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Hercule Poirot – Deutsche Krimi-Hörspiel· Folge 9

Hercule Poirot: Lavendelduft am Tatort – wer lügt? | Deutsche Krimi-Hörspiele

Freitag, 25. September 2026 · 1 h 28

MP3

Shownotes

Hercule Poirot ermittelt in einem rätselhaften Mordfall, bei dem der Duft von Lavendel zur entscheidenden Spur wird. Zwischen verschlossenen Türen, widersprüchlichen Aussagen und raffinierten Täuschungen sucht der Meisterdetektiv nach dem wahren Täter. Dieses spannende Krimi-Hörbuch bietet klassische Detektivarbeit, elegante Wendungen und eine Atmosphäre voller Geheimnisse. Jetzt anhören und miträtseln! #HerculePoirot #KrimiHörbuch #Detektivgeschichte #Mordfall #Hörspiel

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Der Brief roch nach Lavendel und Angst. Poirot bemerkte es sofort. Nicht den Lavendel. Das war parfümiertes Briefpapier. Teuer, einst teuer, mit verblasster Goldprägung am Rand. Die Angst war subtiler. Sie steckte in der Handschrift. Großbuchstaben zu groß, Kleinbuchstaben zu klein. Die Zeilen leicht nach unten geneigt, als hätte die Hand beim Schreiben gezittert. Und sich dann beherrscht. Eine Frau, die Angst hatte und die Angst nicht zeigen wollte. Er las den Brief dreimal. Und dann legte er ihn auf den Tisch, genau parallel zur Tischkante. Das war seine Art, Dinge zu ordnen, wenn sein Geist noch nicht geordnet war. Und tippte dreimal mit dem Zeigefinger gegen seine Schläfe. Hastings, sagte er zu

dem leeren Sessel ihm gegenüber. Hastings war seit drei Wochen in Argentinien. Poirot spoke with him anyway. It was time to sort out the thoughts. The lady writes, man werde sie töten, nicht heute Nacht, bald. Sie kennt den Täter, aber das Motiv... Er hob eine Hand. Ja, das Motiv fehlt ihr. Interessant, nicht wahr? Ein Mensch, der seinen Mörder kennt, aber nicht versteht, warum er sterben soll. Der leere Sessel antwortete nicht. Oui, das ist es, was mich beunruhigt. Bellingham Court, 14, lag in einer jener Mayfair-Straßen, die aussehen, als hätten sie Geld.

Aber das Geld war längst gegangen, und nur die Fassade war geblieben. Fünf Stockwerke aus dunklem Londoner Backstein, Fenster mit weißen Vorhängen, ein Eingang mit blank geputztem Messingschild. Es sieben Wohnungen. Ein Treppenhaus, das nach Bona wachst und altem Holz roch. Poirot traf am Mittwochmorgen um halb zehn ein. Er traf Lady Vivian Ashworth nicht mehr an. Inspektor Japp stand im Türrahmen ihrer Wohnung im dritten Stock und sah aus wie ein Mann, der lieber woanders wäre. Das war Japp meistens.

Er war ein guter Polizist, solide, beharrlich, ohne Fantasie. Fantasie, das pflegte Poirot zu denken, ist keine Tugend für Polizisten, nur für Mörder und Detektive. Herzversagen. said Jap. The doctor was already there. Says she had a weak heart muscle. Can happen at any time. When? At some point tonight.

Between eleven and two, he estimates. Poirot passed by her, passed by Jap, and into the room. Lady Vivian Ashworth sat in her armchair at the window. Seventy years old, maybe a little more. Small face, sharp bones, Weißes Haar, das ordentlich frisiert war, als hätte sie sich vor dem Sterben noch einmal gekämmt. Und ihre rechte Hand hielt eine Tasse. Kamillentee. Erkaltet.

Das Gesicht? Ruhig. Fast entspannt. Poirot betrachtete sie lange. Sie hat nicht gelitten, sagte er. Herzstillstand geht schnell, sagte Japp. Das wollte ich nicht sagen. Poirot wandte sich um. Ich meine, sie hat nicht überrascht gewirkt. Schauen Sie, Jap, das Gesicht, die Schultern, keine Anspannung, keine Panik. Eine Frau, die wusste, dass etwas kommt, und es trotzdem nicht aufhalten konnte. Jap sah ihn an. Sie glauben also... Ich glaube noch gar nichts, sagte Poirot freundlich. Noch nicht. Aber das war nicht ganz die Wahrheit. Die Tasse, das war das Erste. Poirot sah es, noch bevor er die Küche betrat. Die Küche der Lady war klein, sauber, ordentlich. Wie alles an ihr, vermutlich. Zwei Regale mit Geschirr. Auf dem ersten Regal, direkt auf Augenhöhe,

blau-weiße Tassen, sechs Stück in einer Reihe. Auf dem zweiten Regal, ein wenig höher, zerschwerer zu erreichen. Vier Tassen in einem anderen Muster, hellgrün mit kleinen Blumen. Die Tasse in ihrer Hand war hellgrün mit kleinen Blumen. Poirot stand sehr still. Yap, sagte er, ohne sich umzudrehen. Haben Sie die Haushälterin gesprochen? Mrs. Blunt? Ja, kommt täglich um acht, geht um sechs. Gestern Abend war sie bis halb sieben hier. Und die Tassen? Hat Mrs.

Blunt erwähnt, welche Tassen Lady Ashworth normalerweise benutzte? Jeb blinzelte. Nein, wäre mir auch nicht eingefallen zu fragen. Nein, sagte Poirot. Das wäre es ihnen nicht. Er sagte das ohne Vorwurf. Es war eine Feststellung, weiter nichts. Mrs. Blunt war eine Frau mittlerer Jahre mit den Händen einer Wäscherin und dem Gesicht einer Frau, die viel gesehen und wenig davon vergessen hatte.

Sie stand in der Küche, die Hände um eine Tasse heißen Tee geklammert. Die blauen Tassen, bemerkte Poirot, und war noch nicht so weit, dass sie geweint hatte. Das würde später kommen. Die grünen Tassen, sagte Poirot sanft. Benutzte Lady Ashworth die oft? Mrs. Blunt sah ihn an. Die? Kaum. Die waren ein Geschenk von irgendjemandem vor Jahren. Mochte die Farbe nicht. Sagte immer, grün ist kein Geschirr. Sie trank also normalerweise aus dem Blauen? Immer, jeden Abend. Den Kamillentee aus der blauen Tasse mit dem kleinen Sprung am Henkel.

Die hat sie nie weggeschmissen, obwohl ich... Die Haushälterin unterbrach sich. Die hat sie nie weggeschmissen. Poirot nickte, ging sehr langsam. Und gestern Abend, als Sie gegangen sind, was stand auf dem Tablett? Eine Pause. Mrs. Blunt dachte nach. Ehrlich nach, Poirot konnte es sehen. Die blaue Tasse, sagte sie dann.

Die mit dem Sprung. Ich hab das Tablett fertig gemacht, bevor ich ging. Wie immer. Danke, sagte Poirot. Das ist sehr hilfreich. Er lächelte. Mrs. Blunt hatte das Gefühl, sie konnte später nicht erklären warum, dass hinter diesem Lächeln etwas sehr Ernstes stand. Sieben Wohnungen. Sieben Menschen. Poirot bat Jap, niemanden das Haus verlassen zu lassen. Jap seufzte auf die Art.

Wie Jap immer seufzte, wenn Poirot etwas bat. Resigniert, leicht leidend, im Grunde bereit zu kooperieren. Mord, sagte Jap. Sie sind sicher? Nein, sagte Poirot. Noch nicht sicher, aber die kleinen grauen Zellen... Er tippte wieder gegen die Schläfe. Sie sagen, frag weiter. Die anderen Bewohner warteten. Poirot stieg die Treppe hinauf und hinab und lernte das Haus kennen. Eins Häuser haben eine Persönlichkeit.

Das war Poirot's feste Überzeugung. Bellingham Court hatte die Persönlichkeit eines Mannes, der einst wohlhabend gewesen war und das vergessen hatte. Die Treppengeländer waren aus gutem Holz, aber das Holz war staubig. Die Wandfarbe war elegant gewählt. Vor zwanzig Jahren. Der Teppich auf den Stufen war durchgetreten in der Mitte, noch intakt an den Rändern. Ein Haus, das seine Bewohner nicht kannte.

Oder kannte und für sich behielt. Und im Erdgeschoss. Professor Edmund Hallcroft. Die Tür stand einen Spalt offen, und durch den Spalt roch es nach feuchter Erde und etwas Herbem, Botanischem. Poirot klopfte. Der Professor war ein kleiner Mann mit zitternden Händen. Die Hände fielen sofort auf. Und einem Gesicht, das freundlich aussah, und es vielleicht auch war, siebzig, achtzig Jahre alt. Pensionierter Botaniker, hatte Japp gesagt. Sein Zimmer war ein Wunder, Bücher bis zur Decke, Pflanzen auf jedem freien Fleck, ein ein Gewächshaus-Anbau, der illegal aussah und es wahrscheinlich war, voller grüner und nicht so grüner Gewächse. Erschreckend, sagte der Professor, als Poirot nach Lady Ashworth fragte. Einfach erschreckend. Ein schwaches Herz, hörte ich.

Hörten Sie das? Poirot sah sich um. Von wem? Der Professor blinzelte. Nun, Mrs. Finch. Eine der Damen aus dem dritten Stock. Sie hat es mir heute Morgen gesagt. Früh informiert. Ja, der Professor wirkte unsicher. Ja, ja eigentlich schon. Poirot betrachtete die Pflanzen. Ruhig, ohne zu deuten. Sein Auge blieb an einem Topf hängen, mittelgroß, unauffällig, mit einem blau-violetten Blütenstand, bereits verblüht. Aconitum, napellus, Eisenhut.

