On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6

Auf einen Kaffee mit Annalena Strobel - Ein Recap zur Woodstock Academy 2025

Mittwoch, 24. Juni 2026 · 28 min

MP3

Shownotes

Schreib mir gern dein Feedback! (buzzsprout.com/1023469/fan_mail/new)
Ich wollte schon lange mal eine Folge über die Woodstock Academy machen, weil ich es persönlich als eine mega tolle Veranstaltung wahrgenommen habe. Dennoch stand die Frage im Raum, ob das auch meiner Tätigkeit als Podcaster geschuldet war. Jetzt konnte ich endlich mal mit einer Freundin darüber sprechen, die sogar davor eigentlich gar nichts mit traditioneller Musik zu tun hatte. Und wie es wirklich war, hört ihr jetzt

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Einen wunderschönen guten Morgen wünsche ich euch. Ich sitze hier gerade vor einer wohldufenden Tasse Espresso, schaue aus meinem Fenster und genieße einfach den weiten Blick über die Toskana, denn ich bin gerade im Urlaub in Italien und mache noch für euch diese Folge hier fertig. Die Folge wird dieses Mal auch unterstützt von der Woodstock Academy.

Und die, die mir schon länger folgen, wissen, dass ich vor zwei Jahren selbst da mal sein durfte und war wirklich sehr begeistert. Denn ich habe da wirklich die Zeit meines Lebens gehabt. Ich durfte ganz viele neue Menschen kennenlernen, da sind Freundschaften entstanden, die bis heute halten, durfte ganz viel tolle Musik machen.

Und ich wollte immer schon wissen, ging das nur mir so oder ist das wirklich das Gefühl der Woodstock Academy? Und liegt das nicht nur an mir, dass ich natürlich vielleicht dann einen anderen Start habe, weil ich unter anderem andere Menschen oder schneller Menschen kennenlernen durfte, aufgrund meiner Stellung als Podcaster.

Deshalb habe ich eine Freundin von mir eingeladen, die bis vor zwei Jahren tatsächlich gar nichts mit dieser Musik zu tun hatte und letztes Jahr dort war. Und ich wollte wissen, wie es ihr jetzt doch dabei erging. Und wenn es euch danach auch juckt in den Fingern, habe ich noch was für euch. Dazu müsstet ihr aber bis zum Schluss hören.

Und jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß mit Auffallen Kaffee mit mit Annalena Strobel. Und dann ist die erste Frage, wie du deinen Kaffee trinkst.

Ich trinke meinen Kaffee komplett schwarz. Da darf. Kein Zucker, keine Milch, kein gar nichts rein.

Okay. Das ist mittlerweile die häufigste Antwort. Deswegen alles gut. Wir sind ja so ein bisschen heute da oder ich habe dich eingeladen, weil du wie im Vergleich zu den meisten anderen Gästen jetzt erstmal keine Profimusikerin bist, aber sehr ambitioniert und dich ja jetzt auch in den letzten Jahren immer mehr diesem Hobby und diese Szene gewidmet hast.

Also du machst ja jetzt viel mehr, du machst ja jetzt auch eine Brass Street Brass-Band.

Ja, genau, Urban Brass. Urban Brass, das wär's.

Genau. Und bist jetzt auch so ein bisschen mehr in diese Blasmusikwelt rein, die gab es ja vorher in deinem Leben auch nicht so, bis vor zwei Jahren?

Nee, absolut gar nicht. Bis vor zwei Jahren eigentlich, ja. Da bin ich so ein bisschen mit eingetaucht. Und seitdem kriege ich von sämtlichen Seiten, also über dich, über Konzerte oder Festivals, wo man eben hingeht, immer mehr eröffnet. Aber ich merke trotzdem, dass das einfach ganz lange so ein Bereich war, der bei mir einfach so gar nicht aufgetaucht ist.

Und ja. Genau.

Du spielst wie lange jetzt schon Trompete?

Oh, 18 Jahre jetzt.

18 Jahre, das heißt, was 16 Jahre die gute Seite für Pennt.

Wenn du das so nennen möchtest, dann ja, ja.

