Liefers + Broicher

5. Spielen wir Gott? Der Wert des Lebens und der Traum vom besseren Menschen

Samstag, 12. September 2026 · 43 min

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Shownotes

Der Mensch will sich mit seinen Grenzen nicht abfinden. Aber wäre ein Leben ohne Ende überhaupt erstrebenswert? Oder macht gerade die begrenzte Zeit unser Leben wertvoll?
Live aus dem IFA-Sommergarten sprechen Jan Josef Liefers und Alexander Broicher über den Traum vom ewigen Leben, die Versuchung, den Menschen zu verbessern, und die Frage, ob wir alles tun sollten, was wir können. Wo verläuft die Grenze zwischen Krankheiten heilen und Menschen nach Wunsch erschaffen? Wer bestimmt, was am Menschen eigentlich „besser“ werden soll? Und wächst mit unseren technischen Möglichkeiten auch unsere Fähigkeit, verantwortungsvoll damit umzugehen?
Zwischen Zukunftslust und Größenwahn geht es dabei immer wieder um uns selbst: Was erhoffen wir uns von all dem Fortschritt? Mehr Zeit, mehr Freiheit, mehr Leben? Und warum gehen wir mit der Zeit, die wir schon haben, oft so um, als hätten wir unendlich viel davon?

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Und Bräucher. Hallo, da sind wir wieder. Ja, wunderbar. Wir spielen heute live auf der IFA im Sommergarten. Und wir haben heute mal eine interessante Frage mit Quatsch. Spielen wir eigentlich Gott? Sind die Menschen eigentlich dabei, sich ständig zu optimieren? Aber verlieren wir eigentlich unsere Basis?

Also gerade bin ich ein bisschen über die IFA gegangen und habe mir das eine oder andere angeschaut. Und die Frage drängt sich schon hier oder da mal auf. Das muss ich sagen. Aber, dass wir Gott spielen wollen oder dass wir in ganz wesentlichen Lebensfragen, dem Schicksal eine andere Richtung geben wollen, das ist schon sehr alt.

Zum Beispiel die Idee von Unsterblichkeit, dass wir ewig leben, die ist, ich glaube, eines der ältesten Schriftstücke ist die Gilgamesch-Epos. Hast du schon mal davon gehört? Das ist 4000 Jahre alt und da geht es im Grunde genommen schon um das ewige Leben. Also das ist im Grunde so alt wie die Schrift überhaupt.

Und seitdem träumen wir davon, Diese Angst vor unserem eigenen Ende zu überwinden und irgendwas zu erfinden, was das einfach unendlich in die Länge zieht. Das heißt, du glaubst, es ist eigentlich, weil wir uns selber so als Mangel wahrnehmen, weil wir sterblich sind, weil wir leid, weil wir Schmerzen haben, weil wir gerade wenn man krank ist oder alt ist, sozusagen eigentlich sich nichts mehr wünscht, das Leben zu verlängern. Ich glaube, das ist unser Problem.

Wir haben immer Hunde gehabt und auch Katzen bei uns zu Hause und ich würde jetzt mal denken, die wissen davon nichts. Die wissen, während sie da leben und fröhlich in unserem Garten rumtollen, nichts davon, dass das unter Umständen bald ein Ende haben kann. Und als sie dann von uns gingen, die ersten beiden, war das ein richtiges Drama, aber nicht für die Tiere, sondern für uns, die wir zurückbleiben.

Und wir wissen das, wir haben dieses Bewusstsein von unserer eigenen Endlichkeit und das ist was, was viele Leute sehr erschreckt und viele Leute ängstigt und, unter Umständen auch in so eine Ecke führt, wo man sich fragt, wenn wir doch am Ende dann in so ein schwarzes Nichts fallen, verschwinden, als hätte es uns nie gegeben, wozu dann eigentlich das alles?

Und die Frage würde sich automatisch nicht mehr stellen, wenn wir ewig leben könnten, wie zum Beispiel manche Tiere. Es gibt eine Qualle, die heißt Unsterbliche Qualle. Das überrascht mich immer wieder hier. Das ist ja erstellig. Ich wusste nicht, dass es die gab. Ich bin zufällig drauf gestoßen. Die hat den schönen Namen Turitopsis Dornii.

Du hast ja Latein gehabt in der Schule, oder? Ja, die wäre Dornqualle. Ja, Dornqualle. Und der hat die irgendwie erfunden und dann wurde sie nach ihm benannt. Diese Toritopsisqualle, die besitzt die Fähigkeit in Stresssituationen, zum Beispiel bei Verletzungen, auch wenn sie in der Mitte durchgerissen wird oder irgendwas passiert.

Die Uhr zurückzudrehen bis hin zum Polypenstadium. Das heißt, die macht im Grunde genommen ein Reset auf ihre Kindheit, statt zu sterben. Moment. Und das kann kein Wirbeltier sonst. Und man weiß noch nicht genau, wie sie es macht, aber sie macht es. Sie kann es. Diese Qualle und unsere Probleme nicht. Das hast du auch in einer seriösen Quelle gelesen?

Ja, würde ich jetzt mal. Okay, also das ist ganz interessant, weil das erinnert mich ein bisschen an Stammzellenforschung. Stammzellen ist ja quasi die Idee, auch den Menschen zu heilen, indem man aus einer Stammzelle jedes Organ entweder reproduzieren oder heilen kann. Also eine Stammzelle, ursprünglich die ersten Zellen, aus denen der Embryo entsteht, die können alles werden. Also eine Stammzelle kann ein Haar werden, ein Knochen oder jedes Organ bilden und ist sozusagen erstmal rein, also ganz, ganz urrein.

Das stellt eigentlich doch die interessante Frage, also nutzt uns vielleicht gar nicht das Leben ab, sondern ist Altern ein biologisch eingeschriebener Prozess, der in unseren Zellen steht? Ist es ein Programm, dem wir genauso folgen, wie das aus einer Stammzelle in der Nase wird? Es scheint so. Okay, dann müsste man es ja auch sozusagen reverse-ingenieren können, also richtig bauen, rückinterpretieren können. 2012 gab es einen Nobelpreis für einen Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin, ich weiß nicht, ob es ein Mann ist oder eine Frau, Yamanaka.