Er sagte nichts. Nur sein Zeigefinger, kaum sichtbar, tippte einmal gegen den Oberschenkel. Madame Celestine Voss öffnete die Tür des ersten Stocks, noch bevor Poirot klopfte. Das war das Erste, was er bemerkte. Sie hatte gewartet. Hinter der Tür, in der Stille. Und gewartet. Entweder war sie sehr nervös oder sehr neugierig. Oder beides. Bei Menschen, die warten, war es meistens beides. Monsieur Poirot. Sie sprach seinen Namen mit einer Präzision aus, die Übung verriet. Ich habe sie erwartet. Das sehe ich. Er lächelte höflich. Darf ich eintreten? Die Wohnung war dunkel, trotz des Novemberlichts, das durch die Vorhänge sickerte.

Schwere Möbel, Brüsseler Art, dunkelrot, mit goldenen Verzierungen. Ins auf dem Kamin simms Fotos in Silberrahmen. Poirot sah sie aus dem Augenwinkel ohne hinzusehen. Zwei Kerzenhalter. Ein Gebetbuch. Madame Voss selbst war eine Frau, die einmal schön gewesen war, und das wusste. Und die wusste, dass es vorbei war, und sich damit abgefunden hatte mit der Würde einer Frau, die größere Dinge verloren hatte als ihre Jugend. 55, vielleicht 60.

Schwarzes Kleid, keine Schmucke, außer einem goldenen Ring am rechten Zeigefinger. Witwe, hatte Jap gesagt. Sie waren mit Lady Ashworth bekannt, fragte Poirot. Bekannt. Madame Voss wählte das Wort sorgfältig. Wir kannten uns, ja. Von früher, nicht wahr? Nicht aus diesem Haus. Eine kleine Pause. Warum fragen Sie das? Weil Lady Ashworth erst vor elf Monaten in dieses Haus eingezogen ist, sagte Poirot freundlich. Und Sie seit vier Jahren hier wohnen. Wenn Sie sich gut genug kannten, dass Sie ihnen Ihre Wohnung als Adresse gab.

Er machte eine kleine Geste. And dann muss die Bekanntschaft älter sein. Madame Voss sah ihn an. Lange. Brüssel, sagte sie schließlich. Wir kannten uns aus Brüssel. Vor sehr langer Zeit. Wie lange? Mehr als 30 Jahre. Ah! Poirot nickte, als wäre das eine unbedeutende Information. Und Sie waren befreundet? Wir kannten uns, sagte Madame Voss wieder. Derselbe Ton, derselbe sorgfältig gewählte Abstand zwischen kennen und befreundet sein. Poirot bemerkte, dass ihre Hände ruhig in ihrem Schoß lagen. Zu ruhig. Menschen, die tatsächlich ruhig sind. halten ihre Hände nicht fest. Haben Sie Lady Ashworth gestern Abend gesehen? Nein. Gehört. Eine minimale Verzögerung.

Ich habe Schritte gehört. Auf der Treppe. Gegen halb neun, schätze ich. Aber das können viele gewesen sein. Natürlich. Poirot stand auf. Eine letzte Frage, Madame. Verzeihen Sie meine Neugier. Sie sprechen Französisch mit einem sehr eleganten Akzent. Brüsseler Färbung, aber ihr Flämisch. Er wechselte in der Mitte des Satzes nahtlos ins Flämische. U Flams klingt anders. Mehr. Zeidelig. Madame Vos' Augen veränderten sich nur einen Moment. Mein Flämisch ist eingerostet, sagte sie auf Englisch. Ich lebe seit 30 Jahren nicht mehr in Belgien. Natürlich, sagte Poirot wieder. Das erklärt es vollkommen.

Er verneigte sich leicht und ging. Auf der Treppe blieb er kurz stehen. Ihr Flämisch war nicht eingerostet. Es war falsch. Sie nicht das Flämisch einer Frau, die eine Sprache vergessen hatte, sondern das Flämisch einer Frau, die sie nie wirklich gesprochen hatte. Vous n' êtes pas belge, madame. Noch nicht sicher. Aber die kleinen grauen Zellen, sie hatten begonnen, sich zu rühren. Mr.

Tobias Renn, öffnete die Tür des zweiten Stocks mit der Energie eines jungen Mannes, der zu viel Kaffee getrunken und zu wenig geschlafen hatte. 28, schätzte Poirot. Vielleicht 30. Dunkles Haar, das in alle Richtungen zeigte. Tinte am rechten Mittelfinger, die Jacke eines Mannes, der sich für Jacken nicht interessiert. Journalist, sagte er, noch bevor Poirot sprechen konnte. Nein, nein, Sie sind Poirot, der Detektiv. Ich habe von Ihnen gehört. Setzen Sie sich. Er räumte einen Stapel Notizbücher vom Stuhl. Schnell, zu schnell, und legte sie mit der beschriebenen Seite nach unten auf den Tisch. Poirot sah es, sagte nichts. Schrecklich, diese Sache mit Lady Ashworth, und sagte Wren und setzte sich selbst. Er saß wie jemand, der Energie hat und

nicht weiß, wohin damit. Knie wippend, Finger trommelnd. Herzversagen, Sagten die Leute heute Morgen? Sagen sie mir, Sagte Poirot, Was schreiben sie gerade? Für welche Zeitung? Der Chronicle, Londoner Stadtgeschichte, Die Serie, Kennen sie vielleicht? Nein? Macht nichts. Alte Häuser, Alte Geschichten, Das ist mein Gebiet. Faszinierend. Poirot nickte. Und Lady Ashworth? Kannte sie alte Geschichten? Ren stopped whipping. Just for a second. We occasionally talked, he said. Looser tone, but the fingers on the table were now flat and still.

In the staircase, as you know neighbors. Of course. Poirot stood and walked to the table where the notebooks lay and seemed to be interested in the window view. He saw the top notebook from the corner of his eye. Die umgekehrte Seite war leer. Es habe auf der Rückseite des Einbands, halb verdeckt, ein Name. Ashworth. Und darunter eine Zahl, ein Betrag. Poirot drehte sich um und lächelte. Eine schöne Aussicht haben Sie hier. Ja, sagte Wren. Er sah Poirot an mit dem Blick eines jungen Mannes, der wissen möchte, was der andere gesehen hat. Und es nicht fragen kann, Ohne zuzugeben, dass es etwas zu sehen gibt. Haben Sie Lady Ashworth gestern Abend besucht? Nein. Ihre Wohnung betreten? Nein.

Aber Sie kannten den Grundriss? Ren blinzelte. Wie bitte? Oh, Entschuldigung. Poirot winkte ab. Eine unkluge Frage. Verzeihen Sie. Auf Wiedersehen, Mr. Ren. Er ließ den jungen Journalisten mit seinen Notizbüchern und seiner Verwirrung zurück. Der dritte Stock gehörte den Schwestern Finch. Die Tür öffnete sich, und es öffneten sich gewissermaßen zwei Türen gleichzeitig.

Clara und Dorothea Finch standen nebeneinander im Rahmen, beide fünfzig, beide mit grauem Haar, beide mit dem gleichen leicht geneigten Kopf wie Vögel, die ein Geräusch gehört hatten und nicht sicher sind, woher es kommt. Monsieur Poirot, sagten beide. Nicht ganz gleichzeitig. Clara eine halbe Sekunde früher, Dorothea eine halbe Sekunde später. Wie ein Echo. Treten Sie ein, sagte Clara. Bitte, sagte Dorothea. So die Wohnung war ein gespiegeltes Wunder. Zwei identische Sessel, einander gegenüber. Zwei identische Leselampen. Auf dem Kamin Sims zwei identische Porzellanfiguren. Schäferin, eine nach links. eine nach rechts blickend. Sie setzten sich. Poirot setzte sich. Sie haben Lady Ashworth heute Morgen vermisst, fragte er. Clara öffnete den Mund.

Sie kam nie zu spät, sagte Dorothea. Poirot wandte den Blick zu Dorothea. Zu spät? Wofür? Zum Briefkasten, sagte Clara. Jeden Morgen, Punkt 8, erholte sie ihre Post. Um 20 nach 8 kam Dorothea vom Bäcker zurück. und fand die Post noch im Briefkasten. Also wusste ich. Also wusste sie. Poirot betrachtete die beiden. Dann fragte er und wandte sich dabei bewusst an Clara. Haben Sie Lady Ashworth gut gekannt?

Dorothea antwortete. Gut genug. Sie war eine ruhige Frau. Poirot nickte, als hätte er das erwartet. Hatte er. Wenn man Clara fragte, antwortete Dorothea. Immer, hatte er sich schon gedacht. Und hier war der Beweis. Was und gestern Abend? Wir sind früh ins Bett gegangen, sagte Clara. Um neun, sagte Dorothea. Wir haben nichts gehört. Nichts, Poirot stand auf. Danke, eine letzte Sache.

Er wandte sich an Dorothea, direkt, ohne Umweg. Haben Sie Lady Ashworth heute Morgen von ihrem Tod erzählt? Professor Hellcroft erwähnte, Er habe die Nachricht von Mrs. Finch erhalten. Dorothea sah ihn an. Dann sah sie Clara an. Clara sah ihn an. Ich war der Professor gemeint, sagte Dorothea schließlich. Natürlich, sagte Poirot.

Welche von ihnen ist Clara? Eine Pause. Ich, sagte die Frau auf der linken Seite. Ich dachte, sie sind Dorothea, sagte Poirot sanft. Sie haben sich vorhin als Dorothea vorgestellt. Stille. Die beiden Frauen sahen einander an. Und Poirot sah, wie etwas Kleines, sorgfältig Kontrolliertes zwischen ihnen ausgetauscht wurde. Kein Wort.

Kein Blick, der sich hätte festhalten lassen. Ich verwechsle mich manchmal selbst, sagte die Frau auf der linken Seite, um sein kleines, entschuldigendes Lächeln. Wirklich, sagte Poirot, das ist very merkwürdig. Er verneigte sich und ging. Sir Reginald Mourne vom vierten Stock öffnete die Tür mit dem Ruck eines Mannes, der es gewohnt ist, dass Türen sich öffnen, wenn er es will. Großgewachsen, breit, 65, mit einem Schnurrbart, der zur Zeit seines Höhepunkts sehr beeindruckend gewesen sein musste. Der Orden an seiner Brust war echt.