Genau, weil es, also du kommst aus einem Musikverein, wo es hauptsächlich quasi symphonische Musik und eher so Unterhaltungsmusik. Also diese typische böhmische Blasmusik hat da keine Rolle gespielt.

Nicht wirklich. Also man hat auch mal einen Marsch gespielt und man hat auch mal eine Polka gespielt, aber auf jeden Fall nicht so, wie man sie traditionell spielt oder spielen sollte. Und es war auch auf gar keinen Fall der Hauptteil dessen. Also es war wirklich sinfonische Blasmusik, womit ich groß geworden bin.

Auch gar nicht klassisch. Also Klassik habe ich auch eigentlich in meiner Ausbildung gar nicht gehabt.

Also das richtige Musikvereinskind, aber halt ohne die traditionelle.

Genau, richtig, ja.

Du kommst gebürtig, damit der Zuhörer und die Zuhörerinnen das einordnen kann, geografisch, aus welcher Ecke man kommen muss, damit man das nicht mitbekommt.

Genau, also ich bin in Osthofen groß geworden. Das ist in der Nähe von Mainz, genau, also im Südwesten von Deutschland.

Was hat dich jetzt in den letzten zwei, drei Jahren? Du bist ja jetzt auch begeisterte Festivalgängerin, also einige Male Wurz der Blasmusik, da haben wir uns schon getroffen, vor kurzem jetzt Blechlawine. Letztes Jahr auch die Kronjuwelen der Blasmusik, also einiges schon mitgenommen. Was fasziniert dich jetzt nach all den Jahren an der Seite der Musik?

Oh, es ist was ganz anderes. Also, es ist einfach eine andere Mentalität. Es ist einfach so ein Beisamsein und die Musik wird einfach ganz anders gefeiert, wie wenn man das zehnte Mal Uber Gold hört, sage ich jetzt mal. Also ja, da freuen sich auch immer noch ein paar drüber. Aber ja, es ist einfach Gaudi und das kennt man bei uns so gar nicht.

Und ich glaube, ja, also ich muss schon auch sagen, ich bin damit halt überhaupt nicht groß geworden. Und wenn wir dann, ja, früher, als ich so noch 13, 14 war und wir dann auf irgendeinem Frühshoppen dann auch mal einen Marsch oder eine Polka gespielt haben, da war ich eher genervt, weil es halt eine Musik war, mit der ich nicht groß geworden bin und mit der ich auch nichts anfangen konnte.

Aber ich habe das irgendwie lieben gelernt. Also ich finde es irgendwie mittlerweile richtig tolle Musik und auch Musik, die eben nicht so einfach zu spielen ist.

Wenn man es richtig machen will.

Genau, wenn man es richtig machen will. Und ich glaube, deshalb kommt da auch so ein bisschen die Faszination, weil es doch einfach sehr einseitig geprägt war immer bei mir.

War das dann im Musikverein auch so, dass das immer ein bisschen belächelt wurde? Also kenne ich das, wenn Musikvereine das gar nicht machen oder wie nicht, dann wird das auch so ein bisschen belächelt. Naja, das ist ja nur Volksmusik.

Ich glaube, das war einfach gar nicht so ein Thema. Also es konnte nicht belächelt werden, weil es irgendwie, ja, es wurden halt immer dieselben fünf Märsche schon seit 20 Jahren gespielt und da hat sich auch keiner so richtig Gedanken drüber gemacht. Die Dirigenten kannten sich damit auch nicht so richtig aus.

Hat halt jeder gespielt, wie er dachte. Da war halt niemand, der Ahnung davon hatte, wie es richtig gespielt wird. Das ändert sich jetzt so langsam schon auch, weil wir mehrere Musiker dabei haben, die sich in die Richtung schon auch interessieren und immer mehr weiterbilden. Und deshalb verschiebt sich das schon mittlerweile, dass es bei uns auch mehr ankommt.

Aber das war vor zehn Jahren auf jeden Fall noch ganz anders.

