HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk

Spielidee, Transfers, Talente: Ex-HSV-Trainer erklärt den SC Paderborn

Dienstag, 20. Oktober 2026 · 40 min

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Shownotes

Als der HSV 2011 das bislang letzte Mal drei Spiele in Folge in der Bundesliga gewann, war Pit Reimers Trainer der U11. Der gebürtige Hamburger war als Jugendlicher selbst HSV-Fan und verfolgt den Club bis heute. Am Wochenende gewann der HSV nun erstmals seit 2011 wieder das dritte Spiele in Folge. Am Wochenende trifft der 42-Jährige nun erstmals als Trainer im Profifußball gegen den HSV an. „Egal wie lange du weg bist – der HSV lässt dich nie ganz los“, sagt Reimers in der neuen Folge des Abendblatt-Podcasts "HSV, wir müssen reden".
Wie viel HSV steckt noch in dem Paderborner Co-Trainer von Ralf Kettemann? Reimers gewährt persönliche Einblicke in seine Vergangenheit im Volkspark und verrät, wie er sich auf das besondere Wiedersehen mit seinem Herzensverein vorbereitet. Zudem analysiert er das 2:2 der Paderborner gegen Bremen, lobt HSV-Coach Merlin Polzin und nimmt eine augenzwinkernde Tischtennis-Herausforderung aus dem Hamburger Trainerteam an. Zudem erklärt er, wie Paderborn gegen den HSV spielen will, warum Rayan Philippe noch nicht in der Startelf steht und was HSV-Stürmer Otto Stange auszeichnet. Hören Sie hier die ganze Folge.

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HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Drei Siege in Folge, neun Punkte und Platz neun und ein Punkt hinter der Europa League. Der HSV erlebt gerade einen kleinen Höhenflug in der Bundesliga und jetzt geht es zum Aufsteiger Paderborn. Darüber wollen wir sprechen heute in einer neuen Folge von HSV.

Wir müssen reden. Mein Name ist Henrik Jakobs und mein Co-Pilot ist heute mal wieder Stefan Walter. Moin Stefan. Moin Henrik. Ja, und wir freuen uns heute auf einen Gast, der sich nicht nur beim HSV bestens auskennt, sondern vor allem auch beim SC Paderborn. Er ist nämlich dort der Co-Trainer und im ersten Jahr sensationell in die Bundesliga aufgestiegen.

Wir begrüßen herzlich willkommen hier Peter Reimers bei uns im Podcast. Hallo ihr beiden, moin moin. Moin auch von meiner Seite. Pit, du bist gebürtiger Hamburger, 17 lange Jahre beim HSV gearbeitet, zuletzt dann bis 2024 als Cheftrainer. Erzähl doch mal, wie viel HSV steckt denn noch in dir? Verfolgst du die Spiele noch? Bist du irgendwie dann doch noch ein bisschen dabei? Kribbelst noch?

Ja, also ich bin Hamburger, wie ihr schon gesagt habt. Ich verfolge den HSV mein Leben lang. War als kleiner, junger Fan im alten Stadion noch und hatte dort meine erste Dauerkarte. Also habe das natürlich über all die Jahre lange verfolgt, war dann 17 Jahre, Mitarbeiter von den ganz Kleinen dann bis zu U21, wie ihr gesagt habt.

Und natürlich lässt der HSV einen nie los. Ich denke, das wird auch so weitergehen in meinem weiteren Leben. Und natürlich verfolge ich die Spiele. Ich habe viel Kontakt zu Menschen, die einfach noch in dem Club arbeiten, aber auch im Umfeld des Clubs. Insofern bin ich da noch relativ nah dran. Und ja, Heinrich, deine Formulierung mit einem Punkt bis Europa, darauf habe ich natürlich auch gesagt.

Das ist auch ein schöner Bogen zum Jahr 2010, 2011. Da hat der HSV zwar nicht mehr europäisch gespielt, aber das Jahr davor das letzte Mal. Und die drei Siege in Folge sind tatsächlich aus der Saison 2010, 2011, damals noch unter Armin Fee. Da ging es dann so ein bisschen mir langsam schon los mit dem langen Absturz des HSV bis dann in die sieben Jahre zweite Liga.

Diese Saison 2010, 2011 damals mit Ruth Van Nistelrooy, mit Zeroberto und wie sie alle hießen. Wo warst du denn damals in welcher Mannschaft? 2011 müsstest du wahrscheinlich noch wissen, ne? 2011, ja, da war ich U12 Trainer vom HSV und unser Nachwuchsleistungszentrum war ja damals noch in Norderstedt, beziehungsweise Teile sind ja immer noch dort.

Aber natürlich ist einem diese Zeit immer noch in Erinnerung, HSV hatte einfach eine tolle Mannschaft. Jeder hat das natürlich auch genossen, unter der Woche mal in den Volkspark zu gehen, unter Flutlicht. Und es war eine tolle Mannschaft. Du hast gerade schon gesagt, dass du immer noch viele Kontakte pflegst zum Umfeld des HSV.

Und kannst du so ein paar Namen nennen, mit wem du da noch im Kontakt stehst? Klaus Koster, den kennst du ja auch noch aus deiner Zeit zum Beispiel, der fällt mir jetzt gerade ein, der könnte es ja vielleicht sein. Ja, was sind so Ansprechpartner für dich, wenn du ein paar Insights über den HSV erfahren möchtest?

Ja, es sind ja auch mittlerweile viele Freunde einfach geworden aus der langjährigen Mitarbeiterschaft, sowohl im Nachwuchs natürlich, wo ich in erster Linie auch Kontakte natürlich noch viel hin habe, aber auch zum Trainerteam, zum Funktionsteam der Profis in die Geschäftsstelle rein. Da gibt es einige, mit denen ich regelmäßig im Austausch bin, auch viel privat dann.

Es geht dann nicht nur um den HSV, aber früher oder später kommt man zwangsläufig, dazu und unterhält sich über das Alltägliche. Ich habe vor ein paar Wochen noch mit Richard Krohn lange telefoniert. Wir haben uns da ausgetauscht, zur Bundesliga einfach, zum Saisonstart. Bringt immer Spaß und ist einfach absolut bereichernd.

Jetzt ist es glaube ich so, dass du das erste Mal überhaupt in deiner Trainerkarriere gegen den HSV spielst, oder? Wie fühlt sich das an? Ist das ein bisschen komisch? Ja, das stimmt nicht ganz. Bei meinem Heimatverein SV Blankenese, wo ich so quasi meine ersten Schritte als Trainer gehen durfte und dort Jugendmannschaften trainiert habe.

