On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6

Auf einen Kaffee mit Daniel Ackermann (Trompete) - Wie kommt man auf die Kombination Trompete und Harfe?

Montag, 13. Juli 2026 · 28 min

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Shownotes

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Daniel Ackermann ist Trompeter aus Koblenz. Seine neuste CD heißt "Captivating" und ist eine Einspielung für Trompete und Harfe. Wir sprechen u.a. darüber, wie man auf diese Besetzung kommt, warum er trotz Streaming noch regelmäßig Alben aufnimmt und wieso diese alle verschieden sind.
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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Auf einen Kaffee mit dem kleinen Format hier im Blasmusik-Podcast. Mein heutiger Gast ist Daniel Ackermann, er ist Trompeter und kommt aus Koblenz. Wir hatten schon das Vergnügen, ein Konzert zusammen spielen zu dürfen und davor hat er schon gefragt, ob er sich und seine neueste CD mal hier vorstellen darf.

Und da habe ich schon gesagt, auf jeden Fall, denn Daniel ist jemand, der besticht dadurch, dass er sehr vielseitig ist. Er hat seine neueste CD rausgebracht, wir sprechen aber auch über seine anderen CD-Produktionen und da wird man sehen, denn ihr hört auch Musik, wie vielseitig Daniel ist und warum ihm das auch wichtig ist, nicht in eine Schublatte gepresst zu werden.

Außerdem erfährt man ein wenig, wie schwer es doch manchmal sein kann, eine CD auf Streaming-Dienste zu bringen. Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß, schnappt euch einen Kaffee. Hier ist Daniel Ackermann. Wie du deinen Kaffee trinkst, Daniel. Black is Beautiful. Ja, sehr gut. Sehr einfache Antwort, aber sehr gut.

Ja, ich meine, das Koffein, das ist rein. Ja, genau. Eine Tasse am Morgen und dann reicht's.

Okay. Wir setzen ja aber zusammen, weil wir so ein bisschen über deine neue CD sprechen wollen, die ja gar nicht so leicht war, an den Start zu bringen, wie ich ja mitbekommen habe. Und die heißt jetzt Captivating. Richtig. Die ja zuvor Captivating Music hieß.

Auch richtig.

Und warum der Titel anders ist, das machen wir gleich. Aber ich habe gesehen, du hast jetzt gepostet, du hast vor 20 Jahren deine erste CD veröffentlicht.

Ja, stimmt. Auch im Mai. Auch zum 1. Mai damals. Ja, das war eine spannende Geschichte. Ich hatte halt studiert, zu Ende studiert und dann dachte ich, hm, so eine Platte, das wäre schon ein Traum. Und dann habe ich alles überlegt und hab gesagt, okay, ich meide die ganz Großen, also Heiden und Hummel.

Und habe gesagt und mache es ganz anders und mache vor allem verschiedene Stile. Das war mir auch wichtig. Deswegen heißt sie ja auch Pictures of Me, weil ich ein Bild von mir geben wollte. Und ich bin eben nicht nur, also für meine Empfinden, der Klassiktrompeter. Ja, und das gab tatsächlich aber auch Probleme.

Ich habe natürlich versucht, die auch bei irgendeinem Label unterzubringen. Tatsächlich wurde es abgelehnt, weil Originalzitat, das kann man ja in keine Schublade stecken. Was soll man denn damit machen, wenn da Rock- und Pop-Musik drauf ist und Klassik und so? Und dann habe ich gesagt, ja, das ist ja genau das.

Denn sind wir mal ehrlich, früher die Mixtapes oder Mix-CDs, die es dann irgendwann gab, das, also bei mir waren die immer abwechslungsreich. Und auch bei einer Maurice und Dreh-CD, das ist super geil. Aber irgendwann, wenn es immer gleich klingt, wurde mir das auch langweilig. Und dann habe ich gedacht, ich muss das anders machen.

Das war so die Idee damals.

Aber das ist total spannend. Also ich kenne das mit diesem, man kann das ja nicht in der Schublade stecken und ich kann das aus marketingtechnischen Gründen natürlich auch so ein bisschen verstehen. Vor allen Dingen, wenn man sich darauf spezialisiert hat, zum Beispiel klassische Trompeter zu vermarkten.

