu glätten hatte. Weil Friedrich tot ist, sagte sie. Und jemand hat ihn getötet, und dieser jemand sitzt unter uns. Und ich...

Sie unterbrach sich, vollendete den Satz nicht. Sie musste ihn nicht vollenden. Danke, sagte Poirot. Frau Müller nickte einmal, kurz und ging. Hastings waited until the steps in the hallway were closed. Then... Poirot, that's... that's... Yes, said Poirot. He was still standing at the window. Outside it was almost dark, and the wind had become stronger, and the ebbs moved in long, slow waves, like black water. Foss. The little grey cells, murmured Poirot, more to himself than to Hastings.

haben seit heute Morgen gearbeitet. Ah, seit dem Weinglas, seit dem Ring. Er strich seinen Schnurrbart. Ohm, ich habe so etwas schon einmal gesehen, Hastings. Sehr lange her. In Stiles. Ein Arzt. Ein Tonikum. Eine Frau. Die Geduld. Die unglaubliche Geduld, die jemanden über Wochen hinweg tötet. Einen Tropfen nach dem anderen.

Er schüttelte leicht den Kopf. Und die Sorgfalt. Immer die Sorgfalt. Wir haben noch keinen Beweis. Non. Poirot wandte sich vom Fenster ab. Noch nicht. Er sah Hastings an, und in seinem Blick war etwas, das Hastings selten sah. Keine Kälte, aber keine Wärme. Eine Art schwerer Klarheit. Morgen früh, Hastings, das Labor, und dann ein Gespräch mit Dr. Voss. Allein diesmal.

Ohne Brand, ohne die anderen. Und wenn er leugnet? Poirot nahm seinen Hut vom Haken neben der Tür. Er wird nicht leugnen, sagte er. Ihnen das ist das Merkwürdige an sehr sorgfältigen Menschen. Am Ende sind sie erschöpft von der Sorgfalt. Sie wollen, dass jemand es weiß. Sie warten nur darauf, dass jemand fragt. Wirklich fragt. Er setzte den Hut auf.

Ich werde wirklich fragen. Draußen begann der Sturm. Der Sturm hatte in der Nacht sein Versprechen gehalten. Hastings wachte um halb sechs auf, weil ein Fensterladen gegen die Außenmauer schlug. Rhythmisch. hartnäckig, wie jemand, der Einlass begehrt. Er lag eine Weile in der Dunkelheit und hörte dem Wind zu, der um die Türme von Rabenhorst fuhr, als hätte er persönliche Gründe, hierher zurückzukehren.

Um sechs stand er auf. Um halb sieben war er angezogen. Um sieben klopfte er an Poirot's Tür. Keine Antwort. Er klopfte nochmals. Poirot? Ich bin nicht hier, sagte Poirot von innen. Hastings opened the door. A. Poirot sat at the small desk, fully dressed, the suit ironed, the laces ironed, the silver cufflinks, a detail that surprised Hastings again and again, because it meant that Poirot was dressed for a murder, like for an evening party. In front of him on the desk lay three things. Ein kleines Notizbuch, ein Bleistift und die gefaltete Seite, die er aus Dr. Voss' Arzttasche entnommen hatte.

Sie schlafen nicht mehr, stellte Hastings fest. Ich habe genug geschlafen. Poirot sah auf die Seite. Setzen Sie sich, Hastings. Ich möchte Ihnen etwas erklären. Hastings setzte sich auf das Bett, der einzige andere Sitzplatz im Zimmer, und wartete. Taxin, sagte Poirot. Das Gift der Eibe. Karl Brenner hat es gestern gut zusammengefasst.

Er ist ein intelligenter junger Mann. Das muss man ihm lassen. Taxin greift das Herz an. Es verlangsamt den Puls, stört den Rhythmus und in ausreichender Dosis hält das Herz an. Vollständig. Er tippte auf die Seite. Was Karl nicht gesagt hat, weil er es vielleicht nicht weiß, ist folgendes. Taxin in sehr kleinen Dosen über mehrere Wochen verabreicht, schwächt das Herzgewebe auf eine Art, die einem natürlichen Verfall täuschend ähnlich sieht.

Die Person wird müde. Der Puls wird unregelmäßig. Ein Arzt, ein aufmerksamer Arzt, der seine Patienten sorgfältig beobachtet, könnte feststellen, dass das Herz schwächer wird. Er könnte ein Tonikum verschreiben. Das Stärkungsmittel, sagte Hastings. Das Stärkungsmittel, ja. Poirot stood up, stepped out the window. The morning was grey, the storm had torn branches off, which now lay in the wet grass.

Friedrich von Rabenhorst had been treating Foss for at least three weeks with small tuxedoes. Not healed. Treated. The tonicum contained no healing substance. It contained the disease itself in controlled quantities. He paused briefly. And Er pause kurz. Und gestern Abend beim Abendessen, die letzte Dosis. Nicht im Tonikum, im Wein. Aber wie? Das Weinglas stand auf dem Serviertisch, bevor es auf den Tisch kam. Frau Müller hat aufgetragen, aber Voss saß ihr gegenüber. Er hatte Gelegenheit. Eine Sekunde. Vielleicht... Zwei.

