On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6· Folge 143

Jutta Keeß (Tuba, Jazzrausch Big Band, Woodmasterin) - Schreibst du wirklich Geschichte?

Donnerstag, 4. Juni 2026 · 1 h 29

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Shownotes

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Jutta Keeß hat Tuba an der Hochschule für Theater und Musik in München studiert. Sie ist unter ihrem Bühnennamen “Goldie Horn” mit der Hiphop-Mundart-Band “Dicht&Ergreifend” unterwegs. Daneben ist sie auch als Aushilfe bei den Münchner Symphoniker tätig. Den meisten wird sie mit Sicherheit als Fundament der Jazzrausch BigBand bekannt sein und in diesem Jahr als erste Woodmasterin auf den Bühnen am Woodstock der Blasmusik stehen.
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Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes

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Also, so wie ich das später oftmals zu hören bekommen habe und mich dann auch wirklich genervt hat, kann ich mich da wirklich zu der Zeit nicht erinnern.

Okay, das heißt, wir sprechen heute nicht über die Rolle der Frau in der Blasen.

Garantiert nicht, nein. Das ist wirklich für mich auserzählt, das Thema Instrumente haben kein Geschlecht.

Fertig. Okay.

Dann ist auf jeden Fall, ich habe mir so catch-the-flight-Sachen angewöhnt. Also, was ich mit der Tuba, mit dem Üben gesagt habe. Da ist tatsächlich Sport noch vor Tuba Üben. Ich fand das Schulmusikstudium total gigantisch, weil man da ja so viel aus den anderen Fächern mitnimmt. Also ich habe wahnsinnig viel von Gesang mitgenommen.

Okay, zum Beispiel.

Also ganz viel zum Thema Atmung, ganz viel, was ich auch meinen Schülern immer gesagt habe. Also, genau, wo man hinatmet, was das Zwerchfell macht. Ja, genau. Also Atmung war ganz viel bei Gesang.

Wie formuliere ich das jetzt, ohne dass das blöd rüberkommt, dass Kultur manchmal ein bisschen einfältiger wird? Wir sind onair in 3, 2, 1. Herzlich willkommen bei On Air, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Sandy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik.

Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von OnEard, dem Blasmusik-Podcast. Eine kleine Sache zu Beginn, wenn ihr diesen Podcast unterstützt wollt, dann abonniert ihn am besten jetzt gleich. Oder wenn euch die Folge gefallen hat und ihr sagt, das sollten noch mehr hören, dann schickt sie weiter an alle Musiker und Musikerinnen da draußen, die hier reinhören sollten.

Damit helft ihr mir am meisten und macht den Podcast noch etwas größer. Mein heutiger Gast ist Jutta Kies. Jutta Kies ist Tubistin und sie stand schon lange auf meiner Liste und ihr wisst das vielleicht, wie das mit solchen Listen ist. Man schiebt, man tut, jetzt wird es passen, dann kommt doch wieder irgendwas dazwischen.

Und so hat sich das jetzt ein bisschen hingezogen, dass ich Jutta tatsächlich erst in diesem Jahr angefragt habe. Und sie hat natürlich gleich Ja gesagt. Ein ausschlaggebender Punkt, dass ich mir gedacht habe, jetzt muss ich endlich, war natürlich die Nominierung zur Woodmasterin und somit zur ersten Frau am Woodstock der Blasmusik als Woodmaster.

Und wir sprechen über ihre verschiedenste Tätigkeit als Tubistin von der Jazzrausch Big Band bis zu dicht und ergreifend, aber natürlich auch über ihre Tätigkeit am Woodstock. Was wir nicht machen, wir haben ganz kurz darüber gesprochen und warum wir das nicht machen, wird sie euch auch noch erklären.

Wir werden nicht über die Rolle der Frau sprechen. Und das ist auch gut so. Ihr werdet gleich hören, warum das gut so ist und warum ich es trotzdem angesprochen habe. Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß hier im Blasmusik-Podcast mit Jutta Kies. Meine heutige Gästin hat Tuba an der Hochschule für Theater und Musik in München studiert.