Damals haben wir schon mal gegen den HSV gespielt, aber es dürfte mittlerweile 25 Jahre her sein. Insofern ist es tatsächlich, das erste Duell jetzt ist natürlich was Besonderes für mich und wird speziell sein. Ich habe eben gerade schon gesagt, natürlich liegt der HSV mir weiterhin am Herzen, aber am Samstag müssen wir dann schon ein bisschen was dafür tun, dass die Punkte in Paderborn bleiben.

Die HSV-Fans waren schon mal sehr zufrieden, dass zumindest ein Punkt nach Paderborn gekommen ist am Wochenende aus Bremen. Aber noch glücklicher hättest du alle HSV-Fans machen können, wenn ihr die Führung auch über die Zeit gebracht hättet. Doch dann kam Niklas Füllkrug in seiner aktuell unnachahmlichen Art wieder ein Doppelpack. Ich glaube, das fünfte Spiel in Folge getroffen.

Sehr formstark aktuell, fast schon wieder in Nationalmannschafts-Comeback-Form. Wie kann man den aktuell verteidigen? Welchen Tipp kannst du da geben? Ja, also erstmal hätte ich, glaube ich, nicht nur die HSV-Fans glücklich gemacht, sondern vor allem alle Paderborner. Das steht ja nun mal für uns im Vordergrund. Und klar, wenn du 2-0 führst in Bremen, dann möchtest du auch die drei Punkte mit nach Hause nehmen.

Ich denke, Niklas Völkro ist im Moment in einer herausragenden Verfassung, nicht nur in dem Spiel gegen uns, sondern auch die Spiele davor schon. Er ist in der Luft, denke ich, einer der besten Stürmer der Bundesliga. Das ist schon extrem schwierig, ihn da zu verteidigen. Arbeitet extrem gut mit seinem Körper, hat einen überragenden Abschluss.

Ist in der Box halt omnipräsent und wirklich sehr schwer zu verteidigen. Hat einfach richtig gute Laufwege, ein super Timing. Ist immer anspielbereit. Wenn es nicht weitergeht im Bremer Spiel, dann geht irgendwie so gefühlt jeder Ball zu ihm. Und leider ist uns das auch jetzt am Wochenende ein bisschen zum Verhängnis geworden. Und er hat dann noch die zwei Tore gemacht.

Ja, natürlich absolut schwer zu verteidigen. Aber ja, ihr wart auf einem guten Weg, habt 2-0 geführt. Mit was für einem Gefühl fährt man dann zurück? Also einerseits ein Punkt in Bremen ist ja auf jeden Fall ein Erfolg für euch und trotzdem, hast du es gerade schon gesagt, hättet ihr natürlich auch gerne dann die drei Punkte mitgenommen. Wie war so hinterher dann die Gefühlslage?

Ja, die Gefühlslage war sehr hin- und hergerissen, wie du gesagt hast. Wenn man vor dem Spiel gesagt bekommen hätte, wir nehmen jetzt einen Punkt aus Bremen mit, dann wäre es wahrscheinlich irgendwie okay gewesen. Wenn du dann zur Halbzeit 2-0 führst, dann willst du dir natürlich die drei Punkte auch unbedingt mitnehmen.

Und gleichzeitig war es dann so, nach dem Ausgleich von Bremen, der ja auch relativ zügig gefallen ist, war dann noch eine ganze Zeit zu spielen. Und danach so die Viertelstunde, 20 Minuten, die hat sich dann wirklich nicht so gut angefühlt, weil es dann schon, denke ich, auch viele Mannschaften gibt, die dann vielleicht noch ein drittes Tor kassieren.

Wir waren ja jetzt auch überhaupt die Ersten, die in Bremen überhaupt was mitgenommen haben. Sie hatten gegen Leipzig und Augsburg zu Hause gewonnen. Und in der Schlussphase haben wir es wieder so ein bisschen offener gestalten können. Und Rayan Philipp hätte fast noch den Siegtreffer für uns gemacht zum 3-2.

Pfosten getroffen, ne? Ja, genau, mit dem Pfostenschuss. Unter dem Strich ging es einfach so hin und her, dass das Ergebnis aus unserer Sicht dann am Ende okay ist. Und trotzdem wussten wir jetzt nicht, ob wir uns freuen sollten über den einen Punkt oder enttäuscht waren, dass wir dann noch vielleicht zwei liegen gelassen haben.

Wenn man so schaut, aktuell so bisher die Bilanz von Paderborn, könnte man jetzt so grob sagen, ihr seid relativ im Soll, also auf Tuchführung auch zu den Nicht-Abstiegsplätzen. Fünf Punkte nach sechs Spielen, klar, ein bisschen mehr wäre drin gewesen, gerade mit einem 2 zu 0 in Bremen, aber auch einige starke Gegner habt ihr schon hinter euch vom Spielplan her.

Viermal allerdings tollos geblieben mit sechs Spielen. Das ist vielleicht so ein Thema, aber vielleicht kannst du uns einmal so skizzieren, was so eure Grundidee ist. Also wollt ihr überraschen, auch mit mutigem Offensivfußball oder geht es dann als Aufsteiger auch eher darum, da mal hinten tiefer zu stehen und ja, dann irgendwie hauptsächlich erstmal die Null zu halten beziehungsweise so wenig Gegentor wie möglich zu kassieren?

Ich denke, der Paderborner Spielstil aus all den Jahren jetzt auch in der zweiten Liga und jetzt auch in der ersten Liga hat sich jetzt nicht komplett verändert. Ich habe es ja auch ganz viele Jahre aus der Ferne einfach verfolgt, dass der Verein grundsätzlich für einen mutigen Offensivfußball spielen möchte.

Mit vielen jungen Spielern, die auch einfach Lust haben, den Ball zu haben, nach vorne zu spielen und sich halt Torchancen zu kreieren. Dass es in der Natürlichkeit der Bundesliga liegt, dass dort einfach die Mannschaften besser sind und dass es uns einfach dort schwerer fällt. Die Anzahl von Torchancen herauszuspielen, im gleichen Maße, wie uns das vielleicht in der zweiten Liga gelungen ist. Ich denke, das liegt auf der Hand.

Aber du hast zwar angesprochen, wir haben in vier Spielen kein Tor geschossen, das stimmt, und trotzdem hatten wir aber in allen vier Spielen Torchancen, um diese Tore zu erzielen. Und letztendlich geht es für uns dann darum, uns für den Aufwand, und das Kreieren der Chancen dann auch einfach im Abschluss zu belohnen, dass der Ball dann einmal häufiger im Netz des Gegners liegt.

