HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

Mario Vuskovic spezial: zwei Ex-HSV-Mitspieler geben emotionale Einblicke

Montag, 14. September 2026 · 36 min

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Shownotes

In der Aufstiegsmannschaft des HSV war es ein weit verbreitetes Ziel. Wenn Mario Vuskovic wieder spielberechtigt ist, wollten die meisten seiner ehemaligen Mitspieler mit ihm gemeinsam auf dem Platz stehen. Doch der Kader hat sich inzwischen stark verändert. Viele Aufstiegshelden haben Hamburg verlassen.
Auch Jonas Meffert und Robert Glatzel haben inzwischen einen anderen Karriereweg eingeschlagen. Die beiden Profis wären sehr gern noch Teil des HSV gewesen, wenn Vuskovic an diesem Dienstag auf den Trainingsplatz zurückkehrt. Im Gespräch mit den beiden früheren Führungsspielern der Hanseaten wird deutlich, wie eng die emotionale Verbindung zu Vuskovic war.
Im hinteren Teil des Podcasts sprechen die beiden Abendblatt-Reporter Kai Schiller und Stefan Walther über das Comeback des Jahres und wagen eine Prognose: Kann Mario Vuskovic nach vier Jahren Berufsverbot noch einmal wichtig werden?

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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Zu 100% kehrt er zurück. Das ist der Satz, der in den vergangenen Tagen am häufigsten beim HSV gefallen ist. Und heute sprechen wir drüber. HSV, wir müssen reden mit einer Sonderausgabe, denn an diesem Dienstag um 15 Uhr im Volksparkstadion mit Mario Wuskowitsch nach knapp vier Jahren, das erste Mal wieder zurück auf den Trainingsplatz kehren.

Er trainiert zusammen mit der Mannschaft und weil das so besonders ist, hat der HSV entschieden, dass ein öffentliches Training gemacht wird, wo Fans willkommen sind. Und die Frage wird sein, wie viele Fans werden kommen. Es werden wahrscheinlich sehr viele sein. Es wird ein sehr emotionales Training werden.

Und da gibt es ganz viel, über das man sprechen muss und möchte. Und deswegen haben wir uns heute eine etwas dreiteilige Sonder-Podcast-Folge überlegt. Mein Name ist Kai Schiller und im ersten Teil wird der Kollege Henrik Jakobs, mit einem guten Kumpel von Mario Wuskowitsch sprechen, nämlich mit seinem ehemaligen Mitspieler Jonas Meffert, heute Holstein Kiel.

Der hat sehr lange mit Mario zusammengespielt, sehr intensive und sehr emotionale Momente gehabt. Darüber wird zu sprechen sein. Im zweiten Teil kommt dann noch Robert Glatzl, der wiederum hat mit meinem Kollegen Stefan Walter gesprochen. Auch Robert Glatzl, jetzt VfL Wolfsburg, hat lange mit Mario zusammengespielt beim HSV, sind befreundet, sind auch immer noch befreundet.

Und auch darüber hat Stefan mit Bobby Glatzl gesprochen. Und im letzten Teil, im dritten Teil, spreche ich dann nochmal mit Stefan. Stefan ist derjenige, der in diesen vier Jahren wahrscheinlich die meisten Zeilen über Mario Wuskowitsch geschrieben hat. Es gibt keinen Journalisten, der so nah an ihm dran war in all der Zeit.

Lange Interviews geführt, beim Prozess in Frankfurt gewesen, in der Schweiz gewesen. Überall und sehr, sehr viel und sehr, sehr ausdauernd über diese wirklich tragische Geschichte gesprochen, geschrieben, die nun ein vorläufiges Ende findet, nämlich mit dem Training um 15 Uhr an diesem Dienstag. Und die Frage wird vor allen Dingen sein, wie geht es denn nach weiter?

Kann Mario Wuskowitsch noch dem HSV so helfen, wie man es vorher von ihm kannte, wird er der gleiche Mario Wuskowitsch auf dem Platz sein, wie vor vier Jahren, bevor er des Dopings überführt worden ist und seitdem gesperrt ist und nicht mehr spielen durfte. Wie gesagt, über all das werden wir sprechen. Den Anfang macht nun Hendrik Jacobs, der netterweise mit Jonas Merfert gesprochen hat.

Jetzt ist uns Jonas Meffert zugeschaltet und er hat lange mit Mario Wuschkewitsch zusammengespielt, beziehungsweise er hat lange danach auch noch Kontakt mit ihm gehabt. Er ist jetzt bei Holstein Kiel. Meffert, schön, dass du Zeit für uns hast. Erzähl doch mal kurz, bist du am Dienstag denn beim ersten Training von Mario Wuschkewitsch mit dabei?

Ja, erstmal moin. Freut mich, dass ihr mich eingeladen habt. Jetzt ist es ein schönes Thema, endlich. War ja vier Jahre lang irgendwie ein Scheiß-Thema. Und genau, ja, ich habe ja damals schon gesagt, ich werde alles versuchen, so bei diesen ersten Sachen dabei zu sein, egal für welchen Verein ich spiele.

Und jetzt habe ich ja das Glück, dass ich nicht so weit weg bin. Und ja, ich werde es versuchen einzurichten, ja. Das heißt, ihr seid noch regelmäßig im Kontakt. Wie hast du so die letzten Monate verfolgt, was dann auch ihn angeht? Ja, genau, wenn er in Hamburg war, hat er sich auch gerne bei mir gemeldet.