Und es gibt vier Transkriptionsfaktoren. Für jede ausgereifte Zelle ist es theoretisch möglich, die so weit zurückzudrehen, bis in dieses sogenannte pluripotente Stammzellen-Stadium. Also wo eine Zelle komplett vergisst, ob sie eine Leberzelle war oder eine Nierenzelle, so weit zurück könnte man es theoretisch nur über vier Transkriptionsfaktoren zurückdrehen. Okay, was heißt das jetzt in einfacher Sprache, so dass ich es verstehe?

Ich habe es auch nicht verstanden, ich kann es dir nicht einfacher erklären. Das hat auf jeden Fall zu tun mit unserer Genetik. Während unserer DNA ja im Grunde genommen mehr oder weniger mit unserer Geburt festgeschrieben ist, die Erben ja von unseren Eltern, und sich nicht allzu sehr verändert, ist die Epigenetik eben etwas, von dem man noch nicht so lange weiß.

Und das ist im Grunde genommen das epigenetische Programm, nach dem wir unter anderem auch altern. Und das ist ein Programm und Leute wie Elon Musk sagen ganz, ganz cool, ohne aufgeregt zu werden dabei, dass man jedes Programm umprogrammieren kann und auch zurückdrehen kann. Naja, es klingt ja auch so, wie die Qualle das kann, also wie immer sie es macht und ich glaube im Reagenzglas funktioniert das ja auch schon.

Eine Stammzelle kann in alles übersetzt werden. Ich habe letztens ein Video gesehen, eine israelische Klinik, da hat sich jemand darauf spezialisiert, Wirbelsäulenbrüche zu heilen. Also Leute, die durch einen Unfall oder durch eine Kriegstätigkeit sozusagen querschnittsgelähmt sind. Man kann sich ja so vorstellen, dass die Wirbelsäule oder das da durchlaufende wie so ein Kabel ist, was alles mit dem Gehirn verbindet. Und wenn die unterbrochen ist, kannst du deine Beine zum Beispiel nicht mehr steuern.

Und die können also diesen kleinen Bruch in diesem Kabel heilen, indem sie dort gezielt Stammzellen einspritzen. Und das kann dann wieder zusammenwachsen. Das ist unfassbar. Nervenzellen wachsen nämlich sehr stark. Du selber hast ja gestern so ein Video geteilt, wie so neuronale Verbindungen. Das kann man auf einem Elektronenboskop sehr gut sehen.

Und auch das ist also schon durchaus möglich. Also in so kleinen einzelnen Schritten ist das schon möglich. Ich glaube, bis man jetzt eine neue Leber oder ich würde mir gerne ein neues Gehirn wünschen. Das dauert noch ein bisschen. Ich würde mir überhaupt eins wünschen. Das muss gar nicht neu sein. Ja, genau.

Ja, naja, also kurz rum, ich glaube, wir sind da schon irgendwie an einer ganz interessanten Schwelle und vielleicht können wir ja so, kann jetzt gerade dieser alte Menschheitstraum vom ewigen Leben oder zumindest vom verlängerten Leben auch mal wahr werden. Also mal abgesehen von der Qualle, es gibt ja ein Tier, das kann man in jedem Zoo besichtigen, das heißt Nacktmull.

Aha. Hast du schon mal Nacktmull gesehen? Das hat aber kein Fell, das lebt in so Erdlöchern und ist halt nackt, deswegen heißt es. Nicht wahnsinnig ansehnlich, aber dieser Nacktmoll zum Beispiel, Nacktmolle haben 0% Krebs. Die haben keine Zellmutationen im Verlauf ihres Alters und sie altern auch nicht, nach üblichen Maßstäben.

Also die sogenannte Gomperz-Kurve, so heißt die, nach der altern wir zum Beispiel. Also wir altern, das kann man dann so als Kurve darstellen und irgendwann sind wir hinüber. Und dieses Muster erfüllt der Nacktmull nicht und auch da wissen wir noch nicht genau, warum er das eigentlich nicht tut. Warum er da so einen eigenen Plan versorgt.

Von Tieren lernen heißt siegen. Ja, scheint so zu sein. Aber was sind die falschen Haustiere? Die Frage ist natürlich auch, wenn man mal weggeht von der puren Biophysik, wenn man jetzt ewig leben würde, wozu eigentlich? Das Konzept von Leben und Tod hat ja auch was. Also zu kommen, eine Zeit zu haben und dann wieder zu gehen.

Das ist ja nicht erstmal, warum man das ändern muss. Nicht nur, dass wir hier immer mehr Leute werden würden, wenn wir sterben, wir würden auch immer älter werden. Wo soll die Rente herkommen? Sehr gut, praktisch gedacht. Aber beispielsweise das Prinzip, dass sozusagen etwas erst Wert da ruhig hat, dass es limitiert ist.

Das gilt ja auch fürs Leben. Also ich sag mal, künstlerisch kann man das ja sozusagen in diesen Vampirfilmen ganz gut, oder Vampirromanen, in der Vampirgeschichte, die natürlich eine fiktionale ist, ablesen. Sie langweilen sich ja immer wahnsinnig. Oh, den Scheiß höre ich schon seit 400 Jahren von euch Menschen, ja. Mein Gott, ich kann halt nicht sterben.

Aber jetzt ohne Witz mal, ich weiß nicht, kennst du den Werber Jean-Rémy von Matt? Der hat lange diese Werbemiteur von Matt gemacht. Der baut sogenannte Lebensuhren, die er nur für jemanden individualisiert. Die zählt nur noch das verbleibende Leben. Also das ist eine Uhr, die zeigt dir noch, wie viele Tage, Stunden und Minuten du hast.

Das heißt, auf deiner Uhr läuft dein Leben rückwärts. Was dort einprogrammiert ist, ist sozusagen dein angenommenes Todesdatum nach einer Versicherungsmathematik. Denn in jeder Lebensversicherung haben die so eine Tabelle, die sagen, bist dann und dann und dort geboren, ist alt, weiß, männlich und du stirbst im Mittel in diesem Jahr. Und warum zeigst du da auf mich die ganze Zeit?

Also du weißt, was ich meine. Die Idee dahinter ist natürlich, deinem Leben mehr Sinn zu geben oder dem mehr Sinnhaftigkeit zu geben, weil du weißt, es ist endlich. Und durch die Endlichkeit sollten uns ja eigentlich auch der Wert des eigenes Lebens und der eigenen Zeit in jeder Minute, die wir hier sind, eigentlich deutlich werden.