Sie ist unter ihrem Bühnennamen Goldiehorn mit der Hip-Hop-Mundart-Band Dicht und Ergreifend unterwegs. Daneben ist sie auch als Aushilfe bei den Münchner Symphonikern tätig. Den meisten wird sie mit Sicherheit als Fundament der Jazzrausch Big Band bekannt sein und in diesem Jahr als erste Woodmasterin auf den Bühnen am Woodstock der Blasmusik stehen.

Ich freue mich, dass sie heute hier ist und sage herzlich willkommen, Jutta Kies. Hallo! Ich würde gerne mit meiner Standardfrage anfangen. Ja. Und zwar, was ist das letzte Musikstück, das du dir bewusst angehört hast, bevor wir hier jetzt reden?

Das war tatsächlich gestern ein Stück von Kamrad, deutscher Pop-Pop-Projekt, genau, Friends, weil ich das, meinem Partner in einem Duo haben wir da ein kleines Arrangement dazu gemacht. Und da haben wir es sehr bewusst angehört zusammen.

Okay. Ich kenne nicht viel von ihm, muss ich dazu sagen. Ich weiß nur, dass es den gibt.

Ja, der hat jetzt eben mit Moop Marmer so ein Speaker-Konzert gemacht und da habe ich mitgespielt. Und das sind einfach lauter Ohrwürmer, die er da hat.

Gut für ihn.

Absolut, ja.

Ich habe mir aufgeschrieben, ich würde dich gerne fragen, und das meine ich nicht so floskelhaft, was man sonst so unter dem Tag macht, sondern ganz aufrichtig und ganz ehrlich. Wie geht's dir gerade?

Wow. Ja, es ist krass. Also, weil natürlich geht es mir fantastisch und ich bin mega happy mit dem, was ich alles machen darf. Aber ich bin schon so mit allem auch, aber ich glaube, da geht es ganz vielen Menschen so. Es ist schon immer so alles auf Kante genäht. Und ich wünschte mir manchmal, dass ich so das Leben ein bisschen besser zu fassen kriege.

Es geht alles so wahnsinnig schnell und das ist so wahnsinnig intensiv. Und ich liebe das auch so. Aber genau, manchmal wünschte ich mir, dass man so ein bisschen innehalten kann. Aber auf der anderen Seite ist das ja auch immer ein Geschenk, dass es so ballert alles. Genau. Aber mit, also gerade in Bezug auf die Kinder.

Du hast zwei, oder?

Genau, ja. Ist das irgendwie so ein Gefühl, dass ich, dass mich manchmal dann, ja, irgendwie, wo ich merke, oh, das ist irgendwie jetzt, das ist schade.

Ich kann das verstehen. Wenn ich es jetzt richtig im Kopf habe und Wikipedia da recht hat, bist du 87er Jahrgang.

Ja.

Gut, dann sind wir fast ehrlich alt, ich bin 86 und ich kenne dieses Gefühl und das kommt komischerweise im letzten halben Jahr immer mehr, dass ich so das Gefühl habe, mehr innezuhalten und sich wirklich bewusst zu überlegen, okay, will ich das Projekt gerade wirklich machen oder nicht, weil ich wirklich auch so das Gefühl habe, okay, duck, duck, duck, duck, duck und ich kriege nichts mit, stimmt nicht, aber nicht so bewusst, wie ich es, glaube ich, gern möchte oder so.

Vielleicht ist das aber auch so ein Wunschdenken, dem man so nachrechelt.

Kann auch sein, ja.

Wie geht's dir als Woodmasterin jetzt?

Ja, da geht es mir sehr gut. Allerdings ist es auch jetzt schon sehr arbeitsintensiv und ja, fordert mich auch. Und das ist natürlich total cool, aber muss auch irgendwo zeitlich reinpassen. Genau, aber ansonsten freue ich mich natürlich krass und habe Riesenrespekt vor dem Wochenende an sich dann, weil ich eben mit so vielen Projekten dort auftrete, aber ja auch wirklich da sein möchte und nicht nur dann von Projekt zu Projekt und dazwischen ins Hotelzimmer legen.