Poirot drehte sich um. Er ist ein sehr sorgfältiger Mann, Hastings. Er hat gewartet, bis der Moment kam. Und dann hat er ihn genutzt. Und der Ring? Die abgesperrte Tür? Ah. Poirot hob einen Finger. Das ist das Raffinierte, nicht das Gift. Das Gift war beinahe einfach für einen Mann mit seinem Wissen.

Um das Raffinierte ist die Tür. Er trat zum Schreibtisch, öffnete das Notizbuch. Ich habe gestern Abend, während Sie geschlafen haben, den Schlossmechanismus untersucht. Mit Brandts Erlaubnis. Er ist ein vernünftiger Mann, wenn man ihn richtig anspricht. Das Schloss an der Studiotür ist alt. Sehr alt. Frühes 18. Jahrhundert. Gebaut nach einem Prinzip, das heute kaum noch verwendet wird. Er zeichnete mit dem Bleistift eine schnelle Skizze. Ein Rechteck. Ein Schlüsselloch. Eine gestrichelte Linie.

Der Schlüssel dreht den Riegel von innen, das ist normal. Aber dieser Riegel kann, wenn man einen flachen Gegenstand durch das Schlüsselloch schiebt und im richtigen Winkel drückt, auch von außen eingerastet werden. Von außen verriegelt erscheint, als wäre er von innen abgesperrt worden. Hastings sah auf die Skizze. In der Ring. Der Ring. Ein flacher Siegelring. Schmal genug für das alte Schlüsselloch, mit dem Stein als Hebelwerkzeug. Poirot schloss das Notizbuch. Voss knew about this castle. He knew the castle.

Thirty years as a bodyguard. Thirty years in this house. He knew what was possible. But he had to pull the ring... He pulled the corpse on him, after the poison had worked. Friedrich was unconscious. The heart was still, or was short before the stillness. Voss used the ring to lock the lock and then put Friedrich on his finger.

Poirot saw Heistings. A small mistake. Der Ring war zu eng. Friedrich trug ihn nie. Die Finger eines alten Mannes sind knochig und ungleichmäßig. Voss hatte keine Zeit, ihn wieder zu entfernen. Oder er dachte, oh, niemand würde es bemerken. Aber sie haben es bemerkt. Und sie, sagte Poirot mild. Sie haben es zuerst laut ausgesprochen, Monami. Sieht unbequem aus. Er lächelte.

Manchmal ist der frischeste Blick der wertvollste. Hastings hatte das unbequeme Gefühl gleichzeitig gelobt und hereingelegt worden zu sein. Das Labor befand sich im Kellergeschoss, hinter einer schweren Eisentür, die nach altem Rost und frischen Chemikalien roch. Brand hatte den Schlüssel. Er begleitete sie, schweigend, mit dem Ausdruck eines Mannes, der langsam begreift, dass dieser Fall komplizierter ist als ein Herzinfarkt und der noch nicht entschieden hat, ob er das gut oder schlecht finden soll. Das Labor war besser ausgestattet, als Hastings erwartet hatte. Kein mittelalterliches Alchemistenkabinett. Das hier war modern.

Eoda jedenfalls so modern, wie 1937 es erlaubte. Lange Holztische mit eingelassenen Keramikfliesen, Reihen von Glaskolben und Reagenzgläsern. Ein Brenner, eine Waage von beeindruckender Präzision, Bücherregale mit eng beschrifteten Rücken. Poirot ging langsam durch den Raum. Er berührte nichts. Er sah alles an. Die Regale, die Tische, die Beschriftungen auf den Flaschen. Hastings folgte ihm. Brandt folgte Hastings. An dem hinteren Tisch blieb Poirot stehen. Ein kleines Regal, abgesetzt von den anderen. Vier Flaschen, beschriftet mit einer kleinen, präzisen Handschrift.

Nicht Friedrichs großzügige Alchemisten-Handschrift, sondern etwas kleineres, kontrollierteres. Das ist nicht Karl's Handschrift, sagte Hastings. Non. Poirot sah die Etiketten an, ohne die Flaschen zu berühren. Die erste, Ethanol, 90-prozentig. So die zweite, destilliertes Wasser. Die dritte, er beugte sich näher.

Die dritte ist unlabelt. Brandt trat neben ihn. Keine Aufschrift. Keine Aufschrift. Poirot richtete sich auf. Aber sehen Sie, der Füll stand. Diese Flasche war einmal voll. Jetzt ist sie zu einem Viertel gefüllt. Drei Viertel fehlen. Er sah Brandt an. Ich empfehle, dringend diese Flasche chemisch analysieren zu lassen. In Freiburg.