Poirot kannte den Orden. Südafrika. 1900. Poirot. Keine Begrüßung, nur nur der Name. Kommen Sie rein. Die Wohnung roch nach Leder und Tabak und der leisen Traurigkeit von Männern, die alleine leben und es nie gelernt haben. Keine Bücher, außer militärischen Handbüchern. Auf dem Schreibtisch eine angefangene Flasche Whisky und ein leeres Glas. Elf Uhr morgens. Lady Ashworth, sagte Poirot. Ja.

Sir Reginald setzte sich schwer in seinen Sessel. Schlimme Sache. Sie kannten sie. Kannte sie, ja. Er sah zum Fenster. Wollte sie heiraten, vor langer Zeit. 1908, eh glaube ich. Oder neun. Sie hat abgelehnt. Das hat sie verwundet. Das hat mich... Sir Reginald unterbrach sich. Dann, sehr ruhig. Das hat mich ruiniert. Im persönlichen Sinne. Ich habe es überstanden.

Und dennoch wohnen sie im selben Haus. Sie ist eingezogen, nicht ich. Er sah Poirot an. Vor elf Monaten. Ich habe sie gebeten, eine andere Wohnung zu suchen. Sie hat abgelehnt. Das war ihre Art. Haben sie sie gestern Abend gesehen? Nein. Gesprochen? Nein. Wir haben seit drei Monaten nicht gesprochen. Nein. Warum drei Monate?

Sir Reginald griff nach dem Whiskyglas leer und stellte es wieder hin. Sie hat mir etwas gesagt, etwas Unangenehmes, eine Meinung über mich, die ich nicht hören wollte. Was für eine Meinung? Das, sagte Sir Reginald, geht sie nichts an. Poirot lächelte. Sie haben recht. Entschuldigen Sie. Er stand auf und noch in der Bewegung, fast beiläufig. Wussten Sie, dass Lady Ashworth ruiniert war? Ah, finanziell. Sir Reginald sah ihn scharf an. Nein, diesmal log er nicht. Das war das Interessante.

Bei allem anderen, der Unruhe, dem Whisky, der Schwere, die er mit sich trug, bei dieser Frage war Sir Reginald Morn vollkommen ehrlich. Er wusste es wirklich nicht. Das Dachgeschoss. Die Treppe war enger hier, die Decke niedriger. Poirot. der keine großen Häuser liebte und noch weniger enge Treppen, stieg sorgfältig und bedächtig hinauf. Miss Eleanor Vane. Ja, die Tür war dünner als die anderen. Billiger. Das Dachgeschoss war die günstigste Wohnung. Das war in jedem Haus so, in dem die unteren Stockwerke teurer waren. Jemand, der wenig Geld hatte oder wenig Geld ausgeben wollte. Er klopfte. Stille. Dann Schritte.

Sehr leise Schritte. Die Tür öffnete sich, und Poirot sah ein Mädchen, nein, eine Frau, aber sehr jung wirkend, 25 vielleicht, mit einem Gesicht, das schön sein könnte, wenn es nicht so sehr damit beschäftigt wäre. Und gar nichts auszudrücken. Blonde Haare, schlicht, hellgraue Augen, die ihn ansahen wie ein Tier, das entscheidet, ob die Situation Flucht verlangt oder stillhalten. Sie entschied. Stillhalten.

Monsieur Poirot, sagte sie. Leise, sehr leise. Sie kennen mich? Madame Voss hat erzählt, dass Sie kommen würden. Ein kaum merkliches Zögern. Bitte treten Sie ein. Die Wohnung war fast leer. Ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch. Auf dem Tisch, ein Buch. Poirot sah es, als er sich setzte. Ein Tagebuch, wie Leder ein Band. Geschlossen. Sie wohnen hier seit sechs Monaten.

Und vorher verschiedene Orte. Sie saß auf dem Stuhl ihm gegenüber, die Hände im Schoß, die Haltung perfekt aufrecht. Eine Haltung, die gelernt war. Nicht natürlich. Gelernt. Ich reise viel. Woher kommen Sie ursprünglich? Aus dem Süden. Des Landes? Eine minimale Pause. Des Kontinents. Poirot looked at her. Miss Vane, the diary on her table. I heard, it was empty. Her eyes narrowed unknowingly. Who told you that? Is it true? She looked at him. A very long second. Yes, she said, it's empty. Then it's not a diary. No, what is it?

An empty book, said Miss Eleanor Vane. Ich halte es dort, damit... Sie brach ab. Damit die Menschen denken, sie führen Tagebuch, sagte Poirot sanft. Und nicht fragen, was sie stattdessen aufschreiben. Sie antwortete nicht. Poirot stand auf. Eine letzte Frage. Na, haben Sie Lady Ashworth gut gekannt? Nein. Haben Sie sie gemocht?

Ich kannte sie kaum. Das ist keine Antwort auf meine Frage. Miss Eleanor Vane saw him, and for the first time, very briefly, she showed her face something. It was not exactly pain, not exactly grief. It was something between the two, something for which Poirot at the moment had no name. No, she said. I didn't like her. Thank you, said Poirot.

That's honest. He climbed the narrow stairs again, and there were six people in this house. Sechs Geheimnisse. Und irgendwo dazwischen ein Mörder, der Lady Vivienne Ashworth's Tassen umgestellt hatte, der gewusst hatte, dass sie niemals nachschaute, bevor sie trank, der sie sehr, sehr gut gekannt hatte. Die grauen Zellen arbeiteten. Gut, dachte Poirot. Sehr gut, aber noch nicht gut genug. Das Gerücht, Lady Ashworth sei eines natürlichen Todes gestorben, hatte das Haus wie ein beruhigendes Gas durchdrungen. Jeder atmete es ein, keiner glaubte ihm ganz. Das war die Natur von Gerüchten in geschlossenen Gemeinschaften. Man akzeptiert sie nicht, weil man überzeugt ist.

Man akzeptiert sie, weil die Alternative unangenehmer ist. Poirot traf Japp im Erdgeschoss. Gift? fragte Japp leise. Ich wäre nicht überrascht. Lassen Sie den Arzt noch einmal ran, diesmal gründlicher. Was suche ich? Pflanzliches Alkaloid. Herzwirkung. Poirot zog seinen Mantel an. Und Jap? Lassen Sie die Tasse untersuchen. Die grüne. Die grüne.

Jap runzelte die Stirn. Ich dachte, sie trinkt immer aus der blauen. Ja, sagte Poirot. Das dachte ich auch. Er trat auf die Straße. Der Novembernebel hatte sich verdickt, und Bellingham Court verschwand hinter ihm in einem grauen, undurchdringlichen Nichts. Irgendwo in diesem Haus saß ein Mörder, und dieser Mörder hatte gestern Abend eine Tasse umgestellt, einen Tee gebrüht, auf eine Frau gewartet, und war dann gegangen, als wäre nichts gewesen.

Das ist kein impulsiver Mord, hatte Poirot gedacht. Das ist Musik, komponiert über Monate. Der Regen begann gegen Mittag. Poirot saß in seinem Apartment, in Whitehaven Mansions, trank Kakao, sehr heiß, sehr süß, die Art, die Hastings immer als unzumutbar süß bezeichnet hatte, und dachte. Auf dem Tisch vor ihm lagen sechs Blätter Papier, auf jedem Blatt ein Name, darunter in Poirot's sauberer, kleiner Handschrift, das, was er wusste, und das, was er nicht wusste. Die zweite Spalte war länger als die erste. Das war im Moment noch normal. Uns ertrank seinen Kakao und begann die Blätter zu ordnen. Professor Edmund Hallcroft. Botaniker.

Zitternde Hände. Parkinson vermutlich. Oder Alter. Oder beides. Eisenhut im Gewächshaus. Hatte die Todesnachricht von Mrs. Finch erhalten. Welcher Mrs. Finch? Und warum so früh? Madame Celestine Voss. Kein echtes Flämisch. Kannte Lady Ashworth aus Brüssel vor mehr als 30 Jahren. Wollte nicht über die Natur dieser Bekanntschaft sprechen. Wartete hinter der Tür auf Poirot's Klopfen. Mister. In Tobias Wren. Journalist.

Der Name Ashworth im Notizbuch mit einer Zahl dahinter. Ein Betrag. Zu schnell umgedreht, zu lässig getan. Und er kannte den Grundriss von Lady Ashworth's Wohnung. Das hatte Poirot nicht wirklich gefragt, aber die Frage hatte gewirkt wie ein Stein, den man ins Wasser wirft. Die Kreise verraten, wie tief es ist.

Clara und Dorothea Finch. Oder Dorothea und Clara. Die Frage war, ob man das herausfinden konnte und ob es eine Rolle spielte. Sie tauschten Namen aus, wie andere Leute Hüte. Warum? Gewohnheit? Oder war es bei einer der beiden eine Notwendigkeit? Sir Reginald Morn, abgewiesen vor 23 Jahren, noch immer verletzt. Trank Whisky um 11 Uhr morgens. Wusste nicht, dass Lady Ashworth ruiniert war? Und das war das Merkwürdige. Nicht das Trinken, das Nichtwissen. Wenn ein Mann eine Frau liebt, geliebt hat, dann weiß er, wie es ihr geht. Finanziell, sozial, gesundheitlich.

Er beobachtet, auch wenn er so tut, als täte er es nicht. Sir Reginald Morn hatte Lady Ashworth nicht beobachtet. Er hatte sich abgewandt. Warum? Miss Eleanor Vane. Ein leeres Tagebuch. Keine Vergangenheit. Keine Post. Mochte Lady Ashworth nicht. Sagte es ohne Zögern, was entweder außergewöhnliche Offenheit verriet oder außergewöhnliche Berechnung.

