
HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk
Der HSV und die Muskelverletzungen: Sportmediziner gibt spannende Einblicke
Donnerstag, 8. Oktober 2026 · 45 min
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Shownotes
Die Mediziner des HSV sind in dieser Woche besonders gefragt. Zwei Faserrisse im Oberschenkel (Patson Daka und Albert Grönbaek), Wassereinlagerungen im Knie (Terem Moffi) und ein Bluterguss in der Kniekehle (Yussuf Poulsen) – im Fußball sind das die täglichen Blessuren, mit denen sich Ärzte und Physios beschäftigen. Probleme sind diese Verletzungen aber für die Clubs, die die Spieler bezahlen und am Wochenende benötigen. Der HSV wird beim Auswärtsspiel am Sonnabend bei 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr/Sky) womöglich auf alle vier Spieler verzichten müssen. Am ehesten besteht die Hoffnung, dass es Poulsen noch in den Kader schafft. Der Däne hatte nach dem Testspiel gegen den FC Kopenhagen, in dem er wegen eines Schlags ausgewechselt wurde, selbst angekündigt, dass er in Hoffenheim wieder spielen werde.
Florian Friedrich hat allerdings seine Zweifel, dass das klappt. Der Sportmediziner aus Hamburg kennt die aktuelle Problematik bei Poulsen nur aus Beschreibungen. Er kennt aber vor allem den Heilungsverlauf bei Verletzungen dieser Art und auch die Kommunikationsmethoden der Proficlubs. Friedrich arbeitet als Privatmediziner mit mehreren deutschen Nationalspielern zusammen und weiß, dass die Clubs nicht immer die Wahrheit kommunizieren. Zugleich weiß Friedrich, dass sich aus einer Blessur wie der von Poulsen auch eine strukturelle Verletzung entwickeln kann, wenn der Spieler zu früh wieder belastet wird. „Es kann sein, dass ein Muskel auf einen Schlag mit Spannung reagiert und dann einfach zugeht und man dann in den folgenden Trainingstagen noch mal was erleidet, was strukturell ein Problem ist“, sagt Friedrich.
Warum aber haben die Clubs immer wieder mit so vielen Muskelverletzungen zu tun? Wie können die Mediziner sie vermeiden? Und warum setzen so viele Profifußballer auf Privatphysios? Darüber sprechen wir in der aktuellen Podcast-Folge mit Sportmediziner Florian Friedrich.
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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Diese Länderspielpause ist aus HSV-Sicht suboptimal gelaufen. Stürmer Pazan Dacker, Muskelfaserriss verletzt. Mittelfeldmann Albert Grönberg, Faserriss verletzt. Und nun auch noch Stürmer Yusuf Pausen, Schlag auf die Wade, verletzt.
Und darüber und über die Frage, wie man möglicherweise diese ganzen Muskelverletzungen beim HSV in Zukunft ein wenig vermeiden kann, wollen wir heute sprechen. HSV, wir ein bisschen reden. Mein Name ist Kai Schiller und bei mir im Studio sitzt zum einen mein Co-Pilot Hendrik Jakobs. Moin Hendrik. Ja, moin Kai. Suboptimal ist noch gelinde ausgedrückt, also könnte auch sagen scheiße gelaufen.
Genau, so könnte man das sagen, wenn man nicht beim Abendblatt wäre und dann man das Wort scheiße vermeiden würde. Deswegen sagen wir das natürlich nicht. Im Podcast dürfen wir das. Na gut, auf jeden Fall haben wir zum anderen einen Top-Gast hier, der sehr eloquent und ohne das Wort Scheiße zu benutzen darüber sprechen kann.
Er ist nämlich Sportmediziner, er ist Physiotherapeut, er ist Hamburger und er ist der Mann, dem die halbe Nationalmannschaft vertraut. Herzlich willkommen Florian Friedrich. Hallo, vielen Dank. Gruß an die Runde. Ja, moin Flo, auch von meiner Seite. Schön, dass du da bist. Im Vorbildgespräch haben wir schon gehört, du hast mit vielen ehemaligen HSV-Spielen zu tun gehabt, unter anderem Pierre-Michel Lasogger, Luis Holtby.
Man kennt die Namen natürlich noch. Man kennt aber auch teilweise noch die Verletzungen, die sie hatten. Vor allem bei Pierre-Michel Dazogga werden sich viele erinnern. Das war immer ein Zittern. Oft, ob er es noch auf dem Platz schafft. Gerade in der Relegation hat er es dann noch geschafft und hat den HSV gerettet. Ja.
Ja, jetzt hast du dich mittlerweile selbstständig gemacht, bist viel unterwegs, auf vielen Plätzen, bei vielen Klubs, mit vielen Spielern. Vielleicht können wir aber zunächst bei Kai nochmal weitermachen. Also beim HSV bist du jetzt zwar nicht mehr so drin, aber du kennst natürlich wahrscheinlich noch Josef Pauls mit Sicherheit.
Bei dem weiß man ja auch, der hat eine gewisse Vorgeschichte und jetzt am Wochenende gegen Kopenhagen hat er sich nicht so verletzt, wie man befürchtet hat im ersten Moment, weil er hatte in der letzten Saison drei Muskelfaserrisse. Jetzt war es dann doch nur ein Schlag in die Kniekille, der dann so im Wadenbereich saß.
Was würdest du sagen jetzt so aus der Ferndiagnose, wenn du das hörst, wird das reichen für das Spiel in Hoffenheim am Wochenende? Fiese Startfrage. Gleich mal. Also ist natürlich so, genau wie du sagst, also bei einem Spieler wie dem Josef Paulsen jetzt beispielsweise, der eine Vorgeschichte hat, da ist man natürlich als Verein sowieso ein bisschen vorsichtiger als bei einem Spieler, der jetzt noch nie was hatte.
Allerdings waren wir jetzt nicht dabei, wissen nicht, was er hat. Ich bin immer so ein bisschen, da werden wir nochmal drauf kommen, wahrscheinlich so ein Freund davon rauszufinden, warum jemand irgendwie seine Probleme hat. Ich finde es wird dann ganz oft über belastungssteuerung versucht so ein bisschen einfach raus zu die spiele dann rauszunehmen und dann gar nicht so sehr zu hinterfragen vielleicht die kraft so ein wenig aufzubauen weil dann fraglich der muskel zu schwach war.
Bin ich jetzt kein freund von klassisch rein diesem ansatz aber jetzt konkret in dem fall werden wir sehen ist es ja nicht nach außen kommuniziert ich habe jetzt auch nichts gelesen ich verfolge jetzt nicht jeden tik tok account sagen wo irgendwie die vielleicht was gesagt werden könnte. Aber der Reicht eigentlich. Wenn er nur einen Schlag bekommen hat, dann sollte das eigentlich fürs Wochenende reichen. Erfahrungsgemäß, ich bin ja schon ein paar Jahre dabei, ist auch immer die Frage, wie sowas kommuniziert wird.
Das heißt, vielleicht gab es doch schon ein Bild, was wir jetzt alle nicht kennen. Und es wird halt nicht nach außen getragen, dass er vielleicht doch was Strukturelles hat, sprich, was in die Richtung Faserriss. Was ja auch mal nach einem Schlag entstehen könnte. Und von dem her werden wir sehen. Aus meiner eigenen Erfahrung würde ich sagen, gerade bei so einem Schlag, das tut dann weh.
Da ist natürlich ein Bluterguss dann drin. Dann ist vor allem die Frage, kann man rundlaufen? Tut das weh, behindert einem das beim Laufen? Aber es ist eigentlich nicht das Risiko, dass da jetzt mehr passiert, oder? Könnte sich aus einer Verhärtung in dem Sinne auch vielleicht was Strukturelles ergeben, dass da dann doch nochmal ein Faserriss drauf folgt, wenn man dann vielleicht mit Schmerzen spielt und da ein bisschen unrund läuft oder was auch immer?
Das auf jeden Fall. Also es gibt ja diesen Ansatz von ganz früher mit wahrscheinlich so einem Hermann-Rieger-Satz, wie lauft das raus, Junge, irgendwie sowas, das gibt es schon, das kennen wir alle, die immer wie Sport gemacht haben. Es kann aber trotzdem sein, dass ein Muskel auf einen Schlag mit Spannung reagiert und dann einfach zugeht, sich dahingehend äußert, dass es dann auch nicht mehr aufgeht und man dann in der Belastung bleibt und dann tatsächlich auch in den folgenden Trainingstagen eher nochmal was erleidet, was strukturell ein Problem ist. weil nach Fest kommt ab, das gilt auch für den Muskel.
