NZZ Akzent· Folge 1667

«Nicht nur Koalas und Haie sind hier von Interesse» – Australien-Korrespondentin Barbara Barkhausen

Samstag, 19. September 2026 · 25 min

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Shownotes

Seit über 20 Jahren berichtet die freie Korrespondentin Barbara Barkhausen aus Sydney über Down Under, Neuseeland und die Pazifikregion. Während früher oft skurrile Tiergeschichten und die heimische Fauna im Vordergrund standen, rücken heute zunehmend geopolitische Spannungen und der wachsende Einfluss Chinas in den Fokus der internationalen Berichterstattung. Neben dem Wandel in der Weltpolitik prägen der spürbare Klimawandel und weiterhin der Terroranschlag am Bondi Beach 2025 die Arbeit vor Ort. Auch wegen der Erkenntnisse über Antisemitismus in Australien. Barkhausen gibt zudem persönliche Einblicke in den Alltag auf dem Kontinent, spricht über die bemerkenswerte Hilfsbereitschaft der Menschen und erläutert, warum sie der aktuelle Ausbruch der Vogelgrippe in der heimischen Tierwelt besonders bewegt.

Gast: Barbara Barkhausen, freie Korrespondentin
Host: Simon Schaffer

Mehr Texte von Barbara bei der NZZ (nzz.ch/impressum/barbara-barkhausen-ld.1885443).

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Seit zwei tausendundzwei ist die freie Korrespondentin in Sydney und berichtet unter anderem auch für die NCZ über Daunander, über Neuseeland und die Inselstaaten des Südpazifiks – und gerade in Australien hilft es schon auch dass die Leute oft einfach sehr freundlich sind! Der Gedanke das man hier auf diesem harschen Kontinent zusammenhelfen muss, um zu überleben.

Das glaube ich ist nach wie vor da. Harsch das ist der Kontinent schon aber es auch voller faszinierender Tiere pälzige giftige über die man berichten kann oder um die man sich sorgen macht so wie Barbara aktuell. also dass ist was da bin ich wirklich emotionale moment. Darüber und was die Welt abseits von Koalas- und Schnabeltieren noch an Australien interessieren sollte, darüber spreche ich in dieser Samstagsfolge von NZZ-Aktzent mit unserer Australien-Korrespondentin Barbara Barcausen.

Mein Name ist Simon Schaffert – willkommen! Was ist das Unerwartete, was du in Australien erlebt hast? Ah, Australien ist voll mit teilweise verrückten Geschichten. also ich kann mich erinnern dass einmal gold in Eukalyptus Blättern festgestellt worden ist. oder natürlich sind die ganzen verrückten Tiergeschichten, also wir haben ja hier eine unfassbar tolle endemische Tierwelt mit Tieren, die es wirklich nur in unserer Region und nur in Australien gibt.

Und diese teilweise Unerwarteten bereit, also die Koalas tauchen teilweise auch bei Leuten im Haus auf und einer saß eine auf einem Weihnachtsbaum. Natürlich gibt es Pythons, die sich in Häuser verirren und ein Wollebi hatten wir mal das über die Harbour Bridge hüpfte, dass hat weltweite Schlagzeilen gemacht.

Das erwartet man natürlich nicht mitten ins Sydney. Wir hatten aber auch mal Geschichten, wie das mehrere Tausend Kängurus in Canberra in ein Militärgelände eingebrochen sind und die Soldaten da ein bisschen Schreck gekriegt haben. Oder eine Schweizer Familie hat man tatsächlich einen Riesenschreck bekommen.

Da ist einmal ein Känguru eingebrochene ins Haus und hat da angefangen zu randalieren. Das war natürlich auch ne heftige Geschichte. also es gibt unglaublich viel unerwartetes was man nicht unbedingt in Europa antreffen würde. Und das führt dann häufig dazu, dass irgendjemand bei dir anruft und dann sagt, Barbara kannst du bitte etwas dazu machen zu dieser unglaublichen Geschichte?

Ja oder nein! Also ich muss sagen dadurch, dass ich ja je nach Zeitverschiebung also Sommer- oder Winter immer acht bis zehn Stunden voraus bin durch die Zeitverschiwung. Ich schaue eigentlich unter Tag selbst nach Themen und ich schreibe eigentlich unglaublich viel auf gut Glück sozusagen. Und biete das dann an, und hoffe dass es genommen wird!

