
Militär & Macht - die Analyse von ZDFheute live
Milliardenkosten und Ölpreisschock – Trumps Scheitern treibt die USA in eine Krise
Freitag, 18. September 2026 · 31 min
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Shownotes
Treibt Donald Trump mit seiner Iran-Politik die USA in den Ruin? Um diese Frage geht es in dieser Folge von Militär & Macht – die Analyse mit Militärökonom Marcus Keupp von der ETH Zürich.
Der Iran-Konflikt trifft die amerikanische Wirtschaft hart. Vor Kurzem hat das Haushaltsbüro des US-Kongresses die Kriegskosten auf rund 38 Milliarden Dollar beziffert. Gleichzeitig sorgt die Ölkrise für einen Preisschock. Zudem hat das Pentagon erstmalig einen Munitionsmangel dokumentiert.
Außerdem geht es um Russland, wo am Wochenende die Duma-Wahlen anstehen. Gleichzeitig planen die USA neue Sanktionen gegen Russland. Diese umfassen Strafmaßnahmen gegen Präsident Putin und nehmen die sogenannte Schattenflotte ins Visier, mit der Moskau Ölsanktionen umgeht.
Was bedeuten die Kosten des Krieges für die USA und ihre Verbündeten? Und wie ist es um Russlands Wirtschaft kurz vor der Duma-Wahl dort bestellt? Darüber spricht Christopher Wehrmann mit Militärökonom Marcus Keupp und ZDF-Korrespondent David Sauer.
Das gesamte Gespräch haben wir bei ZDFheute live gestreamt.
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Trump wird welthistorisch gesehen eine einzigartige Warnung sein. Also was wir hier sehen, ist eigentlich ein wirtschaftspolitisches Experiment, wie man es nicht macht und hoffentlich eine Warnung für künftige Generationen. ZDF heute. Militär und Macht. Die Analyse. Treibt Donald Trump mit seiner Iran-Politik die USA in den finanziellen Ruin?
Hallo, ich bin Christopher Wehrmann und diese Frage habe ich Dr. Markus Keup gestellt. Militärökonom an der ETH Zürich. Der Iran-Konflikt trifft die amerikanische Wirtschaft hart. Vor kurzem hat das Haushaltsbüro des US-Kongresses die Kriegskosten beziffert auf rund 38 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sorgt die Ölkrise für einen Preisschock. Welche Folgen hat das für die Weltmacht USA?
Darum geht es in der heutigen Folge. Wir schauen außerdem später, wie der Iran-Krieg die russische Wirtschaft beeinflusst. Herr Dr. Kolb, welche Folgen für den Welthandel und damit ja auch für die Weltmacht USA, auch ist es eine Weltmacht, hat die Tatsache, dass neben der Straße von Hormuz, das ist bekannt schon seit Längerem, durch den Iran blockiert, nun auch eben die Meerenge Bab al-Mandab durch die mit Iran verbündeten Husi-Milizen blockiert ist.
Also die Meerenge, wenn man sich das nochmal vor Augen führt, die ja zum Roten Meer dann auch führt. Also vereinfacht gesagt, immer wenn Sie glauben, es könnte nicht noch schlimmer kommen, dann kommt es eben doch noch schlimmer. Also wir haben jetzt nicht nur eine Energiekrise mit steigenden Ölpreisen, wir bekommen jetzt auch eine logistische Krise.
Also sprich, der Bab al-Mandeb ist ja das Tor hin in Richtung Suezkanal und für Saudi-Arabien natürlich auch das Tor in Richtung Südostasien. Und wenn Sie zu überlegen, Saudi-Arabien ist ja einer der größten Öllieferanten für China. Dann kommt auch China plötzlich noch in diese Gleichung mit hinein und es gilt selbstverständlich auch für alle Warenverkehre, die nach Europa hineinführen.
Also wenn sie durch den Suezkanal wollen, von der Südroute aus oder vom Mittleren Osten, dann müssen sie halt da zuerst durch. Und in einem Wort zusammengefasst, die Inflation, die dadurch entsteht, ist nicht nur schlimm wie in einer Energiekrise, sondern sie wird jetzt sehr schlimm. Also Energie plus Logistikkrise. Es ist eigentlich die schlimmste mögliche aller Welten. Wir kommen darauf gleich zurück.
Vielleicht nochmal eine Frage auch zu der Region. Also die USA stehen ja traditionell eigentlich, so kannte man es jedenfalls die letzten Jahrzehnte, an der Seite Saudi-Arabiens. Und Saudi-Arabien ist ja gerade der Hauptgegner der Houthi-Milizen in diesem Konflikt. Man wundert sich doch vielleicht etwas darüber, Sie vielleicht nicht, warum die USA da nicht stärker militärisch eingreifen. Also auf die Gefahr, Sie jetzt zu schocken, doch. Ich wundere mich darüber. Also in zwei Worten strategisches Versagen.
Also bevor Sie sowas machen wie Trump, dann würde ich doch raten, sichern Sie doch bitte erstmal Ihre Logistikrouten, von denen erst mal die ganze Welt abhängt und zweitens auch Ihre Inflationsrate zu Hause. Wir haben das jetzt in der Straße von Hormuz gesehen, oder? Sie schlagen einfach zu, ohne an die Folgen zu denken. Und jetzt passiert so etwas.