Auf der anderen Seite, wenn wir jetzt Wenton Marsalis hernehmen, der ja auch für Klassik und Jazz steht, natürlich mittlerweile mehr für Jazz, aber es gab ja auch mal eine Zeit, da hat er ja auch sehr erfolgreiche Klassik-CDs eingespielt. Ja, und sehr großartige vor allem.

Also ich liebe die Aufnahmen. Super.

Und er hat auch auch keiner gesagt, okay, das ist jetzt irgendwie Schubladen. Oder sind da die Amis uns irgendwie was voraus?

Dann müsstest du einen Ami fragen, aber ich nehme es schon mal an, dass sie uns da voraussehen. Aber er hat ja auch nicht auf einer Platte mehrere Sachen gemacht. Das stimmt natürlich. Er hat das Klassik-Ding bedient und dann den Jazz. So könnte man es wahrscheinlich sehen. Aber wie auch immer, die Geschichte ist insofern ganz witzig.

Ich habe davon 500 CDs pressen lassen und sie sind weg. Also sie waren weg nach kurzer Zeit und dachte, okay, vielleicht geht es den Leuten dann auch so. Ja. Insofern.

Die wie viel CD ist das jetzt, wenn du vor 20 Jahren aufgenommen hast?

Ja, das ist ein bisschen komisch, das hängt jetzt auch mit Spotify und Co. zusammen. Ich habe, also es müsste jetzt meine sechste sein, aber die, die ich in Corona aufgenommen habe, Journey, auch mit Trompete und Harfe, gilt nur als EP und nicht als Longplayer.

Ah, deswegen habe ich die nämlich auch nicht. Also ich habe vorhin noch versucht, nämlich zu zählen und da kam ich auf fünf. Genau. Also ich starte dann immer.

Das ist so ein kurzes Ding, aber eigentlich ja auch so. Kann man jetzt drüber streiten. Ich sage einfach, ist Nummer 6. Fertig. Sechste Aufnahme. Und der Querfurt ist ja auch noch dabei. Der gilt ja als Single.

Was veranlasst dich, immer wieder CDs aufzunehmen? Weil dein Hauptjob ist ja, du bist ja noch an der Musikschule.

Richtig, den Job liebe ich auch sehr. Habe ich nie aus Verlegenheit gemacht, sondern immer, ja, habe ich von Anfang an gerne gemacht. Und klar, die erste CD, gut, kann ich ja sagen, das war also einfach mal zeigen, dass man was kann. Die zweite CD war so, auf einem Bein steht man schlecht. Das war High Definition Trumpet, genau.

Und die dritte CD war mein Herzensprojekt, das heißt Heimatfluss. Und da habe ich mich mit den traditionellen Stücken hier von der Mosel beschäftigt und habe die neu interpretiert, weil ich entdeckt habe, dass es nur so ganz gruselige Aufnahmen aus den 60ern gibt, so von Omo Seller und so. Und dann dachte ich, das kann man besser.

Und da war aber erstmal gar keine Aufnahme geplant, sondern ich habe mir eine Band gesucht, einen Schauspieler, einen Fotografen, das ist ja so ein Kunstprojekt mit allem drum und dran. Und das war so, ich weiß auch nicht, jedes Mosaiksteinchen ist perfekt an seinen Platz gefallen und dann war das Projekt, stand das Projekt, und dann haben wir gesagt, das müssen wir eigentlich aufnehmen.

Und dann haben wir ein Buch dazu gemacht mit den Bildern und Rezepten und dann noch die CD dazu, sodass man sich den Abend auch mit nach Hause nehmen kann. Das war die Geschichte zur Nummer drei. Und dann kam ja schon Journey, das war in Corona. Auch ein bisschen aus Langeweile. Oder Beschäftigungstherapie, wie du es nennen willst.

Ja, das habe ich schon vergessen. Ach ja, die Weihnachts-CD. Die Weihnachts-CD, auch mit Harfe on The Winter's Night. Das war so, wir hatten, wir waren gefragt, ob wir nicht auch ein Weihnachtskonzert machen könnten. Und dann haben wir Noten gesucht und haben ein Weihnachtskonzert gespielt und haben gedacht, das ist so wunderschön, das passt so toll, diese Argements und so.

Wir haben gesagt, komm, dann machen wir auch eine Platte draus. Und jetzt das neue Captivating oder Captivating Music ist entstanden, weil das ganz viele Stücke waren, die wir in Konzerten gespielt haben, wo wir nachher gesagt haben, die sind auch total schön, die müsste man eigentlich aufnehmen. Und so ist das eigentlich gekommen.

