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Meta baut Mega-Datencenter: Fluch oder Segen für Louisiana?
Montag, 6. Juli 2026 · 16 min
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Shownotes
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In einer der ärmsten ländlichen Regionen im Süden der USA befindet sich inmitten von grünen Feldern eine riesige Baustelle. Der Tech-Gigant Meta baut im US-Bundesstaat Louisiana ein gigantisches Rechenzentrum, um die eigene Infrastruktur für künstliche Intelligenz voranzutreiben. Für die strukturschwache Region bedeutet einen wirtschaftlichen Boom. Doch der Deal mit dem Silicon-Valley-Konzern wurde in wenigen Wochen und völlig an der Öffentlichkeit vorbei besiegelt.
Hinter der Fassade des plötzlichen Reichtums wächst bei den Anwohnern die Skepsis über die langfristigen Folgen für Mensch und Natur. Das Rechenzentrum wird nach seiner Fertigstellung immense Mengen an Strom und Wasser verbrauchen, weshalb eigens neue Gaskraftwerke gebaut werden müssen. Während die lokale Wirtschaft auf eine Zukunft als neuer Tech-Hub hofft, sorgen sich die Menschen vor Ort um massive Umweltbelastungen, Intransparenz und das Risiko, dass die KI-Blase platzt.
Astrids Reportage aus Louisiana gibt's auch online in der NZZ. (nzz.ch/technologie/maisfelder-fuer-meta-wie-ki…)
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Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert von den Wutweißversicherungen, dem Versicherer für KMU und Selbstständige. Wir sind in einem kleinen privaten Flugzeughangar umgeben vom großen Feldern in Bundesstadt Louisiana im Süden der USA. Dustin Morris und sein Vater Todd Morris machen ihre Maschine bereit – ein Jessner Propeller-Flugzeug!
Wenig später sind die beiden in der Luft. Und du, Astrid? Du bist da mitgeflogen! Ja ich saß dann neben dem Piloten dieser mini kleinen Maschine. Das war ich ganz cool Antonia. Ich war nämlich noch nie im Flugzeug Im Zuge von der Recherche und das war überhaupt das kleinste Flugzeug In dem ich jemals saß mit nur vier sitzen.
Aber der Pilot hat es gut gemacht und ich hatte auch gar nicht viel zeit groß Zweifel zu haben weil das nämlich so beeindruckend war was ich vor dem Fenster gesehen habe gigantische Landschaft aus grünen Schattierungen, Felder, Wiesen, Soja-Pflanzen. und auf einmal erhebt sich eine gigantischen Baustelle aus diesem Meer an Grün.
Also acht Kilometer lang, eineinhalb Kilometer breit! Und wer der Bauts? Das ist Metta, der Mutterkonzern von WhatsApp Facebook Instagram und der baut hier eines der größten Rechenzentren in der Welt mit dem Ziel die KI-Technologie des ganzen Konzerns voranzutreiben. Und diese gigantische Baustelle, die soll da jetzt noch bis zu zwanzig dreißig fort bestehen.
Aber schon im Hier und Jetzt ist klar das wird die lokale Wirtschaft und den Ort hier für immer verändern.". In einer der ärmsten Gegenden der USA baut Meta gerade ein gigantisches Rechenzentrum. Was bedeutet es für die Menschen dort wenn die KI Revolution im eigenen Vorgarten ankommt? Meine Kollegin Marie Astrid Langer hat sich vor Ort umgesehen.
Ich bin Antonia Moser. Du warst in Louisiana auf dem Land eben mit großen Feldern, was ist das für eine Gegend? Eine sehr ländliche! Also dieses County Richland Parish steht im Großen nirgendwo über Kilometer. siehst du da wenn du die Straßen entlang fährst einfach nur Felder wiesen Wälder dass es wirklich das große Nirgendwo?
Und Landwirtschaft ist das Rückgrat der lokalen Wirtschaft. Aber wenn du dann genauer hinschaust in den kleinen Siedlungen, die es da immer wieder gibt... Da sind ganz viele Geschäfte. verweist also Holzhäuser fallen in sich zusammen und die Geschäften, die's da gibt, das sind Walmart & Waffle House McDonalds.