Haben Sie Mittel dafür reserviert? Haben Sie irgendwelche Truppen, Flugzeugträger, sonst was? Haben Sie sich abgestimmt mit Saudi-Arabien? Nein, es kommt völlig überraschend. Und es kreiert jetzt eben dieses zusätzliche logistische Problem. Und wenn Sie jetzt überlegen, China hat angeblich schon den Iran angerufen, Wirkt doch bitte mal auf die Jungs da unten ein, weil unsere Ölexporte, die müssen auch raus.
Also es ist ein Dilettantentum. Also um da vielleicht auch gerade nochmal den Zusammenhang klar zu machen. Sie haben jetzt Asien angesprochen, die, also auch gerade China, einen großen Teil ihrer Ölprodukte aus der Region beziehen. Die USA zwar weniger, aber auf welchen Wege trifft es dann doch die USA?
Also bei China muss man sagen, normalerweise würde es dieses Problem ja gar nicht geben. Aber dadurch, dass sie jetzt die Probleme in der Straße von Hormuz haben, haben die Saudis gedacht, wir aktivieren die Ost-West-Pipeline. Also wir verschicken es durch die Wüste nach Janbu und dann durch den Bab al-Mandeb und nach Süden. So und jetzt ist der auch zu.
Und in die Gegenrichtung können Sie jetzt sagen, ja gut, die USA brauchen vielleicht den Containerverkehr nicht für Europa. Aber trotzdem treibt diese Krise nicht nur die Treibstoffpreise, sondern auch die Logistikkosten nach oben. Und das kommt dann natürlich auch in den amerikanischen Warenpreisen an.
Also sprich, es ist nicht länger nur eine Energiekrise, sondern es ist jetzt. Eigentlich eine Inflationskrise geworden, die Sie nicht mehr unter Kontrolle bekommen. Interessant. Dr. Koip schreibt uns, Pitt Brett, halten Sie, und ich meine die Frage wirklich ernst, Präsident Trump mittlerweile für unzurechnungsfähig?
Also angenommen, das wäre so, dann könnte man wenigstens Artikel 25 der US-Verfassung aktivieren und sagen, okay, er ist incapacitated und dann würde der Vizepräsident als Acting President übernehmen. Ob das dann so viel besser wäre? Ja, ja, das sei mal dahingestellt. Aber nein, ich glaube nicht, dass er geisteskrank ist.
Ich glaube aber, Trump wird welthistorisch gesehen eine einzigartige Warnung sein. Also was wir hier sehen, ist eigentlich ein wirtschaftspolitisches Experiment, wie man es nicht macht und hoffentlich eine Warnung für künftige Generationen. Das wäre ja sozusagen dann auch ein Gutes, was aus diesem ganzen Schlamassel erwachsen könnte.
Wir sprachen gerade schon über die wirtschaftlichen Auswirkungen des aktuellen Konflikts, wollen aber auch nochmal ein etwas breiteres Bild bekommen, gucken dazu nochmal etwas mehr in die Vergangenheit und schauen nämlich auf die Zinsentwicklung bei den Staatsanleihen der USA, aber auch anderer Nationen. Warum wir das tun, machen wir gleich.
Zehnjährige und Dreißigjährige, also wir fangen zunächst mal an bei den 30-jährigen Staatsanleihen. Sie sind der Militärökonom. Vor allem Betonung auf Ökonomen, was sagt Ihnen dieses Bild? Also was Sie vielleicht bei Anleihen grundsätzlich verstehen sollten, ist Kurse und Renditen verhalten sich immer gegensätzlich. Das heißt, wenn Anleihe Renditen steigen, heißt das, die Kurse fallen. Also was passiert hier?
Die Leute werfen ihre Anleihen auf den Markt, sie verkaufen sie. Warum tun sie das? Weil sie plötzlich ihre Inflationserwartungen anpassen müssen. Also wir müssen ja überlegen, angenommen Sie haben eine Staatsanleihe gekauft für 4 Prozent, jetzt entwickelt sich die Inflation aber in Richtung 5 Prozent, haben Sie plötzlich negative Rendite, minus 1 Prozent. Also was machen Sie mit so einer Anleihe? Sie wollen sie natürlich loswerden.
Und für die Regierungen ist jetzt das Problem, wenn Sie als Großbritannien oder USA neue Schuldtitel begeben, dann heißt das natürlich, Sie müssen den Investoren mehr Nominalzins bieten, also sprich mehr Zinsen bezahlen, um diese Inflationserwartungen zusätzlich abzufedern. Das heißt also, die Inflationskrise kommt nicht nur bei den Konsumenten an, sie kommt auch in den Staatshaushalten an.
Wenn Sie jetzt überlegen, Sie sind ein Staat wie Großbritannien mit fast 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und plötzlich wird Ihr Schuldendienst teurer. Dann erinnern wir uns vielleicht an die Euro-Krise 2010, wo das genauso losging, also wo eine eigentlich hausgemachte ökonomische Krise in die Staatshaushalte schwappt.
Und das ist jetzt wirklich das Letzte, was die Welt auch noch braucht, eine neue Staatsschuldenkrise. Und für wie drastisch halten Sie die Situation aktuell? Es geht ja immer weiter oben. Wie stehen wir da aktuell? Beziehungsweise USA und Großbritannien. Es geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber Sie müssen sich überlegen, diese Schulden müssen ja laufend refinanziert werden. Weil normalerweise würde man sagen, in einem gesunden Haushalt werden Schulden auch irgendwann mal wieder abgebaut.
