HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

HSV-Legende Barbarez: Neues Buch, Vuskovic-Treffen und ein Transfertipp

Donnerstag, 15. Oktober 2026 · 48 min

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Shownotes

n den kommenden Wochen wird Sergej Barbarez mal wieder im Volksparkstadion zu Besuch sein. Der frühere HSV-Stürmer und aktuelle Nationaltrainer von Bosnien, der sein Land in diesem Jahr sensationell zur Weltmeisterschaft geführt hat, will dann auch über sein neuestes Projekt sprechen. Barbarez veröffentlicht sein erstes Buch. „Kreisläufe. Wie ein Krieg mein Leben veränderte“ heißt die Biographie, die er zusammen mit „Kicker“-Redakteur Sebastian Wolff herausbringt und die am 28. Oktober erscheint. als „Ich habe mich am Anfang etwas fremd gefühlt, aber ich bin ein emotionaler Mensch. Ich habe mich geöffnet und dann ging es recht schnell“, sagt Barbarez in der neuen Folge des Abendblatt-Podcasts „HSV, wir müssen reden“.
Barbarez beschreibt in dem Buch ausführlich, wie er 1991 kurz vor dem Ausbruch des Krieges aus Bosnien nach Hamburg flog, um für eine Woche zu seinem Onkel nach Hannover zu reisen. Dass er nicht wieder zurückkehren sollte und stattdessen in Deutschland eine Karriere als Fußballprofi machte, hatte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht geahnt. Die Reisen zwischen Hamburg und Bosnien sind noch heute sein persönlicher Kreislauf. „Vom ersten Tag an war Hamburg meine Stadt. Es war wie Liebe auf ersten Blick“, sagt Barbarez.
Detailliert und emotional beschreibt Barbarez seine besondere HSV-Reise von der Verpflichtung im Jahr 2000, als er zwischen Medizincheck und Vertragsunterschrift noch einmal zum Flughafen fahren wollte, dem legendären 4:4 gegen Juventus Turin, der Rückreise vom Erstrundenaus im Uefa-Pokal in Dnipropetrowsk (0:3), als die Mannschaft von den eigenen Fans verhöhnt wurde. Aber natürlich auch vom Manipulationsskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer 2004, dem UI-Cup-Finale mit seinem Tor gegen Valencia 2005 und dem Einzug in die Champions League unter Thomas Doll 2006.
Was Barbarez über den aktuellen HSV, Trainer Merlin Polzin und Mario Vuskovic sagt, hören Sie in der aktuellen Podcast-Folge.

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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Es war ein legendäres Spiel am Wochenende, das 3 zu 2 des HSV in Hoffenheim in der letzten Minute der Nachspielzeit. Darum geht es heute aber nur am Rande in der neuen Folge von HSV, wir müssen reden. Denn wir haben heute eine echte HSV-Legende hier zu Gast und einer kennt diesen Mann ganz besonders gut. Und das ist mein Sportchef Alexander Lauchs. Moin Alex.

Moin Henrik. Ich habe sehr viele Interviews mit ihm geführt. Ja, wir waren ein paar Jahre zusammen verbracht beim HSV sozusagen, auf verschiedenen Seiten, aber ich erinnere mich nur zu gut. Genau, denn wir begrüßen jetzt hier bei uns im Podcast den bislang letzten Torschützenkönig des HSV in der Bundesliga, den Mann, der sein Land sensationell zur WM geführt hat und der jetzt sein erstes Buch über sein beeindruckendes Leben veröffentlicht hat. Moin und herzlich willkommen, Sergej Barbaras.

Moin, moin, hallo. Ja, moin auch von meiner Seite, Serge. Ich freue mich, dass du die Zeit findest. Und ja, wir wollen über dein Buch unter anderem sprechen. Das erscheint am 26. Oktober und heißt Kreisläufe, wie ein Krieg mein Leben veränderte. Und du hast es zusammen mit unserem geschätzten Kollegen vom Krieger Sebastian Wolf geschrieben. Erzähl doch mal kurz, wie es dazu kam.

Die Idee stand schon lange her. Und ich wollte erst auf Bosnisch und dann irgendwann auf Deutsch. Ich habe mit Sebastian schon lange gute Beziehungen aufgebaut, sprich ich, ich habe immer noch diese Kolumne in Kika und dann wir sind ständig in Kontakt und dann irgendwann hat er nachgefragt, ob ich das machen will, beziehungsweise nur auf Deutsch erst mal und dann später auf Bosnisch.

So kam die Idee und ich brauche viel zu überlegen, weil die Idee habe ich schon seit Jahren hier, echt das zu erzählen, wie ich das alles erlebt habe und einfach vielleicht jemandem als Beispiel zu dienen. Und so kam das und ich habe mich am Anfang ein bisschen fremd gefühlt, aber eigentlich mit Sebastian ging das recht schnell oder recht intensiv.

Und haben ja, ich glaube, gute Sachen gemacht. Kannst du da vielleicht mal so einen Einblick geben, wie seid ihr das angegangen? Also habt ihr erst mal so Kapitel definiert aus deinem Leben? Es geht ja nicht nur um dich als Sportler, sondern natürlich dann auch deine persönliche Geschichte mit der Flucht dann aus Bosnien.

Dann hast ihr euch zusammengesetzt und seid im Prinzip durch dein ganzes Leben gegangen und du hast ihm einfach alles erzählt? Oder wie ist das abgelaufen? Ja, eigentlich, ich musste vieles alleine aus dieser Zeit in Bosnien, weil ich habe da bis 1991 noch gelebt, 20 Jahre meines Lebens und diese erste Station Jugendfußball bei Veloz Mosta und dann, diese ein Jahr in der Armee und dann später, ich bin eigentlich nicht geflüchtet, sondern ich bin schon vor dem Krieg nach Deutschland gekommen und ich bin schon vor dem Krieg nach Deutschland gekommen.

Ja, und dann mit ihm, weil er sehr viel von mir kennt, besonders HSV-Zeit, und dann haben wir uns ein bisschen unterhalten davor und fast jeder. Verein ein Kapitel und nochmal Überraschungs vielleicht mit Bagel nochmal ein Kapitel gehabt und das so Sache, weil er mein Trainer in vier Stationen oder vier Vereine war und dann hat sie auch verdient.

Und so haben wir eigentlich, alle Ideen kamen von ihm, von Sebastian und dann, ich habe nur, weil das ist sein Gebiet, obwohl es sein erster Buch ist, aber trotzdem, er hat sich, muss ehrlich sagen, wohlgefühlt und ich habe, wie ich so bin, als recht emotionaler Mensch, irgendwann habe ich mich aufgemacht und dann ging es recht schnell.

