
Bremst die Politik Mütter aus, Franca Lehfeldt?
Donnerstag, 22. Oktober 2026 · 39 min
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Shownotes
Franca Lehfeldt, Journalistin und Unternehmerin, spricht über alte Rollenzuschreibungen und übergriffige Erwartungen, die die Gesellschaft an Mütter stelle. Nicht die Frau, sondern die Mutter sei benachteiligt. Den Grund dafür sieht sie vor allem im Steuer- und Betreuungssystem. Ein „Dreiklang der Fehlanreize“ - bestehend aus kostenloser Mitversicherung, Steuerklassenmodell und Minijobs - führe dazu, dass Frauen oft nicht frei über ihre Berufs- und Lebensplanung entscheiden würden, sondern entlang politischer Rahmenbedingungen und fehlender Alternativen.
Im Gespräch erklärt Lehfeldt außerdem, warum Kürzungen beim Elterngeld und der Abbau von Betreuungsinfrastruktur aus ihrer Sicht die falschen Antworten auf die demographischen Herausforderungen Deutschlands sind. In Zeiten von Sparzwang würde reflexartig Infrastruktur zurückgebaut werden: "Kitas werden geschlossen, Eltern werden konfrontiert mit weiteren Wegen." Dabei gebe es wegen der niedrigen Geburtenrate ein Momentum für die frühkindliche Bildung: Ohne einen Euro mehr auszugeben, könne es endlich einen "wirklich kind-gerechten" Betreuungsschlüssel geben. Nur: "Familien haben keine Lobby, Eltern gehen nicht auf die Straße, weil sie dafür gar keine Zeit haben und Kinder können nicht wählen." Das sei die Ausgangslage, wegen der man Familien im politischen Diskurs gern mal hinten überfallen lasse.
Gast: Franca Lehfeldt, Journalistin und Unternehmerin
Host: Beatrice Achterberg
Redaktion: Clara Engelien, Utz Dräger
Foto Franca Lehfeldt: Luca Giselle
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Ifo-Studie: Elterngeldreform könnte Sparziel deutlich verfehlen (ifo.de/pressemitteilung/2026-10-21/elterngeldr…)
Wie der Neoliberalismus die Familien frisst. Eine Gastkommentar (nzz.ch/nzz-am-sonntag/report-und-debatte/neoli…)
Monitor Familienforschung des Bundesfamilienministeriums: Was heißt hier familienfreundlich? Vorstellungen und Erwartungen von (potenziellen) Eltern (bmbfsfj.bund.de/resource/blob/214804/1c81ea8e6…)
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Über Geld spricht man nicht. Diese Aussage hat für Frauen einen sehr hohen, vielleicht den höchsten Preis. In Skandinavien ist es so, dass Kinder und Familien und vor allem das Betreuungs- und Bildungssystem gleichgestellt sind mit kritischer Infrastruktur. Vom Minijob über die beitragslose Mitversicherung und eben auch Steuerklasse Fünf – das sind politische Instrumente, die am Ende nur wie eine Wahl aussehen lassen.
Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik und kein Gedönt. Was definiert heute eigentlich das Bild einer guten Mutter? Und ab wann gilt eine Frau in unserer Gesellschaft als ungenügend? Die Frage der Mutterschaft ist nur vordergründig privat, sie ist auch politisch. Das jedenfalls sagt mein heutiger Gast – die Autorin und Journalistin Franka Lehfeldt.
Sie hat sich auf Spurensuche begeben und unter anderem mit Philosophinnen- und Spitzenmedizinern gesprochen. Ihr Befund? Am Ende ist für das Kindeswohl oft einzig und allein die Mutter zuständig! Frau Lefeld, schön dass Sie da sind. Danke für die Einladung! Ich habe für mich definiert weder die schlechte noch die vermeintlich gute anhand von Kriterien festzumachen weil es genau die Ausgangsfrage ist gegen die ich mein Buch geschrieben habe.
Wir müssen wegkommen von einem Maßstab den wir in dieser Gesellschaft nicht definiert haben ihn aber permanent und vor allem auch ungefragt, einfordern und anlegen. Dementsprechend würde ich behaupten es ist gut wenn man gerne Mutter ist und gut und schlecht. das sind die Maßstäbe die wir überwinden müssen.".
Also es gibt per se keine gute oder keine schlechte Mutter? Früher hat man das an gewissen Merkmalen festgemacht in Deutschland. Das war die omnipresente Mutter die sich aufopfernde Mutter, die Hausfrau und die Ehefrau. Wenn man in diesen Kategorien als Frau einen guten Job gemacht hat dann galt das auch als gute Mutter!
Heute leben wir in einer anderen Zeit, in Klammern. zum Glück. Frauen sind Vollzeit-, Teilzeitberufstätig oder entscheiden sich in einzelnen Fällen auch dafür zu Hause zu bleiben Und damit ist eigentlich dieser Maßstab, der mal angelegt worden ist in Deutschland. Ob so lädt? Nur wir haben ihn kulturell immer noch nicht überwunden!
Und warum ist es kein rein privates Thema?! Ich sage mal so... In Deutschland behaupten wir ja die Frau habe die Wahl. Wir verwechseln in diesem Moment aber die Wahlfreiheit mit der Anwesenheit von echten tragfähigen Alternativen. bedeutet Wenn wir in Deutschland sagen Die Frau hat die Wahl dann hat jede Wahl für die Frau ein Preis, sowohl kulturell durch das Urteil der Umgebung des Umfelds als auch – und da kommen wir zum politischen – ökonomisch.