Und das ist eben nicht so. Diese Schuldenstände sind entweder stabil oder sie wachsen laufend. Bei den Schulden ist nicht so wichtig, wie hoch sind die. Also Japan zum Beispiel hat 220 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt, sondern wie glaubwürdig ist die Tragfähigkeit dieser Schulden. Und wenn Sie jetzt Ökonomien haben wie Großbritannien, die seit dem Brexit nicht mehr wirklich gut performen, oder nehmen wir auch Frankreich oder Italien mit veralteten Industriestrukturen, dann könnten die Investoren schon hinterfragen, okay, wenn wir diese Schuldtitel kaufen sollen, dann wollen wir noch höhere Zinsen für dieses zusätzliche Risiko.
Also sprich Inflationsprämie plus Prämie für, sagen wir mal, schwierigeren Schuldendienst. Okay, wir haben noch eine weitere Grafik. Da sind auch noch andere Nationen abgebildet, unter anderem auch Deutschland. Gucken wir uns auch gerne nochmal an. In dem Fall handelt es sich allerdings um zehnjährige Staatsanleihen. Vielleicht nochmal ganz kurz der Hauptunterschied.
Also ich meine, klar, eine längere Laufzeit, aber wie ist das wirtschaftlich? Naja, das ist eigentlich so. Die USA und Großbritannien hatten früher, also damit meine ich 22 und früher, eigentlich ideale Bedingungen, weil Sie gesagt haben, okay, das sind stabile Staaten oder Großbritannien vielleicht nicht mehr, aber die USA, da kann man eine 30-jährige Anleihe kaufen.
Würden Sie heute noch unter Trump-Amerika eine 30-jährige Anleihe kaufen, die bis 2056 dauert, schwierig. Also was die USA im Moment versuchen, ist ein bisschen mehr auf das kurze Ende zu gehen, also kürzere Laufzeiten zu begeben. Und die europäischen Staaten, die wir hier sehen, die haben das eigentlich immer schon gemacht.
Aber wenn Sie jetzt mal Deutschland angucken, der deutsche Staat konnte sich eigentlich lange Zeit zu null Prozent finanzieren, also Geld gratis oder sogar zu negativen Zinsen sogar eine Zeit lang aufnehmen. Aber Sie sehen, diese Party, die ist mittlerweile auch vorbei. Und wenn Sie jetzt Italien oder Frankreich sind und Sie sehen gerade, was in 26 mit Ihnen passiert, das ist genau dieses Thema, mögliche neue Staatsschuldenkrise, mit der Sie sich lange nicht befassen mussten.
Und auch da sind wir zum Beispiel wieder beim Thema Maastricht-Kriterien. Wir haben ja alle gesagt, Griechenland, schrecklicher Schuldensünder. So, jetzt haben wir mittlerweile Griechenland Haushalt saniert, Portugal Haushalt saniert, Irland Haushalt saniert. Aber diese Staaten, die sind immer noch, also Frankreich, Italien bei 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Und inwieweit hängen diese Kurven jetzt mit der zusammen, die wir da vorgesehen haben?
Sie sehen, es geht in die gleiche Richtung. Also wir haben steigende Renditen, das heißt fallende Kursen. Also die Anleger verlangen eine höhere Prämie oder höhere Zinsen dafür, dass sie in Zukunft diese Staatsanleihen noch kaufen werden. Das heißt, der Schuldendienst für diese Staaten wird teurer. Verstehe. Dann erweitern wir die Runde jetzt um unseren Korrespondenten in Washington.
Und das ist David Sauer. Ich darf ihn ganz herzlich begrüßen. David, wo bist du? Da bist du. Schön, dass du bei uns bist. Hallo. Ja, wir haben gerade die Zinsentwicklungen bei den US-Staatsanleihen gesehen. Die befinden sich also auf einem sehr hohen Stand. Das haben wir gelernt. Jetzt hat aber die FED, die US-Notenbank, die Leitzinsen erhöht.
Gestern war das das erste Mal seit mehr als drei Jahren, auch um die steigende Inflation zu bekämpfen. Diese ist ja zuletzt auch durch den eben von Trump begonnenen Iran-Krieg nochmal stark gestiegen. Ich gebe das alles vorweg. Denn Trump hat sich inzwischen zu dieser Entscheidung der FED geäußert und er kann sie so gar nicht nachvollziehen. Was hat er denn konkret gesagt?
Er ist genauso skeptisch wie er das auch in der Vergangenheit fast bei jedweder FED-Entscheidung war, weil er der Überzeugung ist, ohne das irgendwie mal argumentativ wirklich zu untermauern, ist der Überzeugung, dass je besser die Wirtschaft laufe, desto niedriger müsste der Leitzins sein. Im Grunde so, wie das auch bei einer Bonität oder so funktioniert.
Aber das greift hier eben nicht, dieser ökonomische Mechanismus. Im Gegenteil, die FED hat ja genauso wie zum Beispiel auch die EZB in Europa im Euroraum einzig und allein eigentlich die Aufgabe, Preisstabilität herzustellen und in den USA dazu noch für Vollbeschäftigung nach Möglichkeit zu sorgen. Und aktuell ist eben die Inflationsrate über diesen gewünschten 2% als Zielmarke.