Wenn möglich, heute noch. Brandt nahm die Flasche sorgfältig in die Hand. Und wenn die Analyse ergibt, was Sie denken? Dann haben Sie Ihren Beweis. Poirot wandte sich zum Gehen. Aber ich brauche die Analyse nicht, um zu wissen, was darin ist. Woher dann? Weil diese Flasche hier steht. In diesem Labor. Mit dieser Handschrift. Poirot sah sich noch einmal um.

Die sorgfältig geordneten Regale, die beschrifteten Kolben und die präzise Waage. Sorgfalt, Inspektor. Die Sorgfalt eines Mannes, der sein ganzes Leben lang präzise gearbeitet hat. Der auch beim Morden präzise war. Er öffnete die Eisentür. und der deshalb einen Fehler gemacht hat, den unvorsichtige Männer nicht machen. Was für einen Fehler! Poirot sah Brandt an. Er hat die Flasche nicht weggeworfen. Es war kurz nach neun Uhr morgens, als Poirot an die Tür des kleinen Gastzimmers klopfte, das Dr. Voss bewohnte. Die Nacht hatte Voss nicht gut behandelt. Er öffnete die Tür in demselben Anzug wie gestern. Er hatte nicht geschlafen, das war zu sehen. Das Gesicht grau, die Augen hinter ihrer präzisen

Wachheit etwas eingefallen. Aber er stand gerade, er hielt die Türklinke fest. Ein Mann, der sich nicht hängen lässt. Monsieur Poirot. Guten Morgen, Herr Doktor. Poirot lächelte. Oh, darf ich eintreten? Ich habe einige Dinge, über die ich gerne mit Ihnen sprechen möchte. Unter vier Augen, wenn es Ihnen recht ist.

Voss trat zurück. Poirot stepped in. He sat down in his room for a moment, neatly, the suitcase closed, the doctor's bag on the chair. He sat down in the only chair, without asking, and waited until Foss sat down on the chair. Then, silence. Poirot sighed. Foss sighed. It was a test. Hastings would have described it like this.

Two men waiting for each other, and one of them had practiced waiting. Voss hielt es länger aus als Otto, aber nicht lange genug. Sie haben das Labor gesehen, sagte er. Ja. Die Flasche. Ja. Voss sah auf seine Hände. Die Hände eines Arztes, sorgfältig gepflegt, die Nägel kurz und sauber. Ich hätte sie wegwerfen sollen. Oui. Poirot faltete die Hände. Warum haben sie es nicht getan? Eine lange Pause. Ich weiß es nicht. sagte Voss schließlich. Und das war, Poirot erkannte es sofort, die Wahrheit, nicht eine berechnete Antwort, sondern echte Ratlosigkeit.

Ich habe in der Nacht daran gedacht. Dreimal. Ich hätte hinuntergehen können, die Flasche nehmen, sie in den Wald werfen. Niemand hätte sie je gefunden. Er schüttelte den Kopf. Ich bin nicht gegangen. Weil sie erschöpft waren. Weil, Voss hielt inne, Ja, vielleicht. Dreißig Jahre, sagte Poirot leise. Das ist eine lange Zeit, um zu warten, um zu schweigen, um zu dienen. Er sah Voss an. Nicht Friedrich von Rabenhorst zu dienen, das war nie das Eigentliche, n'est-ce pas? Sie haben ihm gedient, weil er sie in diesem Haus hielt. In ihrer Nähe.

Voss antwortete nicht. Elisabeth. Der Name fiel in die Stille wie ein Stein. Fos' hands, which lay on his knees, did not move, but the knuckles became white.» You have loved her«, said Poirot, without judgment in his voice.» Since when?«» Since she was eighteen.« Fos spoke with a flat voice, the emotion carefully squeezed out.» I was thirty-one. I knew that it...« He succumbed.» I never said anything. Never done anything.

I am not...« Er suchte nach dem Wort.» Ich bin kein Unehrenmann.«» Nein«, sagte Poirot,» das sind sie nicht. Friedrich hat es gewusst, ich weiß bis heute nicht wie.« Voss' Stimme bekam jetzt eine andere Färbung,» nicht Ärger etwas Kälteres.« Er hat mir nie direkt etwas gesagt. Er war zu raffiniert für direkte Worte. Er hat mir nur» von Zeit zu Zeit« zu verstehen gegeben. Oh, that he knew. A look.