Du hast gesagt, in der Musik wird Musik so ein bisschen mehr gefeiert. Ist das was, was so ein bisschen vielleicht in dieser ernsteren symphonischen Sparte fehlt, so dieses, wir finden es auch mal geil, wenn was geil gespielt wird?

Weiß ich gar nicht. Ich glaube, es wird still gefeiert. Also, wenn ich bei einem sinfonischen Orchesterprojekt dabei saß und da irgendwas unfassbar gut gespielt wurde, dann hat man es auch gefeiert, aber man hat es demjenigen danach irgendwie gesagt oder man hat es vielleicht danach auch applaudiert, aber man hat nicht so eine direkte Rückmeldung irgendwie gehabt.

Und das ist schon irgendwie, ja, ich glaube, ich bin einfach so ein Mensch, der auch gerne feiert und der gerne lebt und irgendwie, ja, ich glaube, deshalb gefällt mir das einfach echt gut. Dieses Gesellige auch.

Es ist so witzig, dass du nämlich damit jetzt so ein bisschen kamst, weil wir am Wochenende habe ich mit meinem Ensemble gespielt und mein Tobist ist quasi, er nennt sich mal Spielermann. Also seine Frau spielt im Orchester, ist Berufsgeigerin. Und die setzen dann die ganzen Frauen und Ehemänner, manchmal, also so alle zwei Wochen montags irgendwie in der Aufführung.

Manchmal kommen dann noch andere Musiker von anderen Orchestern dazu. Und die machen das manchmal mit Absicht, dass die dann quasi die Musiker da unten mehr feiern, was ja in der klassischen Szene ja völlig verpönt ist. Deswegen, wir hatten es am Wochenende auch drüber, warum das. Also es ist klar, dass da niemand aufsteht und reinschreit, wenn das Trompetensolo oder das Hornsolo in irgendeiner Sinfonie in der Mitte super war.

Aber so dieses direktere Rückmeldung könnte man ja mal drüber diskutieren, ob das.

Ich musste da gerade tatsächlich an eine Situation denken. Wir waren ja beide auf dem Konzert von der Supergroup Anfang des Jahres. Und da war auch eine Stelle, wo ein Trompetensolo dabei war und ich liebe diese Stelle. Und es hat in mir drin auch voll die Euphorie und ich wollte am liebsten direkt klatschen und euphorisch irgendwie noch rufen oder so.

Und ich musste mich so zurückhalten, weil in mir drin trotzdem noch so dieses kleine Männchen saß, das gesagt hat, nee, du bist in einem Konzertseil, du kannst es nicht machen. Also es war so wirklich in mir drin, ich musste mich so zurückhalten und ich habe es dann auch nicht gemacht und habe ganz zum Schluss erst applaudiert und fand es dann aber im Nachhinein voll schade, weil es ist ja wirklich, es ist ja nur schön eigentlich für die Musiker, wenn jemand unten, wenn das Publikum einem so eine tolle Rückmeldung gibt.

Ja, und trotzdem, trotzdem wollte es nicht raus.

Das wäre tatsächlich mal eine spannende Diskussion mit denen, weil die haben ja auch schon im Woodstock gespielt und da reißt sich ja, also was heißt zusammenreißen, aber da wird es ja nie passieren, dass man erstmal wartet, bis das Stück fertig ist, um einen Szenenapplaus zu geben, weil jetzt irgendwas ziemlich geil war.

Ja, das ist nicht so. Obwohl die die gleichen Sachen spielen. Jetzt müssen wir einfach mal mit denen sprechen, was sie besser finden. Oder ob es wahrscheinlich hat beides eine Berechtigung. Naja. Aber darauf will ich gar nicht hinaus, deswegen sind wir gar nicht da. Du bist ja jetzt auch jemand, der letztes Jahr, das erste Mal, zur Wurzog Academy gefahren ist.