Durch unser Steuer- und Betreuungssystem dass für Frauen und Familien dann einen Unterschied machen wo es letztlich nicht mehr darum geht. man entscheidet sich für sich individuell sondern man entscheidet sich entlang von Rahmenbedingungen beziehungsweise auch mit fehlenden Alternativen. Über den Preis, den die jeweilige Wahl hat, würde ich gerne noch mit Ihnen sprechen.
Aber vorher stelle ich Sie einmal vor – die Thematik bewegt sie persönlich wie auch beruflich! Franka Lefeld ist nämlich Journalistin, Autorin, Moderatorin und Mutter einer einjährigen Tochter. In ihrem aktuellen Buch «Gute Mütter, schlechte Müttern» plädiert sich für mehr Entscheidungsfreiheit unzerlegt alte Rollenmuster in ihre Einzelteile.".
Ihren Namen kann man aus unterschiedlichen Zusammenhängen kennen. Sie war Politik-Chefreporterin bei RTL, Moderatorin beim Fernsehsender Welt. Seit drei Jahren ist sie selbstständig mit einer eigenen Produktionsfirma. Wer jetzt irgendwie auch an den ehemaligen Finanzminister Christian Lindner denken muss, liegt auch richtig – denn das ist ihr Ehemann!
In ihrem Buch geht es auch um die Vereinbarkeit natürlich von Familie und Beruf. Was ist denn für Sie ein gutes Modell für heutige Paare, wenn man dann ein Kind zu zweiter zieht? Ganz wichtig ich gebe keine Ratschläge. Ich gebe auch keine richtig oder falsch Antworten auf eine individuelle Lebenssituation vor allem die Entscheidung von Eltern wie sie es aufteilen möchten.
mein Appell richtet sich an den ersten Moment oder ich sag jetzt mal, den Einstieg wenn aus einem Paar oder aus einer Beziehung eine Elternschaft wird. Weil in diesem Moment werden Entscheidungen getroffen oftmals übrigens ohne dass sie wirklich diskutiert werden. das ist die Frage wer bleibt zu Hause?
Oder wer reduziert überhaupt die Arbeitszeit? Wer nimmt Elternzeit? Wer leistet welchen Beitrag in die eigene Haushaltskasse? und diese Entscheidungen sind teilweise Ich sage jetzt mal nicht auf dem Tisch, weil man sagt es ist doch klar. Wenn die Frau weniger verdient was ja in Deutschland einfach immer noch prozentual meistens der Fall ist dann müsste sie ja auch zurückschrauben, denn das geht ja darum dass die Familie am Ende des Monats möglichst viel Einkommen hat und gegen diese Logik ist hier nichts zu sagen.
dennoch ist in Deutschland das Sprichwort Omnipräsent. über Geld spricht man nicht Und diese Aussage hat für Frauen einen sehr hohen vielleicht den höchsten Preis. Warum? Letzten Endes ist die Entscheidung dann getroffen und die Folgen, die sie auslöst auf den nächsten zehn, zwanzig, dreißig Jahre sind nicht besprochen.
Und deshalb ist der Ansatz meines Buchs und auch mein wirklich persönliches Anliegen als Autorin zu sagen über Geld müssen wir sprechen? Über Geld müssen Paare sprechen! Wenn sich eine Frau gegebenenfalls ja auch frei entscheidet und sagt ich möchte gerne die ersten Monate vielleicht auch die ersten drei Jahre weniger arbeiten muss sie hier nur darauf achten oder sollte, finde ich.
Dass sie über ihre Vorsorge fürs Alter nachdenkt. Das auch geregelt ist wie Ihre Zeit die Sie ja in Kehrarbeit investiert, monetarisiert und ausgeglichen wird. Und dafür mache ich unterschiedliche Rechnungen auf. also eines ganz einfach... Ich fasse schon nach so einer BWL-Vorlesung. Kehrarbeit, Monetarisieren?
Ich weiß nicht ob das eine BWF Vorlesung ist weil wenn wir gucken wie wenig Paare diese Gespräche in Deutschland führen und wie wenig Frauen für sich diese Rechnung aufmachen. Und mit einem Fazit rausgehen und wissen, die Altersabsicherung ist da, die Rentenpunkte werden gesammelt? Dann ist das eben auch ein schreckender Bereich von Paaren oder Frauen, die wirklich über dieses Thema sprechen.
Woran liegt es? Ist es ein individuelles Problem, dass Paare ... nicht darüber sprechen, weil es unangenehm ist oder weil zu viele Folgefragen aufwirft? Oder ist das auch ein wirtschaftliches politisches Problem wo die Regierung ja die Rahmenbedingungen setzt und wo halt Frauen dann oft noch eben einen wirtschaftlichen Nachteil haben.
In ihrer Frage stecken zehn Antworten. da muss man überlegen wo man jetzt zuerst ansetzt. vielleicht Beginn wir im Kleineren, auch in der deutschen Historie. Also wir sind ein Land das eigentlich Familienpolitik anders als unsere europäischen Nachbarländer wenig bis gar nicht geklärt definiert ja Angebote gemacht hat.
Es geht nicht darum dass der Staat vorschreiben soll wie Familie aussieht aber es geht darum Rahmenbedingungen zu schaffen die eine freie Wahl für jede Familie unterstützen so wie es auch in Skandinavien oder in Frankreich beispielsweise der Fall ist. Und ich habe vorhin schon angeschnitten, dass wir ja aus der Tradition der aufopfernden Mutter kommen – der Zuständigen und der allein Verantwortlichen – und ein Land das nicht gelernt hat, wie Familie unterstützt und auch in den Mittelpunkt gerückt werden kann kommt natürlich….
