Leben zwischen Arbeit und Rente· Folge 118
Beziehung zu sich selbst - mit Prof. Jana Nikitin 1/2
Donnerstag, 3. September 2026 · 27 min
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Shownotes
Warum dein Altersbild dein Leben steuert
Beziehung zu sich selbt – warum dein Altersbild dein Leben steuert mit Prof. Jana Nikitin (Teil 1/2)
Zum Auftakt der Staffel Beziehungen geht es um die vielleicht schwierigste Beziehung überhaupt: die zu sich selbst. Prof. Jana Nikitin leitet den Arbeitsbereich Psychologie des Alters an der Universität Wien. Sie hat mit ihrer Kollegin Christina Ristl das Buch "Die sieben Mythen des Alterns" veröffentlicht.
Wir sprechen u.a. darüber:
• Wieso Alter besser wie eine Hochzeitstorte als eine Treppe betrachtet werden sollte
• weshalb positive Altersbilder das Leben um bis zu 7,5 Jahre verlängern
• Wie wir unsere Altersbilder schon als Sechsjährige lernen
• Warum wir im Alter mehr gewinnen als verlieren
uvam
Mehr über Prof. Nikitin
🔗 altern-psy.univie.ac.at/ueber-uns/nikitin-jana
📘 Buch Jana Nikitin & Christina Ristl - Die sieben Mythen des Alterns (hogrefe.com/de/shop/die-sieben-mythen-des-alte…)
Mehr zu Becca Levy:
🔗 en.wikipedia.org/wiki/Becca_Levy
🔗 Altersbilder same same but different besprochen mit Prof. Rothermund (open.spotify.com/episode/3VTG85RMuahvpGwdl8Eec…)
Weiter geht's: In Teil 2 (nächste Woche) geht es darum, wie man die eigenen Altersbilder aktiv korrigieren kann.
Mehr über Stefan & Constanze hier:
• [Senior Expertise (senior-expertise.com)]
• Constanze LinkedIn (linkedin.com/in/constanze-abratzky-57463531)
• Stefan LinkedIn (linkedin.com/in/stefan-robin%C3%A9-a0b287a6)
Email: info@senior-expertise.com
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Anti-Aging, Biohacking, hundert wird das neue siebzig. Ist das eine gute Entwicklung? Aus der psychologischen Perspektive würde ich sagen nein. Haben wir doch das schon mal geklärt damit! Hallo willkommen zum Start unserer Staffel Beziehungen. Beziehung ein weites Feld. womit fängt man an? Konstantin und ich haben uns gedacht, fangen wir doch gleich an mit der vielleicht schwierigsten Beziehung die man so hat im Leben.
Die Beziehungen zu sich selbst! Da geht es um Selbstwehr, Selbstakzeptanz, Selbstmitgefühl, Selbstwirksamkeit – und ganz stark um die Bilder, die wir von uns selbst haben, die Wir uns machen wie wir einmal sein werden wenn wir älter sind. Ich freue mich sehr, dass ich darüber sprechen kann mit Jana Nikitin.
Sie leitet an der Universität Wien den Arbeitsbereich Psychologie des Alterns und hat gerade zusammen mit ihrer Doktorantin Kristina Rieste ein großartiges Bruch veröffentlicht – mit dem schönen Titel Die sieben Mythen des Alters! Hallo Frau Prof. Hallo und ja, herzlichen Dank dass Sie mich eingeladen haben.
Ja sehr gerne! Und beginnen wir gleich mit einer Sache die ich an Ihrem Buch sehr mag. sie verwenden ziemlich oft sehr einprägsame Bilder und ziemlich zu Anfangslieter schon. Alter ist wie eine mehrstückige Hochzeitstorte, jedes Alter hat eine andere Etage. Auf welcher Etage der Alterstorte treffen wir Sie denn gerade?