Man merkt schnell dass Louisiana wirklich der zweitärmste Gliedstätte USA ist. Und diese Gemeinde hier, Richland Parish ist sogar eins der ärmsten Counties der ganzen USA. Jeder Viertel lebt unter der Armutsgrenze. Und warum will Metta nun gerade dort bauen? Also, Richlands Parish für Metta eigentlich perfekt!
Es gibt viel Land für wenig Geld. es gibt grundsätzlich genug Wasser das du ja brauchst um die Rechenzentren zu kühlen dank des Mississippi Deltas Und die Energieversorgung ist gesichert dank der Öl- und Gasreserven im Boden. Noch dazu war aber die Gemeinde bereit, ganz viele Zugeständnisse an Metta zu machen.
Also Metta muss jetzt praktisch keine Steuern hier zahlen was wirklich bemerkenswert ist. Die lokalen Baugesätze wurden geändert damit Metta ganz viel Land schnell kaufen konnte und schnell ist wirklich das Stichwort Antonia. denn dieser gesamte Deal der wurde innerhalb weniger Wochen eingetütet und auch an der Öffentlichkeit vorbei.
man wusste erst dass dieses riesige Rechenzentrum für Metta kommt als es schon eingetötet. Wie finden das die Anwohner, die dort in der Nähe wohnen? Ja, das habe ich mich auch gefragt und hab zum Beispiel mit dem Ehepaar Williams gesprochen. Mit Joe and Robin Williams. Die beiden haben mir erzählt, dass sie erst erfahren haben, Und so ging es eigentlich allen anderen Anwohnern hier auch.
Und die gerade direkt an der Baustelle, also bekommen sie das nahe mit? Ja, die wohnt vielleicht hundertfünfzig Meter neben dieser Großbaustelle ist wirklich der Wahnsinn! Also wenn du bei denen im Garten stehst dann hörst du das Brummen der Bagger ganz laut... Hier in diesem Nirgendwo Weit weg von allen anderen Häusern leben die Williams jetzt schon seit zehn Jahren.
Er war ursprünglich Bootsfahrer im Süden von Louisiana in New Orleans und ist jetzt aber pensioniert, seine Frau ist mitgekommen... Und die beiden sind hier dieses große Nirgendwo im Norden des Gliedstaats gezogen weil sie eben Ruhe-und Einsamkeit wollten. Und auf einmal kam dann Metta und das war es mit der hohen Einsamkeit.
Also die Robin Williams, die Frau hat mir erzählt dass sie nachts nicht mehr die Sterne sieht weil diese Großbaustelle rund um die Uhr läuft und nachts wie ein Fußballstadion beleuchtet ist. aber das sind diese Unannehmlichkeiten sind Die Einzige Kritik, also die Anwohner machen sich auch wirklich Sorgen um die Umwelt hier.
Also warum genau die Umwelt? wegen der Baustelle? Nein nicht wegen der baustelle sondern wenn dieses Rechenzentrum fertig ist dann braucht das selbst enorm viel Strom bis zu sieben Komma fünf Gigawatt also dass es mehr müsst ihr vorstellen als die Stadt New Orleans an einem heißen Sommertag verbraucht.
und Dafür werden nur neue Gaskraftwerke gebaut, nur für Metta und sieben davon allein in Richland Parish. Und das sorgt die Anwohner denn es ist unklar welche Auswirkungen die komolierte Feinstopfverschmutzung durch sieben Gaskkraftwerke auf ihre Gesundheit haben wird. Ähnlich ist es beim Wasser, also dieses Meterechenzentrum wird bis zu vier Milliarden Liter Wasser pro Jahr verbrauchen.
Das Problem ist aber weniger die Menge sondern die Qualität des Abwassers denn um die Rechenanlagen zu kühlen wird das Wasser mit Chemikalien angereichert und es ist überhaupt nicht klar für die Anwohner inwiefern dieses Wasser dann wiederum gereinigt wird bevor es ins Abwasser abgelassen wird. Meter hat mir dazu ein bisschen was.
erklärt sind natürlich nur Beteuerungen, alles ist off the record und die Anwohner erfahren selbst gar nichts. Es ist ein enorm intransparenter Prozess. Aber müsste denn Meta nicht informieren wenn sie da so einen Riesenprojekt haben? Ja, spannenderweise eben nicht. Also aus rechtlicher Sicht gibt es da praktisch keine Offenlegungspflichtenstand jetzt.