Das bedeutet natürlich, dass man manchmal Pech hat oder dass man umsonst gearbeitet hat – im Normalfall bedeutet's aber, dass Man den Abend doch nicht fünf Anrufe bekommt und bis Mitternacht arbeiten muss. Was magst du denn eigentlich lieber? Diese lustigen, absurden Tiergeschichten? oder es gibt ja auch das andere Australien.

Oder der Giftigen, der Gefährlichen und hinter jedem Klo-Deckel, den man öffnet ist in einer Spinne oder eine tödliche Schlange drin. Also ich muss natürlich gestehen dass mir diese giftigen gefährlichen Tiere am Herzen liegen weil ich da auch ein eigenes Buch zugeschrieben habe über das gefährliche Australien.

Und das Gefährliche Australiens möchte ich auch mal ganz deutlich sagen, es ist jetzt nicht so dass einem an jeder Ecke hier eine Giftspinne oder Schlange auflauert. man kann diesen Gefahren in Australien wirklich gut aus dem Weg gehen, indem man sich an ein paar Grundregeln hält. Ich lebe wie du gesagt hast seit über zwanzig Jahren in Australien.

ich habe in der freien Natur hier ganz selten mal eine Giftschlange oder Giftspinne gesehen und meistens spüren die dann also die Schlangen die spülen dass man näher kommt die Erschütterung und die verschwinden dann von selber im Gebüsch so lange man jetzt nicht irgendwie Schuhe oder Hosen einfach draußen über Nacht liegen lässt und da quasi so ein Spinnen- oder Schlangenhotel schafft, ist man da eigentlich relativ sicher.

Aber an diese Verhaltensweisen muss man sich schon halten. also ich kenne auch eine Frau hier südlich von Sydney die eine Farm hat und die hat ihre Gummistiefeln vom Reiten, die Reitstiefel draußen auf dem Boden liegen lassen. Und es am nächsten Morgen wird sie da wieder reinschlüpfen und schluft also rein und denkt sich so, ist da irgendwie habe ich da meinen Socken drin vergessen?

Und glücklicherweise schluft sie wieder raus und dreht dann diesen Stiefel um und schüttelt ihn so aus und zu schauen ob da ne Socke rauskommt. das kam aber eine Red-Ballied Black Snake raus nicht die giftigste aller Giftschlangen, das wäre der Inlandtipan oder die Braunschlange. Aber durchaus eine giftige Schlange und sie hat dann auch wirklich so laut geschrien anscheinend dass ihr Mann zu mir mal gesagt hatte hast du das bis nach Sydney gehört?

Okay ich hoffe dass alle Leute mit Phobien diese Erfolge vielleicht gar nichts erst angeklickt haben aber gleichzeitig hat sich eigentlich schon einmal gestört. also dass es eben so fast wie Fokussierung auf diese Themen gibt, vielleicht auch eine Vereinfachung eben dieses Australien der Tiere. Ich glaube die ist das schon mal genervt?

Nun als ich hier herkam. vor über zwanzig Jahren haben einige Kollegen zu mir gesagt Jetzt am Anfang wirst du noch voller Begeisterung über Giftschlangen und Qualen, auch über andere gefährliche Tiere wie die Heihe oder die süßen Tiere wie den Koalas berichten. Aber irgendwann wird dir das wirklich bis dahin stehen so ungefähr und wird dir zu langweilig werden.

Und das hätte vielleicht stimmen können. aber in den vergangenen zwanzig Jahren hat sich halt in Australien auch wirklich viel getan und durch die Geopolitischen Veränderungen hier bei uns auf der Erde sozusagen Der Fokus auch ein bisschen verändert und es ist bei Weitem nicht mehr so, dass nur noch Koalas und Haie hier von Interesse sind.

Sondern immer mehr schreibe ich inzwischen auch geopolitische Themen und die Rolle von Australien in diesem Gefüge ja? Und das macht die Sache jetzt tatsächlich deutlich interessanter vor allem weil dadurch plötzlich auch die australische Politik den Fokus geraten ist. Ich glaube vor zwanzig Jahren hat man vielleicht nur so eine Randnotiz gelesen, wenn in Australien eine Wahl war und inzwischen sind das wirklich große Themen auch in Europa.".