Und wenn der nicht weicher wird, wird der eher nicht fester, sondern irgendwann gibt er halt nach oder gibt eine Faser nach und dann kann da schon was Strukturelles entstehen, auf jeden Fall. Aber das heißt, der alte Ansatz, Lauf raus, Junge, ist richtig oder falsch? Das sieht man ja manchmal auf dem Platz, dass dann der Spieler quasi, dann kommt der Arzt auf den Platz, macht da ein bisschen das Coolpack drauf und dann versucht der Spieler, noch was zu machen, wird dann doch ausgewechselt.
Ich bin da immer so ein bisschen, ich finde, so Wundermedizin kannst du ja nicht in zehn Sekunden auf den Platz und auch keine ausführliche Diagnostik machen. Am Ende des Tages läuft es, wenn man sich das mal anguckt, wahrscheinlich zu 90 Prozent eher auf eine Auswechslung hinaus. Und dann wird da immer so ein bisschen, finde ich, zu viel rumgehühnert und, Zeit verloren. Aber kann man so pauschal nicht sagen.
Es kann sich rauslaufen, es kann auch schlechter werden. Wahrscheinlich ist die Wahrheit so ein bisschen in der Mitte und wahrscheinlich, wenn jemand einen Schlag bekommen hat und das im ersten Moment zu ist, wird der, wenn der wird jetzt kein faser ist in den nächsten drei minuten kassieren sondern würde er die aussage haben in diesen drei minuten auf dem feld es ist freier dann lassen halt spielen.
Josef Pausen ist natürlich ein besonderer Fall, weil er halt seine Vorgeschichte hat. Ich habe es schon gesagt, letzte Saison drei Faserrisse allein in der Hinrunde. Er ist da nie so richtig in seine Fitness gekommen, dass er dann auf dem Level war, wie er es jetzt einzuletzt hatte. Also er ist jetzt sehr gut durch die Vorbereitung gekommen.
Trotzdem ist man bei ihm natürlich sehr vorsichtig. Das sagt er auch selbst. Also sobald er jetzt was spürt, dann geht er lieber raus, als da jetzt noch ein Risiko einzugehen. Das hat auch Merlin Poenzin gesagt. Und Josef Pausen sagt immer, er macht jetzt nur noch das, was die Physios und die medizinischen Abteilungen ihm sagt. Also die haben ihn da schon im Blick, dieses ganze Monitoring, was es ja heutzutage gibt, dass man da auch schon erkennen kann, wann vielleicht was passiert.
Ich glaube, da sind die Clubs mittlerweile schon auch sehr gut aufgestellt, oder? Ja, auf jeden Fall. Also das kann ich jetzt nicht verneinen. Auf jeden Fall. Es ist halt immer so ein bisschen die Frage, für mich stellt sich immer die Frage, so rein logisch, ich weiß jetzt nicht genau, wie alt er ist, aber ein 32-jähriger Sportler, finde ich, sollte schon in der Lage sein, Profisportler in der Lage sein, irgendwie fünfmal die Woche zu trainieren und einmal zu spielen.
Ich finde, irgendwie ist man da offensichtlich nicht an der Rötzels Lösung gekommen, um zu sagen, da haben wir jetzt den Schlüssel gefunden, dass der in der Belastung ist. Es gibt immer Spieler, die sind ein bisschen sensibler bei Belastung, auf jeden Fall. Aber meiner Erfahrung nach, wenn man da weiß, was die brauchen, dann kann man die auch in der Belastung halten.
Also ich finde, es ist kein Ansatz zu sagen, ich nehme dich jetzt irgendwie. Bei 80 Prozent der Trainingsbelastung raus, nur damit du am Wochenende 30 Minuten funktionierst bei einem 32-jährigen Spitzenathleten. Das finde ich zu wenig. Und ja, man kann das alles monitoren und man macht dann. Seine mit Blutwerten heutzutage ja Ultraschall, was auch immer, MRTs.
Wir sind ja auch viel genauer als noch zu Hermann Riegers Zeit, da jetzt das gar nicht gegeben, sodass man sagt, das ist ein Faszienriss oder sowas Kleines. Gab es eigentlich nur eine Zerrung? Das war eine Zerrung, genau. Und deswegen, ja, ich bin bei dir, es wird gut gemonitort, es wird viel gemonitort, aber ich finde, es wird zu wenig dann auch in so einem Fall offensichtlich irgendwie geschaut, was hatten wir eigentlich im Detail.
Kannst du vielleicht einmal dann genau an dieser Stelle nochmal die Unterschiede erklären? Also wir haben eben gesagt, Zerrung, Faszienriss, Faserriss, Bündelriss, was gibt es noch? Ja, also grundsätzlich ist es ja so, dass man erstmal von einer strukturellen Muskelverletzung unterscheidet von einer nicht strukturellen.
Das heißt, das ist diese besagte Zerrung, ist halt keine strukturelle Verletzung, da sind alle Strukturen noch intakt. Bei einer strukturellen, das würde dann bei einem Faszienriss anfangen, ist halt irgendwas eingerissen. In dem Fall das leichteste in der Form die Faszie. Also ganz kurz, Zerrung heißt mit anderen Worten nicht schlimm und geht weiter demnächst.
Genau, wie gesagt, Timing-Frage, in den 80ern war es nicht schlimm, heutzutage macht man ein MRT und sieht, oh, da ist was. Und dann ist ja auch immer so ein bisschen die Frage, wer sieht die Bilder? Ist das jetzt ein Radiologe, der sagt, ja, da ist was, da ist ein kleiner Faszienriss oder ist das ein pragmatischer, sage ich mal, erfahrener Mannschaftsarzt, der sagt, ja, da ist ein kleiner Faszienriss, aber das kontrollieren wir hier im Ultraschall, alle Fasern sind intakt, darum geht es ja, die Muskelfasern sind intakt.
Wir schauen uns das in vier, fünf Tagen an und dann kannst du auch im Zweifel nach sechs Tagen wieder spielen. Das gibt es dann schon. Und im Prinzip ist es die Frage der Ausdehnung. Wie viele Muskelfasern gehen am Ende kaputt? Und das beschreibt dann die, ob es beispielsweise ein Bündelriss ist. Heutzutage sind die Nomenklaturen ein bisschen anders.
Da haben sich auch viele Leute Gedanken gemacht. Wir alle kennen ja so Müller Wohlfahrt. Das Team um ihn rum früher hat eine, finde ich, ganz schöne Nomenklatur aufgesetzt, wo die unterscheidet zwischen den verschiedenen Arten der Muskelverletzungen. Und dann gibt es eine, die man sich in der Sportmedizin so, die man sich immer her holt, aus England, die BEMIC heißt das, da gibt es dann irgendwie das 1, 2, 3 A, B, C gradig und so kannst du quasi mit anderen Leuten auch kommunizieren, Spieler X hat eine 2C gradige Verletzung, dann weißt du, was der hat.
Im Grunde genommen geht es aber genau darum, ich erkläre das immer so ein bisschen mit einem, wir alle haben schon mal gekocht, so ein Hähnchenbrustfilet hat ja auch so eine feine Hülle drumherum, das ist die Faszie, diese Haut, die man so abziehen kann, und die ist halt sehr, sehr stark durchblutet und wenn die reißt, das ist auch ganz oft so, dass man ein MRT sieht, dann ist das extremst eingeblutet nach ein, zwei Tagen und man denkt, oh Gott, der hat alles, sonst was ganz abgerissen und dann ist es aber nur die Faszie, weil die so stark durchblutet ist, ist die eingerissen, sie überlagert alles ein bisschen, aber wenn man dann durch die Schichten durchgeht, sieht man, okay, alle Fasern sind intakt und dann hat am Ende doch nur so einen kleinen Faszen. Grüß.
Aber runtergebrochen ist es genau Faszienriss, Faserriss, Bündelriss und dann mit Sehnen oder ohne Sehnebeteiligung. Das ist immer so ein bisschen der Knaller. Wenn die Sehne beteiligt ist, ist man gleich einen Zeitraum länger raus. Das macht es immer ein bisschen schlimmer. Aber deswegen, wir kennen das alle irgendwie, der hat einen Faserriss, der ist zwei Wochen raus. Daran bedient man sich so ein bisschen.
