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NZZ Akzent· Folge 1708

Cowboys in Wyoming: Amerikas Fleischkrise wird vor den Midterms politisch

Montag, 2. November 2026 · 14 min

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Shownotes

In den USA klettern die Rindfleischpreise auf Rekordhöhen. Was auf den ersten Blick wie ein Problem an der Supermarktkasse wirkt, entwickelt sich im konservativen Wyoming zum handfesten Politikum vor den Midterms. Denn dort leben viele Cowboys und Rancher vom Viehhandel und Schlachten.

Doch ihre Rinder grosszuziehen, wird für die Cowboys auch immer teurer. Zudem will Präsident Donald Trump will die Fleischpreise mit Importen drücken. Doch von dieser Maßnahme profitieren vor allem die vier marktbeherrschenden Fleischkonzerne, während traditionelle Rancher um ihre Existenz kämpfen und die traditionsreiche Kultur der Cowboys zu verschwinden droht.

Gast: Andreas Scheiner, US-Korrespondent der NZZ
Host: Simon Schaffer

Produktion: Vera Pache
Redaktion: Sarah Ziegler
Copyright Thumbnail: NZZ

Andreas Reportage aus Wyoming mit noch mehr Cowboys findest du in der NZZ (nzz.ch/international/trump-hat-beef-mit-den-co…).

Die gesamte Midterms-Berichterstattung der NZZ gibt's hier (nzz.ch/international/usa/midterms-2026).

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Dieser Podcast wird präsentiert von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Fachwissen, Praxisorientierung und hochkarätige Dozierende für ihren nächsten Karrierschritt. Es ist was los in der kleinen Stadt Torrington im US-Klidstadt Wyoming auch bekannt als Cowboy State. Einige dieser Cowboys haben sich in einer Auktionshalle versammelt und begutachten die Ware.

Der Auktionator sitzt oben auf einem Podium und bietet eine junge Verse an, wo ich herkomme, sagt man dem Gusti das ist eine junge weibliche Kuh, die noch kein Kalb hatte also bereit ist für das erste Kalb. Und dann wird auch ein kräftiger junger Ochsen verkauft. In dem bahnbrechenden Tempo zählt der Auktionator die Preise nach Ubi.

Andreas, ich kenne mich da nicht so aus aber ich habe doch den Eindruck, die waren einigermaßen in Kauflaune da! Ja es wurde sehr gut verkauft. das werden zurzeit Rekordpreise erzielt. zum Beispiel auch ein Engels Ochse wird für bis zu zweieinhalb Tausend Dollar gehandelt und die Vieh-Züchter und Zwischenhänder bezahlen das Und zwar nicht, was Ihnen gerade so gut geht.

Sondern im Gegenteil Sie müssen das bezahlen weil die Herden immer kleiner werden. in den USA also es gibt immer weniger Rind zu kaufen. entsprechend ziehen die Preise an und damit klar wird dann auch das Produkt des Endprodukt für den Konsumenten im Supermarkt teurer und für den Menschen der bei McDonalds einen Big Mac bestellt und genauso wie die Benzinpreise immer weiter hochgehen gehen auch die Rindfleischpreise im Moment durch die Decke Und das wird ein großes Politikum.

Die USA brauchen Fleisch, Rindfleisch – aber das wird immer teurer! Direkt vor den Midterms wird das für Donald Trump und die Republikanen zum Problem. US-Korrespondent Andreas Scheiner war für uns im Cowboy State Wyoming, wo auch die konservativen Rancher unzufrieden sind. Ich bin Simon Schaffert, das ist NZZ-Achzent.

Was hast du in Torrington, Wyoming herausgefunden? Warum werden die Tiere da so teuer verkauft? Darum ist es so schwierig im Moment. Für Bill Weinmeister ist der Grund ganz klar, es ist die Dürre. Trockenheit! Ich habe ihn bei der Auktion in Torrington getroffen. Erst man kann wirklich sagen ein altes Schlachtraus.

Er ist fast schon seit ca. eighty-five Jahren alt und so ein kerniger Typ. Sieht ein bisschen wie ein Cowboy aus, spricht wegen Cowboy... Und er hat mir erklärt, wie das Ganze funktioniert. Genau, er sagt, die Düre ist das Hauptproblem. Es gibt wenig Vieh. Auch das Futter wird teurer. Ich meine, die Benzinpreise gehen hoch.

Damit gehen die Transportkosten hoch, Futterpreise stehen hoch und wie gesagt das Hamburger Fleisch im Kühegal wird auch teurer. Er steigert Kälber und verkauft diese an Massbetriebe weiter Und für ihn ist es nicht nur ein Problem dass Herden kleiner werden, sondern die Regierung tut gerade einiges dafür, dass das Rindfleisch wieder billiger wird.

