On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6· Folge 147
Vienna Brass Connection - Gewaltiger Blechklang aus Wien
Donnerstag, 30. Juli 2026 · 1 h 02
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Shownotes
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Ich habe mich mit Stefan Obmann und Manuel Egger von der Vienna Brass Connection getroffen. Eigentlich wollten wir nur ein wenig über ihre neue CD plaudern, das hat allerdings deutlich länger gedauert als einen Kaffee. Ich find diese Band so gut und das Gespräch hat mir auf so vielen Ebenen Spaß gemacht, dass es jetzt in den regulären Verlauf kommt.
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Musik: Dirk Mattes
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Wir sind On Air in 3, 2, 1. Herzlich willkommen bei OnAir Dem Blasmusik Podcast. Mein Name ist Sandy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von OnAir Dem Blasmusik-Podcast.
Das hier ist die letzte Folge vor der Sommerpause. Und die ist etwas anders, denn eigentlich sollte heute eine englischsprachige Folge kommen mit Kayla Solomon, einer kanadischen Trompeterin. Jetzt gab es interne Abspracheprobleme. Sie hat die Interviewfolge noch nicht freigegeben. Die Kommunikation erweist sich über den Teich etwas schwieriger.
Deswegen schiebe ich die einfach in den September. Dann ist genug Zeit, das zu klären. Und hier kommt eine Folge, die eigentlich als Kaffee-Folge gedacht war, aber länger als ein Café gedauert hat. Es geht um die Vienna Brass Connection. Und wir sprechen über die Gruppe an sich, über die CD. Es wird ganz viel Musik geben.
Eins sei noch vorher gesagt, wir sprechen zwischendurch darüber, dass die CD nicht als Streaming vorhanden ist. Das war zu dem damaligen Zeitpunkt so. Mittlerweile gibt es die. Warum das damals so war, hört ihr im Podcast also nicht wundern, warum sich die Sachen vielleicht ein bisschen widersprechen.
Das liegt ganz allein am Aufnahmedatum. Ich wünsche euch viel Spaß mit Stefan Oppmann und Manuel Egger von der Vienna Brass Connection hier im Blasmusik-Podcast. Ihr euren Kaffee trinkt. Wer möchte beginnen?
Also meistens in der Früh ein Cappuccino. Und wenn Zeit ist am zweiten. Wenn sehr viel Zeit ist am dritten. Und dann meistens, also untertags dann so am Vormittag trinke ich dann Espresso, eine Espresso-Pause am Vormittag und ganz wichtig ein Espresso nach dem Mittagessen. Und meistens auch eine Espresso-Pause am Nachmittag dann mal.
Okay. Also das ist schon ziemlich durchgetaktet bei dir.
Genau, ich handle mich von Kaffee zu Kaffee. Und dazwischen habe ich dann ein paar Termine. Aber eigentlich geht es um den Kaffee dann.
Jeder braucht Struktur in seinem Leben.
Genau.
Manuel.
Ich trinke meinen ersten Kaffee meist um halb acht. Da mache ich mir den ersten Kaffee mit meiner gefühlt, ich glaube, 15. Mühle, die ich mir gekauft habe. Aber ich bin jetzt sehr zufrieden mit dem Equipment, was ich habe und eben trinke auch Cappuccino am Vormittag und am Nachmittag meist ein oder zwei Espresso.
Aber es kommt ein bisschen weniger wieder, Stefan. Also ich würde sagen, drei oder vier Kaffee trinke ich am Tag. Genau. Aber es ist ein sehr wichtiger Bestandteil von meinem Leben.
Es ist aber total spannend, weil bei der Frage die Österreicher immer ausführlicher antworten als die Deutschen. Also bei euch ist diese Kaffeekultur wohl noch mehr verwurzelt als bei uns.
Wobei man sagen muss, in die traditionellen Kaffeehäusern in Wien wird ja oft recht schlechter Kaffee ausgeschenkt.
Das habe ich auch schon festgestellt, ja.
Aber ja, es gibt natürlich die Siebträgerkultur jetzt bei vielen jungen oder auch älteren Musikern oder überhaupt Österreichern. Und da sind wir, glaube ich, ganz gut angekommen, würde ich sagen, ja.
Sehr gut. Ich sehe schon, wir könnten heute eigentlich eine Podcast-Folge nur über Kaffee drinken machen, ist aber nicht das oder war nicht der Plan, sondern wir sprechen heute unter anderem über die neueste CD von euch, beziehungsweise überhaupt über euch, nämlich die Vienna Bros Connection. Möchtet ihr euch ganz kurz nochmal namentlich vorstellen und welche Funktion ihr dabei innehabt, damit die Zuhörer eure Stimmen so ein bisschen zuordnen können?
Ich bin ja. Ja, ich bin der Stefan und ich bin Bosonist bei der Vienna Bros Connection und bin auch für die Organisation das gesamte Management zuständig und was soll ich sagen, das reicht auch dann.
Ja, ich bin der Manuel, ich bin Hornist, Wiener Hornist von der Vienna Brass Connection und schreibe auch immer mehr oder habe seit ungefähr seit zehn Jahren schreibe ich jetzt regelmäßig Arrangements für die Vienna Brass Connection. Und ja, lerne immer mehr dazu, was ist möglich, was ist praktikabel und da fühle ich mich recht gut verwurzelt jetzt schon, genau.
Okay. Wer oder was ist die Vienna Brass Connection? Und seit wann gibt es euch?
2011. Ich sehe, wie der Manuel so Fragen schaut. Nein, das ist 2011? Haben wir es gegründet?
Wir konnten uns gegenseitig ein bisschen abprüfen. Mein Hornkollege, der Manuel Huber, ist der Solohonist von der Wiener Philharmoniker und der hat 2011 Freunde um sich geschaut. Also zum Beispiel die vier Hornisten sind eigentlich, wir spielen auch als Hornquartett, seit 2006 gemeinsam. Und somit war die Hornsection schon mal fix und dann hat er viele Freunde um sich geschaut und hat dann diese zuerst 19-köpfige, jetzt 20-köpfige Band gegründet, 2011, genau.
Das ist ja besetzungstechnisch. Laviert ist ja zwischen einem riesigen Blechbläserensemble und klanglich irgendwie Brassband ähnlich, aber halt doch nicht im englischen Sinne. Wie seid ihr besetzt? Und wie kam es zu der Besetzungsidee?
Die Besetzungsidee war prinzipiell schon von Philip Jones Ensemble, den großen ausgehend, also vier Hörner sechs Trompeten. Wir haben dann gemerkt, vor allem bei den Arrangements, wir brauchen ein bisschen eine Posaune mehr. So sind wir auf fünf Posaunen gekommen, weil wir oft zwei Auphonien spielen lassen und dann eine Posaunen-Section quasi.