Ich habe mich auch gerne bei ihm gemeldet. wir haben häufiger Essen, dann natürlich auch oft mit Bobby, mit Miro. Genau, dann war er mal ein paar Mal im Stadion. Also es ist jetzt nicht so, dass wir uns jetzt vier Jahre nicht gesehen hätten oder so. Wir haben uns schon ab und zu gesehen, aber jetzt auch nicht so häufig, weil er ja auch sehr, sehr viel im Split trainiert hat, was ja wahrscheinlich alle HSV-Fans freuen wird.

Und ja, deshalb ich freue mich jetzt ihn am Dienstag zu sehen. Vielleicht sehe ich ihn auch schon am Montag. Genau, du hast es gerade schon gesagt, er hat dann alleine in Split trainiert. Viele wissen ja gar nicht, was er eigentlich so gemacht hat. Hat er dir mal so ein bisschen Einblick gegeben, was er dann machen durfte?

Hat er da irgendwie Freunde gehabt, mit denen er dann drei gegen drei gespielt hat? Oder wie hat er sich so fußballerisch auch fit gehalten? Ja, also tendenziell wurde ihm ja wirklich alles verboten. Also das ist wirklich Wahnsinn. Theoretisch, glaube ich, mit Fußball hätte er eigentlich, glaube ich, gar nichts machen können. Klar, wenn er sich einen Fußball nimmt, alleine auf den Platz geht und aufs Tor schießt und so, das war gefühlt das Einzige, was er noch machen konnte.

Ich weiß aber, dass er ein paar andere Sportarten ausprobiert hat, zum Beispiel auch Paddle. Das muss ich dann auch leidvoll erfahren. Ja, auch Kampfsport, das glaube ich ist auch, nicht dumm, dass er das gemacht hat, da kann man natürlich schon auch gut seine Aggressionen rauslassen also ich wusste ja wie professionell Mario vorher schon war, aber gefühlt ist er nach diesem Event, oder nach diesem Ereignis noch professioneller geworden, also, ich glaube es gibt niemanden, der sich so besser jetzt in diesen vier Jahren vorbereitet hätte als er, weil ich als Beispiel Ich hätte wahrscheinlich erst mal ein oder zwei Jahre lang, mich quasi gar nicht so darauf vorbereitet.

Und er hat sich quasi, glaube ich, gefühlt so darauf vorbereitet, dass wirklich am nächsten Tag die Nader oder Vada da zur Vernunft plötzlich kommt und ihn am nächsten Tag wieder mittrainieren lässt. Ich glaube, Mario wäre dann bereit gewesen. Du hast eure Paddelschlachten schon angesprochen. Ich erinnere mich damals im Trainingslager in Spanien, in Soto Grande.

Habt ihr glaube ich auch damals gespielt und er hat dann das Finale, meine ich, gewonnen mit Marco Johannsson gegen Jonas Bolt und Michael Mutzel, also hattest du eine Chance gegen ihn? Ja genau, da habe ich zugeschaut, das sah nicht schlecht aus schon, aber danach ist er nochmal viel, viel besser geworden, hatte ja leider dann viel Zeit, ja, Okay, in welchem körperlichen Zustand hast du ihn denn so erlebt?

Ist er dann muskulär nochmal stabiler geworden? Ist wahrscheinlich auch schwierig zu beurteilen. Doch, doch, das war dann schon sichtbar auch, ja, finde ich schon. Das habe ich mir schon ein, zwei Mal gedacht und ihm dann auch gesagt, du machst aber ganz schön viel Krafttraining. Ja, und das hat er auch gemacht. Ja, doch, das war auch sichtbar, ja.

Vier Jahre ist ja wirklich eine extrem lange Zeit, insbesondere dann im Profifußball, wenn du so zurückerinnerst, 2022 war das dann, ja, zweite Saison, glaube ich, für dich dann auch, ne, beim HSV. Ihr wart eigentlich da auf einem sehr guten Weg, insbesondere dann mit Mario Wuschkewitsch auch. Ja, wenn du sich zurückerinnerst, auch an die Mannschaft von damals und an diese Phase, die ihr auch gehabt habt, eigentlich dachte man ja, in dem Jahr ist dann euer Aufstiegsjahr, was du auch so oft mal gedacht hast, ja, wenn das mit Mario nicht passiert wäre, wärt ihr da schon aufgestiegen?

Ja, ich würde sagen, tendenziell bin ich jetzt jemand, ich habe, jemand, der eigentlich auch so gelernt hat aus der Vergangenheit, dass es echt gar nichts bringt, so über Sachen nachzudenken, die in der Vergangenheit passiert sind, sondern dass man sich immer lieber so, auf das Hier und Jetzt fokussiert, weil alles andere kann man eh nicht mehr ändern.

Aber das ist so eine Sache, über die ich schon häufiger nachgedacht habe, weil es mir natürlich auch um Mario so ging, wie unfair das alles ist. Und es ist für mich bis heute unbeschreiblich, wie schlimm ich das finde, was da einfach gemacht wurde, unfassbar. Aber natürlich auch für mich persönlich, weil ich glaube, jeder von uns weiß, wir sind ohne Mario trotzdem auf 66 Punkte gekommen.

