NZZ Akzent· Folge 1695

Ein Roadtrip von Indien in die Schweiz – was unser Korrespondent erlebt hat

Samstag, 17. Oktober 2026 · 24 min

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Shownotes

Es klappert und knarzt, der Motor ächzt unter dem schlechten Benzin. Durch die Wüste von Usbekistan führt eine Schotterstrasse – am Rand ein paar Sträucher, auf der Fahrspur ein paar Schlaglöcher. Am Steuer des wackelnden Autos sitzt der NZZ-Korrespondent Andreas Babst. Sein Projekt: ein Roadtrip von Delhi ins Engadin.

Zusammen mit seiner Partnerin legt er 15 000 Kilometer auf dem Landweg zurück – über Nepal, China, Kasachstan und die Türkei. Die Reise führt vorbei an ausgetrockneten Fischerdörfern am Aralsee und bringt spannende Treffen mit sich, etwa mit einem geflüchteten Russen in Kasachstan. In der Samstagsfolge von «NZZ Akzent» erzählt Babst von seinen Begegnungen unterwegs. Er reflektiert über das langsame Reisen und beschreibt, wie aus seinen Erlebnissen ein Buch entstanden ist.

Gast: Andreas Babst, Südasien-Korrespondent in Bangkok, früher in Dehli
Host: Alice Grosjean

Weiterführende Informationen und Links:
Hier findet ihr sämtliche Artikel von Andreas in der NZZ. (nzz.ch/impressum/andreas-babst-ld.1287955)
Das Reisebuch “Vor uns die ganze Welt”, (piper.de/buecher/und-vor-uns-die-ganze-welt-is…) erschienen 2026 im Malik Verlag.

NZZ Quantensprung Live in Zürich - Der Absturz der Dakota und die Evolution der modernen Flugrettung
Montag, 26.10.2026, Infos und Tickets. (kaufleuten.ch/event/nzz-quantensprung-live-pio…)

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Dieser Podcast wird präsentiert von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Fachwissen, Praxisorientierung und hochkarätige Dozierende für ihren nächsten Karrierschritt. Hospitiert ist ein bisschen viel gesagt aber ich war mal im V-Nachmittag da einfach das mir immer ein bisschen gezeigt zu haben. wie funktioniert so ein Auto eigentlich?

Ein indisches Auto vier Monate Zeit und fünfzehntausend Kilometer vor sich. Im Sommer im Jahr ist der NCZ-Korrespondent Andreas Babs zusammen mit seiner Freundin zu einem Roadtrip auf. Von Daily in Indien bis zurück in die Schweiz. Ich wollte ein Buch schreiben, das so ein bisschen anders ist und Reisen nicht nur einfach konsumieren.

Reisen ist auch Nachdenken über die Welt. Welche Gedanken Andreas unterwegs so gekommen sind und warum sich mühsames Reisen immer noch lohnt? Darüber sprechen wir heute in der Samstagsfolge von NCZ-Aktzent. Ich bin Alice Groschand, willkommen! Und herzlich Willkommen Andreas, schön bist du da. Danke dass ich da sein darf.

Andreas als ich damals mitbekommen habe das Du zum Ende deiner Korrespondentenzeit den Indien im Auto zurück in die Schweiz fahren wolltest Da fand ich Wahnsinnig beneidenswert. Und dann habe ich kürzlich ein Video aus dem Inneren eures Autos gesehen und auch wie das Auto selber aussieht, und dann hab' ich so leichte Zweifel an der Idee bekommen!

Also das quieht und knarzt schon ziemlich laut in dieser Situation. da war da noch alles gut am Auto? Ja, es war immer alles gut und auch alles nicht gut. Es brauchte schon ganz viele Mechaniker um uns da nach Hause zu bringen über fünfzehntausend Kilometer. Also ist ein Auto das einfach knarzt und die Aufhängung knarrt und die Scheibenwischen funktionieren manchmal nicht.

Das gehört einfach bis hin dazu bei diesem Auto. Und da in diesem Moment was hat da funktioniert? Das Rütteln war in Zentralasien und das Benzininausbäck ist wahnsinnig schlecht für andere, die mal da hinreisen. Es hat wahnsinn tiefe Oktanzahlen. Das tut den Motor nicht so gut, deshalb brummt er sich so oder spuckt eigentlich.