Aber in Wahrheit, und das muss ich dich jetzt zurückfragen, ist es ja so, fühlt es sich doch eher so an, als dass man so von einem Alltag aufgefressen ist, dass man sich wegen Kleinigkeiten ärgert, der man im Autoverkehr aufregt, mit dem Partner streitet, über eine Zahnpastatube oder Kleinigkeiten, das das Leben so schwer macht, statt es zu genießen wie so ein easygoing Nacktmulch.

Ja, also ich versuche schon, ich versuche schon, je älter ich werde, umso bewusster. Je älter du wirst, sagst du? Ja, das war mir früher egal, als ich so ganz jung war. Da gab es sowieso keinen Gedanken an Zeit und dass das hier nicht ewig weitergeht. Aber inzwischen ist ja einiges passiert und ich habe selber Kinder, bin sogar schon Opa geworden. Das heißt, da sieht man schon, dass.

Wie es weitergeht. Und wenn etwas weitergeht, dann muss etwas anderes auch enden. Also mit diesem Bewusstsein sind wir groß geworden. Also ich jedenfalls bin damit groß geworden und ich kann mir jetzt erstmal nichts anderes vorstellen als das. Dann kommt ja noch hinzu, wenn du jetzt, es gäbe jetzt eine Tablette und du hättest die essen und die Tablette macht, dass du 25 Jahre länger lebst, die kriegst du ja hintendran, die 25 Jahre. Ich könnte sie aber jetzt gebrauchen.

Also das. Ist so dieser Traum, so wie es jetzt ist, so soll es für immer bleiben, den auch Faust, wenn wer sich noch erinnern kann in der Schule an Faust von Goethe, der Augenblick, der doch verweilen soll. Übrigens bei einer Vorstellung. Die ist in meiner Vorstellungskraft nicht enthalten. Ja, ich verstehe, was du meinst. Übrigens, wenn du Faust sagst, muss man ja auch direkt darüber sprechen.

Faust macht ja einen Pakt mit dem Teufel, mit Vephisto, um sozusagen mehr Kraft und das Leben auszukosten und mehr und mehr Macht zu haben. Im zweiten Teil übrigens ja den Homunculus, ja auch dann bildet eine menschähnliche, Maschine. Ich glaube, dann könnten wir gleich auch nochmal über die Roboter sprechen, die ja auch viel hier rumfahren. Und viele haben schon davon erzählt, dass sie die Roboter gesehen haben.

Aber lass uns mal kurz mal Faust... Doch, die blöden Roboter klauen uns hier die ganze Show. Ja, ja, die Leute sind alle bei den Roboter. Uns hat vorhin jemand erzählt, die haben sich ja gestern, das sind so Kampfroboter, die kämpfen miteinander. Und die Leute, die direkt daneben standen, also die meisten haben das natürlich erstmal beklatscht, das ist ja auch toll so zu sehen, aber die direkt daneben standen, denen ist eigentlich Angst und Bange geworden.

Aber lass uns mal kurz bei dem Faust bleiben. in den Faust und dort heißt es ja sozusagen, dass diese Selbstverlängerung des Lebens eine totale Ambivalenz herstellt und auch ein totales Leiden erzeugt, weil der Mensch sich ja, gerade dadurch eigentlich erst in seiner eigenen Schwäche so bewusst wird, seiner eigenen Endlichkeit.

Also einfach, dass wir dieses sehr fragile System aus Fleisch und Blut sind und das halt einfach irgendwann leiden und sterben muss. Und ich glaube, dieser Pakt mit dem Teufel wird ja ganz bewusst bei Faust doch deswegen so beschrieben, dass es ein Druckschluss ist. Glaubst du, es ist ein Druckschluss? Ewig leben wäre was Schönes?

Das wäre ein Vampir sein. Ein Vampir? Nee, ein Vampir möchte ich nicht sein. In so einem Sarg schlafen. Ohne diesen Blutscheiß. Nur ewig leben. Ja. Keine Ahnung, kann ich dir nicht wirklich beantworten. Da fehlt mir so eine hundertprozentige Antwort. Weil ein Teil in mir möchte das schon. Und ein Teil in mir möchte auch sein Leben auf jeden Fall verlängern.

Ich will viel noch mitkriegen. Von dem, was hier passiert in der Welt. Ich möchte selbst noch, ich könnte mir nicht vorstellen, mich zur Ruhe zu setzen. Ich habe noch keine Erschöpfungszustände in mir. Ich werde nicht lebensmüde. Im Gegenteil, ich erlebe jeden Tag so viel und sehe so viele neue Dinge und erfahre so viele neue Geschichten und ich würde gerne wissen, wie gehen die weiter und was könnte mein Platz sein?

Dann werde ich dann irgendwann nur Zuschauer sein oder bin ich noch ein bisschen beteiligt dran. Und ich möchte natürlich auch für meine eigenen Nachkommen, zugänglich bleiben. Und ich finde das toll, wenn die mich nach ihrem Rat fragen, obwohl sie selber schon Ende 30 sind und trotzdem gerne noch wissen würden, wie ich die Sache sehe. Weil wir ja auch.

Wir können so viel jetzt schon machen mit CRISPR, ich weiß nicht, so eine Technologie, wir können in unsere DNA reingehen, wir können die editieren. Ich weiß nicht, ob du dich noch erinnern kannst, 2018 ist der chinesische Biophysiker, auf dessen Namen ich jetzt nicht komme, irgendwas mit Yangku oder so ähnlich, hat er mit CRISPR Zwillinge produziert, also Menschen und Zwillinge produziert, die HIV-resistent waren.

Ach wirklich? Ja, und er ist dafür in den Knast gegangen. In China? Er ist jetzt aber wieder raus und macht fröhlich weiter, glaube ich. Also CRISPR, müssen wir vielleicht mal dazu sagen, das ist eine sogenannte Genschere. Damit ist man in der Lage, bestimmte Gensequenzen aus dem menschlichen Genom oder aus einem Genom einer Zelle zu entfernen oder einzufügen.

Also kann man sich so vorstellen, dass das so ein Band ist, diese Doppelhelix und dass man einfach ein Stück rausschneidet und etwas anderes einfügt oder etwas entfernt, was zum Beispiel krank macht. Nur, dass man das vielleicht nochmal kurz erläutert. Richtig, genau. Und damit könnte man ja theoretisch sich vorstellen, das ist jetzt ein Elternpaar und die wollen ein Kind zusammenbekommen und die gehen jetzt zum Arzt und lassen sich komplett durchchecken, die ganze DNA sequenzieren und da sind so zwei, drei Risikofaktoren, vielleicht auch noch ein Vierter dabei und dann kommt jemand und sagt, wollen wir die bei ihrem Kind komplett ausschalten?