Ich werde auch meine Familie dabei haben. Das heißt, auch dafür will ich Zeit und Energie haben, ja, und das wirklich aufsaugen können, was es da, ja, was es da an Eindrücken gibt.

Ich habe in einem anderen Interview gesehen, du warst noch nie da.

Das ist die Wahrheit. Und es gibt auch einen total banalen Grund. Ich bin jetzt ja eben schon wirklich eine ganz schön lange Zeit freiberufliche Musikerin und wahrscheinlich bis auf ganz wenige Ausnahmen, die ich wahrscheinlich unter einer Hand abzählen kann, habe ich an einem Wochenende im Juli mal nicht gespielt.

Oder war privat auf einem Festival. Aber zum Woodstock-Wochenende habe ich einfach immer gespielt selber, weil, ja genau, Wochenende im Juli. Und in dem Jahr, als die Jazz aus Spigband dort aufgetreten ist und auch genau in dem Jahr, als die Jazz aus Spigband aufgetreten ist, habe ich zeitgleich mit den Dichties auf dem Festival gespielt.

Und als die Dichties dort gespielt haben, da war ich noch gar nicht bei der Band. Da war ich bestimmt mit irgendeiner anderen Band unterwegs.

Okay, eigentlich hätten wir das Gespräch. Oder vielleicht machen wir noch eins, wenn das Wochenende rum ist und dann sprechen wir drüber, was das mit irgendjemandem. Ich will später nochmal zu der Woodmasterin zurück, weil ich habe da noch ganz viele Fragen dazu. Ich würde gern, und das mache ich immer so, so ein bisschen biografisch vorgehen und einfach mal wissen, wie Musik in dein Leben kam.

Durch meine Mama und durch meine Familie, also da wurde immer schon wahnsinnig viel gesungen. Es wurde sonntags immer in die Kirche gegangen, wo ja auch einfach Musik ein zentraler Punkt ist. Und es war dann auch, ja, wir sind dann alle, waren irgendwie im Kinderchor an der Sing- und Musikschule und das war irgendwie schon immer klar, dass wenn jemand ein Instrument lernen möchte, das auf jeden Fall unterstützt wird.

Und so bin ich da auch. Über meine Mama, die hat Klavier gespielt. Zusammen mit ihren beiden Schwestern hatten die ein Klavier. Und nachdem sie das am längsten gespielt hat, stand das dann bei uns im Wohnzimmer und das war das erste Instrument, was mich wirklich krass interessiert hat.

Wie alt warst du da?

Da war ich. Ich habe erst einen musikalischen Werdegang verschickt. Da war ich, glaube ich, in der zweiten Klasse, also sieben wahrscheinlich.

Okay. Und wie kommt man von Klavier zur Tuba?

Ja, das ist, das kann ich in der Rückschau richtig gut erklären. Und zwar, meine Geschwister haben dann, also meine Schwester hat Saxophon gelernt, mein Bruder Schlagzeug. Und die sind dann irgendwann in die Jugendkapelle in Nemmingen gekommen. Und einfach der Spaß, den die dort hatten, das hat mir schon ziemlich überzeugt.

Und genau, mir war Klavier irgendwann ein zu einsames Instrument, sage ich immer. Ich habe dann zwar ganz viel Querflöten-Schülerinnen begleitet und überhaupt irgendwie viel in der Klavierbegleitung gemacht, in der Korepetition und wollte dann aber einfach in der Blaskapelle mitspielen und hätte das gerne mit der Posaune gemacht.

Aber da ist dann wirklich, da greift dann der Fall, es muss halt auch jemand Tuba spielen. Und der Dirigent damals hat mich ganz schwäbisch, also in meiner Erinnerung schwäbisch überzeugt, indem er gesagt hat, ja, Posaune musste dir halt eine kaufen, aber Tuba können wir dir einfach so jetzt gleich mitgeben, kannst du dir ausleihen.

Ist schon da. Und es war dann tatsächlich wurscht eigentlich. Also wahrscheinlich hätte er mir ein anderes Instrument noch in die Hand gedrückt, hätte ich auch gesagt, egal, ich will da halt mitmachen. Ich will einfach mit anderen musizieren, ich will diese Art von Musik machen, welche natürlich bei den Konzerten immer war von meinen Geschwistern.