Richtig. Die zwar auch mittlerweile deutlich breiter geprägt ist. Es gibt ja jetzt auch schon Angebote für symphonische Blasekette, zumindest im Dirigat, weil letztes Jahr Thomas Doss da und so, aber trotzdem noch sehr volksmusikalisch ist. Mit welcher Erwartung bist du da hingefahren?

Uh, ich glaube, mit ich habe mir gar nicht so ein krasses Bild, glaube ich, vorher gemacht. Also ich bin da hingefahren mit der Erwartungshaltung, da sind ganz viele Musiker, die mir neue Ansätze, neue Ideen geben können, wie ich mein Spiel weiterentwickeln kann und neue Ideen, wie man Musik sehen kann und wie man da herangehen kann.

Und genauso auch Sachen, über die ich mir noch nie Gedanken gemacht habe und wo ich auch niemals gedacht hätte, dass ich es ausprobiere. Zum Beispiel Jodeln beispielsweise.

Finde ich mega.

Das hast du mir noch empfohlen und ich habe noch am Anfang gedacht, nee, also das mache ich auf gar keinen Fall, weil also ich würde sagen, ich bin keine besonders gute Sängerin und ich kann mich damit auch nicht wirklich identifizieren und mit Jodeln, das ist halt so weit weg von dem, was wir hier kulturell haben, dass ich echt dachte, ich finde es schön, wenn das jemand anderes kann und ich dazu hören kann, aber ich selber sehe mich da absolut gar nicht.

Und es war im Nachhinein der beste Workshop, den ich hatte tatsächlich. Es hat so unfassbar viel Spaß gemacht und es gab so wunderschöne Momente, die da entstanden sind, dass ich mich für dieses Jahr direkt wieder zum Judin angemeldet habe.

Sehr gut. Aber hast du irgendeine Erwartung gehabt oder bist du da einfach nur gedacht, okay, Österreich sieht gut aus? Wird Musik sein, wird schon irgendwie funktionieren.

Ich habe wirklich, ich habe mich angemeldet, tatsächlich, nachdem ich ja gesehen habe, dass der Dominik Pessel dort Dozent ist. Von dem hattest du mir vorher ja auch schon ein bisschen was erzählt und ich habe auch auf Social Media einfach schon ein bisschen was mitbekommen und dachte, dass das echt ein sehr, sehr interessanter Ansatz sein könnte, wo ich unbedingt mal irgendwie was mitnehmen wollte.

Und das war dann für mich tatsächlich der ausschlaggebende Punkt, zu sagen, komm, traust du dich, mach's dir jetzt, auch wenn du überhaupt keine Ahnung hast, was da auf dich zukommt. Und ja, hab wirklich bei jedem einzelnen Workshop vorher hin und habe eigentlich keine Ahnung gehabt, was auf mich zukommt.

Ich habe zwar die Titel gelesen und vielleicht auch so ein bisschen die Beschreibung von dem Workshop, aber was da dann am Ende des Tages ja gemacht wird, steht da ja nicht. Also wie jetzt am Ende dir jemand beibringt oder so eine Grundidee gibt, wie man jodelt, das weißt du nicht. Und ich glaube, ich hatte schon auch ein bisschen Bammel, weil ich kein Profi, also ich habe Grenzen und ich bin auch definitiv in ganz, ganz vielen Dingen nicht super gut.

Und ich glaube, da war dann schon auch immer so eine kleine Angst mit dabei, dass man sich blamiert oder dass man irgendwas nicht hinbekommt oder sowas und da einfach an seine Grenzen stößt und das hat sich aber null bewahrheitet. Also in keinem einzigen Workshop hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich mich unwohl fühle oder dass ich ja, dass meine Grenzen irgendwie überhaupt überschritten wurden in irgendeiner Form.

Also ich bin überall besser rausgegangen, als ich vorher war, würde ich sagen. Also alles hat mir was gebracht. Aber ich habe mich überall in einem Rahmen bewegt, wo ich mich echt wohlgefühlt habe und wo auch immer darauf geachtet wurde, dass keiner irgendwie vorgeführt wird oder irgendwie in irgendeiner Form da alleine irgendwas vormachen muss, wo mir das sich dann nicht wohlfühlt oder sowas.