Da gibt's jetzt verschiedene Vorstöße in Parlamenten um das zu ändern dass die Firmen hinter solchen KI-Rechenzentren mehr Transparenz walten lassen müssen. aber Metta sagt eben derzeit das sind alles Firmengeheimnisse. wenn sie darüber Detailspreis geben würden könnte man Rückschlüsse ziehen auf die genaue Arbeitsweise der Rechenzentrin Und es bleibt wirklich alles enorm schwammig.
Für die Gemeinden ist es schlichtweg unmöglich, das Ausmaß der möglichen Umweltschäden genau zu erfassen und es ist dafür jetzt auch schon zu spät. also sie haben wirklich die Katze im Sack gekauft. Wir sind gleich zurück. Als selbstständigerwerbende sind Sie hundertprozent bei Ihrem Projekt wir hundert prozent bei ihrem Schutz.
Bei der Woodwalls begleiten wir sie umfassend und ein Leben lang mit einer Ansprechperson, die ihre Bedürfnisse kennt Als selbstständig Erwerbende und als Menschen. Meta baut jetzt also ein riesiges Rechenzentrum irgendwo draußen auf dem Land, wo eigentlich nichts ist. Es wird Strom brauchen Wasser verschmutzt vielleicht auch die Umwelt profitierten Die Bevölkerung dort, also die ja eher arm ist.
Wie du gesagt hast profitiert ihr auch irgendwie von diesem Rechenzentrum? Die profitiert derzeit vor allen Dingen von der Großbaustelle an Sonja denn die hat der Gemeinde einen Boom beschert wie sie ihn noch nie erlebt hat. Achttausend Bauarbeiter sind nun in diese Gemeinde von zwanzigtausen gekommen, um dieses Rechenzentrum aus dem Boden zu stampfen.
Und die müssen irgendwo schlafen – die essen was! Die konsumieren sonst Leistungen aus der Gemeinde. Sprich, pfiffige Anwohner mit denen ich gesprochen habe haben jetzt auf einmal Food Trucks ins Leben gerufen oder einen mobilen Wäschesservice oder bauen jetzt ein RV Park also so eine Anlage für Wohnmobile den die Bauarbeiter schlaven können.
Hinzu kommt aber, dass die Baufirmen – die wiederum müssen ja auch Steuerabgaben an die Gemeinde leisten. Und dieses Mehr-an-Steuereinnahmen hatte einen total interessanten Effekt für die Lehrer. Wie das? Du würdest nicht denken, dass Lehrer von einer Großbaustelle profitieren oder? Aber in Richland Parish gibt es eben so ein Gesetz die Lehrer ein dreizehntes Monatsgehalt bekommen, dass sich aus einem Prozent der Steuereinnahmen der Gemeinde speist.
Normalerweise sind das so ein paar Tausend Dollar pro Jahr ist ein netter Zustöpf bei einem Jahresgehalt von ungefähr fünfzigtausend dollars an. Aber dieses Jahr da war dieser Bonus auf einmal knapp Einenfünfzigtaussend dollar also noch mal einen Jahres gehalten. durchgrund der Mehreinnahme der Gemeinden auch Ja, das würde jeder nehmen.
Das macht wirklich ein Unterschied. dieser Bonus. zum Beispiel einer der Hausmeister die haben auch einen gewissen Anteil dieses Bonus bekommen. Der konnte sich jetzt für seine Familie in neues Auto beim lokalen Auto Händler kaufen. und Dieser Profit von der Baustelle will ich sagen er tröpfelt wirklich durch die Gemeinde durch.
Aber irgendwann ist dann auch mal fertig gebaut. also dann fällt wieder sehr viel Geld weg. Ja, absolut. Denn Metta hat sich wie gesagt ausverhandelt, dass sie keine Steuern mehr zahlen müssen und dann sind irgendwann auch nicht mehr die Bauarbeiter da, die jetzt essen und schlafen. Und man weiß schon das in diesem Rechenzentrum selbst werden nur ein paar hundert, also Metta sagt ungefähr fünfhundert Angestellte benötigt werden.
Weiß man jetzt wo das hinführt? Was wäre denn da so ein Best Case-Szenario für den Ort wenn jetzt irgendwie alles rundläuft mit diesem Rechenzentrum? Also diese Region ist wirklich so arm, dass jede Entwicklung aus wirtschaftlicher Sicht eigentlich sehr positiv ist. Selbst wenn nur ganz wenige Arbeitsplätze damit einhergehen.