Ja, wie war das denn damals auch gerade, sich nochmal intensiver mit der Zeit, kurz vor dem Krieg zu befassen, mit einer Reise nach Hannover, dass praktisch du dachtest ja auch erst, es ist nur für ein Wochenende, dann stellte sich schnell heraus, ist für längere Zeit. Ja, wie war das nochmal von dieser Zeit zu erzählen? Kam da viel nochmal hoch?

Ja, aber eigentlich erzählen wir uns gerne auch zu Hause unter Freunden, besonders jetzt in der Nationalmannschaft, wo intensive Zeit für mich gerade stattfindet. Und man redet gerne über Anfänge und da kommen auch viele Bücher in Bosnien aus dieser Zeit. Und dann hat man auch Literatur, sich ein bisschen zu erinnern, wie war es eigentlich.

Weil ich habe ein paar Sachen echt vergessen und dann war für mich auch. Sehr nett, das alles zu erfahren, noch einmal. Aber eigentlich. Ich habe recht offen über solche Sachen gesprochen, wie ich das mich gefühlt habe. Und Gott sei Dank, wir haben keinen Schäden Menschseite von Krieg bekommen. Aber das, was man hört immer wieder, das ist immer schlimm.

Ich meine, wir sind auch bekannt, dass wir sehr viel über diese negative Seite auch erzählen können. Und war auch, wie gesagt, emotional intensiver. Aber ich freue mich immer, wenn ich über sowas erzählen darf. Wir können hier natürlich auch noch mal ein wenig darüber sprechen. Ich glaube, die ganze Geschichte, dafür hören wir nicht ganz so viel Zeit.

Wir wollen natürlich auch noch ein bisschen über deine einzelnen Kapitel, insbesondere natürlich beim HSV und in Hamburg sprechen. Ich finde aber sehr eindrucksvoll auch aufgeschrieben, insbesondere dann auch, der Moment, als du als Nationaltrainer gegen Deutschland gespielt hast, so vor dem Spiel, wie er das beschreibt, beziehungsweise wie du das erzählst, die Busankunft dann in Seniza. Ich war auch da als Reporter.

Ja, war eine tolle Auswärtsreise für mich dann. Aber das auch zu beobachten, wie viel dir das dann auch bedeutet hat natürlich. Und es gibt ja, du hast es ja auch beschrieben, so verschiedene Standorte, wo sich der Kreis dann schließt, zum Beispiel da dann natürlich in Senizza, aber auch in Hamburg mit dem Flughafen. Also ich glaube, der Standort Hamburg, der Flughafen spielt in deinem Leben immer wieder eine besondere Rolle.

Ich muss ehrlich sagen, was die Religion angeht, diese Sache hat an mir vorbeigefahren. Vielleicht bin ich auch froh. Aber ich habe diesen Glauben vielleicht in diesen Kreisen gefunden, echt, muss ich ehrlich sagen. Und ich glaube mittlerweile an sowas, nicht mittlerweile, schon ein bisschen länger, dass der Kreis im Leben, egal in welcher Etappe, sich schließt.

Und ich habe bei mir ein paar Sachen gefunden, so in Hamburg und mit der Nationalmannschaft. Und spielen und danach ja als Trainer und dann nochmal WM und das so Sachen, und unser Lied, dieser Lied, was existiert, I'm from Bosnia, take me to America, und sie redet über, Ort San Francisco und unser letztes Spiel gegen Amerika war in San Francisco, das so Sachen, die mich imponieren und auch bewegen Gründe, warum ich ein Buch geschrieben habe.

Henrik hat das gerade nur nochmal nachgehakt mit dem Flughafen. Es war ja so, du bist 1991 dann in Hamburg am Flughafen angekommen und als du dann nach Dortmund zum HSV gewechselt bist, das war auch wirklich eine schöne Passage, hast du deiner Frau gesagt, ich muss zum Flughafen. Zwischen Vertragsunterschrift, Medizincheck, ich muss jetzt erst nochmal zum Flughafen. Da hat sich auch ein Kreis geschlossen wahrscheinlich für dich.

Ja, wie gesagt, damals hat man nicht nachgedacht, aber irgendwann ist man bei HSV gelandet und das sind so emotive Sachen, ich mag die sehr. Ich mag aus Emotionen spontan raus auch zu leben und Sachen so zu erfassen, nicht nur mit Klarheit, mit Gehirn, sondern einfach ein bisschen Gefühle laufen lassen. Das war auch der Moment.

Für mich bleiben sie auch immer wieder. Zu erwähnen natürlich, aber im Herz bleiben sie immer wieder da. Du pendelst ja immer auch noch oft zwischen Bosnien und Hamburg. Fliegst also sehr häufig immer noch mal wieder nach Hamburg. Kommen die Gedanken dann immer wieder zurück oder wie ist das dann so, dann immer in Hamburg wieder zu landen?

Hamburg bleibt für uns, unser Standort zu leben und unsere Kinder sind da und, ich bin in Hamburg zu Hause, muss ich ehrlich sagen. Mostal ist da natürlich und das ist so eine 50-50-Geschichte, aber ein bisschen mittlerweile mehr in Deutschland als in Bosnien und auch in Hamburg seit 26 Jahren. Ich fühle mich da zu Hause und immer wieder nach Hause zu kommen.

Jetzt wird auch ein paar Reise geben und dann in zehn, zwölf Tagen bin ich wieder in Hamburg am Flughafen. Ich freue mich immer, muss ehrlich sagen. Ich fühle mich richtig heimlich und, ich habe die Stadt gewonnen bei mir im Herz. Und so bleibt es für immer. Wir haben vor zweieinhalb Jahren auch, warst du schon mal bei uns im Podcast zu Gast. Da saßen wir auch in dieser Konstellation zusammen und da bist du gerade bosnischer Nationaltrainer geworden.

Im dritten Anlauf hat es dann geklappt. Und jetzt ist ja auch viel passiert seitdem. Also ihr habt euch dann für die WM qualifiziert, habt eine tolle WM gespielt mit dem Einzug dann auch in die K.O.-Runde. Ja, wenn du jetzt nochmal so zurückblickst, zweieinhalb Jahre zurück, als das losging, es war ja auch schon so unklar, was kann das für eine Reise werden. Aber es war schon bis jetzt eine unglaubliche Reise, oder? Ja.

Ja, das konnte man sich nicht vorstellen, muss ich ehrlich sagen. Ich mag auch diese Disziplin und Planung und es war echt unser Plan. In vier Jahren so EM anzugreifen oder diese Quali zu heben. Weil die Zeit davor war schon nicht so gut, sagen wir so, für unsere Nationalmannschaft und wir sind von 2014, wir waren 13.