Genau.

Das war auch vor zwei Jahren, als ich da war, die Wahrnehmung, dass es eigentlich egal ist vom Musikalischen her, wenn man ist. Ob Profi oder also damals waren auch viele Kinder da. Wisst ihr, wie es bei dir war? Ja, nicht ganz so viel tatsächlich, aber und das ist eigentlich egal, weil es wirklich um das Miteinander geht.

Und das habe ich selten in so Workshops, dass es so reibungslos läuft, weil meistens immer einer dabei ist, der erstmal jedem zeigen muss, was er kann. Und ich habe das so erlebt, dass das wirklich völlig egal ist.

Absolut. Also ich habe jetzt auch schon ein paar Workshops mitgemacht, verschiedene. Und da gerade so in der Trompetensektion hat man das ja relativ häufig, dass da dann sich doch oft sehr, ja, dass sich da jeder beweisen muss und zeigen muss, was er kann. Und das fand ich da unfassbar angenehm, gerade bei den ganzen Trompeten-Workshops.

Das war so ein Miteinander und man ist so gut mit den Leuten ins Gespräch gekommen auch. Man hat aus sämtlichen Regionen Leute getroffen, manchmal hat man auch Leute getroffen, wo man dachte, okay, krass, irgendwie kennen wir uns schon. Ich hätte niemals gedacht, dass ich dich hier wiedersehe. Auch spannend.

Und ja, es war einfach so eine entspannte und harmonische Mentalität, durchgängig und auch sehr, sehr respektvoll und auch unterstützend. Und man hat einfach auch gemerkt von den Dozenten, dass die einfach Bock drauf haben, auch da zu sein. Und dass die da Lust drauf haben. Also ich war in keinem Kurs, wo ich das Gefühl hatte, der tut jetzt irgendwie seine Sachen, die er immer sagt, irgendwie runterrattern und ist danach direkt wieder weg.

Sondern das war wirklich einfach eine Zeit, wo jeder, glaube ich, genossen hat und wo ja wirklich coole Gespräche entstanden sind und ich glaube, jeder was von mitnehmen konnte auch am Ende des Tages.

Außer Jodeln, was hast du noch gemacht?

Oh, ich habe verschiedene Trompeten-Workshops bei unterschiedlichen Dozenten belegt. Ich habe so ein bisschen versucht, möglichst viele noch unterzubringen. Ich habe mich ja relativ spät angemeldet, deswegen waren schon einige Sachen ausgebucht. Aber ich war beispielsweise beim Christoph Moschberger, beim Martin Hutter, aber auch beim Dominik Pessel natürlich, bei dem hatte ich auch meine Einzelstunde.

Und die haben alle nochmal ganz unterschiedliche Herangehensweisen gehabt. Und das kann ich auch nur empfehlen, dass man sich nicht so auf einen Dozenten, wenn man ein Instrument hat, irgendwie so fokussiert. Weil ich glaube, da gibt es halt auch kein richtig und kein Falsch, sondern du musst so ein bisschen einen richtigen Weg finden.

Und gerade als Laie ist es, glaube ich, da ist jeder noch so ein bisschen auf der Suche. Und dementsprechend, je mehr Input, wo du dir dann rauspickst, was für dich irgendwie am besten passt, hat am Ende des Tages den größten Effekt. Also ich bin, glaube ich, aus keinem Workshop rausgegangen, wo ich dachte, oh ja, das ist jetzt die Weisheit für mich, mit der ich alles erreiche.

Aber ich bin aus jedem Workshop rausgegangen und habe gedacht, oh ja, da waren auf jeden Fall Dinge dabei, die ich für mich mitnehmen kann und die mir weitergeholfen haben jetzt auch im Nachhinein. Genau, ansonsten war auf jeden Fall noch Volkstanz dabei. Auch cool. Ja, absolut. Hat mega Spaß gemacht.

Ja, war einfach sauwitzig. Kann ich auch nur jedem weiterempfehlen.

Was war dein größtes Aha-Erlebnis?