Was ist also passiert? Was Australien direkt betrifft, etwa dass sogenannte AUKUS-Abkommen In den USA für den Indo-Pazifik, in dem Australien ja mitten drin liegt. Die Amerikaner und Engländer teilten mit Australien ihr Wissen über atombetriebene U-Boote. Dadurch wurde aber Frankreich verärgert – denn Australien hatte eigentlich den Franzosen schon versprochen U-Boot von ihnen zu kaufen!

Und auch das Nachbarland Neuseeland war überhaupt nicht erfreut, dass jetzt diese Technologie in der Nähe ihrer Gewässer schwimmen soll. Gedacht war das ganze Akkus abkommen um die chinesische Machtausdehnung in der Region zu bekämpfen. Die chinesischen Führung verurteilte das Ganze. aufrüsten natürlich auch!

Die Australierinnen und Australien merken also in den letzten Jahren mehr und mehr wie alle etwas von ihnen wollten. Wir alle hier haben über die vergangenen Jahre gemerkt dass China in der Region eine immer größere Rolle spielt, nicht nur wirtschaftlich. Wirtschaftlich ist es seit langem so und China ist natürlich auch der große Handelspartner von Australien und hat schon seit Jahren jetzt eine sehr, sehr große Rolle im Land gespielt.

aber es ist also auch auffällig das Peking immer, sag ich mal Forscher oder selbstbewusster auftritt. Ein Beispiel war, dass wir im vergangenen Jahr Anfang des Jahres hatten. Wir Kriegsschiffe, die hier einmal um Australien rumgefahren sind und dann auch Schießübungen mit scharfer Munition, dranatvierzig Seemalen vor Sydney gemacht haben und Flugzeuge umgeleitet werden mussten.

aus Sicherheitsgründen oder Vor gar nicht allzu langer Zeit hat China eine Langstreckenraquete in den Pacific getestet. Also auch das hat den Leuten schon gewissen Schrecken eingejagd. Ja, jetzt ein weiteres Thema von wirklich globaler Bedeutung. Noch merkst du eigentlich den Klimawandel in Australien?

Ist es ein Thema? Ja! Das ist ein großes Thema hier und das trifft natürlich vor allem jetzt unser Great Bear Reef besonders hart und da ist es auch irgendwo, wo wir's besonders stark merken. Natürlich haben wir bemerkt dass wir mehr Hitzeperioden haben das diese Hitze wählen teilweise länger und intensiver sind.

natürlich hatten wie die wahnsinnig schrecklichen Buschfeuer unglaublich große Flächen abgebrannt sind und wir auch hier in Sydney unter einer Rauchglocke wirklich waren über Wochen hinweg. Und dass allen das Herz gebrochen hat, wenn man gesehen hat wie viele Tiere darf mit verbrannt sein? Aber wirklich permanent merken wir es am Great Barrier Reef, wo über Jahre hinweg immer mehr Korallen jetzt gebleicht sind.

Und ich war auch vor nicht allzu langer Zeit am Great Bear Reef. und wenn man da dann schneuchelt und sieht wie viele Korallen da wirklich inzwischen ihre Farbe verloren haben, wie viele abgestorben sind ... Dann ist das was, was einem schon im Herzen weh tut. Wir sehen gleich zurück! Fünfzig Prozent aufs Terminal, hundert Prozent begleitetes Setup.

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Die Australier sind mitunter auch bekannt dafür, vielleicht auch klischiert. Sehr locker und offen und umgänglich zu sein usw., hilft dir das bei deiner Arbeit? Wenn's stimmt! Weil es stimmt glaube ich schon oder? Es stimmt. Also die Australier ist ein sehr offenes Volk. man kommt mit jedem schnell ins Gespräch.

Es ist nicht schwierig hier an der Straße Leute anzusprechen und zu interviewen. Das wird deutlich schwieriger wenn man Politiker... vor das Mikrofon oder vor die Kamera bekommen möchte. Aber ich denke, und es hat mir mal jemand unter der Hand gesteckt, weißt du in Zürich? Oder in Berlin oder in Wien, da sitzen ja unsere Wählerinnen und Wähler nicht.