Und es war die Aufhängung ja... Die haben wir dann wieder mal ein bisschen geölten und das geht. und ich glaube am bisschen quitschen ist auch noch mein Sitz. der hat eigentlich immer irgendwie gequetscht weil da die Schrauben irgendwie extrem. Ich würde sagen, für Rossa war es sehr alt. Kannst du kurz etwas über dein Auto sagen?

Was war das für ein Auto? wie alt war das? Unser Auto ist ein ganz besonderes Auto weil es ist ein Hindustan Ambassador. Das indischste Auto überhaupt! Das war das erste in Indien produzierte Auto kurz nach der Unabhängigkeit und das war auch das einzige Auto in Indiens sehr lange bis man dann den Markt geöffnet hat für Importe.

Das heisst, es ist natürlich ein extrem nostalgisches Auto. Es bedeutet sehr viel für Indien und Inder auch. Die Fabriker gibt's leider nicht mehr. Sie hat dann zugemacht, weil der Ambassador halt einfach ... Der sieht immer noch genau gleich aus wie er damals ausgesehen hat in den fünftiger Jahren. Also sie haben ihn halt nie irgendwie verändert.

Und dann kam er so ein bisschen aus der Mode, auch weil er nicht besonders wünschnittig ist oder wenn da ein Windstoß kommt. Sieht wirklich sehr herzig aus, sehr rund! So sehr süß Retro, aber hat er eine Klimaanlage zum Beispiel? Ja, ich hatte eine Klimanlage. Weil unser Outfit ist noch so eines der Letzten, dass aus der Fabrik kam.

es war etwa so... ...Zwei Tausend Elf glaube ich. und dann irgendwann ein paar Jahre später haben sie geschlossen. Und also wir hatten tatsächlich einmal den mit einer Klimaanlage. Die Temperaturen konnte er sich zwar nicht aussuchen dafür aber die Menschen, die es bis in sein Buch geschafft haben. Die Begegnungen von unterwegs hat Andreas nämlich als Reisebuch veröffentlicht.

Das heißt, vor uns die ganze Welt und ist dieses Jahr im Malikverlag erschienen! Bevor er sich auf diese Reise gemacht hat war Andreas Babst vier Jahre lang Korrespondent für die NCZ in Indien. Sein Reporter-Geist hatte aber auch auf den Straßen zwischen China, Kasachstan und Europa nicht verloren. bereut hast nicht irgendwie so einen viermal vier SUV zu sitzen.

Also ganz ehrlich immer wieder mal, also wenn das Auto dann halt irgendwie wieder stehen geblieben ist, wenn wir dann halt ein Berg hochgefahren sind und Edwina heißt unsere Autos durch einen Namen, wenn sie da einfach nur irgendwie fünfzehn Stundenkilometer fahren kann weil es einfach bergauf nur so schnell geht und dann oben auf dem Pass raucht und faucht der Motor, weil das Kühlwasser übersprudelt.

Also es wäre schon einfacher gewesen mit seinem Firma IV. Aber was hat schon durch die Länder, die wir gefahren sind? Da kann ein Mechaniker von Indien über China bis nach Zentralasien und weiter nach Europa... Jeder Mechaniker, der sein Handwerk versteht, kann dieses Auto reparieren. Und das ist schon sehr cool!

Mit neuen Autos geht das halt nicht so. Hast du viel gelernt über Autos? Ja, ich weiss ja sehr wenig über Autos. Ich bin auch kein besonders guter Autofahrer und musste schon vor der Reise mir das ein bisschen aneigen. Also wir haben da ein paar Übungsfahrten gemacht und ich bin dann Mechaniker im Indien, habe ich hospitiert, ist ein bisschen viel gesagt.

aber ich war mal ein paar Nachmittage da. einfach, dass mir immer ein bisschen zeigt so wie funktioniert so ein Auto eigentlich? was könnte als erstes kaputt gehen? Das war so das Spiel... Was denn? Die Schaltungsaufhängung, also so ein Teil. Eine Platte, die die ganze Schaltung hält und diese war eigentlich so verrosset, dass sie bald runtergefallen wären.