Also steuert die FED entgegen. Das könnte man interpretieren oder muss man interpretieren als, Zeichen eines funktionierenden Systems, als Zeichen der Unabhängigkeit vom Präsidenten, der ja in der Vergangenheit bei allen möglichen Anlässen versucht hat, eben auf die Notenbankpolitik hier in den USA Einfluss zu nehmen.
Durch diese Äußerungen einerseits, aber auch durch persönliche Attacken zum Beispiel gegen den vorherigen FED-Vorsitzenden Jerome Powell. Also das ist ein Muster, das wir schon länger kennen. Und deshalb ist er auch jetzt wieder äußerst unzufrieden mit dieser Entwicklung und beklagt das. Soviel schon mal zur Einordnung. Wir haben den O-Ton allerdings auch vorliegen, zumindest einen O-Ton des Präsidenten. Hören wir mal kurz rein.
Ich möchte, dass Sie unabhängig sind. Das ist meine Meinung. Ich kenne mich sehr gut aus. Die Zinssätze sind zu hoch. Wir sollten den niedrigsten der Welt haben, weil wir die beste Kreditwürdigkeit haben. Also ein hohes Zinsniveau, das ist Donald Trump. Da wird schon länger ein Dorn im Auge. Ist natürlich auch sehr unpopulär bei Wählerinnen und Wählern, weil damit natürlich auch die Zinsen für Verbraucherkredite steigen, wenn man ein Haus kaufen will oder Ähnliches.
Wie besorgt ist denn Trump? Der muss natürlich an seine Wählerinnen und Wähler denken, was jetzt die Midterms Anfang November angeht. Mutmaßlich sehr besorgt, weil er ja im Grunde so eine Art perfekten Sturm hier zusammengebraut hat, wie auch Herr Dr. Kolb das gerade schon ausgeführt hat. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind eigentlich so schlecht, wie sie aktuell nur sein könnten. Die Beliebtheitswerte des Präsidenten sind absolut im Keller.
Der Präsident ist ja wesentlich angetreten mit zwei zentralen Wahlkampfversprechen vor zwei Jahren. Da hat er einerseits so einen richtigen Portemonnaie-Wahlkampf gemacht. Also ich bringe die Preise runter, ich sorge für bessere Bezahlbarkeit, damit ihr am Ende mehr Netto in der Tasche habt und dass die.
Dass Inflation runterkommt. Das war der eine wichtige Aspekt. Den hat er auf jeden Fall verletzt. Und das zweite Versprechen war, keine neuen Kriege zu beginnen. Auch das ist natürlich ein gebrochenes Wahlversprechen. Insofern dürften die Alarmglocken doch ziemlich laut schrillen aktuell. Weil bis zu den Midterms sind ja jetzt nur noch weniger als acht Wochen.
Ist ja nicht zu erwarten, dass hier irgendeine Entlastung eintritt an dieser Front. Im Gegenteil, die Preise werden bis dahin mutmaßlicher durch die eben beschriebenen Probleme im Welthandel und in der Ölversorgung eher noch weiter steigen. Ja, das kann Trump natürlich nicht gefallen. gerade nochmal die Nachfrage auch an den Ökonomen, die Entscheidung der FED, also die Leitzinsen zu erhöhen.
Wie hängt das zusammen mit diesen gerade gesehenen hohen Zinsen auf die Anleihen? Naja, es ist einfach so, wenn Sie halt eine Inflation haben, die im Wesentlichen extern gesteuert ist, dann müssen Sie die Zinsen erhöhen, um zu versuchen, diese Inflation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Also zwei Zahlen, die Sie sich merken sollten, ist eine, was Sie in Amerika in den Zapfsäulen sehen.
Diesel bei über 6 Dollar die Gern und normales Benzin über 4 Dollar die Gern. Und das ist für die normale Bevölkerung nicht mehr tragbar. Geln muss man sagen, das ist ungefähr 4 Liter ungefähr. Geln ist etwas mehr als 4 Liter, genau. Aber für die normale Bevölkerung ist das nicht mehr tragbar. Und wenn Sie denken, der US-Transportsektor, der funktioniert ja überwiegend mit Trucks. Und diese Trucks sind nicht elektrisch, die tanken Diesel.
Also sprich, wenn Sie nicht ganz schnell diese Inflation kontrollieren, dann sickert die Ihnen in die Warenpreise. Und wenn sie da mal drin ist, kriegen Sie die nicht mehr raus. Und man muss auch sagen, die FED hat eine Politik, also wenn sie mal Zinsen erhöht, dann macht sie das normalerweise nicht drastisch in großen Schritten, sondern sie macht es in mehreren kleinen Schritten. Also ich erwarte mal, das ist der erste von mehreren Schritten.
Und wie wir gerade völlig richtig gehört haben, das ist das allerletzte, was Trump jetzt gerade braucht vor den Midterms Zinserhöhungen. Wie dringend er den Krieg Russlands gegen die Ukraine braucht, wissen wir gerade nicht. Aber auch dieses Thema wollen wir noch behandeln. David, denn auch damit hat man sich in Washington beschäftigt. Ich führe das nochmal kurz aus.
Also konkret hat der Kongress ein umfassendes Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet. Die geplanten Maßnahmen richten sich gegen russische Amtsträger, gegen russische Banken, aber auch gegen die Schattenflotte zum Beispiel, mit deren Schiffen Moskau ja internationale Ölsanktionen umgeht. Putin und weitere Militärvertreter sollen mit US-Einreiseverboten belegt werden.