Auf der Welt und sind irgendwann 76. gelandet und da habe ich die Sache übernommen, eigentlich der schlimmste Zeitpunkt unserer Fußballgeschichte. Aber der Plan war da, Leute drumherum waren klar und wir wollten auch, wie gesagt, angreifen. Wir haben Bock auf sowas und sehr realistisch durchgefahren, aber auch mit dem, was wir geschafft haben, spricht sehr viele junge Spieler zu involviert.

Und wenn man zurückdenkt, wir haben über 25 Depetanten in diesen zwei Jahren, zwei und eineinhalb Jahren, das ist schon für die Nationalmannschaft brutal viel. Und dass es recht schnell ging, nachdem diese, wissen Sie, wenn sie 76 auf der Welt sind, dann spielen sie National League A-Gruppe gegen Deutschland, Holland und Ungarn.

Und wollen sie alles umkrempeln und wir haben damals über 20 Spieler getestet, das ist schon Wahnsinn. Aber wir haben uns das ernst vorgenommen, alles zu probieren, egal von Ergebnissen. Außer dieses Deutschlandspiel wie Freiburg 07 war alles recht gut für den Startpunkt und reale Einschätzung. Wir haben Bock gehabt und dann haben wir so weitergemacht. Ein paar Jungs haben richtig gute Transfers gemacht, haben richtig gut nach vorne gekommen.

Beispiel Alain Begovic, wir haben einfach nur gewahrt, dass er ein Seniorenspiel macht, wo er bei Salzburg gelandet und zwei Spiele gemacht hat. Dann haben wir ihn direkt eingeladen, weil wir waren überzeugt, dass das Material ist für uns oder nicht für uns, für jeden auf der Welt. Und das zeigt er auch jetzt mit seinen 19 Jahren.

Oder bei Raktaric und PSV und viele junge Spieler. Eigentlich fast die jüngste Nationalmannschaft in Europa. Und jetzt die Bestätigung, was für mich große... Die größte Freude ist die Bestätigung nach dem WM. Wir haben weitergemacht und, diese National League in vier Spielen haben wir richtig gut abgeschnitten mit acht Punkten und zwei Siege, zwei Unentschieden gegen Gegner, die eigentlich vor uns stehen in der Rangliste.

Dieser Weg ist schon richtig und wir freuen uns sehr und wir sind sehr stolz, muss ich sagen. Ihr habt jetzt zum Beispiel gerade Polen, wer es nicht im Kopf hat, ich glaube 1-0 geschlagen unter anderem. Du hast es aber, du hast eben gesagt, ja, strukturiert vorgehen. Du beschreibst es auch so ein bisschen in dem Buch. Stimmt es, dass du da bei euch den Spitznamen der Deutsche hast? Ist das wirklich so, weil du so gut organisiert bist?

Ich nehme es selber so, aber ich habe ein paar Jungs aus Latan, bei Rameis, der ist eigentlich Hamburger Junge und Deutsch, durch und durch. Ich meine, der hat postische Pass, aber eigentlich ist er Deutsch. Und ich liebe diese Mentalität. Ich muss ehrlich sagen, nicht am ersten, aber am zehnten Tag verstanden.

Wie es sein sollte, wenn ich Erfolg haben will in Deutschland. Und ich muss auch diese Mentalität schon recht annehmen und beibehalten meine Emotionen, meine Gefühlslage und auch diese Art und Weise Fußball zu spielen. Aber Disziplin und Ordnung und Strategie muss auch sein. Und das war eigentlich für uns von Anfang an, weil wir so sind, recht einfach.

Und viele Spieler sind aus deutschsprachigen Raum. Ich glaube, mehr als hilft. Und man kriegt das recht schnell gut hin. Ihr habt ja ein Riesenhighlight erlebt Anfang des Jahres mit der Qualifikation für die WM, mit dem Helfenmeterschießen in den Playoffs gegen Italien. Ganzes Land Italien war dann mal wieder traumatisiert, aber in Bosnien war einiges los. Haben es gesehen, die Bilder dann auch auf den Straßen und dann diese WM.

Wenn man jetzt so guckt, so dein Buch und alles, was du so erlebt hast, die ganzen Highlights und emotionalen Momente, wo ordnet sich denn in der Rangliste so jetzt die WM und das ganze Erlebnis drumherum ein? Ich sage immer, jede Nationalmannschaft spielt es gefühlsvoller als Vereinsfußball. Diese Elemente bei mir können sich nicht auf gleiche Stelle stellen.

Nationalmannschaft ist immer etwas anderes. Es ist stolz, es ist emotionend. Und Gefühle. So werden auch alle Spiele bei mir in der Nationalmannschaft in vorderen Stellen stehen. Aber besonders WM. Und wissen Sie, wenn Sie als kleines Land zweite WM spielen in Amerika und haben Sie fast in jedem Stadion 30 plus 1000 Bosnier, das ist schon Wahnsinn.

Und ich glaube, das war über 40 in Seattle und in L.A. Und das ist schon Wahnsinn. Und da fühlt man sich richtig stolz und Leute sind stolz. Und unsere diese, wir nennen das Diaspora, das sind so Leute, die Bosnierer sind, aber leben im Ausland. Wir haben mehr, ich glaube, das einzige Land, der hat mehr Leute im Ausland, die leben als im eigenen Land.

Das ist auch über ein paar Millionen und in Amerika besonders und genau diese Situation, dass sie nicht jedes Jahr nach Bosnien oder überhaupt nach Europa reisen können, für die war es besonders und das nimmt man mit und. Deswegen ist auch immer wieder dieses Wort stolz zu sein, das ist schon sehr groß bei uns geschrieben.

Das ist auch das, das hast du ja auch beschrieben, das war für dich sehr, sehr wichtig, dass du die Leute einfach glücklich machst oder stolz machst jetzt, mit deinem Team. Natürlich geht es ja nicht immer nur um eine Person, sondern um das Ganze. Dass die Leute stolz sind, dass Trikots auf dem Markt da auch zu kaufen sind, was anfangs eben nicht mehr so zu sehen war. Da hingen dann Messi, Ronaldo und so weiter. Das ist für dich wichtig, ne?

Ja, wie gesagt, ohne Ergebnisse kommt man nicht voran, ohne gute Spieler oder gute Organisationen. Aber wissen Sie, diese tagtägliche Berührung mit Leuten, wenn sie durch die Straße gehen und eine Person zu dir kommt, die älter ist und sagt nur, ich will kein Foto, kein Autogramm, ich will dich nur umarmen.

Und das ist für mich das größte Bestätigung, was ein Mensch auch erleben kann und passiert echt recht oft, Gott sei Dank, bei mir und ich bin sehr, sehr zufrieden, wie das läuft. Überhaupt so jemanden lächeln auf Gesicht zu zaubern, das ist das eigentlich, Priorität von allen Menschen, von uns, das ist auch eigentlich unsere Aufgabe im Leben.