Das heißt wir haben unseren Fokus wirklich auf den Menschen hier in Australien. Dieses Wie wird eigentlich Australien außerhalb oder im Rest der Welt gesehen also außerhalb der Grenzen Australiens ist den australischen Politikern hier gar nicht so wichtig? Ja, außer es läuft geopolitisch gerade was zwischen irgendwelchen Ländern.

Aber wie gehst du denn damit um als Journalistin für den deutschen Sprachraum wenn die eben nicht unbedingt mit dir reden wollen in der Politik mit ausgesprochener Hartnäckigkeit. Und die funktioniert auch ausgeschrocken gut in Australien! Also wir haben das tatsächlich geschafft, jetzt nachdem wir über Jahre hinweg uns als Auslandskarrespondentenverein immer wieder beim Außenministerium gemeldet haben und gesagt haben Wir würden doch wirklich gerne mal mit unserer Außen- ministerin hier sprechen – mit der Penny Wong.

Und irgendwann haben wir dann tatsächlich, als sie mal in Sydney war ein spontanes Treffen hingekriegt. Es war dann zwar off the record das bedeutet also wir durften Sie nicht zitieren aber immerhin hat sich uns schonmal die Hand geschüttelt und mit uns gesprochen. Also auch hier gemeinsam wart ihr stärker.

ich habe den Verein gegründet und dann ging es ganz genau und da sind jetzt eben nicht nur europäische Journalisten und Journalistinnen dabei sondern auch japanische funktioniert ganz gut, weil Japan ist eben ein enger strategischer Partner und tatsächlich ist es jetzt den australischen Politikern ein bisschen wichtiger wie Japan auf Australien blickt.

Ähnlich ist das natürlich mit den amerikanischen Journalisten wenn er durch die New York Times oder CNN irgendwo anrufen. da öffnen sich hier auch mehr Türen aber bei den normalen Menschen die sind unglaublich offen Und auch unglaublich herzlich und hilfsbereit. Also, gerade wenn man ihnen... Das ist vielleicht der Trick für alle Besucherinnen in Australien.

Wenn man hier um Hilfe bittet, da stürzen sich alle auf einen. Das ist das hilfsbreiteste Volk was ich persönlich kenne. Wenn Australia merkt er kann irgendwo helfen. Da lässt ihr alles stehen und liegen. Und das ist auch was, was mich an diesem Land so sehr fasziniert. Wie unglaublich man zusammenhält, wenn es hier Menschen nicht gut geht.

Wenn hier eine Naturkatastrophe ist also als zum Beispiel diese schrecklichen Buschfeuer waren da haben wir in Sydney Lebensmittel gesammelt Geld gesammelten und das haben dann Leute teilweise in diese Brandregionen gefahren und verteilt. Diese Zusammenhalt im Land ist unglaublich Und das finde ich sehr schön.

Siehst du eigentlich irgendeinen spezifischen Grund dafür dass es so ist? Ich denke schon, dass es hier ein harisches Land ist. Ein bisschen dieses Pionierdenken ist nach wie vor hier. Es gibt immer noch unerschlossene Regionen und das Outback ist riesengroß und weit... Man muss hier auch zusammenhelfen.

Vielleicht natürlich ist es in Sydney und Melbourne nicht ganz so intensiv wie irgendwo in Woga-Woga oder in Broom, aber der Gedanke dass man hier auf diesem harschen Kontinent zusammengelfen muss um zu überleben das glaube ich ist nach wie vor da. Trotz dieser ganzen Offenheit? Es gibt ja viele Länder wo man sagt die Leute sind sehr freundlich, sehr offen und so weiter Gibt es da vielleicht doch aber auch eine, sag ich mal, eine geheime Hintertür?

Einen dunkleren Bereich über den dann niemand oder die Leute dann verschlossen werden plötzlich. Nun in Australien würde ich mal sagen spricht man grundsätzlich nicht unglaublich gerne über Politik. das ist also eine Sache wo ich tatsächlich immer meine europäischen Freunde anrufen muss. Australia sprechen nicht sehr gerne über politik sprechen nicht gern über Religion und sprechen nicht sehr gerne über die indigene Bevölkerung.