Genau, also es war dann wirklich dieses gemeinschaftliche Musizieren war das, was mich angesprochen hat.

Meinst du, dein Leben wäre genauso verlaufen auf der Posaune?

Null, glaube ich nicht. Nee, die Tuba war da schon wirklich super wichtig.

Aber das ist ja ungewöhnlich, wenn ich jetzt an meinen. Wie alt warst du da?

Mit der Tuba war ich dann 14, glaube ich.

Okay, wenn ich erlebe.

13, sowas.

Ja, also ich 13, 14 war, ein Märchen an der Tuba gab es nicht. Also das, wie war das bei dir damals?

Also gab es natürlich auch nicht, war aber auch total wurscht. Also es war tatsächlich, also ich habe das wirklich nie so empfunden oder dass das, dass alle gesagt hätten, ah krass, jetzt ist da, sondern das war irgendwie, das war extrem natürlich und extrem, naja, also überhaupt die Jugendarbeit war da super gefördert.

Und da haben halt, genau, man hat halt mitgemacht, wenn man Bock drauf hatte. Und das Niveau war relativ hoch und das Geschlecht hat da wirklich keine Rolle gespielt.

Das ist cool.

Ja, das ist wirklich cool.

Ich unterrichte hier in Mainz an der Schule und wir haben auch, also ich bin jetzt seit zehn Jahren da und wir haben regelmäßig Tubistinnen. Also muss man echt sagen, das spielt tatsächlich auch keine Rolle. Aber wann ist dir, oder wann ist dir das mal begegnet, dass jemand sagt, ach, du bist eine Frau und spielst Tuba?

Ehrlicherweise erst später. Oder ich kann mich nicht so gut dran erinnern. Aber das kam irgendwie erst später. Also vor allen Dingen, weil trotzdem nach wie vor ja das Klavier so mein Hauptinstrument war und mein wichtiges Instrument, das hat sich eigentlich erst zur LK-Wahl, dann hat sich das geändert.

Weil ich Musik LK eigentlich mit dem Klavier machen wollte, oder was war, weil es mir auch total schlüssig war. Und dann war aber der Klavierlehrer so, oh, da musst du aber richtig viel üben. Und der Tupper-Lehrer war so, hä klar, mach doch. Und da hat sich das irgendwie so gedreht und war aber immer noch irgendwie, also das hat mir nie jemand gesagt in der Zeit, oder ich habe es immer verdrängt.

Aber also so wie ich das später oftmals zu hören bekommen hat und mich dann auch wirklich genervt hat, kann ich mich da wirklich zu der Zeit nicht erinnern.

Okay, das heißt, wir sprechen heute nicht über die Rolle der Frau in der Blasmusik.

Garantiert nicht, nein. Das ist wirklich, das ist für mich auserzähltes Thema, Instrumente haben kein Geschlecht. Fertig.

Okay, dann mache ich jetzt trotzdem schon den Schlängere, wenn wir bei dem Thema sind zur Woodmasterin, weil ich jetzt gelesen hatte, ich weiß nicht, wer das so betitelt hat oder was auf deiner Instagram-Seite, ich weiß es nicht. Irgendwo stand, sie schreibt Geschichte. Und dann dachte ich so, weiß ich nicht.

Also wie empfindest du das?

Ja, also das ist natürlich auch eine gute Frage. Also auf jeden Fall, glaube ich, mit dem musikalischen Background, den ich da jetzt mit einbringe, das finde ich auf jeden Fall cool, wenn man sagt, damit schreibe ich Geschichte, weil ich glaube, es hat noch nie eine Techno-Jazz-Band dort gespielt und da irgendwie nach den Egerländer Musikanten die Hauptbühne bespielt.

Ich glaube auch nicht, dass eben dieses, also meine kleine Techno-Band, die dann noch spielt, und überhaupt die ganze musikalische Bandbreite, die ich mitbringe, das hat, glaube ich, einfach noch kein Footmaster vor mir gemacht. Also da schreibe ich sehr gerne Geschichte, was das Geschlecht angeht. Ja, ich weiß, dass das irgendwie, das ist immer interessant für die Leute.