Je nachdem, wie viel kaputt ist, fällt man auch aus in der Regel. Ich weiß noch, als Aaron Hunt beim HSV gespielt hat, der hatte mal in so einer Halbserie drei Faszienrisse und ist aber auch jeweils immer vier bis fünf Wochen ausgefallen. War natürlich dann auch ein Spieler, der da etwas anfälliger war.
Vielleicht hat man da einfach dann natürlich mehr Vorsicht dann auch walten lassen. Jetzt Patz und Ducker aktuell beim HSV, der hat auch einen Faserriss, so wurde es zumindest kommuniziert. Jetzt sagt der Melding Polzin, das geht aber ein bisschen schneller. Also das wird jetzt keine vier Wochen dauern, vielleicht eher drei.
Also da gibt es dann schon noch Abstufungen. Genau, aber es gibt keinen Spielraum. Also das ist halt nicht so. In der Regel, das ist das, was ich meine, ist es halt eine Frage, was kommunizierst du jetzt? Das kennen wir alle aus unseren Berufen sozusagen. Es ist natürlich toller, dem Chef zu sagen, das hat schneller geklappt, als eigentlich gedacht.
Deswegen ist immer die Frage, wie gibst du es raus? Was sagst du? Ich meine es gar nicht medial, aber auch im Verein. Es kann natürlich sein, dass man dann sagt, okay, das ist jetzt irgendwie ein bisschen schlimmer und dann ist man froher, wenn es ein paar Tage weniger raus ist. Aber eine Struktur braucht eine bestimmte Zeit, um zu heilen.
Das ist einfach so. Es gibt mittlerweile über diese Plasma, also Eigenblutspritzen, der Müller-Wohlfahrt mit seinem Kälberserum, mit Aktivegin. Es gibt immer so verschiedene Möglichkeiten zu gucken, kann ich da noch ein, zwei Tage rausholen? Aber im Grunde genommen ist eine verletzte Struktur erst dann wieder heil, wenn sie heil ist. Und das kann vielleicht auch mal bei einem oder anderen ein bisschen schneller gehen oder ein bisschen weniger schnell.
Aber es gibt es nicht, dass man im Prinzip ein MRT-Bild hat und sieht, der hat Verletzung X. Und die ist eigentlich, dauert die 14 Tage und bei dem dauert die nur sechs Tage. Und wenn wir jetzt die drei aktuellen HSV-Fälle nehmen, mit Paulsen, mit Pazandaka und auch mit Albert Gurenbeck, Dann fällt bei allen dreien auf, dass sie häufiger Muskelverletzungen auch in der vergangenen Saison, auch davor in den Jahren hatten.
Gibt es sowas wie chronische Muskelverletzungen oder hatten die einfach immer Pech? Also ich bin gar kein Freund von Pech. Auf dem HSV bezogen habe ich, du hast ja eben gesagt, mit Pierre, es gab schon Spieler, die quasi dann so ein bisschen Anfälligkeit hatten. Und. Ich finde, man kann schon in der Regel den Schlüssel dazu finden, was das Problem ist. Pech ist es meiner Meinung nach nicht.
Ein weit verbreiteter Ansatz ist halt zu sagen, ein Muskel, der zu schwach ist, reißt halt auch leichter. Das sehe ich jetzt nicht ganz so. Ich finde, ich bin ein großer Freund davon, zu sagen, dass es einfach multifaktoriell ist. Es gibt verschiedene Sachen. Training ist wichtig, den Muskel zu stärken ist wichtig, aber passiv zu schauen, welche Strukturen nehmen Einfluss auf den Muskel, ist schon auch wichtig.
Das heißt, bei Fußballspielern, für mich ist so der Becken-unter-Rücken-Bereich sehr wichtig, wo wir alle kennen das Thema Ischias, wenn es ins Bein zieht, das zieht ja deswegen ins Bein, weil die Muskeln von den Nerven versorgt werden, die aus dem Rücken kommen und wenn oben, schon ein Problem ist, dann ist es ganz, ganz oft so, dass die Muskeln einfach einen höheren Tonus haben, und ich erkläre das dann den Spielern immer so ein bisschen so, wenn du ein Problem hast an einer anderen Stelle, was dann dort zu einem Problem führt, fährt der Muskel gar nicht mehr auf Null runter, auf den Nullpunkt.
Das heißt, du hast ein Spiel, bist bei 100% Muskelanspannung, gehst aus dem Spiel raus, solltest eigentlich über regenerative Maßnahmen wieder auf null runterfahren, kommst aber nur auf 60% runter und 60% Spannung bleibt, dann bist du von 60% schneller auf 100% beim nächsten Training oder bei der nächsten Belastung.
Und da den Schlüssel zu finden, dass das Ganze runterfährt, ist für mich so ein bisschen der springende Punkt. Und das ist für mich, für mich sind da passive Maßnahmen ganz, ganz wichtig. Also das ganze Manualtherapeutische, in den Muskel auch mal reinzufühlen, anzufassen, das passiert meiner Meinung nach viel zu wenig.
Und Pech gibt es da nicht. Du arbeitest ja auch mit Nationalspielern zusammen. Da ist es ja anders als das, was du eben gesagt hast, dass man fünfmal trainiert und einmal spielt, sondern die spielen dann teilweise zweimal pro Woche, teilweise dann je nach, Spielkalender sogar dann bis zu dreimal. Da ist es dann ja wahrscheinlich so, dass man eigentlich auch nicht auf Null runterfährt zwischendrin, oder? Oder kriegt man das hin, wenn man jetzt Montag spielt und dann am Donnerstag wieder?
Ja, das ist das, was ich mit multimodal meine. Dann musst du natürlich schon, dann spielt schon auch eine Rolle, dass dann Trainingsbelastungen entsprechen. Die machen dann eigentlich dazwischen ja nahezu nichts. Da passiert nicht mehr so viel. Das heißt, da greifen dann schon die Räder aneinander. Das heißt, dann liegen die dann schon mit ihren Hosen zu Hause, mit diesen ganzen Recovery-Hosen, die es gibt oder machen doch einfach eine Massage beim Verein.
Haben halt viel Ruhe, um dann wieder die Belastung machen zu können. Aber das ist genau das, was ich meine. Der Schlüssel, weil sonst würden die sich ja alle wieder verletzen, ist dann schon zu sagen, man will da irgendwie auf Richtung diesen Nullpunkt kommen. Und meiner Einschätzung nach ist es schon so, wenn du da den Schlüssel so ein bisschen für gefunden hast bei den jeweiligen Spielern, dann schaffst du es auch in diesen zwei, drei Tagen.
Also das ist ja mein täglich Brot tatsächlich zu sagen, okay, dieses Managen von auch Behandlungszeiten oder Recovery-Zeiten zwischen ich spiele Mittwoch Champions League und Freitagabend wieder Bundesliga und Montag muss ich zur Nationalmannschaft. Das ist ja super, super schwierig und die Zeitfenster da zu finden.
Macht es dann am Ende aus. Meiner Meinung nach übrigens auch dann bei den Spielern, die wenig verletzt sind, weil die ja die Bereitschaft dafür haben, das dann zu tun. Es ist natürlich einfacher zu sagen, Dienstagabend wollte ich auch mit meiner Frau essen gehen und dann Mittwoch. Alles schön und gut, alles richtig, aber es erfordert extrem viel Bereitschaft von der Spielerseite aus, da verletzungsfrei zu bleiben.
Weil in diesem Fall beim HSV waren es jetzt zwei Nationalspieler, mit Grönbeck, der hat sich dann gleich im ersten Spiel mit Dänemark nach einer Einwechslung 80. Minute rein und dann 90. Minute verletzt. Pazan Daka, glaube ich, beim zweiten Länderspiel, ich bin mir nicht ganz sicher. Da ist ja auch dann die Mutmaßung, dass es daran liegt, dass die Regenerationszeit dann zu kurz war und vielleicht wieder mal zu früh in die Belastung gegangen ist.
Ja, würde ich jetzt aber sagen, wenn das jetzt Spieler sind, die eine Historie haben, dann wird das ja nicht immer der Grund gewesen sein, sondern da muss ja irgendwas anderes da schon gewesen sein oder da muss schon irgendwie ein Problem sein, was irgendwie nicht so richtig im Griff ist. Welche Rolle kann denn die Spielart eines Spielers spielen?