Können wir machen. Machen wir mit dieser kleinen Genschere, schnipp, schnapp und machen das andere, reparieren das und dann ist das in Ordnung. Und Ihr Kind wird niemals, definitiv niemals an der Krankheit erkranken, wo wir jetzt hier das Risiko bei Ihnen gefunden haben. Und wow. Aber wer sagt denn dann nein? Ich weiß nicht. Wer sagt denn bei so einer Frage nein? Aber Entschuldigung, da muss ich doch mal ganz kurz einhaken.

Du erinnerst dich doch an das erste geklonte Genprodukt. Das war Dolly des Schaf. Dolly des Schaf? Kennt ihr es noch? Und Dolly ist ja ganz schnell gestorben. Also Dolly war im Labor geklont worden. Es gab also Dolly 2, war genetisch genau der gleiche Zwilling und Dolly hatte quasi gar keine Überlebenschancen.

Also wir müssen nochmal über den Preis der Sache sprechen, weißt du? Wir haben ja nicht umsonst, steht ja hier über der Folge auch, spielen wir Gott, vergreifen wir uns an der Schöpfung oder an etwas, was einfach größer ist als wir. Nur weil wir vielleicht die ersten Schritte gemacht haben, zu verstehen, wie dieser Code, wie dieser menschliche Code programmiert ist.

Ja, wir spielen definitiv Gott und in der Wissenschaft ist das vielleicht sogar ein ganz wichtiger Antrieb in dieser... Auf diesem Weg zu gehen und immer noch mehr, noch mehr, noch mehr darüber zu verstehen. Und dass Dolly jetzt gestorben ist, weil vielleicht bei diesem Klon irgendwas schief gelaufen ist oder weil wir doch noch nicht hundertprozentig verstanden haben, was Eingriffe in die DNA möglicherweise an ganz anderen Stellen dann verfolgen haben.

Ganzheitlich. Das heißt nicht, dass es nicht passieren wird. Ich bin ja auch. Nicht, dass ich mir das wünsche, aber ich glaube, also da mache ich mir keine Illusionen, ich glaube, da bin ich Realist, was gemacht werden kann. Wird irgendwo auf der Welt auch gemacht werden. Und ethische Überlegungen, Gesetzgebung, das vielleicht eindämmen oder auch so erstmal, dass das erstmal geheimer gehalten wird.

Aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, so wie ich die Menschen kenne und auch die Wissenschaft so erlebe, dass jemand freiwillig auf die Möglichkeit verzichtet, hier etwas zu schaffen, was noch nie jemand anders gemacht hat. Und in dem Moment ein bisschen sowas zu sein wie Gott für diesen einen kleinen Augenblick.

Wie siehst du das? Also ich gebe dir recht, in der grundsätzlichen These, dass ich auch glaube, was möglich ist, wird gemacht. Und die Menschen sind so irre, dass sie einfach alles ausprobieren, auch Dinge ausprobieren, die sie selber auslöschen kann. Die Atombombe. KI. KI, wir haben darüber gesprochen in einer letzten Folge.

Wir haben hier eine ganze Riesenmesse von uns rum gerade. Und das ist Fortschritt? Aber eine Sekunde, wäre dann, wenn du sagst, das Klonen, wäre dann der nächste Schritt, Menschen zu klonen, nach dem eigenen Abbild. Weil dann könnte man ja auch Designer-Babys machen. Dann könnte man sagen, ich hätte gerne so Augen, die haben so schöne Augen wie deine.

So grau, braune, grüne Augen. Ich habe eine Brille, also das kann nicht so gut sein. Ich würde nicht mehr rückgehen, würde ich auch tauschen die Augen. Nein, aber du weißt, was ich meine. Und dann irgendwie die Intelligenz von Einstein, aber vielleicht ohne den Atombombenerfindung. Und du weißt, worauf ich hinaus will. Designer-Babys ist ja der nächste Schritt.

Oder ist es vielleicht noch gefährlicher, weil du hast China gesagt, sind es vielleicht geklonte Menschen, die deine Armee bilden. Also das ist realistischer. Ich glaube nicht, dass zwei Menschen sagen, wir möchten gerne ein Kind zusammen haben und dann hingehen und wie in so einem Katalog sich eins basteln.

Ich glaube, das ist bei uns, wenn wir sagen, wir wollen ein Kind, dann wollen wir uns in dem Kind ja fortsetzen, fortschreiben und wir wollen uns auch wiedererkennen in unseren Kindern. Mit denen unsere Kinder sollen uns ähnlich sehen oder ähnlich sein. Und wir würden nicht hingehen und sagen, oh, ich hätte gerne so ein Kind, also meine Frau ist zwar rothaarig und ich bin schwarz, aber ich hätte gerne so ein blondes Kind mit so blauen Augen und so süßen Sommersprossen, können wir so irgendwie einbauen und können wir dann vielleicht noch, der Mund soll so sein.

Also das ist unwahrscheinlich, dass Menschen ab diesem Weg beschreiten. Allerdings würden sie vielleicht anders darüber denken, wenn man sagt. Wir können genetisch erzeugen, dass ihr Kind niemals krank wird. Und wir können den IQ ihres Kindes gleich mal um 50 nach oben setzen. Wenn ich Sie beiden Eltern angucke, wäre das, glaube ich, eine gute Idee zum Beispiel.

Dann würden doch die Eltern sagen, ich bin dabei, machen Sie das. Ich möchte für mein Kind die besten Voraussetzungen und wenn es mir dann noch ähnlich sieht und so ein bisschen so guckt, wie mein Mann und ein bisschen so den Humor hat von mir, können Sie das bitte machen. Dann würde ich denken. Das hätte eine Chance, dieses Geschäft, wenn das jemand anbietet.

Aber weißt du, was ein bisschen dagegen spricht? Ich glaube, es würde auch komplettes Design sein. Denk doch mal an die Samenbanken. Denk doch mal, in Amerika gibt es Zahlen, Leute bei einer künstlichen Befruchtung für High-Intelligence-Sperma viel mehr als für so ein ganz normales, dahergelaufenes von irgendeinem, von deinem eigenen Mann, sage ich mal. Rosen.