Für mich ist das null interessant. Also ich gehe davon aus und darüber bin ich voll happy, dass ich ausgewählt wurde, weil ich einfach eine interessante Musikerin bin. Irgendwie dann ein cooles Portfolio mitbringen, was eine besondere musikalische Gestaltung dieses Jahr dann nach sich zieht. Aber ansonsten.

Aber findest du es dann nicht schade, dass in so Überschriften eigentlich dann wieder das Gegenteil befeuert wird?

Total. Also das ist ja immer das Problem, dass da. Also aber ich weiß auch nicht, wie ich es besser handeln kann. Also mir wäre es natürlich, oder das ist ja für alle Menschen so. Also ich jetzt, ob ich jetzt, keine Ahnung, People of Color bin oder ob ich Transgender bin oder keine Ahnung was. Also am liebsten ist es doch allen Menschen, dass es einfach nicht thematisiert wird.

Es spielt ja auch grundsätzlich keine Rolle. Es geht ja um Musik. Also entweder ist die Musik gut, gefällt mir oder nicht.

Genau. Warum trotzdem die Menschheit das immer hören und sehen will und da diese Schubladen braucht, das weiß ich nicht. Aber ich bin da sehr zuversichtlich, dass es sich immer weiter auch entspannt. Also aber mich würde mal tatsächlich interessieren, wie das denn jemandem geht, der Harfe spielt, also ein Mann, der Harfe spielt, der muss doch dann auch die ganze Zeit gesagt kriegen, dass es ein Fraueninstrument und aber dann macht es auch wieder keinen Sinn, weil das so schwer ist.

Also irgendwie, mir fällt, also ich check einfach das überhaupt nicht. Wieso das überhaupt, also wieso die Tuba da dieses Klischee hat, das checke ich einfach gar nicht.

Weil es halt trotzdem schon selten vorkommt, vielleicht.

Ja, aber jetzt auch nicht mehr so selten. Aber ja, wahrscheinlich.

Mein großes Problem bei den Sachen ist, also ich sehe das wie du. Trotzdem kommt man ja auch in meiner Rolle nicht so ganz drum rum, da nicht auch mal drüber zu sprechen. Jetzt tue ich mir immer schwer, jetzt habe ich Frauen da, die eine starke Stimme haben. Und dann denke ich mir immer, aber die wollen ja auch nicht dauernd darüber reden.

Weil dann reduziere ich sie ja schon wieder genau darauf. Aber mit einem Mann drüber reden kann ich ja auch nicht. Also, was ist jetzt die beste Lösung? Wie soll ich mich heute verhalten? Hilf mir bitte.

Ja, gerne gar nicht thematisieren. Einfach nur über meine Mucke reden, über das, was ich als Künstlerin auf der Bühne mache, was mir wichtig ist, wenn ich auf der Bühne stehe, was du einen Mann auch fragen würdest.

Das habe ich sowieso. Die Fragen habe ich sowieso. Eine würde ich gerne noch stellen und dann haken wir das Thema ab.

Genau, ich weiß, was du meinst. Du willst natürlich trotzdem ein bisschen, ja.

Das ist irgendwie, also man weiß ja nicht, wie man da mitgehen soll.

Dann stell mal die Frage und ich sage dann, ob ich sie doof finde und dann kann ich immer noch zeigen.

Genau. Also was vielleicht tatsächlich in dem Fall so ein bisschen besonders ist am Woodstag, weil die Frage, ich war jetzt auch die letzten vier Mal, glaube ich, da und dann vor ein paar Jahren nicht und dann nochmal. Egal. Was immer wieder aufkommt, ist so die Frage, und die hatte ich mit dem Simon auch schon mal besprochen im Podcast, es fällt trotzdem auf, wenn man genau hinguckt, dass es relativ wenige Frauen auf der Bühne gibt in der Blasmusik.

