NZZ Akzent· Folge 1677

Streit um Falkland-Inseln: Deshalb mischt Trump jetzt mit

Dienstag, 22. September 2026 · 14 min

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Shownotes

Grossbritannien und Argentinien streiten sich seit mehr als 200 Jahren um die Falkland-Inseln, die zwar sehr karg, aber inzwischen wegen grosser Öl- und Gasvorkommen wirtschaftlich interessant sind. Ist das der Grund, wieso sich US-Präsident Donald Trump kürzlich mit Aussagen, die Argentinien zu unterstützen scheinen, in den Konflikt eingemischt hat? Oder war es doch eher ein Denkzettel für Grossbritannien, weil das die USA nicht im Iran-Krieg unterstützt?

NZZ-Redaktor Simon Hehli sagt in dieser Folge, der aktuelle Streit soll aus Sicht des argentinischen Präsidenten Javier Milei vor allem ablenken von dessen schlechten Umfragewerten. Und dafür eignen sich die in Argentinien "Malvinas" genannten Inseln perfekt. Auf die könnte sich ein Grossteil der Bevölkerung einigen.

Gast: NZZ-Auslandredaktor Simon Hehli
Host: Dominik Schottner
Redaktion: Sarah Ziegler, Simon Schaffer
Produktion: Vera Pache

Simon Hehlis umfangreichen Hintergrund-Text zu den Falkland-Inseln könnt ihr hier (nzz.ch/international/falklands-oder-malvinas-w…) nachlesen.

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Alle schauen in die Kamera und dann beginnt Javier Milley seine Rede über die Malvinas Die Falkland Inseln. Die gehörten geschichtlich und rechtlich seit den Anfängen der Nation zu Argentinien. «Las Malvinas son Argentina, por historia y por derecho». Seit eighteenhundertdreiunddreißig aber herrschte Großbritannien über die Inseln wie eine Kolonialmacht bis heute – und das will er, Milay, ändern im Sinne des argentinischen Volkes.

«Konstituyen un objetivo permanente e irrenunciable del pueblo Argentino.». Und bei diesem Plan, die Malvinas endlich wiederzuerlangen. Da bekommt Millet jetzt Unterstützung von einem guten Freund aus Washington. Simon! Donald Trump könnte sich also vorstellen das wir erst nennt potenzielle Desaster zwischen Großbritannien und Argentinien zu klären.

Wieso mischt er sich denn in diesen jahrzehntelangen Streit ein und behauptet dann auch noch, er könne dieses Desaster befrieden? Ja so ganz genau weiß man das bei Trump ja normalerweise nicht mit seiner iratischen Politik. Ich würde jetzt davon ausgehen dass es ihm eher nicht um seinen Freund Millay geht sondern vor allem darum dass er London abstrafen kann wo eine linke Regierung an der Macht ist.

Trump ist nicht zufrieden mit dieser Regierung weil sie ihn zu wenig unterstützt habe in seinem Krieg gegen den Iran. Die Briten geben auch zu wenig Geld aus, aus seiner Sicht für die Nahto und Aufrüstung. Und Millay nutzt diesen Stahlpass, den Trump im gespielt hat nun aus und versucht diesen Wind des Wandels wir das nennt für sich zu nutzen.".

Die Feigland-Inseln beziehungsweise auf Spanisch auch Malvinas genannt Rücken mal wieder ins Zentrum der Weltpolitik – auch wegen Öl & Gasvorkommen in der Region Ausland. Redaktor Simon Haley analysiert das für uns. Hallo! Simon, um diese etwas komplexe Gegenwart zu verstehen müssen wir noch mal kurz in die Vergangenheit schauen.

Warum streiten sich eigentlich Argentinien und Großbritannien wegen dieser Parkhagen-Inseln da im Südatlantik? Wo so knapp viertausend Menschen aber sehr viel mehr Schafe leben? Ja, die Geschichte geht schon sehr weit zurück. Schon im achtzehnten Jahrhundert haben die Spanier und die Briten mehr oder weniger gleichzeitig die Inseln besiedelt und seitdem haben sie ja nicht beide den Anspruch gehabt, die Argentinier dann als Nachfolgerland des Spanischen Kononialreichs haben diesen Anspruch aufrechterhalten.