Moderator oder Podcaster. Wer will das denn? Ja, so und da wird sozusagen schon sehr stark nach den Spendermerkmalen entscheidet der Preis. Und es gibt schon Leute, die dann sagen, mir egal, ob es männlich ist, Hauptsache es hat danach die besten Chancen im Leben. Gesundheit, Intelligenz, Bildung, Einkommen, das ist schon...

Aber wenn wir evolutionär mal zurückgucken, ist das sich sowieso auch immer schon so ein bisschen so passiert. Also im Tierreich, da müssen dann vier Männer, männliche Tiere gegeneinander kämpfen und der übrig bleibt, ist der erste Bursche und der darf dann, Party werden. Diese Form von Sozialtawinismus haben wir ja nur einfach jetzt nicht mehr unbedingt. Ja, aber es ist doch eigentlich nur eine Weiterführung dessen.

Ja schon, aber der Mensch ist ja sozusagen quasi einer kulturellen Leistung und in seiner Gesellschaftlichkeit ist er ja nicht mehr in diesem tierischen Zweikampf um Rangfolge. Und Rangfolge wird bei uns ja definitiv auch, glaube ich, anders definiert als durch körperliche Stärke. Sonst wäre jeder Bodybuilder hier Kanzler.

Und vielfacher Vater. Ja, sehr vielfacher Vater. So, aber jetzt nochmal zurück zu den Räumen. Aber pass auf, es wird, also die Wissenschaft macht ja schon, was es zum Beispiel gibt, ist eine mitochondriale Ersatztherapie. Mitochondrien, damit habe ich mich mal beschäftigt, weil ich so ein Rechtsmediziner spiele, in einer berühmten deutschen Fernsehreihe namens Tatort.

Und wir haben ja diese DNA und Zwillinge haben die identisch. Und wenn jetzt zum Beispiel Zwillinge sagen würden, wir überfallen eine Bank, aber nur einer von uns macht das und die erwischen uns nicht. Und dann würde man DNA finden, dann könnte man nicht nachweisen, welcher von den beiden das jetzt gemacht hat. Das ist aber die Grundlage für eine Verurteilung.

Das heißt, die beiden wären fein raus, würden sagen, wir sind Zwillinge. Und einer von uns war es, aber wir wissen leider nicht was, wir sagen es nicht und ihr könnt es nicht rauskriegen. Jetzt gibt es aber doch eine Möglichkeit, eineige Zwillinge auch genetisch voneinander zu unterscheiden. Und da müssen wir in den Zellkern reingehen, in die Mitochondrien.

Das sind, wer es jetzt nicht parat hat, die Zellkraftwerke. Die sitzen im Zellkern und die Mitochondrien haben eine eigene DNA, die sogenannte Mitochondrial-DNA und in der würden sich auch Zwillinge unterscheiden lassen. Im deutschen Rechtssystem ist es nicht möglich, in diese mitochondrial-DNA reinzugehen.

Das hat mit dem Dritten Reich zu tun und, mit diesem ganzen Rasse-Lehren. Deswegen geht das nicht. Es ist verboten, aber man könnte es machen. Es gibt eine mitochondriale Ersatztherapie und die macht es theoretisch denkbar, Dass ein Kind, wo diese Therapie angewandt wird, DNA von seinen beiden Eltern hat plus von einer dritten Person, die nämlich die Mitochondrial-DNA zur Verfügung gestellt hat und damit drei Eltern hat.

Das konnten wir uns ja bis eben auch nicht vorstellen. Das stimmt, das stimmt. Übrigens gibt es ja den Fall, in Berlin gab es ja einen Einbruch ins KDW von Zwillingen, die konnten nicht nachgewiesen werden. Genau, genau. Und das ist natürlich eine super Masche, wenn. Man halt so drauf ist. Ich hoffe, hier ist niemand so drauf.

So, ja. Okay, das ist auf jeden Fall super spannend. Das heißt, wir müssen immer weiter in die Details rein. Aber ich will nochmal zurück zu den Robotern, die wie gesagt ja hier auch irgendwie eine große Rolle spielen. Und ein Roboter ist ja irgendwie lustigerweise, wenn es kein Industrieroboter ist, der jetzt irgendwie ein Auto schweißt, werden sie ja immer so ein bisschen den Menschen ähnlich gemacht.

Das ist ja eigentlich auffällig. Die sind in unserer Größe gebaut, die haben unsere Statur, klar, weil sie unsere Bewegungsabläufe auch uns abnehmen sollen. Aber man könnte ja auch sagen, es wäre viel praktischer, der wäre ein bisschen kleiner oder ein bisschen größer oder so. Also sie ahmen dem Menschen ja nach, das darf man ja nicht sagen.

Die sind ja im Grunde sowas wie ein verbesserter Mensch, der nicht schlafen muss, den man aufladen kann und der nie müde wird und die Befehle stets, also der bessere Ehemann sozusagen. Nie widerspricht. Ja, ich glaube, dass wir die so formen und so aussehen lassen, damit wir nicht so viel Angst haben davor, damit uns das irgendwie vertrauter wird.

Und die Idee, so jemanden, so einen humanoiden Roboter zu Hause zu haben, der nett aussieht und vielleicht auch viel lächelt und gute Laune verbreitet und den ganzen Abwasch macht, die Wäsche erledigt und, die Blätter im Herbst wegharkt und zwar rund um die Uhr still und leise und dann immer kommt und immer, wenn er mich sehen würde, würde er sagen, du siehst toll aus heute. Da ist es so schön, dass du hier wieder vorbeikommst.

Das würde ich mir ausprobieren, Börn. Das wäre mir gefallen. Ich merke schon, wie simpel du da denkst. Nein, Spaß. Also ich merke schon, wie einfach die Bedürfnisse sind, um die es geht. Nur so ein bisschen netzer. Ich will mir Instbarkeit. Natürlich will ich mir wie die meisten Menschen, die hier rumlaufen und sich diesen irren technischen Fortschritt anschauen, auf dieser ja wirklich weltgrößten Messe, das hast du mir gesagt, das ist die weltgrößte Technologie-Messe.

Sich das anzuschauen und zu denken, dass das alles nur für einen selbst gemacht wird. Das alles gibt es nur, damit es uns besser geht, damit wir mehr Zeit haben zum Tennis spielen, Lesch-Tennis spielen, Sudoku lösen, mit Freunden uns treffen, Songs schreiben, ins Theater gehen, alles, was wir so... Gerne rund um die Uhr machen würden. Und da ist vielleicht die Illusion dahinter, dass wir irgendwann gar nicht mehr merken, wer hier für wen da ist.

