Kapitelklicken springt direkt hin
Shownotes
Exklusiv für dich als Podcast-Fan: 7 Tage NZZ-Digitalabo geschenkt. Unverbindlich testen. (probeabo.nzz.ch/podcast?utm_source=shownotes&a…)
Zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Venezuela ist die erste internationale Katastrophenhilfe abgezogen. Zurück bleibt ein zerstörtes Land mit schätzungsweise mehreren Zehntausend Todesopfern und einer kollabierten Infrastruktur. Das autoritäre Regime unter Delcy Rodríguez, das nach der Entmachtung von Nicolás Maduro mit Unterstützung der USA installiert wurde, steht nun vor einer logistischen und finanziellen Mammutaufgabe. Die Bevölkerung leidet auf den Strassen, während die versprochenen Hilfsgelder aus dem Ausland kaum ausreichen, um die prekäre Lage in den Griff zu bekommen.
Die Naturkatastrophe entwickelt sich zunehmend zu einer existentiellen politischen Krise für die Machthaber. Erstmals entlädt sich in den sozialen Medien offener und massiver Unmut über staatliches Versagen und Korruption. Während das Regime mit einer Mischung aus inszenierter Volksnähe und neuer Repression reagiert, wächst der Druck auf die USA. Das Beben hat das politische Gefüge des ölreichen Staates tief erschüttert und könnte die Stunde Null für einen unvorhersehbaren Machtwechsel einläuten.
Gast: Alexander Busch, Lateinamerika-Korrespondent
Host: Antonia Moser
Redaktion: Sarah Ziegler
Die neusten Zahlen und Informationen aus Venezuela (nzz.ch/themen/venezuela) findest du in der NZZ.
Und hier nochmals das exklusive Probeabo für 7 Tage, nur für Podcast-Fans. (probeabo.nzz.ch/podcast?utm_source=shownotes&a…)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Dieser Podcast wird Ihnen präsentiert von den Wutweißversicherungen, dem Versicherer für KMU und Selbstständige. Es gab ein paar Lichtblicke seit den schweren Erdbeben in Venezuela. Zum Beispiel als Rettungskräfte den Wachmann Hernán Chil unter den Trümmern eines Einkaufszentrums entdeckt. Runderung sind nur große Brocken zu sehen.
Viel Staub und Armierungseisen, schwitzende Rettungskräfte reden da auf jemanden ein – man sieht auf den Videoaufnahmen nur einen schlappen Arm der sich anscheinend mit letzter Kraft nach oben regt. Und schließlich konnte Hernan Kiel gerettet werden. Acht Tage nach dem Beben weitgehend unverletzt Unter Applaus wurde er in den Krankenwagen getragen.
Alexander, jetzt sind diese Erbeben rund zwei Wochen her. Gibt es da noch solche Lichtblicke? Ja, das ist jetzt rund zwei Woche hier seit Mittwoch und die Lichtblickel gibt es eigentlich nicht mehr. Also es weitgehend ist ziemlich die Solatilage. Die Helfer, die ersten Katastrophenhelfe, die nach Überlebenden gesucht haben, die diese ganzen aus verschiedenen Nationen dort waren, die sind abgereist.
Und jetzt geht es darum, was macht man aus der ganzen Katastrophe noch da ist? Was macht man mit den Erdbeben-Opfern die auf der Straße leben. Welche Häuser kann man noch bewohnen und welche müssen abgerissen werden? Die Frage ist jetzt wie wird die Regierung damit umgeben – was macht das Regime? Weil bisher war das nicht so viel.".
Nach den schweren Erdbäben in Venezuela ist die Lage für die Menschen in den betroffenen Regionen prekär. Das Regime muss uns zeigen ob und wie es seinen Bürgern helfen kann. Lateinamerika-Korrespondent Alexander Busch beobachtet die Katastrophe. Ich bin Antonia Moser. Aber man hat ja noch gar nicht begonnen, mit den Trümmern aufzuräumen.
Es gibt dann auch diese ganzen Hochhäusern die ganze Wohnsiedlung und Sozialbauten, die alle zusammengeklappt sind. Und Fünfzigtausend Personen werden vermisst nach der UN. Da sind bestimmt auch Mehrfachnennungen dabei aber es gibt keine offiziellen Daten über die Vermissten. Die Annahme ist langsam dass wir davon ausgehen kann das noch mehrere Zehntausend Tote geben wird.