Und dann hat es mir auch gesagt, okay da muss ich mir das Ersatzteil kaufen weil in zwei Tausend Kilometer fällt ihr das runter und dann findest du einen Mechaniker und der schraubt dir das rein. Das Ersatztteil. haben wir sie dann ersetzt. Das war ein ganz toller Mechaniker. auf das Weihanbuhi sehr, der war achtzeig Jahre alt und hat immer noch Autos repariert.

Und der kannte tatsächlich das Auto. Der hat sozusagen seine Ausbildung auf den Embassies gemacht an Jahrzehnten keinem mehr gesehen und dann sind wir irgendwie vor seinen Geragen gefahren und er hatte so eine irre Freude an diesem Auto und hat dann ein paar Tage einfach daran herumgeschraubt. Andreas sagt von sich selber, dass er sich gern mit den großen Themen unserer Zeit beschäftigt.

Zum Beispiel der Klimawandel, Migration oder das Erstarken des Autoritarismus und er will wissen wie Menschen diese Probleme erleben und Antworten finden die weit weg von Europa leben. Große Thema Nummer eins – Der Klimawandl. An welchem Ort auf eurer Reise habt ihr den Klimawandal Am deutlichsten gespürt.

Also gesehen haben wir es viel, ich glaube am deutlichsten, gespürt und deshalb haben wir auch dann oder ich habe darüber geschrieben war aber Rase das ist ja dieses Binnenmeer eigentlich zwischen Uzbekistan und Kazakhstan der war mal riesig ist mittlerweile geschrumpft und in zwei Teile getrennt. also jetzt gibt's eine Uzbekische Seite eine Kasachische Seite.

Wir waren auf der kasachischen Seite Und haben da einen Fischerdorf besucht und dort geschlafen. Kannst du mal kurz uns dahin mitnehmen in diesem kasachischen Fischedorf, wie sieht es aus? Wie riecht's da? was bekommt man damit? Ja also es riech nach Salz und alle Farben sind eigentlich so blass und überscheinend weil es natürlich die Wüste ist und dieses Meer das einst neben dem Dorf war.

Das war ein Fischerdorf, d.h., das Meer war neben dem Dorf, die ersten Häuser waren neben dem Wasser und jetzt sieht man einfach noch diese kleinen Klippe, wo das Mehrmal war gleich hinter dem Dorfeingang. Und dann fährt man mit dem Motorrad schon eine Viertelstunde durch die Wüste um dann das Meer zu finden, weil er sich so weit zurückgezogen hat von diesem Dorf.

Also eine Viertelstunde Motorradfahrt bis man zum Meer kommt, wo es heutzutage ist? Ja, es ist schon ziemlich weit weg und auf dem Weg sind halt noch die Boote, die mal grösser waren und wir haben jetzt in Fischer unterwegs im Tasturbeck, Tasturbäck heißt das Dorf Und er hat dann auch gezeigt, okay, schau mal diese großen Boote die hier im Sand liegen.

Ja das war noch die Boote meines Vaters oder? Da war es mehr bei ihm und jetzt weiter nach irgendwie fünf Minuten. Das sind unsere Boote ganz kleine Boote. Das ist einfach so eine Katastrophe dieser Aussage wie ganz viele Sachen. Das kann man auch nicht simplifizieren mit dem Klimawandel. Die haben ganz viele Ursachen.

da wurde in der Sowjetzeit viel Wasser abgepumpt weil Uzbekistan bewässern wollte, man wollte es zum Baumwoll-Zentrum der Sowjetunion machen. Da hat Kanäle gebaut. also das ist auch viel natürlich Mensch gemacht. aber was sicher ist eine der ersten großen Umweltkatastrophen wo die Leute und das finde ich total interessant die da leben das total für ihr gemerkt haben.

Es gibt alte Videos aus der sowjetunion wo Menschen sagen hey unser Meer geht weg, wo es auch mit Schilder auf der Straße steht. Also noch in den Achtzigerjahren dann? Genau das hat einfach niemand gehört. Das hat auch niemand richtig interessiert weil damals hat einfach noch kein Thema dass der Mensch einen so großen Einfluss auf seine Umwelt hat.

sonst war er noch. die Stimmung Wirtschaftswachstum vorwärts Und die Menschen von dort haben es tatsächlich extrem früh gemerkt. Das fand ich für mich, weil das eine Erkenntnis auf dieser ganzen Reise, dass halt die Leute, die betroffen sind, das oft sehr, sehr früh merken. Dieser Fischer, den ihr da auch getroffen habt – wie geht er mit der Situation jetzt um?