Und wer weiß, was noch kommt, aber im Moment habe ich erstmal nichts, was ich. Nein, das stimmt nicht. Im September wird es noch eine Aufnahme geben. Da verrate ich aber nichts zu, weil über ungelegte Eier spricht man ja nicht. Es wird auf jeden Fall nicht mit Harfe sein. Ja, man darf gespannt sein.

Genau, du sprichst schon an die neue CD und auch die davor, ist ja Trompete und Harfe. Ja. Ist ja auch nur ungewöhnliche Kombi. Wie kamst du dazu?

Ja, witzig, ich habe irgendwann vor Corona mein CD-Regal digitalisiert und habe alles auf Festplatte gemacht und dann habe ich, ich hatte mir kurz nach dem Tod von Maurice André so ein Gesamtwerk von ihm gekauft. Und beim Digitalisieren, ja, das übliche, was man so kennt, und dann ist mir eine Platte vor die Füße gefallen mit Trompeto und Harfe, was auch da drin war, was ich eigentlich nie richtig realisiert habe.

Und dann habe ich das angehört und das ist eine Platte mit Renaissance-Tänzen. Hauptsächlich spielt das auf der Piccolo und da gibt es noch einen Schlagzeuger, der so Tambourin dazu macht und Trommel und es ist total schön. Und ich dachte, das gibt's doch nicht. Und dann hatte ich die Hafenistin, die Stefanie Zimmer, hier von der Rheinischen Philomonie, die ich kannte, mit der ich auch schon viele Projekte gemacht habe, einfach mal angeschrieben und gesagt: Hör mal zu, wie sieht das aus?

Können wir uns mal treffen? Dann haben wir uns getroffen und haben erstmal so Sato gespielt, also Renaissance, und haben festgestellt, boah, das ist total schön. Und dann habe ich sie gefragt, wie sieht es denn hier mit Bach aus? Und dann sagt sie, gib mir die Noten. Dann habe ich hier das hingelegt und sagt, ja, kein Problem.

Und dann hat sich das so entwickelt und plötzlich haben wir festgestellt, boah, das macht total Spaß. Bei den Leuten kommt es super an. Die finden das nämlich genau wie du ganz spannend und dann können sich nichts darunter vorstellen. Die denken immer, die Harfe ist zu leise, die Trompete zu laut. Dann sage ich dann immer scherzhaft, naja, wenn Steffi mal loslegt, ist das laut.

Und ich kann auch leise spielen. Insofern hängt sich das ganz gut ein und ja, wir haben total viel Spaß. Immer wenn wir Konzert haben, haben wir beide Spaß und die Leute auch. Und das ist super.

Hat natürlich den ganz großen Vorteil, dass man nicht immer eine Orgel braucht und auch mal draußen spielen kann.

Ihr habt ja jetzt vor kurzem Open Air gespielt, habe ich gesehen. Richtig, ja, es gibt in Koblenz eine Konzertreihe Musik im Paradiesgarten heißt die. Das ist ein Garten, der übrig geblieben ist von der Buga 2011 war das in Koblenz. Und der wird jetzt regelmäßig bespielt. Und da haben wir schon öfter, ich glaube, jetzt das zweite oder dritte Mal gespielt und spielen Open Air und es ist total schön.

Vögelgezwitscher, geplätschert drumherum. Und die Leute sind ganz dankbar und kommen einem sehr nahe dabei. Also sie sitzen quasi neben uns direkt. Ganz, ganz toll.

Wie ist das so für dich beim Spielen, wenn das so nah ist?

Naja, jeder hat ja so seinen Quadratmeter, den er braucht. Also den halte ich schon ein, aber es geht. Kommt drauf an, was derjenige macht neben mir. Wenn er mich natürlich hier billig macht, dann sage ich aber auch was.

Was ist dein Lieblingsstück aus der CD?

Der Edward Krieg aus der Holberg-Suite ist Rigodon. Das finde ich ganz süß.

Über das bin ich tatsächlich auch gestolpert, weil ich den tatsächlich gar nicht kannte. Muss ich dazu sagen. Alles vorher, so die ganzen Klassiker sozusagen, die vorher kommen, kennt man ja. Und dann bin ich über den gestolpert und dachte mir, oh, das ist schön. Und habe gesehen, Krieg, okay. Ich kenne leider zu wenig von Krieg, muss ich zugeben.