Die Frage ist, im Fall von Paulsen und auch Dacca, obwohl die ganz unterschiedliche Spielertypen sind, beide sind so, dass sie ganz viel Pressing machen und diese, Pressing-Bewegung dann natürlich auch haben. Jetzt haben wir schon gesagt, Paulsen ist ein Spieler, 32 Jahre alt, der hat ganz viele Spiele gespielt für Leipzig, Champions League und hat immer diese sehr, sehr intensiven Läufe gehabt in seiner Karriere, wo er dann halt eben gepresst hat, was er sehr, sehr gut gemacht hat.
Spielt das eine Rolle für das, was in seinem Körper passiert? Oder kann man das so nicht sagen? Also es wird sicherlich eine Rolle spielen, wenn du jetzt so einen Traktor-Sechser nimmst, der quasi irgendwie, der vielleicht nur sieben Kilometer im Spiel läuft, und wenig intensive Läufe hat, versus einem Spieler, der irgendwie, wir haben ja auch in Deutschland Spieler, die quasi.
Da läufst du elf, zwölf Kilometer im Spiel, hast davon, machst da irgendwie, keine Ahnung, 20 hochintensive Läufe in einem Spiel mit. Also du gibst richtig Gas auch. Und Ackers da richtig und die haben dann wiederum auch, haben dann vielleicht eher was als der andere. Ich finde, Position kann schon eine Rolle spielen, ja, aber darf es eigentlich nicht, so würde ich es formulieren.
Also ich finde dann schon, das solltest du schon von einem sportlichen Körper abverlangen können, dass das dann trotzdem funktioniert. Und meiner Einschätzung nach, meiner Erfahrung nach, wird man die Spiele auch dann so hinbekommen, auf jeden Fall, dass die nichts haben. Aber dadurch, dass es jetzt auch Länderspielreisen sind, wie ist denn so dieses Thema?
Lange Sitzen, viele Flüge, die meisten fahren ja gar nicht mehr Bahn, vielleicht mal nach Bremen oder nach Leipzig, wie auch immer. Aber im Prinzip alle Bundesligisten fliegen ja auch dann die kurzen Distanzen. Ist das wirklich dann schädlich, wenn man jetzt vier Stunden im Flugzeug sitzt und dann wieder auf den Trainingsplatz zurückkehrt? Total. Also ich habe, witzigerweise, heute Morgen war noch ein Spieler bei mir zu Hause, weil ich jetzt keine Lust mehr hatte, in die Praxis zu fahren.
Und der war jetzt gerade bei der Nationalmannschaft und da war es so, haben wir mal drüber gesprochen, das muss man sich ja auch als Laie mal im Prinzip vor Augen führen. Du wirst dann ja nominiert, fährst dann weg, hast ja auch irgendwie ein, zwei Tage frei oder vielleicht auch ein paar Tage mehr. Hast du eine Frau und Kinder vielleicht, die wollen dann auch die Zeit noch mit dir nutzen.
Und dann musst du im Prinzip so 15, 16 Tage irgendwie planen, auch rein ganz blöd deine Koffer packen, sage ich mal. Und dann ist so ein Spieler halt, hat dann vielleicht von letztem Spiel, sag mal, der hat Freitag gespielt, Montag ist Nationalmannschaft, hat er schon mal zwei Tage frei, da haut er schon mal ab.
Im ersten Flieger oder im ersten Auto oder sonst wie, dann fliegt er zur Nationalmannschaft und dann geht es da das ganze Gerödel los. Danach hat er noch mal vier Tage frei, ist noch mal im Flieger nach Griechenland wieder und zurück oder nach Spanien. Da spielt es auf jeden Fall eine große Rolle. Der heute hat es von sich aus gesagt, deswegen komme ich gerade drauf.
Der kam zu mir und meinte, ich bin so viel gereist, alles fest, Rücken ist fest. Oder die Busfahrt nach dem Spiel war zu lang, zwei Stunden, ich konnte mich die ganze Zeit nicht bewegen. Das höre ich immer, immer wieder, auf jeden Fall. Und dann spielt das ein bisschen in die Karten, was ich gerade gesagt habe, was ich finde und das ist dann so ein bisschen das, wer hat da die Verantwortung, wenn du weißt, du hast einen Jusuf Paulsen oder du hast einen Spieler, der ein bisschen anfälliger ist, würde ich sagen, ey, wir kommen jetzt hier, ich weiß ja nicht, von vier Stunden Busfahrt, das gab es, erinnere ich noch, aus Aue oder sowas am HSV, dann kommst du aus Aue, vier, fünf Stunden mit dem Bus geeiert, eher sieben würde ich auch sagen,
kommst am Volkspark an, nachts um zwei, dann musst du eigentlich sagen, ey Jusuf oder Spieler, Tim und Max und Moritz, ihr bleibt jetzt hier, wir machen jetzt noch was, wir behandeln jetzt noch die Sachen, die für euch wichtig sind und du gehst jetzt nicht nach Hause und gehst pennen oder machst die Sachen, die du lieber machen würdest.
Das spielt schon auf jeden Fall eine Rolle. Das meine ich damit, dass ganz, ganz viele Sachen damit einspielen. Vor allem, weil die meisten dann ja am nächsten Tag schon wieder auf dem Trainingsplatz stehen, auch wenn sie dann nur Regenerationstraining machen. Schlaf ist dann ja auch nicht viel. Aber da höre ich von Spielern halt sowas wie, ja, ich bin dann jetzt gerade, wie gesagt, im Kontext der Länderspielpause von einem gehört.
Wir waren dann um zwei zu Hause und dann habe ich mich noch eine halbe Stunde ausgerollt, weil der Rücken so dicht war und wir reden hier von wirklich top, top, top Spielern, wo du denkst, das ist ein, Okay, kann man das nicht auch anders lösen im Zweifel irgendwie, aber das spielt schon auf jeden Fall eine Rolle.
Und jetzt als Beispiel auch wieder HSV Pazan Daka, der war mit Zambia unterwegs. Zambia ist weit weg, der muss da hinfliegen und der muss auch wieder zurückfliegen. Was würdest du dem raten? Soll er im Flugzeug hin und her laufen? Anders als fliegen geht es halt nicht. Anders als fliegen geht es nicht, genau. Gutes Gegenbeispiel, wir haben bei uns in der Betreuung einen Spieler, der spielt bei Kamerun.
Und mein Mitarbeiter war jetzt dann da und die haben elfmal in Küste und noch irgendwas gespielt und dann, das ist halt, aber das ist halt eine Niveaufrage auch so ein bisschen, das ist halt dann so ein Spieler, der dann sagt, okay, ich brauche das, was ich immer habe, auch dann und der landet dann, wird behandelt, spielt seine Spiele, wird behandelt und fliegt zurück und wird dann wieder behandelt, und zwar mit dem, was ich eben meinte, mit dem Schlüssel, der für ihn passt, was er braucht.
Jetzt in dem Fall, genau, ob der jetzt vorm Start noch eine Yoga-Einheit am Flughafen macht, sich einmal streckt links und rechts, das wäre sicherlich besser. Der, also wenn du mich fragst, wer müsste der, soll der fliegen und nach seinem zweimal umsteigen wahrscheinlich, wenn er dann dort gelandet ist, wäre das Erste, was man machen müsste, wäre eigentlich, den mal eine Stunde zu behandeln, ja.
Und behandeln heißt dann physiotherapeutisch behandeln? Physiomanualtherapeutisch und das ist so ein ganz, der Oberbegriff ist Manualtherapie, würde ich es mal so nennen, aber vom Konzept her finde ich halt wichtig, die von unten, also vom Sprunggelenk, vom großen Zeh bis zum unteren Rücken müssen die im Prinzip behandelt werden.
Idealerweise würde sich in dem, bei dem Beispiel jetzt nochmal anschließen, dass der nochmal eine halbe Stunde irgendwie so eine Activity-Mobility-Einheit machen würde und dass der erstmal so genullt wird nach so einem Trip, auf jeden Fall. Und das passiert halt in der Regel nicht, ja. Paz und Dabga haben wir angesprochen, der war jetzt viel unterwegs.