Wir hatten in Bremen jetzt auch noch mehr Möglichkeiten, als zwei Tore zu schießen, im Heimspiel davor gegen Stuttgart auch. Und das wird aber mit Sicherheit eine unserer Hauptaufgaben sein und ist auch aus meiner Sicht so der größte Unterschied, den ich bis jetzt nach sechs Spielen so von der zweiten zur ersten Liga einfach nochmal feststellen kann, dass, der Unterschied vor allem darin besteht, was in den Strafräumen passiert.

Also sowohl im eigenen, wie gut kann ich dann vielleicht nochmal einen Schuss blocken, wie gut verteidige ich eine Flanke, wie viele Bälle erhält dann wirklich auch der Torwart. Gleichzeitig aber auch, wie abschlussstark sind auch dann die gegnerischen Stürmer einfach in der Bundesliga. Wäre ja auch komisch, wenn es da keinen Unterschied zur zweiten Liga geben würde.

Und für uns aus unserer Offensivsicht gedacht, wie viele Chancen kreieren wir, aber wie effizient sind wir dann auch einfach im Abschluss. Wir müssen mit Sicherheit in der Bundesliga noch einmal einen Tick genauer schießen müssen, vielleicht einen Tick härter. Und da haben wir mit Sicherheit noch Luft nach oben.

Wir arbeiten daran und sehen dann zu, dass wir sowohl die Quantität der Chancen in den nächsten Wochen weiterhin haben, aber auch einfach die Qualität der Torabschussaktion für uns einfach erhöhen. Ich habe es ja vorhin schon gesagt, also der Aufstieg war ja auch schon wirklich sensationell, gleich in einem ersten Jahr dann in Paderborn.

Ich erinnere mich so an die Bilder dann nach dem Schlusspfiff gegen Wolfsburg. Also das war ja nach langer Zeit auch mal wieder, dass ein Zweitligist die Relegation gegen Bundesligisten gewonnen hat, dann auch gegen diese namhafte Wolfsburger Mannschaft. Ja, die hatten wahrscheinlich auch nicht damit gerechnet.

Diese Bilder so nach dem Schlusspfiff, ich glaube, das war für dich auch so wahrscheinlich das größte Trainer-Highlight bisher, oder? In deiner Karriere? Ja, absolut. Das wird etwas sein, was man nicht mehr vergisst und diese Bilder sind auch sofort wieder hervorrufbar, wenn du mich jetzt darauf anstiegst.

Das war ja auch ein bisschen die Dramaturgie der letzten Wochen. Wir waren eine Zeit lang auf dem Aufstiegsplatz, dann waren wir noch vor dem 34. Spieltag auf dem 4. Platz und sind dann erst am Am letzten Spieltag haben wir uns überhaupt in diese Region reingespielt, war die Freude dann schon groß bei dem, Auswärtssieg in Darmstadt und dann gegen den VfL Wolfsburg zu spielen, war schon, denke ich, etwas undankbarer so insgesamt.

Persönlich hätte er auch lieber noch gegen San Pauli gespielt, aber nur gut, die sind dann direkt abgestiegen. Aber Wolfsburg, klar, alleine wenn man die Namen und den Kader dann da durchgegangen ist, gegen wen man sich dann auch am Ende in zwei Spielen und ich denke völlig verdient auch durchgesetzt hat, über die gesamte Spielzeit, dann ist es schon was Bemerkenswertes, was hier dem Klub gelungen ist, uns als Mannschaft gelungen ist.

Und die Feierlichkeiten waren schön, das wird man nicht vergessen. Und ja, die Belohnung haben wir jetzt Woche für Woche, dass wir Bundesliga spielen dürfen. Ich erinnere mich auch vor allem noch an den Sprint von Ralf Kettemann in die Arme von Sven Michel, der da auch nochmal ein überragendes Spiel gemacht hat.

Vielleicht kannst du mal erzählen, du bist ja dann nach dem HSV erst mal Cheftrainer gewesen in der dritten Liga beim VfL Osnabrück. Und ja, die Zeit ging dann nicht allzu lange, aber dann zur neuen Saison dann mit der neuen Aufgabe in Paderborn. Wie bist du denn überhaupt dazu gekommen, dann mit Ralf Kettemann zusammenzuarbeiten?

Ja, es hatte sich eigentlich nach der Zeit für mich so entwickelt, dass ich unbedingt mal einen Perspektivwechsel für mich selbst haben wollte. Ich war all die Jahre Cheftrainer, habe nahezu alles oder am Ende halt selbst entschieden und wollte unbedingt mal einen anderen Input haben, neue Ideen, andere Herangehensweisen.

Ich hatte mich schon intensiv so mit dem Thema beschäftigt, mal als Co-Trainer. Zu arbeiten. Und der Kontakt zu Paderborn ist über Benjamin Weber entstanden, der jetzt mittlerweile in Augsburg ist. Und er hatte Ralf Kettemann als neuen Cheftrainer verpflichtet und hat einen Co-Trainer gesucht und hatte das Gefühl, dass die Passung relativ gut sein könnte zwischen Kette und mir.

Und dann haben wir uns kennengelernt, alle miteinander und hatten alle das Gefühl, dass das funktionieren kann. Und ja, jetzt 15 Monate später, denke ich, kann man zweifellos sagen, dass das eine gute Idee von dem Benjamin war, uns zusammenzubringen. Und wir, ja, als nicht nur Kette und ich, sondern eigentlich das gesamte Trainerteam, hier in Paderborn richtig gut zusammen funktionieren. Es bringt total Spaß, mit denen jeden Tag in einem Büro zu sitzen, sehr viel Zeit miteinander zu verbringen.

Wir haben unterschiedliche Profile und ergänzen uns, denke ich, gut, sind gleichzeitig kritisch genug miteinander, dass wir einfach das Bestmögliche hier für unsere Mannschaft rausholen, für den Verein. Und deshalb hat sich das als total guter Schritt für mich entwickelt. Als Co-Trainer ist man ja häufig auch für die Gegneranalyse zuständig.

Ist das bei dir auch so in Zusammenarbeit mit Ralf Kettemann? Würde ja ganz gut passen jetzt vor dem HSV-Spiel. Ja, es ist schon so, dass wir Co-Trainer auch in die Gegnervorbereitung involviert sind. Natürlich hat unser Videoanalyst, der Julian Metzger, da erstens den Hut auf. Aber es liegt ja auf der Hand, dass wenn ein Teil oder ein Co-Trainer jetzt zum Beispiel wie ich jetzt beim HSV, sich vielleicht ein bisschen mehr natürlicherweise auskennt, dass ich da diese Woche vielleicht den einen oder anderen Input mehr liefern kann als in anderen Wochen, wo dann vielleicht ein anderer mehr im Thema ist bei einem Gegner.