Ich weiß nicht, mit Mario wären es nochmal deutlich mehr gewesen, das weiß jeder. Es wurde leider kein so adäquater Ersatz gefunden. Von den Verantwortlichen quasi. Aber ich glaube, das war auch gefühlt unmöglich. Und ja, Luca war wahrscheinlich noch zu jung. Und ja, dann doch darüber muss ich sagen, habe ich schon ab und zu mal nachgedacht, weil dann wäre ich einfach auch früher aufgestiegen.

Das hätte mir vielleicht auch ein paar mehr Bundesligaspiele mit dem HSV gebracht. So hat es leider irgendwie zu lang gedauert. Wie war denn das damals? Du erinnerst dich wahrscheinlich dann noch an den Moment, als dann plötzlich die Polizei bei euch in der Kabine stand. Keiner wusste so wirklich, was ist hier los. Warst du da dabei?

Woran erinnerst du dich noch? Ja, ich war tatsächlich nur so halb dabei, weil ich lag im Physioraum und plötzlich, kamen Leute in den Physioraum und sagten, ja, wir können nicht in die Kabine. Und das war schon ganz, ganz komisch, weil wir können ja immer in die Kabine. Ja, und dann hat sich das da so langsam rausgestellt, dass irgendwas mit Mario ist, dass sie da den Spind durchsuchen.

Ja, es war... Irgendwie eine ganz, ganz komische Situation, aber so, da lacht man auch mal ein bisschen drüber und so, da hat man die Situation tatsächlich noch gar nicht so ernst genommen, also jetzt auch so aus meiner Sicht, ich glaube, für Mario war das da schon ganz, ganz anders, aber für mich persönlich, also ich glaube, ich lag zur Behandlung gerade und da haben wir noch gesagt, oje, was ist denn hier los, haben die sich verlaufen, so Witze gemacht und ja, es war halt leider überhaupt nicht lustig.

Seid ihr dann auch befragt worden von der Polizei direkt? Nein, also ich persönlich nicht. Ich weiß nicht, wie es verändern ist. Und kannst du dich noch erinnern, konntest du dann überhaupt noch mal persönlich mit ihm sprechen, so vor dieser ganzen Sperre, dass er dir vielleicht auch noch mal so gesagt hat, was hier los ist?

Nee, eigentlich gar nicht so richtig, weil das war auch irgendwie eine Woche vor dem letzten Spiel. Danach sind wir mit der Mannschaft nach Los Angeles. Und da, klar, es war tatsächlich auch mit dem Schreiben schwierig, weil die auch das Handy mitgenommen hatten und so. Es war gar nicht so leicht, so in diesem ersten Moment, so man wollte ihm schreiben, dass man für ihn da ist und alles, klar.

Aber das war gar nicht so leicht im ersten Moment, das hatte dann, ehrlich gesagt, ein bisschen gedauert, ja. Das ist gerade schon angesprochen, dann war ja dieses Spiel gegen Sandhausen auch extrem wild, glaube ich, noch mit Rückstand und dann am Ende, ich bin mir nicht ganz sicher, ich glaube 4-3 gewonnen.

Dann am nächsten Tag ging es direkt nach Los Angeles, hast du auch schon gesagt, dann ohne Mario. Das war schon ein ziemliches Gefühlschaos auch, oder? Damals so dann für alle. Ja, definitiv. Also irgendwie dachte man auch, ja gut, nach Los Angeles kommt er ja auf jeden Fall mit, weil da spielen wir ja sowieso nicht und so.

Man hat das echt gar nicht so einschätzen können und für mich ist das bis heute, immer noch also vier Jahre das ist. Also gefühlt selbst jemand der das absichtlich getan hat, weiß ich nicht ob man jemanden vier Jahre von seinem Sport da irgendwie weghalten, darf, kann, soll, weiß nicht es ist ein sehr sehr schwieriges Thema ich weiß aber dann für jemanden wo eigentlich jeder weiß, dass es nicht so war, ist es einfach schrecklich.

Deshalb war für mich eh immer klar, dass ich auf jeden Fall versuche, Mario in diesen vier Jahren irgendwie zu unterstützen, dass sich die vier Jahre nicht so lange anfühlen. Für mich persönlich war es jetzt irgendwie auch gar nicht so unfassbar lang, weil ich mir auch eh sicher war, dass er eh alles dafür tut, um wieder zurückzukommen.

Aber ich denke mal, für ihn war die Zeit sehr schlimm und sehr, sehr lang. Ja, das war dann ja die Hoffnung mit dem Verfahren vor dem Kass, dass er dann ja vielleicht dann, dass die Sperre aufgehoben wird. Es kam dann anders. Also dann wurde euch ja auch mitgeteilt, dass die Sperre von vier Jahren stehen bleibt, beziehungsweise dann ja sogar noch erhöht wird, weil zwischenzeitlich hatte der DFB ja, glaube ich, erst mal nur zwei Jahre dann ihn gesperrt.

Und dann, genau, gab es die Nachricht, ich erinnere mich noch, ihr seid dann zum Training gegangen und alle wirkten so ein bisschen geknickt und dann, ich glaube, am Wochenende drauf seid ihr dann ja auch direkt nach Split gefahren. Kannst du da nochmal ein bisschen erzählen, wie das war, so diese Nachricht und wann dann so die Idee entstanden ist, ihn zu besuchen?