Also natürlich, sobald man mehr in Richtung Outback geht auch in Queensland begegnet man mehr Indigenen. hier in Sydney oder auch in Melbourne gibt es natürlich auch indigine Menschen. aber oftmals ist das auch auf den ersten Blick gar nicht mehr erkennbar denn es ist nicht so dass jetzt alle Indigenin hier eine dunkle Hautfarbe haben noch.

also das merkt mal oftmals erst im Gespräch wenn man jemanden näher kennen lernt die einem das dann auch erzählen. Nach wie vor ist es ein schwieriges Thema in Australien und nach wie vor sind die Gräben da tief? Ist das was, was dich oft beschäftigt eigentlich? Ja! Es beschäftigt mich oft. aber ich muss auch gestehen natürlich dass immer wenn ich ein indigenes Thema angehe ich auch in Europa ein ähnliches Problem habe, dass das Interesse nicht wahnsinnig groß ist.

also wenn ich zum Beispiel jetzt natürlich ein Thema raus schicke jetzt über die Heihe, ein Highangriff sag ich mal oder unser neues Drohnenprogramm das wir hier eingerichtet haben um heie zu überwachen. Dann ist es von großem großen Interesse. wenn ich aber ein indigenes Thema anbiete was vielleicht sehr speziell ist was vielleicht auch noch ein negatives Thema ist zum Beispiel das Thema dass es deutlich mehr Selbstmorde in der indigenen Bevölkerung gibt.

da schrecken auch viele europäische Medien. Zurück muss man sagen, das nehmen nicht viele. Im letzten Winter, am vierzehnten Dezember, im Jahr zweitausendundfünfundzwanzig blickte dann die ganze Welt nach Australien. Zwei Männer begingen am beliebten Badestrand Bondai Beach in Sydney einen islamistisch motivierten Terroranschlag und sie schossen auf eine jüdische Festgemeinde, die den Auftakt von Hanukkah feiert.

Dabei töteten sie fünfzehn Menschen. Es war der erste solche Anschlag in Australien überhaupt. Und wie war also dieser Moment für Barbara, die ja auch mit ihrer Familie in Sydney lebt? Für mich war das ein Riesenschock. Ich war eigentlich in Europa gewesen – ich hatte meine Eltern besucht – und ich war auf dem Rückflug und war gerade in Sydney gelandet, hatte gerade mein Koffer wieder gefunden und war im Auto als mich da die erste Zeitung anrief Und sagte, wo sind Sie?

Frau Barkhausen und ich so gerade vom Flughafen weggefahren. Ja was ist da am Bondar Beach passiert? Und dann habe ich angefangen zu recherchieren. Es war ein Riesenschock auch für mich. Ich habe mit meiner Tochter in Europa noch besprochen, wenn wir auf die Weihnachtsmärkte gehen, lass uns lieber am Vormittag oder über Mittag gehen.

Das ist inzwischen doch auch ein bisschen Ziel für terroristische Aktivitäten geworden und da sagte meine Tochter das ist so traurig und ich bin so froh dass wir in Australien nie über sowas nachdenken müssen. Und wir kommen in Australien an und haben genau diese Situation, von der wir dachten, die hätten wir niemals in Australier.

Das war für uns alle ein riesen Schock. Es war auch für mich einen Schock, dass ich niemals gedacht hätte, dass der Antisemitismus hier in Australie und auch in Sydney so groß ist. Was hat das ausgelöst? Welche Erkenntnisse hat dieser Angriff gebracht? Ich meine es ist ein einzelner Angriff aber steht er denn für etwas größeres tatsächlich?

Nun, wir haben seitdem eine königliche Kommission gehört. Das ist also eine Untersuchung kann man sagen bei der geforscht wurde. wie konnte das passieren? Wie konnte der Antisemitismus sich so verstärken? war der Fokus der Behörden nicht ausreichend? was waren die Fehler die da passiert sind? und diese Kommission hat eigentlich ganz viel erschreckendes ans Tageslicht gebracht und hat mich auch wirklich schockiert.

Ich war dann am Bonda Beach mehrmals und einmal auch zu einer Mahnwache. Und da habe ich mit sehr vielen jüdischen Menschen gesprochen, die mir persönlich berichtet haben, wie sie ihre Freunde verloren haben oder ihren Arbeitsplatz verloren haben. Das hat mich schon sehr schockiert! Ja also in den Jahren nach dem siebten Oktober, danach nach der israelischen Militäroperation in Gaza ist dann etwas aufgebrochen oder auch angestiegen?