Zwei Tuben, genau. Eine F und eine B-Tube. Aber natürlich in der Wiener Spieltradition. Also wir spielen eigentlich fast alles auf Wiener Trompeten, auf Wiener Horn und es sind eigentlich alles Orchestermusiker, die jetzt nicht von der Big Band kommen, aber es gerne spielen möchten.
Das klingt so ein bisschen entschuldigend. Das braucht aber gar nicht. Also man muss ja schon sagen, eure Aufnahmen haben ja auch schon, nicht nur jetzt mit der Live-CD, sondern auch davor, schon so eine gewisse Benchmark gesetzt, finde ich. Also ich habe jetzt seit drei Jahren ein 12er-Blechbläser-Ensemble.
Und eure Aufnahme von How to Drain Your Dragon zum Beispiel ist schon eine Ansage, wo wir auch uns versucht haben, zu zwölf dran zu wagen. Ist dann nochmal eine andere Nummer. Aber es gibt auch sonst nichts in der Richtung, wo man mal irgendwie gucken kann, wie das ja auch klanglich funktionieren kann.
Ist euch das klar, dass ihr da schon auch so ein bisschen ja was gesetzt habt?
Also ich glaube, wir haben nicht so darüber nachgedacht, oder es war jetzt das Ziel, so ein Benchmark zu setzen. Es ist tatsächlich so, dass die WNR Plus Connection ein bisschen so ein Ort ist, wo wir Sachen machen können, die wir sonst vielleicht nicht machen können. Und tatsächlich einfach uns überlegen, was könnte man machen, was wollen wir machen, was wäre neu und was macht uns Spaß.
Und ich glaube, deswegen entsteht es, dass wir etwas dann schaffen, was es eben noch nicht gibt, weil wir uns einfach überlegen, was wir persönlich oder die einzelnen Musiker von uns gerne spielen würden.
Das klingt so basisdemokratisch, aber ihr seid ja 20 Leute, das ist natürlich auch ein bisschen schwierig. Also wer entscheidet da tatsächlich, was gespielt wird?
Es gibt, glaube ich, so ein inneres Gremium und es ist tatsächlich so, dass es ein paar Leute gibt, die einfach dann was mitbringen und sagen, ich habe da was, ich möchte gerne was spielen oder wir reden, was wäre cool, was könnte man machen. Oder es kommt da zu einer Idee, weil irgendwer was gehört hat oder was gespielt hat mit einer Orchester und das wäre super für unser Ensemble und dann geht man zu einem der Arrangeuren, zum Beispiel zu Manuel Ecker, und sagt, bitte Manuel, schreibt das für die Wiener Plus Connection.
Ja, genau, ungefähr so. Also klanglich, weil du jetzt vor Benchmark gesagt hast, haben wir schon versucht, mit jeder CD uns weiterzuentwickeln irgendwie. Von der ersten ausgehend auf die zweite haben wir einfach, es geht dann schon viel auch um den Raum und wir haben immer mit dem gleichen Tontechniker gearbeitet und haben gesagt, wir wollen das, wir wollen das, wir wollen, dass das freier klingt, wir wollen, dass das größer klingt.
Und da waren wir schon extrem happy, eigentlich von der ersten auf die zweite CD. Jetzt bei der dritten CD haben wir gesagt, ja, wir trauen sich da drüber, wir machen das bei einem Live-Konzert und natürlich nochmal einen viel größeren Saal. Das hat dann auch wieder Schwierigkeiten mit sich gebracht, natürlich, aber klanglich wollte man sich immer weiterentwickeln, weil wir natürlich auch sonst im Orchester in Super Seele spielen und irgendwie das Gronsein und das Hörerlebnis wollen wir dann irgendwie in die CD mitnehmen, was wir sonst in die Konzerte haben.
Genau. Und dann bezüglich der Stücke war das der erste Ausgangspunkt war Filmmusik und sehr tolle, bekannte Klassik. Also wir haben eigentlich angefangen mit Bild einer Ausstellung und dann diese Filmmusik-Highlights, die wir auf der ersten CD gehabt haben, dem sind wir uns irgendwie treu geblieben, wobei man jetzt nicht mehr sagt, erster Teil so, zweiter Teil so, sondern wir mischen das ein bisschen und machen ein bisschen modernere Sachen auch dazu oder überhaupt zeitgenössische leichte zeitgenössische Stücke, würde ich mal sagen.
Aber wir wollen dem Publikum ein breites Spektrum von wirklich sehr, sehr ausgewählt guter Musik bieten.
Wie viele Konzerte spielt ihr so im Jahr?
Ich würde sagen, zwischen 5 und 8.
Okay. Wie schwer ist es dann, euch alle zusammenzubringen für dich, Stefan?
Ja, es ist nicht leicht. Also es sind ja sehr viele Orchester, ich müsste wieder mal nachzählen, es waren mal 13 Berufsorchester, die man da unter einem Hut kriegen muss. Also es ist tatsächlich nicht einfach. Aber wir haben über die Jahre gewisse Modi gefunden, die jetzt funktionieren, anfangen.
Zum Beispiel? Also falls jemand da draußen auch große Ensembles organisieren möchte, vielleicht erste Tipps.
Der erste richtige Tipp ist für alle Musiker, die die Organisation etwas erleichtern wollen, ist Antworten.
Das ist mein großes Problem mit in meinem Ensemblem-Game, antwortet mir.
Ja, das ist absolut das Wichtigste. Auch wenn es ein Nein ist oder Ja ist oder vielleicht ist, oder auch wenn es, also auch wenn das jetzt meine Kollegen, der Vienna Plus Connection hören, auch wenn es jetzt, ich weiß noch nicht genau, ich muss noch etwas checken, auch das ist schon eine Antwort, die man dann weiß, sonst fängt man extrem in der Luft.
Und meistens, also umso schneller Antworten kommen, umso leichter ist die Organisation. Muss man so sagen. Und dann schickt man Terminvorschläge aus, meistens drei und dann schaut man, was klappt und was nicht klappt, was besser funktioniert und was nicht besser funktioniert. Genau.
Wie ist der Schnitt? Wie viele müssen zu sagen, dass du sagst, okay, wir treten auf und dann müssen wir halt ein, zwei Aushelfen oder so mitnehmen? Weil du wirst ja 20 ganz schlecht immer zusammenkriegen.
Genau, also meistens ist es so. Ich schaue einmal ein bisschen auf die Orchester eigentlich. Das heißt, wenn ich schon weiß, dass das Radiosymfonieorchester und Sinfoniker und Philharmoniker, wenn die Dienst haben oder wenn die Philharmoniker auf Reise sind, dann weiß ich schon im Vorhinein, dass das kein Super Termin ist.