Ja, also genau das mit diesem DFB-Sportgericht, da haben wir schon, wir haben vorher schon alle gehofft, dass so dieser Wahnsinn ein Ende hat, und dann vor allem aber auch, weiß ich noch, bei diesem DFB-Sportgericht war ja, glaube ich, als erstes in Frankfurt oder wo das war. Und da hatten wir alle schon das Gefühl, okay, das wird ja jetzt wohl aufgeklärt, und die müssen ja auch irgendwie Empathie haben, die Menschen, die das da entscheiden und das ja verstehen und so klären.

Man denkt, die lösen das, die sind fair, die sind vernünftig, aber das hat man dann irgendwie da schon, war das wie so ein Schlag ins Gesicht, und genau, dann war das Nächste mit dem Kask, genau. Und danach, da hatte man schon so das Gefühl, das ist ja irgendwie eh nicht alles fair und so und dann hatte man eh schon ein bisschen das Gefühl, dass es jetzt vielleicht auch wirklich so schlimm enden könnte.

Ja, und ich glaube, wir sind nach dem Training reingelaufen oder jemand kam raus und hat zu uns gesagt, ich habe es jetzt nicht tausend Prozent im Kopf. Ich weiß auch gar nicht, wer die Idee hatte, ehrlich gesagt, ich glaube, Edi, der Videoanalyst. Bin ich mir jetzt aber auch nicht 100% sicher, ehrlich gesagt aber dann, ja, das war dann auch von Steffen Baumgart fand ich es echt richtig top weil er ja quasi, gar nichts direkt mit Mario zu tun hatte eigentlich, dass er uns da die Erlaubnis gegeben hat, dass wir nach Split dürfen, alle die das halt wollten und ich glaube, da hat auch keiner überlegt, da war eigentlich klar, dass alle alle mitkommen Das war irgendwie eine schöne Aktion.

Für was Schlimmes. Wie war dann der Moment, als ihr ihn dann, ich glaube, im Restaurant besucht habt, dass er mit seiner Familie kam und dann saßt ihr alle da? Wie hast du ihn da erlebt? Ja, schon emotional auf jeden Fall. Ich weiß ja, wie Mario ist, dass er auch das irgendwie immer versucht, so durchzustehen, so tough und alles, wo ich auch riesen Respekt vorhabe.

Also man hat so mit ihm das Gefühl, man will auch wirklich gar nicht drüber reden, weil er da auch nicht so sich daran aufhängt. Oder natürlich ist er unfassbar sauer, aber immer wenn er mit uns ist, will er gute Laune mit uns haben, Spaß haben und so. Ja, und in dem Moment war er auf jeden Fall schon emotional, was ja auch verständlich war nach der Nachricht ein paar Tage vorher.

Aber man hat auch gemerkt, dass er sich schon sehr gefreut hat und das war einfach nur richtig schön. Aber was eigentlich noch, was auch so richtig schön war, Die ganze Familie hat sich einfach total gefreut. Die waren so herzlich zu uns, auch in einem Restaurant, die Leute. Und als wir dann abends unterwegs waren, weil sie eigentlich genau wussten, warum wir da sind.

Und ich finde, das sind so Geschichten, die ich eigentlich auch für später mitnehme, weil die fast noch viel schöner sind als alle anderen Sachen im Fußball. Besonders schön war dann ja das Ende der Saison. Ihr seid dann aufgestiegen und Mario Wuschkovic war dann auch bei der Aufstiegsfeier mit dabei.

Ich glaube, das wird ja auch dir persönlich viel bedeutet haben. Ja, unfassbar viel, weil ich hätte auch verstanden, wenn er gesagt hätte, ich wäre so gerne mit euch direkt zusammen aufgestiegen, weil es war ja eigentlich so nah. Und dann konnte er es nur von draußen sehen, aber du hast ihm ins Gesicht geschaut.

Der hat sich so unfassbar für sich gefreut, für uns gefreut. Am Ende ist ja auch eh eine runde Geschichte, weil Luca dann ein Jahr Bundesliga spielen konnte, was natürlich für Luca auch Weltklasse war. Für den Verein ja sowieso. Ich glaube, das ist einfach eine wunderschöne Geschichte. Und das auf jeden Fall auch mit was, wenn ich an den HSV denke, denke ich auch automatisch so an Mario, wie die Fans hinter Mario stehen, wie sie ihn supporten.

Ich finde, das ist noch tausendmal schöner als alle anderen Geschichten. Also wirklich, das hat mich eh schon auch von Anfang an eigentlich immer berührt, wenn da diese Wuskowitsch-Flagge oder dieses Jahr mit der 44 drauf. Das fand ich irgendwie immer mit das Schönste. Und dass da so alle HSVer zusammenhalten. Und ich glaube, das hat uns auch alle zusammen so gestärkt, diese Geschichte.

Auch wenn sie für Mario irgendwie richtig scheiße ist. Aber ich meine, jetzt haben wir es zum Glück hinbekommen, ihn in die Bundesliga zu schießen. Und ich werde mich einfach nur freuen und das genießen, ihm da zuzuschauen jetzt, beim ersten Training, aber dann vor allem auch, wenn er das erste Mal reinkommt, zu Hause im Stadion.

Ich glaube, das wird ein unfassbarer Moment sein, Ich weiß natürlich nicht, ob ich Zeit habe, aber ich werde alles dafür tun, dass ich das auch miterleben kann, weil darauf freue ich mich seit vier Jahren. Auch Luca, du hast ihn schon angesprochen, der will natürlich auch unbedingt dabei sein. Auch der wird hoffen, dass das dann mit seinem Spielplan passt, wenn Mario wieder spielen kann.