Ich sage mal in der Gerhard Schröder-Ehrer dann an den Punkt zu sagen, Familienpolitik is gedöns! Und aus dieser Perspektive haben Die Frau und auch Familie gedacht. Er hat es zwar zurückgenommen, aber ich finde diesen Begriff nach wie vor treffend dafür wie Es immer noch besprochen wird. das ist ein Randthema Und in Deutschland bleibt auch die frau nicht die frauen ihrer identität sondern mit dem eintritt der familie oder mit der geburt Ist es so dass die fraue in deutschland eben die rolle der mutter vollends übernimmt diese zwei Identitäten, Frau und Mutter.
Das ist bei uns gesellschaftlich kulturell nicht verankert.". Das ist mal so. das eine was sich einfach aus der Vergangenheit – das ist jetzt nur ein kleiner Exkurs aber wir machen es jetzt mal nicht ganz zu kleinteilig eben zusammensetzt dass wir dieses Erbe haben und das andere ist eben dass wir eine Familienpolitik haben.
ich nenne die im Buch den Dreiklang der Fehlernreize vom Minijob über die beitragslose Mitversicherung Realitäten und politische Instrumente, die am Ende eine Wahl nur wie eine Wahl aussehen lassen. De facto handelt es sich dabei aber einfach um eine logische Entscheidung wenn die Rahmenbedingungen mir sagen ist lohnt sich nicht.
Und das führt dann in der Summe dahin dass wir heute da stehen wo wir stehen nämlich Teilzeit ist in Deutschland weiblich. Zwei Drittel der erwerbstätigen Frauen arbeiten Teilzeit, bei Männern sind es neun Prozent Ja? Der Gender Care Gap liegt bei vierzig Prozent. Da kann man viel diskutieren ob das eine BWL-Vorlesung ist.
Gender CareGap ist wer wieviel Haushaltsarbeit und Kinder betraf. Genau! Wer trägt welche Verantwortung in Familien genau? Und da sind einfach Zahlen. Ich sag mal, es sind Fakten. Und wer davon spricht? Die Deutschen müssten mehr arbeiten, Stichwort Friedrich Merz und wir wären alle faul. der muss finde ich zumindest sich erst einmal hinterfragen ob er denn die Bedingungen geschaffen hat seitlich dessen was in seiner Verantwortung steht dass zum Beispiel Frauen auch die Option hätten wenn sie es dann möchten aus der Teilzeit in die Vollzeit zu wechseln.
Wir können immer sagen Familie ist privat aber in dem Moment wo Entscheidungen eben politisch unsinnvoll sind finde ich, endet diese Privatheit. Ich würde gerne noch mehr über den Bundeskanzler Friedrich Merz und die politischen Rahmenbedingungen sprechen aber kurz nochmal zu dieser Rolle der aufopferenden Mutter.
Sie haben selber die Erfahrung gemacht. sie waren vier Wochen nach der Geburt bei einem Arbeitstermin in Hamburg und das Netz hat getobt. Das kann man, glaube ich so zusammenfassen. Sie bekam danach als das öffentlich wurde E-Mails von Wildfremden mit Studien zum Wochenbett und der Tenor war klar sie haben das Kind eigentlich sich selbst überlassen gefühlt zu können.
Das musste sich dann mal selber versorgen. Das waren natürlich nicht so. was hat sie damals mehr getroffen? die offenen Anfeindungen oder diese vermeintlich gut gemeinte Fürsorge mit Studien mit Tipps? Fürsage habe ich da drin nicht. Okay, gab es gar nichts. Und auch nicht M-Funden! Das war in erster Linie übergriffig.
und nun bin ich mit einer ganz guten Resilienz ausgestattet. Auch aufgrund meiner Erfahrungen in der Öffentlichkeit und meinem Job in den Medien. nur dass man es nicht jedem recht machen kann das waren nie mein Anspruch. was mich erschreckt hat an dieser konkreten Situation die sie beschreiben ist Es ging dem Kind gut.
Es war bei seinem Vater. jeder der die Strecke im ICE Berlin Hamburg fährt weiß Die Distanz ist überschaubar. Das sind so zwei Stunden, glaube ich? Und der Vater, der zu Hause ist und mit einem mobilen Endgerät ausgestattet ... Der kann sich auch melden wenn jetzt wirklich etwas wäre. aber warum sollte eigentlich etwas sein?
Jemand von vornherein genau wie ich ja damals wir haben das beide zum ersten Mal gemacht also... Ich hatte keine Vorerfahrung und er auch nicht! Und diese Reise-Elternschaft. die konnten wir glaube ich zu diesem Zeitpunkt Beide gleich gut oder zum Teil auch beide noch nicht so erprobt, bewerkstelligen.
Und ich war in Hamburg und merkte einfach was auf meinem Telefon los war, also besonders auf den sozialen Netzwerken. An dieser Beobachtung hat mich eigentlich eines stutzig gemacht – das Kind litt nicht, der Vater litt nicht die Mutter litt nicht aber einige litten daran dass die Mutter nicht litt. Es war diese Erwartungshaltung.
wie kann es sein? Und mir wurde in diesem Moment bewusst, mit welcher Härte diese Gesellschaft Frauen und besonders Müttern begegnet. In dem Moment, in dem sie sich dafür entscheiden das eine zu tun ohne das andere zu lassen. Und dass die Diskussion, die wir führen, dir immer unter dem Zeichen dessen steht Wir möchten uns verändern!
Wir möchten moderner werden, wir möchten Elternschaft wirklich teilen. Wir möchten Vätern auch die Verantwortung geben und nicht nur sie verbal reklamieren – und wenn du das wirklich für dich lebst dann ist der Gegenwind viel, viel stärker als das was medial suggeriert wird. Haben Leute mitgekriegt dass sie in Arbeitstermin ...