Dass er eine Viertelstunde von seinem Haus bis zu mir erst mal fahren muss! Ja, er hat jetzt natürlich auch ein zweites Einkommen. Er züchtet auch Kamele und das läuft ziemlich gut. Also Kameelfleisch ist ziemlich beliebt. Und es ist nicht so schwierig weil der kann am Morgen die Herde in die Wüste entlassen und dann findet die Fressen und am Abend treibt sie mit dem Motorrad wieder ein.

Kamelemilch kann man auch verkaufen. also sind nur noch sehr wenige Fischer in diesem Dorf geblieben Die, die geblieben sind unter anderem ihm und seine Familie. Sie wollen auch nicht gehen weil sie aus der erst grösseren Stadt ist Aralsk Und sie wissen auch was sie dann dort sollen. also sie brauchen halt irgendwie den Platz.

Sie überleben so wie es ist aber Fischen. Also wir waren mit ihm auf dem See und da waren ganz ganz wenige Fische in diesem Netz. also der Arbeitsaufwand. Also ich mag genug, um irgendwie sie zu verkaufen und das Benzin zu bezahlen. Warum macht er es trotzdem noch? Weil jeder gehört ja irgendwo hin und er findet, er gehört dahin.

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Wo war das wo ihr Pavel zum ersten Mal getroffen habt? Einfach jetzt für die Leute die sehr gut mit Geografie sind. wir sind dann eigentlich von Kasachslan runtergefahren nach Kiristan aus Pakistan Und dann wieder hoch durch die Wüsse nach Kazakhstan. Es war eigentlich so ein bisschen die einzige Möglichkeit, um in den Südkraukasus und am Ende nach Europa zu kommen, weil wir nicht in den Iran konnten, also ganz unten am Meer vorbei konnten wir nicht, nach Russland konnten wir auch nicht.

Das wäre dann oben am Meer als dieser Korridor, wo wir durchkamen, dass wir nach Aktau mussten. Und haben dann jemanden gesucht, der dieses Auto verschiffen kann und auf die Fähre packen kann. Um dann über das Kastenbischof nach Bacchus oder Aserbaidschan zu beschreiben. Wir haben dann Pavel getroffen und es war ein sehr lustiger Typ.

Der war Russe und der war auch so einen gleichen Alter wie ich. Und er wusste genau, welche Hafenarbeiter man irgendwie, wie viel man wem bezahlen muss damit dieses Auto dann sicher übers Wasser kommt. Und weil dieser Prozess ein paar Tage gedauert hat, sind wir auch zusammengehangen. Das war eine sehr schöne Begegnung.

Wenn du aus heutiger Perspektive an diese Begegenung zurückdenkst, was ist da geblieben? Was ich schon faszinierend fand und das hat sicher mit dem Alter zu tun. Wir waren fast genau gleich alt. Er hatte eine Biografie in Russen als Moskau ... Ich war auch alle in Moskau. Bevor ich auslandkreusponent wurde, war er Sportreporter für die NZZ.

Das heißt, ich war während der WM-Achzehn im Moskow und er war während dem WM zwei Achzehn. war er Sicherheitsmann da im selben Stadion wie also ah cool! Vielleicht haben wir uns hier gesehen oder? Und da hat mir auch schon diese Verbindung. Und er ist dann nach den Kriegsarztbuchen in der Ukraine geflüchtet weil er nicht zurück in die Armee wollte.

Er hat sein Dienst geleistet Nach Kazakhstan, weil er Angst hatte wieder eingezogen zu werden und hat dann für so eine Logistikfirma ein bisschen gearbeitet. Und so haben wir uns getroffen. Dann waren wir Pizzaessen, ein bisschen Bier getrunken und haben irgendwie über Bücher gesprochen und Römerk und im Wesen nichts Neues und war total interessant wie uns ähnliche Bücher irgendwie geprägt hatten in unserer Weltsicht.