Der HSV hat noch einen anderen Stürmer, der nigerianischer Nationalspieler ist, jetzt aber nicht unterwegs war, war jetzt länger nicht nominiert, weil er aber auch aus einer langen Verletzungshistorie kommt mit Tere Mofi. Den hat man jetzt verpflichtet aus Nizza mit dem Wissen, der hatte eine schwere Kreuzbandverletzung und hat auch immer mal wieder so seine Probleme.
Jetzt nach der letzten Belastung gegen Köln hat er die erste Halbzeit gespielt und danach ist Flüssigkeit in seinen Knie gelaufen. Wie würdest du in so einem Fall jetzt mit so einem Spieler vorgehen, wo du weißt, der hat halt so eine Vorgeschichte beziehungsweise ist eigentlich bei allen Spielern, die so eine schwere Verletzung hatten, muss man da mit denen anders arbeiten, weil man weiß, da kann auch muskulär dann tatsächlich dann immer wieder was daraus resultieren.
Ja, auf jeden Fall. Also ich würde schon, das sieht man ja immer wieder, das ist auch, finde ich, eine große Verantwortung. Jetzt bin ich in dem Fall mal froh, die nicht haben zu müssen, jetzt als HSV-Mediziner dann zu sagen, okay, das ist ja wirtschaftlich auch ein Thema, nehmen wir den oder nehmen wir den nicht, wie fällt der aus?
Wir haben ja in Deutschland zum Glück so mit Lohnfortzahlung und so weiter, ist der Verein auch mal schnell dann raus, Da kann man sich vielleicht mehr leisten als in einem anderen Land. Aber grundsätzlich musst du einfach, finde ich, deinem Konzept so ein bisschen treu bleiben. Das heißt, wenn ich jetzt jemanden verpflichte, wo ich weiß, der hat einen Kreuzbandriss, dann macht man sicherlich alle Screenings, die man so macht, testet alle.
Man weiß ja heutzutage, welche Muskelgruppen präventiv wichtig sind nach einem Kreuzbandriss. Die wird man ja auch beim Medical dann durchgetestet haben. Und dann weißt du, okay, der ist vielleicht hier und da ein bisschen schwächer als da. Das arbeiten wir aus. Aber ich finde auch da, da musst du halt dein Schema verfolgen, zu sagen, okay, da wissen wir, Da ist zum Beispiel, dem fehlt 5 Grad Kniestreckung, und der ist in dem und dem Muskel dann immer sehr fest, dann muss der halt konsequent daran auch behandelt werden.
Und dann kann es sicherlich mal passieren, dass da jetzt wieder groß das Wort Belastungssteuerung, dass man da sagt, okay, das war jetzt ein bisschen viel, nehmen wir aber dafür in Kauf. Aber da ist ja wirklich eine schwere Muskelverletzung oder eine schwere strukturelle Verletzung dahinter gewesen. Das ist ja nichts, was wir gehabt haben bei den Pausen oder sowas. Der hat einen Kreuzbindriss gehabt, das ist ein einschneidendes Erlebnis, auch für den Körper.
Und da muss man halt dann schon auch in Zukunft damit umzugehen wissen, auf jeden Fall. Aus deiner Sicht, welche Rolle könnte auch Ernährung spielen? Also habt ihr diesen Ansatz auch? Ja, also ist eine schwierige, interessante Frage, weil du hast immer wieder, du hast so Spieler, jetzt muss ich da leider, ich weiß nicht, ich nehme kein Schimpfwort, habe ich da gelernt, darf ich nicht.
Es gibt Glückspilze, sagen wir mal so, die zweimal die Woche zu McDonalds gehen können und nie was haben und aussehen wie aus Stein gemeißelt. Und da hast du halt den, der sagt, Ich esse hier glutenfrei und vegan und sonst was und ich habe hier 34 Faserrisse. Was ist denn da los? Wie geht denn das? Das gibt es schon.
Witzigerweise finde ich auch so aus dem Nähkästchen ist es immer so ein bisschen... Die machen dann mehr Quatsch, als man denkt. Viele, nicht alle, aber so einige. Also Kellogg's beim Bundesligisten zu frühstücken und so weiter. Würde man denken, ja, muss nicht sein, aber es findet halt statt. Aber heute auch noch? Heute auch noch, ja. Das kann man sich wirklich gerade vorstellen. Also ich weiß zum Beispiel, wo es Jürgen Klopp hat.
In Liverpool ja extrem auf links gedreht, die ganze Performance-Abteilung und so weiter. Und das hat schon gut gefruchtet. Aber man muss sich halt vorstellen, du sitzt halt, ich sag das ja immer so, du sitzt halt, als Verein holst du dann so einen Ernährungsberater und der erzählt den Spielern dann vor versammelter Mannschaft, ihr esst jetzt bitte nur noch so und so und so und so und dann sitzt da halt einer, der sagt, ich mach aber eigentlich, was ich will, ich esse dreimal die Woche McDonalds und dann schießt der halt am Wochenende drei Tore.
Das sind halt meistens auch dann die Idioten, die genau das dann hinbekommen und dann sagt er halt so, was willst du denn von mir, ich mach das so weiter wie immer. Und das ist halt echt schwierig dann durchzusetzen. Mario Basler würde sagen, er war nicht nur bei McDonalds, sondern er hat auch noch Drei Bier dazu getrunken.
Genau, genau. Und von dem her, das beschreibt aber auch so ein bisschen wieder das runtergebrochen, was ich eigentlich ja mache, dass du im Prinzip, du musst die Leute halt individuell sehen. Das ist halt schwierig, aber grundsätzlich wäre es ja blöd zu sagen, nein, Ernährung spielt keine Rolle. Ernährung spielt definitiv auch für Erholung etc.
Auf jeden Fall eine große Rolle, ja. Vor allem, weil sich der HSV jetzt ja auch auf die Fahne geschrieben hat, gerade in dieser Saison nochmal das Thema Intensität deutlich zu erhöhen. Es gibt ja schon Mannschaften, Bayern München, die können einfach mit ihrer individuellen Qualität, die können Dominanz spielen, die können auch dann vielleicht drei Tage Pause machen und dann ein Gegner trotzdem überrollen.
Der HSV braucht halt diese absolute Intensität in allen Zweikämpfen, in der Laufintensität, in Sprints. Da ist dann natürlich zum einen das Thema Ernährung, aber auch Belastungssteuerung und Training nochmal was anderes als jetzt vielleicht bei den Bayern. Ja, wenn wir jetzt die Zahlen hätten, würde ich sagen, ich weiß nicht, welches Spiel war vor kurzem ein Spiel von Bayern.
Ich meine, es war gegen, ich glaube es war Elversberg oder sowas, da war der O-Ton schon so, dass das Spiel sauanschreck gewesen sein soll und die meisten Kilometer in der ganzen Saison gelaufen sein als Mannschaft. Und konterkariert ja so ein bisschen das, was du sagst, weil Bayern muss das auch machen.
Nur die Frage ist halt, was macht dann der jeweilige Spieler? Und das ist wieder ein bisschen die Niveaufrage, von der ich eben sprach. Das ist wie immer im Leben. Du wirst irgendwie, du reichst nur große Ziele, wenn du auch viel dafür tust. Und das ist, sicherlich wirst du wahrscheinlich auch beim HSV den einen oder anderen Spieler haben, ohne jetzt zu nahe zu treten, der vielleicht woanders hätte spielen können.
Wenn er vielleicht entsprechende, jetzt meine ich nicht nur medizinisch, auch andere Schritte mal eingeleitet hätte am Anfang der Karriere. Aber Stichwort Niveaufrage, das ist ja auch eine finanzielle Niveaufrage. Du bist jetzt in erster Linie für deine Kunden, die alle bei Top-Clubs in Europa spielen, zuständig.
Und die werden dich ja wahrscheinlich, vermutlich mal, auch aus ihrer eigenen Tasche zahlen, weil sie wissen, ihr Körper ist ihr Kapital und das pflegen sie ganz besonders. und dementsprechend gönnen sie sich das, dass sie da extra etwas zahlen und wahrscheinlich auch nicht zu wenig. Hoffen wir zumindest für dich.
Jetzt ein Klub wie der HSV, der ist jetzt lange in der zweiten Liga gewesen, jetzt aufgeschickt, ist jetzt Bundesliga-Klub. Aus deiner Erfahrung, du hast ja früher viel mit HSV-Spielern gearbeitet, da hatten sie noch ein anderes Niveau, da waren sie in der Bundesliga. Können sich solche sozusagen Mittelklassen, Bundesliga-Klubs, die einzelnen Spieler, können sie sich das leisten und leisten sie sich das gerne?