Kam aus dem Süden des Kontinents. Welches Land? Welche Stadt? Und dann? Madame Voss had told Miss Vane that Poirot would come. When? The apartment of Madame Voss was the first floor. Miss Vane lived in the attic. Between Poirot's visit to Madame Voss and his visit to Miss Vane were at most twenty minutes. Did Madame Voss go upstairs at that time? Or had they spoken before, before Poirot had even met? Er trank den letzten Schluck Kakao. Dann griff er nach dem siebten Blatt. Leer. Er schrieb oben hin.

Brüssel 1921. Und darunter Henri Delacroix. Dann Herzstillstand. Er sah das Blatt lange an. Am nächsten Morgen kehrte er zu Bellingham Court zurück. Nicht durch den Haupteingang. Durch die Hintergasse. An der Küchentür vorbei. und dann in die kleine Gemeinschaftswaschküche im Keller, von der ihm Mrs. Blunt erzählt hatte. Dort stand jeden Donnerstag das Putzzeug bereit. Heute war Donnerstag. Mrs.

Blunt war bereits dort. Monsieur Poirot. Sie sah ihn ohne Überraschung an. Haushälterinnen, die lange für alte Frauen gearbeitet hatten. Sie wurden selten noch überrascht. Ich habe gewusst, dass sie wiederkommen, Sie sind klug, sagte Poirot. Er setzte sich auf einen Stuhl, den er selbst heranschob. Er mochte es nicht, das zu stehen, wenn er sprechen wollte, und faltete die Hände. Mrs. Blunt, ich möchte Sie etwas fragen, und ich bitte Sie, sehr genau nachzudenken, bevor Sie antworten. Gut. In den letzten Wochen, vielleicht Monaten, hat Lady Ashworth Besuch gehabt. Jemanden aus dem Haus selbst, jemand... Es der öfter kam als die anderen. Mrs.

Blunt schwieg eine Weile. Sie, sagte sie schließlich, meinen die Dame aus dem ersten Stock. Poirot blieb sehr ruhig. Madame Voss? Ja, kam zwei-, dreimal die Woche. Manchmal abends. Manchmal am Nachmittag. Mrs. Blunt faltete ein Handtuch. Sehr sorgfältig. Die Ränder exakt übereinander. Ich hab nichts dabei gedacht. Lady Ashworth had hardly any visitors.

I was happy for her. When did it start? Right after Lady Ashworth moved in. Last December. So almost from the first day. Almost. Poirot thought about it. Lady Ashworth moves in. Madame Voss, who already knows Lady Ashworth from Brussels for more than 30 years, begins to visit her regularly. Not in a hurry. Wie eine alte Bekannte, die eine zufällige Wiederbegegnung navigiert. Sofort. Fast vom ersten Tag. Als hätte sie gewusst, dass Lady Ashworth kommen würde. Oder als hätte sie dafür gesorgt. Hat Lady Ashworth jemals über Madame Voss gesprochen?

Fragte er. Über ihre Freundschaft? Einmal. Mrs. Blunt legte das Handtuch weg und nahm ein neues. Hat gesagt... Madame Voss sei eine sehr aufmerksame Frau. Das hat sie so gesagt. Aufmerksam. Mit einem Tonfall. Sie suchte nach dem Wort. Als wäre das nicht unbedingt ein Kompliment. Genauso. Poirot stand auf. Noch eine letzte Frage. Hat Lady Ashworth in letzter Zeit Angst gehabt?

Haben sie das bemerkt? Mrs. Yblant hörte auf mit dem Handtuch. Sie hat die Küchentür abgeschlossen angefangen. Von innen, wenn sie abends allein war. Früher hat sie das nie getan. Sie sah ihn an. Das habe ich bemerkt, ja. Wann hat das angefangen? Vor sechs Wochen, ungefähr. Sechs Wochen, dachte Poirot.

Und sie hatte ihm vor vier Tagen geschrieben. Zwei Wochen hatte sie gezögert. Und zwei Wochen lang hatte sie hinter einer abgeschlossenen Tür gesessen und ihren Kamillentee aus der blauen Tasse mit dem Sprung am Henkel getrunken und überlegt, ob sie schreiben sollte. Dann hatte sie geschrieben. Und zwei Tage später war sie tot. Sie kam zwei Tage zu spät, dachte Poirot. Und sofort korrigierte er sich. Nein, der Mörder war zwei Tage zu früh. Japp! traf ihn auf der Treppe. Gift, sagte Japp ohne Einleitung. Der Arzt hat nachgeschaut. Aconitum alkaloid.

Schwache Spuren? Sehr schwach. Fast nichts. Im Blut. Reicht aber. Und die Tasse? Sauber. Spülwasser, schätzt das Labor. Poirot runzelte die Stirn. Gespült? Sauber gespült. Keine Rückstände. Das war interessant. Sehr interessant. Der Mörder hatte die vergiftete Tasse gespült, aber sie zurückgestellt. Nicht in das erste Regal, wo die blauen Tassen standen. Ins zweite, wo die grünen Tassen standen. Zurück an den falschen Platz. Warum? Denn ein nervöser Mörder hätte die Tasse versteckt oder mitgenommen. Ein ruhiger Mörder hätte sie exakt dorthin zurückgestellt, wo sie hingehörte. Ins erste Regal, zwischen die blauen, unauffällig. Aber dieser Mörder hatte sie ins zweite Regal gestellt. Entweder ein Fehler oder Absicht. Und wenn Absicht,

dann warum? Yap, sagte Poirot. Haben sie die Bewohner nach ihren Bewegungen gestern Abend befragt? Alle haben Alibis. Für die Zeit zwischen elf und zwei, meine ich. Die Schwestern Finch sagen, sie waren beide im Bett. Wren sagt, er hat bis Mitternacht geschrieben. Dann geschlafen. Sir Reginald sagt, er hat getrunken und irgendwann geschlafen. Madame Voss sagt, sie hatte Migräne und war früh im Bett. Miss Vane. Jap zog ein Notizbuch heraus.

Miss Vane sagt, sie war den ganzen Abend in ihrer Wohnung. Niemand hat sie gesehen. Und Professor Halcroft? Ah, Jap klappte das Notizbuch zu. Der Professor hat gestern Abend das Haus verlassen. Um acht Uhr. Und, sagt der Concierge, zurückgekommen um halb zwölf. Wohin? Sagt er, in seinen Club, den Reformclub. Ich hab's noch nicht überprüft. Überprüfen Sie es, sagte Poirot. Aber, erhob einen Finger, überprüfen Sie auch, ob jemand im Haus nach oben gegangen ist, während der Professor draußen war. Konkret, ob jemand den Keller besucht hat. Den Keller? Das Gewächshaus des Professors, sagte Poirot, liegt nicht in seiner Wohnung, Jap. Es liegt im Keller.

Ein Anbau. Ich habe die Tür gesehen. Als ich heute Morgen hineinkam. Eine schlichte Holztür. Kein Schloss. Jap sah ihn an. Sie glauben, jemand hat das Gewächshaus benutzt? Ich glaube, jemand wusste, was darin wächst. Und wann es unbeaufsichtigt ist. Das Gespräch mit Madame Voss war das zweite. Sie saß diesmal nicht hinter der Tür. Sie saß am Fenster, die Hände locker im Schoß, eine Tasse Tee auf dem Tisch neben ihr.

Der Ring am rechten Zeigefinger fing das Novemberlicht. Gold. Schlicht. Kein Stein. Sie haben lächerlich Ashworth sehr oft besucht, sagte Poirot. Fast täglich. Wir waren alte Bekannte. Vom ersten Tag an. Er setzte sich ohne zu fragen. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise brauchen alte Bekannte eine Weile, um sich wiederzufinden. Eine gewisse Vorsicht.

Alte Beziehungen haben manchmal Risse. Madame Vos lächelte. Dünn. Vivienne und ich hatten keine Risse. Erzählen Sie mir von Brüssel. Eine Pause. Länger diesmal. Was möchten Sie wissen? Alles. Es, was Sie mir erzählen möchten, sagte Poirot. Und dann das, was Sie nicht erzählen möchten. Madame Vos sah ihn an.

Das Licht fiel ihr ins Gesicht und Poirot sah, was er beim ersten Gespräch nicht gesehen hatte. Sie war müde. Nicht die Müdigkeit einer schlechten Nacht, die Müdigkeit von Jahren. Brüssel, sagte sie schließlich. 1921. Es gab einen Mann, Henri Delacroix. Ein Händler, erfolgreicher Mann, angesehene Familie. Sie sprach langsam, als wähle sie jeden Stein eines Weges, bevor sie ihn betrat.

Er starb im Februar. Herzstillstand, sagten die Ärzte. Und Lady Ashworth kannte diesen Mann? Sie war in Brüssel damals, Geschäfte ihres Mannes. Lord Ashworth hatte belgische Kontakte. Madame Voss trank einen Schluck Tee. Vivienne hat Henri Delacroix gekannt, nicht gut, aber sie hat, Sie hat Dinge gesehen, oder geglaubt zu sehen.

Was für Dinge. Dinge, die sie hätten schweigen lassen sollen. Die Stille hatte Gewicht. Madame Voss, sagte Poirot ruhig. Es hat Lady Ashworth Ihnen gedroht? Die Frau am Fenster sah ihn an, und in ihren Augen, sehr kurz, kaum zu sehen, war etwas, das Poirot als Überraschung erkannte. Echte Überraschung. Gedroht?

Sie schüttelte den Kopf, sehr langsam. Nein, Vivienne hat mir nie gedroht. Das war nicht ihre Art. Eine Pause. Vivienne hatte Angst. Vor wem? Vor demselben Menschen, vor dem ich Angst hatte. Poirot wartete. Madame Voss setzte die Tasse ab. Ich bin nicht die Mörderin. Monsieur Poirot. Das habe ich nicht gesagt. Sie denken es. Ich denke gar nichts. said Poirot.

Not yet. He stood up. But I will think soon. And then I will speak. And when I speak... He read the sentence unfinished. The unfinished sentence was sometimes more effective than the finished one. He was already at the door when Madame Vos spoke. Poirot... He turned around. Henri Delacroix had a daughter. She looked at him. Sie hieß nicht Celestine. Dann wandte sie sich wieder dem Fenster zu und das Gespräch war vorbei. Poirot stieg die Treppe hinauf. Langsam.