Oh.

Also, das muss gar nicht mal nur auf Trompete bezogen sein. Das kann alles sein.

Also, mein größtes Aha-Erlebnis war auf jeden Fall mit Abstand in der Einzelstunde, Dominik Pessel, weil der doch irgendwie ziemlich schnell gecheckt hat, was so bei mir noch nicht so funktioniert. Und da auch einfach ziemlich viel im Kopf bei mir los war. Und der das sehr schnell erkannt hat und das hat mir auch ein bisschen Angst gemacht in dem Moment.

Aber er hat das sehr gut auffangen können und hat mir da sehr, sehr gute Tipps gegeben und das auch begleitet. Und das hat auf jeden Fall auch im Nachhinein noch den aller allergrößten Effekt gehabt. Was ich gar nicht mal so gedacht hatte, dass man in so einer kurzen Einzelstunde mit irgendjemandem, den man gar nicht kennt, dass das so einen krassen Effekt hat.

Aber das war, das war ein sehr, sehr krasses Aha-Erlebnis. Also wir haben dann auch abends nochmal bei einer Abendveranstaltung getroffen gehabt und da hatte ich ihm das auch gesagt, das hat ganz schön viel bei mir ausgelöst. Und er meinte auch, das hat er gemerkt. Aber das war vollkommen okay, weil es wirklich in einem sehr angenehmen Rahmen so war.

Und das hat aber sehr, sehr viel bei mir verändert, tatsächlich. Also auch vom Spielerischen her, da ging es einfach darum, dass ich überhaupt nicht entspannen konnte beim Spielen. Also so überhaupt nicht und vollkommen mit dem Kopf sehr, sehr verkopft war und mir auch einfach nicht bewusst war, was das für ein großes Thema bei mir ist.

Und das habe ich gebraucht, das mich da einer mal aufrüttelt und mir das bewusst macht. Ja, genau.

Du hast gesagt, es waren viele Sachen schon ausgebucht, weil du so sperrt. Was hättest du gern gemacht?

Oh, ich bin in gar kein Ensemble mehr reingekommen. Das fand ich super schade. Ist aber auch logisch, dass die als erstes ausgebucht sind. Ich meine, es sind am wenigsten Plätze und halt auch natürlich sehr beliebt, weil es viel Praxis ist und man spielen kann. Genau, da konnte ich leider nicht mehr rein.

Es gab noch einen Workshop beim Thomas Gantz, den hätte ich natürlich auch sehr gerne gemacht. Der war natürlich auch voll. Aber ja, das ist halt so, wenn man sehr spät kommt, dann sind die beliebten Sachen sehr schnell schon ausgebucht.

Das heißt, du hast dieses Jahr ganz viele Ensembles-Sachen auf dem Boden?

Ich würde nicht sagen, ganz, ganz viele. Ich finde, man sollte da schon auch so ein bisschen dran gehen, dass jeder auch irgendwie in einem Ensemble spielen soll und will. Und dementsprechend fände ich es jetzt unfair, wenn ich mir da irgendwie zehn Ensembles reinlege und also jemand anderes dafür dann gar keins mehr hat.

Aber ich habe mir auf jeden Fall zwei Ensembles rausgesucht. Einmal die Formation Blasorchester Woodstock Music gemacht beim Manfred Hirtenlener. Das fand ich spannend. Und Formation Blechhaufen habe ich noch gewählt.

Cool.

Ja, ich bin gespannt.

Ich bin gespannt, was du, was du berichtest. Was konntest du davon so ein bisschen in deinen Verein zurücktragen?

Oh, auf jeden Fall ein bisschen mehr, wie man eine Polka spielt. Also ich würde sagen, ich bin da immer noch auf jeden Fall nicht ganz durchgestiegen. Dafür ist es einfach ja zu wenig Praxis und auch zu wenig Erfahrung immer noch. Aber trotzdem würde ich sagen, spiele ich eine Polka jetzt anders als vorher.