A side note. A letter that he left open on his desk when I entered the room. He saw Poirot. He held me in his hand. Twelve years. And then he found out Elisabeth's secret. Vosnik. Er hat mich damit in der Hand gehalten, zwölf Jahre lang. Und dann hat er Elisabeth's Geheimnis herausgefunden. Voss nickte, einmal, kurz. Den Mann in Paris. Sie liebt ihn, sagte Voss, und in diesen drei Wörtern war etwas so Schlichtes und so Schmerzhaftes, dass Hastings, der draußen im Flur stand, die Tür nur angelehnt und zuhörte, den Blick abwandte. Sie liebt ihn, wiederholte Voss. Friedrich hat das als Waffe benutzt. Er hat ihr gedroht. Nicht laut, nie laut, er war immer leise. Aber sie wusste, solange sie seine Frau blieb, solange sie tat, was er wollte,

würde er schweigen. Das Erbe, das Schloss, ihre Stellung, alles war daran gebunden. Er stand auf, abrupt, und trat zum Fenster. Sie ist 30 Jahre alt, ihr ganzes Leben noch vor ihr. Und er hat es ihr gestohlen, Jahr für Jahr, mit seiner Stille und seinen Andeutungen und seiner... Er brach ab, stand am Fenster den Rücken zu Poirot. Seiner Sorgfalt, sagte Poirot.

Eine lange Pause. Ja, und so haben sie entschieden. Ich habe drei Wochen gebraucht. Voss drehte sich nicht um. Drei Wochen, um mich zu entschließen. Dann noch zwei Wochen für die Vorbereitung. Die Dosierung, das Timing, die Tür, der Ring. Er sprach sachlich, als referiere er eine Fallstudie. Ich bin Arzt. Ich verstehe Herzen.

Ich wusste, wie es aussehen würde. Und jetzt? Voss schwieg. Jetzt, sagte Poirot, muss ich Ihnen etwas sagen, Dr. Voss. Etwas, das Frau Müller mir gestern Abend erzählt hat. Er lehnte sich vor. Die Briefe. Yves Friedrich hat sie aufbewahrt. Elisabeth's Geheimnis, ihr Geheimnis. Frau Müller hat sie heute Nacht verbrannt, bevor ich ankam, bevor irgendjemand ankam. Voss wandte sich vom Fenster ab.

Sein Gesicht, das mittelmäßig bemerkenswerte Gesicht, das man auf einer Straße zehnmal passiert und nicht behält, war jetzt schwer zu lesen, nicht erleichtert, nicht erschüttert. Etwas dazwischen, wie ein Mensch, der eine Nachricht erhält, die zu spät kommt. Sie hat alles, sagte Poirot.» Verbrannt«, Voss set himself again. Slowly, as if his legs had made the decision, before his head did.» That doesn't change anything«, he finally said.» No«, said Poirot,» that doesn't change anything. Silence.«» Then, must you know it?« Voss looked at Poirot. Not fleeing. Dr. Voss was not a man who fled, but in his eyes there was something naked. etwas ohne die präzise Wachheit, die ihn sonst schützte. Elisabeth,

muss sie wissen. Warum? Poirot schwieg lange. Er dachte an Stiles, an einen anderen Arzt, an eine andere Frau, an einen anderen Mord aus einem Gefühl heraus, das er verstanden hatte, ohne es zu billigen. Er dachte an die kleinen grauen Zellen und an das, was sie ihm manchmal sagten. Nicht nur wer, nicht nur wie, sondern das Schwerste. Warum? Oui, sagte Poirot schließlich. Sie muss alles wissen. Voss nickte. Einmal.

Als hätte er die Antwort erwartet. Ich werde mit Inspektor Brand sprechen, sagte Poirot. Es wäre besser, wenn Sie... Ich werde nichts leugnen. Voss stand auf, richtete seinen Anzug, strich mit den Händen über die Ärmel. Eine letzte automatische Sorgfalt. Ich habe es getan. Ich werde es sagen. Ich weiß.

An der Tür hielt Voss inne.» E war es«, er sprach mit dem Rücken zu Poirot.» War es sehr offensichtlich? Von Anfang an?« Poirot dachte einen Moment nach.» Dann?«» Das Weinglas«, sagte er.» Halb voll. Ein sterbender Mann leert sein Glas, oder er wirft es um. Er tut nicht beides nicht. Er hob leicht die Schultern. Und dann haben sie gefragt, wann man ihn gefunden hat. Voss schwieg. Nicht, was geschehen war, sagte Poirot sanft. Nicht, wie er gestorben war, wann man ihn gefunden hat. Das ist die Frage eines Mannes, der bereits weiß, was geschehen ist, der nur wissen will, ob die Zeit gestimmt hat. Voss stand sehr still. Die Zeit hat gestimmt, sagte Poirot. Voss öffnete die Tür und ging.

Brand verhaftete Voss um halb elf. Es gab keine Szene, keine erhobenen Stimmen, kein Widerstand. Voss had packed his suitcase, carefully, as he did everything, and waited in his room on the chair as Brandt entered. He stood up, clasped his coat and followed the inspector down the hallway without turning around.