Also ja, du hast es wirklich schon gesagt, es gibt sehr, sehr viele spannende Kapitel auch in deiner Zeit, da wir hier natürlich im HSV-Podcast auch über den HSV sprechen wollen. Es gibt zwei Kapitel dann auch in diesem Buch über den HSV, einmal als Spieler und dann auch später nochmal als Funktionär. Vor allem natürlich die Zeit als Spieler war ja schon eine sehr besondere.

Du warst sehr, sehr beliebt bei den Fans, hast Erfolge gehabt, du hast Champions League gespielt und vielleicht fehlte hier und da so ein bisschen der ganz große Erfolg. Aber es ist schon beeindruckend, wie genau du dich dann auch noch so erinnerst. Insbesondere dann auch zum Beispiel so eine Rückreise aus Njepo-Petrovsk.

Ich habe gerade Sloksi schon gefragt, der war damals nicht dabei. Aber wenn du dann so eine Geschichte erzählst, sind dann alle Details wirklich noch so da? Ja, wenn man fängt zu erzählen. Deswegen ist es wichtig, dass ein Sportjournalist dabei war, wie Sebastian. Da kann man noch so ein paar Punkte erinnern. Und dann kommt die ganze Geschichte raus.

Und natürlich, die war nicht schön und nicht einfach, jetzt ob man sich verdient, solche Sachen. Aber früher war das anders. Früher hat man mehr Kontakt mit Fans gehabt, eigentlich näher. Man hat mit Fans zusammen geflogen und auch mit euch Journalisten sind ja zusammen geflogen. Wir waren ja immer tagtäglich zusammen. Ich meine, das war deswegen, ich habe heute Beispiel mit allen Journalisten, die früher über mich berichtet haben, habe ich immer noch richtig gute Kontakte und.

Sowas existiert heutzutage leider nicht. Keine Ahnung warum, vielleicht zu viel Geld im Spiel, aber eigentlich hat sich Fußball sehr viel verändert. Man nimmt auch solche Sachen mit, natürlich, das ist sehr wichtig. Du hast es ja auch beschrieben, Social Media war noch nicht so ausgeprägt, man konnte wirklich auch mal ohne Hintergedanken im Trainingslager oder so nochmal ein Bier einfach zusammen trinken, ohne dass da jetzt wirklich interner einfach ausgeplaudert wurden, sondern es war einfach eine menschliche Komponente dabei, die heute natürlich unmöglich ist.

Noch mal kurz zum einen Orgen, Jepo Petrov, das werden ja einige vielleicht nicht erinnern, ihr hattet verloren, 0-3, und Dieter Matz, reine Reporter-Legende, war dabei. Er kam zurück und hat uns das alles haarklein erzählt. Und 100 Fans ungefähr, korrigiere mich, und die haben euch natürlich schön übergebrezelt, verbal, und waren sauer und haben euch dann mit Schmähgesängen überzogen in der Flugzeugkabine.

Und Kurt Jara gibt einen aus, er hat heute Geburtstag und so weiter. Also das war natürlich, klar, nicht so schön für euch, aber die Atmosphäre war sehr aufgeheizt. Ja, aber wie gesagt, damals, war, was ich sehr gut fand, damals war Erfahrung, was für mich ein sehr wichtiges Wort, Erfahrung ist, war das eigentliche größte Element in einem Fußballerleben.

Und ich erzähle gerne, wo ich zu HSV gekommen bin, 29, wir haben alt gegen Jungen gespielt und ich habe bei Jungen gespielt. Er stellte dir vor, wie viele Spieler älter als ich waren. Wir waren schon, jeder hat seine Karriere gemacht oder jeder war gut dabei. Und jeder hat Familie schon zu dem Zeitpunkt. Und wir waren Männer aus dem Leben.

Und solche Sachen, man akzeptiert auch gern. Warum nicht, wenn man schlecht spielt oder eigentlich Erfahrungen oder Erwartungen nicht erfüllt. Ich habe super Zeiten bei HSV erlebt, aber es gab auch Zeiten. die nicht schön waren. Aber das ist ein Teil von Leben, ein Teil von einer Karriere. Und wenn einer böse ist, dann ist es mir zuerst leid.

Du hast es ja auch beschrieben, glaube ich, in dem Buch, dass du den Wechsel dann nach Hamburg nicht bereut hast, obwohl, glaube ich, zwei Jahre später ist dann Borussia Dortmund deutscher Meister geworden. Das ist dir dann verblieben. Was hat dir denn Hamburg trotzdem so gegeben, dass du auch dann im Nachhinein, wenn du so ein Buch schreibst, das Kapitel Hamburg meine Perle nennst?

Also, ja, sagt ja schon dann viel aus. Ja, wie gesagt, ich habe immer gesagt von einem Tag, das ist mein Schadler, dass so Liebe auf den ersten Blick war. Besonders mit Vereinen noch, sieht man heute und sieht man auch die sieben Jahre in der Zweiter Liga, was bedeutet dieser Verein oder wie passt der Verein zur Stadt und welche.

Fankolonie dahinter steht und das ist schon Wahnsinn und welche Unterstützung man hat jedes Jahr und ich bin ab und zu im Stadion und immer wieder nehme ich Handy und nehme ich diese, Teile vorm Spiel, wie die Fans singen, das ist schon brutal, obwohl ich selber davor war und Wegen dir kommen Leute ins Stadion, das ist schon ein Riesenbegriff.

Aber heutzutage als Nationaltrainer, besonders sollte man ruhig sein. Aber ich kann da echt, muss ehrlich sagen, nie ruhig sein. Und ich freue mich immer sehr, der HSV eigentlich, Führungsetage macht mir immer leicht, da zu sein. Und das ist diese Beziehung, was ich auch immer wieder betone, einen Verein mit älteren Spielern oder Spielern, die früher da waren, zu haben.

Und ich fühle mich sehr wohl im Verein, im Stadion sowieso, das ist mein Stadion und so ist das, ganz einfach bei mir. Sag doch mal bitte ein paar Sätze zu Merlin Pulsin, du hast ja auch, ich glaube du schätzt ihn schon, weil er authentisch ist. Hat es sich trotzdem überrascht, dass der HSV dann verlängert hat?

Eigentlich nicht. Eigentlich zeitpunktmäßig auch recht, wo man ein paar Spiele nicht gewinnt oder schlecht in die Saison reinkommt. Mein Gefühl sagt das kein Aktionismus, sondern einfach, man wollte alles. Und das sollte auch recht jedem Verein sein, alles durchchecken und sagen, okay, wir machen das abhängig vom Tabellenstart oder letzten paar Spielen. Und.

Ich durfte ihn kennenlernen und wir haben ein paar Wörter auseinandergewechselt, und eigentlich ein super junger Mann, dass er recht so da steht und alles aushält und, auch schöne Sachen, weil die schönen Sachen und gute Siege sind ab und zu auch nicht einfach zu analysieren und verabreden und privat auch und in eigener Umgebung das zu realisieren.