Das leisten sie sich definitiv. Ähm... Und beim Thema HSV als Beispiel, sicherlich spielt da auch die Gehaltsstruktur eine Rolle. Bei mir hat das eine sehr starke Dynamik bekommen. Das Jahr vorm Abstieg eigentlich. Das heißt, ich habe noch im Prinzip diese, das kennen wir alle medial, der hat das verdient, der hat das verdient.
Und da gab es schon auch einen Abfall der Spieler, die ich jetzt erlebt habe, auch bei Kollegen in Hamburg, die dann nach außen gegangen sind, als die zweite Liga dann da war. Also nicht direkt, aber so das zweite, dritte Jahr, wo dann die Gehälter auch anders wurden, hast du das schon gemerkt. Man muss aber dazu sagen, wenn du jetzt zum Beispiel bei einem Therapeuten oder Arzt in Hamburg vorstellig wirst, hast du ja, jetzt mal rein praktisch gesprochen, viel weniger Kosten.
Das heißt, du gehst ja einfach nur in seine Praxis, dann kostet sich das irgendwie Summe X, aber es kostet ja nicht so viel, wie wenn jemand einfliegen lässt, der den ganzen Tag bezahlen muss etc. Das heißt, das meine ich damit, die Bereitschaft, das ist eher, finde ich, eine mentale Bereitschaft, zu sagen, ich mache was für mich.
Und die könnte ja einen HSV-Spieler beispielsweise haben. Ich will jetzt gar nicht sagen, dass es beim Verein schlecht ist oder dass es da nicht hätte, aber zumindest mehr für sich zu tun, muss jetzt auf Hammok bezogen gar nicht am Geld scheitern. Und da siehst du wieder das Niveau, was ich meine, ist halt eher ein mentales, die Frage, wo will ich eigentlich hin persönlich?
Weil du die Nationalspiele angesprochen hast und auch gerade darüber sprichst, ist es dann aber schon so, dass, Die dich extra buchen, also die haben natürlich bei der Nationalmannschaft, bei ihren Klubs die komplette Betreuung und trotzdem vertrauen sie dann dir, weil sie dich lange kennen und zahlen das dann auch komplett alles aus eigener Tasche.
Ja, genau. Bei der Nationalmannschaft oder bei den Nationalmannschaften, also bei mir oder bei uns, ich spreche mal für uns, weil ich auch Mitarbeiter habe, ist es halt schon so, dass die Spieler, die wir im Rahmen der Nationalmannschaften, dann betreuen, die kennen uns natürlich über das Jahr. Das heißt, wir wissen natürlich, wir sehen die einmal die Woche, so über das ganze Jahr.
Egal, wo die sind, doof gesagt. Und das führt natürlich dazu, dass du mehr über die weißt, als jetzt der Arzt der Nationalmannschaft. Es gibt natürlich Kommunikation von Seiten des Vereins zur Nationalmannschaft, aber muss jetzt auch nicht sehr ausführlich sein. Von dem her ist das immer besser. Wir wollen die natürlich mit den Leuten arbeiten, die sie das Jahr auch kennen.
Und das lassen auch alle Nationalmannschaften eigentlich fairerweise dann zu. Und stehen dem jetzt aus welchen Gründen auch immer Ego oder sonst was nicht im Wege. Also das findet dann schon genauso statt. Und das aber, wie du gerade sagst, das obliegt dem Spieler. Also da hat der Verband oder wer auch immer nichts damit zu tun.
Der Spieler, genau wie wir das aus anderen Boulevardblättern kennen, der in der Friseur kommt, das machen die Spieler. Das sind alle diese Extras sozusagen. Darum kümmern die sich, genau. Und da müssen die auch Sorge dafür tragen, dass es bezahlt wird. Und bei den Clubs ist das genauso, dass ihr da wohlwohlen sozusagen aufgenommen wird? Oder haben die immer so das Gefühl, wir haben doch hier unsere topmedizinische Abteilung.
Warum muss der jetzt eigentlich noch da zu diesem Florian aus Hamburg gehen? Ja, bei mir ist ja ganz interessant, dass ich im Prinzip den Gang vom Physio zum Arzt quasi selber gemacht habe und so ein bisschen miterlebt habe, dass man schon auf verschiedenem Niveau mehr Gegenwind oder weniger bekommt.
Also als Physio beispielsweise, als ich nur als Physio wahrgenommen oder vorstellig wurde, war es schon ein bisschen mehr Gegenwind. Das würde ich sagen, vielleicht so ein bisschen Angst um den eigenen Job, so ein bisschen Rechtfertigung, genau wie du sagst, wir sind doch hier, warum soll denn der woanders hin, was ist denn, wenn der Chef das sieht, dass die alle woanders hingehen, dann vielleicht sagt er irgendwann, was ist denn hier eigentlich los.
Auf ärztlicher Ebene finde ich es einfach kollegialer. Da ist es irgendwie so ein bisschen verbreiteter. Das ist okay. Man muss halt, ich bin jemand, ich spiele halt mit offenen Karten. Ich will halt schon, du willst es nicht verstecken, weil es einfach auch wichtig ist, was du, wenn du am Montag eine Behandlung gehabt hast, die vielleicht ein bisschen intensiver war, kann das natürlich auch auf den Dienstag, auf den Trainingstag eine Rolle spielen.
Und solche Sachen manage ich halt schon per se mit. Also ich weiß dann schon, was ich quasi am Montag mache, damit der Morgen irgendwie nicht irgendwie ausfällt oder sowas. Aber es ist natürlich schon besser, wenn man kurz mal eine WhatsApp schickt und sagt, hey, wir haben heute das und das gemacht, vielleicht könnt ihr den Faden nochmal aufnehmen bei euch in der Trainingswoche, auf jeden Fall.
Also wenn du Spieler XY von Real Madrid hast, dann sagst du dem Mannschaftsarzt von Real Madrid Bescheid, pass auf, ich habe jetzt das und das gemacht, nur damit ihr das für die Trainingssteuerung für den Dienstag wisst. Genau, idealerweise, wir wollen ja ehrlich sprechen heute, ist natürlich so, dass, das passiert am Anfang ganz viel, Wenn du quasi, wenn jetzt zum Beispiel ein Spieler von mir zu Real Madrid wechseln würde, so, dann würde das ganz oft mit ganz intensiven Betreuungen so losgehen und die Kommunikationskanäle offen sein, aber das verläuft sich meist so ein bisschen im Sande.
Vielleicht auch oft darum, weil die merken, okay, das funktioniert ja, der Verein möchte ja eigentlich nichts anderes, außer dass der Spieler ihm zur Verfügung steht. Was der macht dafür, damit das passiert, ist relativ dann vielleicht auch irrelevant. Klar, es hat auch ein bisschen versicherungstechnische Gründe und so weiter, aber vom Grundsatz her ist es, meiner Erfahrung nach, ist es dann irgendwann auch ein bisschen egal, Hauptsache du bist da.
Du hast Müller-Wohlfahrt eben ja schon mal angesprochen. Ich habe gerade einen Kollegen, der auch über die Nationalmannschaft berichtet hat, mit dem ein Interview geführt. Das wird jetzt am Wochenende erscheinen. Und er hat mir erzählt, Müller-Wohlfahrt sagt eigentlich, du bist ja auch Sportmediziner und Physio, dass eigentlich...
Die Sportärzte bei den Clubs oder überhaupt gar nicht so wichtig sind, weil die schieben die Spieler in die Röhre, die haben dann eine Diagnose, aber für die Gesundheit der Spieler sind die Physios eigentlich viel wichtiger, weil die natürlich dann auch vielleicht dann nochmal ganz anders rankommen. Bei Müller-Wohlfahrt sagt man ja auch mal, bei Eugene Bolt, der hat schon gefühlt, wenn er den nur irgendwie angefasst hat, wie es um seine Muskeln bestellt ist.
Also wenn du so einen Spieler jetzt auf das bezogen, auf das Beispiel, solche Spieler habe ich auch so, wo du sagst, da könntest du theoretisch übers Telefon, dem kannst du dem schon helfen, weil da so ein Vertrauensverhältnis da ist, dass der einfach nur von dir hören möchte, das ist okay. Das entsteht über Jahre.