Hastings watched it from the upper staircase.» So easy,« he said as Poirot walked next to him.» Yes.« Poirot saw the two of them until the staircase swallowed them. So einfach. Die komplizierten Verbrechen enden immer einfach. Es ist nur der Weg dorthin, der schwer ist. Was passiert jetzt? Brandt bringt ihn nach Freiburg. Die Analyse der Flasche wird zwei, drei Tage dauern. Dann... Poirot machte eine kleine Handbewegung, die den Rest des deutschen Rechtssystems andeutete. Dann beginnt etwas, das nicht mehr meine Aufgabe ist. Er wandte sich von der Treppe ab.

Aber zuerst, sagte er, Der Salon. Sie versammelten sich auf seine Bitte. A Hastings hatte erwartet, dass jemand sich weigern würde. Otto vielleicht, der alles mit störrischer Energie ablehnte, oder Elisabeth, die nach Brands Abgang mit Voss sehr still geworden war, auf eine Art, die schwerer war als alle Stille zuvor.

Aber sie kamen. Einer nach dem anderen in den großen Salon, dessen Kamin jetzt brannte. Jemand hatte in der Nacht daran gedacht oder jemand hatte heute Morgen die Kraft gefunden. Elisabeth stand am Kamin. Sie hatte sich umgezogen. Ein graues Wollkleid, das Haar noch immer streng zurückgekämmt, aber anders als gestern.

Gestern war die Strenge eine Rüstung gewesen. Heute wirkte sie wie etwas, das sie trug, weil sie nicht wusste, was sonst. Otto saß. Selbstverständlich im größten Sessel. Selbstverständlich mit dem Morgenrock. der noch immer über seinem Anzug hing. Aber die Lautstärke von gestern war aus ihm gewichen. Er saß kleiner als er war. Karl stand an der Wand neben dem Bücherregal.

Nicht zufällig. Hastings bemerkte es, sondern weil das die Position war, von der aus man alle anderen im Blick hatte und gleichzeitig in der Nähe der Tür war. Ein junger Mann, der sich noch nicht entschieden hatte, ob er bleiben oder gehen würde. Frau Müller stand an der Tür. Wie immer. die Hände gefaltet, die Augen auf den mittleren Punkt der gegenüberliegenden Wand. Aber heute war etwas anders in ihrer Haltung.

Eine Art Geradheit, die nicht aus Pflicht kam, sondern aus etwas Tieferem. Wie jemand, der eine Last abgelegt hat und noch nicht weiß, wie er ohne sie geht, aber spürt, dass er leichter ist. Poirot stand in der Mitte des Raumes. Er hatte keine Notizen. Er brauchte keine. Er faltete die Hände hinter dem Rücken und sah in die Runde, und dieser Blick, ruhig, präzise, ohne Triumph, ließ den Raum still werden, bevor er auch nur ein Wort gesagt hatte.» Mesdames et Messieurs«, begann er,» Dr. Heinrich Voss ist heute Morgen von Inspektor Brandt in Gewahrsam genommen worden. Er hat gestanden. Es gibt keine Unsicherheit mehr über das, was in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch geschehen ist.« Otto made a move, a

start of astonishment, or maybe of relief, which he suppressed. Karl moved his glasses to the right. Elisabeth did not move. I will explain to you what I have found out, said Poirot. Not because it was my duty, that is Inspector Brandt's job, but because each of them was under suspicion in the last 24 hours. And because I believe...

and that the people who were unjustly suspicious had the right to know why the suspicion was taken from them. He began with the poison. He explained the toxin, factually, without hesitation, without extending the technical details too much. Karl listened with his head lowered, his arms bent in front of his chest. When Poirot mentioned the tonicum, the three weeks, the small doses, the methodical weakening of the heart, Karl lifted his head and looked at Poirot. und in seinem Blick war etwas zwischen Bewunderung und Grauen. Das Tonikum, sagte Poirot, war die erste Hälfte. Der Wein beim Abendessen war die zweite.

Für sich allein hätte keine Dosis ausgereicht, einen schlüssigen Befund zu liefern. Zusammen erließ das unvollendet. Er erklärte das Weinglas, die Tür, den Ring. Bei dem Ring hörte er, wie Otto scharf einatmete. Ein kurzes, ei unwilliges Geräusch. Der Ring, sagte Poirot, war das Detail, das mich am frühesten beschäftigt hat.

Ein Ring, den der Baron nie trug. Ein Ring, der zu eng war, der sich ins Fleisch gedrückt hatte. Er sah Otto an. Auf dem Gemälde im Flur trägt ihr Bruder keinen Ringgraf. Ein Gemälde von vor zehn Jahren. Otto sah auf seine eigenen Hände. Sagte nichts. Voss kannte das Schloss, fuhr Poirot fort. Er kannte die alte Tür. Er wusste, dass dieser Riegel von außen eingerastet werden kann, wenn man einen flachen, schmalen Gegenstand durch das Schlüsselloch führt. Den Ring hat er als Werkzeug benutzt und ihn dann Friedrich an den Finger gesteckt, um ihn dort zu lassen. Eine kurze Pause.