Oh ich bin ziemlich genau im mittleren Erwachsenalter so wie wir das definieren. also werden mir jetzt das chronologische Alter nehmen und ich bin dreiundfünfzig als er ziemlich wirklich in der Mitte des mittlerer Erwaxen alt ist. In der Mitte der Torte in der Mitte der Torte. Und das ist eben das Schöne an der Torde, weil wir haben vermutlich oft diese Bilder von dem Lebenslauf wie eine Treppe die man hochsteigt und dann eben in der Mitte des Lebens kehrt sich es um und dann steigt man wieder ab.
und wir wollten eigentlich ein anderes Bild darstellen vom Alter. Es ist nicht ein Aufstieg und dann ein Abstieg sondern eben jeder Lebensphase kommt mit ihren eigenen Chancen aber auch Herausforderungen. jede Etage bei der Torte schmeckt anders, hat ihren eigenen Geschmack um im Wortbild zu bleiben.
Ja jetzt gleich nochmal eine andere Passage aus ihrem Buch. stellen Sie sich selbst sich mal mit Achtzig vor welche fünf Wörter fallen Ihnen spontan ein? Also das langen sie mich! Ich bin einfach die falsche Person für solche Fragen weil ich weiß... viel zu viel. Aber ich kann sagen, was sich so Menschen normalerweise vorstellen wenn wir sie fragen also seines unsere Studierenden oder Menschen im Alltag.
oft kommt sowas wie naja Ich werde nicht mehr die Verpflichtungen haben, die ich jetzt habe aber ich werde auch gebrechlich sein. Ich werde vermutlich alles vergessen. Ich würde vermutlich einsam sein und Es kommen auch positive Bilder, aber also sowas wie ich werde Enkelkinder haben. Ich werde mehr Freizeit haben und vielleicht Weise sein.
Aber tatsächlich überwiegend die negativen Bilder. Also ich habe Sie jetzt gerade etwas gefragt was sie auch in Ihrem Buch fragen? Ich finde das sehr sympathisch dass Sie dort auch Übungen anbieten die Sie mit Ihren Studenten machen und ich will sie jetzt gar nicht aus der Pflicht rauslassen, gerade weil Sie so viel über das Alter wissen.
Auch selbst die Frage zu beantworten wie Sie sich selbst mit Achtzig vorstellen? Ich stelle mir vor dass ich immer noch irgendwie wissenschaftlich tätig sein werde. kann man nicht wirklich aufhören. Aber klar, das ist ja eine offene Frage, ob die Gesundheit das auch zulässt oder meine Lebensbedingungen das auch zulassen und dass ich bin bei der Gesundheit.
Das ist die nächste Vorstellung und da stelle ich mich eigentlich recht fit vor. Ich habe auch sehr schöne positive Vorbilder in meinem Umfeld, die alle mit Achtzig sehr gesund sind und fit sind. Und das stelle Und ich stelle mir vor, dass sich viele Enkerkinder sein haben werden. Weil ich habe drei Kinder und das wird sich grundlich multiplizieren dann.".
Ja da haben Sie doch selbst ein wunderbar konkretes persönliches Altersbild! Das bringt mich darauf, dass der Star der internationalen Alters Bildforschung Beccalevi-Professoren in Kalifornien gerade im Frühjahr dieses Jahres einen neuen Artikel rausgebracht hat. Wuszt darum ging positive Altersbilder sogar kognitiver und körperliche Leistungsfähigkeit verbessern können, nicht nur Stillstand verhindern.
Der Artikel hatte den bezeichnenden Titel Aging redefined.". Das ist doch spektakulär oder sensationell, so habe ich es jedenfalls empfunden dass das möglich ist? Ja also Becca Levy macht immer spektakkuläre und sensationelle Studien. die erste, Persönlich wirklich am Einblickssagensten finde, ist die das positive Bilder des Lebens bis zu siebeneinhalb Jahre verlängern können.