Ich hab das transparent geteilt weil ich würde das auch nicht verstecken! Ich habe schon während meiner Schwangerschaft gesagt ich bin selbstständig ich möchte mein Laden auch am Laufen halten. Das is für mich ein Teil meiner Identität und ich werde weitermachen. Jetzt kommt dazu und es ist mir ganz wichtig weil die Frage oft aufkommt Übt das nicht Druck auf andere Frauen aus?
Ich habe zu keinem Zeitpunkt gesagt und möchte es auch nicht tun. Das ist der richtige Weg, das ist nur mein Weg! Aber dass die Akzeptanz dafür nicht da war, das fand ich interessant weil das hat nichts damit zu tun ob eine Frau öffentlich ist oder nicht. Ich hab im Zuge meiner Recherche mit sehr vielen Frauen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen und Bereichen gesprochen und diese Erfahrungen des Bewertens haben sie alle gemacht und in diesem Moment habe ich das zur Kenntnis genommen und dachte interessant, es gibt also ein großes Thema.
Und wir müssen darüber sprechen – das war einem Puls für mein Buch! Sie haben für ihr Buch die französische Philosophin Elisabeth Bardentaire getroffen. Sie wurde vor allem durch ihre Kritik am Mythos der natürlichen Mutterliebe bekannt, sie sagt Mutterliebe ist kein Instinkt und sie stellt den Mythos einer aufopferungsvollen Mutter infrage.
Warum gilt gerade in Deutschland im Vergleich zu Frankreich eine Frau immer noch als schlechte Mutter wenn sie mehr sein will als eine Mutter? Die Französinnen und Franzosen haben eine ganz andere Kultur Und eine andere Historie als wir. Elisabeth Ballentair ist die Wegbereiterin für die europäische Debatte und Auseinandersetzung mit Mutterschaft und die Rolle der Frau, und sie ist mit Sicherheit auch heute in den hohen Achtzigern immer noch die intellektuelle Stimme zu diesem gesamten Themenkomplex und was mich daran begeistert hat, auch für die Franzosen.
In Frankreich wird dieses Thema philosophisch und politisch diskutiert und wer sich darüber informieren möchte, der findet genau in diesem Regal diese Thematik. Wer in Deutschland ebenfalls sich damit auseinandersetzen möchte steht vor dem Regal der Stillratgeber. Wir verortenen Mutterschaft immer noch einfach an den falschen Regalen Intellektuell, also rein biologisch sozusagen.
Ja und vor allem auch da wieder in so einer Verniedlichung Und eine Gedönsecke um die man sich ja wenn man nach Infos sucht irgendwo finden kann aber die nicht konkret als Frage an die Gesellschaft und die Politik gestellt wird. So und warum hat Frankreich eine andere Geschichte? Sie hatten mir eine sehr schöne Anekdote Die vieles schon beinhaltet erzählt.
sie sagte in Frankreich haben die Französinnen ihre Kinder gestillt. Wir sind jetzt im siebzehnten Jahrhundert und die Männer fanden das natürlich nicht gerade großartig, weil in Frankreich hat man geglaubt dass der Geschlechtsverkehr einer stillen Mutter mit ihrem Partner dazu führt, dass die Mutter Milch verdorben ist.
also aufgrund dieses Mythos galt zu der Zeit wenn eine Frau stillt hat sie keinen Verkehr und da der Mann damit vielleicht nicht unbedingt glücklich war oder ganz bestimmt nicht glücklich ist in Frankreich dieses Modell mit den Armen eingeführt worden. In Frankreich sind die Kinder zu Armen gegangen, das waren mit Sicherheit und wurden von der Arme gestillt genau.
Und da gibt es viele Probleme aber die klammern wir jetzt aus. auf jeden Fall ist der Zugang gewesen eine Frau muss ihr Kind nicht stillen eine Frau kann ihr Kind abgeben sie isst dann keine schlechte Mutter. In Deutschland haben wir eben wie schon angeschnitten habe eine ganz andere historische Realität und eine Vergangenheit, die uns immer wieder zur Hauptzuständigen der Frau geführt hat.
Und in Frankreich ist eben durch diesen anderen Kontext auch ein Frauenbild entstanden wo man gesagt hat klar! Die Frau gibt heute ihr Kind nicht mehr zur Arme aber die Frau gibt das Fläschchen. In Frankreich is es kein Thema. Wenn eine Französin sagt ich stille dann wird es gar nicht thematisiert weil es als ihre freie Wahl und dass darf sie tun gilt.
Und eine Frau in Frankreich, die nach der Geburt noch sechs Monaten wieder arbeiten geht ist die Regel – nicht die Ausnahme! Frankreich hat eben auch ein Betreuungssystem für unterdreiehrige und das auch schon wesentlich länger als Deutschland. Das bedeutet dieses Land und diese Gesellschaft denkt, Mutterschaft anders trotz eines Konflikts zwischen Frau und Mutter, aber es existiert die Frau und die Mutter.
Und in Deutschland verschmilzt die Rolle der Frau mit der Mutter.". Sie schreiben ihr Buch über das elfte Gebot im Umgang mit Kindern – d.h., du sollst nicht stören? Ja! Das Elfte-Gebot ist ein Herzungskapitel von mir, weil es die Art umschreibt wie diese Gesellschaft und dieses Land mit Kindern und Familien umgehen.