Eine Tochter. Nicht Celestine. Er blieb auf dem Treppenabsatz zwischen dem zweiten und dritten Stock stehen. Durch das schmale Fenster sah er den Hinterhof des Hauses, grau im Novemberregen. Und durch das Fenster eines Erdgeschossanbaus, des Gewächshauses, sah er undeutlich grün. Pflanzen, dicht und feucht. Aconitum napellus. Eisenhut. C'est pas die Tochter von Henri Delacroix. Die also wusste, dass ihr Vater nicht an einem schwachen Herzen gestorben war. Die wusste, wer ihn getötet hatte. Die, wenn Madame Vos die Wahrheit sagte, denselben Menschen fürchtete. Aber Madame Vos war nicht die Tochter. Sie hieß nicht Celestine. Poirot tippte dreimal gegen die Schläfe. Dann stieg er weiter hinauf. Vorbei an den Schwestern Finch. Vorbei

an Sir Reginald. Weiter, bis zur engsten Treppe, bis unter das Dach. Er klopfte. The Miss Eleanor Vane öffnete. Dieselbe Haltung wie gestern. Dieselben hellgrauen Augen. Dieselbe Stille um sie herum wie ein Mantel. Ich habe eine Frage, sagte Poirot. Nur eine. Sie trat zurück, um ihn einzulassen. Er trat ein.

Das leere Tagebuch lag noch auf dem Tisch. Miss Vane, sagte Poirot. Wer war ihr Vater? Die Stille, die folgte, war von der Art, die Poirot erkannte. Nicht die Stille einer Frau, die überlegt, was sie sagen soll. Sondern die Stille einer Frau, die entscheidet, seien ob die Zeit des Schweigens vorbei ist. Die grauen Augen sahen ihn an. Mein Vater, sagte Miss Eleanor Vane sehr ruhig, hieß Henri Delacroix. Poirot schlief in dieser Nacht nicht. Das war keine Seltenheit. Es gab Fälle, die sich im Schlaf lösten. Die grauen Zellen arbeiteten weiter, während der Körper ruhte, und morgens lag die Antwort da, wie ein ordentlich gefaltetes Hemd. Und es gab Fälle, die Wachheit verlangten. die sich nur entfalteten, wenn man sie

aktiv betrachtete, von allen Seiten, und im Licht einer einzigen Lampe, mit einem Kakao, der kalt wurde, weil man vergaß, ihn zu trinken. Dieser Fall war der zweite Typ. Er saß in seinem Sessel, die sieben Blätter auf dem Tisch vor ihm, und begann, sie neu zu ordnen. Nicht nach Verdacht, nach Wissen.

Was er wusste, Lady Vivian Ashworth war vergiftet worden. Acornitum napellus, concentrated extract, mixed in the chamomile tea, in the green cup, not the blue one. The green cup was usually in the second shelf. So Lady Ashworth always drank from the blue cup, the same with the jump on the ankle, for years. The murderer had prepared the green cup and put it on the tablet, removed the blue cup, or hidden, that had to be checked, and trusted it. that Lady Ashworth would not look. That was knowledge about a habit.

Intimate knowledge. The cup was then washed. Clean. But put back into the second shelf. Not into the first. Mistake. Or intention. Poirot thought. A murderer who takes the trouble to wash a cup clean is not a negligent murderer. That is precision. Das ist Planung. Dieser Mensch hat nicht im letzten Moment gespült. Der hat gewusst, dass er spülen würde, bevor er noch die Tasse vergiftet hatte. Aber dann die falsche Regalposition. Er tippte mit dem Finger gegen die Tischkante. Einmal. Zweimal.

Weil es dunkel war. Natürlich. Es war Nacht. Lady Ashworth schlief. Oder war bereits tot. Dann das Küchenlicht war nicht an. Denn ein brennendes Küchenlicht in einer Wohnung, deren Bewohnerin schläft, hätte Aufmerksamkeit erregt. Der Mörder hatte im Dunkeln gespült, kalt, schnell, sorgfältig, und die Tasse zurückgestellt. Hatte gezählt, erstes Regal, zweites Regal, aber von unten gezählt oder von oben. Von oben. Das zweite Regal von oben war das erste Regal von unten.

Ein kleiner Fehler. Menschlich. Verständlich. Und entscheidend, was er wusste über Henri Delacroix. 1921. Brüssel. Na, ein Händler. Angesehen. Familie. Gestorben im Februar. An Herzversagen. So die offizielle Version. Lady Ashworth war damals in Brüssel. Sah etwas, das sie hätte schweigen lassen sollen. Hatte 13 Jahre geschwiegen. Dann war etwas passiert.

Vor sechs Wochen. Das die Stille gebrochen hatte. oder drohte sie zu brechen. Madame Voss kannte Delacroix, war in Brüssel 1921, kannte Lady Ashworth von damals. Miss Eleanor Vane war die Tochter von Henri Delacroix. Madame Voss war nicht die Tochter, das hatte sie selbst gesagt. Sie hieß nicht Celestine, was bedeutete Madame Vos knew who the daughter was, knew since when, since Miss Vane moved into the house. Six months ago or earlier? And why did she give Poirot this information?

Because she trusted him? No, she knew him since one day. Because she was afraid? Probably. Because she wanted his suspicion to be directed at Miss Vane, instead of herself? Possibly. Aber da war das andere. Ich bin nicht die Mörderin. Sie hatte es gesagt mit der Ruhe einer Frau, die die Wahrheit spricht. Poirot hatte 30 Jahre Erfahrung mit Lügnern.

Die wenigsten logen mit dieser Art von erschöpfter Ehrlichkeit. a woman who speaks the truth. Poirot had 30 years of experience with liars. The few lied with this kind of exhausted honesty. He put Madame Vos' leaf on the table. Not to the side. Not yet. What he knew about Tobias Wren. The name Ashworth in the notebook. A amount. Guilt.

Wren was a journalist. He wrote about London city history. oder behauptete das. Und aber seine Notizbücher enthielten Namen von Adeligen und Beträge. Das klang nicht nach Stadtgeschichte. Das klang nach Erpressung. Oder nach dem Vorbereiten einer Erpressung. Lady Ashworth war ruiniert. Hatte kein Geld. Aber sie hatte etwas Wertvolleres. Wissen. Was, wenn Wren das gewusst hatte? Was, wenn er versucht hatte, dieses Wissen zu kaufen? oder zu verkaufen. Lady Ashworth als Quelle für eine Geschichte, eine große Geschichte, über einen alten Mord in Brüssel, 13 Jahre her, ist ein Mann, der als Herzpatient begraben worden war. Das wäre eine Geschichte gewesen, eine sehr große Geschichte. Und wenn jemand gewusst hatte, dass

Wren diese Geschichte plante, dass Lady Ashworth im Begriff war zu reden, dann war Lady Ashworth's Zeit abgelaufen. Poirot wrote on Wren's sheet, he knew from Brussels, and below, guilt sign, from whom, for whom, the Finch sisters. He stayed long with this sheet, Clara and Dorothea, or Dorothea and Clara.

The question who was who, he had been busy from the beginning, and he recognized that he did not fully understand the reason for it. People do not exchange names. Das tut man nicht, nicht einmal als Spiel, nicht vor einem Detektiv bei einer Morduntersuchung. Man tut es, wenn man etwas zu verbergen hat. Wenn ein Name, ein bestimmter Name, gefährlicher ist als der andere. Was wäre, wenn eine der Schwestern sich in dieser Nacht bewegt hatte? Wenn eine von ihnen, Clara oder Dorothea, er konnte es noch nicht sagen. die Treppe hinuntergestiegen war, in die Küche, ans Gewächshaus. Und wenn die andere den Detektiv ablenkte, indem sie beide Namen durcheinanderbrachte, die Identitäten tauschte, den Blick verwirrte? Ein Alibi, das sich

selbst bestätigt. Wir waren beide im Bett. Wer bezeugt das? Die andere Schwester. Wessen Aussage gilt mehr als die einer Zwillingsschwester? Keine. Er schrieb, Welche war unten? Und? Reform-Club. Halcroft überprüfen. Sir Reginald Mone. A whiskey um elf Uhr morgens. Zweiundzwanzig Jahre Trauer. Wusste nicht, dass Lady Ashworth ruiniert war. Und das war, wie Poirot schon notiert hatte, das eigentlich Merkwürdige. Er überlegte jetzt, warum.

Ein Mann, der eine Frau liebt. Auch wenn er von ihr abgewiesen wurde, auch wenn er sich abgewandt hat. behält eine Antenne für sie. Er weiß, wenn es ihr gut geht, wenn es ihr schlecht geht, wenn sie Geld hat oder keines. Das ist keine Entscheidung, das ist Biologie. Sir Reginald Morn hatte sich nicht nur von Lady Ashworth abgewandt. Er hatte sich aktiv abgeschirmt. Drei Monate kein Gespräch, seit ihr letzten bitteren Worte. Und was hatte sie gesagt? Eine Meinung über ihn, die er nicht hören wollte. Das geht nichts an. Was hatte Lady Ashworth über Sir Reginald gewusst? Poirot hielt den Stift über das Blatt. Dann schrieb er, sehr langsam, Warmon in Brüssel? Miss Eleanor Vane. Die Tochter. Ihr Vater war

Henri Delacroix. Et er war, das stand für Poirot jetzt außer Frage, ermordet worden. nicht im Jahr 1921 zufällig an Herzversagen gestorben, sondern ermordet. Mit Pflanzengift, wahrscheinlich mit botanischer Präzision, exakt wie Lady Ashworth. Derselbe Mörder, 13 Jahre später, dieselbe Methode. Miss Vane wusste das. Sie war ins Haus gezogen, nicht zufällig, sondern mit Absicht, um der Wahrheit über den Tod ihres Vaters näher zu kommen. Madame Voss wusste, wer sie war und hatte ihr trotzdem nicht gesagt, es es weiterzuziehen. Warum?