Das Einzige, wo die meines Erachtens nach, ich bin auch nicht auf jeder Bühne, sehr präsent sind, sind sie dann meistens bei so Tanzmusik-Besetzungen, wenn es dann natürlich Richtung Harfe und so andere Instrumente geht. Aber auf der Mainstage finden Frauen schon sehr wenig statt in der Blasmusik. Warum?

Ich habe natürlich keinen Grund, aber das ist natürlich irgendwo schon ein strukturelles Problem, dass einfach auch immer wieder die gleichen Bands gefragt werden. Also wahrscheinlich müsste man da schon aktiv einfach suchen und dran arbeiten und schauen, dass das halt weiter wächst. Oder auch als Band, wie auch immer, halt schauen, dass man das aufbricht.

Also bei der Jazzrauschbigband wird total darauf geachtet, dass irgendwie beide Geschlechter vertreten sind. Und das, genau, und dann muss man halt, wenn man Leute fragt, ob sie mitspielen, halt gucken, wen gibt es denn? Und wer macht seinen Job gut und wen kann man da fragen. Ja, also warum das dann im Profibereich so sich so ausdünt, dafür habe ich tatsächlich auch keine Erklärung.

Okay, gut, jetzt machen wir einen Haken dran und jetzt reden wir über andere Dinge. Ihr wisst, dass meine Lieblings-App, wenn es um die Organisation musikalischer Termine geht, die Konzertmeister-App ist. Aber es gibt jetzt was Neues für alle, die in Verbandsarbeit involviert sind. Kennt ihr das? Man will alle Dirigenten und Dirigenten erreichen, aber die E-Mail-Verteiler sind veraltet.

Die Hälfte der Infos kommt nicht an und bei Workshops weiß niemand, wer sich eigentlich angemeldet hat. Genau dafür gibt es jetzt eine richtig smarte Lösung. Der Konzertmeister hat seine Verbandsfunktion massiv ausgebaut. Ihr könnt jetzt zielgerichtet Nachrichten versenden, nur an Jugendreferenten, nur an Kleinetistinnen, nur an bestimmte Vereine und das Ganze datenschutzkonform und ohne E-Mail-Chaos.

Dazu kommen Verbandstermine mit integriertem Teilnahmesystem. Workshops erstellen, Anmeldefristen setzen, Teilnehmerlimits festlegen und in Echtzeit sehen, wer dabei ist. Alles zentral in der App. Das Beste, die Funktion ist kostenlos für Verbände und Vereine nutzbar. Alle Infos findet ihr im Blog auf konzertmeister.app oder kontaktiert das Team direkt, wenn ihr endlich moderne Kommunikation in eurem Verband etablieren wollt.

Weitere Links findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. Irgendwann hast du dich entschieden, das zu studieren. Wann war für dich die Entscheidung zu sagen, okay, Tuba liegt mir? Hätte ich vielleicht Bock, mehr draus zu machen.

Also irgendwie ist es bei mir immer total linear gegangen einerseits und andererseits habe ich mich, glaube ich, immer einfach nur voll überraschen lassen, was so kommt. Also ich habe dann Musik LK dann mit der Tuba gemacht, anstatt mit dem Klavier, was dann so eine erste Weiche war, an die ich jetzt selber nicht gedacht hätte.

Aber es war klar, es kommt Musik LK zustande und ich will da mitmachen. Genau, dann mache ich das halt mit der Tuba, wenn mein Tuba-Lehrer mich da supportet. Genau. Und dann war die Frage, ja, was soll ich denn dann machen nach dem Abi? Und ich habe wahnsinnig viel Jugendarbeit gemacht. Also zum einen in der evangelischen Gemeindejugend in Memmingen, zum anderen eben dann auch in der Jugendkapelle, war da Jugendsprecherin.

Und genau, habe eh immer schon auch so Jugendgruppen geleitet. Dann war es irgendwie so, ah ja, ich mache gern mit irgendwie was mit Kindern und Jugendlichen und ich mache gern Musik. Ah ja, Musiklehramt. Und ja, bin da irgendwie ganz schön blauäugig an alles auch rangegangen. Und ich war dann beim Tag der offenen Tür an der Musikhochschule in München, weil da eben Mitschüler hingefahren sind, Mitschülerinnen, genau, und habe auch wirklich irgendwie alles immer so halt mitgemacht.