Ja, Pegin Suite, ne, das kennt ihr. Genau, und dann ist schon fast zu Ende bei mir.

So ist es ja. Und genau, das war für uns auch so eine kleine Entdeckung. Auch beim Ausprobieren haben wir das entdeckt. Und dann dachte ich, das mit Piccolo und die Hafe macht dann dieses kleine, das wird man ja dann hören, dieses kleine Umspielen. Das klingt total schön. Und dann natürlich den Herbert L.

Clark, den habe ich auch entdeckt, weil den kennen wir ja alle nur von den Technical Studies.

Da war ich auch gespannt, als ich das gelesen habe und dann so reingeklickt habe, ob jetzt irgendwie seine Technical Studies quasi ein bisschen verkünstelt sind. Aber war es ja gar nicht.

Naja, ich weiß nicht, ob du das weißt, aber der hat ja auch ganz viel komponiert, auch für Cornette. Der war ja nicht nur Cornette, wir tuose. Und das Stück ist mir auch vor die Füße gefallen. Und dann habe ich auch wieder zu Steffi gesagt, kannst du das spielen? Und dann hat sie ein bisschen rumgemacht und sagte, ja klar, kein Problem.

Und dann haben wir das, was fand ich auch mal witzig, mal was ganz anderes zu machen.

Mit bisschen Triolenzunge und du immer sagst, das war dann kein Problem, gab es auch Stücke, die ihr oder auch jetzt noch, wenn ihr Konzerte vorbereitet, wo ihr merkt, ah, das funktioniert nicht so gut? Weil halt Harfe vielleicht nicht ganz so beweglich ist als Orgel oder Klavier.

Genau. Ja, gibt es. Also hauptsächlich ist das Problem mit den Pedalen dann von Steffi. Manchmal kann sie nicht schnell genug umregistrieren und dann macht es keinen Sinn. Aber da es ja genug Sachen gibt, sind wir da gar nicht so traurig. Okay.

Also ich habe ja vorhin gefragt, was veranlasst dich, eine CD noch aufzunehmen. Und da, die Frage geht so ein bisschen natürlich darauf hin. Du hast gesagt, bei der ersten CD hast du 500 Stück pressen lassen. Ich gehe mal davon aus, dass du heutzutage nicht mehr physisch vor Ort welche hast. Und dann ist ja immer die Frage des erstens der Finanzierung, weil du kannst ja nichts mehr refinanzieren, was du verkaufst, weil ja alles gestreamt wird.

Und wir wissen alle, dass Streaming oder die Klicks an sich ja unfassbar viel Geld macht, natürlich nicht. Und dann ist natürlich die Frage, warum macht man das heutzutage noch? Was würdest du einen jungen Kollegen, Kollegin sagen? Warum nimmt man heutzutage noch was auf?

Also bei Captivating und auch bei der Weihnachts-CD war es so, dass wir das Gefühl hatten, dass wir was zu sagen haben, dass wir die Leute teilnehmen lassen wollen. An diesen schönen Arrangements und diesem tollen Klang, den wir zusammen haben. Ich spiele das meistens auch mit Cornet, weil die Trompete mir eine Nummer zu hart ist.

Und naja, die Erfahrung aufzunehmen, also ich schaue ja auch bei dir manchmal in Social Media rein, wenn du ein Video von dir postest, wo du übst. Allein, wenn dieses rote Lichtchen blinkt, das ist wie ein Auftritt. Also es schult ungemein. Das ist auf jeden Fall ein Aspekt, das kann man jedem empfehlen.

Und dann, ich würde nur eine CD aufnehmen, wenn man das Gefühl hat, dass man was zu sagen hat heute als junger Künstler. Und mit meinem Heimatprojekt hatte ich was zu sagen. Die erste CD, klar, da wollte ich einfach mal zeigen. So würde ich sie interpretieren. Man muss nicht aufnehmen. Aber wenn man Spaß dran hat und es finanzieren kann, warum nicht?

Wie lange habt ihr aufgenommen für die CD?

Für die letzte? Ja. Das waren dreieinhalb Tage.

Okay.

Also es ging bei den meisten Sachen erstaunlich schnell. Zum Beispiel bei dem Clark waren wir schneller, als wir dachten. Und bei manchen Sachen geht es wirklich dann um die Feinheiten. Intonation hier und da noch, verdammt, können wir nochmal. Ich weiß nicht, ob du das, doch, das wirst du auch kennen.