Weil vor allem will jeder von dich irgendwas. Deswegen ist es für mich beeindruckt, dass die Situation überhaupt durchfährt und wie es sich gibt. Er ist ein guter Redner und das ist eigentlich heutzutage auch sehr wichtig. Fachlich sagen die ganze Mannschaft, ich dürfte auch die ganzen Co-Trainer kennenlernen.

Die wissen, obwohl die alle jung sind, aber die wissen, was sie zu tun haben und das ist beeindruckend. Du warst ja vor ein paar Wochen auch im Voxburg-Stadion beim 0-5, dann gegen Mainz. War das in dem Rahmen, dass du Merlin Polzin auch kennenlernen durftest oder hast du ihn vorher schon mal getroffen?

Ne, wir haben eine Sache, wir wollten das Trainerteam mit ein paar Ex- oder älteren Spielern einfach einen Abend ausklingen lassen, haben wir uns getroffen, haben ein bisschen gequatscht über alles. Super Aktion von HSV, ich glaube, ich bin der Erste, der sowas erzählt jetzt. Aber war sehr nett, sehr schön. Die dürften uns auch erzählen und erklären, wie sie überhaupt HSV leben. Und auch Spielidee ein bisschen.

Über Nationalmannschaft hat man sich ausgesprochen. Damals, ein Jahr oder zwei Jahre davor, war Denis Radzikadunic auch bei HSV. Das ist so eine super Information für mich. Ich bin recht offen zu jedem. Sportsmann, der etwas zu sagen oder zu erzählen hat. Ich höre gern zu. Okay, die 05 passiert auch, sieht man jetzt.

Ich habe auch gesagt, nach 07 in Freiburg, da wusste ich hundertprozentig, dass unser Weg richtig ist. Weil dieses Gefühl, ich habe kapiert, um was geht, was unser Problem war damals. Und wir haben drei Tage später dann gegen Holland 1-1 gespielt. Das war auch sensationelle Leistung. Ich meine, Holländer hätten sich auch sieben Stück eingebaut, wenn man die lässt.

Und um das geht einfach zu begreifen, nicht von ergebnisabhängig zu sein, sondern einfach von Jungs und von Situationen real zu sein. Das ist für mich auch ein großer Begriff. Trotzdem, dieses 0 zu 5 war ja glaube ich schon für viele echt so ein krasser Dämpfer, weil eigentlich alle euphorisiert waren, auch durch die Transfers in der Woche. Dann Fabio Vera kam, Zakaria El-Wachti kam, alle in der Woche.

David Möller-Wolfe noch, auch bei der WM gewesen. und dann, ja, vielleicht waren es ein paar Neuzugänge zu viel, man hatte noch nicht viel Zeit. Das wirst du besser beurteilen können als Trainer, wenn man nur dreimal mit der Mannschaft trainieren kann. Ja, wie hast du das so erlebt im Stadion? Hast du dir offenbar dann keine Sorgen gemacht um den HSV, als man dann 0 zu 5 gegen Mainz verloren hat?

Ja, eigentlich, man macht sich immer Sorgen, egal welcher Standpunkt ist und wo man auf der Tabelle steht. Aber wie du sagtest, viel Euphorie, viel Euphorie ist auch nicht gut. Und ich kenne das auch, wir sind sehr emotionale Menschen und es ist noch mehr und größer und emotiver drin, irgendwie zu sein.

Und da konnte man schwülene Euphorie auf der Tribüne und die waren alle begeistert, egal wen du gesprochen hast und alle happy. Und, man wünscht es sich nicht, dass man verliert. Aber ab und zu diese Niederlage, die bestätigen, dass das auf dem Realismus anzuwiesen zu sein und... Dann von Anfang an wieder aufzuholen und auf die ganz normale, wesentliche Punkte sich konzentrieren, das ist wichtiger. Und dann geht ohne, diese Sachen, beziehungsweise Niederlagen geht nicht vorbei.

Hast du zufällig das Spiel gegen Hoffenheim gesehen? Ja, Ausschnitte. Ausschnitte, ja. Wie oft verfolgst du den HSV, wie oft guckst du Spiele, schaust du dir Zusammenfassungen an? Weil du guckst ja viele Spiele. Aktuell hast du jetzt keinen bosnischen Nationalspieler. Das war mit Herzegade-Dunetsch wahrscheinlich einfacher.

Eigentlich sehr viel. Eigentlich sehr viel. Wenn ich in Hamburg bin, dann direkt ins Stadion. Aber so eigentlich viel, weil meine Jungs sind auch zu Hause. Das sind riesen HSV-Fans und erzählen sich sowieso alles und ich versuche sowieso up-to-date zu sein. Ich freue mich, wie gesagt, dass es der Gegner gegen Hoffenheim zu gewinnen.

In Hoffenheim auch weg von der roten Karte, aber da muss man erst mal ausspielen. So ein Beispiel wie unser Spiel gegen Italien mit elf gegen zehn, aber sie kennen solche Gegner. Und das ist schon beeindruckend, besonders später und besonders diese Stürmer. Immer wieder haben fast alle getroffen und das sind schon wichtige Sachen bei uns auch, wenn man vergleicht mit uns.

Wir spielen, seit ich da bin, mit zwei klassischen Stürmern. Ich glaube, von sowas kann man nicht weglaufen, mit dieser falschen Neuner, wie das alles heißt. Ich bin kein Freund, sondern einfach einen mindestens klassischen Stürmer zu haben, um das geht, um Tore zu erzielen und zu gewinnen. Bosnien hat natürlich auch mit Edin Dzeko und Emidin Demirovic zwei absolute Top-Stürmer gehabt so in den vergangenen Jahren.

Der HSV hat jetzt aktuell vier Stürmer im Kader. Ich glaube, ich habe es eingangs schon gesagt, du bist der letzte Torschützenkönig beim HSV. Es gab dann die Jahre danach immer mal wieder Spieler, die auch so mehr als zehn Tore geschossen haben. Ob dann nun Heugman Zong oder Pierre-Michel Lasogga, dann irgendwann vielleicht war das der letzte in der Bundesliga noch.

In der zweiten Liga gab es dann mal einen Torschützenkönig, Simon Terodde, Robert Glatzl haben es dann mal geschafft. Aber klar, das war dann die zweite Liga. Aber jetzt hat der HSV sich relativ breit aufgestellt zum Sturm. Yusuf Paulsen kennst du natürlich auch noch so über die Jahre aus der Bundesliga.