Die Briten haben die Inseln offiziell seit eighteenunddreißig in ihrer Gewalt. Es ging danach immer hin und her. Die Argentinien haben eigentlich immer den Anspruch auch auf die Insen aufrecht erhalten. Ninzehundertzweiundachtzig kam sogar zu dem Krieg. Die Militärunter in Argentinie hat eine Invasion auf den Insel gestartet Und die Briten haben dann zurückgeschlagen mit Unterstützung der USA.

Wir haben die Inseln zurückgerobert in einem ziemlich blutigen Krieg, es gab fast tausend Tote. Damit war's militärisch diese Situation geklärt. aber die Ansprüche der Argentina auf die Malvinas wie sie sind immer noch da. Wenn man das genauer wissen will du hast einen sehr langen Text geschrieben für die NZZ.

den verlinken wir natürlich auch in der Folgenbeschreibung. ich glaube man kann sagen Es ist ein Konflikt der eben nicht nur Jahrzehnte sondern wirklich Jahrhunderte zurückreicht. und aber stetig am Köcheln war man mehr mal weniger. Und warum flammt der jetzt genau wieder hoch, zwanzig sechsundzwanzig?

Also in der argentinischen Gesellschaft ist es eigentlich völlig klar dass die Malvinas zu Argentinien gehören müssen. das ist da gar keine Frage. Es gibt dann immer wieder irgendwelche Triggerpunkte im Laufe der Geschichte. Einer dieser Trigger Punkte war im Sommer der WM-Halbfinal im Fußball zwischen England und Argentinian.

Da haben die Argentina Zweizweitz gewonnen, das war dann für sie mehr als nur ein sportlicher Sieg. Es war quasi eine Art Revanche für diese Niederlage im Krieg von twointenzehnundachtzig. und die haben das auch mit einem Transparent gefeiert auf dem Stand las Malvinas son Argentinas. also die malvinas sind argentinisch Und dieses Foto ging dann um die Welt ne?

Dieses Foto gegen um die welt genau und dass es jetzt wieder hochkocht ist vor allem eine Folge davon dass eben Trump diesen Stilpass auf Miläge spielt hat der dies nach gerne aufgenommen hat. Diesen Stallpass hat Donald Trump in einem Interview mit einer Reporterin von GB News gespielt. Er wurde da also gefragt und er hat geantwortet, was ich jetzt noch nicht ganz verstehe.

wie so fragt man überhaupt? Danach die Verbindung USA, Falkland Inseln England. Dieses Dreik ist mir noch nicht so ganz klar? Es geht ja eben nicht nur um die Beziehung zwischen Argentinen und Englern oder zwischen Argentinien und den USA, sondern man muss es in einem größeren geopolitischen Rahmen sehen.

Es geht da auch um die Rolle der Briten im Irankrieg Und Trump ist immer noch sauer, dass die Briten aus seiner Sicht ihm zu wenig geholfen haben in diesem Krieg. Es ist typisch für Trump. Er hat ein transaktionales Verständnis, er verbindet Dinge die nicht unbedingt zusammengehören um da selbst einen Vorteil herauszuziehen.

In dem Fall geht es eben um die Beziehung Iran-England-Argentinien. und ein wichtiger Faktor noch dazugekommen ist in den letzten zehn, zwanzig Jahren ist dass man im Norden der Valkland-Inseln ein sehr großes Ölreservoir gefunden hat Und daran hat die USA, ähnlich wie in Venezuela ein Interesse? Oder wie sieht das aus.