Irgendwann fängt man an, weiße Mäuse zu hören.

Ja, ja, ja, auf jeden Fall.

Ach, scheiße, komm, das machen wir nochmal, bevor wir jetzt diskutieren. Und dann sitzt man da und nimmt doch die erste Version.

Genau. Also ich habe vier Studio-CDs mit einem Lastvergesser gemacht. Und auch da beim Schneiden war das fürchterlich. Man hört dann irgendwelche Sachen, die gar nicht da sind. Und wir haben ja jetzt vor einer Woche auch drei Nummern mit dem Ensemble, wo du vor kurzem ausgeholfen hast, aufgenommen. Da war das auch so, da hatten wir nur Zeitdruck, weil wir nicht viele Stunden hatten.

Das war so ein Lass uns mal machen, Projekt eher so.

Ja, verstehe.

Und da war das auch so, lass uns einfach noch zweimal spielen, bevor wir jetzt diskutiert haben, weil bei elf Leuten ist, oder zwölf Leuten ist natürlich die Fehleranfälligkeit nochmal höher als bei zwei, ist klar. Und wie du schon sagst, man kann sich dann auch einfach zu verkopfen irgendwie, bis du da rumdiskutierst und vielleicht hier und da dann einfach machen.

Steffi und ich, wir sind aber besser geworden. Also wir trauen uns mehr zu und sagen, nee, das passt jetzt, das ist gut. Und der Tontechnik hat dann auch gesagt, passt doch. Und so sind wir ziemlich zufrieden damit.

Also ihr habt dreieinhalb Tage aufgenommen. Wie lange habt ihr danach oder warst du dann beim Schneiden dabei oder macht ihr ganze Takes?

Achso, das hätte ich vielleicht direkt dazu sagen müssen, wir haben es direkt geschnitten. Deswegen hat es dann auch länger gedauert. Also wir haben es aufgenommen und haben gesagt, das war's, haben es zusammengeschnitten und wenn noch irgendwas zu tun gab. Also wir haben ganze Takes gemacht und dann repariert.

Ja. Okay. So macht man das, glaube ich, auch üblicherweise. So fühlen wir uns auf jeden Fall wohl.

Wer hat eigentlich dieses schicke Logo gemacht?

Das war ich.

Du hast das gemacht. Weil ich finde es sozial schön mit dieser Trompete und dieser Harfe, was so ein bisschen flügelartig dann in sich aussieht.

Ja, ich habe irgendwann überlegt und dann habe ich gedacht, Moment mal, die Hauptsäule der Harfe, da könnte man durch die Trompete. Und dann habe ich ein bisschen rumexperimentiert und habe es vorgezeichnet und dann habe ich tatsächlich es einer professionellen Grafikerin gegeben, die das dann übertragen hat, so wie du es jetzt siehst.

Und auch in verschiedenen Farben, aber das, was wir haben, ist eigentlich das, was am schönsten ist.

Cool. Wenn man euch hören möchte, live, wo finde ich Termine?

Auch das weißt du, das ist gar nicht so leicht heutzutage. Es wird Weihnachtskonzerte geben, auf jeden Fall. Da werde ich noch dann auf Social Media veröffentlichen natürlich.

Wenn jetzt die Hörer sagen, wir möchten euch unterstützen, es gibt ja jetzt keine CD mehr zu kaufen. Gibt es irgendeine andere Möglichkeit, euch finanziell zu unterstützen?

Downloaden und anhören. Wie gesagt, ich habe nichts mehr pressen lassen. Ich habe letztens bei diesem Open-Air-Konzert den Leuten gesagt, wenn sie es tausendmal anhören, dann haben wir eine halbe Kugel Eis.

Ist schon aber auch traurig, dass sich das nochmal so bewusst macht, ist das schon echt traurig.

Und die Leute haben ein bisschen, waren auch erstaunt natürlich. Und dann nach dem Konzert kam es dann, dass die Leute zu mir kamen und mir Geld in die Hand gedrückt haben für ein Eis. Und dann habe ich gesagt, das wollte ich eigentlich gar nicht. Ich wollte nur klar machen, wie die Situation führt. Und dann sagt, nein, kaufen Sie sich ein Eis, machen Sie sich einen schönen Nachmittag noch.