Das ist klar. Und die Spiele vom HSV verfolge ich eh natürlich jetzt, wenn man sie als Gegner hat, nochmal ein bisschen mit einem genaueren Blick, weil es einfach um Bundesliga-Punkte geht und man nicht nur sich das Spiel anschaut und guckt oder hofft, dass Saras vor das Spiel gewinnt. Ich gehe mal davon aus, dass du dir dann das HSV-Spiel gegen Stuttgart auch schon nochmal mit eurer richtigen Software dann angeguckt habt.

Ja, ein Scouting-Feed, so nennt man das ja dann, glaube ich. Ist ja schon jetzt auch ein spannendes Spiel gewesen gegen Stuttgart, auch mit der neu formierten Dreierkette dann vor der Abwehr, ohne Nikolai Remberg, ohne Albert Sambilokonga. Offen ist noch, ob es Sambilokonga dann schafft, am Wochenende wieder zu spielen.

Grundsätzlich, wie hast du so dieses Spiel gesehen und vielleicht auch so ein, zwei Schwächen in dieser neu formierten Mannschaft dann ausgemacht? Ja, erst mal ist es schon für mich beeindruckend gewesen, wie der HSV jetzt die Ausfälle vor allem von Remberg und Lukonga verkraftet und kompensiert hat.

Da hat man auch einfach gesehen, was für gute Jungs sie einfach auch dazu geholt haben. Ich denke schon, wenn der HSV in die Saison gegangen ist, hat man ja schon mit den beiden, denke ich, als so Säulenspieler geplant. Haben ja auch die Kapitänsämter so, denke ich, zum Ausdruck gebracht. Und auf einmal sind dann halt beide in dem Spiel nicht da. Jetzt haben sie es, vielleicht ein bisschen so kompensiert, womit man vielleicht gar nicht so rechnen konnte, so mit den drei Spielern und gerade auch da so mit Miro Muhalm noch.

Fand ich schon echt spannend und hat ja auch dafür, dass sie es jetzt das erste Mal gemacht haben in der Konstellation gegen Stuttgart sehr gut gepasst. Denke ich war einfach der Verdienst vom HSV, dass das Spiel sehr lange offen war. Natürlich hatte Stuttgart mehr den Ball, aber Aber das muss man auch einfach erwarten. Es ist eine Champions League Mannschaft.

Wir hatten die Woche vorher gegen sie gespielt, auch wenn die alle drei, vier Tage gerade. Gerade Spielen ist einfach die Qualität von denen schon extrem hoch und es war der Verdienst vom HSV. Auch dank einer überragenden Torwartleistung von Ferro, dass das Spiel einfach so lange offen war und sie dann am Ende zugeschlagen haben. Deshalb fand ich jetzt auch, dass der Sieg, kann sagen, vielleicht in Teilen hätte es auch andersrum ausgehen können, aber trotzdem nicht ganz unverdient war.

Ich finde, man merkt beim HSV aber immer noch, dass eben die ganze Mannschaft verteidigen muss, damit es hinten stabil bleibt. Auch deswegen ist wahrscheinlich Fabio Vera jetzt eher eine hängende Spitze und nicht mehr Spielmacher, weil es dann nicht so schlimm ist, wenn er sich defensiv nicht ganz so fleißig beteiligt.

Auch die Dreier-Formation auf der Sechs ist natürlich ganz interessant, aber man will mit aller Macht verhindern, dass es hinten 1 gegen 1 Duell in der Defensive gibt, weil dort die individuelle Qualität eben nicht am höchsten ist. Und trotzdem hat der Stuttgart auch zahlreiche Torchancen. Die DFL gibt den X-Goals-Wert offiziell mit 2,75 an, also sehr hoch.

Da zu Null zu spielen bei so einer Bilanz ist auch beachtlich, spricht auch für Ferro, wie du schon gesagt hast. Ist das so ein Ansatz, den ihr auch verfolgt, weil du auch meintest, ihr habt eine mutige offensive Herangehensweise, also siehst du dort auch im Defensivverbund des HSV Möglichkeiten für euch oder was hast du als Schwäche ausgemacht?

Ja, also grundsätzlich, die Bundesligaspiele, wenn man sie jetzt verfolgt vom HSV, als auch von uns, sind einfach so dermaßen offen, dass sie einfach in alle Richtungen kippen können. Wir haben eben über unser Spiel gegen Bremen gesprochen. Genauso war es ja jetzt beim HSV auch. Also wenn Stuttgart zwei Tore schießt, dann werden auch alle sagen, ja, das war dann halt einfach Teil des Spiels und, hätte auch passieren können.

Und natürlich, wenn man sich den HSV jetzt anguckt, haben sie gegen Stuttgart was zugelassen. Das ist auch unser Ansatz, gerade in einem Heimspiel natürlich hier mutig aufzutreten. Uns geht es noch so ein bisschen darum, eine gute Differenzierung zu finden, in welchen Momenten wir wirklich sehr mutig sein können und in welchen Momenten, man vielleicht so ein bisschen abwägen muss, wie viel Risiko man geht.

Das war jetzt schon in Bremen das eine oder andere Mal ein wenig zu viel Risiko, was Werder dann fast bestraft hätte in ein paar Situationen. Und trotzdem wird es auch unser Ziel sein, jetzt vor allem hier zu Hause, den HSV unter Druck zu setzen, sich Chancen zu erspielen und im Idealfall auch wieder natürlich zu treffen.

Von der Schwäche beim HSV würde ich jetzt ehrlicherweise gerade nicht so wirklich sprechen, weil wenn man sich die Entwicklung der ersten sechs Spiele beim HSV anschaut, nach drei Spielen, Null Punkte und zwölf Gegentore, dann sprechen allein die Zahlen jetzt in den letzten drei Spielen ganz klar für den HSV.

Da haben sie mit Sicherheit auch ein, zwei Sachen angepasst, was jetzt besser funktioniert. und denke ich, da sind sie auch grundsätzlich auf dem richtigen Weg. Ist ja auch eine Qualität des Trainerteams, dass sie da dann auch sich immer mal wieder anpassen können, nochmal nachsteuern, umstellen, neue Lösungen finden.

Du kennst ja auch alle drei Trainer sehr gut aus deiner Zeit noch. Richard Krohn, mit dem hast du zusammengearbeitet. Loic Fawé, den kennt man ja sowieso dann als Hamburger Trainer. Der war lange dann im Hamburger Nachwuchs unterwegs. Und Merlin, den hast du wahrscheinlich damals schon in seiner ersten Zeit, als er noch irgendwo in der U9 unterwegs war, kennengelernt.