Die neuesten Zahlen und Entwicklungen in Venezuela findet ihr übrigens immer auf nz.ch mit einem Gratis, und ich meine wirklich gratis Probeabruf für sieben Tage im Juli könnt ihr da alles nachlesen. die Details dazu findet ihr in der Folgenbeschreibung. Wenn wir jetzt zurückschauen auf die ersten Reaktionen des Regimes in Venezuela Nach dem Erdbeben Die amtierende Präsidentin der Syrodriges handelte da sehr schnell eigentlich.
Also wenige Stunden nach der Katastrophe rief sie im Fernsehen schon den Notstand aus. Sie klingt da bewegt und hat ja eigentlich sehr schnell reagiert, ist da öffentlich im Fernsehen aufgetreten. also hat eigentlich am Anfang alles richtig gemacht. Ja, das war durchaus richtig. Kann man so sagen... Sie hat also gezeigt dass sie die Kontrolle hat.
Das Regime reagiert auf die Katastrophe Erkennt die Katostrophe an, ruft den Notstand aus. Sie ist ja aufgetreten mit an der einen Seite dem Minister für Inneres und für die gesamten Sicherheitskräfte Auf der anderen Seite ihr Bruder Der Parlamentspräsident Also die Elite des Regimes sozusagen traht dort auf.
Und sie haben dann auch gesagt Wir haben den Notstand ausgerufen wir wollen internationale Hilfe Wir brauchen Hilfe. Ich will agradeCer. Das ist ja was ganz Neues, das war ja vorher unter den Vorgängern Hugo Chávez und Nicolas Maduro nicht so. Die haben ja Hilfe abgelehnt wenn sie nicht aus den befreundeten Staaten wie Russland China Iran oder sowas kamen Kuba Und das ist halt in dem Fall jetzt ganz anders geworden.
Es kommen dann auch viele Helfer auch aus der Schweiz. Kannst du deinen Überblick geben, wie die Hilfe da gelaufen ist? Ja das ging erstaunlich schnell los. Und die Schweiz waren die Ersten, die dort waren. Die sprachen mit den Helfern. Die hatten ja so einen Vortrupp geschickt. Die waren ja schon am Freitag also rund vierundzwanzig Stunden nach dem Herdbeben tauchte ich von im Land auf um zu eruieren wo sie was helfen können und danach dann die richtige Einsatztruppe zu bekommen.
Danach kamen die aus... Ich weiß nicht es gibt verschiedene Aufträge aber sechsundzwantige Nationen Es waren am Ende dreitausend Helfer, hundertzwanzich Hunde. Das sind Gruppen oder Experten, die weltweit bei diesen Erdbeben Katastrophen eingesetzt werden. Die kennen sich, die haben Codes für den sie zusammenarbeiten.
Die kommen aus Regionen, die viele Erdbäben schon erlebt haben also wie Türkei oder im Bürgerkrieg Syrien oder Chile auch Erdbében. Die arbeiten unabhängig ohne Energie und haben ihr eigenes Wasser dabei. Also belasst die Infrastruktur nicht noch. Die wurden dann von der UNO koordiniert Überlebende zu finden.
Es ging darum, in möglichst schneller Zeit möglichst schnell zu reagieren und dort welche zu finden. das war natürlich sehr schwierig weil es eine sehr große Gebäude diesen zusammengebrochenes gab. keine Apparate also keine großen Bagger keine großen Kräne um diese zu bewegen Und jetzt sind die wieder abgereist.
also weil überlebend. nach dem Erdang Hill gibt es wohl vermutlich keine mehr. Jetzt zwei Wochen später was passiert jetzt da? Ja jetzt ist die Frage wie das Regime weiter macht. jetzt geht's darum Katastrophen Nachfolger, also es geht darum den Aufbau zu organisieren. Da sind sie auf sich alleine gestellt, jetzt weitgehend.
die USA haben Hilfe angekündigt aber werden Sie dann auch mithelfen? Die USA sind ja dort sehr wichtig seitdem sie vom halben Jahr dem damaligen Präsidenten Nicolas Madudo abgesetzt haben. Jetzt müssen sie die Impfhaftutur muss hergestellt werden Strom, Wasser des Krankenhäusers. Alles hat ja vorher schon nicht funktioniert.
Das war ein dysfunktionaler Staat und ein Drittel der Bevölkerung war völlig abgeschlossen. Hatte zu wenig zu Ästen, hatte keine Versorgung. Es ist ein prekärer Staat gewesen und er soll jetzt wieder in einer Katastrophe besser werden als er vorher war. Das ist natürlich sehr schwierig.". Und all das braucht ja vor allem viel Geld also alles zu organisieren, wieder aufzubauen.