Diese Geschichte mit Luca, du hattest dann das Glück, mit ihm noch ein halbes Jahr zusammen zu spielen. Du hast ja im Prinzip beide dann erlebt, den jungen Mario Voschkevic mit 19 und den jungen Luca mit 18. Wie würdest du die beiden vergleichen, was ihre fußballerischen Fähigkeiten angeht? Ja, also erstmal so vom Typ her auch schon beide sehr ähnlich.

Einfach vernünftige, nette Menschen mit einem guten Herzen, die demütig sind, die hart arbeiten, weil sie wissen, harte Arbeit lohnt sich. Vielleicht, ich dachte schon bei Mario für sein Alter, er war reif und professionell. Vielleicht hat Luca da nochmal eine Spitze draufgelegt. Ich glaube aber, dass er auch einfach unfassbar viel von Mario gelernt hat.

Also ich weiß ja, wie sehr er auf seinen Bruder hört, wie sehr er seinen Bruder schätzt. Das ist ja auch nicht selbstverständlich, dass der jüngere Bruder alles das macht, was der ältere Bruder ihm sagt. Aber ich glaube, vor allem auf dem Fußballplatz macht er das, aber gefühlt auch neben dem Platz. Und ich glaube erstmal so bin ich mir ziemlich sicher, dass ein ganz ganz großer Teil so den Luka ausmacht, dass der von Mario kommt, und die fußballerischen Qualitäten sind schon irgendwie ähnlich, sind ähnliche Spielertypen, vielleicht ist Luka noch mal ein bisschen größer, ein bisschen breiter, Mario ist dafür vielleicht ja, es ist schwer das zu vergleichen, sind schon irgendwo ähnlich auch.

Viele fragen sich natürlich, wie das jetzt ist, so nach vier Jahren, wenn man nicht Fußball spielen durfte, wie schnell man dann auch überhaupt so, oder ob man überhaupt so an seine alte Wegkanne dann auch herankommt. Vielleicht kannst du das sogar ein bisschen besser bewerten als Profifußball, wenn du dir vorstellst, du kannst vier Jahre nicht spielen.

Ja, was glaubst du, wird das Schwierigste so für ihn sein, jetzt dann auch fußballerisch wieder auf sein Level zu kommen? Also ich kann das leider nicht einschätzen also ich glaube so ein Beispiel gibt es einfach überhaupt nicht aber ich bin mir sicher so Mario wird dieses Beispiel dafür sein, was besser wird es nicht gehen, als wie Mario das machen wird, egal wie gut er es macht, es wird niemand anderen geben, der vier Jahre aussetzen muss und der es dann besser hinbekommen würde als Mario, bin ich mir 100% sicher, und ich bin aber sehr sehr positiv ehrlich gesagt weil, ich bin der Meinung, man verlernt Fußballspielen nicht.

Ich weiß, wie hart er trainiert hat, an was für Sachen er gearbeitet hat, vielleicht auch mentale Sachen und so. Du kannst ja dann wirklich an anderen Sachen auch arbeiten. Natürlich fehlt dann diese Spielpraxis, diese Duelle, dieses Einschätzen von Situationen. Das ist ja ganz normal. Aber wenn es einer so schnell und so gut wie möglich erlernen kann, ist es einfach Mario. und.

Ich will da jetzt auch ihm keinen Druck oder so geben, also ich bin mir fest davon überzeugt, dass er schneller als alle denken eine Hilfe für den HSV wird dieses Jahr. Damit hast du meine letzte Frage eigentlich schon vorweggenommen. Genau, mit der Frage, ob du glaubst, dass Mario diese Saison nochmal ein wichtiger Spieler für den HSV wird.

Aber ja, das hast du im Prinzip gerade beantwortet mit einem schönen Schlusswort. Ja, ich glaube, damit ist dann auch erstmal alles gesagt. Ich glaube, er wird so oder so eine ganz, ganz wichtige Personalie sein, die er eigentlich auch schon war, weil er ja viel so diesen Zusammenhalt gestärkt hat, dass alle hinter Mario stehen, dass alle darauf warten, dass er wiederkommt.

Das war ja auch was das Team und die Fans und so zusammengehalten hat also und jetzt jeder weiß, der wird einfach wieder mittrainieren was ist das für eine Euphorie oder wenn er dann das erste Mal eingewechselt wird also, er wird so oder so der Mannschaft 100% helfen dieses Jahr. Sehr schön. Ja, dann Meffu, vielen Dank dafür. Und dann sehen wir uns wahrscheinlich am Dienstag im Volksparkstadion.

Ja, guter Plan. Ein guter Plan, sagt Jonas Meffert. Und ein ziemlich guter Plan war es auch, dass wir uns überlegt haben, wir wollen mit möglichst vielen über dieses wirklich besondere Comeback sprechen. Und den nächsten Teil, den hat der Kollege Stefan Walter übernommen. Der hat vor wenigen Tagen mit Bobby Glatzl gesprochen.

Der wird nicht in Hamburg dabei sein, aber er kennt Mario natürlich sehr, sehr gut und er kennt auch sehr, sehr gut die Leidenszeit von Mario und über die haben die beiden ein paar Minuten gesprochen. Ja, nach seiner fast vierjährigen Leidenszeit wird er jetzt wieder mit der Mannschaft trainieren. Am 15. September ist es soweit. Und wenn du dir das vorstellst, Mario, du weißt genau, was er da alles durchgelebt hat, darf jetzt endlich wieder zurückkehren. Erstes Training im Volksparkstadion sogar, weil wahrscheinlich ein Riesenfanandrang sein wird. Was löst das in dir aus, diese Vorstellung?