Und das ist so eine Befürchtung, die kann ich mir vorstellen. Ja, Yuval Harari hat mal erzählt über die Entdeckung des Weizens. Ich weiß nicht, ob du dich an das Kapitel erinnern kannst. Und er hat so in der Geschichte, die Geschichte der Menschheit versucht nachzuerzählen. Und er hat gesagt, wahrscheinlich war die beste Zeit die, als wir Jäger und Sammler waren.

Da haben wir wahrscheinlich anderthalb bis zwei Stunden am Tag gearbeitet. Dann haben wir eigentlich alles gefunden, was wir zum Essen brauchten. Wir haben uns sehr gut ernährt, sehr, sehr vielseitig. Jeden Tag was anderes. Mal eine Wurzel, mal ein Blatt, mal ein bisschen Fleisch, je nachdem, was gerade kann. Und dann wurde der Weizen entdeckt.

Und dann hat der Mensch sich den Weizen ausgesät und dann wurde er der Sklave. Dann wurde er sesshaft. Ja, wurde er sesshaft. Und klar, da war eine hohe Kaloriendichte mit dem Weizen. Man wurde relativ schnell satt und man hat den Leuten ohne viel Aufwand viel Kalorien geben können. Ja, aber man musste das Ding rund um die Uhr bewachen. Es musste bewässert werden.

Man musste die Wasser einmal ranschleppen. Dann kamen die Tiere und wollten diese Körner essen. Dann mussten die Tiere vertrieben werden. Und so wurden wir eigentlich zum Sklaven des Weizens. Es hat sich herzlich umgedreht, das Ganze. Der Weizen hat uns zwar ernährt, aber gleichzeitig haben wir kaum noch geschlafen und sind immer dicker geworden, weil ja auch wegen der Kohlenhydrate und dem ganzen Klebeiweiß da drin, ist ja gar nicht das Gesündeste, was wir essen können. Und so, Haben wir uns verändert, ohne es zu merken? Ja, also du weißt, ich habe dazu ein bisschen eine andere Theorie. Wir haben schon mal darüber gesprochen.

Ich habe nicht das Gefühl, dass es immer so einfach war mit dem Weizen. Die Leute haben trotzdem wahnsinnig viel gearbeitet und sind nicht durch den Weizen auf einmal davon. Aber ich glaube, die Menschen haben schon immer Maschinen erfunden, um zum Beispiel die Weizenernte einfacher zu machen. Erst so ein Pflug, den ein Tier gezogen hat, dann ein Trecker, jetzt automatisch, jetzt wird mit Drohnen überwacht, jetzt ist selbstständige Ernte und so weiter.

Ich glaube, und insofern, um jetzt nochmal den Schluss zum Roboter zu finden, ist, glaube ich, die Verlängerung unserer Arbeitskraft oder sozusagen die Erweiterung ist ja normal. Ich meine, wir sind hier in Berlin, Otto Linienthal hat sich diese komischen Flügel angeschnallt und versucht zu fliegen. Er hat irgendwie versucht, die menschlichen, wir können halt nicht fliegen, dem Vogel nachzuahmen. Oder alle möglichen Erfindungen haben versucht, unsere eigenen menschlichen Grenzen zu sprengen.

Nur wenn wir zurückgucken, dann verklären wir das so romantisch. Dann war das irgendwie so süße Anfänge der Technik und heute macht es uns Angst. Und das ist irgendwie schon komisch. Freud hat zum Beispiel gesagt, also Sigmund Freud, der Begründer der Psychotherapie, hat gesagt, Der Mensch ist ein Prothesengott, weil er ist im Grunde nur ein nackter Affe, der nichts kann.

Der nackt im Wind steht und jeder Hund kann schneller rennen als du, jeder Hund ist gefährlicher, jedes Tier kann draußen ohne Schutz schlafen oder ohne Schuhe kilometerweise laufen. Wir können ja im Grunde, wir sind so verfeinert, dass wir so schutzlos sind. Also wir sind so ein nackter Affe im Wind. Und Prothesengott, damit meinte er, dass wir aber durch unsere Geisteskraft es schaffen, uns Prothesen zu bauen.

Wir bauen Autos, um schneller zu fahren, als der Hund laufen kann. Wir bauen Flugzeuge, schneller als der Vogel fliegen kann. Und das alles ist uns eigen, weil es eigentlich unser Mangel ist. Aber unsere Intelligenz und unsere Kraft, unsere Geisteskraft, Erfindungskraft uns aus diesem Mangel befreit. Insofern würde ich sagen, das ist schon auch ein natürlicher Drang des Menschen.

Nur warum macht uns der Roboter so viel Angst? Na, ich weiß nicht. Mir macht er ehrlich gesagt jetzt erstmal gar nicht so viel Angst. Aber du beschreibst gerade so ein Bild vom Menschen als dieser geniale Erfinder und so, das ist er auch. Aber er hat auch eine Kehrseite und die ist so unglaublich dämlich, dass man es kaum glauben kann.

Wir ziehen in Kriege, weil wir anderen Leuten beweisen wollen, dass wir Recht haben, dass wir mehr wert sind als andere und funktionieren auf der einen Seite so hoch spezialisiert und so super klug auf so vielen Ebenen, und wir sind freundlich miteinander. Wir gehen in Krankenhäuser, wir spenden Blut für wildfremde Menschen, von denen wir noch nie was gehört haben.

Und gleichzeitig haben wir gar kein Problem damit, eine Waffe zu nehmen und einfach 50 Leute umzunieten. Bloß, weil wir Recht haben wollen und weil wir beweisen wollen, dass wir auf der richtigen Seite standen und dass die anderen die Feinde waren. Und wir verirren uns, wir schließen uns zusammen in kleinen Gruppen, die sich gegenseitig dann bekämpfen und wir brauchen Feindbilder.

Ohne Feindbilder wissen wir gar nicht richtig, wer wir selber sind. Und das ist wieder so dämlich und. So steinzeitlich. Das kriege ich zum Beispiel nicht zusammen. Also du glaubst sozusagen, dass wir den Fortschritt auch nutzen, nicht nur um unsere Fortschritt, um unseren Mangel auszugleichen, sondern auch um andere Menschen wiederum zu unterdrücken oder zu töten. Also du fragst im Grunde nach dem Preis des Vortrags.