Was zeichnet dieses Trainerteam aus? Ja, wie du sagst, ich denke, da ist auch immer für uns Trainer ein Stück weit Pragmatismus wichtig und, nicht stur an irgendwas festhalten, nur um irgendwas durchzudrücken, was man vielleicht so selbst für sich als Ideal sieht, sondern immer wieder Anpassungen vorzunehmen, immer wieder zu beobachten, was braucht meine Mannschaft denn jetzt wirklich?

Und das haben sie, denke ich, gerade jetzt auch in den letzten Spielen hervorragend hinbekommen. Und wenn du die drei ansprichst, dann beeindruckt mich das schon, wie Merlin ja so gefühlt den ganzen Klub irgendwie mitnimmt, managt. Auf jeden Fall da, glaube ich, auch ganz viele Sachen so im Hintergrund steuert, was einfach auch total sichtbar ist.

Nicht nur, wenn man sieht, wie die Mannschaft spielt, sondern auch, wie sich die Menschen verhalten, auch im Stadion und alles. Das hat Merlin einfach richtig gut hinbekommen. Das ist aber natürlich nicht nur Merlin, sondern einfach auch sein ganzes Trainerteam. Ich denke, es wäre jetzt auch zu kurz gegriffen, wenn man nur über Loic und Ritchie reden würde.

Sondern da sind ja auch noch ein paar mehr, die ihren Anteil daran haben mit Sicherheit. Es freut mich auch, dass da einfach viele jetzt Teil von dem Trainerteam sind, die mal im Nachwuchs gearbeitet haben. Dass die sich da dort rausentwickelt haben und jetzt einfach Teil davon sein können und den HSV da prägen können.

Das freut mich zu sehen und ich freue mich natürlich auch, die am Samstag wiederzusehen. Wie gut kennst du Merlin eigentlich? Seid ihr so regelmäßig im Austausch? Ja, guckst du dir da hin und wieder auch mal was ab? Ist das ein Thema oder, wie verfolgst du seine Arbeit? Ja, Merlin und ich kennen uns lange natürlich. Henrik hat es eben gerade schon angesprochen.

In seiner allerersten Zeit war Merlin in der, ich weiß es gar nicht mehr ganz genau, U9, U10 unterwegs. Da müsste ich auch so U12, U13 gewesen sein. Insofern sind wir seitdem immer im Austausch. Er war dann in Osnabrück, da hatten wir natürlich ein bisschen Austausch zu. Und jetzt seine ganzen Jahre dann als Co-Trainer, erst von Daniel und Tim, von Tim, von Steffen.

Und dann auch logischerweise, weil wir nicht weit weg voneinander waren und uns regelmäßig über den Weg gelaufen sind, den letzten persönlichen Kontakt hatten wir vor den Relegationsspielen gegen Wolfsburg. Da habe ich ihn angerufen und mal gefragt, wie der HSV das so in den Relegationen, die er erlebt hat, wie er einfach die Relegationstage, das sind ja am Ende nur zehn Tage oder was, in denen sich da alles abspielt, wer das so wahrgenommen hat.

Und danach hat er noch mal gratuliert zum Aufstieg. Dann hat er sich gefreut. Und das war jetzt so unser letzter persönlicher Austausch. Aber da werden wir mit Sicherheit am Samstag kurz Zeit finden, ein paar Worte auszutauschen. Du bist ja eigentlich immer noch ein sehr junger Trainer. Aber wenn man sich das aktuelle Trainerteam des HSV anguckt, da würdest du in der Theorie auch gut reinpassen.

Wärst du aber fast schon ein alter Sack dann mit 42. Aber du hast schon Richie Krohn auch angesprochen. Ich glaube, der jüngste dann im Trainerteam war damals dein Co-Trainer U29. Ihr habt noch einen guten Kontakt und er hat uns auch eine Frage für dich mitgebracht. Pitt, mein Freund, aufgrund unserer gemeinsamen Zeit, glaube ich, weißt du schon, wer hier ist.

Ja, ich sehne den Samstag sehr herbei, dich wiederzusehen. Ich freue mich auch sehr aufs Spiel und habe folgende Frage mitgebracht. Dein Ehrgeiz zeigt sich ja nicht nur im Fußball, sondern auch in anderen Sportarten, vor allem aber an der Tischtennisplatte. Und da wollte ich dich fragen, gab es schon in Paderborn die Gelegenheit, deine Künste zur Schau zu stellen?

Bist du immer noch der beste Tischtennisspieler oder hat dir schon jemand mal die Grenzen aufgezeigt? Bis dann. Ciao, ciao. Ja, schöne Frage von Richie Krohn. Wusste ich gar nicht, dass du so Tischtennis spielen kannst, aber offenbar ist das in Erinnerung geblieben. Ja, ist doch schön. Da konnte ich dem Richie mal ein bisschen seine Grenzen aufzeigen. Der ist ja, um es vorsichtig zu sagen, sehr selbstbewusst immer unterwegs.

Und das war dann eine schöne Gelegenheit. Ja, Richie und ich hatten eine tolle Zeit beim HSV. Er ist ein super Typ, toller Trainer, der sehr wissbegierig ist, extrem fleißig. Einfach totaler Mehrwert auch einfach für so ein Trainerteam, weil der nicht locker lässt und neue Ideen hat. Wir hatten eine klasse Zeit in der U21 zusammen, er war ja damals die Saison vorher bei Teutonia in der Regionalliga, da bin ich ein bisschen auf ihn aufmerksam geworden, haben uns ein paar Mal getroffen und ausgetauscht und dann letztendlich ein Jahr beim HSV noch zusammengearbeitet, und um seine Frage zu beantworten, es geht immer noch ganz gut hier im Tischtennis, es ist noch nicht so ganz so hoch. Hier wird mehr Paddle gespielt.

Da ist der Chefcoach hier, der Ralf Kettemann, wirklich das Maß aller Dinge, würde ich sagen. Und da ist noch ein bisschen Luft nach oben bei mir. Aber im Tischtennis, wenn der Richie bleiben möchte am Samstag noch ein bisschen, können wir noch hier rüberfahren und noch eine Runde zocken, wenn er Bock hat.

Wenn er nach dem Spiel noch Lust dazu hat, dann müssen wir natürlich mal abwarten. Das ist eine klare Ansage auf jeden Fall von dir. Hast du in Paderborn noch keinen überzeugen können, vom Paddel wieder zum Tischtennis zurück zu wechseln. Ja, wir müssen hier nochmal ein bisschen regelmäßiger die Platte aufbauen.