Ja, ich freue mich unfassbar für ihn, dass er endlich wieder spielen darf. Ich habe schon öfters zu ihm auch gesagt, ich will unbedingt dabei sein. Leider nicht mit ihm auf dem Platz, aber ich wünsche ihm da nur das Beste. Und ich hoffe, er kann es zu 100% genießen. Und ja, die Sache war, glaube ich, für nichts gut. Aber ich hoffe daraus, dass er einfach das jetzt noch mehr das Ganze genießen kann, nachdem man ihn diese vier Jahre geraubt hat, dass er da jeden Moment auf dem Platz genießt.

Ich hoffe, dass er das einfach noch mehr wertschätzen kann, was es heißt, einfach auf dem Platz zu stehen mit 20 anderen Jungs und Fußball zu spielen. Das hoffe ich, dass er das voll genießen kann und wünsche ihm nur das Beste, dass er da gesund bleibt, sich, nicht zu viel erwartet, sondern es einfach komplett genießt.

Nicht zu viel Erwartung ist ja wahrscheinlich wirklich auch so ein entscheidender Punkt. Also keiner weiß ja, in welchem sportlichen Zustand er dann ankommen wird. Es gibt keine Vergleichsfälle, vier Jahre ohne Mannschaftstraining, jeder Art ist natürlich schon extrem. Du kennst ihn aber natürlich und seinen Ehrgeiz und vor allem auch seine mentale Stärke. Traust du ihm das zu, wirklich nochmal so richtig wichtig zu werden?

Zu 100 Prozent, also... Er hat so eine brutale Qualität, finde ich, plus unfassbar ehrgeizig. Deswegen traue ich ihm es zu 100% zu. Bei ihm war immer so das Ding, er war schon fast zu ehrgeizig, also er ist ein Perfektionist, so. Und das hoffe ich halt, dass er das, ja, falls nicht gleich alle Pässe sitzen werden oder alle Zweikämpfe, dass er da entspannt rangeht und einfach, ja, das genießen kann und dann bin ich mir sicher, dass er da, ja, früher oder später wieder ein Top-Spieler sein wird.

Du hattest ihn damals ja auch in Split besucht, zusammen mit einigen Mannschaftskollegen und Staff-Mitgliedern, das war, glaube ich, direkt nachdem seine vierjährige Sperre dann auch offiziell war und es kein Zurück mehr gab und ihm da auch irgendwie so ein Signal senden wollte, dass ihr immer für ihn da seid.

Ihr habt auch viel Paddle gespielt in Hamburg. Gab es ja viele Fotos auch bei Instagram. Wie eng ist denn so eure Verbindung? Habt ihr immer noch Kontakt? Ja, ich habe, glaube ich, vorgestern mit ihm geschrieben, habe ich ihm nochmal geschrieben, dass ich mich unglaublich viel freue, dass es endlich bald soweit ist.

Habe ihm natürlich gesagt, dass ich Vater geworden bin und ja, habe ein bisschen hin und her geschrieben. Aber ich glaube, er wird jetzt eh zig Nachrichten oder es wird jetzt sehr, sehr viel auf ihn einprasseln. Da wollte ich jetzt nicht ihm zu sehr mit ihm ins Gespräch gehen, aber wir hatten vor ein paar Tagen nochmal Kontakt. Und ja, wie gesagt, ich freue mich unfassbar für ihn.

Echt schade, dass ich da nicht dabei bin, weil ich glaube, für viele Jungs, die ihn da begleitet haben in der schweren Phase, hätten es eigentlich verdient gehabt oder nicht verdient, aber ich glaube, für uns wäre das auch was sehr Besonderes gewesen, wenn wir mit ihm nochmal auf dem Platz da wären und da die ersten Trainingsanheiten oder das erste Spiel so.

Aber ja, wie ich gesagt habe, ich freue mich so sehr viel und werde es natürlich total verfolgen, wie es alles laufen wird. Du kannst ja vielleicht bei seinem Comeback dann beim Pflichtspiel dabei sein, wenn der Spielplan von Wolfsburg es zulässt. An Karten kommst du ja ran. Ist das eine Option, da vielleicht Zuschauer zu sein? Ja, also wenn es zeitlich passt, würde ich es mir auf jeden Fall angucken, klar.

Jetzt haben wir schon öfters drüber gesprochen. Ich glaube, der Moment, wenn er eingewechselt wird und sein Name aufgerufen wird und die Fans schreien werden, ja, ich glaube, ja, es wird, kann man gar nicht sich vorstellen, wie emotional es wird oder für ihn dann danach die Momente in der Kabine und so weiter.

Wäre schon auf jeden Fall ein Moment, wo ich, wie ich ja schon gesagt habe, auf dem Platz gerne dabei gewesen wäre oder auch so, wenn es zeitlich hinhaut, würde ich machen. Ja, wird auf jeden Fall das emotionalste Highlight hier in Hamburg in der Endrunde, und wahrscheinlich auch deutschlandweit irgendwie für Schlagzeilen sorgen.