Zudem sollen ihre Vermögenswerte sowie Vermögen russischer Banken in den USA eingefroren werden. David, wie lässt sich dieses Sanktionspaket einschätzen? Welche Wirkung soll das entfalten? Welche wird das wohl entfalten? Wie viel Wumms steckt da sozusagen dahinter? Da steckt viel potenzieller Wumms dahinter, um es salopp zu sagen, aber die Frage wird sein, ob der Präsident bereit ist, diesen Werkzeugkasten, den er damit an die Hand bekommen hat.
Also der Kongress, beide Kongresskammern haben ihm im Grunde einen Katalog an Möglichkeiten gegeben, jetzt Russland und russische Akteure zu bestrafen. Und die Frage ist einfach, ob der Präsident die so nutzt, wie er jetzt eben in die Lage versetzt wird. Und daran würde ich erhebliche Zweifel anmelden.
Jedenfalls hat sich in der Vergangenheit eigentlich immer die gleiche Grächenfrage gestellt. Nämlich ist der Präsident, sind die USA bereit, vor allem bei den Sekundärsanktionen, also bei Sanktionen gegen Menschen und Staaten, die Handel treiben mit Russland, dort wirklich durchzugreifen. Und das würde namentlich ja vor allem China und Indien treffen, die zwei mit Abstand größten Abnehmer auch von Öl aus Iran und auch aus Russland.
Und da hat sich eben gezeigt, Trump ist bisher überhaupt nicht dagegen vorgegangen. Er hat sehr stark gezögert, auch die Finanzinstitute in diesen beiden Ländern zum Beispiel anzugehen, über die die Zahlungen abgewickelt werden zur Sanktionsumgehung. Schattenflotte hast du gerade als Stichwort genannt. Insofern, ich bin da sehr skeptisch.
Im Gegenteil, die letzten Wochen haben wir ja eher schon gehört, dass der Präsident, hat er diese Woche noch gesagt, er macht eher Volodymyr Zelensky verantwortlich für den gestiegenen Dieselpreis unter anderem. Das ist eine Falschbehauptung, diesen Kasanzusammenhang gibt es so nicht. Und interessant, dass vielleicht als letztes wird wahrscheinlich dann in der kommenden Woche Chinas Staatspräsident Xi Jinping kommt hier nach Washington, um mit Donald Trump zu reden. Vielleicht wird da unter anderem dieses Thema.
Thematisiert zwischen den beiden. Soweit die Einschätzungen von David Sauer. Vielen Dank für diese und auch deine weiteren Informationen an uns. Dankeschön nach Washington. Nehmen wir die letzte Antwort auf von David Sauer, Herr Dr. Kolb. Was erhoffen oder erwarten Sie sich denn von diesem Sanktionspaket?
Der Graham-Blumenthal-Act ist schon bemerkenswert. So heißt er. Ja, so heißt er, genau. Es hat einerseits sehr lange gedauert, ihn durch beide Kammern zu bringen. Und was jetzt vielleicht nicht so deutlich herauskam, ist, er ermächtigt Trump tatsächlich Strafzölle zu erlassen von, ich glaube, 100 Prozent gegenüber jedem, der russisches Öl oder Gas kauft.
Das heißt, Trump muss das nicht, er darf es aber. Und interessant ist jetzt, ob er das in Zukunft wirklich umsetzen wird. Also er hat jetzt eigentlich alle Möglichkeiten, das russische Ölgeschäft wirklich komplett kaputt zu machen und es sich selber anzueignen. Mal schauen, wie er reagieren wird. Ein User fragt, kann eine Großmacht militärisch stärker werden und zugleich geopolitisch an Einfluss verlieren?
Was liegt unter Trump schwerer, höhere Verteidigungsausgaben oder der Vertrauensverlust bei Verbündeten? Ja, also es ist durchaus möglich, dass ehemalige Großmächte sozusagen von innen erodieren oder an innerer Passivität, inneren wirtschaftlichen Problemen zugrunde gehen. Das spanische Imperium beispielsweise erodiert, ja, man kann sagen über mehrere Jahrzehnte hinweg im 19. Jahrhundert, bis es dann 1898 plötzlich in einem kurzen Krieg gegen die USA spektakulär kollabiert.
Damit bekommen die USA übrigens erstmals Guam, die Marianen, die Philippinen auch. Und damit beginnt eigentlich der Aufstieg der USA zur pazifischen Macht und damit zur Weltmacht. Also ja, das gibt es schon. Ich würde aber sagen, die große Ironie ist diesmal eigentlich, dass die Krise im Wesentlichen.
Ein dilettantisches Versagen von Trump ist. Weil eigentlich hätten die USA gewaltige wirtschaftliche und militärische Fähigkeiten zur Verfügung. Aber wenn man es nicht versteht, die klug einzusetzen. sondern er macht ja eigentlich das Gegenteil im Moment. Wenn man das nicht versteht, dann kann man auch die eigene Position ruinieren.
Durchaus, ja. Auch als Großmacht. Nächste Frage. Warum hört man nichts von der UN, fragt uns Worf59. Von der UN? Da würde ich jetzt fragen, was könnten Sie als UN denn dagegen tun? Also nochmal, das Hauptproblem ist Inflation. Und zwar Inflation, vor allem die von außen kommen, die sie nicht kontrollieren können.