Das fand ich total eindrücklich. Sobald du das nicht erwartet hast? Ja, und du sitzt halt in einer Russen- und ich bin Schweizer und wir kommen aus völlig anderen Kontexts und ich war jetzt irgendwie gerade noch an Indien vorher. Und dann redest du über deine Biografie und merkst wie viele Gemeinsamkeiten du hast und dass es auch so etwas, was ein bisschen durchs Buch war, aber also wir sind ja alle als Menschen irgendwie total verschieden und in anderen Kulturen Aber... Total viele Sachen, die uns verbinden.

Hast du nach dieser Begegnung noch mal was von ihm gehört? Ja wir sind auf Instagram verbunden. Ich habe mit so ein paar Leuten aus dem Buch noch so Instagram Kontakt. Das ist ganz cool! Und auch mal aktiv wieder etwas gehört oder verfolgt es ihnen einfach so ein bisschen passiv seine Stories? Ich habe aber andere Leute, die die ganze Zeit bei mir schreiben... Mit ihm ist er passive ja also mal irgendwie einen Like, mal irgendwie ein Hello.

Es gibt andere Leute, die ich jeden Monat kurz hin und her schreibe. Dann als du wieder hier warst musstest du wieder anfangen zu arbeiten und du musst es ja dann anfangen dein Buch zu schreiben. Ganz ehrlich nach diesen vier Monaten warst du noch motiviert zum Schreiben eines ganzen Buches? Ja also ich war sehr motiviert.

Ich wusste nicht genau wie man das anstellt von meinem ersten Buch aber ich hatte ja irgendwie ganz viele so Geschichten mitgenommen und mitgetragen Und fand es total schön, das dann aufs Papier zu bringen. Weil ich das ja generell am liebsten mache so in meinem Job. Ich schreibe wahnsinnig gerne! Und trotzdem also du hast dann wieder angefangen Vollzeit für die NCZ zu arbeiten und hast nebenbei das Buch geschrieben?

Also wie schafft man das ganz konkret? was war deine Methode das hinzukriegen? Ja also ich bin einfach sehr früh aufgestanden. Ich habe da meistens um... Sechs angefangen zu schreiben. Ich habe das Privileg, dass ich nicht ins Büro muss sondern meistens einfach von der Heimarbeit und bin dann einfach um Viertel vor sechs aufgestanden, warum es echt so am Schreibtisch war und hab das bis neun Uhr morgens geschrieben und dann angefangen zur Arbeit.

Das ging so energiehaushaltsmäßig? Hat das funktioniert für dich? Also das Schreiben finde ich immer eigentlich recht flowig so man schreibt einfach mal Schreiben fällt mir selten schwer. Da muss ich aufpassen, dass es nicht schink ist und dann plötzlich eine Schreibplokade bekommen. Was sich sehr anstrengend fand, ist wenn du das mal ins Kript hast und dann geht das zur Lektorin und dann wird das gelesen und dann musst du über alles wieder durch.

Hier nach und hier finde ich dieser Lektorprozesse total schön weil man verlagelt ist toll. Aber das braucht dann nochmal Energie, weil du irgendwie das Gefühl hast so... Ja jetzt ist es ja durch. Jetzt können wir das irgendwie publizieren. aber nein kann man natürlich nicht Weil Bücher brauchen einfach eine lange Zeit damit sie dann produziert sind.

Jetzt gerade in unserer Zeit dir gefühlt immer schneller wird. Warum hast du trotzdem noch ein Buch geschrieben? Also dieses langsamste aller langsamen Medien Ich. Ich finde, Bücher haben Werte. Das ist noch ganz generell zu sagen. Gerade in der Zeit in der wir leben, wo viele Sachen wie schnell sind und die Information ist scheinbar nur einklickentfernt, ist es gut zu entschleunigen sich etwas zu vertiefen.

In unserem Alltag auch immer schwieriger. Nimmt man sich täglich eine halbe Stunde Zeit um zu lesen, um hinzusitzen und das Handy wegzulegen? wollte ein Buch schreiben, das so ein bisschen anders ist. Ich hoffe es ist auch geworden. Es ist nicht ein typisches Reisebuch. Die Reise ist ein roter Faden aber eher in der Tradition dieser alten Schweizer Reisenschriftstelle oder...