Selbstverständlich, beides. Und die Kernspaltung hätte für viele friedliche Dinge benutzt werden können, ist sie auch. Aber es war eben auch sofort eine Bombe da. Das stimmt. Und was die angerichten kann, haben wir gesehen in Japan. Und was ist das? Was machen wir mit unserer Zeit, die wir hier haben? Also ich frage mich das oft. Ich sitze dann hier und denke mir, ich bin 1964 geboren.

Das war nicht nur im vorigen Jahrhundert, das war auch noch im vorigen Jahrtausend. Und es wird eine bestimmte Zeit geben und dann ist die abgelaufen. Und dann war es das. Das war meine Zeit hier auf Erden. Und meine Zeitgenossen, also einige sitzen jetzt hier unten. Du bist einer. Meine Kollegen, die ich so treffe. All die Menschen, die hier gerade auch während derselben Zeit mit mir zusammen auf der Erde sind, könnten sie im Grunde super gut miteinander haben, haben sie es aber nicht.

Und was ist das nun jetzt? Ist das jetzt besonders intelligent? Und da ist mir ein Roboter, der einfach rational handelt und, dem man keine Märchengeschichten erzählen muss, der kein Narrativ braucht vom tollen Volk, von der besten Nation auf Erden, die an den einzigen wahren Gott glaubt. Also all diese ganzen Storys, die wir uns erzählen, die braucht so eine Maschine nicht. Das heißt, du glaubst, nur weil wir das Leben verändern können, sollen wir es vielleicht nicht unbedingt machen.

Und letztendlich ist ja auch die Frage, sind wir eh nicht schon überbevölkert auf dieser Erde? Und kann die Erde überhaupt schon die 8 Milliarden oder wie viel sind wir jetzt überhaupt noch ernähren? Wie wäre es, wenn wir auf einmal alle nicht schwerben würden und wären dann auf einmal, weiß ich, 42 Milliarden? Ich meine, dann wird es auf jeden Fall kollabieren.

Ich versuche meinen Beitrag zu leisten, ich habe heute bis jetzt noch nichts gegessen. Doch ein Stück Melone. Ja, aber du hast geatmet, du bist Auto gefahren, du hast Ressourcen verbraucht. Auch für deine Jeansjacke, da wurde Farbe in Indien in den Fluss gekippt und so. Du hast schon hier einen Fingerabdruck. Ja gut, also okay, aber die Frage ist ja vielleicht, ist es ja gar nicht so interessant, den Menschen zu heilen, um ihn zu verbessern, sondern vielleicht müsste man auch den Menschen neu erfinden oder sozusagen die Verantwortung, die er damit trägt und was er damit einhergeht, wenn er das Leben verändern kann.

Ja, Verantwortung und... Was man halt sieht, wenn man auf so einer Messe ist wie hier oder auch einfach im Alltag, ist, dass der technologische Fortschritt so rasant voranschreitet und unser eigener gar nicht. Wir können damit gar nicht Schritt halten. Wir können vielleicht noch ein Handbuch lesen und irgendwie verstehen, wenn ich auf diesen Knopf drücke, macht die Maschine das oder das.

Also da kommen wir noch hinterher, aber was das bedeutet, was das auch für uns bedeutet und inwieweit wir als Menschen an so etwas wachsen können. Das ist glaube ich noch völlig unklar. Und dann denke ich manchmal, ich war vor ein paar Jahren mit Anna, mit meiner Frau in Sri Lanka und wir haben da so eine Ayurveda-Kur mal gemacht, weil uns das interessiert hat, was das ist.

Und dort kommst du mit Leuten in Kontakt, die schon seit tausenden von Jahren, Sätze sagen, wie alles ist mit allem verbunden. Wir mit der Natur, wir miteinander. Und dann sitzt du da als Westeuropäer und denkst, klingt gut, keine Ahnung, was das jetzt bedeutet. Und brauchst ein paar Jahre, bis Quantenphysiker kommen und sagen, alles ist mit allem verbunden. Es ist verbunden.

Nicht, weil sie irgendwo sitzen und meditieren und diese Eingabe, sondern weil sie das ausgerechnet haben mit ihren verrückten Computern. Und weil sie es jetzt als Beweis haben. Quantum Entanglement, das ist nichts anderes als die Verbindung weit, weit auseinander liegender Partikel miteinander, und alles ist mit allem verbunden, ist jetzt eine wissenschaftliche Erkenntnis und das wussten die aber schon vor, keine Ahnung, 10.000 Jahren und wir haben es irgendwie verlernt und vergessen.

Und wir nennen uns kultiviert und wir machen auch Naturschutz, aber de facto, das merke ich zum Beispiel auch an mir, ist der Kontakt, mein Kontakt zu meiner Natur unabhängig. Oder eingerissen, sage ich mal. Und ich würde den gerne wiederfinden und wenn es eine Maschine gibt, die mir das ermöglicht und mir dabei hilft und mir die Zeit zurückschenkt, bessere Sachen zu machen als auf Arbeit zu gehen.

Dann ist das vielleicht eine Möglichkeit, wo eine Maschine auch so Menschen, helfen kann zu wachsen, als Mensch zu wachsen. Also da glaubst du die Menschheit. Die Maschine hilft dir sozusagen zu deinem menschlichen Kern zurückzukommen. Oder zum Beispiel die Verbundenheit mit dir selbst oder der Natur zu spüren.

Würden wir nicht sagen, die Maschine ist der Gegenpart eigentlich, der uns eigentlich davon entfernt. Er ist kalt, er ist elektrisch, der sagt nur, dass du das so sagen willst. Der zwingt dich nicht dazu, dich mit deinen eigenen Ängsten an Gegenpolen zu beschäftigen. Alles ist mit allem verbunden. eher so, müsste nicht eher der Versuch sein, ganzheitlich in Kontakt mit einem Inneren selbst zu treten, mit einer größeren Entität, mit allem sich wieder so zu spüren und nicht, nur irgendwie die Arbeit an den Roboter abzugeben und noch mehr Zeit an der Konsole zu haben.

Richtig, aber das ist im Moment das Problem, dass zu viel Technologie dafür da ist, uns besoffen zu machen und irgendwie abzulenken und unsere Zeit totzuschlagen. Noch ein bisschen daddeln und noch ein bisschen daddeln, bis es wieder Abend ist und ich endlich wieder schlafen kann, das kann ich dann aber schon gar nicht mehr, weil ich den ganzen Tag gedaddelt habe.