Tere Mofi, weiß ich nicht, ob du den schon mal so gesehen hast. Pazondaka, glaube ich, kannten auch hier noch nicht so viele. Und dann gibt es noch Otto Stange, so einen jungen Nachwuchsstürmer. Wie blickst du so mit deiner Trainererfahrung jetzt auf so eine Situation, wenn man als Trainer so vier unterschiedliche Stürme auch zur Auswahl hat?

Ja, eigentlich will man alle unterschiedlich haben. Wenn man jemanden in 16er haben will, Zlatan Bayramic bei uns sagt immer, gut, wir müssen 16er fühlen, mit so vielen Leuten, so vielen Spielern. Und nicht nur wegen zweiter, aus zweiter Reihen was zu schaffen, sondern auch wegen Stürmer denen auch ein bisschen Freiraum zu geben.

Weil wenn man viele Leute in 16er sind, dann kann man sich nicht um alle kümmern. Und dann kommt dieser Goal-Getter zur Geltung, der richtige Stürmer. Und das mag ich sehr und. Arbeiter, die sind auch sehr wichtig, Anläufer, das ist auch sehr wichtig heutzutage. Ich meine, wir haben mit Demirovic so einen Stürmer-Typ, der brutal angreifen kann. Und als Trainer freut man sich auch, wenn er nicht so viele Tore, zuletzt erzielt hat. Aber es ist sehr wichtig, Unterschiede der Stürmer zu haben.

Ich finde, bei HSV genauso, auch Erfahrung da, jung. Leider war Jusuf sehr viel verletzt. war und Moffi, heißt er Moffi? Der zweite, der war auch jetzt recht verletzt und aus Verletzung oder letzten zwei Jahren war nicht so glücklich gelaufen, sind nicht so glücklich gelaufen, aber. Es ist auch ein schmaler Grad, wann lässt man einen Stürmer zu spielen und welche Gefühle man bekommt.

Da braucht man tagtäglich mit ihm zusammen zu sein, nicht nur auf dem Platz, sondern auch einfach diese Körpersprache, was ich sehen mag. Wir haben bei Spielen in der Nationalmannschaft fast kaum Zeit. Da haben wir pro einen Lehrgang eine Trainingseinheit, wo man ein bisschen taktisch was machen kann.

Deswegen sind mir wichtig auch Sachen, die im Hotel passieren, wie die bei den Abendessen sitzen und sich benehmen, begrüßen. Das sind so Sachen, die ein Bild über einen Spieler stellen und dann weiß man auch am Endeffekt, an wen man sich verlassen kann, wenn man hart kommt. Aber wenn man mit jemandem tagtäglich zusammentrainiert und weiß, was man hat und immer abrufen kann, nicht immer, aber schon öfter, dann ist man beruhigt, obwohl man länger verletzt war oder nicht oder jung oder alt ist.

Ich meine, bei uns gibt es 17-Jährige und dann hat er aufgehört mit 41. Ich meine, die Palette ist breit. Das ist überhaupt kein Problem. Ja, trotzdem bleibt ja der Fakt, dass die erfahrenen Spieler, die drei erfahrenen Spieler nicht komplett fit sind. Wobei man muss ja sagen, Pausen hat mich wirklich überrascht, wie er jetzt gekommen ist schon.

Also er hat tolle Signale gesetzt. Viele haben ja gesagt, naja, er hat schon so viele Spiele in den Knochen. Durch seinen Spielziel wird es schwierig, nochmal zurückzukommen. Er hat es geschafft, aber eben noch nicht für 90 Minuten. Ist dann einfach das Jobsharing oder was? Gibt eigentlich gar keine andere Wahl, als immer mal wieder die Sachen zu verteilen?

Oder wie schätzt du das ein? Natürlich. Ich meine, das ist... Eigentlich ist das super für einen Trainer. Da muss man neue Zeitungen und Gefühle bekommen in einem Spiel. So mindestens ich. Jetzt letztes Spiel gegen Polen. Vorne Tabakowicz und Demirovic gespielt. Und dann haben wir beide Stürme ausgewechselt.

Und dann haben wir zwei neue, frische Stürme reingebracht. Und die haben richtig Werbe gemacht. Die waren brutal energisch. Die haben angegriffen. Und das sind so Sachen, die helfen einer Mannschaft. Und das genau bei HSV. Warum auch nicht ein oder zwei vorne stehen. Und während des Spiels auswechseln. Da steht nirgendwo, wie lange ein Spieler spielen muss.

Es gab einen Trainer, der sagt, mir ist nicht wichtig, wer anfängt, sondern mir ist wichtig, wer aufhört in meinem Spiel. Das ist der Satz, über den ich sehr oft nachdenke. Sehr oft als Trainer, man spielt, dass man eigentlich die letzte halbe Stunde wichtiger ist als am Anfang. Das ist umso schöner, dass man verschiedene Typen hat und da auch alle einsetzen kann.

Trotzdem haben natürlich auch alle Stürmer immer auch ein großes Ego. Jeder will von Anfang an spielen. Ich meine, du warst selbst jahrelang Stürmer, hast auch eigentlich fast immer von Anfang an gespielt. Wenn jetzt so ein Trainer zu dir gekommen wäre und gesagt hätte, du, Sergej, du hast Top-Qualitäten, aber ich will die erst in der letzten halben Stunde sehen, weil dann bist du der Finisher, wie man ja heutzutage sagt.

Hättest du das so verstanden und hast dich vielleicht so die Perspektive jetzt verändert, so seit du auch Trainer bist? Ich hätte eine Ahnung. So, jetzt gesagt, kein Problem. Nein, ich, Ich war immer ein sehr loyaler Typ, auch heutzutage. Wir sind auch sehr loyal. Natürlich ist man unzufrieden oder man will immer spielen, aber umso wichtiger ist dieses Wir-Gefühl.

Bei uns passiert jetzt momentan oder seit zwei Jahren echt, dieses Wir-Gefühl ist richtig oben geschaut. Das ist die wichtigste Sache für uns. Ständig jemandem zu erklären, warum, wieso, nutzt mich auch nicht. Sondern einfach, die müssen auch selber was begreifen und selber wegen der Mannschaft sich in die zweite Reihe stellen.

Und das machen sie wunderbar. Ich meine, ich habe überhaupt kein Problem. Und ich glaube auch bei HSV, bei Merlin, dass es genauso ist. Weil diese Gefühle in der Kabine, was passiert ist, habe ich gerade erzählt, über diese Körpersprache. Nicht nur auf dem Platz, was passiert ist, sondern wie man einer tackelt oder, Kopfballtor macht, sondern einfach, wie er sich benehmt neben dem Platz, das ist sehr wichtig. Und dadurch bekommt man dieses Wir-Gefühl.