Wir müssen auch wieder in Deutschland lernen… in den öffentlichen Raum gehören und das Kinder nicht stören, wenn sie mal schreien. Dass die auch nicht stören, wenn Sie mal essen irgendwo auf dem Boden schmieren und dass das alles Dinge sind, die man händeln kann. Es hat nichts damit zu tun, dass sich auch Menschen verstehen können, die sagen wir hatten das Thema Kinder oder wir möchten das Thema Kindern nicht haben und wir setzen uns drei Plätze weiter weil wir möchten uns in Ruhe unterhalten finde ich völlig in Ordnung.
was ich anspreche ist einfach das grundsätzliche Mindset Die Art, wie wir im Alltag Familien in Deutschland begegnen. Und die finde ich sinnbildlich mit dem Familienabteil im ICE. Glastür zu, speckige Bauklots rein und es sieht aus wie Hulle und sauber macht da auch keiner aber er stört eben nicht. dann können die anderen am Laptop arbeiten und telefonieren.
das Kind macht keinen Geräusch zumindest kann man's nicht hören. super! Mir haben viele geschrieben oh mein ist Familienabteil find' ich voll toll. und warum bist du dagegen? Ich bin nicht dagegen. Es ist ein Bild, finde ich. Was stellvertretend zeigt, wo diese Gesellschaftfamilien eben besonders gerne hat?
Dass sie nicht stören! Im Ausland ist das schon anders. Also der Italienurlaub ist so ein Klassiker. Jedes Kind kriegt noch extra Stifte und Nachtisch aus dem Restaurant. Sind wir einfach eine kinderunfreundliche Gesellschaft in Deutschland? Wir sind es mit den letzten Jahren zunehmend geworden. Geht ja auch einen Herr mit ner... Wir haben ne sinkende Geburtenrate wie fast alle restlichen Länder.
genau dann je weniger Kinder dass du mehr neigen wahrscheinlich einige dazu, wenn sie dann mal da sind genervt zu sein. Das ist so die Beobachtung. mit Italien teile ich es. eine ganz andere Kultur. Die Familie hat einen anderen Stellenwert, Familie wird auch anders gelebt. Auch dieses gemeinschaftliche Kinder werden dort nicht als Einzelleistungen oder Einzelprojekt gesehen von einer Mutter oder ein Paar sondern Familie wird auf mehrere Schultern verteilt.
Da hilft die Großmutter, da hilft der Neffe und die Tante. Das ist völlig normal. Sie laufen mit! Der Kreis der Zuständigen ist größer. Und wir in Deutschland haben daraus eben ein Einzelprojekt gemacht – mit dem Ergebnis auch das Kinder ja im öffentlichen Leben weniger auch sichtbar sind. Sie beschreiben den Dreiklang der Fehlanreize, besteht aus der Steuerklasse, der kostenlosen Mitversicherung des Ehepartners und dem Minijob.
Wenn sie eines davon morgen abschaffen dürften, welches wäre es? Ich würde den Minijop für Frauen abschaufen beziehungsweise der OECD folgen und sagen Der Minijopp ist ein Instrument für Studentinnen um sich was dazu zu verdienen, in der Lebensphase finde ich das unkritisch. Ich würde die Steuerklassere von mir...
Was ist das Problem mit der Steuerklasse? Wenn ich Steuerkasse fünf bin dann frisst genau diese Steuer ja monatlich einen großen Teil meines Zuverdienstes auf. Das ist hier einfach nur eine Rechnung für mich in Rechnen und wenn sich mein Zuverdiens nicht lohnt weil ich sage beispielsweise ich verdiene dann tausend und in München kostet der Kita-Platz tausend Euro im Monat.
Und ich habe zwei Kinder, dann sind das schon zweitausend Euro pro Monat, dann kommt eine Familie oder auch eine Frau natürlich schneller zu dem Schluss zu sagen – Dann kann ich doch auch zu Hause bleiben! Weil wenn mein Einkommen dafür draufgeht dass meine Kinder betreut werden, dann kann ich diese Betreuung auch selber leisten.
Es sei denn sie entscheidet sich dafür zu sagen okay mein Zuverdienst geht komplett für die Betreuungen darauf aber ich mache das, um im Job zu bleiben. Aber das ist dann ja schon eine sehr... Ich sage jetzt mal, dass es ja schon Überzeugungstart und an diesem Punkt muss man erst einmal kommen. Und die meisten entscheiden sich dann eben zu sagen, naja gut, das ist linke Tasche, rechte Tasche.
Das lohnt sich nicht! Und dementsprechend wenn es immer die Frau ist, die letztlich, wenn man am Ende auf den Auf des Einkommen der Familie blickt sagt Mein Job lohnt sich nicht. Mein Einkommen hat eigentlich kein Preis, wir können uns nicht mehr leisten als Familie und das ist ja ein ganz tragendes Argument in solchen Gesprächen.
Wir können uns nie mehr Urlaub, nicht mehr Anziehsachen fürs Kind weniger Freizeitveranstaltungen leisten weil mein Geld letzten Endes in die Betreuung geht. Ja was sagt es einer Frau wie sie sich zu entscheiden hat? Die Entscheidung können wir geben. Ein ähnliches Muster sieht man beim Thema Elterngeld.
In Deutschland gibt es die staatliche Transferleistung in der Elternzeit und Müttern nehmen typischerweise zwölf Monate bezahlt frei fürs Kind, Väter, die dann im Schnitt eher mehr verdienen, dann auch weniger Zeit – so zwei bis drei Monate. Jetzt sollen die insgesamt vierzehn Monate, die Eltern zur Verfügung stehen auf Zwölf.
gekürzt werden. Wie familienfreundlich ist unsere aktuelle schwarz-rote Regierung aus Ihrer Sicht? Das ist Sparpolitik unter dem Mantel der Vereinbarkeit! Letzten Endes ist das wirklich vielleicht, wenn man positiv sein möchte – wollen wir ja mal sein angesichts der ganzen schlechten Nachrichten -, dann ist es gut gemeint und schlecht gemacht weil eine Incentivierung zu geben dass Väter auch Elternzeit nehmen daran kann man ja per se jetzt erst mal nicht schlecht finden, dass man sagt, wir möchten das anders aufteilen.