Und irgendwie gönnt ihm einfach jeder, dass er nochmal im Trikot einfach nochmal wirklich auflaufen kann. Genau, hat er mehr als verdient. Ein sehr schönes Gespräch mit Bobby Glatzl von Stefan. Stefan, Stefan, du bist mit mir jetzt hier im Podcast-Studio und du hast eben nicht nur mit Bobby gesprochen, du hast vor allen Dingen sehr, sehr lange Mario begleitet.

Nicht nur vor vier Jahren, als er noch auf dem Platz stand, sondern in diesen vergangenen vier Jahren und hast diesen Doping-Fall Mario Wuskowitsch sehr, sehr, sehr intensiv verfolgt. Sag ganz kurz, wie ist das für dich morgen? Ich gehe mal davon aus, du bist auch dabei, nicht nur Meffert und andere Kollegen von früher, sondern auch du wirst am Start sein.

Ich bin auch dabei, jetzt nicht auf einer Stufe mit Meffert und Glatzel, wobei Glatzel es ja leider nicht schaffen wird. Aber auch für mich, und da mache ich auch kein Hehl draus, wird das ein besonderer Arbeitstag werden am Dienstag. Ich freue mich tatsächlich für ihn. Und ich finde, das darf man auch als neutraler Reporter sagen.

Ich wünsche es ihm wirklich sehr, dass er sein Comeback schafft. Und alleine jetzt diesen Step vor Augen zu haben, endlich wieder mit der Mannschaft trainieren zu dürfen nach einer vierjährigen Leidenszeit, Ja, ist einfach ein schöner Tag für ihn. Das freut mich auch, das beruflich begleiten zu dürfen. Das ist auch was Nettes.

Ich habe in der Anmoderation ganz am Anfang gesagt, diesen Satz, den ich jetzt häufiger gehört habe in den vergangenen Tagen. Auch Jonas Meffert hat ihn gesagt, auch Bobby Glatzler hat ihn gesagt. Sebastian Kapell, der Reha-Trainer, hat ihn in einem Interview mit mir vor einer Woche gesagt. Zu 100 Prozent kehrt Mario Buskowitsch zurück. Ist das ein Satz, den du unterschreiben könntest, wirst?

Ja, steckt natürlich ganz, ganz viel Hoffnung drin in dem Satz, denn die Prozentzahl kann einfach niemand seriös prognostizieren. Deswegen finde ich, in meiner Rolle tue ich mich jetzt ganz, ganz schwer mit so einer absoluten Zahl wie 100 Prozent. Mario verfügt über eine extreme Mentalität und auch so, wie ich ihn erlebt habe, so reflektiert und wirklich auch so klar im Kopf während seiner Prozesse und während seiner wirklich nicht einfachen Zeit, wie er dann auch wirklich sich weiterhin emsig fit gehalten hat, traue ich ihm auf jeden Fall zu, dass er zumindest mal alles getan hat, dass er diese 100 Prozent erreichen kann. Wie viel es dann wären, werden wir sehen.

Nun sind wir natürlich keine Richter, wir sind Sportjournalisten, wir begleiten diesen Prozess, vor allem du, jetzt seit vier Jahren. Und nun haben wir ganz viel über die Emotionalität des Tages von morgen gesprochen, das erste Training. Wir haben uns darüber Gedanken gemacht in Artikeln und auch hier im Podcast, kann er jemals sportlich wieder so performen, wie er das vor der Sperre gemacht hat.

Du hast aber auch ganz viel über den Prozess geschrieben und über die Verurteilung geschrieben und über den ganzen Doping-Prozess an sich. Und vielleicht sollten wir auch an dieser Stelle noch einmal darüber sprechen. Sonst kann man natürlich vorwerfen, dass wir das irgendwie ein bisschen ausklammern.

Der ist halt verurteilt worden, Mario Voskowitsch. Dass er vier Jahre gesperrt ist. Du hast das schon häufiger in Kommentaren geschrieben. Aber jetzt noch einmal hier in diesem Podcast. Warum ist das aus deiner Sicht möglicherweise ein Falsches? Oder warum tut man den Unrecht? Oder warum glaubst du, dass Mario Wuskowitsch unschuldig ist, obwohl man das niemals beweisen kann?

Also ich weiß nicht, ob er gedopt hat oder nicht. Das möchte ich gerne voranstellen. Aber ich habe ihn zumindest erlebt und seine Aussagen irgendwie für glaubhaft befunden. Was für mich das ganz große Problem an dieser Geschichte ist, ist, dass man bei EPO einfach anhand der vorhandenen Testmöglichkeiten nicht klar sagen kann, ob es jetzt wirklich ein positiver Doping-Test ist oder nicht.

Also vereinfacht gesagt, zur Erklärung noch mal für den Hörer oder zur Erinnerung, es gibt eben keine Grenzwerte, wie zum Beispiel beim Promille-Bereich, wenn man jetzt betrunken ein Auto gefahren hat und da mal reinpusten muss. So etwas gibt es bei EPO nicht, sondern es wird Urin auf einen Teststreifen gelegt und dann ergeben sich daraus Bilder. Und die werden verglichen mit einer positiven Vergleichsprobe und einer negativen Vergleichsprobe.

Und wenn das am Ende ja irgendwo auch subjektive Auge des Forschers eben der Meinung ist, das reicht mir für einen positiven Doping-Test. Dann wird das entsprechend so protokolliert. Und das finde ich einfach im 21. Jahrhundert wahnsinnig schwierig, auf dieser Basis zu sagen, wir ziehen jetzt einen Athleten, einen jungen Athleten für vier Jahre raus, wenn man es nicht hundertprozentig nachweisen kann.