Wie sieht es denn da aus? Ist dieses Geld da? Theoretisch wäre das Geld da, wenn es weder ist ein reiches Ölland und produziert auch wieder seitdem die USA dafür gesorgt haben dass die privaten Investoren wieder rankommen. Produziert ja auch wieder Öl. Einnahmen von acht Milliarden Dollar sollen in den USA eingefohren worden sein Und jetzt haben die USA angekündigt dass sie dreihundert Millionen Dollar in eine Art Hilfsfonds zur Verfügung stellen wollen.
keiner weiß wie wie das laufen soll. Das zieht Kritik auf sich. Man fragt sich, die haben diese riesigen Öleinnahmen könnten sich selber versorgen, selber aufbauen. aber das geht nicht und kriegen jetzt sozusagen so ein paar Brotkomen zugeworfen mit denen sie sich dann abfinden müssen. Das kommt nicht gut an den Venezuelanen.
Wir sind gleich zurück. Als selbstständig Erwerbende sind Sie hundert Prozent bei Ihrem Projekt wir hundert prozent bei ihrem Schutz. Bei der Woodwalls begleiten wir Sie umfassend und ein Leben lang Mit einer Ansprechperson, die Ihre Bedürfnisse kennt Als selbstständig Erwerbende und als Menschen. Das Regime in Venezuela steht jetzt vor großen Herausforderungen, es braucht viel Geld, vieles muss wieder aufgebaut werden.
Wie zufrieden sind denn die Venezuelaner jetzt damit wie das läuft? Also hört man da was?! Das ist natürlich schwer zu sagen. Venezuela ist ein Regime, ein autoritäres Regime. Meinungsäußerung sind eigentlich in der Form nicht üblich auf der Straße von der Bevölkerung. Aber man sieht den sozialen Medien erstmals Unmut.
Dass Leute die Militärs beschimpfen dass sich jemand aufregt weil Gelder verschwinden Weil Hilfskräfte von der Regierung anscheinend Gelder geklaut haben. Das blieb man zum ersten Mal und das heißt, zum ersten mal ist die Regierung unter Druck. Weil sie also beschimpft wird – was vorher unmöglich war, weil wir vorher die Regierung in den sozialen Medien beschimpfte hat – ist sofort verhaftet worden.
Das hat sich jetzt geändert. Gleichzeitig will der Staat alles kontrollieren. Also auch privaten Hilfe. wenn die in der Provinz irgendwo private Hilfsorganisationen Lebensmittel und Kleider einsammeln wurden die zum Teil vom Staat aufgelöst. es gab wiederum Proteste in den Sozialen Medien. Die Wut auf das Regime nimmt zu.
Das wird zum ersten Mal auch sichtbar in den ganzen sozialen Medien, die nicht unterdrückt werden können in der Form wie es früher möglich war.". Reagiert denn jetzt Delsi Rodríguez oder das ganze Regime irgendwie darauf auf diese Kritik? Das sind Märchen, die die Medien aufbauschen. Dass wir untätig sein.
Wir machen perfekte Arbeit und sie geht zu den Rettungsteams, stört sie zum Teil bei der Arbeit wie dann auch kompetiert werden in den Medien. Sie trifft Hernan Hill, dem geretteten Wachmann von dem wir am Anfang gehört haben. Wie kommt dieser Versuch von Volksnähe an? Wird das irgendwie kommentiert.
Das wird kommentiert, das seltsame ist. Früher hat das Regime immer die Kommentarfunktion versucht auszuschalten. Im Moment klappt das irgendwie nicht. man sieht dann wirklich bitter böse Kommentare unter diesen Solidaritätsbesuch und sage ich jetzt mal also es ist ein Unmut der direkt über die sozialen Medien rauskommt.
und es gibt auch eine neue Umfrage nach dem erbeben woran man sehen kann dass sich da ist eh geringe Popularität nochmal deutlich verschlechtert. Sechzig Prozent der Menschen finden Sie, dass sie eine schlechte Arbeit macht und nicht an die Regierung sein sollte. Man hatte ja gehofft durch die Stabilisierung des Regimes hat das gehoffen auch vielleicht sogar Trump, dass er mit der Zeit populärer würde aber es hat sich bisher nicht eingestellt.
jetzt ist natürlich ein riesen Backlash. Könnte ihr und dem ganzen Regime denn das jetzt gefährlich werden? Was glaubst du? Ja auf jeden Fall! Es wird die große Nagelprobe zeigen wie die Regierung darauf reagiert ob sie es ihr gelingt mit einer Mischung aus Repression, was sie ja immer wieder anwendet und auch jetzt schon anwendete.