Aber da haben wir nur Luft nach oben. Vicky Krohn hat ja auch mehrere Zuständigkeiten im Trainerteam des HSV. Unter anderem ist er mittlerweile für die offensiven Standards auch zuständig. Ich glaube, das war ja auch in deiner Zeit mit ihm in der U21. Zuletzt mal gegen Köln, auch erfolgreich dann. Ich glaube, in Hoffenheim sogar auch ein Tor nach Standard.

Bist du auf seine Standardvarianten vorbereitet? Ja. Ja, das werden wir sehen am Samstag, was er sich hat einfallen lassen. Ja, besonders gegen Köln fand ich schon eine kreative Idee, wer da dann am Ende das Tor gemacht hat. Hatte man ja wahrscheinlich nicht unbedingt auf dem Zettel und das war mit Sicherheit sein Verdienst.

Das wurde ja auch danach lobend erwähnt. Ich bin gespannt, was er sich einfallen lassen wird. Standardsituation ist für uns natürlich ein extrem wichtiges Thema, weil wir uns zwar Chancen rausspielen, aber bei Standardsituationen einfach top sein müssen, um unsere Ziele zu erreichen, sowohl hinten als auch vorne.

Hinten gelingt uns das bis jetzt ganz gut. Jetzt in Bremen haben wir mal ein Tor nach einem Einwurf geschossen. Das zählt ja auch dazu. Und mal sehen, wer da dann am Samstag die Nase vorne hat. Ja, Einwürfe auch und inzwischen ein sehr probates Mittel, wenn auch immer mehr Mannschaften trainieren, um das dann auch als Waffe zu nutzen.

In Hoffenheim war es der Siegtreffer übrigens von Miro Mohalm nach dem Standard. Allerdings weiß ich nicht, ob man das Tor jetzt auf Richard Krohns taktisches, Feingespür beziehen kann, dann mit dem abgewährten Ball von Vera und der Direktat von Mohalm kann man so glaube ich nicht einstudieren. Aber trotzdem natürlich immer wieder spannend. Hat gerade auch im Aufstiegsjahr vom HSV dann auch dazu beigetragen, da erfolgreich zu sein.

Für euch als Aufsteiger Standardvarianten auch immer wieder wichtig oder einfach essentiell, um dann am Ende auch den Klassenhals zu erreichen. Richtig? Ja, auf jeden Fall. Das ist auch etwas, was man natürlich gut trainieren kann. Das ist einfach ein wunder Ball. Du hast Zeit, dir auch so ein bisschen dich in deine Position zu stellen.

Aber letztendlich bedarf es da auch immer noch einem Gegner, der einem das auch dann zulässt. Und wenn du jetzt sagst, es wäre jetzt nicht einstudiert gewesen in Hoffenheim, dass der Ball dorthin abgewehrt wird. Aber es macht natürlich aus HSV-Sicht total Sinn, dass im Rückraum ein Miro Murheim steht, der, wenn der Ball da hinfällt mit seinem linken Fuß.

Ja, dann dafür sorgen kann, dass der Ball im Netz landet. Insofern gebe ich das Tor Ritchie. Du hast ja beim HSV mit vielen, vielen Talenten über all die Jahre zusammengearbeitet, die jetzt auch teilweise dann in der Bundesliga unterwegs sind. Jetzt aus der aktuellen Mannschaft gibt es ja auch einige Talente, die da jetzt zum Zug kommen mit Otto Stange, Luis Lemke natürlich jetzt vor allem, aber auch Shafik Nanja.

Ich glaube, mit allen denen hast du jetzt nicht mehr zusammengearbeitet, oder? Nee, genau. Die waren alle einen Tick zu jung zu der Zeit. Otto war gerade so ein bisschen, glaube ich, in der A-Jugend und hatte die ersten Trainingseinheiten bei den Profis gemacht, aber die anderen waren zu jung. Ja, du sprichst es an. Es freut mich natürlich, dass jetzt so die nächsten Jungs einfach den Schritt aus dem Campus ins Volksparkstadion geschafft haben.

Es ist immer der Anfang, wie ich so schön sage. Sie haben jetzt die ersten Schritte dort gemacht und es wäre einfach schön, wenn sie es schaffen, sich da auch festzubeißen und weiter regelmäßig auf Einsatzzeiten zu kommen. Luis Lemke ist jetzt, finde ich, einfach auf einem guten Weg. Und ich bin mal gespannt, wie er sich da jetzt festbeißen kann.

Und bei Otto genau das Gleiche, der jetzt auch regelmäßig reinkommt. Und würde ich mich natürlich auch freuen, wenn er da weiter Fuß fasst. Am Samstag nicht unbedingt, aber dann danach darf er das gerne machen. War ja jahrelang auch ein großes Thema immer beim HSV, dass die Durchlässigkeit nicht so richtig passt. Das ist auch intern immer wieder kritisch gesehen worden, dass dann der finanzielle Aufwand nicht im Verhältnis zum Ertrag steht.

Und deswegen ist auch Kathleen Krüger verpflichtet worden, die dort auch nochmal ein Auge drauf werfen sollte von oben. Jetzt hat man Fabio Baldé verkauft im Sommer für sieben Millionen Euro. Das war natürlich dann auch ein Transfer, der dann allen Verantwortlichen gut zu Gesicht stand. Und jetzt hofft man auf eine positive Entwicklung aktuell, speziell bei Otto Stange und Luis Lemke, die dann vielleicht auch für große Transferlöse in Hamburg nochmal sorgen können.

Gerade Stange ist ein Spieler, der auch die Fans begeistert und elektrisiert. Du meintest jetzt gerade schon, wenn du ihn in der U19 hast, spielen sehen und dann auch schon erste Profitrainings-Einheit und so, da konntest du ja wahrscheinlich schon ein bisschen was erkennen. Vergleich mal so den Spielertypen Otto Stange. damals zu deiner HSV-Zeit und die Entwicklung, die er seitdem genommen hat, ist das jemand, dem du den ganz großen Wurf zutraust?

Man muss ja schon sagen, dass Otto das, was ihn damals ausgezeichnet hat, seine Abschlussstärke einfach mit beiden Füßen, der scherzt sich um nichts, der spielt drauf los, der hat immer noch so ein bisschen seine Unbekümmerheit. Das hat ihn damals auch schon ausgezeichnet. Klar, in der U19 stand er noch ein bisschen mehr über den Dingen, weil er einfach noch besser war als seine Mit- und Gegenspieler.

Das ist jetzt natürlich in der Bundesliga etwas schwieriger. Und obwohl seine Leihstation mit Elversberg jetzt vielleicht nicht so hundertprozentig aufgegangen ist, wie er sich das vorgestellt hat und der HSV. Trotzdem ist es ja bemerkenswert, wie er jetzt in der Bundesliga auch trotz der Konkurrenz, die er dort hat, einfach weiter zu einsetzen kommt. Und.