Auch wenn man für alles andere kontrolliert wie Gesundheit und sozu ökonomische Status. Und in dieser neuesten Studie hat sich angeschaut Menschen, die im Alter eben kognitiv sich verbessern also leistungsfähiger werden. Das gibt es auch. Das erwarten wir nicht, aber das gibt's auch und da hat sie gesehen dass diese Menschen tatsächlich positiver der Bilder haben.
Es gibt viele anderen Studien die eigentlich die Kausalität von den Bildern zu der Leistung oder Lebenserwartungen oder Gesundheit zeigen. Genau kommen wir mal zu einer Studie aus Deutschland Die ist ein bisschen älter. Hans Werner Waal hat unter anderem mitgewirkt Und da kam raus, die Teilnehmenden waren zwischen zwanzig und über neunzig Jahren alt.
Und zentrales Ergebnis es gibt Verluste im Alter also Fähigkeiten werden schlechter, das wissen wir alle aber bemerkenswerterweise Die Summe der Gewinne steigt. Find ich schon wieder sensationell. Wollen Sie's mal auflösen was da wissenschaftlich dahintersteckt? Ja, das hat eigentlich ganz ursprünglich die Gruppe von Paul Bautes schon neunzehn und achtzig gezeigt.
Und Hans-Werner Walnetkolleginnen haben das repliziert oder einfach noch zusätzliche Aspekte gezeigt. Was wirklich schön ist dass wenn man sich die Altesgewinne und die Altersverluste anschaut es finden wir in jedem Alter mehr Gewinne als Verluste. Das heißt die Gewinnen sind Entweder stabil oder, wie Sie sagen, nehmen sogar tendenziell zu.
Was aber auch zunehmend sind die Verluste und irgendwann überwiegen die Verliste im Sinne von Formverhältnissen. Wir haben lange Zeit ein positives Verhältnis. Das heißt mehr Gewinne als Verlust. Und irgendwann haben wir einfach mehr Verluster. Und das ist vermutlich das was wir dann im Alter vor allem sehen.
Das ist das, worauf wir fokussieren, weil wir negativ werden. Stärke wahrnehmen als Positives, aber eben wie Sie gesagt haben die Gewinne sind entweder stabil oder nehmen sogar zu. Da hört man wenig von oder weiß kaum einer? Das ist etwas was wir als Gesellschaft auch als Individuen total unterschätzen wenn wir aufs Alter schauen dass sie eben auch etwas dazu gewinnen, eben Weisheit Lebenserfahrung oder gute soziale Beziehungen, Familie.
Es ist was auch immer Sie sich vorstellen die Leute sind oder wir als Menschen sind sehr adaptiv. Wir passen uns extremst an an die Bedingungen, die wir haben und wenn wir mit Alte mehr Herausforderungen haben. meistern wir auch diese Herausforderungen und wachsen dabei? Ja, spannend. Und ich habe gleich noch so ein Spruch zum Debanken wie man das ja auf norbertisch so sagt.
Normalerweise hört man ja ganz oft, ja also man kann ja viel machen aber ich hab schlechte Gene. meine Eltern sind auch nicht so richtig alt geworden. jetzt lese ich aber bei ihnen Fünfzehn bis dreißig Prozent unserer Lebenserwartungen sind genetisch festgelegt und da nehme ich jetzt mal im Umkehrschluss an.
Ich kann siebzig bis fünfundachtzig Prozent meiner lieben Erwartung ein Stück weit mindestens selbst gestalten und in die Hand nehmen Mit Einschränkungen. Hab ich selber in der Hand, ist vielleicht zu stark auf das Individuum konzentriert? Wir leben natürlich auch in Umweltbedingungen, die auch stark beeinflussen wie wir Alten wissen.