Weil Madame Voss Miss Vane schützen wollte? Oder weil Madame Voss Miss Vane benutzte? Poirot schrieb, weiß Miss Vane, wer ihren Vater getötet hat. Und dann, weiß sie, warum Madame Voss hier ist? Er legte den Stift hin. Draußen begann es zu regnen. Nicht der feine Londoner Nieselregen, der richtige, schwere, der gegen die Scheiben trommelte und die Straße darunter in blankes Schwarz verwandelte. Poirot stand auf, trat ans Fenster, sah hinunter. Leer.

Nur Regen und Licht. Er dachte an das Muster. Das Muster war das Wichtigste. Nicht die einzelnen Fakten. Die Fakten waren verstreut, unvollständig, manchmal widersprüchlich. Das Muster war das Darunter. Das, was die Fakten zusammenhielt, wie das Gerippe unter der Haut. Brüssel. Henri Delacroix stirbt. Offiziell Herzversagen. Tatsächlich Gift. Wer hatte Delacroix getötet? Jemand, der botanisches Wissen hatte. Jemand, der Zugang zu Aconitum hatte. Jemand, der Delacroix sehr gut kannte. Gut genug, um seine Gewohnheiten zu kennen. Seine Tasse. Seinen Tee. Seinen Abend. Lady Ashworth hatte es gesehen. Oder einen Teil davon. Genug, um zu wissen.

Und sie hatte geschwiegen. 13 Jahre lang. Warum? Weil sie Angst hatte. Oder weil sie etwas dafür bekommen hatte. Geld. Vielleicht einmal. Aber das Geld war weg. Und die Angst hatte sich in etwas anderes verwandelt. In Erschöpfung. In den Wunsch, dass die Wahrheit endlich ans Licht komme. And she had written Poirot. I know who planned it. I just don't know why. That was the key. Not, I don't know who, but I don't know why. Lady Ashworth already knew the murderer.

Known him since 1921. But the motive, the motive for a new murder, a murder of herself, she didn't understand that, because something had changed. weil der Mörder plötzlich wieder in Bewegung geraten war, nach 13 Jahren Stille. Es was hatte ihn, oder sie, wieder in Bewegung gesetzt. Poirot tippte dreimal gegen die Scheibe, einmal für jeden Gedanken. Erstens, Wren, der Journalist, hatte begonnen zu recherchieren, hatte Fragen gestellt, hatte vielleicht den Falschen befragt. Zweitens, Miss Vane, die Tochter, war ins Haus gezogen, suchte nach der Wahrheit über ihren Vater, war näher gekommen. Drittens, Lady Ashworth selbst hatte, wahrscheinlich nach 13 Jahren Schweigen, begonnen zu reden. Nicht laut. Es ist aber genug, dass jemand

es hörte. Drei Bewegungen, jede für sich genommen unbedeutend. Zusammen. Eine Bedrohung. Der Mörder hatte gehandelt. Poirot returned to his chair, took the sheet with the name Delacroix and wrote down what he now knew. The murderer knew the house, knew Lady Ashworth's kitchen, knew the greenhouse in the cellar, knew the cups, the first shelf, the second. He went at night without being heard, washed in the darkness. He held in and washed in the darkness. Und dann hat vom zweiten Regal von oben genommen, nicht vom ersten. Er sah das Blatt an, gezählt vom zweiten Regal von oben. Das tat jemand, der das Küchenlicht kannte, der wusste, wo welches Regal war, ohne es zu sehen, der die Küche oft besucht hatte, bei Licht. Aber in der Nacht gezählt er falsch,

oben und unten vertauscht. Das war kein Fremder. Das war jemand, der Lady Ashworth's Küche am Tag kannte und sie in der Nacht falsch erinnerte. Jemand, na, der sie oft besucht hatte. Fast täglich. Poirot legte das Blatt hin. Er stand auf, ordentlich, zog die Jacke zurecht, sah sich im Zimmer um. Dann nahm er alle sieben Blätter und legte sie übereinander, in einer bestimmten Reihenfolge. Schob den Stapel zur Seite. Er brauchte die Blätter nicht mehr. Die grauen Zellen hatten ihre Arbeit getan.

Am nächsten Morgen, früh, vor acht, bevor das Haus erwachte, sprach Poirot mit Japp. Reformklapp? fragte er. Professor Hallcroft war dort, wie von acht bis kurz vor elf, drei Minuten. bezeugen es. Japp schlug sein Notizbuch auf. Ist um zehn nach elf ins Haus zurück. Und die Zeit vom Abend? Hatte jemand Zugang zum Gewächshaus? Das ist das Interessante. Japp runzelte die Stirn.

Die Tür zum Gewächshaus. Im Keller die einfache Holztür. War von innen verriegelt. Aber es gibt ein Kellerfenster auf der Hofseite. Klein. Sehr klein. Ich hab's gestern Abend überprüft. Und? Offen. Nicht aufgebrochen. Ibt nur? Offen. War es oft offen? Der Professor sagt, er lüftet manchmal. Im Sommer. Im November. Jap, zuckte die Schultern.

Im November lüftet man nicht. Nein, sagte Poirot. Im November lüftet man nicht. Er ließ Jap stehen und stieg die Treppe hinauf. Diesmal nicht zum Dachgeschoss. Zum ersten Stock. Er klopfte. Madame Vos öffnete. Diesmal stand sie nicht hinter der Tür. Sie saß an ihrem Tisch, eine Tasse vor sich, und sah aus wie eine Frau, die in dieser Nacht nicht geschlafen hatte. Ich habe sie erwartet, sagte sie. Ich weiß.

Poirot setzte sich ohne zu fragen. Madame Vos. Ich werde Ihnen jetzt etwas sagen, und ich bitte Sie, genau zuzuhören. Sie sah ihn an. Henri Delacroix wurde vergiftet, sagte Poirot, mit aconitum, botanisch präpariert, mit Kenntnissen, die nicht jeder hat. Der Mörder kannte ihn gut genug, um seine Gewohnheiten zu kennen, kannte sein Haus, seine Küche, besuchte ihn oft, am Tag, nah bei Licht. Er machte eine Pause. Lady Ashworth was killed in exactly the same way. Thirteen years later, by the same person, who also knew this apartment well, who came every day, during the day, in the light, who in the night, in the dark, exchanged the cups, and who made one small mistake. Madame Vos' hands, just as

easily on the table, were now fixed. Someone, said Poirot, who was in Brussels, Der Henri Delacroix kannte, der Lady Ashworth kannte, der das Haus kennt, als die Küche, das Gewächshaus im Keller, das kleine Fenster auf der Hofseite, das man öffnen kann, wenn man weiß wie. Er lehnte sich zurück. Madame Voss, Sie haben mir gesagt, ich bin nicht die Mörderin.

Ich glaube Ihnen, sie blinzelte. Aber, fuhr Poirot fort, ich glaube auch, dass Sie wissen, wer es ist. Seit wann wissen Sie es? Die Stille war lang, sehr lang. Draußen regnete es noch immer, und das Geräusch des Regens füllte den Raum wie Wasser ein Gefäß. Denn dann sagte Madame Celestine Vos, seit 1921. Und Poirot nickte, als wäre das genau die Antwort, die er erwartet hatte. Weil es genau die Antwort war, die er erwartet hatte. Erzählen Sie mir von dem Onkel, sagte er. Der Salon im Erdgeschoss war ein Raum, der bessere Zeiten gesehen hatte. Einmal, vielleicht vor 20 Jahren, als Bellingham Court noch ein anderes Haus gewesen war, mit anderen Bewohnern und anderen Ansprüchen, hatte er als Gemeinschaftsraum gedient.

Und jetzt war er halb vergessen, halb benutzt, mit Stühlen, die nicht zueinander passten, einem Kamin, der seit Wochen nicht gebrannt hatte, und Vorhängen, die das Novemberlicht mehr schluckten als filterten. Poirot had asked Jap to gather all the inhabitants at 11 o'clock. It was ten after eleven. Everyone sat down.

Professor Hallcroft in the corner, hands on his knees, fingers with their own restless rhythm. Madame Celestine Voss at the window, face to the side, as if she were more interested in the street than the room. Mr. Tobias Wren on one of the unsuitable chairs, his legs stretched out, a laziness that he had obviously trained, and that didn't work quite this morning. The sisters Finch next to each other on the old sofa. Clara left, Dorothea right. Or the other way around. That didn't play a role anymore. Sir Reginald Morne. Stand, wollte nicht sitzen, lehnte am Kamin mit verschränkten Armen, wie ein Mann, der darauf wartet, harm, dass ihm jemand etwas Unangenehmes sagt. Miss Eleanor Vane saß allein,

etwas abseits. Aufrechte Haltung, Hände im Schoß, die grauen Augen ruhig. Yap stand an der Tür. Poirot stand in der Mitte. Er sprach nicht sofort. Das war seine Art. Nicht aus Dramatik, oder nicht nur aus Dramatik. sondern weil er in diesen ersten Sekunden die Menschen beobachtete, ihre Sitzhaltung, ihre Hände, die kleinen, unwillkürlichen Bewegungen, die das Gehirn nicht kontrollieren kann, als wenn es anderweitig beschäftigt ist. Professor Halkhoff. Finger ruhiger als sonst.

Zu ruhig. Wie jemand, der sich bewusst kontrolliert. Madame Voss. Sie zur Straße. Weiß, was kommt. Wren. Zu lässig. Zu demonstrativ unbesorgt. Sir Reginald. Kiefer gespannt. Erwartet etwas. Weiß nicht was. Die Schwestern Finch. Sehr still. Beide. Das war ungewöhnlich. Miss Eleanor Vane. Sieht Poirot an. Direkt, ohne ausweichen. Mesdames et messieurs, sagte Poirot. Ich danke Ihnen, eh, dass Sie gekommen sind.