Probarheit gehört aber auch dazu, dass du dann auch in den Jahren gute Arbeit geleistet haben musst, sonst entsteht das ja gar nicht. Ich bin der Meinung, man kann das ein bisschen aufdröseln, in Deutschland ist es in der Regel so, dass Ärzte die Leiter der medizinischen Abteilungen sind. Ich bin ja auch viel in England, zwei Tage die Woche ist es halt so, dass in der Regel das eigentlich Athletiktrainer oder Physios sind, die die Leitung haben.
Und bei beiden, jetzt aus meiner Sicht, sonst würde es mich ja nicht geben, läuft es offensichtlich jetzt nicht 100% optimal. Sonst würde es Leute wie mich einfach gar nicht geben. Das heißt irgendwie, das ist nicht das Rätsel Lösung. Wer ist am Ende, wer den Hut auf hat? Aber ja, es gibt der Arzt ist halt nicht der, der behandelt.
Und da verlierst du natürlich Informationen dazwischen. Das heißt, wenn der Arzt jetzt ein MRT macht, einen Ultraschall macht und sagt Physiotherapeut X, der hat hier an der und der Stelle das und das, behandle das mal, dann ist der Arzt raus. Und dann übernimmt der Physio. Und da verliert sich schon schon einiges.
Ich war, witzige Anekdote dazu, ich war mal bei Müller Wohlfahrt, so zum Hospitieren, vor langer, langer Zeit als Medizinstudent, weil ich einen seiner Kollegen, der jetzt noch bei Bayern einer Ärzte ist, kannte und der mir das ermöglicht hat. Das war ganz toll. Das war Starstruck, das war Müller Wohlfahrt.
Der hat beim Mittagessen damals auf den Tisch gehauen, was wollen sie eigentlich machen? Da habe ich gesagt, ja, ich möchte irgendwie meinen Physio- und Osteopathiekram verbinden mit dem ärztlichen. Nein, das geht nicht, sie müssen es nicht entscheiden. Man kann nur das und das. Und deswegen, Jahre später zeigt sich, es geht doch und er ist auch finde ich das was da am ende so ein bisschen den so den schlüssel ist dann dafür.
Das beinhaltet aber auch, was du gerade gesagt hast, dass nicht die Ärzte schlecht sind oder die Physios schlecht sind, sondern dass es ein bisschen die Frage ist, wie interpretierst du denn deine Rolle da eigentlich? Du kommst ja, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ursprünglich ein bisschen aus dem Boxbereich. Wie bist du eigentlich im Profifußball gelandet?
Und wir haben ja schon gesagt, Pierre-Michel Lasogga, Luis Holpi, Ivo Iliciewicz, du hast mehrere HSV-Spieler. Früher war HSV so der erste Verein, weil du halt Hamburger bist, wo du da reingeschnittert bist oder wie ist das gekommen? Genau, Boxen hat es angefangen als Physio, da habe ich über meinen ehemaligen Chef sozusagen, der hat Universum mit Klaus-Peter Kohl damals noch, glaube ich, eine Hamburger Boxlegende hier irgendwie viel gemacht. Absolut.
Dann haben wir da so die ganzen Boxer behandelt, auch da witzigerweise schon extern, also es gab den Boxteil mit zwei Physios und die haben die dann sozusagen dann aber, weil der Klaus-Peter Kohl, mein Chef damals cool fand, irgendwie immer zu ihm geschickt, dann habe ich die als junger Physio mitbehandelt.
Und dann ist das beim Boxen, da war Boxen ja noch groß, dann zu Sauerland, nach Berlin habe ich eigentlich dann die meisten Boxer behandelt, Marco Huck, Arthur Abraham, als das so ein Thema noch war, dann ist Boxen ja so massiv abgeschmiert und irgendwie kam dann, das hat in Werder Bremen angefangen, da kam, darf man in Hamburg einen HSV-Podcast sagen.
Da habe ich mit einem Trainer zusammengearbeitet und wir hatten an einem gewissen Zeitpunkt, ich glaube, die halbe Mannschaft von Werder Bremen bei uns, da waren wir zweimal die Woche in Bremen gewesen. Das ist halt auch immer so, Word of Mouth, Irgendwas spricht sich halt rum. Welches Jahr war das so ungefähr?
Das weiß ich gar nicht so aus dem Kopf. Müsste mit meiner Frau 15 Jahre. Wahrscheinlich schon so 12, 13 Jahre zurück sein. Irgendwie sowas. Und da war es dann so, dass es damit angefangen hat. Und dann ist es ein bisschen rübergeschlappt zum HSV. Und genau, dann hat es so seinen Lauf genommen und dann ist vom HSV immer einer weggewechselt zu einem Klössernverein und dann hat der dich mitgenommen und dann so entsteht es halt. Aber es ist wieder zurückgreifend auf den Punkt eben, es muss halt irgendwie auch funktionieren. Es ist jetzt nicht so, weil ich so ein netter Kerl bin oder Sonstiges. ist.
Bei Pierre-Michel Lasogga war es ja so, der hat oft dann nicht funktioniert, zumindest seine Muskeln haben nicht so funktioniert. Ich glaube, er hätte aus seiner Karriere vielleicht noch mehr machen können. Ich erinnere mich, er war mal dann für die Nationalmannschaft nominiert, auch da hat er sich dann verletzt. Dann gab es mal eine Saison, da hat er mehrere Muskelverletzungen und hat ihn immer irgendwie so hingekriegt.
Ist das bei ihm auch irgendwie so diese spezielle Muskulatur gewesen? Man weiß ja, er hatte sehr, sehr große, kräftige Beine. Sehr schussstark natürlich, aber auch dann wiederum anfällig. Also bei Pierre würde ich jetzt sagen, wenn wir uns jetzt reingehen würden und gucken würden, wann der verletzt war und wann wir das wo wir dann den Schlüssel gefunden haben sozusagen, dann war das schon jemand, der dann nicht mehr verletzt war ich gebe dir den Punkt, dass es immer, dass er schon kritisch reagiert hat immer so ein bisschen auf hohe Belastungen, aber man konnte es immer wieder fangen dahin gehen, dass er sich nicht verletzt hat, und das ist halt genau das, was ich spreche wovon ich eben sprach, dieses wöchentliche.
Das musst du auch als Verein dann darstellen können in der Intensität, das ist auch ein Knackpunkt dann natürlich, deswegen greifen die halt auf ihre eigenen Leute so ein bisschen zurück und der war dann dem Eiz ein bisschen nach, das stimmt, aber zum Beispiel. Das kann ich so ein bisschen widerspiegeln aus der Katar-Zeit dann irgendwie, das war dann immer so wenn man ihn dann nicht gesehen hat und wir das nicht gemacht haben, was er brauchte, war es dann teilweise schon kritischer oder es gab eine kleine Verletzung oder solche Geschichten das heißt, wieder aus einem bisschen Proof of Concept Das hat dann schon Sinn gemacht, was man da gemacht hat, ja.
Ich erinnere mich, dass du ja auch, als er verliehen war, nach Leeds, dann nach Leeds geflogen bist. Das geht ja noch, aber jetzt, weil du gerade Katta ansprichst, bist du dann auch nach Katta geflogen und hast ihn dort behandelt? Ja, auf jeden Fall. Ähm, Haben wir auch gemacht. Also ehrlicherweise mit Pierre ging das damals los für mich so.
Das ist ja auch so schön für mich, jetzt auch mit Louis sind ja alles so berentete alte Herren jetzt, dass du quasi so ein bisschen, ich hab so ein bisschen denen, also mit denen bin ich jetzt sozusagen persönlich gewachsen, dankbarerweise. Mit Pierre, mit Lietz ging es los. Da ganz tolle, witzige Anekdoten, die ich mit ihm da sozusagen verbinde.
Und dann, klar, hat er natürlich dann gesagt, ey, ich brauche das. Und so ging es halt immer dann los. Und so merken das die Spieler auch heute noch. Man behandelt die, man macht, was man macht. Und die merken, ah, okay, so macht das irgendwie keiner. Oder so habe ich das noch nicht gehabt. Ich will das irgendwie öfter haben.