Also ich schaue zuerst, dass Staatsoper, wie das mit den Leuten ausschaut, dann Volksoper, wie da der Dienstbahn ausschaut, obwohl die Volksopernmusiker ein bisschen leichter freibekommen, oft, weil sie besser tauschen können als Repertoirehaus. Und dann habe ich so meine paar Leute, wenn ich schon weiß, dass die da zwei, drei absagen, dann weiß ich, okay, das Orchester hat keine Zeit und dann ist der Termin schon nicht gut.
Aber ich glaube, drei, vier kommt ein bisschen auf die Stimme und auf die Position davon, aber das ist dann die Schmerzgrenze.
Okay. Wie weit im Voraus versuchst du es zu planen? Oder musst du planen, damit das ist.
Ein bis zwei Jahre.
Okay. Das heißt, euer Terminkalender steht schon bis 28.
Genau. Also bis 28 ist ein, also ich arbeite jetzt an 28. Was oft Schwierigkeiten ist, weil auch da sind die. Also was ich sehr, sehr spüre, und da wird wahrscheinlich jeder Orchestermusiker in Lietzingen kennen, was ich sehr, sehr spüre, ist, dass die Welt schneller wird und kurzfristiger wird. Und diese Orchesterbüros haben ja auch schon die Päne für 28.
Die wissen ziemlich genau, was 28 passieren wird. Aber die geben das noch nicht her. Die planen noch, weil es verschiebt sich einfach. Also diese Verschiebungen werden immer kurzfristiger. Die Sinfoniker haben vor kurzem eine ganze Tournee sehr kurzfristig auf einmal reinbekommen und dann sind die Dienste auf einmal dazugekommen und das hat mich gewundert, weil das hätte es vor fünf Jahren, glaube ich, nicht gegeben.
Aber woran liegt das, dass gerade so etwas Großes wie eine Tournee so kurzfristig rausgegeben wird?
Ich glaube, dass alles viel kurzfristiger wird jetzt. Ich merke das auch bei Veranstaltern. Jeder Veranstalter wartet sehr, sehr lange mit den Verträgen zum Beispiel. Jeder versucht, sich das so lang wie möglich offen zu halten. Das hat, glaube ich, erstens gesellschaftliche Gründe, dass unsere ganze Gesellschaft schnelllebiger wird.
Und zweitens auch Sicherheitsgründe. Man versucht so spät wie möglich Flüge zu buchen, weil es könnte noch so viel passieren, weltpolitisch oder also jeder, ich glaube, es wird einfach schnelllebiger. Unsere ganze Gesellschaft und auch unser Business dadurch.
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Das ist eine schwierige Frage und ich versuche sie ehrlich zu beantworten. Also manchmal muss ich mich sehr motivieren und in Erinnerung rufen, warum ich das mache. Nicht nur das zu organisieren, natürlich auch zu organisieren, aber überhaupt, also unser Beruf oder unser warum wir das eigentlich machen.
Und es ist ja so, man merkt manchmal auch, dass das Publikum stark zurückgeht, dass die Leute weniger ins Konzert gehen, weniger dieses Live-Meigentlich, diesen Live-Moment eigentlich spüren und erleben wollen. Und ich glaube, da müssen wir alle ansetzen, dass wir dem, also auch als Gesellschaft, dass wir dem entgegensetzen, weil man inzwischen entscheidet der Algorithmus, was ich gern hören möchte und auch, was ich tun möchte und wohin ich in den Urlaub fahren möchte und wen ich treffen möchte.
Und das geht alles in eine Richtung, wo ich Angst habe, dass unsere Kunst, Kunst im Generellen, jetzt nicht nur Musik, sondern im Generellen weniger wert wird und weniger wert wird eigentlich. Und ich glaube, da müssen wir gegenarbeiten.
Ich habe jetzt zwei klassische Musiker vor mir sitzen. Ich habe vor kurzem, weil wir jetzt gerade bei dem Thema sind, in meinem Podcast mal die provokante Frage aufgestellt, ob Kunst und Kultur trivialer wird. Und dann kam so ein bisschen die Antwort, dass eher das Gegenteil wäre und Kunst und Kultur vielleicht öfters den niedrigschwelligeren Zugang suchen müsste.
Wie seht ihr das? Weil, wie du sagst, das ist ja Algorithmus bestimmt. Wenn ich mir jetzt, wenn man jetzt mal in der Popmusik angucke, was der Algorithmus mir vorschlagt, finde ich es ganz schlimm, was da so passiert, weil das ja schon relativ banal mittlerweile alles ist. Also ich weiß gar nicht, wie niedrigswellig das noch werden soll.
Ich glaube, es ist ja, ich versuche. Oder mir ist eine Mischung sehr wichtig, sagen wir so. Ich glaube, dass wir schon als Künstler, Musiker oder generell als Künstler schon gewisse Diversität in der Kunst haben sollten. Und ich glaube, es muss schon Spaß machen, es kann schon mal Gaudes sein, aber man hat da ein bisschen so eine Art Bildungsauftrag auch.
Und ich glaube schon, dass es auch lässig ist, das Publikum ein bisschen zu kitzeln, ein bisschen zu fordern, auch zu provozieren. Also ich glaube schon, dass das wäre manchmal leichter, wenn man sagt, man spült einfach nur Sachen, die allen Menschen gefällt. Das wäre jetzt nicht so schwer. Und man sagt auf der Bühne nur Sachen, die allen Menschen, wo niemand ein Problem hat damit.
Das ist eigentlich dieses über einen Kammschern, was ja dieser Algorithmus eigentlich macht. Ich hochte nur noch Sachen an, die mir eh sicher gefallen. Das ist genau mein Beat, das ist genau mein Rhythmus, meine Lautstärke, das passt super zum Kochen und zum Laufen gehen und geht während des Staubsaugens.
Das wäre so die einfache Lösung. Und ich glaube aber, dass wir, die nicht vom Algorithmus getrieben sind, wir richtigen Menschen und Musiker da draußen, dass wir Gerne auch ein bisschen provozieren können in der Kunst und kitzeln können und auch das Publikum herausfordern können. Und ich glaube, das macht die Mischung.
Ja. Ich glaube, dass wir das aber auch machen in unserem Programm. Also wir machen schon viel dann Stücke, wo man sagt, das ist wirklich sehr zugänglich. Und dazwischen haben wir halt vom Leonhard Ball, was wirklich schwere Kost ist, eigentlich, und die Leute tackt es vielleicht dann auch. Also ist aber wirklich schräg und was und oder ich habe jetzt eigentlich absichtlich für das, was geschrieben ist, so einen Zusammenschnitt aus drei Schostakovic-Symphonien, damit sich, wir haben natürlich zum Teil viel Publikum aus der Blasmusik-Szene, was uns ja natürlich freut, weil da kommen wir her.