Als ob wir eine Wahl gehabt hätten, sagte Wren. Poirot sah ihn an. Freundlich. Nein, sagte er. Eigentlich nicht. Er trat ein paar Schritte zur Mitte des Raumes. Lady Vivian Ashworth wurde vor drei Tagen ermordet. Sie starb an den Folgen einer Vergiftung. Aconitum napellus, Eisenhut, konzentrierter Extrakt in ihren Kamillentee gemischt. Der Mörder hatte ihre blaue Tasse, ihre gewöhnliche Tasse, die sie immer benutzte, durch eine grüne ersetzt. Lady Ashworth Schaute nicht nach, bevor sie trank. Das wusste der Mörder.

Das konnte nur jemand wissen, der sie sehr gut kannte. Stille. Das Gift selbst stammte aus dem Gewächshaus im Keller dieses Hauses. Aus einer Pflanze, die Professor Halkhoft vor Jahren kultiviert hat. Ohne böse Absicht, das möchte ich betonen. Der Eisenhut war Teil seiner botanischen Sammlung. Aber jemand wusste, was dort wächst.

und wann das Gewächshaus unbeaufsichtigt ist. Professor Hallcroft sah auf. Äh, ich. Sie waren im Reform-Club, sagte Poirot ruhig. Das ist bestätigt. Sie sind nicht der Mörder, Professor. Hallcroft ließ die Schultern sinken. Das Gift wurde durch das Kellerfenster auf der Hofseite entnommen, fuhr Poirot fort. Ein kleines Fenster, das im November nicht geöffnet wird. Außer von jemandem, der wusste, dass es sich öffnen lässt. Der das Haus von innen und von außen kennt.

Er machte eine Pause, ließ die Stille arbeiten. Some Lady Ashworth hat mir vier Tage vor ihrem Tod geschrieben. Sie schrieb, ich weiß, wer es plant. Ich weiß nur noch nicht, warum. Das ist bemerkenswert. Nicht, ich weiß nicht, wer, sondern ich weiß nicht, warum. Sie kannte den Mörder bereits. Kannte ihn seit 13 Jahren. Sir Reginald räusperte sich. 13 Jahre? Seit 1921, sagte Poirot. Seit Brüssel. Der Name der Stadt legte sich über den Raum wie ein schwerer Stoff. Poirot sah, wie verschiedene Menschen verschiedenartig reagierten. Sir Reginald. Verwirrung. Echt. Die Schwestern. Finch, eine von ihnen, bewegte die Hände. Kaum merklich. Wren, er hatte aufgehört, lässig auszusehen. Madame Voss, sah noch immer zur Straße.

Miss Vane, sah noch immer Poirot an. In Brüssel, im Februar 1921, starb ein Mann namens Henri Delacroix. Offiziell Herzstillstand. Tatsächlich Mord. Exakt dieselbe Methode. Exakt dasselbe Gift. Lady Ashworth war damals in Brüssel. Sie sah etwas. Nicht alles, aber genug. Genug, um zu wissen. Und sie schwieg 13 Jahre lang. Warum?

fragte Ren. Die Lässigkeit war vollständig verschwunden. Er lehnte jetzt vor, die Ellbogen auf den Knien. Weil sie Angst hatte, sagte Poirot einfach. Und weil jemand dafür gesorgt hatte, dass ihre Stille sich lohnte. Finanziell. Für eine gewisse Zeit. Er wandte sich leicht. Lady Ashworth was ruined. For years, the money that she once owned, or the money that was paid to her, was wasted. What remained was the knowledge. Mr.

Wren began to research. He doesn't write about London city history. Or not only. He researches about old cases. ungeklärte Todesfälle. Er hatte den Namen Ashworth in seinem Notizbuch, einen Betrag daneben. Wren öffnete den Mund. Ich habe es gesehen, muss sagte Poirot freundlich. Sie müssen nichts erklären, noch nicht, erfuhr fort. Zweitens, Miss Eleanor Vane zog vor sechs Monaten in dieses Haus.

Miss Vane ist die Tochter von Henri Delacroix. Sie sucht seit Jahren nach der Wahrheit über den Tod ihres Vaters. Sie war näher gekommen. Miss Vane sagte nichts. Ihr Gesicht blieb ruhig. Aber in den Augen etwas, das sich bewegte. Drittens. Lady Ashworth selbst hatte begonnen zu reden. Nicht laut. Aber der Mörder wusste es. Spürte es. Die Stille, mehr die 13 Jahre gehalten hatte, begann Risse zu zeigen. Poirot blieb stehen.

Drehte sich sehr langsam um. Der Mörder besuchte Lady Ashworth fast täglich, kannte ihre Küche, ihre Tassen, ihre Gewohnheiten, kannte das Gewächshaus, wusste, wann Professor Hallcroft den Abend außer Haus verbrachte, bereitete alles vor, nicht in Panik, nicht in Hast, sorgfältig, fast liebevoll, wie jemand, der gewohnt ist, Dinge sehr genau zu planen. Er sah Madame Voss an. Eh, Madame Voss hat mir gesagt, ich bin nicht die Mörderin, Das ist die Wahrheit. Aber Madame Voss weiß seit 1921, wer der Mörder ist. Sie war in Brüssel. Sie kannte Henri Delacroix.

Sie kannte seine Familie. Er machte eine kleine Pause. Sie kannte seinen Bruder. Die Stille im Raum hatte jetzt Kanten. Henri Delacroix hatte einen Bruder. Älter. Botaniker. Das war eine Familienneigung, scheint es. Der Bruder kam nach England, änderte seinen Namen, begann ein neues Leben. Ein ruhiges Leben. Ein unauffälliges Leben.

Poirot sah zum Sessel in der Ecke. Ein Leben mit zitternden Händen und einem Gewächshaus voller exotischer Pflanzen. Professor Edmund Halkhoff sah ihn an. Die Hände hörten auf zu zittern. Das war das Seltsamste. Das, was Poirot später Jap zu erklären versuchen würde und was Jap nie ganz verstand. Die Hände, die immer gezittert hatten, die den ganzen ersten Tag, den ganzen zweiten Tag gezittert hatten, hörten in diesem Moment auf.

Als wäre die Anspannung, an die das Zittern erzeugt hatte, die jahrelange, jahrzehntelange Anspannung des Verbergens, mit einem einzigen Satz entlassen worden. Ja, sagte Professor Edmund Halcroft. Nur das eine Wort. Wren sprang auf. Die Schwestern Finch griffen gleichzeitig nacheinander. Sir Reginald stieß sich vom Kamin ab. Madame Voss wandte sich endlich vom Fenster. Jap trat einen Schritt vor. Bleiben Sie bitte sitzen, sagte Poirot, ohne die Stimme zu heben. Und merkwürdigerweise blieben alle sitzen. Erklären Sie mir eines, sagte Poirot.

Er sprach jetzt nur noch zu Hallcroft. Der alte Mann saß in seinem Sessel, die Hände flach auf den Knien. Ruhig, endlich ruhig. Und sah Poirot an mit dem Blick eines Mannes, der lange auf etwas gewartet hat und nun, da es eingetroffen ist, nicht mehr weiß, ob er es fürchten oder begrüßen soll. Warum, Henri? Eine lange Stille. Er wusste es.

sagte Halkroft schließlich. Die Stimme alt, trocken, aber klar. Klarer als Poirot erwartet hatte. Utzain, er hatte herausgefunden, über die Bücher, über die Kontakte, über einen Anwalt, dem er nicht hätte vertrauen sollen, dass ich sein Vermögen verwaltet und umgeleitet hatte. Über Jahre, kleine Beträge, immer. Keine, die aufgefallen wären. Aber zusammen?

Zusammen genug. zusammen genug. Halcroft sah auf seine Hände. Er hätte mich ruiniert. Schlimmer, er hätte mich ins Gefängnis gebracht. Also haben sie ihn getötet. Ja. Das Wort fiel wie ein Stein. Und Lady Ashworth hatte es gesehen? Sie hat mich gesehen. Die alten Augen wurden unscharf. Nicht mit Tränen, sondern mit Erinnerung. Im Haus. Ich wusste nicht, dass sie dort war. Eine Freundin von Henriette's Frau. Sie war zum Tee eingeladen, kam zu früh, trat durch die falsche Tür, sah mich in der Küche. Er machte eine Pause. Mit der Tasse. Sie wusste sofort? Nein, nicht sofort. Aber sie war eine kluge Frau, und als Henri zwei Stunden später starb, erließ den Satz unvollendet. Sie zahlten ihr. Jahrelang, bis das Geld...

Er schüttelte den Kopf. Bis nichts mehr da war. Von keinem von uns. Und als sie ins Haus zog, als ich sah, wer eingezogen war, zum ersten Mal brach etwas in seiner Stimme. Nicht Reue. Erschöpfung. Tiefe, alte, ausgezehrte Erschöpfung. Ich wusste, dass es vorbei war. Früher oder später. Sie war alt geworden und müde und... Er hielt inne. Und das Mädchen oben. Die Tochter. Dass wenn die beiden sich zusammen taten, das wäre das Ende gewesen. Ja, Poirot sah ihn an. Und so haben sie wieder geplant, sagte er.

Keine Anklage im Ton, nur Feststellung. Sorgfältig, über Monate. Das Gewächshaus, die Tasse, die Nacht, in der sie wussten, dass ich kommen würde. Das hat ihren Zeitplan beschleunigt, nicht wahr? Der Brief, den Lady Ashworth mir schickte. Ich habe es gewusst. Die Stimme sehr leise jetzt. Ich habe es durch die Wand gehört.

Sie wohnt. Wohnte. Direkt über mir. Die Wände in diesem Haus sind dünn. Dünn genug. Und das Fenster im Keller. Ich habe es selbst offengelassen. Absichtlich. Für den Fall, dass jemand fragte. Es sollte aussehen, als hätte ein Fremder Zugang gehabt. Aber sie haben die Tasse falsch eingeräumt. Halkhoff sah ihn an.