So war das. Aber ich meine, das wusste ich vorher. Ich will da jetzt gar nicht zu sehr rumjammern. Es gibt ja auch Bestrebungen, das mal zu ändern. Ob es klappt. Wer weiß das schon.

Okay.

Ja.

Gibt es irgendwas über die CD? Ah nein, was wir völlig vergessen haben.

Ja.

Wir haben über die Damen, den Titel. Wir haben die ganze Zeit außen rum gesprochen. Warum heißt das jetzt anders? Lass uns teilhaben an dieser spannenden Geschichte.

Ja, also als klar war wir machen die CD, habe ich natürlich auch nach Titeln überlegt und dann dachte ich, ja, irgendwas Eyecatcher-mäßiges, irgendwas Kurzes, relativ prägnantes, wäre doch ganz gut, wie zum Beispiel My Journey, also Reise durch ein paar hundert Jahre Musikgeschichte. Und dann irgendwann bin ich auf Captivating Music gekommen, also fesselnde Musik.

Und dann dachte ich, das ist super. Dann habe ich das Cover machen lassen von einem guten Freund von mir, der alle meine CDs bisher designt hat. Und super, der fand das auch toll. Wir waren uns schnell einig. Und dann dachte ich, alles fertig produziert. Und dann dachte ich, jetzt lade ich es hoch. Dann habe ich da einen Dienstleister, der das hochlädt für alle Streaming- und Download-Portale.

Und dann habe ich das gemacht und dachte noch, ja, super, ich bin im Plan, ich wollte das am 1. Mai raus, dass das rauskommt. Und dann kam die erste Ablehnung. Der Titel passt nicht, so nach zwei, drei Tagen, weil zu allgemein gehalten. Dann dachte ich, okay. Dann habe ich angegeben, Captivating Music for Trumpet and Harp.

Stattdann ist es ja ein bisschen spezieller. Dann kam es wieder zurück, ja, nee, immer noch zur Allgemeinen und man darf auch keine Werbung im Titel haben. Dann dachte ich so, kapiere ich nicht. Dann habe ich ein bisschen recherchiert und habe herausgefunden, es muss wohl auch daran liegen, dass es ein Musiklabel gibt, welches Captivating Music heißt.

Und dann würde ich ja für die Werbung machen. Hin und her, keine Ahnung. Der Support von diesem Dienstleister hat dann auch gesagt, so richtig wissen sie es auch nicht, aber sie gehen mal davon aus, ich soll einfach Musik weglassen.

Okay.

Und dann habe ich nur Captivating, habe das Cover so gelassen. Und dann hieß es dann aber, ja, aber ich brauche zwei Wochen Vorspann, um das hochzuladen, also es ist dann der 15. Mai geworden. Aber es ist durchgegangen. Insofern bin ich jetzt ganz glücklich. Mit dem Kompromiss kann ich leben. Ich habe dann auch gedacht, jetzt bin ich ja auch an meiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt, wenn ich das nicht so nennen darf, wie ich möchte.

Klar, wer weiß.

Ich höre immer wieder so Sachen bei CD-Veröffentlichungen, dass manche Portale da irgendwelche Sachen. Plötzlich wieder sperren und dann muss man wieder anfangen. Ich glaube, Salapuzerbrass, ich weiß nicht, ob du die kennst. Dem Namen nach, ja. Ja, die hatten jetzt auch mit der Weihnachts-CD, wenn ich es richtig im Kopf habe, auch so ein bisschen Schwierigkeiten, was hochzuladen.

Also du bist nicht der Einzige. Vielleicht liegt es an der Blechbläsermusik, vielleicht ist da irgendwas schief.

Vielleicht, weil es wirklich nicht so richtig reguliert ist. Man hat ja das Gefühl, die machen alle so, was sie wollen. Hauptsächlich selbst die Tasche voll und dann ist der Punkt. Die bestimmen die Regeln, ne? Sie bestimmen einfach was ab.

Was war eigentlich jetzt in den letzten sechs CDs deine größten Learnings? Größten Learnings. Das kann jetzt alles sein, von Marketing bis spieltechnisch bis was dir so einfällt.

Ja, man täuscht sich manchmal in den Stücken, welche gut ankommen und welche nicht. Also bei der ersten CD ist klar die Jazzrock-Nummer am meisten hat reingehauen Boom of the Dark, das ist eine Bill Chase-Nummer. Bei der zweiten CD sind tatsächlich meine Naturtrompetenaufnahmen ganz gut, also angenommen worden, der Leopold Mozart.