Es gibt genug internationale Wissenschaftler, die genau vom Gegenteil ausgehen, die vergleichen die Bilder auch und sagen, für mich ist das ein falsch positiver Test, weil der körpereigene EPO-Anteil viel höher ist als das eigentliche EPO, was hier gesehen wird von den VADA-Wissenschaftlern. Das würde jetzt ein bisschen zu weit gehen, das in der Tiefe zu analysieren, aber ich will damit nur sagen, es gibt unterschiedliche Meinungen, es gibt keine Klarheit, es gibt kein klares Testverfahren, was auf Grenzwerte basiert und das reicht mir einfach nicht aus, das darf man auch nicht so lassen, um einen Sportler deshalb für vier Jahre rauszuziehen, zumal nicht mal mehr die Hintermänner bekannt sind,

die es ja geben müsste bei EPO. Also es müsste ja irgendeinen Arzt geben, der ihm das gespritzt hat. Seine Handys und sein Laptop sind ihm beschlagnahmt worden. Er hat nicht einmal das Wort EPO gegoogelt. Das würde man doch machen, bevor man dopt. Das ist ihm alles strafrechtlich nicht nachgewiesen worden. Und deswegen finde ich, gibt es mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen hinter diesem Dopingfall.

Ein Fragezeichen habe ich auch noch. Du hast es aber eben schon angesprochen. In so einem Prozess geht es ja auch um Indizien. Gibt es irgendein anderes Indiz, das in diese Richtung Doping geht oder bleibt es bei dem positiven Test? Naja, Mario steht letztlich in der Pflicht, etwas zu beweisen, was er nicht getan hat.

Ich nehme an der Stelle mal ganz gerne ein Beispiel, wenn deine Frau jetzt zu Hause sagt, lieber Kai, du hast hier fremd geknutscht mit einer Frau und du sagst, nein, du warst das nicht und sie sagt, beweis mir das, ja, wie willst du das beweisen? Also es ist einfach ganz, ganz schwierig, etwas zu beweisen, was man nicht getan hat. Und deswegen ist es auch schwierig, jetzt Indizien aufzuzählen.

Ich kann dir natürlich sagen, was er alles getan hat, um seine Unschuld zu beweisen. Aber am Ende ist das natürlich auch nicht so richtig greifbar, wie zum Beispiel das Beispiel, dass er Epony gegoogelt hat und es keine Hintermänner gibt und so. Er hat einen Lügentest gemacht, der zu seinen Gunsten ausgefallen ist.

Genau, zweimal sogar war er in England, hat den bestanden mit 99 bis 100 Prozent sogar. Das alles reicht aber vor Gericht nicht am Ende. und das hat der Kass so entschieden. Der Internationale Sportgerichtshof in Lausanne überwiegt der positive Doping-Test der NADA. Wir wollen jetzt nicht zu lang diesen Podcast werden lassen und trotzdem eine schwere letzte Abschlussfrage an dich.

Vier Jahre Doping-Spray, was hast du aus diesem ganzen Prozess für dich gelernt? Wahnsinnig viel. Es fing damit an, dass ich am Anfang gar nicht wusste, dass es keine Grenzwerte bei EPO gibt. Also ich habe wirklich auch bei null angefangen und habe, würde ich behaupten, mir sehr viel juristisches Know-how über diesen Fall angeeignet.

Auch biochemische Kenntnisse. Wirklich sehr, sehr spannend auch, wie dieser ganze Ablauf eines Doping-Tests ist. Ich fand die Gerichtsprozesse spannend. Es tat mir alles wahnsinnig weh, dass das alles auf dem Rücken eines damals ja 20- beziehungsweise 21-Jährigen ausgetragen wurde. Also für mich ist einfach ganz, ganz wichtig, dass sich das Testverfahren ändert, und dass sich so etwas nicht nochmal in der Zukunft wiederholt.

Ich bleibe dabei, niemand kann wirklich seriös sagen, hat er jetzt gedobt oder nicht. Aber weil das so ist, darf man auf der Basis niemanden vier Jahre rausziehen. Das habe ich für mich auf jeden Fall mitgenommen, dass hoffentlich der Fall für die Zukunft und für alle anderen Sportler etwas bewirken wird, was das Testverfahren betrifft.

Wir sind auf jeden Fall sehr, sehr, sehr gespannt, wie Mario Wuskowitsch jetzt zurückkommt nach so einer langen Zeit, was es noch vor ihm noch nie vorher gab. Also es hat noch nie einen Fußballer, nach vier Jahren ohne Profifußball versucht, ein Comeback zu wagen. Mario Wuskowitsch ist der Erste. Morgen am Dienstag 15 Uhr ist das Training.

Da werden sich alle davon überzeugen können, ob er noch gegen den Ball treten kann oder nicht. Stefan, du bist dabei. Henrik Jakobs ist dabei. Wir machen großen Alarm und vielleicht guckt ihr mal bei abendblatt.de. Und werdet sehen, dass wir da viele Artikel, einen Live-Blog, Videos und alles drum und dran haben. Also ich glaube, es lohnt sich morgen.

Und ansonsten bin ich sehr gespannt. Wir hören und sehen uns nächste Woche wieder im HSV Check oder bei HSV Wir müssen reden. Bis dahin, in Hamburg sagt man Tschüss und bei uns heißt das. Auf Wiederhören. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom.

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