Und Poirot sah etwas, sehr kurz, kaum zu greifen, das wie Ironie aussah. Bittere, alte Ironie. Ich bin fast achtzig Jahre alt, sagte der Professor. Und es war dunkel. Ich habe von oben gezählt, statt von unten. Er schluckte. Das habe ich erst am nächsten Morgen gemerkt. Aber da war es zu spät. Da war es zu spät. Jap legte Hellcroft die Hand auf die Schulter. Der alte Mann stand auf. Langsam, schwerfällig, mit der Würde eines Menschen, der sich keine Würde mehr leisten kann, aber es trotzdem versucht. Er sah sich nicht um.

Sah nicht zu Madame Voss, nicht zu Miss Vane, nicht zu den anderen. Er sah geradeaus, auf die Tür, und ging. Poirot sah ihm nach. In hinter ihm hörte er Ren. Sehr leise, fast für sich selbst. Mein Gott! und die Schwestern Finch gleichzeitig eine halbe Sekunde versetzt, der arme Mann, dann, nach einer Pause, die arme Frau. Sir Reginald sagte gar nichts.

Er stand immer noch am Kamin, die Arme jetzt nicht mehr verschränkt, sondern hängend, und sah auf den Boden, auf den ausgetretenen Teppich, auf das Ende von 23 Jahren, Trauer um eine Frau, die er geliebt und nie verstanden hatte. Madame Voss stood up. She stood very straight.» I should have spoken earlier,« she said.» To no one, or to everyone. 1921.

Or afterwards. I knew it. Not immediately, but soon. I knew it and kept quiet because...« She held in.»... because he was the brother of my husband.« She said it without apology. Without a request for understanding. Nur als Tatsache, die sie seit 13 Jahren mit sich getragen hatte und die jetzt, da sie ausgesprochen war, ein wenig leichter wog.

Mein Mann ist 1928 gestorben, sagte sie. Danach? Sie schüttelte den Kopf. Es hatte keinen Sinn mehr. Aber sie kamen her, sagte Poirot, ins selbe Haus. Ich wollte sehen, sagte Madame Vos, ob er Reue hatte, ob er Sie schüttelte den Kopf wieder. Er hatte keine Reue. Er hatte nur Angst. Sie setzte sich wieder, sah aus dem Fenster, und Poirot ließ sie.

Miss Eleanor Vane stand als letzte auf. Sie trat zu Poirot. Na, aber nicht zu nah. Die grauen Augen sahen ihn an. In und in ihnen war jetzt das, wofür er beim ersten Gespräch keinen Namen gehabt hatte. Und jetzt hatte er ihn. Erschöpfung und Erleichterung und Schmerz, alle drei gleichzeitig, Wie drei Lichter, die durch dasselbe Fenster fallen. Mein Vater, sagte sie. Ja. Er, sie schluckte. Er wird dafür. Er wird vor Gericht stehen, sagte Poirot sanft. Für beide. Für ihren Vater. Und für Lady Ashworth. Miss Vane nickte. Einmal. Sehr langsam. Ich wusste nicht, wer es war, sagte sie. Ich hatte Vermutungen, aber ich wusste es nicht. Ich weiß. Das leere Tagebuch. Sie sah ihn an. Ich schreibe keine Tagebücher. Ich habe Namen aufgeschrieben.

Von Menschen, die meinen Vater kannten. Von denen, die in Brüssel waren. Ich hatte eine Liste. Sie machte eine kleine Pause. Seinen Namen hatte ich darauf. Aber ich war nicht sicher. Die Liste, sagte Poirot, haben sie versteckt. In der Rückseite des Einbands. Poirot nickte. das doppelte Leder, der leichtgewölbte Einband.

Er hatte es gesehen, als er auf dem Stuhl ihr gegenüber gesessen hatte, und es sich notiert und wieder vergessen, weil andere Dinge wichtiger waren. Wenn Sie wollen, sagte er, kann diese Liste bei den Akten bleiben, als Beweis dafür, dass Sie aus eigener Kraft nah an die Wahrheit herangekommen waren.

Miss Eleanor Vane sah ihn lange an. Warum tun Sie das? Weil ihrem Vater Gerechtigkeit geschuldet wird, sagte Poirot. Das und weil sie 13 Jahre nach ihr gesucht haben, das verdient Anerkennung. Sie sagte nichts mehr, nickte einmal, drehte sich um und verließ den Raum. Japp kam zurück ohne Halkroft. Wagen wartet draußen, sagte er. Hat keinen Widerstand geleistet. Er sah Poirot an.

Wie lange haben Sie es gewusst? Gewusst? Poirot thought honestly. Since the night before last night. The cup that was emptied in the dark. That was the crucial point. From there on, who knew the kitchen by light? Who had almost daily access? Who had botanical knowledge? Who was in Brussels? He spread his hands. There was only one left. And the connection, the brother? That's what Madame Voss told me.

Not directly. Sie hat gesagt, ich bin nicht die Mörderin. Und? Sie hieß nicht Celestine. Die Tochter hieß nicht Celestine. Also war Madame Voss nicht die Tochter. Aber sie kannte die Familie Delacroix sehr gut. Gut genug, sie um den Namen der Tochter zu kennen, weil sie durch Heirat Teil der Familie war. Er zuckte leicht die Schultern. Der Rest war Ordnung.

Die grauen Zellen mögen Ordnung. Ja, sah ihn an mit dem Blick, den er immer hatte, wenn Poirot fertig war. Halb Bewunderung, halb Erschöpfung. Halb, der Mann hatte eindeutig zu viele Hälften, leises irritiert sein. Sie hätten es mir früher sagen können. Ich wollte sicher sein, sagte Poirot. Ein fast achtzigjähriger Mann. Wenn ich falsch lag. Lagen Sie nicht. Nein.

Poirot pulled up his coat. Not this time. Bellingham Court was behind him. The rain had stopped. Not dramatically, not with the last drop or a last thunder. It had simply stopped, as rain often stops in London. Without announcement and without explanation. The plaster stones shone. The fog was thinner than in the days before. und durch ihn war sehr weit oben ein Streifen Himmel zu sehen. Grau, und aber ein anderes Grau als die Tage davor. Poirot stand auf dem Gehsteig und sah das Haus an. Sieben Wohnungen, sieben Menschen, sieben Geheimnisse. Eines davon, das größte, das älteste, das eine, das 13 Jahre und zwei Leben gefordert hatte, war jetzt heraus. Ans Licht gebracht. Sorgfältig und vollständig. Von

einem Mann mit kleinen grauen Zellen und einer Vorliebe für Ordnung. Die anderen sechs Geheimnisse. Sir Reginald's Trauer. Madame Voss' Schweigen. Miss Vane's Langer Weg. Evren's Notizbücher, die Schwestern Finch's getauschte Namen. Blieben, wo sie waren. Nicht alles löst sich auf, wenn ein Fall gelöst ist. Menschen sind kein Gleichungssystem. Man zieht eine Unbekannte heraus. und die anderen bleiben Unbekannte. Das war der Unterschied zwischen Mathematik und Menschenkenntnis. Poirot drehte sich um und ging.

In Whitehaven Mansions wartete, wie immer, die Stille. Er hing den Mantel auf, ordentlich, auf denselben Haken wie immer. Er trat in das Wohnzimmer. Er sah den leeren Sessel, Hastings' Sessel, und dachte kurz daran, ihm einen Brief zu schreiben. Dann ließ er den Gedanken fallen. Für Briefe war später Zeit.

Er setzte Wasser auf. Während er wartete, stand er am Fenster und sah auf die Straße. Die Mayfairstraße unten war belebt, trotz der Kälte. Menschen mit Mänteln und Hüten, Taxis, ein Lieferwagen, ein Kind mit einem roten Schal. Das Leben, dachte Poirot. Es geht weiter. Das tut es immer. Manchmal mit Gerechtigkeit, manchmal ohne. aber es geht weiter. Das Wasser kochte. Er bereitete den Kakao zu, sehr heiß, sehr süß, die Art, die niemand außer ihm für trinkbar hielt, und trug die Tasse zum Sessel, setzte sich, trank. Professor Edmund Halcroft würde vor Gericht stehen, ein fast achtzigjähriger Mann, mit zitternden Händen und einem Gewächshaus voller Pflanzen und zwei Morden auf dem Gewissen.

einem aus Angst, einem aus Kalkulation. Die Gerichte würden urteilen. Das war nicht Poirot's Aufgabe. Seine Aufgabe war es gewesen, die Wahrheit zu finden. Die Wahrheit war gefunden. Miss Eleanor Vane würde ihren Vater jetzt begraben können. Nicht das Skelett, das lag seit 1921 in Brüssel, aber das andere, die Ungewissheit, die Frage, Das Nichtwissen, das ließ sich begraben, das ließ sich endlich zur Ruhe legen. Madame Celestine Voss würde ihren Teil tragen. Das Schweigen von 13 Jahren, ob die Gerichte es bestrafen würden, das war eine andere Frage. Aber sie würde es tragen. Und das sah Poirot, Lady Vivienne Ashworth, die kluge, müde, zu lange schweigende Lady Ashworth, die am Ende doch geschrieben hatte. Sie war tot. Das ließ sich

nicht ändern. Das war das Bitterste an diesem Fall, und Poirot wusste, dass er es wissen und trotzdem weitermachen musste. Das war die Natur der Arbeit. Er trank seinen Kakao. Und dann, sehr leise, zu dem leeren Sessel,» Sie war zwei Tage zu spät, mon ami.«» Oder ich war zwei Tage zu früh gebraucht worden und zu spät angekommen.« Das ist der Unterschied, mit dem man leben lernen muss. Er machte eine kleine Pause. Nicht leicht, aber nötig. Der leere Sessel antwortete nicht. Poirot lächelte. Ein kleines, müdes, echtes Lächeln.

Von der Art, die niemand außer dem leeren Sessel je zu sehen bekam. Les petits cellules grises, murmelte er. Toujours fiable. Die kleinen, grauen Zellen. immer zuverlässig. Er trank seinen Kakao aus. Draußen, über den Dächern von London, schob sich die Wolkendecke einen Spalt auseinander, und für einen kurzen Moment, kaum lange genug, um es wirklich zu nennen, schien die Sonne. Dann schloss sich der Spalt wieder, aber der Moment war gewesen.

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