Das ist auf jeden Fall auch eine der großen Stärken von Merlin Ponzin, dass er das schafft, auch dann aus neuen Mannschaften immer wieder eine Einheit zu formen und gerade so in der Kabine dann auch jedem das Gefühl zu geben, wichtig zu sein. Jetzt haben wir gerade schon über so ein paar Stürmer dann auch gesprochen.

Mich würde mal so deine Meinung interessieren, auch so ein Spieler wie Otto Stange. Der ist jetzt 19 Jahre alt, war Torschützenkönig bei der U19-EM. Riesentalent und trotzdem braucht er natürlich Zeit, um sich dann auch zu entwickeln. Gleichzeitig muss der HSV natürlich Punkte holen, um dann sich in der Liga zu etablieren. Das ist ja für den Trainer immer nicht so einfach, gleichzeitig Spieler zu entwickeln, aber eben dann auch die Erfolge zu haben.

Wie würdest du mit so einem Spieler umgehen beziehungsweise was würdest du so einem Spieler vielleicht auch raten? So wie Otto Stange, der natürlich jetzt erst mal meistens nur so als Einwechselspieler kommt, noch nicht so die Spielzeit hat, die er vielleicht dann braucht. Wird zu dem eher raten, such dir nochmal vielleicht einen Weg über die zweite Liga, wo du regelmäßig spielst? Oder sollte der das jetzt nutzen beim HSV, dann auch einen Trainer zu haben, der ihn entwickeln will und dann sich gedulden muss mit dann vielleicht auch weniger Einsatzzeit?

Du, wie gesagt, ich mag junge Spieler und da bin ich ein bisschen parteiisch, muss ich ehrlich sagen. Ich habe keine Angst gehabt, diese Jungs zu entwickeln, obwohl die in der dritten oder vierten Liga gespielt haben. Wir haben auch Muharrem, der spielt jetzt bei Leeds, der ist über 40 Millionen wert, der hat bei Juve zweiter Mannschaft gespielt, wo wir ihn eingeladen haben.

Das war nicht Not der Mann, sondern einfach Wunsch, weil man was gesehen hat. Solche junge Spieler, man kann immer wieder diesen Weg über die zweite Liga oder Schritt zurück wählen oder machen. Aber dranbleiben, dranbleiben, immer versuchen, das Beste zu geben. Wenn er einmal drin ist, dann bleibt er auch drin.

Das ist hundertprozentig. Und besonders als junge Nationalspieler, das ist auch Wertsteigerung, auch internationale Bühne, auch diese Spiele, wo wir auch viele unserer Spieler beispielsweise schicken in den U21, wenn sie bei uns nicht spielen im Moment. Und die haben kein Problem damit. Ich sage, junge Spieler, ich glaube, junge Spieler heutzutage, die haben schon eine andere Auffassung von dieser Ganze und ich glaube, der wird kein Problem haben, da ein paar kurze Ansätze zu haben, aber er wird kommen, wenn er durchkommt.

Ich meine, ich habe auch das erste Spiel in der Bundesliga mit 25 gemacht oder Nationalspieler mit 27 geworden, ich meine. Und trotzdem habe ich Karriere gemacht. Und das geht auch im Buch immer wieder. von Anfang an und nie ist zu spät, was zu machen oder was zu starten und auch bei Jugendspielern. Wenn in ein, zwei Jahren nicht gut sind, sagen wir so, dann geht es trotzdem Leben weiter und die werden trotzdem Schanze anzugreifen.

Klar, insbesondere bei Stürmern natürlich. Gerade bei jungen Stürmern, die sind natürlich heutzutage nochmal ungeduldiger, weil eigentlich, wenn man dann mit 21 nicht schon Bundesliga spielt, ist man ja fast schon abgeschrieben. Mir fällt gerade auch Demirovic ein, wo du ihn ja auch eben schon mal genannt hast, der ist früh dann vom HSV auch gegangen, aber nicht, weil ihn ein anderer Klub dann haben wollte, sondern weil der HSV auch nicht mehr so richtig an ihn geglaubt hat.

Damals hat er auch mal erzählt, dass man ihm gesagt hat, er sei eigentlich zu dick und das reicht alles nicht. Dann ist er über Leipzig und viele Umwege gegangen, um dann irgendwann etwas später auch den Durchbruch zu schaffen. Du kennst ihn sehr gut, er hat auch immer mal so gesagt, Hamburg ist auch eigentlich seine Heimat. Er hat sich auch damals von dir, glaube ich, ein Autogramm geholt, als er selbst HSV-Fan noch war. Könntest du dir vorstellen, dass der nochmal beim HSV irgendwann spielt?

Ich würde mir vorstellen, dass jeder Spieler, meine Spieler, bei HSV landet, weil er ein großer Verein ist und der Entwicklung potenziell dahinter steht. Und auch diese Euphorie oder diese Stadion oder Mannschaft oder überhaupt als Verein zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Ich erzähle denen, die wissen auch vieles und auch was Hermedien betrifft.

Das sind so Momente, wo man Entscheidungen treffen muss und hat der Verein eine Entscheidung getroffen. Er ist auch so einer, der nie aufgibt und seinen Weg über Spanien und Schweiz und irgendwann bei Augsburg. Und trotzdem ist er da und trotzdem macht er seine Sache sensationell gut. Das sind so richtige Beispiele, was man erreichen kann. nie aufgeben, egal wo.

Man kommt immer die zweite Chance und dann muss man da sein. Aber wenn man mit schlechter Laune zum Training kommt und immer jemand schuld ist für deine Situation, eigene Situation, das ist keine gute Einstellung, dann wird man auch nicht schaffen. Stichwort nie aufgeben, da muss ich an Mario Wuskowitsch denken.

Du wirst die Geschichte ja verfolgt haben, vier Jahre Sperre trotzdem nicht aufgegeben, jetzt ist er kurz vor der Rückkehr. Ich nehme mal an, deine Deine Mutter hat kroatische Wurzeln, richtig? Hast du den Weg auch von beiden stetig verfolgt? Und wie denkst du jetzt über die Rückkehr? Ich durfte vor einem halben Jahr seine Eltern kennenlernen in Split.

Ich war bei einem Spiel und mein Co-Trainer kommt aus Split, der war auch bostischer Nationalspieler und kennt ihn ganz gut. Zufällig habe ich ihn kennengelernt. Wenn man die Eltern kennenlernt, dann weiß man auch, wie die Jungs sind. Das ist brutale Energie dahinter und ich glaube, dass man es schafft.

Und sieht man, der jüngere Bruder hat wehgemacht. Das wird auch kommen, hundertprozentig. Man muss ihm nur ein bisschen Zeit geben, aber ich bin fest überzeugt, wenn er nicht nur über Emotionen reinkommen will, dann schafft er, nicht locker, aber schafft er, das wird nicht einfach, aber vier Jahre sind vier Jahre.