Die UN könnten jetzt vielleicht versuchen, Resolutionen zu verabschieden. Aber was würde Ihnen das bringen? Das löst Ihnen weder die militärischen Probleme, noch löst es Ihnen die wirtschaftlichen Probleme. Stimmt, aus Trumps Sicht würde das wahrscheinlich wenig helfen. Wir waren gerade bei Russland angekommen. Dort wird bis zum Sonntag eine neue Duma gewählt. Morgen geht es los, aber das geht über mehrere Tage.
Also neues Parlament wird gewählt. Die Wahl hat allerdings, muss man sagen, mit westlichen Standards relativ wenig zu tun. Also eine wirkliche Opposition gibt es ja nicht, beziehungsweise ist auch von der Wahl ausgeschlossen. Erwarten Sie da irgendwelche Überraschungen? Ja, es gab auch im nationalsozialistischen Deutschland ein Parlament.
Die sogenannten Wahlen sind keine. Das sogenannte Parlament besteht aus Klakören. Also nein, da muss man nicht wirklich drüber sprechen. Ja, wir reden aber über Russland, weil wir uns nämlich auch die Frage stellen, inwieweit wird denn eigentlich die russische Wirtschaft durch den Iran-Krieg beeinflusst? Russland einer der größten Ölimporteur bzw. Quatschexporteur natürlich.
Also ist das nicht auch sozusagen eine Geschichte, die Trump schadet am Ende und Russland sogar nützen könnte? Jetzt müssen Sie halt zwei Dinge sehen. Also zum einen bemüht sich ja die Ukraine aktiv, das russische Ölgeschäft physisch kaputt zu machen. Damit Russland einfach nicht in der Lage ist, von den jetzigen hohen Ölpreisen, die durch Trumps Politik verursacht werden, noch zu profitieren, also daran zu verdienen.
Deswegen die ganzen Beschüsse der russischen Industrien. Es geht aber noch um was anderes, nämlich auch in Russland gibt es Inflation. Nur haben sie in Russland natürlich in einer Kriegsökonomie völlig andere Möglichkeiten, damit umzugehen. Und was Putin bzw. Frau Naviolina, also seine Zentralbankchefin eigentlich macht, ist, diese Inflation zu verstecken.
Also Russland ist mittlerweile in einem Zustand offener monetärer Staatsfinanzierung. Das heißt also, der russische Staat ist ja völlig abgeschnitten von den Weltkapitalmärkten, begibt also Staatsanleihen und zwingt seine eigenen Banken, die natürlich unter Kontrolle stehen, entweder der Oligarchen oder das Kreml direkt, diese Anleihen zu kaufen.
Damit entsteht natürlich ebenfalls Inflation, nur wird diese Inflation sozusagen versteckt. Das war auch im nationalsozialistischen Deutschland so, da gab es die sogenannten MEFO-Wechsel, also das sogenannte Wirtschaftswunder oder die Finanzierung des NS-Staates war eigentlich genau das, versteckte Inflation. Und das ist ein altes Motiv aus der Wirtschaftsgeschichte, das wir jetzt wieder sehen.
Und das größte Problem für Russland entsteht eigentlich dann, genau wie in Amerika auch, wenn diese Inflation nicht mehr versteckt werden kann und wenn sie dann durchschlägt auf die Warenpreise. Das ist jetzt schon der Fall. Also Butter zum Beispiel kostet mittlerweile in Russland so viel wie in der Schweiz, wird zum Luxusgut.
Und wenn das mal sich durch die ganze Wirtschaft auf die Lebensrealität der Bevölkerung auswirkt, dann haben sie die Ökonomie sozusagen endgültig an die Wand gefahren. Jetzt gab es vorhin die Nachricht, dass in Russland der russische Zweig von Nestlé unter staatliche Aufsicht gestellt worden ist. Wie bewerten Sie das?
Na ja, also ich sage seit über drei Jahren, wenn sie Russland-Geschäft haben, hören sie um Gottes Willen auf damit. Es gibt noch hunderte von westlichen Unternehmen, die aktive Töchter haben in Russland. Und ich, wie gesagt, ich sage immer, irgendwann wird Putin dazu übergehen. Diese Assets entweder seiner Kontrolle zu unterstellen oder offen zu enteignen.
Und ich denke mal, das ist der Beginn davon. Es wundert mich nicht, weil je stärker Russland sich radikalisiert und sich zu einer Kriegsökonomie umbaut, je weniger es auch noch Rücksicht nehmen muss auf westliche Beziehungen, desto mehr wird das wahrscheinlich passieren. Wir bleiben noch ganz kurz bei Russland und kommen dann gleich noch mal zu den USA zurück. Aber auch in der vergangenen Nacht gab es ja wieder massive russische Angriffe auf Kiew.
Wie lange wird die russische Wirtschaft auch das noch durchhalten, dieses ganze System Putin, den Angriffskrieg, Das liegt ja doch mit so hohen Verlusten und Kosten verbunden. Ja, das Traurige ist eben, dass Putin wirklich bereit ist, diese Ressourcen hinzuopfern, auch wenn die militärische Lage es eigentlich überhaupt nicht irgendwie rational erscheinen lässt.
Also ich gehe mittlerweile davon aus, dass Putin überhaupt kein aktuelles Bild mehr hat des wirklichen Frontverlaufs. Also dass wir diese alte sowjetische Kultur des Betrügens immer noch sehr stark in der russischen Armee haben. Also dass die Kommandeure die Frontberichte einfach fälschen und ihre Positionen fälschen.