Und das ist aber auch etwas, damit ich nochmal kurz eine Lanze brechen für die Maschine, das ist ja nichts, wofür die Maschine was kann. Das machen wir ja selber so, wir treffen unsere Entscheidung ja selbst. Du hast recht, man könnte damit ja auch in die Natur gehen mit der Gefreis. Zum Beispiel. Oder sich mit anderen Menschen beschäftigen, mit seinem Nächsten, mit seinem Nachbarn.

Ich kann mit einer Maschine Schach spielen, wenn ich ein super Schachspieler bin und gar keinen Menschen mehr finde, der so gut ist wie ich, dann gibt es vielleicht einen Roboter, der das irgendwann noch besser kann, an dem ich dann noch scheitere, ist okay, warum nicht, aber es gibt eben auch andere Dinge als, diese Superlative und.

Da würde ich am ehesten das Manko sehen, was sich da auftut. Und alles, was heute KI macht und alles, was sie für uns leistet, macht sie nicht, weil sie selbst auf die Idee gekommen ist, sondern weil wir das so wollen. Das stimmt. Ich habe mit unserer großen Tochter studiert das und die studiert das gerade und die hat eben über KI zum Beispiel gesagt, viele Menschen haben Angst, wollen sich schützen vor der KI und sie sagt, sie sieht es genau umgekehrt.

Und sie würde gerne die KI schützen vor uns Menschen, weil wir die sind, die sie trainiert und weil wir die sind, die sie auch ausnutzt. Und das finde ich einen ziemlich schlauen Gedanken für eine junge Frau Anfang 20. Ja, da haben wir eine ganze Folge zu gemacht. Unsere KI-Folge hört gerne mal rein, die gibt es auch hier.

Ja, also das finde ich schön, dass du sozusagen von der Technik und von den Robotern und von der Frage, ob man das Leben verlängern sollte, ob wir Gott spielen, ob wir uns vergreifen, eigentlich zurückkommst auf unsere eigene Verantwortung, unseres eigenen Lebens gegenüber. Über die Zeit zu wertschätzen, das Leben zu wertschätzen und vielleicht nochmal zu schauen, die Dinge, die man vergessen hat.

Ganz oft stellt man ja diese Frage, wenn man das ewige Leben anschaut, was würdest du deinem 95-jährigen Ich sagen oder umgekehrt, was würdest du aus heutiger Sicht deinem 8-jährigen Ich zurück nochmal sagen? Wie würde der auf dich gucken? Würde der sagen, alles richtig gemacht, lief es? Oder würde der sagen, nicht genug Zeit mit Freunden verbracht, nicht genug Zeit für dich selber, nicht genug in dich selber investiert, dir nicht selbst genug Liebe gegeben und.

Anderen Menschen vielleicht nicht genug gesagt. Du kennst es umgekehrt, wenn man eine schwere Krankheit hat, dann kriegst du auf einmal eine schwere Diagnose. Und auf einmal stellst du dir die Frage, wie wäre es, nur noch sechs Monate zu leben? Wie würdest du dein Leben dann umgestalten? Würdest du es anders machen oder würdest du im gleichen Trott weitergehen?

Wow, mal eine leichte Frage zum Abschluss. Eine ernst leichte Frage für dich, Jan. Ich weiß nur, an wen ich so denke, an die älteste jemals verifizierte Person. Eine Französin, Jeanne Calment, ist mit 122 Jahren die älteste verifizierte Person. Und die konnte, die hat behauptet mit 122, dass sie Vincent van Gogh als Teenagerin noch kennengelernt hat.

Und das, jetzt weiß man nicht, ob das jetzt stimmt, können wir nicht nachprüfen, auf jeden Fall erinnert sie sich so dran. Und das finde ich toll, muss ich sagen, das finde ich toll. Ansonsten ist man doch mit 122 Jahren ein recht einsamer Mensch, so stelle ich es mir vor, weil alle Freunde, alle Zeitgenossen alle, die die Erinnerungen teilen ich meine, es ist keiner mehr da, der wahrscheinlich die Hälfte weiß gar nicht mehr, wer Van Gogh war, wenn du sie fragst und geschweige denn, ist ihm noch begegnet als Teenager und das ist ja unsere ich denke, das macht viel von uns aus, das was wir erlebt haben, das was wir mit anderen teilen können und, Und insofern würde ich meinem 95-Jährigen sagen, ich hoffe, du hast viel erlebt

und ich hoffe, du hast viel mit anderen Menschen geteilt. Und ich hoffe, du hast nicht so viel gearbeitet wie ich jetzt, weil man hat selten in der Liste der famous last words den Satz gehört, ich wünschte, ich hätte mehr gearbeitet. Nein, diesen Satz gibt es nicht. Ja, und und. Ja, insofern hoffe ich, dass unsere Lebenszeituhr jetzt nicht so, dass da noch viele Stunden und Tage und Jahre drauf sind.

Aber manchmal, wenn man das nicht in so einer Uhr, wenn man sagt, wie viele Sonnen, wie viele Sommer erlebt man eigentlich noch in seinem Leben? Und man überlegt sich, vielleicht hat man noch 30, 40 Jahre, dann hast du noch 40 Sommer oder weiß ich nicht, wie viele Heim noch bleiben. Dann denkt man vielleicht nochmal anders drüber.

Aber denkst du da jeden Tag dran? Leider nein. Und außerdem ist das jetzt eine Frage, die du uns auch noch schuldig bist. Wie würdest du denn die Frage beantworten? Was würdest du dem 94, 96-jährigen Alex Bräucher sagen? Mein Achtjähriger wäre, glaube ich, ein bisschen sauer auf mich. Ich glaube, der würde sagen, du arbeitest zu viel.

Und du, du arbeitest zu viel, würde mein Achtjähriges Ich zu mir sagen. Und es würde sagen, warum spielst du nicht mehr? Es war so lustig. Warum? Why so serious? Das ist ja auch letztendlich auch nur ein Leben. Und man muss saugen. Und meinem 95-Jährigen, dem würde ich sagen, du hast viel zu spät den Podcast dass Liefers und Bräuche abonniert, was ihr eigentlich hoffentlich alle macht und jetzt vielen Dank und genau, bleibt uns treu.

Und sagt uns vor allem, wenn ihr das gehört, was ihr jetzt dazu denkt. Genau. Was geht euch dazu im Kopf rum? Schickt eure Meinung rein, wir beantworten alle Fragen. Ihr findet uns überall, wo es Podcasts gibt und auf Social Media. Macht's gut. Ciao.

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