Ich würde sagen, ein Best Case-Szenario ist wahrscheinlich, wenn sich daraus nun Richland Parish als Hub for High Tech in der Region entwickeln könnte also wenn sie praktisch im Windscharten von Metta weitere Rechenzentren dort ansiedeln weil Metta baut jetzt ja die Infrastruktur aus und das da andere Tech-Firm groß und klein sagen, super auch wir gehen nach Richland Parish und bauen dort ein Datenszentrum.
Denn selbst wenn diese ganzen kleinen Rechenzentren jeweils nur wenige Arbeitsplätze schaffen würden dann würde das ja kumuliert wirklich einen Unterschied für die Gemeinde machen und würde sie eben aus dieser Armut heraushiefen.". Das war jetzt eine optimistische Einschätzung. aber eben es ist nicht ganz sicher ob das auch so kommt.
also eben vieles ist schwammig intransparent Es ist noch nicht so ganz berechenbar Ne, genau. Also es sind ganz viele Fragen offen und es gibt gleich mehrere. Worst Case-Szenarien umgekehrt also beispielsweise bei der Umwelt was passiert langfristig mit Wasser und Luft in Richland Parish? Welche Auswirkungen wird das langfristige auf die Gesundheit der Anwohner haben?
Oder natürlich auch mit Blick auf den KI-Boom ist natürlich völlig unklar, wie das weitergeht. Also wenn sich das Ganze als Blase erpuppt und man dieses Rechenzentrum auf einmal nicht mehr braucht und Meta abzieht dann bleibt Richland Parish da einfach nur ein riesiger Computerfriedhof. Ob jetzt Karja eine Blase ist oder nicht, da hat die NCZ schon viel drüber berichtet.
Mit einem Probe-Abo das ihr als Podcast-Hörerinnen im Juli gratis bekommt könnt ihr das ganz genau nachlesen. Die Details dazu sind dann in den Show Notes. Wir bleiben aber noch kurz in Louisiana. Was denken sich die Menschen dort? Haben sie Hoffnung auf diesen kurzfristigen Boom? Oder sind ja die meisten eher skeptisch vorsichtig?
Also mit Blick auf diesen kurzfristigen Boom, da überwiegt eigentlich schon die Euphorie. Es gab vorher einfach gar nichts. und dass man auf einmal Geld verdienen kann mit diesem temporären Bauarbeiter das stimmt viele Menschen schon auch optimistisch. Viele denken auch drüber nach Land an Metta jetzt zu verkaufen oder andere künftige Betreiber von Rechenzentren.
Aber mit Blick auf die langfristige Entwicklung, da ist die Gesellschaft eben schon gespalten. Also inwiefern ist das Ganze wirklich langfristig sinnvoll? Ist es so intransparent? zahlen wir als Anwohner dafür nicht einen zu hohen Preis und... Joe und Robin Williams zum Beispiel, die Anwohner, die hatten auch ein Angebot bekommen für ihr Land zu verkaufen.
Das haben sie aber abgelehnt. also die würden nur verkaufen wenn den enorm hoher Betrag mehrere Millionen dafür geboten würde. Und das ist derzeit nicht der Fall! Die Bauern vom Anfang mit denen du im Flugzeug warst... Also ich nehme an, die hätten ziemlich große Ländereien, die Sie da verkaufen könnten.
Ja, das ist tatsächlich so. Und diese großen Flächen sind aber auch schon seit mehreren Generationen im Familienbesitz. Also das Land wurde schon bewirtschaftet vom Großvater und Urgroßvater von Dustin Morris der da im Flugzeug geflogen ist. Und da hängen natürlich auch sehr viele Emotionen an dieser Familientradition, an diesen Kronjuwelen im Familienbesitz dieser Grund- und Boden.
Der Vater war da ein bisschen emotional sentimental... Aber der Sohn ist da ein bisschen pragmatischer. Also er sagt, das springende Punkt von diesem Grund und Boden ist ja die Familie zu ernähren. Und wenn es mit der Landwirtschaft eben nicht mehr so gut geht wie mit Datenzentren auf einmal dann macht es vielleicht auch Sinn den Grund und Boden zum Wohle der Familie zu verkaufen.
Aber wir haben nicht die Möglichkeit gehabt. Also, ich weiß nicht... vielleicht ein Tag.