Also was heißt das? ...die Idole Annemarie Schwarzenbach, Nicolas Bouvier, Ella Mayer. Reisen ist auch nachdenken über die Welt. Reisen sind nicht nur einfach konsumieren, sondern mittlerweile ist es ein Signal an anderen zu schauen wie toll ich bin und was ich für eine krasse Abenteuer bin oder was ich mir leisten kann.

Und das ist bei dir nicht? Für mich ist Reisen schon ein Vehikel um über die welt nachzudenken. Das ist bei den Reisenschriftstellen, die ich gerne lese oder mag Und das war so ein bisschen die Idee. Hast du es geschafft? Hat sich's gelohnt? Ja, wir sind. die Leser sagen aber jetzt kam ja im Frühling raus und ich hatte tolle Lesungen mit Leuten, die das sehr gerne gelesen haben und das auch gesagt haben mir und das war wahnsinnig schön.

Es war ein sehr toller Sommer für mich! Das fertige Buch der gesamte Prozess Die Reise natürlich, die dazu geführt hat. was hat dir das selber gegeben? Mir hat es sehr viel Selbstbewusstsein gegeben. Wenn man das kennt jeder, wenn man etwas Besonderes geschafft hat, dann fühlt man sich selbstbewussterig und wenn man mit seinem Auto nach Europa gefahren ist, kann jetzt irgendwie alles kommen.

Ich glaube, das Buch ist noch etwas anderes. Das ist dann tatsächlich dein Ding. Das sind deine Stimme, die da drin ist. Genauso wie du das wolltest im Idealfall und es hat mir auch ein bisschen Angst gemacht. so okay was passiert denn wenn das dann draußen ist sondern dass die Leute lesen? Die Rückmeldung, die ich jetzt hatte über den Sommer waren einfach wahnsinnig schön gibt dann eben selbst Verwusstsein und sagt, okay das ist irgendwie wertgelesen zu werden oder meine Gedanken sind es wert gelesen zu werden.

Und das ist schön! So unter dem Strich auf was bist du stolzer? Oder was hat vielleicht mehr zum Selbstvertrauen beigetragen? dass du es in einem Auto geschafft hast, fünfzehntausend Kilometer zu fahren, das immer wieder zu reparieren... ...oder das Buch schreiben? Da habe ich etwas ganz anderes sagen, worauf ich stolz bin.

Go for it! Also wir haben das ja als Paar gemacht. Ich glaube, meine Partnerin hat mich mehr supportiert als ich sie. Und wir sind immer noch zusammen und das ist eigentlich das, was ich am stolzen drauf bin, dass man schwierige oder extreme Situationen zusammenmeistert und dass auch irgendwie in Freundschaft oder Liebe oder wie auch immer man es dann sagen will, zusammen meistert – und das finde ich toll!

Das lasse ich sehr gerne als letzten Satz so stehen... Vielen, vielen Dank Andreas für das Gespräch. Danke dir Alice! Unser ehemaliger Indien-Korrespondent Andreas Barbst ist mittlerweile nach Bangkok in Thailand gezogen und berichtet jetzt von dort für die NZZ. In den Shownotes verlinke ich euch deshalb alle seine älteren und auch die neuen Texte in der NZZ – und natürlich auch den Link zu seinem Buch.

Das war die Samstagsfolge vom NZZ-Aktzent heute mit mir, Alice Gorgian. Und übrigens, wenn ihr Live-Podcasts mögt und in der Nähe von Zürich wohnt, dann habe ich hier noch einen Tipp für euch. Gemeinsam mit den Luftfahrtsjournalisten Andreas Spät und Jürgen Schelling begleiten wir eine spektakuläre Rettungsaktion, die dem Beginn der hochalpinnen Luftrettung markiert.

Und wir finden heraus welche Innovationen in Zukunft so ein Meilenstein sein werden – wie damals die Gletscherrettung in den Berner Alpen. Seien Sie dabei! Am sechsohnzwanzigsten Oktober findet der nächste Quantensprung Live-Podcast im Kaufleuten in Zürich statt. Tickets und alle Infos finden sie in der Folgenbeschreibung.

Ich freue mich auf Sie.

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