Und auch ja, also für mich auch ganz arg so ein bisschen das Bewusstsein vom Trompetuspielen. Also ich habe vorher echt immer so ein bisschen gedacht, ich muss da jeden einzelnen Ton treffen und da muss alles perfekt sein und es muss alles sitzen und man darf sich nie verspielen und man darf nie irgendeinen Fehler machen, der auffällt.

Dadurch habe ich viel mehr Fehler gemacht. Und mir haben ganz viele Leute das Mindset mitgegeben, du darfst nicht verspielen und du musst es einfach nur ganz schnell wieder vergessen, weil jeder trifft mal einen Ton nicht. Und in dem Moment, in dem du Angst bekommst, einen Ton nicht zu treffen, hast du eigentlich schon verloren.

Und es ist ja eigentlich absolut logisch und trotzdem. Trotzdem habe ich gebraucht, dass mir das mal jemand sagt, weil es in meinem Kopf halt vorher einfach nicht so richtig angekommen ist. Und so dieses Mindset-Ding war schon auch, das ist ja bei der Academy schon auch ein Thema. Also es gibt viele so Vitalkurse auch, wo es so Mindset geht.

Da hatte ich mir auch was angehört gehabt und auch Train your Play hatte ich gehört. Das fand ich auch super spannend, weil ich mir vorher überhaupt keine Gedanken dazu gemacht habe, wie ich übe. Ich habe auch wenig geübt, muss ich ja auch sagen.

Aber hat sich dein Üben jetzt verändert?

Mein Üben hat sich schon verändert, ja. Also ich mache mir mehr Gedanken, gerade vor Auftritten und vor Konzerten, wann ich übe und wie viel ich übe.

Da freut sich der Thomas, der das jetzt bestimmt hört.

Ja, bestimmt. Also das hat auf jeden Fall sehr, sehr viel verändert. Also ich fühle mich seitdem auch vor Konzerten besser vorbereitet. Das ist schon ein Ding auf jeden Fall jetzt.

Mit welcher Erwartung gehst du dieses Jahr hin? Oder mit welchem Ziel?

Mit welchem Ziel genauso viel Spaß zu haben wie letztes Jahr, mindestens. Ich glaube, das ist mein Hauptziel, weil es einfach eine Woche ist, wirklich, wo einfach echt Spaß macht. Wo einfach ganz anders ist wie hier. Und wo einfach, ja, wo man von ganz vielen Menschen umgeben ist, die genau dasselbe wollen halt, die Musik machen wollen, die irgendwie besser werden wollen, die sich dafür interessieren.

Und bei uns, ja, ich glaube, das kennt jeder im eigenen Musikverein oder auch bei anderen Projekten, wo man aushilft oder so, da sind dann doch immer noch genug Leute, die halt da sind, weil sie immer da sind, aber die halt nicht mit der Euphorie jetzt bei sowas dabei sind, wie wenn man sich bewusst für sowas anmeldet, um sich weiterzubilden.

Wenn jetzt jemand das hört und sagt, boah, ich weiß aber nicht, ob ich, soll ich das machen, bin ich gut genug und viel Angst hat, was würdest du sagen?

Ich würde sagen, mach's. Ich glaube, ich, also ich weiß nicht mehr, wie viele Gespräche ich mit sämtlichen Leuten vorher hatte und wie viel Angst, also ich hatte wirklich Angst. Ich habe ewig damit gehadert, mich anzumelden oder nicht. Und ich bin so, so froh darüber, dass ich es gemacht habe, weil ja, es passiert dir nichts.

Also man wird nicht verurteilt, man wird nicht beurteilt in keinster Weise. Es steht ja auch überall dabei, für welches Level das geeignet ist. Und also ich würde sagen, da war jetzt nichts dabei, wo ich sagen würde, man muss in irgendeiner Form Profi sein, um das zu machen. Sondern da ist ja jeder einfach darauf bedacht, an der Stelle anzusetzen, wo jeder gerade ist, jeder Einzelne.

Und da kann man nichts verkehrt machen. Und wie gesagt, da sind nur nette Menschen, die alle Bock haben, Musik zu machen. Von daher.