Das war sein Fehler, ein kleiner Fehler, aber der einzige. Er war zu sorgfältig, sagte Karl leise, mehr zu sich selbst. Précisément. Poirot nickte. Sorgfältige Menschen machen keine großen Fehler, aber sie machen manchmal den Fehler der Sorgfalt selbst. Sie fügen einen Zug hinzu, der nicht nötig gewesen wäre, weil sie sicher sein wollen. Und diese eine Sache zu viel ist es, die man sieht. Er schwieg einen Moment. Dann... Mesdames et messieurs, ich möchte Ihnen noch etwas sagen. Etwas, das nicht Teil der offiziellen Ermittlung ist, aber das ich für wichtig halte.

Er sah Elisabeth an. Sie hielt seinem Blick stand. Ihre Hände, die vor dem Bauch gefaltet waren, bewegten sich nicht. Dr. Voss hat nicht aus Habgier gehandelt, sagte Poirot. Nicht aus Neid, nicht aus Rache im gewöhnlichen Sinne. Er wählte die Worte mit Bedacht. Er hat aus einer Überzeugung heraus gehandelt. Einer Überzeugung, die ich nicht teile und nicht billige, aber die ich verstehe.

Er glaubte, eine Ungerechtigkeit zu beseitigen. Er glaubte, jemanden zu befreien. Elisabeth schloss kurz die Augen.» Das macht es nicht richtig«, sagte Poirot.» Das macht es nie richtig. Ein Mord bleibt ein Mord. Gleich aus welcher Quelle er kommt. Die kleinen grauen Zellen urteilen nicht.« Sie beobachten, sie schließen, sie finden die Wahrheit. Aber sie haben mir in 30 Jahren gelernt, dass die Wahrheit selten einfach ist. Er machte eine kleine Pause.

Selten sauber. Der Kamin knisterte. Irgendwo im Schloss schlug eine alte Uhr elf. Das ist alles, sagte Poirot. Niemand sprach sofort. Dann stand Otto auf. Er tat es schwerfällig, die Hände auf den Arm lehnen, wie ein Mann, der mehr wiegt als gestern. Er räusperte sich. Die Papiere, sagte er. Seine Stimme war rauer als gestern, die Lautstärke endgültig weg. In Friedrich hatte Papiere über eine, eine Transaktion, eine Eigentumsübertragung, die ich, er brach ab. Frau Müller hat gesagt, sie seien verbrannt.

Poirot sah ihn an. Ja, Otto nickte. Einmal. Er sah nicht erleichtert aus. Er sah müde aus, auf eine Weise, die älter war als der Morgen. Dann, sagte er, und ging. Karl stepped away from the wall. He came to Poirot, directly, and stretched out his hand. Poirot shook it. The laboratory, said Karl. What I did there, the connection I synthesized. That, said Poirot calmly, is not my business. I am not an industrial detective. He left Karl's hand. But I would recommend you to think very carefully about it, wessen Interessen sie in Zukunft dienen möchten. Karl sah ihn einen Moment an.

Dann nickte er, kurz, ernsthaft, und ging ebenfalls. Ein Frau Müller wartete, bis die anderen gegangen waren. Sie trat auf Poirot zu. Langsam, mit der Bewegung einer Frau, die jedes Brett im Fußboden kennt. Sie blieb vor ihm stehen, und sie sah ihn an, und Poirot sah zurück. Die Briefe, sagte er. Ja, Sie haben Beweismaterial vernichtet. Ja. Inspektor Brandt wird das herausfinden. Ich weiß. Keine Angst in ihrer Stimme.

Nur diese schlichte Geradheit. Es war trotzdem richtig. Poirot schwieg einen Moment. Dann Frau Müller. Wie lange haben Sie gewusst, dass es Voss war? Sie dachte nach. Ich habe es nicht gewusst. Ich habe es gespürt. Er war anders in den letzten Wochen. Nicht schlechter. Ruhiger. Als hätte er eine Entscheidung getroffen. Sie sah auf den Kamin. Ich kenne Heinrich Voss seit 20 Jahren. Er ist kein schlechter Mann. Nein, sagte Poirot. Ich, das ist er nicht. Aber er hat Friedrich getötet. Ja? Und Friedrich? Sie hielt inne. Lange. Friedrich war mein Bruder. Halb ja. Unbenannt ja. Aber er war es trotzdem. Ihre Stimme blieb eben, aber etwas darunter. Sehr tief, sehr still, bewegte sich. Ich kann nicht sagen, dass ich

es verstehe. Ich kann nicht sagen, dass ich es vergebe. Aber ich kann sagen, dass ich weiß, warum er es getan hat. Und dass das kompliziert ist. Oui, sagte Poirot sehr leise. Das ist es. Frau Müller nickte, wie zum Abschluss einer langen Rechnung. Dann wandte sie sich zu Elisabeth, die noch immer am Kamin stand und in die Flammen sah.