Und er dadurch den Eindruck hat, ich stehe doch gar nicht schlecht. Also opfere ich weiter meine Ressourcen hin. Und im Extrem könnte das wirklich dazu führen, dass er einfach alles hinopfert in dem Glauben, er würde gewinnen, bis diese Kriegseukonomie so radikal ist, dass sie nur noch Rüstungsgüter produziert und alles andere verfällt.
Und das heißt traurigerweise, er wird so weitermachen und er kann auch so weitermachen, weil sämtliche Ressourcen, die er im Moment hat, werden in diese Produktion hineingesteckt. Das heißt also, dauerhafte Abwehr ist alternativlos. Wir gucken gleich nochmal auf beide Systeme und versuchen da auch nochmal Parallelen zu finden. Vielleicht noch mal ganz kurz eben, weil auch unsere User uns dahin fragen zu den USA.
Was bedeutet Trumps wirtschaftlicher Kurs für den US-Dollar als weltweite Leitwährung? Ja, das können Sie eigentlich im langfristigen Chart angucken. Also wenn Sie den Dollar vor fünf Jahren geshortet haben, dann würden Sie jetzt, auf einen ansehnlichen Profit setzen. Auf der anderen Seite, ich höre diese Geschichte oft, der US-Dollar wird demnächst als Leitwährung abgelöst. Also wenn Sie auf den Dollar Dominance Monitor mal gucken, dann ist das nicht so.
Das liegt vor allem am Mangel an Alternativen. Also sprich, was sollte ihn ersetzen? Der Euro hat dafür nicht genügend Masse. Chinesischer Yuan sind ungefähr zwei Prozent der Weltwährungsreserven. Sie haben noch ein bisschen Pfund, ja, und ein bisschen Yen. Der russische Rubel existiert nicht international. Also sie haben kaum wirklich andere Möglichkeiten.
Chris Watts fragt, sollte Trump die Midterms verlieren, was würde das für die Zölle bedeuten, die er anberaumt hat? Könnten diese sofort rückgängig gemacht werden vom Kongress? Also die Demokraten, sofern sie die Mehrheit bekommen, in einem oder beiden Häusern, würden natürlich alle möglichen Committees sofort starten.
Wir würden versuchen, ihm die Mittel abzugraben, sowohl für seine kriegerische Politik als auch für seine Wirtschaftspolitik. Jetzt muss man aber sagen, der US-Präsident hat gewisse Möglichkeiten, einfach durch Executive Orders solche Politiken umzusetzen. Er hat auch innerhalb des Code of Commerce verschiedene Sections, die er dafür anrufen kann, wenngleich nur begrenzt.
Aber es ist nicht so einfach, wenn Sie sagen, okay, jetzt habe ich als Demokrat die Möglichkeit, hier Committees zu starten, dass deswegen diese Politik aufhört. Und nochmal, ich denke, dass das vielleicht ein falscher Gedanke ist. Ich denke mittlerweile, man muss Trump wirklich diese Politik zu Ende führen lassen, bis sie spektakulär scheitert in allen Bereichen, einfach um dieses wirtschaftliche Experiment, so schrecklich es auch ist, aufzuzeigen für die künftige Menschheitsgeschichte.
Sowas bitte nie wieder machen. Ihr seht, was dabei rauskommt. Ein Kommentar vielleicht mal aus unserer Runde. Der Ruf der USA ist doch bereits ruiniert. Das Vertrauen in den Dollar schwindet. Aus Freunden wurden in Trumps Augen feindet. Trump hat mehr Unruhe gestiftet als Kriege beigelegt. Der Anfang vom Ende. Auch David Sauer hat es ja vorhin angesprochen.
Er wollte Kriege beilegen. Das ist aber eigentlich jetzt nicht das, was man so mit ihm verbindet. Nein, also Trumps Wahrnehmung und die Realität, die passen nicht immer zusammen. Auf der anderen Seite muss man sagen, das europäisch-amerikanische Verhältnis war schon mehrfach schwer gestört. Denken Sie zum Beispiel an den Vietnamkrieg, denken Sie an die Hochinflationszeit der 1980er, denken Sie an Ronald Reagan, als der seine Rede gehalten hat, Tear down this wall in West-Berlin, haben 50.000 Menschen gegen ihn demonstriert.
Also vielleicht ist da auch unser historisches Gedächtnis ein bisschen zu kurz. Ich denke, für mich ist vor allem die Frage, was kommt nach Trump, beziehungsweise wie nachhaltig wird diese ganze MAGA und diese ganze rechtskonservative Fraktion, die im Moment die Administration beherrscht, einfach entzaubert, dadurch, dass sie an ihrer eigenen Inkompetenz scheitert.
Und ich denke, dann würde auch wahrscheinlich eine Neubewertung der USA im öffentlichen Bild recht schnell einsetzen. Was erwarten Sie für den politischen Betrieb nach den Midterms? Sie hatten es vorhin schon angedeutet. Es werden harte Zeiten für Trump kommen, wenn die Wahlen so ausgehen, wie es momentan aussieht.