Aber ich will damit, ab nur jetzt aus einem Satz drei, vier Minuten sind, möchte ich mit dem Arrangement dann die Leute animieren, hört sich einmal eine ganze 9. Schostakowic oder 10. Schostakovitsch an. Ich gebe euch jetzt einen kleinen Vorgeschmack davon und ist natürlich wüt. Oder es ist jetzt nicht nur Happy Peppy Musik.
Aber dadurch, das war jetzt schon lässig. Jetzt gehe ich einmal, ich zeige mir mal die ganze Sinfonie an. Also das so denke ich eigentlich schon. Es hat jetzt gerade, ich glaube in Berkeley hat es ja so die Studenten haben quasi protestiert gegen eine KI-Vorlesung. Also die zahlen ja, ich glaube, weiß ich nicht, 80.000 Dollar im Jahr Studiengebühren und dann haben sie eine KI-Vorlesung, wo sie quasi beigebracht kriegen, wie sie mit der KI jetzt Musik machen können.
Und dann haben sie gesagt, ja, sagt sie ja wahnsinnig. Lass mich doch nicht für 80.000 Euro lernen, wie die KI jetzt für mich die Musik schreibt.
Absurd, ja. Völlig absurd. Ist das aber manchmal so ein bisschen das Problem von klassischer Musik, dass die, also dadurch, dass die zeitliche Komponente natürlich viel größer ist als so ein zwei Minuten Popsong, dass viele das nicht mehr so erschließen möchten?
Ich habe schon ein bisschen darüber nachgedacht, ob eben wir sind wieder beim Thema, wenn alles schnelllebriger wird, ob die Konzerte einfach zu lang werden. Dass dieser Konzertbesuch von über zwei Stunden eventuell schon eine zu große Schwelle ist für gewisse Konzertbesuche. Es gibt auch Veranstalter, die dezidiert schon Fragen ohne Pause und knapp über einer Stunde.
Es kommt vielleicht ein bisschen oder es gibt jetzt schon als Formate. Die großen Konzerthäuser machen das schon so. Also nicht Freitag-Nachmittagskonzerte oder nur eine Stunde oder so Mittagspausen-Konzerte. Das glaube ich alles ganz gut, aber ich glaube, es funktioniert auch mit zwei Stunden Konzerte, es gibt noch immer genug Leute, die sich Wagneropern anhören und dann länger sitzen.
Es gibt, jetzt wo du sagst, vor ein, zwei Jahren gab es eine Umfrage von London, Philemonics, glaube ich. Weiß nicht mehr. Also ein englisches Orchester. Und da kam zum Beispiel auch raus, dass viele auch Jugendliche, Jüngere gesagt haben, die Konzerte sind zu lang, sie würden öfter kommen, wenn die Konzerte nicht so lang wären.
Die Frage, die ich mir dann immer nur wieder stelle, ist, die Aufmerksamkeitsspanne ist ja sowieso schon geringer. Also das ist ja schon nachweisbar, dass durch TikTok und so das alles gefallen ist, ob man das nicht dann noch mehr befeuert. Oder ob man nicht einfach dann bewusst auch mal ein Gegenpol setzt, um mal mehr Ruhe auch zu kriegen.
Natürlich ein bisschen schwierig.
So, es soll aber, ja. Entschuldigung, ich glaube, viele, also wenn man jetzt so gewisse Werke betrachtet, weiß nicht, Sinfonien zum Beispiel, glaube ich schon, dass manchmal, es braucht oft mal eine Länge, um das wirksam zu machen. Also weil der Komponist hat sich ja was gedacht dabei, dass da und der dritte Satz wirkt oft besser, wenn davor der zweite Satz gespielt wird.
Und das ist ja eine Gesamtkomposition. Und ein bisschen, also man überlegt sich ja, wenn wir ein Programm machen mit der Wiener Brass Connection, wir überlegen uns ja, ah, mit welchem Stück fangen wir an, welches ist das Stück vor der Pause, was kommt dazwischen? Also die Reihenfolge, das ist ja, auch das ist ja von uns eigentlich komponiert und so arrangiert, das ist ja kein Zufall, wie wir die Sachen spielen.
Dann gehen wir doch mal direkt in eure letzte CD-Produktion, die live heißt. Ich muss ja gestehen, als ich die eingelegt habe, habe ich dieses live gar nicht bewusst gelesen, sondern habe gehört. Und dann ist mir erst beim Applaus aufgefallen, oh, das ist ja live. Also spricht ja sehr für euch, dass das unfassbar gut gespielt ist und dass das ja im ersten Moment gar nicht auffällt, dass das alles live gespielt ist.
Warum habt ihr mit Star Trek angefangen? Wenn du sagst, ihr setzt es bewusst.
Du machst dir ähnliche Gedanken, glaube ich, wie wir. Weil du triffst uns genau diese Punkte, die wir selber sehr viel diskutieren wollen.
Hart, hart, hart. Ich hätte ein anderes Anfangsstücknummer. Aber warum?
Warum? Ganz kurz, weil auf einer CD kann ich ja die Reihenfolge nochmal ganz anders machen als im Konzert.
Genau, ja. Ich finde, es hat eine coole Wirkung und es fällt halt gleich mal richtig los. Also die Nummer ist halt Wahnsinn ein geht in ein Ding durch und nimmt die halt richtig mit. Aber ich bin immer so ein Typ, der sich denkt, am Anfang entsteht da meine Fanfare oder irgend sowas. Und deswegen hätte man ich dem Melillo eigentlich zuerst als Anfangsstück gedacht.
Aber wir sind eine demokratische Partie, sagt man, und da haben wir dann entschieden, dass Star Trek einfach eine coole Beginnnummer ist. Genau. Oder Stefan, wie denkst du?
Genau, aber das ist tatsächlich lange diskutiert worden, genau, über diese Nummer. Also ob die die Beginnnummer ist. Und das hat dann uns hat es dann, also eben demokratisch den meisten hat es dann gut gefallen, wie dieser Beginn gesetzt ist eigentlich, dass das eine Nummer ist, die erstens ein bisschen catchy ist, die bekannt ist, die jetzt nicht aber sofort Vollgas wegfahrt, also mit den ersten Tönen, sondern die so ein bisschen einschleicht, aber dann in die ersten 20, 30 Sekunden dann wegfahrt.
Und so ist das dann entschieden worden.
Und wir spülen es auch im Programm eigentlich immer als erste Nummer, weil die ein paar Trompeten sind vor uns vorbei ist.
Okay, kann ich verstehen. Genau, Manuel, du hast ja zwei Stücke, die auf der CD sind arrangiert, nämlich den Rosenkavalier und Lass mich gucken, and so it goes, richtig? Ja, Billy Joel, ja. Warum sind die zwei Stücke drauf?