Ich dachte, ja, wird schon, wird schon irgendwas werden. Also ich hatte nämlich auch an keiner anderen Hochschule beworben, sondern dachte irgendwie, ja, wird schon.

Okay.

Genau. Und habe dann da das große Glück gehabt, dass ich mit der Tuba beim Tuba Prof gelandet bin. Genau, also als Schulmusiker und Schulmusikerin kommt man meistens eher zu einem Lehrbeauftragten, was überhaupt nichts heißen muss. Aber in dem Fall war halt oder ist der Tuba Prof in München halt wirklich einfach super engagiert und hat halt da echt alles aus mir rausgeholt.

Und wir haben auch nochmal komplett bei null angefangen, was das Tuba-Spielen angeht. Das heißt? Ja, halt komplette Ansatzumstellung, wie es im Buch steht.

Bei euch gibt es einen Ansatz. Ich dachte, das ist immer so groß, das ist egal, was man da macht.

Ja, dachte ich auch.

Also ich bin Trompeter, deswegen, wir haben da zu wenig Platz. Das muss man eher reinfuddeln.

Doch, doch, man kann da schon auch sehr viel falsch machen in meinem Fall.

Willst du uns ein bisschen mitnehmen, was da falsch lief?

Oh, ich weiß nicht. Doch, ich also ich habe tatsächlich, und damit bin ich sehr leid. lange durchgekommen. Ich habe die Zunge zwischen die Lippen. Also ich weiß gar nicht mehr, wie das, ich weiß gar nicht mehr, wie das ging, aber das habe ich wirklich lange geschafft, damit durchzukommen.

So, und das ist total spannend, dass du damit um die Ecke kommst, weil A habe ich damit auch angefangen. Und B hatte ich jetzt vor einem viertelhalben Jahr mit dem ehemaligen Solo-Trompeter der Frankfurter Uper gesprochen. Der ist eigentlich Amerikaner, der ist jetzt seit ein paar Jahren in Pension. Und der hat gesagt, er spielt immer so.

Weil er das irgendwann also musste die Folge nochmal anhören, weil da reden wir nicht drüber. Das muss ich mir echt anhören. Und der hat mir dann auch Aufnahmen gezeigt und es klingt gut und hat anscheinend keine Probleme. Und dann ist, hä? Wie macht er dann einen Anstoß? Hörst du dir an, ich glaube, da sind auch Musik.

Und es ist total spannend, weil ich habe mir das als Kind mühevoll abtrainieren müssen und wüsste jetzt gar nicht mehr so richtig, wie ich da.

Ich kann das mich auch nicht rekonstruieren, wie ich das überhaupt gemacht habe. Ich weiß eben nur, ich war dann eben beim Herrn Steinböck in Salzburg, der meinte eben, ich soll mal vorbeikommen vor der Aufnahmeprüfung. Und da habe ich ein F gespielt und dann die nächsten drei Stunden durfte ich nur auf dem Mundstück spielen.

Oh geil.

Weil er das da schon gleich gecheckt hat, dass ich eben, also dass ich irgendwie das gar nicht so mache, wie das irgendwie, wie das gemacht wird. Ja, krass, ich wusste nicht, dass das wirklich, ja, krass, dass ich da kein Einzelfall bin.

Nein, gar nicht. Und wie gesagt, ich lege dir die Folge ans Herz. Der hat damals auch Unterricht noch so bei Arnold Jacobs gehabt und so, deswegen.

Ja, das ziehe ich mir rein.

Er hat viel zu erzählen, also das ist auch eine längere Folge. Aber da haben wir tatsächlich auch drüber gesprochen und ich saß also so da, das, hä? Wie geht das denn? Und warum? Gerade als Klassiker ist er völlig verpönt, dass du sowas machst. Naja, bann. Aber wann kam für dich dann die Entscheidung, okay, Schulmusik ist nicht das, was ich machen will?