Der socioökonomische Status ist einer der stärksten Prediktonen von Lebenserwartung. Natürlich ist das eigene Verhalten ein Teil dieser... von diesem Einfluss. Weil wir wissen, Menschen in höheren socio-ökonomischen Schichten oder Menschen mit einer höheren Ausbildung verhalten sich ja auch gesünder die leben auch gesund.
das erklärt einen Teil davon. aber wir haben auch Umweltbedingungen die wir eben nicht selber in der Hand haben die auch mitbestimmen wie lang wir leben. Aber das ist eigentlich eine gute Nachricht weil wir können ja auch aus Gesellschaft etwas machen für die Gesundheit und eine höhere Lebenserwartung.
Die zweite Einschränkung ist, ob wir jetzt Achtzig werden hängt sehr stark mit den Umweltfaktoren. Das ist ja das Verhalten und andere Umweltfakten. Ob wir Hundert werden? Da sehen wir, dass der genetische Einfluss stärker ist. Also die langlebigkeit, die extreme Langlebigkeit ist stärker genetisch geprägt als quasi die normale Lebenserwartung.
Aber die normalen Lebenserwartungen haben wir wirklich zu einem großen Teil servient hat. Auch das ist genau eine wunderbar positive Nachricht, die man sich einfach nochmal klar machen muss... Und ja, jetzt haben wir schon das Wort Altersbilderklang an und da haben sie auch wieder so ein sehr plastisches Bild über das Alters-Bild.
Nämlich die sagen Altersbilde sind wie das Navi im Auto Aber die Landkarte ist nicht das Gelände. Wer schon mal sich mit NLP beschäftigt, seitdem kommt es vertraut vor? The map is not the landscape! Also wo klafft denn bei den meisten Boomern die größte Lücke zwischen Navi und Wirklichkeit? Ja, dass ... Die Karte ist eben eine Vereinfachung der Wirklichkeit Und die Karte auch etwas was wir... Lernen.
Lassen Sie sich mal reingehen, vielleicht die Karte ist also unsere Wahrnehmung? Also das was wir NLP Neurolingoistisches Programmieren sagt, dass was wir wahrnehmen ist sehr individuell. aber es ist nicht DIE Wirklichkeit! Es ist UNSERer Wirklichheit und die können wir gestalten. Genau man kann sie auch aus der Perspektive anschauen auf jeden Fall von der Wahrnehnung Bestimmt sehr viel.
Wir haben ja auch im Buch ein Beispiel von Herrn, der in Notfallstation eingeliefert wurde mit lebensbedrohlichen Symptomen wie Herzrasen, Kurzatmigkeit, sinkenden Puls und dann hat sich herausgestellt er wollte sich umbringen alle Tabletten gegen Depression geschluckt. Er war aber in einer Studie und war in der Placebo-Bedingung, und er hat die Placebopillen geschlückt.
Aber weil er dachte, er hätte die echten Tablettengeschluckt, hatte er diese Symptome. Und bis zu dem Zeitpunkt, wo sie herausgefunden haben im Spital, dass er eigentlich nur die Placebo-Tabletten geschluckt hat, hatten Sie tatsächlich Mühe, ihn am Leben zu erhalten. Also das was wir glauben beeinflussextrem unser Verhalten unserer Wahrnehmung unsere ganze Leben könnte man sagen.
und altes Bild ist das was Wir Glauben. Also nochmal genau nachfragen, wenn es einem schlecht geht. Nach einer Tabletten-Einnahme. Aber Scherz beiseite das ist ja jetzt ein extrem plastisches Beispiel für die Kraft der Immagination der Vorstellung. und kurz nachdem Sie das geklärt haben schreiben sie noch mal einen Satz den ich nachfragenswert finde nämlich Ein Altersbild kommt selten alleine.
Was heißt das? Tragen wir Bruma altmodisch, wie wir sind so eine Art Fotoalben von altersbildern voller Alters bilder mit uns durchs Leben. und falls ja was bedeutet es? Ja natürlich wir haben viele Altersbilde. Wir haben auch sehr unterschiedliche Altesbilde, auch sich widersprechende Altesbilde. Wir haben ja eben sowohl positive als auch negative Altesbildung.