Und dann, klar, hast du es eben schon erwähnt, da musst du es ja auch leisten können natürlich. So, das gehört ja auch dazu. Und dann, Kata ist jetzt kein Katzensprung. Da war, ich weiß gar nicht, wie wir das gemacht haben, das ist schon so lange her. Ich glaube, ich war zweimal im Monat dann in Katar, aber ich mache heute noch so komische Sachen. Ich bin zum Beispiel ein bis zweimal im Monat, wenn meine Frau mich lassen würde, würde ich wahrscheinlich dreimal im Monat in Saudi-Arabien.
Genau mit dem Kontext, dass du sagst, okay, da ist eine Person, die macht das beruflich und die merkt, wenn ich das und das mache, geht es mir besser. Und dann versuchst du es halt möglich zu machen. Kannst du das irgendwie einschätzen? Kennst du deine Kollegen, Konkurrenten weiß ich nicht, sondern ich sag mal Kollegen, gibt es so, wie du das machst, gibt es davon fünf in Deutschland, zehn, zwei?
Es gibt schon einige, ja, es gibt schon ein paar mehr, sieht man auch jetzt im Kontext Nationalmannschaft, auch bei anderen Ländern. Jetzt im Rahmen der WM, auch bei England, habe ich auch was zu tun gehabt, da war das dann auch so, die bringen alle so ihre Leute mit, du gehst sicherlich nicht immer d'accord mit allem, was die dann machen, dass du dir denkst, irgendwie, was macht der denn da?
Aber, und so versperrt darf man dann halt nicht sein, du merkst halt dann schon, ja okay, aber es funktioniert irgendwie für den Spieler. Das heißt, dieses Deckeltopf-Prinzip finde ich immer ganz passend, dass irgendwie, es gibt ganz, ganz viele Wege, die nach Rom führen. Aber es muss nicht nur deiner sein, aber es gibt ganz, ganz, ganz viele.
Es gibt schon einige, die das so machen. Ich weiß nicht, ob es so viele gibt, die das in der Reiseintensität so machen, wie wir das machen, dass wir wirklich sagen, dass es unser Konzept ist, dass wir die wöchentlich so sehen. Es gibt sicherlich einige, die bekannt dafür sind, dass man dann dahin geht, und sich dann da behandeln lässt.
Aber es gibt schon ein paar, auf jeden Fall. Luis Holtby war ja eigentlich auch ein Spieler, der war immer beim Training immer im Spiel, also der war eigentlich fast nie verletzt. Natürlich hat er auch mal hier und da was gehabt, Es gibt ja diese Spieler auch beim HSV, jetzt Nikolaj Rembeck, der ist immer da, der ist nie verletzt, obwohl er so intensiv spielt, wie er spielt, mit sehr harten Zweikämpfen auch.
Robert Lewandowski war in seiner Karriere auch quasi nie verletzt. Gibt es so Spieler, die einfach dann so gut veranlagt sind, dass sie da nicht anfällig sind oder sind das so Spieler, die einfach auch so professionell sind, dass sie immer nochmal das extra Training machen, sich gut ernähren, gut schlafen?
Ich würde Letzteres sagen, also beim Lewandowski, da ist es halt so, bei einem Remington kenne ich nicht, das kann aber sein, dass das vielleicht auch, dass der einfach auch so ein genetisches Glücksschwein ist, wie ich gerade gesagt habe. Louis hat extrem viel gemacht, also ich glaube, der hat mehr in der Eiskammer geschlafen, als im eigenen Bett, also der hat ganz, ganz viel, das ist halt das, was du halt dann lernst über dich, was brauchst du eigentlich so an Maßnahmen, die dir dann helfen.
Ich würde schon sagen, wenn man das große ganze Bild sieht, dann sind es eher die, die viel für sich tun, als die, die Glück haben. Du kennst ja sehr, sehr viele auf dem Top-Niveau. Eine Geschichte, die immer wieder erzählt wird, ist, dass Cristiano Ronaldo so viel für seinen Körper tun würde. Weißt du das, ob das so ist? Ja, das ist so. Es gibt auch einige, der ist wirklich auch so ein bisschen Idol, würde ich sagen, dahingehend zu sagen, hey, ich muss was für mich machen.
Es ist okay, dass ich auch Geld für mich ausgebe. Es wabert, glaube ich, immer so eine Million rum, die er quasi angeblich im Jahr irgendwie ausgibt für alles um ihn herum und ja, das ist, der macht offensichtlich sehr, sehr viel. Aber ich kann jetzt nicht eins in eins zusammenrechnen und sagen, du fliegst zwei, drei Mal Monate nach Saudi-Arabien und da ist noch so ein Christian Ronaldo, dass das ein Kunde von dir ist.
Ich darf es eh nicht sagen, wenn es so wäre. Ein Grins ganz breit. Bei Cristiano Ronaldo wird es natürlich interessant, wie er auch nach seiner Karriere, falls er irgendwann mal dann doch aufhört mit Fußballspielen, wie dann sein Körper sich entwickelt. Es gibt so Spieler, Sir Roberto zum Beispiel, der ist jetzt glaube ich Anfang 50, der sieht immer noch aus wie die damals.
Genau, Raphael van der Vaart und Wesley Snyder jetzt nicht unbedingt. Wenn du jetzt so auch mit Spielern wie Holtby oder Lasorga, die haben jetzt beide ihre Karriere beendet, machen die dann auch nach der Karriere noch mit dir? was? Das wird weniger. Das wird weniger schon. Also es gibt ein, zwei Paddle-Anlagen in Hamburg, wo man glaube ich einige ehemalige HSV-Spieler aktuell sehr häufig die Woche trifft. Die machen dann schon noch viel für sich.
Aber dieses ganze Regenerative, den Aufwand zu betreiben, also dieses Behandeln, wovon ich spreche, das ist ja auch echt schmerzhaft. Also wirklich, das tut echt weh. Es gibt auch schon weinende Fußballer auf unseren Behandlungsbänken. Weil du so tief in die Muskeln reingehst oder in den Rücken? Ja, genau, aber, gar nicht so, weil ich das lustig finde, dass es wehtut, sondern genau, es für mich steht und fällt die Qualität der Manualtherapie, um auch an dem Punkt zu bleiben, schon damit, dass du die richtige Struktur triffst, die du auch behandeln möchtest und nicht sagst, ich behandle die Wade, sondern ich behandle die und die Faser, den und den Muskel in der Wade und wenn der halt entsprechend tief liegt und
du da hin musst, damit du ihn triffst, tut es meistens auch irgendwie weh. Du musst das Selbstbewusstsein haben, dass du weißt, was du da anrichtest, damit du nicht sagst, oh, Entschuldigung, ich habe jetzt nicht wehgetan, sondern da müssen wir jetzt durch. Das ist eher dann der O-Ton. Und ob du da jetzt so Bock drauf hast, wenn du irgendwie da als 36-jähriger.
Ex-Fußballer deinen Sport machst, weiß ich nicht. Ich glaube, das nimmt ab, das ist auch okay, dass nicht alle unbedingt dick werden. Das ist auch der eine so, der andere so. Da du ja auch, das hast du uns vorher gesagt, gleich mit dem Flieger nach London musst, können wir es jetzt nicht zu lange machen, aber wir können mal den Bogen schließen und da, wo wir angefangen haben, auch aufhören.
Können wir den HSV-Fans aus der Ferndiagnose jetzt ein gutes oder ein schlechtes Gefühl im Hinblick auf das Hoffenheim-Spiel am Wochenende geben? Mach mal eine Fernprognose. Yusuf Pausen, fängt er an oder fängt er nicht an? Nee. Na, das ist jetzt kein gutes Ende. Aber sie können ja gewinnen. Das ist doch gut. HSV 3-0. Und wer dann die Tore macht, ist dann ja wurscht.
Ja, Otto Stange wird sich vielleicht sogar innerlich ein bisschen freuen, wenn es so kommt. Siehst du, ja. Wenn er dann auch tatsächlich von Anfang an spielen sollte oder vielleicht doch Fabio Viehra als falsche Neun. Also, wird spannend auf jeden Fall. Da ist ja genug Qualität da. Absolut. Qualität war auch das, was du uns hier geliefert hast. Vielen Dank für diese internen Einblicke.
Eine ganz spannende Geschichte und das erhoffen wir uns dann auch nächste Woche wieder nach dem Spiel gegen Hoffenheim und auch dann in Hamburg sagt man Tschüss und bei uns heißt das auf Wiederhören. Ciao, ciao. Danke. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendplatz finden Sie auf abendblatt.de slash podcast.