Weil aktuell ist die Lage ja so, Väter nehmen maximal drei Monate und die Frauen nehmen den Rest. Und warum nehmen sie diese Zeit? Damit sie die ganze Zeit überhaupt bekommen. So! Jetzt zu sein... Genau nochmal damit alle folgen können. Man kann diese vierzehn Monate stand jetzt nur in Anspruch nehmen wenn auch der Vater zwei Monate hat dann Zeit.
Ganz genau. Also viele Väter nehmt zwei, maximal drei Monate um für ihre Familie die gesamte Elternzeit möglich zu machen oder zu bekommen. Und das möchte man ändern, da möchte man den Impuls setzen dass der Vater eben mehr Elternzeit nimmt. nur das Problem ist ja wann hat das Kind einen Anspruch auf ein Gitarplatz?
Mit einem Jahr! Wenn ich der Frau sage okay neun Monate kannst du Elternzeit nehmen wenn dein Mann mehr nimmt als zwei Monate Dann bring ich sie in diese Situation, das letzten Endes in dem Moment wo der Mann sagt Das geht für uns nicht weil Ich verdiene nun mal den größeren Teil oder ich habe einen Job in die mich nicht länger rausgehen kann.
Dann streicht man ihr ja diese Monate Für das ganze Jahr also bis das Jahr voll ist und Sie ein Anspruch auf einen Kitaplatz hat das heißt vom neunten bis zum zwölften Monat. Können wir jetzt Mal Ein ratisch Spiel machen wer von beiden denn dann nochmal zu Hause bleibt dass es Die frau? und deshalb ist damit in meinen Augen Nicht wirklich was erreicht.
Es ist eben am Ende dann doch lieber wieder die Thematik an diesem Punkt zu sparen, als es so aufzustellen dass das wirklich eine Entscheidungsfreiheit und auch eine Grundlage für eine faire Entscheidung eine eigene Entscheidung bietet. Hat Deutschland aber nicht trotz alledem wenn man mal so unterm Strich guckt schon noch ne sehr großzügige Unterstützung für Familien.
Also woanders gibt es ja kein Elterngeld in der Schweiz, ist das viel kürzer. jetzt können wir entgegenhalten haben die Leute auch mehr netto vom Brutto und es gibt eine Betreuungsinfrastruktur die auf dieses System oder auf diese Politik angepasst ist? Ja aber in der schweiz ist dann die Betreuung zum Beispiel noch teurer.
Aber ist das alles elterngeltkürzung und so weiter? ist es ne Beschwerde auf hohem Niveau? Oder gibt es schon signifikant viele europäische Länder die es den Familien sehr viel einfacher machen? Also es gibt Länder, die es besser machen. Was interessant ist... also ich glaube das ist auch immer ganz wichtig zu unterscheiden weil diese Debatten schnell verschmelzen.
Älterngeld war nie als eine Sozialleistung geplant oder angesetzt. Elterngeld war ein Instrument weil man wollte dass besonders eben natürlich auch Frauen die Kinder bekommen die Möglichkeit haben rauszugehen aus ihrem Job und wieder reinzukommen. Und sich frei zu entscheiden, wann möchten sie wie viel Zeit am Anfang mit ihrem Kind verbringen?
So das war eine Unterstützung ein familienpolitisches Instrument aber keine Sozialleistung als die ist oft heute in der Debatte. dann bewertet wird so man hat es eh schon runtergesetzt gedeckelt was ich eine recht leistungsfeindliche Methode finde. Weil man den Frauen, die besonders hart auch für ihre Karriere gearbeitet haben oder vielleicht in ihrer Ausbildung investiert haben eigentlich ins Gesicht sagt wenn du gut verdienst und eine Leistungsträgerin bist es sind ja genau die Familien um die sich dieses Land eigentlich bemüht dann bekommst du entweder kein Elterngeld Oder nur bis zu einem ganz gewissen Grad und viele fallen eben raus.
Das heißt, diese Frau, der wird erwartet für ihre Mutterschaft oder ihre Zeit in der sie zurück- oder kürzer tritt, wird sie sich doch was zur Seite gelegt haben? Das ist ja fern der Lebensrealität in Deutschland! Eine Familie in München... Vor allen Dingen mit bei Leistungsträgern Anwälterärzte usw., in Großstädten die haben eine hohe Miete, hohe Lebenskosten.
Das heißt eine Familie, die in Düsseldorf und Hamburg in München lebt. Und vielleicht sogar in Eigentum investiert. Und da monatlich natürlich auch diesen Beitrag abzahlt für das Haus. Und dann vielleicht sogar da ja auch in einer Art von Altersvorsorge investiert. Die wird noch bestraft im Moment wo sie ein Kind bekommt.
Und das ist mal so. das Eine was finde ich immer falsch diskutiert wird, weil es immer als eine Sozialleistung für besonders einkommensschwache Familien gesehen und diskutiert in Deutschland. Und das ist nicht der Fall! Das sollte es auch nie sein. Die Frage war auf des Auslandes besser macht? Es gibt zum Beispiel einen Punkt den ich sehr gut finde, der nichts mit Geld zu tun hat.
Weil daran sieht man die Incentivierung Familie zu bekommen oder Kinder zu wollen, ist nicht wirklich über das Monitäre- oder durch Subventionen irgendeiner Form zu erzielen. Familien, die einen Stellenwert in der Gesellschaft haben mit dem sie sich wohlfühlen und nicht allein gelassen. Die sind eher bereit, Projekt Kind zwei oder mehr überhaupt anzugehen.