Die Demokraten werden ganz sicher versuchen, ihn zur Lame Duck zu machen, ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen, ihn vor allem darauf zu konzentrieren, dass er eben versucht, nicht angeklagt zu werden. Vielleicht werden sie versuchen, ihm die Budgetmittel abzugraben, so weit wie möglich. Und das heißt, er wird dann seine Energien vor allem auf sein inneres Überleben richten müssen und dann vielleicht weniger Zeit oder Lust haben, noch die ganze Welt in Unordnung zu bringen.
Ja, auch das wäre wahrscheinlich nicht das Schlechteste, wenn das so käme. So, aber auch die Fragen reißen bei uns nicht ab. wäre ein wirtschaftliches Scheitern der USA nicht auch fatal für uns Europäer? Naja, natürlich ist eine Welt wünschenswerter, in der die Nationen zusammenarbeiten. Aber ich sage immer, es gibt kein Recht auf Wohlstand. Und auch wenn viele kluge Menschen den Außenhandel sehr, sehr positiv gestaltet haben in den letzten 40 Jahren, es gibt keine Garantie, dass das so bleibt. Und sie haben jetzt eben genau dieses wirtschaftspolitische Experiment.
Was passiert, wenn ein Mann genau das Gegenteil macht? Wir haben es auch im Brexit gesehen. Also es ist ökonomisch eine Katastrophe, aber trotzdem sagen die Leute, ja gut, dann sind wir halt arm, aber wenigstens stolz. Das sind irrationale Motive, die sie nur sehr schwer bekämpfen können. Und ich denke, man muss wirklich den Karren erstmal an die Wand fahren lassen, bevor das wieder besser wird.
Sieht, so eine Frage von Stefan an uns, Stefan Y5, Herr Keup, sieht die Zukunft für Europa jetzt besser aus durch die besseren Verhältnisse zu Kanada? Wir haben ja gelernt heute, die Rede auch von Marc Harni, gestern schon von Ursula von der Leyen über eine assoziierte Partnerschaft. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich den Terminus technicus jetzt gerade richtig formuliert habe.
Aber jedenfalls eine engere, vertiefte Zusammenarbeit. Wie schätzen Sie das? Ich finde es sehr interessant, weil der EU-Vertrag eigentlich zu so etwas gar nichts aussagt. Also er verbietet es nicht, aber er ermöglicht es zumindest in dem Sinn, dass man darüber diskutieren kann. Ich finde es sehr interessant, weil jetzt Staaten, eben außereuropäische Staaten, kommen und sagen, naja, wenn Trump so agiert, dann machen wir eben das Gegenteil.
Also wir stoßen in diese Lücke vor und sagen, dann arbeite doch mit uns zusammen. Ich finde es sehr interessant, weil dadurch eben die europäische Idee auch ein bisschen breiter wird. Also sprich, die europäische Idee muss nicht zwingend heißen, Erweiterung um jeden Preis und Erweiterung heißt, ihr übernehmt den acquis communautaire und es geht so in diese klassische Erweiterungsrunde, sondern es gibt vielleicht in Europa unterschiedlicher Intensitäten.
Und dazu gehören auch eben diese assoziierten Abkommen. Das könnte man vor allem auch mit dem globalen Süden machen. Also wenn man sein postkoloniales Denken... Ja, Kursur gibt es ja schon. Genau. Und sein postkoloniales Denken vielleicht ein bisschen überwindet und dann solche Formen von Assoziierung schafft, um sich auch in der Welt besser aufzustellen, vielleicht auch besser abzustützen, was die Versorgungssicherheit angeht. Ich finde das sehr interessant.
Und ich denke, das ist auf jeden Fall eine produktive Schiene für Europa. Unsere Eingangsfrage war ja, vielleicht darauf nochmal am Schluss zurückkommt, ruiniert Trump die Weltmacht USA... Wir haben auch über Putin gesprochen. Haben wir es bei Trump und Putin mit zwei Präsidenten zu tun, die ihre jeweilige Nation zu ruinieren drohen, beziehungsweise im Falle Putins wahrscheinlich schon weiter damit sind?
Also ich würde sagen, wir haben es historisch gesehen eigentlich mit Menschen des 19. und des 20. Jahrhunderts zu tun, die glauben, sie könnten durch ihre Politik die Welt des 21. Jahrhunderts kontrollieren. Und das funktioniert schlichtweg nicht. Also für mich sind beide ein gewaltiges historisches und wirtschaftspolitisches Experiment.
Und wenn das tatsächlich so kommt, wie ich das erwarte, dann wird das eine große Chance sein für Europa. Weil irgendjemand muss dann da sein, der die Prinzipien von Offenheit, Freiheit, Demokratie und Welthandel noch aufrechter hält. Und ich denke, da kann man sich sehr viel besser aufstellen und eben sehr viel lernen aus diesem Scheitern.
Putin opfert weiter die Ressourcen seines Landes ohne Rücksicht auf die Menschen dort. Und Trump betreibt mit seiner Iran-Politik ein gefährliches Wirtschaftsexperiment, aus dem die Welt hoffentlich eines Tages lernen wird. So sieht es unser Gast, der Militärökonom Dr. Markus Keup. Und das war unsere neue Folge Militär und Macht, die Analyse.
Die komplette Analyse mit Karten, Frontgrafiken und allen Einordnungen findet ihr bei ZDF heute live auf YouTube. Dort streamen wir auch jeden Donnerstag live und freuen uns auf eure Fragen und Kommentare. Die Links dazu findet ihr wie immer in den Shownotes. Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.