Für die Regierung von Donald Trump ist Rind fleisch ein Riesenpolitikum. Wenn man es auf die Bevölkerungszahlen umrechnet sind die USA des Landes am dritt meisten Rind-Fleisch pro Kopf konsumiert. Also doch viel! Sehr viel. und der Hamburger gehört ja auch zum Lebensstil der Amerikaner. Das ist kein Vorurteil, das stimmt schon oder?

Nein, das ist absolut so. Das ist sozusagen ein kulinarisches Grundnahrungsmittel. Es gehört auch ein bisschen zur Aufscheigergeschichte der USA. Im neunsten Jahrhundert war Rindfleisch in Europa nur für wirklich privilegierte Schichten erhältlich. In den USA hingegen waren die Herden groß und das Fleisch war für jeden Arbeiter eigentlich erschwinglich.

Und seither gehört es sozusagen zum Demokratieversprechen der USA! Es gibt gewissermaßen einen Recht auf Hamburger... Und das weiß Trump auch und deshalb hat er die Importbestimmung gelockert. Seit dem August darf bestimmtes Markeres Rindfleisch importiert werden, zum Beispiel aus Brasilien und damit sollen die Preise im Supermarkt gedrückt werden.

Diese Regelung läuft bis genau nach den Midterms also ziemlich kalkuliert. Trump will vor den Zwischenballen die Preisen drücken. Bill ist überhaupt nicht begeistert davon, erst Händer und wenn die Preise gedrückt werden dann werden seine Marschen kleiner. Ihre Kosten für Benzin, Futter und alles andere bleibt gleich und es wird für ihn schwierig sein Leben total zu verdienen.

Er sagt auch, dass die Faité des Fleisches nicht das Gleiche sei und am Ende würden quasi alle verlieren bis auf die sogenannten Big Four. Das sind vier großen Fleischkonzerne in den USA. Sie heißen JBS oder Tyson Foods Und die können jetzt Fleisch billiger einkaufen. Das ist dann das Fleisch, das man zum Beispiel McDonalds im Burger hat.

Kaufen sie billig? Heißt aber nicht, dass es billiger an die Kunden weitergeben sondern ihre Profite werden einfach größer. Okay, das heißt am Supermarkt ist es bloß minus gleich geblieben. Die Maßnahmen hat also nicht so gewirkt? Das ist so. ja! Die Preise im Supermarkt sind gleich. McDonalds, Big Mac kostet das Gleiche wie vor Wochen auch.

Und ist für Bilder Trump jetzt schuld? Hat der mit seinen Mitschuld dran? Ich würde sagen Ja Trump eigentlich zugeneigt, er sagt das ist ein guter Typ. Der hat bei der Immigration einiges bewirkt aber wenn es um die Nöte, Sorgen und der Rancher geht, hat er keine Ahnung vom Geschäft. Er saß mit mir am Tisch und dann hat er so ein bisschen abschätzig die Hand über seinen Mund gefahren.

also wie um zu sagen Trump sollte manchmal einfach still sein wenn er keine ahnung hat. Genau, er redet ein bisschen viel Und dann hat Bill auch zur Anschauwigkeit mal auf die Cola-Dose, auf dem Tisch gezeigt und er gesagt, hey es kann doch nicht sein dass diese Cola Dose praktisch gleich viel kostet wie ein Stück Rindfleisch.

Wie ein Burger. Irgendwas ist da falsch. Da führt das auch darauf zurück, dass die Leute in den Städten irgendwie den Bezug zum Land verloren haben. Auch nicht mehr wissen was ein Stück Fleisch eigentlich wert sein sollte. Für ihn ist eigentlich der Burger nicht zu teuer, sondern er sagt vielleicht müsste der Burger sogar viel teurer sein.

Wenn er also Trump trotzdem einigermaßen gut findet obwohl er seine Bedenken hat bekommen dann die Republikaner bei den Midterms am Dienstag dennoch seine Stimme? Bildstimme wahrscheinlich schon. Wyoming ist der wahrscheinlich konservativste Greedstart von allen. hier wählen die Leute einfach... Großmehrheitliche Republikaner bei den letzten Präsidentschaftswahlen haben über siebzig Prozent, wenn mich nicht als Tausch führt, Donald Trump gestimmt.

Es gibt für Sie keine Alternative in dem Sinne. Gleich geht's weiter! Ich bin am nächsten Tag rausgefahren zu Tyler Lindholm, ein Rancher der außerhalb von Sundance lebt in einer Kleinstadt in der Nähe von South Dakota. Und wir haben ja vorher schon von den Big vorgesprochen, von den großen Fleischbetrieben die den Markt unter sich aufteilen und das sieht Tyler genau so.