Also wir erwarten einerseits das zum Beispiel unsere Gesundheit abnehmend aber andererseits erwarten wir dass wir weise werden. also in verschiedenen Lebensbereichen hat man verschiedene Altersbilder und wenn wir dann im Lebensbereich sind dann wirken auch diese Altesbilder. Das haben wir auch in unserer Forschung mit Christina Richter gezeigt, dass Altesbilde die wir haben im sozialen Bereich, also ob wir denken, wir werden mit dem Alter einsam beeinflusst, ob wir fünf Jahre später sozial aktiv sind oder nicht?
Also nicht erst am Alter! Es beeinflußt schon... eigentlich unser jetziges Leben, weil wir eben diese Erwartung haben. Mit dem Alte werden wir einsam oder wenn wir das nicht denken und mit dem Alter bilden wir unsere soziale Netzwerke auf. Dann sind wir sozial aktiver. Das hat wirklich eine starke Wirkung Und diese Wirkung selten bewusst.
Wir nehmen, das ist ja auch wie so diese Altesbildewirken oder insgesamt Bilder wirken weil wir sie für wahrhalten und eben nicht für eine Karte die nur eine Vereinfachung oder sogar eine Verzerrung der Wirklichkeit ist. Das Bild der Self-fulfilling Prophecy ist ja sozusagen den allgemeinen Sprachschatz eingegangen und hier wird es eben auch nochmal sehr, sehr plastisch.
Also wenn ich fest dran glaube dann wird's auch häufig so nicht nur religiös sondern eben auch in lebenspraktischen Dingen. Und vielleicht kann man ja noch ergänzen was die Altesbilde so... perfide macht, ist dass wir sie in einem Alter entwickeln wo sie uns noch nicht betreffen. Nämlich wenn wir jung sind also wir wissen das schon sechs Jahre alte Kinder erste negative altes Bilder haben und Das zieht sich durch unser ganzes Leben.
Und es ist im jungen Erwachsenalter sind das die anderen. und deshalb Sind wir auch gar nicht motiviert etwas gegen diese negativen und auch manchmal diskriminierenden Altersbilder etwas zu unternehmen, weil sie uns nicht betreffen. Dass Perfine ist, irgendwann werden wir selber allen. Und wenn wir selbst alt werden beginnen diese Alters Bilder auf uns selbst zu werken.
Ich sage immer es ist nie zu spät um die eigenen Alters bilden zu korrigieren, weil Sie uns irgendwann selber betreffend werden. Aber wir kommen ja noch auf den Punkt, es lassen sich in jedem Alter Altersbilder auch noch korrigieren. Aber bevor wir dahin kommen habe ich noch ein paar andere Fragen nämlich Es ist ja schon so dass im Alter nicht alles besser wird.
also wo verläuft denn die Grenze zwischen einem negativen Alters selbstbild und dem schlichten anerkennen? das manches Ja, das ist auch was unsere Studierenden uns immer fragen oder sagen. Na ja es aber... Es ist ja auch in der Forschung zeigt man die kognitive Leistung nimmt ab, die Gesundheit nimmt ab.
also wieso sind das altes Bilder? Wieso ist das nicht die Wahrheit oder die Realität? Wir sagen weil wir nicht in die Zukunft sehen können. und wenn sie sich die Studien anschauen zum Beispiel zur kognitiven Leistung Die Unterschiede innerhalb einer Altersgruppe in kognitive Leistung sind größer als die Unterschiede zwischen zwei Altersgruppen.
Das heißt, anhand von einer kognitiven Leistung kann ich nicht sagen wie eine Person alt ist. Wenn wir aber sagen mit dem Alter wird es immer schlimmer dann ist das so ne pauschale Aussage diese Heterogenität die wir im Alter also in jeder Altersphase aber besonders im Alter haben völlig außer Acht lässt.