In Skandinavien ist es so dass Kinder- und Familien und vor allem das Betreuungs- und Bildungssystem gleichgestellt sind mit kritischer Infrastruktur Polizei Feuerwehr Notarzt. ein Land, das die Setzung der Prioritäten so ordnet sagt Familien ganz klar ins Gesicht wo Sie stehen. Das ist natürlich auch eine Bekräftigung und man sieht es ganz offensichtlich, dass es eben auch für die Familien das Gefühl ist ich kann mich wirklich auf ein tragfähiges Betreuungssystem, das den Namen frühkindliche Bildung auch verdient verlassen.
Viel wichtiger als alle monetären Anreize zeigen auch Studien! In Deutschland also wenn ich mich jetzt an die aktuellen Debatten erinnere... Ich weiß gerade beim Deutschlandtag der Jung Union in Köln-Bonn Dieses jährige Thema, als der Kanzler Friedrich Merz sprach wie auch letztes Jahr war dann die abschlagsfreie Rente mit dreiundsechzig.
Jetzt hat die Junge Union das Musilien-Schutz nehmen gleichzeitig. Das Thema Familienpolitik sich selbst auf die Agenda gesetzt. trotzdem wenn man da Nachrichten oder Talkshows schaut geht es eigentlich ständig um Rente und Themen die älteren betreffen. also an den Diesen Privilegien, abschubbsfreie Rente mit rein sechzig hat auch die Landtagswahlen bestimmt wird dann festgehalten.
Wären in Deutschland die Interessen der Rentner über die Zukunft junger Familien gestellt? Ich würde das eine Lager nicht gegen das andere ausspielen weil wir haben natürlich prozentual und demografisch die Situation dass wir natürlich eine alternde Bevölkerung haben und wir haben mehr ältere Menschen als junge Menschen.
Das ist so, dass das Thema auf die Agenda gehört. völlig klar. man kann ja das eine tun ohne das andere zu lassen. nur Familien haben keine Lobby und Eltern gehen nicht auf die Straße weil sie dafür gar keine Zeit haben. und Kinder können sich wählen. Und genau das ist die Ausgangslage weswegen man sie eben dann im politischen Diskurs oder in der Prioritätensetzung auch gerne mal hinten überfallen lässt.
Das ist eben auch der Grund für mein Buch, weil ich gesagt habe wenn wir nicht begreifen dass Familienpolitik übersetzt Wirtschaftspolitik ist und ein Thema für die Zukunft. Ja das ist ja die demografische Rendite! Dann machen wir doch einen grundsätzlichen Fehler im Agenda Setting von Talkshows, von Medienartikeln, von Interviews Wenn wir uns um alles Mögliche kümmern aber nicht darum wer morgen dieses Land hier auch am Laufen halten.
Und ich habe eingehend Herrn Merz erwähnt, auch mit seiner Forderung wir sollen alle noch ein bisschen zu faul und müssten mehr tun. Er mag ja bei einigen Individuen recht haben aber ich finde diese Anklage gerade Wirtschaftsfaktor Frau einfach zu kurz gesprungen weil er eine ganze Gruppe der Gesellschaft eigentlich ignoriert und anderen einfach zu ruft ihr seid faule und übersieht was wir eigentlich auch an Ressourcen hätten.
die will gar nicht mobilisieren oder versuchen besser in die Arbeitswelt und den Arbeitsmarkt einzubringen. Ich glaube, Paul hat ja übrigens nicht gesagt aber er hat gesagt die deutschen Arbeiten zu wenig und das auch unter anderem mit der Schweiz verglichen. Ja, das Zitat habe ich nicht im Kopf. Aber ich glaube wir alle wissen dieses Zitat über das ja auch viel diskutiert wird und er mag ja auch wirklich in einigen Punkten recht haben!
Ich möchte nicht absprechen dass diese Couchportatementalität seit Corona definitiv um sich gegriffen hat. aber das sind zwei Debatten. Ich fand einfach, ob er voll gesagt hat oder nicht. Er suggeriert es und er verkürzt die Debatte.". Da würde ich mir eben einen anderen Fokus wünschen genauso wie in dem Moment das man sagt, Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik und kein Gedöhnens!
Wir besprechen es mit der gewissen Ernsthaftigkeit und Relevanz, die dieses Thema einfach hat vor allem für unsere Arbeitswelt – und wir haben gerade schon gesagt, ne? Wir haben eine alterne Bevölkerung. Das morgen ist umso wichtiger. Was müsste Friedrich Merz jetzt tun, damit alle allein anziehenden Mütter-, Väter-, Familien- und Eltern das Gefühl haben hier passiert was für Familien?
Ich würde das ein bisschen weiten. Weil natürlich ist das Thema kein Ressortthema. ja okay Kanzleramt, Familienministerium Wirtschaftsministerium dann haben wir in Deutschland den Föderalismus. also es ist schon breiter um nicht nur das auf einen Kopf zu schieben. aber was man grundsätzlich finde ich Diskutieren müsste es zum einen jetzt nicht zurückbauen.
Wir haben eine Geburtenrate von eins, drei Kindern pro Frau. Das ist ein sehr niedriger Stand. und das was reflexartig gerade in Ost und auch langsam in Westdeutschland greift, ist der Rückbau der Infrastruktur. Kitas werden geschlossen, Eltern werden konfrontiert mit weiteren Wegen – in Ostdeutschen gibt es inzwischen ländliche Regionen, die müssen bis zu einem Kilometer zur nächsten Kita fahren.
Da kann ich Ihnen auch sagen wer da nicht hinfährt und wer zu Hause bleibt! Und gleichzeitig sagt man jetzt ganz schnell auf Landes wie auf Bundesebene großartig dann können wir ja jetzt sparen. Die Kassen sind eh leer. Drehen wir doch passend zur Gebotenrate die haushaltspolitischen Mittel zurück. Und was ich sehr wichtig finde, ist es aktuell eigentlich ein Momentum – Wir müssten nicht einen Euro mehr ausgeben!