Ich meine, da wird ihm keiner zurückgeben, egal was da war. Aber er ist immer noch recht jung und das ist auch ein Beispiel, dass man nie aufgeben sollte. Immer wieder von Anfang an starten kann. Die beiden sind ja auch Beispiele, ähnlich wie du. Bei dir war es natürlich eine ganz andere Geschichte, aber die dann auch jung ihre Heimat verlassen haben.

Ich glaube, Luka Wuschkowitsch ist dann quasi mit 16 schon von zu Hause ausgezogen. Mario ist mit 19 hier gelandet. Es sind ja wirklich gerade in den Balkanstaaten unglaublich viele Talente, dann auch immer die früh den Weg dann nach Europa kommen. Jetzt so aktuell, du arbeitest ja auch immer gerne mit jungen Spielern zusammen.

Du kennst vielleicht auch viele Talente. Gibt es da so ein, zwei spannende Namen, wo du sagst, Klaus Kosta, da könnte man mal anrufen oder sich mit denen etwas genauer beschäftigen? Er hält davon ab, wie viel er mir Geld hat. Wir haben, muss ich sagen, ein paar Jungs, auch bei WM, der hat zwei Tore geschossen.

Er hat jetzt aus ein paar merkwürdigen Gründen in der Türkei gelandet. Bei Corum heißt er Aufsteiger. Die direkt viel investiert haben. Der war fast bei Selte gelandet. Das war ein super junger, Aus zweiter Reihe, nicht so richtig 10, aber mit Bar, Energie. Und der hat brutale Wille. Und wenn er sagt zu mir, bei uns ist nicht Trainer, sondern Chef, man nennt ihn immer Chef. Und er sagt zu mir, Chef, ich habe das, was Oli Kahn immer wiederholt.

Früher, weißt du, sagt er mit 20, ich habe das, Chef, kein Problem. Und das merkt man direkt. Solche Spieler mag man sehr. Er hat mit dem Baraktaric bei PSV rechts außen eigentlich sehr begeistert. Er hat einen Riesenschritt gemacht, obwohl er immer noch nicht so ein richtiger Stammspieler bei PSV ist, aber ein brutal guter Spieler.

Da gibt es ein paar Jungs, Dedic ist jetzt bei Newcastle, ich meine, hätte man ein bisschen früher, wo er bei Salzburg war, eingreifen können. Das war bei Olympique Marseille, bei Benfica noch, der ist gerade 24. Ich meine, das ist schon brutal. und Memic ist einer, der auch, ich glaube, da war was irgendwie mit HSV oder mindestens Kontakt da, der spielt bei.

Bei Pilsen und auch rechts außen richtig guter Fullback oder vorne oder hinten. Der hat bei uns alles gespielt, links, hinten, rechts, vorne. Und das ist schon bemerkenswert, wenn man so Jungs mit 25 auf jede Position im Nationalmatch bei WM stellen kann. Wie gesagt, viele gute Jungs bei mir, viele gute Jungs, muss ich ehrlich sagen.

Sehr gut, werden wir direkt mal auf unsere Scouting-Liste dann auch packen. Von Newcastle zurück zum HSV ist dann, glaube ich, eher etwas schwieriger zu finanzieren, aber klar, wenn man dann in Salzburg oder vor Salzburg vielleicht direkt schon dran ist, dann klappt es vielleicht eher. Wann sieht man dich denn vielleicht das nächste Mal wieder im Volksparkstadion? Weißt du schon, welches Heimspiel du dir mal wieder anschauen wirst?

Ich bin in zehn Tagen wieder da und ich dann schaue dir, denn wenn ich da bin vor dem Buch und Vorstellung, dann kann ich auch, ich glaube, im Stadion kommen. Ich muss nur gucken, wenn das Heimspiel ist. Aber das ist eigentlich recht easy, klappt und das freut mich immer sehr, wenn ich da bin. Traust du dem HSV zu, dass er eine ruhige Saison hinlegt, nach dem holprigen Start?

Ja, eigentlich. Das ist eigentlich, was ich, wenn man Fan von jemandem ist, was man nicht mag, diese Hoffnung, ich hoffe immer, das bin ich schon lange weg. Aber die wissen genau, was zu machen ist. Die haben schon in einer recht jungen Saison Spiele gehabt, wo es schlecht war und jetzt richtig gut ist. Das muss man nur weitermachen.

Man weiß, dass man jeden Tag arbeiten muss, aber die machen das gut. Ich habe da keine Bedanken, dass das schlecht läuft oder oder dass die Saison in Gefahr kommt. Aber es ist ein recht langer Weg, kann vieles passieren. Aber ich glaube, es ist da. Das hat man auf jeden Fall gesehen, ja auch in Hoffenheim, dass der Glaube beim HSV immer bis zuletzt noch da ist. Jetzt steht das Heimspiel gegen Stuttgart an und danach dann das Auswärtsspiel in Paderborn. Auch da kann man natürlich Punkte sammeln.

Vielleicht kannst du zum Abschluss nochmal ein bisschen Werbung machen für dein Buch. Du wirst jetzt dann auch im Fußballmuseum in Dortmund sein und da dein Buch nochmal vorstellen, richtig? Das ist richtig. Am 5.11. sind wir in Dortmund im Museum, im Deutschen Fußballbund Museum. Ich freue mich sehr, Termin zu bekommen haben.

Mit Uli Klose, der als Reporter präsentiert auch sein Buch, nebenbei auch über Bosnien, aber ein bisschen über Krieg. Ich will über Sport reden und ich glaube, das passt zusammen. Da haben sich recht viele Leute angemeldet und das wird lustig sein. Meine erste Vorlesung, eigentlich ist meine Pressekonferenz, mein Gebiet, wo ich mich wohl fühle.

Aber wenn wir sehen, ich werde bestimmt da Emotionen ein bisschen laufen lassen und genießen. Ja, es ist auf jeden Fall ein gutes Ohm. Wenn ich mich nicht irre, ist der 5.11. bei der Geburtstag von Uwe Seeler. Also das passt doch von Stürmer zu Stürmer. Und Uwe Seeler war ja derjenige, der dir damals dann auch die Torjägerkundin überreicht hat.

Sehr schön. Genau, Serge, das hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht heute mit dir. Noch mal ein bisschen durch deine Karriere und dein neues Buch spazieren zu gehen und ja, hat uns sehr gefreut, war interessant und ja, wünschen dir auf jeden Fall dann, dass natürlich auch möglichst viele Menschen dieses Buch sich dann besorgen.

Das sowieso. Ich bedanke mich auch ganz herzlich, sage alles Gute für dich persönlich und auch natürlich für die Nationalmannschaft. Vielen Dank. Danke für die Zeit sowieso. Und in Hamburg sagt man Tschüss, bei uns heißt das. Auf Wiederhören. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie auf abendblatt.de.

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