Und das ist der Unterschied zwischen altes Bildern und der Realität. Die Realität ist einfach vielfältiger als das Bild. Einer der Merksätze, also der merkwürdigen, bemerkenswerten – ist er besser raus so glaube ich! In ihrem Buch ist ja Alter die diverseste Phase im ganzen Leben. Also es jetzt nicht ihre Erfindungen aber muss man mal wieder ins Schaufenster stellen und sich klar machen.
Was ich glaube, was Ihre Erfindung ist und was sich ganz toll fand, ist so eine Unterteilung in verschiedene Alterstypen in bestimmten Lebensbereichen. Da ist mir der John Wayne Typ, sondern das ins Auge gefallen. Können Sie mal die Systematik ein bisschen erklären oder den John Wayne-Typ? vielleicht erkennt sich jemand wieder?
Ja es ist übrigens nicht unsere Erfindungen, das ist tatsächlich auch aus der Forschung. Das ist ein Typ von einem guten konservativen Amerikaner, so wie man sie sich ja vorstellt. Die sind eher rechtspolitisch, vertreten diese traditionellen Werte und sind gut aufgestellt in der Gesellschaft aber auch ein bisschen ... Ja, also sehr traditionalistisch unterwegs.
Das ist ja ein Typ dem wir haben hier auch diesen Golden-Ager das ist ja vielleicht das bekannteste da sind die älteren Personen die noch fit sind viel reisen viel konsumieren dass es ja auch die Wirtschafts- also die Zielgruppe der Wirtschaft und der Werbung Die sehen wir in den Werbungen, da sind die Golden Ages.
Also die werden dort angesprochen und dann haben ja aber auch das Bild des alten gebrechlichen Menschen. Das haben ja auch. also diese Bilder sind die leben quasi nebeneinander in unseren Köpfen. Gut, der John Wayne Typ haben Sie jetzt gerade gesagt ist so der konservative Amerikaner. Aber die gibt es auch als Deutsche, ne?
Die gibt's ja vielleicht in jeder Ausgabe, in einer deutschen Ausgave. Es führt mich aber dennoch zur Frage. Becker Levy wir hatten sie schon mal erwähnt hat die Altersbildlawine losgetreten, als sie in einem Studienaufenthalt in Japan hatte. Als junge Frau, als junger Wissenschaftler und bemerkt hat was eigentlich jeder Tourist merken kann ist mir auch aufgefallen.
Die gehen anders mehr im Alter um. Wir haben ja beispielsweise diesen Feiertag für die alte Generationen. bei uns ist es ein UN Gedenk-Tacht an dem keiner denkt aber die feiern das wirklich. Er führt mich jetzt aber zu der Frage Welchen Unterschied macht es in welcher Kultur oder anders gesagt wo ich alt werde?
Ein großer Unterschied, weil wir eben die Altersbilder übernehmen. Weil sie dann auf uns wirken, macht das natürlich einen Riesenunterschied, wo wir groß werden und auch wachsen. In Japan ist Alte sehr hoch geschätzt, sehr wertgeschätzt. In China war das ja auch lange Zeit so. jetzt die letzten Studien zeigen dass die Altes bildet dort Fendenziell sogar negativer werden, hat ja auch mit der demografischen Entwicklung dort zu tun und mit dieser Einkindpolitik die dann zur demografische Ungleichheit geführt hat.
Und auch bei uns hat sich historisch sehr viel verändert. also es gibt eine auch mit Autorin Bekalevi eine sehr bekannte Studie Sprache in allen schriftlichen Werken angeschaut hat, in den letzten zweihundert Jahren und gefunden hat dass ich eigentlich linear über diese zweihundert Jahre die altes Bilde von Positiven zu Negativen entwickelt haben.
Was so paradox ist weil wir länger leben, wir leben länger gesund und trotzdem habe mir negativere Bilder über das alte und ich hab neulich an einer Konferenz den Erstautor dieser Studie Ein Vortrag von ihm gehört und er hat das erklärt damit. Aber da, wo sich es vom Positiven ins Negative entwickelt hat ist eigentlich genau die gleiche Zeit, wo wir im Gesundheitswesen begonnen haben viele Möglichkeiten zu haben, viele Krankheiten zu heilen Und das hat paradoxerweise dazu geführt dass das Alte zu einem Gesundheitsproblem wurde.