Ich hole Kaffee. sagte Frau Müller. Einfach so. Kaffee. Als wäre das, was das Leben jetzt verlangte. Nicht Erklärungen, nicht Tränen, nicht große Worte. Kaffee. Den nächsten Schritt tun. Und dann den übernächsten. Tja, wie man 30 Jahre lang jeden Morgen getan hatte. Sie ging. Poirot und Hastings standen einen Moment in dem jetzt leeren Salon. Hastings saw on Elisabeth, who had not gone, who still saw in the flames. He thought about whether he should say something, something comforting, something sensible.

He found nothing. Elisabeth raised her head. She did not see Hastings. She saw Poirot. He did it for me, she said. No question, no accusation, a determination, sober as a diagnosis. Yes, said Poirot. Ohne mich zu fragen. Oui. Elisabeth sah wieder in die Flammen. Ihre Hände hingen jetzt offen an den Seiten. Die erste Körperhaltung in zwei Tagen, die keine Kontrolle ausübte, die nichts hielt. Ich wusste es nicht, sagte sie leise. Ich möchte, dass Sie das wissen. Ich hatte...

Ich hatte keine Ahnung. Das weiß ich, sagte Poirot. Das war mir von Anfang an klar. Und der Mann in Paris? Sie schluckte. Friedrich hat mich damit... Das weiß ich ebenfalls. Elisabeth sah ihn an. In ihren Augen war jetzt etwas, das kein Schmerz war und keine Erleichterung, sondern die merkwürdige, schwere Leere, die entsteht, wenn ein langer Druck plötzlich endet und der Körper noch nicht begriffen hat, dass er sich wieder aufrichten darf. Was wird mit mir? fragte sie. Die Briefe sind verbrannt, sagte Poirot. Was war, ist weg. Was danach kommt... Er machte eine kleine Handbewegung.» Das liegt bei Ihnen, Madame.« Elisabeth nickte sehr langsam. Poirot verbeugte sich leicht. Dann wandte er sich ab, und Hastings folgte ihm. An der Salontür

blieb Poirot einen Moment stehen, die Hand an dem schweren Türrahmen. Er drehte sich nicht um.» Madame,« sagte er.» Was, ja?«» Paris ist schön im Frühling.« Er öffnete die Tür und trat hinaus. Der Mercedes stand noch immer schräg auf dem Schotterweg, wo Hastings ihn vor zwei Tagen abgestellt hatte. Sie luden ihr Gepäck ein. Poirot's kleinen Koffer, Hastings' großen, die Arzttasche, die Brandt als Beweisstück mitgenommen hatte, und die jetzt fehlte wie ein Zahn, der gezogen worden war. Hastings prüfte den Motor.

Poirot betrachtete das Schloss. Rabenhorst im Novemberlicht. Das graue Mauerwerk. Der Efeu. Die Türme. Der eine mit der Wetterfahne, der andere ohne Spitze. Die Eingangstür war geschlossen jetzt, fest geschlossen, und dahinter war Stille. Kommen Sie, sagte Hastings. Sie fuhren. Der Schwarzwald schloss sich hinter ihnen. Die Tannen, die auf dem Weg hierher so gleichgültig gewesen waren, standen noch genauso. Dicht, dunkel, ungerührt von allem. Und was Menschen in alten Schlössern einander antaten.

Der Morgengraul hatte sich etwas gelichtet, nicht zu Sonnenschein, aber zu einem hellen, klaren Grau, das nach Regen roch und nach Nadelholz und nach dem Ende von etwas. Sie fuhren zwanzig Minuten, ohne zu sprechen. Dann sagte Hastings,» Sind Sie zufrieden?« Er fragte es ehrlich, nicht rhetorisch. Er wollte es wissen.

Poirot sah auf die Straße, die sich durch die Bäume wand. Er schwieg eine Weile. Lange genug, dass Hastings schon dachte, er würde nicht antworten. Norm, sagte Poirot schließlich. Aber sie haben den Fall gelöst. Oui. Voss wird verurteilt werden. Wahrscheinlich ja. Elisabeth ist frei. Sie ist... Poirot hielt inne. Suchte nach dem richtigen Wort. Sie ist freier als gestern. Das ist nicht dasselbe. Hastings überholte einen Heuwagen. Zu zügig. Is Poirot hielt sich am Türgriff fest. Sagte aber nichts.» Dann? Was stört Sie?«» Nichts stört mich.« Poirot sah auf seine Hände, die im Schoß lagen.» Das ist vielleicht das Problem.«» Ein aufgelöster Fall. Es sollte befriedigen.« Die Ordnung ist wiederhergestellt. Die

Wahrheit ist ans Licht gekommen. Die kleinen grauen Zellen haben gute Arbeit geleistet. Er strich mit dem Daumen über den anderen. Und dennoch. Dennoch? Voss hat Friedrich von Rabenhorst getötet. Poirot sprach langsam als Dächte erlaut. Friedrich von Rabenhorst war ein Erpresser. Nicht professionell, nicht rücksichtslos, aber systematisch. Er hat Menschen in der Hand gehalten, die er hätte loslassen können, und es nicht getan. Er hat seine Frau kontrolliert, seinen Bruder kontrolliert, seinen Arzt kontrolliert. Er sah aus dem Fenster. War er deshalb des Todes? Non. Und natürlich nicht. Erpressung ist kein Todesurteil.