Erster genauso. Ende der Sechzigerjahre wurde ein System sehr dezentral war zu einem zentralisiert. Es gab ein neues Gesetz, den Wholesome Meat Act und der hat den Schlachthöfen strengere Richtlinien verordnet – mehr Kontrolle. Eigentlich sollte das für mehr Qualität sorgen aber das Gesetz ist so umständlich und so bürokratisch dass es einfach nur die großen Player bevorzugt.

Die Kleineren können dem nicht vollgeleisten. Ist einfach zu kompliziert, zu auffändig. Und es führt auch... Nun, letzten Endes dazu, dass Tyler kein eigenes Fleisch verkaufen darf von seiner Ranch. Also er könnte nicht ein einziges Steak verkaufen. Er sagt das Problem ist in Washington. die vier großen Fleischbetriebe Lobieren in Washington und selbst wenn die Republikaner im Weißen Haus sind es ändert sich nichts.

Er ist da genauso kritisch gegenüber Donald Trump wie er es gegenüber Joe Biden oder Barack Obama war. Er sagt, alle lassen sich von den großen Firmen beeindrucken und die kleinen Rancher haben das nachsehen. Und er hat in alle Richtungen gezeigt und meinte hey früher waren hier zwei, drei Ranges, die sich das Land aufgeteilt haben.

jetzt gehört das Land zunehmend privaten Wohnungsbesitzern, die sich hier ihr Eigenheim hinstellen. Und das ist natürlich schön und er kann das verstehen aber es zeigt halt dass die Rancher nicht überleben können. Das Cowboy Leben klappt nicht für die Großindustrie? Genau! Er sagt auch der Lifestyle stirbt aus.

ich habe mit anderen Ranchern darüber gesprochen. sie sagen alles selbe. Es ist auch ein bisschen eine Generationenfrage. sind die jungen Leute noch bereit, sich für das Leben auf einer Ranch irgendwie aufzuopfern. Ich meine es ist ein wahnsinnig anspruchsvoller anstrengender Tagesablauf den so einen Rancher hat.

Einer hat mir erzählt wie er wirklich mit dem Pferd und dem Lasso auf seiner Weide die Rinder einfängt... Ja! Und Herr Weiter auch er sei ein bisschen entsetzt wenn er sieht wie andere das mittlerweile mit so Quartz machen, mit so vierrätigen Motorrädern. Das ist für ihn nicht. der Cowboy Lifestyle Passion stirbt irgendwie aus.

Hast du den Teiler gefragt, was er wählen wird? Nee, habe ich ihn jetzt nicht explizit gefragt aber es ist klar, er wird republikanisch wählen... Aber er ist sauer! Also er sagt schon hey wir brauchen hier mehr Unterstützung auf aus Washington. Ja und vielleicht zeigt die Situation in Wyoming auch so ein bisschen wie sich die Partei spaltet Wie es einen Flügel gibt, der für Freihandel ist.

Der sagt Zölle sind falsch, der sagt Importbestimmungen sind falsch. Lasst uns einfach machen. und es gibt den anderen Teil Donald Trump die Merkabewegung, die in die Märkte eingreift und das gefällt jemandem wie Tyler Lindholm nicht. Und wie greift man in die Märkte ein? Und wem hilft es dann? manchmal den Kleinen und offenbar immer öfter den Großen?

Immer öfter dem Großen. Ich meine, Tyler Lindholm sagt auch hey wenn man sich das Land hier anschaut dieser amerikanische Westen diese ikronischen Steppen. die gibt's nur weil es Karboys gibt. Weil es Leute gibt, die so Rinderherden betreiben und wenn sie verschwinden verschwindet auch diese Landschaft.

und der amerikanischen Westen wie wir ihn alle kennen und lieben der wird auch zunehmend der Vergangenheit angehören. Vielen Dank! Lieber Andreas bist du da gewesen? Vielen Dank Simon. Am Dienstagabend geht es also los in den USA und hoffentlich haben wir dann bis Mittwochabend schon einige Informationen zum Ausgang der Midterms.

Wer gleich eine Einordnung will, kann am Mittwocheabend ins Zürcher kaufleuten! kommen. zur Live-Aufzeichnung des Podcasts NZ Geopolitik. Mein Kollege David Vogel spricht damit der Amerikanistin Claudia Franziska Brüwele und mit dem Schriftsteller Jonas Löscher über die Midterms, was passiert ist. Tickets kriegt ihr über den Link in der Folgenbeschreibung.

Und wer bis dahin wissen will wie Isabella Kobie unsere Korrespondentin in Washington DC den großen Tag verbringen wird hört doch in die Akzentfolge von diesem Samstag rein! Bis zum nächsten Mal.

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