Das heißt wie ihr sehen das nicht mehr in der Heterogenität und den positiven und negativen Seiten, die wir früher gesehen haben. Sondern betrachten es nur noch als Gesundheitsproblem. Es gibt ja auch diesen Bestzeller, dass irgendwie Alte ist eine Krankheit, die man heilen kann. Wenn wir dieses Bild haben, ist das natürlich negativ.
Ja jetzt sind wir nicht ganz unerwartet beim Beilongevity angekommen ohne das bisher so genannt zu haben. Das ist ja der neue Hype. Also die amerikanische Westküste, an der gibt es nicht nur Bicca Livi... Die ist in Stanford glaube ich jetzt oder? Da gibt's ja auch ein paar Milliardäre, die vom ewigen Leben träumen, dass sie insbesondere selbst erfinden und generieren.
also die sachliche Frage wäre jetzt Anti-Biohacking. hundert wird das neue siebzig. Ist das eine gute Entwicklung? Aus der psychologischen Perspektive würde ich sagen, nein. Es ist eine gute Entwicklung so lange wir als Gesellschaft alle davon profitieren und wenn wir das schaffen die Gruppen damit länger gesund und länger leben zu lassen, die heute benachteiligt sind.
Aber wir wissen alle, sei mir ehrlich. Das ist nicht das Ziel der Longevityforschung. Das Ziel ist eben den privilegierten Gruppen noch ein längeres, noch ein gesünderes Leben zu ermöglichen und das sehe ich gesellschaftskritisch Und aus psychologischen Perspektive sehe ich das auch kritisch weil der Fokus sehr stark auf die körperliche Gesundheit und eben die Lebenslänge gesetzt wird und viel weniger den Inhalt des Lebens und wie sinnvoll das Leben ist, und wie zufriedenstellend das Leben isst.
Und das bleibt auf der Strecke weil der Fokus einfach ganz in die andere Richtung geht. In einer der letzten Episode habe ich mit Sven Gaborjanski Zukunftsforscher gesprochen und er sagte wer im Jahr zweizig fünfunddreißig noch halbwegs fit erlebt hat eine gute Chance hundert zu werden Wenn er sich's leisten kann, sag ich mal.
Man sagt, ob die Krankenkassen das bis dahin übernehmen? Das ist nur nicht geklärt. Gut haben wir hat jeder eine subjektive Prognose, ob das so sein kann. Kommen wir zurück zu ihrer Wissenschaft. Sie warnen zugleich vor übertrieben positiven Altersbildern. Wie merke ich dann ab wann ich nicht mehr gut positiv bin, negativ positiv bin Super positiv.
Ich glaub Man wächst ganz schnell, wenn man nichts tut. Wenn man das Gefühl hat mit Alte wird alles besser? Einfach automatisch! So wie wir viele annehmen mit Alten wird alles schlechter, automatisch. Das hindert uns ja auch daran irgendetwas zu machen. aber dieses... wenn ich wirklich so ein Märchenbild vom Alter habe dann muss sich hier auch nichts machen.
und wir wissen wir müssen was machen sonst passiert nichts. also Das dann ist dieses sehr positive Bild schädlich. Ja, wir müssen was machen! Halten wir das mal fest. Famous last words von Professor Jana Nikitin im ersten Teil unseres Gesprächs über Elters Bilder und die Selbstwirksamkeit und die Möglichkeiten damit umzugehen.
Was kann man machen gegen die Mythen, gegen die falschen Erzählungen übers Alter? Darauf gehen wir in Teil zwei in einer Woche ausführlich drauf ein. bis dahin könnt ihr im Buch lesen den Hinweis in den Show Notes natürlich und ansonsten hören wir uns wieder in einer.