Die Zivilisation funktioniert nur, wenn wir das so halten. Das Aber? Aber Voss hat einen sterbenskranken Mann, denn das war Friedrich. Sein Herz war wirklich schwach, das Taxin hat nur einen Prozess beschleunigt, der ohnehin begonnen hatte. Um vielleicht zwei, drei Jahre gebracht. Und er hat es getan aus einem Gefühl heraus, dass ich... Er brach ab, begann neu. In Stiles, mein erster großer Fall, war es ebenfalls ein Arzt, ebenfalls ein Tonikum, ebenfalls Geduld und Kalkulation. Damals war ich jung und die Logik war klar. Mord ist Mord. Der Schuldige muss gefunden werden.

Die Ordnung verlangt es. Er sah seine Hände an. Ich bin nicht mehr jung. Sie zweifeln an der Ordnung? Non. Poirot schüttelte den Kopf. An der Ordnung zweifle ich nicht. An der Einfachheit. Er lehnte sich etwas zurück. Voss liebt Elisabeth seit 30 Jahren. Schweigend. Hoffnungslos. Ehrenhaft. Er hat nie etwas gesagt, nie etwas getan, nie eine Gelegenheit genutzt. 30 Jahre lang war er schlicht, ein guter Mensch. Und dann hat er einen Mord begangen. Er pause. Menschen sind keine Gleichungen, Hastings.

Das vergesse ich manchmal. Die grauen Zellen, sie lösen Gleichungen sehr gut. Aber Menschen sind keine Gleichungen. Hastings fuhr und dachte nach. Glauben Sie, er bereut es? Poirot thought of Fosse's face when he opened the door and asked the question,» Must she know?«» Not, I am discovered, not what happens to me, but, must she know?«» He does not regret what he has done,« said Poirot.» He regrets that it was necessary.« Hastings nodded slowly.» And Mrs. Müller?« he asked for a while.» Mrs. Müller,« said Poirot,» is the most remarkable person in this castle.« Sie hat 30 Jahre lang in einem Haus gelebt, in dem sie nie ganz willkommen war.

Sie hat einen Bruder geliebt, der sie nie Schwester nennen wollte. Sie hat Geheimnisse gehütet, die nicht ihre waren, und als die Möglichkeit kam, diese Geheimnisse zu vernichten, hat sie es getan. Nicht für sich selbst. Er sah aus dem Fenster. Die Bäume lichteten sich langsam. In der Ferne, durch eine Lücke im Wald, war ein Dorf zu sehen, Rauch aus Schornsteinen, Das gelbliche Licht von Fenstern am Morgen. Sie hat für Elisabeth gehandelt. Für eine Frau, zu der sie keine offizielle Verbindung hat, kein Blut, kein Name. Das ist, das ist Loyalität, sagte Poirot einfach. Die Art, die sich nicht erklärt. Sie fuhren aus dem Wald heraus, und plötzlich war der Himmel weiter.

Nicht blau, noch immer grau, aber weiter, offener, ohne die dichten Tannen, die ihn zusammengedrückt hatten. Die Straße wurde breiter. Irgendwo in der Ferne, kaum hörbar, eine Kirchenglocke. Hastings trat etwas aufs Gas. Poirot? Oui? Die Karte. Hastings warf ihm einen Seitenblick zu. Diesmal halte ich sie richtig. Poirot sah auf die Karte in Hastings' Zoasnia Schoß. Sie lag tatsächlich richtig.

Norden oben, der Finger auf der Straße, die südwärts führte. Ja, sagte Poirot, das tun sie. Er lehnte den Kopf an das Autofenster. Draußen zog der Schwarzwald zurück, die Tannen, das Grau, das Schloss, das er nicht mehr sehen konnte. Rabenhorst war hinter der ersten Biegung verschwunden, als hätte es nie existiert. Trotzdem, murmelte er, auch die Augen geschlossen, die Stimme kaum mehr als ein Gedanke. Was? Norden ist immer oben. Mon ami.

Aber ob man in die richtige Richtung fährt, das ist eine andere Frage. Hastings öffnete den Mund, schloss ihn wieder. Der Wagen fuhr durch das erste Dorf an der Kirche vorbei, an dem Gasthof mit dem verwitterten Schild, an Kindern, die trotz November draußen spielten und sich nicht um schwarze Mercedes kümmerten, die aus dem Wald kamen. Hercule Poirot schlief ein. Oder er tat so, als ob.

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