Wie war das für dich? Manchmal ist ja so dieses Meet-Your Idols, kann ja ganz schnell nach hinten losgehen. Wenn man Menschen toll findet und die dann privat oder nie erkennen lernt, weil man mal mit denen spricht und dann feststellt, ist nichts. Wie war deine Erfahrung, so mit den Dozenten?

Also meine Erfahrung war, das sind alles Menschen.

Das ist schon mal gut.

Da war keiner dabei, der irgendwie danach aus dem Raum rausgegangen ist und gesagt hat, nee, aber an der Stelle ist der Workshop beendet, ich rede jetzt nicht mehr weiter. Die waren alle auch bei Abendveranstaltungen dabei und haben mitgefeiert. Und da gab es dann, also da sind die Grenzen auch irgendwie so ein bisschen verschwommen.

Also es war halt wirklich ein Miteinander. Und das war nicht dieses, oh mein Gott, den kenne ich von der Bühne oder sonst was, dass da eine Distanz da war, sondern das war wirklich einfach ein richtig tolles Miteinander auf Augenhöhe. Und das hat es, glaube ich, auch für einen Lai, der Angst hat, sehr, sehr viel einfacher gemacht und sehr viel angenehmer.

Genau.

Ich finde, man merkt so richtig, dass du richtig Bock hattest und wieder Bock hast. Also, dass das quasi trotz deiner großen Angst und ja Gedanken, die du dir vorher gemacht hast, wir haben da ja auch ein bisschen vorher drüber gesprochen, hast du Feuer gefangen für die ganze Nummer?

Ja, absolut. Also weil es wirklich einfach keine Situation gab, wo negativ waren. Also ich hatte selbst am letzten Tag, glaube ich, hatte ich nochmal einen Workshop zum Auswendigspielen bei der Familie Hertel. Und da habe ich das erste Mal gemerkt, dass ich so ein bisschen an meine Grenzen komme und auch gerade nicht mitkomme, weil halt irgendwelche Volkslieder dann gespielt wurden, die ich halt in meinem Leben noch nicht gehört habe, weil es die hier einfach nicht gibt.

Und die meisten anderen konnten damit halt alle was anfangen und für die war das dann Auswendigspielen irgendwie super easy, weil die kannten das Lied. Und für mich war es dann in dem Moment super schwierig, da irgendwie mitzukommen. Und trotzdem wurde man irgendwie so mitgerissen und man hat halt irgendwas gespielt und das war trotzdem voll fein.

Also ich habe da mit Sicherheit sehr, sehr viele falsche Sachen gespielt. Ganz sicher.

Aber darum geht es ja in dem Wörter.

Genau, richtig. Darum geht es nicht. Und das wurde nicht bewertet, das wurde nicht irgendwie kritisch beäugt oder sonst was. Und das war trotzdem geil. Das hat mega Spaß gemacht.

Cool. Dann nehme ich das als Schluss, weil ich finde, damit ist, glaube ich, alles gesagt. Ich wünsche dir viel Spaß. Vielen Dank. Und ich bin gespannt, was du berichtest, wenn du wieder da bist. Ja, mach es. Schön, dass ihr bis hierhin gehört habt. Und wenn es euch jetzt unter den Fingernägeln juckt und ihr auch neugierig seid auf die Wurzug Academy, habe ich was für euch.

Nämlich einen kleinen Rabattcode, mit dem ihr 10% sparen könnt, nämlich Academy on Air. Wenn ihr das am Schluss eingebt, könnt ihr euch 10% noch bis zum 31. Juli sparen und eine wirklich ganz, ganz tolle Zeit genießen. Falls ihr auch mal mit mir über ein Thema sprechen wollt, schreibt mich gerne an unter blasmusikpodcast at gemex.de oder auch gerne über Instagram.

Alle nötigen Links und Infos findet ihr in den Shownotes und ich wünsche euch jetzt eine gute Zeit und freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder einschaltet. Macht's gut, euer Andi.

0:00 / 0:00