Naja, der Rosenkavalier, ich glaube, ich würde sagen, das ist schon das beste Arrangement, das ich je gemacht habe, deswegen haben wir es dann drauf gehört, auf die CD, also da habe ich mich lange gespielt und wir haben auch lange herumgeprobt, dass das dann so worden ist, wie wir es dann gespielt haben, oder in die Konzerte dann einmal spielen.
Da das war irgendwie, zuerst war man sich nicht sicher, geht sich das aus irgendwie, klanglich. Und jeder hat da so, vor allem aus der Oper, hat man halt so eine ganz gewisse Vorstellung, wie das sein muss. Und es ist heilig und alles darf man das überhaupt spülen. Und es war halt in dem Jahr, wo dann der Richard Strauss seinen Todestag 70 Jahre verjährt war und es ist frei geworden.
Und wir haben gesagt, ja, ich mache da jetzt was. Und ich probiere das aus. Und im Endeffekt sind wir, weil auch der Johannes Kafka, unser Dirigent, der spürt halt immer in der Stadt super und kennt das in- und auswendig. Und der hat uns wirklich lang segiert, muss man sagen, dass wir das so frasieren wie die Sänger und so spüren, wie er sich das wünscht.
Und im Nachhinein sind wir eigentlich sehr, ich bin sehr glücklich, wie das worden ist. Also das sagt man glanglich. Und auch spürt das schon sehr.
Wie lange sitzt du an so einem Arrangement?
Also, ich mache oft die Arrangements im Flieger auf so Langstreckenflügen oder auf Tourneen, wo man ganz viel herumsitzt im Bus oder im Zug oder was auch immer. Das Überlegen ist recht schnell, aber dann die Feinarbeiten und geht sie das alles aus und dann reden mit Kollegen. Und dann haben wir immer einen Trompeterkollege, der sagt immer, kein Problem.
Und ich denke mir, jawohl, dann kann ich alles reinschreiben. Aber je öfter man dann ein Arrangement macht, merkt man auch, wenn es prinzipiell alles funktioniert, schreibt man es dann später mehr so, dass es wirklich immer praktikabel ist. Man muss nicht immer die ganze Range auskosten. Und auch wenn er das kann, er kann das spielen, aber wenn er dann nicht da ist, wer macht das dann?
Dann haben wir immer das Problem, wir können nur spielen, wenn er Zeit hat. Und da hat man viel gelernt mit den ganzen Sachen, die man da geschrieben hat, oder ich geschrieben habe, und jetzt bin ich da ein bisschen praktikabler worden. Und der Rosenkabel ist auch schon praktikabler, muss man sagen.
Okay, was sind so Arrangiertipps? Was würdest du nicht mehr machen? Oder welche Klangkombinationen funktionieren ganz gut?
Eigentlich muss man es, wenn man selber Instrumentalist ist und man sieht die Stelle, muss es immer für jeden machbar sein. Also man sieht das so ein IA als Honist, muss man denken, aber wenn das jetzt so gedacht ist, muss sie das für mich irgendwie ausgehen. Und nicht irgendwo im Nirvana oben einsetzen.
Bringt nicht viel. Verklanglich ist das ganz viel ausprobieren, lernen und dann einmal wieder, ich schreibe es dann oft wieder um nochmal oder tue, wir setzen es um bei der Probe, weil man zuerst denkt, das funktioniert, aber dann fällt irgendwie, es hat dann viel mit Balance zu da natürlich, dann fällt unten was oder irgendein Oktavos und dann ist es Learning by Doing, würde ich sagen.
Also ich kann jetzt da nicht sagen, genauso setzen. Prinzipiell kann man sich aber natürlich jetzt anschauen. Man kann sich jetzt John Williams Partitur anschauen und sagen, wie setzt der? Und da wird man jetzt nicht so schlecht fahren, weil das klingt einfach gut. Oder an Richard Strauser oder ein Gustav Mahler, das sind oft einfach Sachen, wo man ja, die haben das einfach richtig drauf gehabt, orchestrieren.
Was ist das für dich schwerer? Ein Rosenkavalier setzen oder Billy Joel?
Mehr Zeit habe ich für einen Rosenkavalier gebraucht, ist schon, ja. Billy Joel ist, also ein So It Goes ist eine wahnsinnig schöne Nummer, aber da düftelt man herum und das wiederholt sich natürlich auch immer wieder die Phrasen. Da braucht man, weiß ich nicht, einen Nachmittag. Und für so ein Rosenkavalier braucht man halt insgesamt drei Monate.
Also immer wieder weglegen, wieder drüber schauen. Ja, das dauert schon.
Stefan, wie oft probt ihr eigentlich dann für sowas? Oder generell, wie oft probt ihr, wenn Konzerte schon schwer zusammenzubringen sind, sind wahrscheinlich Proben.
Also wir versuchen, wenn so ein neues Programm ansteht oder neue Stücke kommen, dass wir so, da gibt es erst einmal Leseproben, wo wir schon Stimmen aufteilen. Dann eben, weil es jetzt gerade um die Arrangements gegangen ist, es ist ja das Arrangement nicht fertig, wenn bei der ersten Probe quasi, das wird ja dann nur weitergeschrieben oder jetzt kommen die Vorschläge aus den Musikereien.
Und dann, Gott sei Dank sind auch unsere Arrangeure so nett und lassen uns viele Sachen durchgehen, als es werden einfach Sachen getauscht oder dann ein bisschen verändert und ein bisschen so, dass es ein bisschen individueller wird und das entsteht so in dieser Probenphase. Und wenn die Stücke geprobt sind, dann versuchen wir immer eine Probe vor einem Konzert zu machen.
Weil ja auch dadurch, dass jetzt das sehr exklusiv ist und es nicht so viele Konzerte gibt, sind die Strecken dazwischen sehr lange oft und dann gibt es eine Probe vor dem Konzert. Das ist recht realistisch.
Habt ihr für die CD jetzt nochmal eine Probe extra eingeschoben? Ja, schon.
Für die CD, weil es auch eben, wenn es live ist und so, da ist dann schon noch einmal mehr gebraucht worden. Das schon. Ja, genau.
Genau. Wir waren auch am Tag davor schon dort, haben das eingestellt alles, haben Sachen probiert. Natürlich, das kannst du nicht, du kannst nicht hinfahren und das einfach so aufnehmen, das geht natürlich nicht. Und da waren wir irgendwie, das war super, das war ein super schöner Tag, finde ich. Weil da waren wir zuerst im Bruckenhaus eben und dann haben im Bruckenhaus die CD aufgenommen, das Konzert.