Ich bin mir sicher, dass er sich früher oder später etablieren wird. Das Thema ist immer, es wird ja ganz oft einfach auch davon gesprochen, von Transfererlösen aus dem Nachwuchs. Das Schönste für den HSV wäre doch einfach, wenn diese Jungs möglichst lange auch einfach in der ersten Mannschaft spielen.

Weil was gibt es für die HSV-Fans Schöneres, als Jungs aus dem eigenen Stall dort im Volksparkstadion spielen zu sehen? Das steigert doch ganz automatisch so einfach die Identifikation auch mit dieser Mannschaft. Wenn da eigene Jungs spielen, also das war jahrelang mein größter Antrieb, diese eigenen Jungs.

Und das sind ja dann nicht die Jungs von den Trainern, sondern Nachwuchsarbeit ist immer Teamwork. Da greifen so viele Rädchen ineinander und da arbeiten so viele tolle Menschen im HSV-Nachwuchs. Also die müssen erst mal zum HSV geholt werden. Dafür bedarf es einer guten Scouting-Abteilung. Dann müssen die einfach gut ausgebildet werden, ja nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Drumherum.

Da gibt es Pädagogen, da gibt es einfach ganz viele Menschen, wenn das die Fahrdienstfahrer sind, einfach die ihren Anteil daran haben, dass die Spieler ja oben ankommen. Und wenn du von oben ankommen oder darauf ansprichst, dann ist natürlich auch gerade so dieser Bereich, ich bin in der U19, sehr guter Spieler oder in der U21 dann und wie wird so dieser Übergang gemanagt, in die Profimannschaft, also mit das Anspruchsvollste, was es gibt, da so den richtigen Zeitpunkt zu finden, die richtige Kommunikation mit den Spielern.

Wenn sie vielleicht noch nicht im Profi-Kader sind, wo spielen sie dann in der U19 oder in der U21? Wie viel wird auf was Rücksicht genommen? Und das ist einfach schwierig, die Königsdisziplin im Nachwuchs. Und es freut mich, dass da jetzt, ja klar, mit Fabio wurde jetzt mal Geld eingenommen, aber noch viel schöner wäre es doch, wenn Luis Lemke und Otto Stange beim HSV Stammspieler werden.

Ja, das ist Luis Lembke jetzt mittlerweile fast schon zu einer großen Überraschung. Also aktuell auf jeden Fall. Mal schauen, wie es dann so die nächsten Wochen dann aussieht. Er wird natürlich jetzt nicht immer so weitermachen, aber auf jeden Fall eine absolute Überraschung. Wenn man bei euch guckt, was so Transferanlöse angeht, hattet ihr im Sommer auch einen großen Erfolg mit Mika Bauer, der dann für, ich glaube, ein bisschen mehr als sechs Millionen Euro zu Celtic Glasgow gewechselt ist.

Er ist mir auch in der Relegation gegen Wolfsburg aufgefallen, da hat er ein ganz starkes Spiel gemacht, ist dann offenbar auch Jürgen Klopp aufgefallen. Mittlerweile Nationalspieler, da ist wahrscheinlich auch bei dir ein bisschen stolz dabei, oder? Wenn du das siehst. Ja, das ist bei Mika, der hat letzte Saison eine überragende Entwicklung bei uns genommen. Der war das Jahr davor noch ausgeliehen in die dritte Liga zur Dynamo Dresden und hat dort auch nicht viel gespielt.

Und der hat dann ein paar Wochen gebraucht bei uns letztes Jahr, aber hat dann einfach eine eindrucksvolle Saison gespielt. Hat den maßgeblichen Anteil daran, dass wir so eine gute Saison gespielt haben. Ist jetzt im Sommer so für sich den nächsten Schritt gegangen. Es gönnt ihm ja auch jeder jetzt da, nicht nur mit Sadie Glasgow in Europa unterwegs zu sein, sondern jetzt auch das erste Mal für die Nationalmannschaft berufen zu werden.

Es ist einfach eine tolle Auszeichnung, denke ich, auch für uns als Verein, als SC Paderborn, dass man das über den Weg einfach geschafft hat, einen weiteren jungen Spieler hier die Möglichkeit zu geben, sich so gut zu entwickeln. Und wir haben uns alle gefreut hier, als wir davon gehört haben und dass er dann auch seine ersten Minuten bekommen hat, ist einfach eine tolle Geschichte.

Da du ja auch viele HSV-Spiele intensiv verfolgst, kannst du ja für unsere Hörer auch nochmal eine Prognose abgeben, wer denn beim HSV vielleicht in Frage kommt, der nächste deutsche Nationalspieler zu sein. Die Fans haben lange Zeit auf Nikolaj Remberg gehofft, aber das dauert jetzt mal mindestens ein halbes Jahr, bis da der Anruf von Jürgen Klopp kommt.

Also, kleine Einschätzung von dir. Da begebe ich mich natürlich jetzt auf ganz dumm Eis. Also ich sage, wenn ich einen Namen nennen würde, dann würde ich mich sehr freuen, wenn Ferro die Chance bekommen würde, da mal mit dabei zu sein, weil ich denke, dass er nicht nur in dieser Saison, sondern auch einfach über die letzten Jahre.

Überragende Leistungen geliefert hat und immer seinen Anteil daran hatte, dass der HSV sowohl jetzt in die Bundeswehr wieder aufgestiegen ist, als auch jetzt auf dem besten Weg ist, sich dort zu etablieren. Und wenn ich jetzt das letzte Spiel in Erinnerung habe, dann war er wahrscheinlich in dem Spiel der beste deutsche Spieler.

Hast du jetzt wunderbar gelöst, diese schwierige Frage, weil natürlich hofft dann der Journalist, dass du da jetzt dann Otto Stang und Luis Lemke nennst, aber dich da nicht auf Glatteis begibst und denen da jetzt schon einen Rucksack aufzusetzen. Dein Pressesprecher wäre bestimmt stolz auf dich, wenn er das jetzt hört.

Aber ja, das nur am Rande. Und ich denke, Ferro kann damit gut umgehen. Ich bin ja auch dann nicht der Erste, der das schon mal in den Raum geworfen hat. Ihr habt auf jeden Fall die Einnahmen für Mika Bauer dann ja auch direkt gut investiert, beziehungsweise für Paderborner Verhältnisse eigentlich ungewöhnlich.

Hoch dann mit zwei Transfers, wo man dann auch mal drei Millionen Euro ausgegeben hat, mit Marvin Pieringer und Gabriel Widowitsch, die jetzt dann auch bei euch spielen. Dazu kam dann auch noch zum Beispiel Ryan Philipp vom HSV, der ist dann ausgeliehen. Was fehlt denen aktuell eigentlich noch so, um dann auch bei euch Stammspieler zu werden? Weil das haben ja schon eigentlich alle erwartet, als der zu euch gegangen ist.