Und so war ich tatsächlich erstaunt, weil ich kein Spezialist dafür bin. Ich habe mich aber getraut, das mal zu machen. Also, eigentlich kann man zusammenfassen, dass man sich täuscht, welche Stücke gut bei den Leuten ankommen und welche nicht. Das war erstaunlich manchmal. Und von Peter, ja, man lernt sau viel.

Man muss auf dem Punkt sein, das weißt du ja auch. Man hat nicht viele Chancen bei der zweiten CD, zum Beispiel mit den Barocksachen. Und da hatte ich im Prinzip ein Wochenende, um das alles einzuspielen. Und dann war ich natürlich auf den Punkt vorbereitet und es hat auch geklappt. Natürlich würde ich inzwischen alles anders machen.

Ist ja auch klar.

Aber ich finde das gut, wenn man so rückblickt und sagt, okay, man wird es heute anders machen. Weil dann ist ja so das Gefühl des Entwickelns auch da. Wenn du jetzt nach zehn Jahren sagst, okay, ja, würde ich wieder so machen, dann weiß ich nicht, ob das so befriedigend ist.

Ja, da hast du natürlich recht. Also es fängt dann manchmal bei Kleinigkeiten an. An der Stelle würde ich einen Triller anders machen. Ach nee, was habe ich denn da gemacht? Ach, verdammt. Und da gibt es dann nur eine Lösung, einfach nicht mehr anhören. Oder nicht so oft. Alles gut. Wenn es den Leuten gefällt, ist es ja am allerwichtigsten.

Das stimmt.

Das stimmt. Was würdest du gerne mal aufnehmen? Also, wenn du jetzt, wenn morgen jemand sagt, hier, ich habe einen Barzen Geld, mach, was du willst.

Boah, dann würde ich tatsächlich in die Richtung Jazzrock nochmal gehen oder eine Jazzplatte machen. Das finde ich total spannend. Auch wenn ich da jetzt im Moment ein bisschen feige wäre, weil natürlich die Jazzpolizei da steht und sagt, warum musst du das jetzt auch noch machen? Aber ich hätte Lust, das zu machen.

Okay.

Weil Jazz ist so mein Hobby. Ich bin auch so sozialisiert in der Schule, hatte ich das Glück, einen Lehrer zu haben, der uns wirklich also super vorbereitet hat mit Big Band-Spielen und so weiter. Das ist mein Hobby, wenn du so willst.

Machst du das noch viel?

Oder nur für dich daheim? Für mich daheim und tatsächlich in der Musikschule Big Band. Darf ich? Sowohl solistisch als auch Lied-Trompete. Ja, ich mache es zu wenig. Aber es ist okay so, weil wie gesagt, ich bin ja kein ausgebildeter Jatzer. Alles okay. Jeder findet so sein Ding. Vielleicht kommt es mal wieder.

Vielleicht wird es meine Rentnerkarriere.

Oder tatsächlich die nächste CD. Wer weiß, vielleicht hört das jetzt jemand, hört deine Platte und sagt, ich habe hier so eine Jazzband, lass uns was zusammen machen.

Ja, wer weiß. Alles ist möglich.

Daniel, vielen lieben Dank, dass wir so ein bisschen über deine neue Platte und aber auch so ein bisschen über dein musikalisches Schaffen sprechen konnten.

Ja, ich danke dir, dass ich zu Gast sein durfte. Das ist nicht selbstverständlich und ich freue mich sehr über die Gelegenheit.

Dankeschön. Das war die Folge mit Daniel. Und wenn ihr auch mal hier zu Gast sein wollt im Blasmusik-Podcast bzw. bei Auf einen Kaffee mit, dann schreibt mir doch gerne unter blasmusikpodcast.gmx.de oder auch gern über Instagram. Und dann können wir mal gucken, an welchem Termin wir das machen, dass wir zusammen hier bei einem Kaffee einchecken.

Ich wünsche euch noch eine schöne Woche. Ich hoffe, die Temperaturen gehen jetzt ein wenig runter. Ansonsten könnt ihr euch ja in das Kühle verziehen und den Podcast hören. Es gibt noch ganz, ganz viele Folgen zu entdecken, vor allen Dingen für die, die noch nicht so lange dabei sind, gibt es eine ganze Menge nachzuholen.

Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Macht's gut, euer Andi.

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