Das war knallvoll, irgendwie, das war super für uns, weil das Bruckenhaus hat davor oft einfach auch nicht gut besucht, jetzt ist es wieder besser. Und wir kommen dahin und es gibt einfach keine Karten und sie müssen den Stehplatz noch aufmachen. Das war irgendwie ein super Gefühl. Und dann haben wir die CD im Kosten gehabt und dann waren wir am nächsten Tag oder übernächsten Tag nach Luzern gefahren und alle waren ganz befreit und KKL und Riesenhalle.
Und das war eigentlich eines der geilsten Konzerte für mich, die wir gespielt haben. Weil dann war auf einmal der Druck weg, wir müssen das jetzt gut einbringen in die CD und die Halle gibt ordentlich was her und es hat richtig Spaß gemacht.
Was ist deine Lieblingsnummer auf der CD, Stefan?
Gute Frage. Also ich würde, was ich echt bezaubernd finde, weil sowas hört man hört man auf nicht oft, ist dieser Rosenkavalier. Das ist einer meiner absoluten Lieblingsnummern. And So It Goes finde ich super. Das weiß ich nicht. Wie hast du das empfunden, And Soid Goes, beim Hören der CD?
Ich fand's cool. Also, als ich es gelesen habe, war ich erstmal so überrascht, wie das so mit 20 Blättern funktioniert. Weil ja so Popnummern, also mir geht es manchmal so beim Arrangieren, dass ich dann in so Popnummern gibt es ja nicht viel zu tun, teilweise. Du willst ja trotzdem jeden beschäftigen, irgendwie.
Ich fand's super. Also ich fand auch den Platz ganz gut auf der CD. Vorher den Williams und danach dann der Leonhard Powell mit der Gruß aus der Hölle. Fand ich super zum Runterkommen nochmal.
Was mich so beim Gegenhören sehr überrascht hat, ist, die Nummer war für mich jetzt nicht. Also ich habe es gern gespült und so eine nette Nummer, aber eine der Lieblingsnummern für mich ist jetzt Book of Love auf der CD. Und das ist sie erst geworden beim Hören. Also beim Nachhören. Ich habe mir nicht gedacht, dass das eine meiner Lieblingsnummern wird, aber beim Hören finde ich die einfach unglaublich zu lässig.
Wie seid ihr auf die Nummer gekommen? Vor allen Dingen so in dem Arrangement vom Albert?
Wenn man unser Konzert besucht, dann hört man die Geschichte. Gut, ihr spielt halt nicht um die Ecke. Die Geschichte von dem Arrangement ist, dass einer aus unserer Runde geheiratet hat und der hat sich das bei der Hochzeit eigentlich gewünscht. Und in Wirklichkeit hat das einer aus unseren Reihen arrangiert.
Auch ein Tourist, lustigerweise. Und dieses Video ist viral gegangen. Also dieses nur ein ganz schlechtes Handyvideo irgendwo von hinten von der Kirche gefilmt. Und ich glaube, man findet es im Internet noch irgendwo.
Das suche ich und verlinke ich.
Und dieses Video ist viral gegangen. Und dann hat es eben den Wunsch gegeben, dass wir das auch live spielen. Und dann war es aber schon so, dass diskutiert worden ist, aber wenn wir es spielen, dann kann man jetzt, dann muss das Arrangement irgendwie etwas Besonderes sein und eben anders sein, weil Book of Love gibt es sehr, sehr viele Versionen.
Und dann ist die Idee geboren, den Albert Wider, der auch schon öfter mit uns gespielt hat, zu fragen, ob er das für uns. Schreibt und eben anders schreibt. Also natürlich auch nicht so schreibt, wie man es vom Blechhaufen kennt, das ist ja wieder die Gefahr oder von anderen Ensembles, und ich glaube, es ist ihm gut gelungen, eine Vienna Blas Connection Version zu machen.
Auf alle Fälle. Ein Supporter dieser Folge ist Buffet Grampant Europas größtem Hersteller von Blasinstrumenten mit Sitz in Markneukirchen und Gerritz Ried. Buffet Grampant stellt alle Arten von Blasinstrumenten her, vom Schülerinstrument bis zum Profi-Instrument. Wenn ihr mal wieder auf der Suche nach einem neuen Instrument seid, weil euer Instrument entweder alt ist oder ihr vielleicht einfach mal auch was Neues ausprobieren möchtet, dann lege ich euch wirklich ans Herz mal bei den verschiedensten Marken von Buffy Grampon zu stöbern.
Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. Warum macht ihr die CD noch physisch? Also ich bin ja immer noch Fan oder werde immer mehr fan von physischen CDs, von Schallplatten. Warum habt ihr das gemacht? Weil es lohnt sich ja eigentlich gar nicht mehr so sehr. Oder habt ihr noch so riesen CD-Verkäufe?
Das ist eben dieses nächste Thema, was allgegenwärtig ist. Also natürlich, es zahlt sich in Wirklichkeit niemand aus. Man verkauft es relativ gut gesetzt, zeittechnisch, weil es ist vielleicht noch so ein bisschen so ein Weihnachtsgeschenk. Und es war dann, wir haben uns bemüht, es vor Weihnachten rauszukriegen.
Und es ist jetzt noch nicht auf Spotify und nicht auf den Streaming-Plattformen. Auch bewusst, weil, also wenn wir eine CD verkaufen auf unserer Website, kann man die zum Beispiel bestellen, www. also wie einer Plusconnection Buch.de. Auch der Link ist Ihnen schon, oder? Ja, gut, sehr gut. Man muss bewusst sein, dass wir sehr, sehr viele Klicks brauchen, um das zu verdienen, was wir mit einer CD bekommen würden.
Und auch an alle Menschen da draußen, wenn man ein Ensemble unterstützen will, dann ist ein CD-Kauf eine gute Möglichkeit. Aber wir kriegen auch wie tatsächlich auch einige böse Nachrichten, warum das jetzt nicht auf Streaming-Plattformen ist.
Ehrlich? Warum? Also was heißt böse?
Böse mit ich kaufe mir die CDs sicher nicht, weil es kommt ja eh früher oder später auf Streaming-Plattformen, weil wir den Druck gar nicht standhalten können und warum wir das nicht machen und warum wir nicht mit der Zeit gehen. Und es ist schon manchmal sehr Richtung frech.
Ja, ich glaube, die Leute denken sich, ja, ich kaufe eh jedes Monat mein Abo und ich zahle eh für euch so quasi, dafür würde ich die Sache kriegen. Aber es ist natürlich von diesen 12 Euro oder 10 Euro, was man da zahlt im Monat, kommt natürlich quasi nichts bei den Musikern an oder bei dem Ensemble an.
Deswegen, und man muss auch nur dazu sagen, viele ältere Musikbegeisterte, wo ich eine CD haben fürs Auto. Also das ist schon auch so. Also die hochen nun CDs, also kann man sich gar nicht vorstellen.
Aber unsere Auflagen sind sehr viel kleiner geworden. Also im Gegensatz zur ersten CD ist das eine viel kleinere Auflage.