Es gibt bis jetzt keine Hinweise als die Amerikaner sich dieses Ölfeld selber unter den Nagel reißen wollen so wie sie das in Venezuela gemacht haben. es sind vor allem Briten und israelische Firmen die diese Ölfelder ausbeuten wollen Und das führt die Nagentine natürlich zu Protesten. Also Millet schäumt, da ist gar nicht glücklich dass die Briten jetzt diese Wildfelder ausbeuten wollen.

es gibt auch noch im Süden der Inseln Gasfelder die auch ergiebig sein sollen und darum droht er jetzt mit harten Sanktionen gegen alle Firmen, die dort tätig sind. Und hinzu kommt, dass er noch droht mit dem Ausbau einer Marinebasis in Feuerland und ganz im Süden von Argentinien – das ist nicht direkt die Drohung mit einem militärischen Angriff wie die Falklandinsel.

Aber es ist eine Form von aggressivere Tore keine Form des Säbelrasselns.". Wir sind gleich zurück! Viele Zahl Terminals erreichten, dass Ende ihrer Funktionsdauer ist. Finden Sie bei uns die passende Anschluss-Lösung für Ihr Geschäft! Wir begleiten sie gerne durch den gesamten Prozess. Profitieren Sie bis zum dreißigsten November, vom Sonderrabatt.

Mehr Informationen und Bedingungen unter postfinance.ch. Der hat ein Vorbild, ein politisches oder mehrere und eines davon ist ausgerechnet die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher in deren Amtszeit wiederum der letzte Krieg von dem du vorhin gesprochen hast Simon Feld. Wie passt das zusammen?

Also was ist das Vorbildliche an Margaret Thatscher und wie passt es zusammen? Margaret Thatchers ist natürlich nicht sein Vorbild wegen ihrer Kriegsführung gegen die Falklands sondern wegen ihrer sehr liberalen Politik und eher als Libertärer möchte auch einen möglichst schlanken Staat haben. Das hat Margaret Thatcher in den neunzehnachtiger Jahren vorgelebt, in Großbritannien.

Gleichzeitig steht Millet derzeit stark unter Druck ihnen politisch. Seine wirtschaftliche Schockkur hat zwar auch Erfolge gebracht aber gleichzeitig ist es für die Bevölkerung ziemlich hart. seine Umfragewerte sind im Keller. Es gibt Proteste gegen die Kürzungen in der Bildung oder in der Sozialpolitik Und in diesem Moment besinnt sich Millet auf etwas, was in der argentinischen Politik eigentlich immer funktioniert.

Nämlich auf die Malvinas zu setzen. Wenn man da nationalistische Töne rauslässt dann findet man eine breite Unterstützung in der Bevölkerung sowohl bei den Linken wie beiden Rechten weil es ist davon völlig klarer Konsens das die Malvinas zu Argentinen gehört und dass diese Ausbeutung der Erdölfelder durch Großbritannien eine Form von Diebstahl ist am argentinischem Eigentum.

Das heißt also er weiß eigentlich welche Karte erziehen muss, um da das Volk hinter sich zu vereinen. Könnte man sagen dass es so ein letzter Strohhalm ist? oder ist das nur eine von vielen Karten die er noch ziehen kann in politisch gesehen? Seine Situation ist sicher auch nicht so verzweifelt wie jene damals der runter, die wirklich mit dem Rücken zur Wand stand, Millet hat durchaus realistische Chancen, wieder gewählt zu werden.

Aber es ist doch bezeichnet dass er gerade jetzt wo seine Umfragewerte sehr tief sind das er auf diese Karte der Malvin ersetzt weil er weiß wie beliebt dieses Thema ist im Falk. Lass uns kurz noch nach Europa schauen zum Gegenpol sozusagen. was sagt denn Thatcher's Nach nach nach Nachfolger? ich habe sie nicht nachgezählt ob das wirklich das richtige Nach war Andy Burnham der aktuelle britische Premierminister.