Und gleichzeitig positiven Taten, ob es ihr gelingt die Stimmung zu drehen also positiv für Sie. Ich zweifle nicht daran dass das Regime zur Repression greifen wird um das eigene Überleben zu sichern. Es hat immer schon gezeigt, dass ist sehr überlebensfähig. Protestwellen, Demonstrationen über Monate.
Wenn ich Jahre überwunden und trotzdem immer wieder hat es überlebt auch trotz allen möglichen Krisen die das Land erlebt hat. deswegen nimmt aber die Solidarität noch mehr zu und dass die Leute merken wir selber haben die Macht weil wir selber das alles verändern. dann könnte das System natürlich kippen.
Die Gefahr besteht es zeigen andere autoritäre Regimes in der Region die nach Erdbeben existenziell geschwächt wurden und dadurch abgelöst worden. Das Regime von Delci Rodriguez ist ja auch eng verknüpft mit der Trump-Regierung, das hast du schon gesagt. Er hat sie auch an die Macht gehilft! Was heißt das jetzt für den USA wenn das Regime plötzlich so stark in der Kritik steht?
Ja, die USA stehen natürlich vor einer gewaltigen Herausforderung. Denn Venezuela als ihr außenpolitischer Case ist ihr größter Erfolg bisher. Die Aktion, Maduro zu entmachten, ist weiterhin hochpopulär nicht nur in Venezuela auch in vielen anderen Ländern der Umgebung. aber sie wollen jetzt unbedingt diese Übergangsregion, die Sie da installiert haben sozusagen das Regime eigentlich, dem sie den Überlebenschancen gegeben hat, stabil bleibt.
Und wenn das nicht gelingt, dann haben die ein großes Problem. Weil dann ist ja sozusagen ihr gesamtes Erfolgsmodell zusammengebrochen was hier auch zum Beispiel was sie in Kuba wiederholen würden gerne und bisher nicht geklappt habe. also Sie müssen jetzt Überleben, ob sie aktiv werden. Ob Sie reingehen?
Ob Sie einen großen Stil helfen beim Aufbau und dadurch auch die Kontrolle behalten? Das ist natürlich sehr schwer! Sie haben ja die USA, haben sie ja gekürzt. Sie haben nicht mehr die Instrumente um beim Aufbauen zu helfen wie noch etwa in den HIT beim Großen Erdbeben. Und es ist natürlich die Gefahr, dass sich politisch was ändert jetzt.
Es hat Maria Corina Marchardo, die Oppositionspolitikerin gesagt das sie zurückkehren will. Das will die USA verhindern auf jeden Fall, aber man weiß nicht was jetzt passiert. Also es kann jeden Moment passieren dass sie doch zurückkommt das dann irgendwie... ...die Opposition sich wieder vereint dritzt den Menschen auf die Straßen ihren Unmut noch viel viel offener äußern.
Das ist alles möglich. Also stimmt das Bild? Dass dieses Erdbeben in Venezuela wirklich vieles durcheinander gerüttelt hat also nicht nur die Erde sozusagen sondern auch politisch irgendwie Ja, man könnte sagen es ist eine Stunde null von der neuen Epoche in Venezuela. Meiner Meinung nach ist ziemlich wahrscheinlich das das Regime die Schrauben anziehen wird wieder repressiver werden wird.
Das ist einfach die DNA dieser Regierung. Es kann aber auch sein dass sich mit USA plötzlich irgendwelche Kräfte zusammen tun. In den USA ist ja auch nicht nur einer aus dem Politik sondern dass man irgendwie sagt zusammen mit der Oppositionspolitikerin wir wollen jetzt doch noch vielleicht diesen Jahr Wahlen machen Weil der Druck so groß geworden ist, dass man versucht das ganze Leben die Bevölkerung wieder einzubinden.
Also ganz viele Möglichkeiten. Man kann einfach nicht sagen was da passiert weder in den nächsten zehn Tagen aber geschweige denn in einem Jahr. Alexander, ganz herzlichen Dank! Ich danke dir Antonia. Das war unser Akzent mit Lateinamerika-Korrespondent Alexander Busch. ich bin Antonia Moser bis bald.