Weil die Überlegung ist ja nach wie vor, man muss das ja auch finanzieren. Also man muss ja auch erstmal das Geld aufbringen, eine CD aufzunehmen, dann sich zu entscheiden, lasse ich die pressen. Wenn ich eigentlich weiß, eigentlich verkaufe ich ja nichts. Das ist ja, also weil es auf den Streaming-Diensten ist, ist es ja mehr oder weniger Promo-Material.
Also verdienen tut man tut man nichts.
Wobei man sagen muss, prinzipiell ist, was wir da machen, Liebhaberei. Und man ist dann schon als Gruppe einfach stolz auf das, dann hat man es wieder quasi in der Hand, das haben wir geschafft, das haben wir gemacht und das haben wir da einmal gespielt. Und ja, wie so ein Klassenjahrbuch.
Und das ist ein bisschen eben, auch das ist, es ist manchmal schön zu sehen, wie sich die Musik verbreitet. Ich möchte jetzt ja nicht nur gegen Streamingdienste wettern. Es funktioniert ja alles super. Ich finde einfach nur, dass, also wenn man weiß, was diese Musikmaschinerie, wie viel Geld dahinter ist und wie viel Geld dann bei, ich sage jetzt unter Anführungszeichen, normalen Musikern, also wenn man nicht der Taylor Swift ist, wie viel bei den normalen Musikern ankommt, das stimmt irgendwie noch nicht wirklich.
Also man müsste einfach ein bisschen mehr Geld dafür bekommen. Aber ansonsten finde ich das super. Wir haben früher mit einem Label zusammengearbeitet, die für uns weltweite CDs verkauft haben und irgendwie auch in die CD-Geschäfte gebracht haben. Und dann ist schon super, wenn man auf einmal so auf einer Abrechnung sieht, dass zwei CDs in New York verkauft worden sind.
Das ist cool. Da ist echt jemand in einem CD-Geschäft gestanden und hat sich gedacht, ah cool, das kaufen wir jetzt. Oder London hat mich auch so gefreut zum Beispiel. Und das freut mich aber auch bei die Streaming-Dienste. Also es freut mich schon unglaublich, wenn ich sehe, wie verbreitet unsere Musik ist und wo die überall von wem gehört wird.
Und da muss man jetzt auch so ehrlich sein, ohne Streaming-Dienste würden diese Leute die Vienna Plus Connection nicht hören. Die würden nie so weit kommen. Also es ist immer so, es gibt auch positive Aspekte davon.
Ist das eigentlich, wenn du das jetzt so sagst, war das dann die Absicht, einen internationalen Namen für euer Ensemble zu wählen? Man hätte es ja auch deutlich deutscher machen können. Oder habt ihr euch darüber nie Gedanken gemacht?
Ja, das war schon prinzipiell, so wollte man für alle greifbar sein irgendwie, weil sonst, wenn du jetzt keinen englischen Namen hast, ist oft schwierig, finde ich. Oder du musst zumindest einen zweiten englischen Namen haben, wenn du es irgendwo anders spürst. Ist greifbarer, finde ich. Und es hat es irgendwie dann so ergeben.
Also es war einfach die Verbundenheit, in dem das alle in Wien studiert haben, oder quasi alle in Wien studiert haben, wollte man das natürlich in den Namen drinnen haben, wo die Tradition herkommt quasi. Und dass wir Kind hätten jetzt auch so eine Kurschenrunde. Ist Connections, finde ich jetzt, besser.
Ist eigentlich auf der CD, das ist ja nicht das komplette Konzert, oder?
Nein. Also viel mehr.
Welche Stücke haben es nicht drauf geschafft?
Na, teilweise haben wir Stücke gespielt, die bereits aufgenommen sind, die auf der zweiten CD war. Zum Beispiel die Mission Impossible und mit Turandot gemixt vom Leonard Paul haben wir im Konzert gespielt, das ist aber auf der zweiten CD drauf.
Dann haben wir noch so ein bisschen einen Bruckner-Schwerpunkt gehabt. Da war siebter Bruckner, zweiter Satz, 8. Bruckner-Finale, dann so eine Motette, Ave Maria. Und die haben wir, ja, irgendwie wollten wir nicht zu in das klassische eingehen für die CD.
Und wir haben es aufgenommen. Da haben wir zum Beispiel eine Special CD gemacht, die es nicht als physische CD gibt. Die Buckner CD, also Buckner Aufnahme muss man sagen, die ist nur auf Spotify. Und da sind diese Buckner schon drauf. Genau, da haben wir das aufgenommen.
Was bringt die Zukunft? Was habt ihr so vor?
Da machen wir nach Taiwan, oder?
Genau, Taiwan-Reise steht an nächstes Jahr. Dieses Jahr. Dieses Jahr, nächste Saison. Ich denke so in Saison. Für mich ist das Jahr jetzt im Sommer aus. Von Gewerbst wieder machen. Genau, diese, also nächste Saison im Herbst, Taiwan. Jetzt ein schönes Konzert auf Dessemie frei. Fahr jetzt in Brünnen am Wochenende und in Wels.
Und ja, wir arbeiten weiter an Konzerten. Und ich glaube, das, um ja wieder einen Bogen zu erwischen, also und deswegen habe ich auch das sehr befürwortet mit der Live-CD. Also erstens finde ich, dass die Vienna Plus Connection ein Live-Ensemble ist. Also wenn die Aufnahmen jemandem gut gefallen, dann rate ich sehr dazu, live ins Konzert zu kommen, weil das kann man überhaupt nicht vergleichen, trotzdem.
Das ist noch einmal viel lässiger, wenn man das live hört und spürt. Manchmal auch riecht, aber vor allem spürt und hört.
Das Risiko bauscht sie auf.
Genau. Und das ist manchmal, gerade gerade der Manuel, wir haben oft so Blicke in Proben vor allem. Und ich bin oft einmal ein bisschen, er merkt, wie ich so ein bisschen genervt bin. Und er schaut bei uns an und fragt mir, alles okay, so in der Pause, weil ich manchmal denke, das gibt es nicht, das ist einfach nicht gut nur.
Das ist, das ist nicht gut.
Man muss so was sagen, wir proben oft von 11 bis 2 in der Früh. Also jeder kommt schon vom Dienst und huckt sich halt ein in die Probe und wir machen das nicht, dass man dann wieder alles auf Schiene ist. Und dann wird halt bei der Probe alle sind ein bisschen, nicht alle, aber ein paar sind halt schon ein bisschen genervt, weil die halt vielleicht vorher noch keinen Dienst gehabt haben und dann geht es halt nicht so richtig rund und im Konzert reißt halt jeder wieder voll zusammen und ist auch jetzt vom Ansatz natürlich fit und frisch.