Ja, bei Rayan muss man natürlich ein bisschen bedenken, dass er recht spät zu uns gekommen ist, dass er quasi die komplette Vorbereitung beim HSV absolviert hat und wir natürlich auch schon unsere Automatismen, unsere Abläufe vorher eintrainiert haben und dass er einfach noch ein bisschen Zeit braucht, um auch alles zu verinnerlichen und einfach dann hoffentlich bald dafür sorgt, dass sein Knotenplatz im Idealfall, wäre das schon letztes Wochenende ja in Bremen fast passiert.

Ich hätte nichts dagegen, wenn ihr dann euren Spielbericht mit ausgerechnet, starten. Ausgerechnet ist verboten bei Stefan, das steht auf seiner Agenda. So lange ich die Texte korrektur lese, wird das Wort gestrichen, das ist korrekt. Aber in dem Fall könnten wir eine Ausnahme machen. Wir könnten solche Geschichten, schreibt nur der Fußball.

Aber was mich tatsächlich mal bei Philipp interessieren würde, wäre, auf welcher Position ihr ihn denn eigentlich einplant? Das ist ja auch aus HSV-Sicht gar nicht so unwichtig. Also mit welcher Idee kommt er auch wieder zurück dann irgendwann? Ja, wie plant ihr ihn ein? Das pendelt ja immer so zwischen Flügel und zentrale Spitze.

Ja, da wir jetzt nicht so mit dem klassischen Flügelstürmer spielen, erübrigt sich einfach für uns so ein bisschen die Frage danach. Wir haben es jetzt zuletzt häufig so angelegt, dass wir mit zwei Stürmern gespielt haben. Sowohl mit als auch gegen den Ball. Und insofern ist er dann einer von den beiden Stürmern gewesen. Und da fühlt er sich wohl.

Wir haben da unterschiedliche Typen, können in unterschiedlichen Konstellationen das so ein bisschen aufstellen. Und dort planen wir ihn. Es wird natürlich jetzt auch interessant am Wochenende, was dann so das Thema Ballbesitz angeht. Also der HSV ist jetzt keine Ballbesitzmannschaft. Aktuell kann das in der Theorie, aber hat natürlich jetzt dann auch gegen stärkere Gegner dann eher dem Gegner den Ball überlassen. Bei euch ist es ja eigentlich ähnlich.

Ihr seid zwar auch offensiv und mutig, aber jetzt nicht die Ballbesitzmannschaft, würde ich jetzt mal so sagen. Was denkst du, wie wird das am Wochenende? Wer wird da das Spiel machen? Also ich kann mir jetzt schwer vorstellen, dass es die eine Mannschaft wird, die das ganze Spiel über die Mannschaft sein wird, die den Gegner hinten reindrängt.

Dafür sind auch einfach beide Mannschaften in Ballbesitz trotzdem zu gut, dass es da immer wieder Phasen geben wird, wo sowohl wir und hier auch gerade natürlich im Heimspiel so das Heft des Handelns in die Hand nehmen wollen und auch den Ball haben wollen. Und trotzdem ist die Qualität vom HSV und ja auch jetzt, wenn sie auch wieder in der Konstellation gerade im Mittelfeld spielen mit so vielen guten Fußballern, werden wir nicht drumherum kommen, auch mal in der eigenen Hälfte tief zu verteidigen.

Haben wir jetzt in Bremen auch häufiger machen müssen und auch darauf werden wir uns einstellen müssen. Also ich denke, es wird ein gesunder Mix und es wird mich nicht wundern, wenn beide Mannschaften so ihre Phasen im Spiel haben, wo sie selbst dominant sein wollen und gleichzeitig die andere Phase, wo sie vielleicht auch ein bisschen im Block mehr verteidigen und auf, Konter lauern.

Würde mich tatsächlich auch nicht überraschen, gerade das HSV-Spiel sehr geprägt von unterschiedlichen Phasen und dann auch mal wieder Änderungen, je nach Spielverlauf. Wenn du schon ein paar Monate weiter nach vorne blickst, gib mal eine Prognose ab. Der HSV hat jetzt sehr überrascht mit drei Siegen am Stück nach 0 zu 12 Gegentoren in den ersten drei Spieltagen, ist jetzt im gesicherten Mittelfeld.

Was ist drin für die Hamburger in dieser Saison und was ist für euch drin? Wo landet Paderborn? Ja, auch das ist natürlich jetzt eine schwierige Frage. Ich gehe schon davon aus, dass der HSV weiter regelmäßig punkten wird und so mit dem letzten Drittel der Tabelle nicht mehr viel zu tun haben wird. Darüber würde ich mich auch freuen, wenn sie es einfach schaffen, eine sorgenfreie Saison zu spielen.

Für uns, unser Motto so ein bisschen diese Saison ist, dass wir Geschichte schreiben wollen. SC Paderborn ist zweimal aufgestiegen in der Historie, zweimal ging es direkt wieder runter und wir wollen ja einfach die Ersten sein, die bleiben. Und trotzdem machen wir uns nichts vor. Wir sind natürlich schon Außenseiter in dieser Liga und haben aber trotzdem jetzt in den ersten sechs Spielen auch unter Beweis gestellt, dass wir anderen Gegnern wehtun können und punkten können.

Deshalb geht es für uns jetzt einfach Schritt für Schritt weiter in der Liga ankommen und auch diese Liga zu adaptieren. Wir haben eine extrem junge Mannschaft, die hoffentlich noch weiter Schritte machen wird, um weiter einfach in der Liga anzukommen und dann auch einfach weiter regelmäßig zu pumpen.

Dann sind wir auf jeden Fall sehr gespannt, welche Geschichte dann am Wochenende geschrieben wird, ob dann ausgerechnet Ryan Philipp trifft oder ausgerechnet Pitt Reimers für den ersten Punktverlust dann seit drei Spielen sorgt oder vielleicht ausgerechnet Richard Krohn gegen seinen ehemaligen Kollegen, sich wieder was ganz Besonderes nach einer Ecke ausgedacht hat.

Wir sind sehr gespannt. Wir bedanken uns auf jeden Fall bei dir, Pit, dass du dir Zeit genommen hast in dieser spannenden Woche, vor allem für dich. Und ich sage auf jeden Fall vielen Dank. Danke euch. Vielen Dank auch von meiner Seite. Und in Hamburg sagt man Tschüss und bei uns heißt das. Auf Wiederhören.

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