Was sagt er zu dem Ganzen? Andy Burnham hat ganz klar gemacht, dass die Briten die Falklandinseln nicht hergeben werden. Das war eigentlich auch immer die britische Position wobei die manchmal auch ein bisschen aufgelockert war. so in den Sechziger-Siebzigerjahren sah es so aus als ob die Britien vielleicht doch nachgeben könnten.

aber nachher hat man dann auch die Bewohner der Falklandsinsen gefragt immer wieder und die wollen fast zu hundert Prozent britisch bleiben. Darum ist es aus britischer Sicht nicht opportun, diese inselnde Nagentinen zurückzugeben.". Jetzt sind wir ein bisschen weggerückt von den USA und wollen aber gerade noch mal zurückkommen zu ihnen.

Millet scheint sich also ein bisschen auf Donald Trump zu verlassen. habe ich so das Gefühl, dass er für ihn diese Angelegenheit regelt. Wenn man in die Geschichte schaut ist er da gut beraten, das zu tun? Wahrscheinlich eher nicht. Also nicht nur eben weil Donald Trump sehr erratisch ist sondern auch weil die Amerikaner wenn es hart auf hart ging dann doch eigentlich immer mit den Briten mitgegangen sind in der Geschichte.

Die Briten sind die engsten Verbündeten in der NATO der USA. Das war eben nach twondundzehn und achtzig so. die Militärdiktatur hat darauf spekuliert, dass einerseits die Briten nicht kämpfen würden für ein paar Inseln im Süd-Atlantik und das andereseits die Amerikaner, die Briten nicht unterstützen würden.

Beides waren Fehleinschätzungen. Die Briten haben gekämpft und die Amerikalern haben sie dabei stark unterstützt. Darum ist jetzt auch nichts zu erwarten dass die amerikaner langfristig von der Unterstützung der Briten abrücken. man weiß ja auch nicht was nach Trump kommt. in zwei Jahren kann die Situation auch wieder völlig anders aussehen.

Zum Schluss Simon Virial Ist denn die Gefahr aus deiner Sicht, dass die Lage wie nixundhundertzwahl'n achtzig wirklich militärisch gelöst werden könnte? Die Gefahr halte ich für sehr klein. Die Argentinien haben kaum ein Interesse jetzt militarisch gegen die Briten loszuziehen. Sie sind militärischer auch nicht stark genug wahrscheinlich.

Millet hat immer gesagt das er auf juristische und ökonomische Mittel setzt. der Preis den die Argentinier für einen Angriff auf die Falkland-Insel bezahlen würde wäre sicher viel zu hoch abgesehen davon, dass sie den Krieg wahrscheinlich auch diesmal kaum gewinnen könnten. Trotzdem ist es interessant, dass Millet jetzt diese nationalistische Wende vollzogen hat – zumindest rhetorisch.

Er hat ja immer bei seinen Reden Viva la Libertad Garaco gesagt, das kann man sich übersetzen mit «Es lebe die Freiheit verdammt». Und jetzt hat er zum Ende dieser Rede Viva La Patria gesagt, also «Es Lebe das Vaterland», einen klassischen nationalistischer Terminus. Viva la Patria! Muchísimas gracias a todos.

Das heißt, Nationalismus haben wir hier auf der einen Seite aber das Risiko für eine Eskalation auf der anderen Seite ist auch zu hoch. Das ist irgendwie ein Pad. Wie löst man das auf? Es wird wahrscheinlich keine Lösung geben also eine Lösung die beide befriedigt. Die Wahrscheinlichste Variante ist dass es beim Status quo bleibt, dass die Falklandinsel ein britisches Überseegebiet bleiben und dass die Argentine darauf pochen werden, sie zurückzuerhalten.

Aber das wird nicht so sein! Es leben ja nur ein paar Tausend Menschen auf den Feigland-Inseln, aber die haben bei einer Abstimmung zuletzt im Jahr hier völlig klar gemacht, dass sie Briten sind und Briten bleiben wollen. Und wenn ihr die Berichterstattung von Simon rund um die Feiglands Inseln lesen wollt, ich verlinke euch in der Folgenbeschreibung.

Das war unser Akzent. Ich bin Dominik Schottner. Vielen Dank fürs Zuhören.

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