Und dann macht es halt einfach immer Spaß und deswegen dauern wir es auch schon so lang, weil die Konzerte einfach wirklich cool sind.
Es ist ein Erlebnis für uns und fürs Publikum. Man kann es wirklich nicht vergleichen. Und jeder nimmt Risiken und es entstehen live Momente, die wir auch nicht proben können, die wir in keiner Probe erwischen. Und dann ist ein bisschen so eben die Idee gekommen, dass man versucht, das ist ja aber nur versucht, diese Momente zu verewigen auf einer Aufnahme.
Und deswegen ist es zu dieser Live-CD gekommen. Und ich glaube, dahin möchte ich weiterarbeiten, diese Live-Momente möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.
An welchen Arrangements arbeitest du gerade, Manuel?
Jetzt. Eigentlich an einem Warnquartett-Arrangement von einem Weber-Streichquartett.
unknown Echt?
Was für ein Weber-Streichquartett? Webern.
Ja, was? Ja, ey, das, was ihr mal aufgenommen habt. Ja, das ist so geil. Es ist so super. Schleichwerbung zum One-Traction hat ein super Weber-Streichquartett aufgenommen, arrangiert zu einem Schwaben. Langsamer Ersatz.
Also das heißt eigentlich nur ein langsamer Ersatz. Und ich liebe ja Streichquartett-Musik. Also erstens, weil diese Quartette, die sind ja so auscheckt, das ist ja abartig. Also natürlich spüren die nur das und die Musik ist extrem gut geschrieben für sie und sie haben wahnsinnig viel Material, aber man muss ja auch mal das, sage ich mal, als Bläser, einmal anmachen.
Das ist so perfekt und so gut gespielt. Und dann gibt es halt dieses Webern, wo man sich zuerst im ersten Moment denkt, Webern, denkt man so an diese Orchesterstücke, wo es halt nur so filigran irgendwas ist. Und dann gibt es halt aber auch diese Sachen, die hochromantische, riesenlange Melodiebögen sind und das macht richtig Spaß und das versuche ich gerade für unser Hornquartett zu machen, aber ja, wir spielen halt trotzdem leider nicht Geige, sondern Horn, jetzt muss ich schauen, bis sie das ausgibt.
Oder Gott sei Dank, man weiß es nicht. Welches, hast du schon eine Idee, was du als nächstes für die Brass Connection schreiben möchtest?
Nein, noch gar nicht. Meistens kommt es ganz schnell daher, irgendwie, ich höre irgendwas im Radio oder ich hohe auch Musik und denke mir, boah, das würde es jetzt wieder anbieten und dann überprüfe ich das mit der Partitur, wie geht es das Ressering aus, wie kann man es kürzen oder wie und was. Und dann fange ich an zum Schreiben.
Genau. Aber ich habe gerade eins fertig gemacht, deswegen war ich gerade ein bisschen.
Welches?
Ja, denn das ist ein Schostakowitsch, den wir jetzt erst gerade, eigentlich zweimal haben wir ihn erst gespielt und das war eine lange Nummer, irgendwie so zwölf Minuten dauert oder so. Das ist viel Arbeit.
Ich wünsche mir gerade eine Funk-Nummer. Das macht aber nicht der Manuel, sondern unser Kollege, der Raphael Stieger. Ich wünsche mir eine funkige Nummer. Er ist gerade in Arbeit.
Also als Originalnummer für euch oder als Arrangement von was bestehendem?
Es wird so ein bisschen Mischung. Okay. Mehr kann man noch nicht verraten. Aber es wird sehr mischen.
Wenn du den Terminplan ja schon im Kopf hast, seid ihr nächstes Jahr irgendwann mal in Deutschland?
Boah, da weiß ich nicht, ob ich über gewisse Sachen schon sprechen darf. Es ist was geplant. Aber ich bin noch in Verhandlungen und kann dann nicht vorgreifen.
Das ist natürlich sehr schade.
Aber wir sind bemüht an alle Veranstalter. Und auf unserer Webseite www.venna-bass-connection.at gibt es einen Button, der heißt Kontakt. Da kommt man direkt zu meiner E-Mail-Adresse. Auch telefonisch sehr niederschwellig die Möglichkeit zu kontaktieren.
Und dann bist du auch noch total sympathisch. Also es ist ja noch nicht mehr so, dass du total schwer zu kommunizieren wären mit dir. Ihr beiden, vielen lieben Dank, dass ihr uns so ein bisschen den Einblick gegeben habt, wer ihr seid als Vienna Brass Connection so ein bisschen auch über die CD geplaudert habt.
Oder gibt es irgendwas, was wir vergessen haben, über die CD noch zu sagen? Dann dürft ihr jetzt.
Kauft euch die CD, hört sie von mir aus irgendwann auf Spotify und kommt ins Konzert. Und nicht nur in unser Konzert, geht in alle Konzerte.
Ja. Das ist ein guter Ansatz. Es ist so, ich gehe dann auch immer wieder selber in Konzerte und es ist einfach meditativ, schöner Moment, wenn man da drinnen sitzt. Das wird irgendwie ein bisschen vergessen oft und man kauft sie quasi schöne Zeit und macht es das.
Das ist ein schönes Schlusswort. Vielen lieben Dank, ihr beiden.
Danke für die Einladung. Ja, danke für die Einladung.
Sehr gerne. Vielen lieben Dank, dass ihr bis hierhin gehört habt. Das war die Folge mit der Vienna Brass Connection. Mit der Folge verabschiede ich mich in die Sommerpause und im September geht es weiter. Ich kann euch jetzt schon versprechen, es wird richtig tolle Gäste geben, unter anderem Kayla Solomon, kanadische Trompeterin, Daniel Home, Euphonist aus Deutschland, der in England studiert hat.
Und wir gucken mit ihm mal in die Brassband-Szene, vor allen Dingen in das Mutterland der Brassband und wie das da funktioniert. Und als Abschluss der sechsten Staffel, die 150. Folge, kann ich euch jetzt schon verraten. Manche haben es gesehen auf meinem Instagram-Kanal. Thomas Gantz hat hier eingecheckt.
Ich kann euch auch jetzt schon verraten. Wir haben zweieinhalb Stunden gesprochen, da ist einiges zusammengekommen. Ich fand es ein schönes Interview. Und vielleicht guckt der eine oder andere ja auf Patreon vorbei, was es da im Sommer alles so gibt. Und wenn ihr die Arbeit hier unterstützen wollt, dann freue ich mich erst recht, wenn ihr zu Patreon kommt und das Ganze ein wenig unterstützt.
Ich bedanke mich bei meinen Supportern Buffet Grampant und bei der Woodstock Academy und bei Dirk Mattes für die Musik. Ich freue mich, wenn ihr nach dem Sommer wieder dabei seid. Macht's gut, euer Andi.