Ganz genau. Also es gab natürlich schon immer mal antisemitische Vorfälle, aber im Nachgang von diesem sieben Oktober hat sich diese Zahl soweit ich mich erinnere versächsfacht. Ja Terror soll ja Terror auslösen. Er soll Angst machen, er soll verunsichern und das eigene Leben einschränken auch vor allem im Kopf.

Denkst du dass im Kopf der Leute da noch mehr geschehen ist? oder politisch vielleicht dann einem auch? Nun, ich denke kurzzeitig ist da tatsächlich eine Schockstarre gewesen. Aber inzwischen nicht mehr. Also ich denke, inzwischen ist es wirklich so dass die meisten Australier sagen wir lassen uns unseren Lebensstil hier nicht verändern und wir lassen auch unsere multikulturelle Gesellschaft nicht verenden.

was mir aber natürlich auffällt is und es zeigen auch politische Umfragen momentig mal bei uns steht keine Wahl an. im Moment. Umfragen haben doch gezeigt, dass die rechtspopulistische Partei One Nation plötzlich einen sehr großen Zufluss hatte. Und das war eine Partei, die sich dann sehr früh jetzt auf die Seite der jüdischen Gemeinde geschlagen hat – es hört sich Paradox an, war aber so.

Also sie haben das jetzt sozusagen für sich genutzt! diesen Terroranschlag. Inwiefern, dass bis zur Wahl sich tatsächlich halten wird und wir werden da jetzt auch noch andere Dinge natürlich mitspielen. Die werden zum Beispiel auch von der reichsten Frau hier in Australien von Regina Reinhardt finanziell groß unterstützt.

das spielt sicherlich auch mit rein. also da kommt noch mehr zusammen. aber es hat natürlich dieser Terrorantrag hat schon eine Nährboden geschaffen. Zum Schluss will ich Barbara noch fragen, was den aktuell gerade Schlagzeilen macht. Welches Thema sie jetzt gerade besonders beschäftigt? Es hat leider hier auch wieder mit Tieren zu tun.

Nun wir sind der letzte Kontinent wo jetzt die Vogelgrippe ausgebrochen ist Und ich muss dir sagen, dass das was ist, was mich seit Wochen sehr emotional stimmt auch. Weil – und das haben wir ja schon besprochen – wir hier wirklich eine unfassbar wunderbare Tierwelt haben. Ja? Und die haben wir selbst mitten der Stadt!

Also ich wohne hier wirklich mitten in Sydney und ich habe einen eigenen Blauzungen Skink. So ein Glück! Blötangelissert, der wird mir unter dem Holzdeck wohnt. Und ich hab ein Possum was im kleinen Haus hier bei mir am Baum als Untermieter wohnt und ich habe zwei Cockabarras. das sind diese lachenden Hansvögel die immer so gackern lachen.

Die werden jeden Tag auf einem Balkon landen und sich mal kaputt lachen. und wenn jetzt diese Vogelgrippe uns hier Tatsächlich ein Großteil dieser wunderbaren Tierwelt kaputt machen sollte. Seit Juni ist sie bei unserem Kontinent, seit Juni mehren sich die Nachrichten Toderdelfin gefunden, Todervogel dargefunden und das ist natürlich auch gerade für die fehlenden Tierforscher, die wir haben Ganz, ganz schrecklich.

Also wir haben jetzt vor kurzem hat die australische Regierung erst alle Forscher von der Macquarie Island subanteaktische Insel, die zu Australien gehört abgezogen. weil sie eben Angst haben dass die ganzen Seeelefanten dort sterben oder ein Großteil sterben wird und das sie den Menschen gar nicht zumuten können ist es eine große emotionale Belastung Und ich kann nachvollziehen Toten, kleinen Regenbogenlori vor unserem Haus gefunden und dachte mir so um Gottes willen.

Wenn das jetzt auch schon ein Opfer von der Vogelgrippe ist. Also da bin ich wirklich emotional im Moment.". Vielen herzlichen Dank Barbara! Ja gerne! Die freie Korrespondentin Barbara Barcausen war das. sie lebt in Sydney und berichtet von dort über Australien, Neuseeland und die Inseln im Südpazifik.

Das war die Samstagsfolge von NCT-Aktzent. Danke fürs Zuhören, mein Name ist Simon Schaffer. Bis bald!

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