Wir müssen nicht eine Sozialleistung mehr einführen! Wir könnten sagen mit dem Budget das Bund und Länder gesetzt haben. Gehen wir jetzt dran und stellen einmal die frühkindliche Bildung in Deutschland dahin, dass der wirklich kindgerecht ist, auch U-III. Der Familien, der schlechte Gewissen nimmt und weiß unsere Kinder werden nicht verwaltet und aufbewahrt.
Unsere Kinder werden wirklich betreut und man kann ihnen gerecht werden.". Ich glaube das ist ein Riesenthema gerade bei Kindern unter drei Jahren dass Frauen sagen mit einer Gruppe von zehn Kindern u III und einer Fachkraft wie soll das gehen? Dann mache ich das nicht. Kann ich total nachvollziehen, dass eine emotionale Komponente die kann man nicht wegdiskutieren?
Das Gefühl hatte ich übrigens auch weswegen ich mich auch dagegen entschieden habe. und der nächste Punkt ist, dass man dann die Infrastruktur auch mal so ausstattet von guten Essen, von ausreichenden Spielsachen, von wirklich einem pädagogischen Ansatz wo man sagt wir haben auch die Mittel dafür und diese Einrichtungen sind Orte des Aufwachsens des liebevollen Umfelds, des lebendigen Spielens, des Lernens und der Vorbereitung auf das was dann irgendwann in der Schule kommt wenn sie größer sind.
Und all das haben wir ja nicht! Wir haben ein Kita-System oder ein Betreuungssystem wo Familien sich gerade im Winter darauf einstellen also... Meistens ist dann eh zu oder ich muss früher abholen. Oder es sind Ausfälle, oder das Betreuungspersonal ist völlig überfordert weil der Betreuungsschlüssel nicht mehr ansatzweise eingehalten wird.
und deshalb finde ich so diesen Impuls den wir jetzt gerade wieder erleben So super. weniger Kinder jetzt sparen! Das ist falsch. Wir könnten es jetzt einmal so hinstellen. dass würde vielleicht auch dahin kommen dass aufgrund dieser Stabilität die dann gewährleistet ist Familienaussagen naja gut Ich kann mich darauf verlassen bekomme ich ein zweites Kind.
Also diese Weitsicht jetzt auch mal zu haben, das fehlt mir in der Debatte vollkommen. Der andere Punkt ist ein bisschen kürzer – wir haben ja in Deutschland letzten Endes einen Postleitzahlen-Lotto wenn es darum geht was heißt das Postleizahlen Lotto? In Schwerin kostet der Betreuungsplatz für eine Familie im Monat Null Euro also für das Kind Null Euro.
Der selbe Platz im selben Monat im selten Land kostete München bis zu tausend. Das hat ja nichts mit Familienpolitik zu tun. Da kann man jetzt wieder sagen, das ist halt der Föderalismus aber dann ist es halt falsch... Einfach Ländersache stand jetzt! Das ist so. Aber ich finde, dass ein Totschlagargument völlig überholt, sondern alle nach Schwerin ziehen oder nach Berlin?
Das ist auch kostenlos. Das kann nicht die Antwort sein eines Landes an seine Familien. Naja, dann guck halt wo du wohnst und dann hast du entweder Glück oder Pech. Das ist eine Lotterie, das ist keine Familienpolitik und deshalb finde ich dieses Argument immer wie in der Bildung auch. Es ist Föderalismus – ja!
Aber dann ist es nicht mehr die zeitgemäßere Antwort.". Ihr Buch endet mit dem Gedanken, weil Mütter aufhören, Müttern zu bewerten ändert sich etwas, dass kein Parlament beschließen kann? Was kann jede Hörerin vielleicht auch jeder Hörer morgen früh konkret tun oder abmorgen wenn sie das nächste Mal jemand anderes bewerten will?
bei sich selber anfangen, nobody's perfect und wir müssen entspannter werden. Was Familie angeht? Was Kinder angeht was Bewertung andere angeht. nicht diesen Reflex zu haben immer zu glauben wenn man die eine kategorisiert oder herab setzt geht es einem selbst besser weil man das vermeintlich das Gefühl hat man selber würde ist eben besser.
perfekter gerechter liebevoller machen Das sind Urteile Die braucht wirklich niemand. Und die bringen uns auch gesamtgesellschaftlich und zivilisatorisch nicht nach vorne. Was ist Einsatz, sehen Sie als Mutter überhaupt nicht mehr hören können? Das Kind braucht seine Mutter. Nicht weil dieser Satz falsch wäre Er klingt harmlos und er isst es nicht Weil er richtet sich immer nur an eine Person sagt dieser Satz die Wahrheit, wo die Gesellschaft eben die Verantwortung sieht und dass wir heute an dem Punkt sind das Väter ja auch ihre Aufgabe sehen.
Und wir haben viele Männer, die inzwischen auch sagen ich möchte Zeit mit meinem Kind verbringen. für mich ist es nicht. Ich treffe mein Kind wenn es achzen ist und guck mal was draus geworden ist. da hat sich wirklich schon etwas getan. und um das finde ich auch zu bestärken Ist das ein Satz der Entwetter?
Für das Elternpaar gilt oder für die Konstellation, in der das Kind groß wird. Aber er richtet sich eben immer an die Frau und da stört mich.". Das sagt Franka Lefeldt. Frau Lefeldts vielen Dank für ihre Zeit! Und danke dass ich da sein durfte. Danke fürs Zuhören, wir sind in der nächsten Woche wieder für euch da.
Bis dahin tschüss tschüs!