Auch das war eben keine Entscheidung. Das ist eher so passiert. Ich habe dann eben, genau, eigentlich wahnsinnig viel ausprobiert. Also eigentlich alles, was an mich rangetragen wurde während dem Studium oder was ich selber interessant fand, habe ich ausprobiert mit der Tuba und mitgemacht. Da kam dann auch die Gründung meiner ersten Band.

Und das da, wo ich so festgestellt habe, krass, hey, Tuba-Spielen im Stehen, ist ja total geil, kann man sich ja bewegen. Ja, und auch wirklich eben von Theater bis Studio bis irgendwie alles, alles einfach immer nur gemacht, gemacht. Und irgendwann kam dann eben der Professor Steinböck und hat gesagt, so machst du Aufnahmeprüfung.

Und dann habe ich halt so Schulmusik und Tuba parallel studiert und gar nie wirklich in Betracht gezogen, dass ich nicht in die Schule gehe. Und dann irgendwann war dann das Schulmusikstudium mit dem ersten Staatsexamen beendet und ich habe halt Tuba weiter studiert und schon extrem genossen, da auch natürlich viel mehr Zeit noch zum Üben zu haben.

Weiterhin wahnsinnig viel gespielt und gespielt und irgendwann war dann mein Masterabschluss und dann habe ich so festgestellt, oh krass, was machen wir denn jetzt? Wie machen wir es jetzt? Und bin dann auch zur Studienberatung gegangen, weil ich so gemerkt habe, ich habe ja jetzt über, also was mache ich denn jetzt?

Und ja, ich war da einfach schon mitten in der Freiberuflichkeit. Also schon längst. Und dadurch, dass sich das aber so linear ergeben hat, ja, war das dann natürlich erstmal so ein krasser Schritt, mir das bewusst zu machen. Ich komme aus Schwaben und ich komme aus einem Haushalt, wo beide Elternteile ganz geregelte Berufe haben.

Also dieses Ding, freiberuflich zu sein und dann noch freiberuflich als Musikerin, das hatte ich nie als Berufsoption abgespeichert. Also das gab es einfach gar nicht. Oder ich hatte ja auch keine Vorbilder und ja, dadurch, dass ich dann aber eigentlich ja schon total das Standing hatte in München, habe ich dann einfach auch so weitergemacht.

Aber das war, glaube ich, so der krasseste, das krasseste Wechsel in meinem Mindset zu sagen. Ja, ich verstehe. Das funktioniert genauso. Du musst keine Festanstellung beim Staat haben, um Geld zu verdienen und irgendwie deinen Lebensunterhalt zu verdienen. Jetzt mach mal so weiter. Genau, aber schon immer auch ganz viel, also ich habe ganz viel unterrichtet.

Und errichtest du jetzt noch?

Momentan nicht. Eigentlich seit der Geburt von unserem ersten Sohn.

Der ist jetzt wie alt?

Der ist jetzt vier. Vier. Genau. Habe ich nur noch ganz vereinzelt Privatschülerinnen gehabt. Aber ja, genau, das ist auf jeden Fall auch was, wo ich voll Bock habe, aber das geht sich einfach nicht aus von den Kapazitäten.

Bist du froh, dass du nicht in die Schule bist?

Nee, also ich sehe das auch immer noch voll als Option, weil ich eigentlich, also ich hätte voll Bock auf die Challenge und ich habe auch, also irgendwie habe ich schon immer so in mir, wenn ich dann wieder denke, ich bin eine schlechte Mutter, weil ich immer abends dann weg bin, denke ich mir, ah, boah, eigentlich so ein Job, wo ich vormittags arbeiten kann, vielleicht ist das langfristig eine Option.

Also falls du es mal ausprobieren willst, ich lade dich gerne zu uns in die Schule ein, dass du ein paar Stunden für mich machen.

Okay. Ja, ich habe ja auch viele ehemalige Kolleginnen und Freundinnen, wo ich so mitbekomme, aber ja, irgendwie, also ich kann es mir trotzdem nach wie vor super vorstellen.

Was war dein größtes Aha-Erlebnis im Studium?

Dass man mit der Tuba alles machen kann. Ich dachte irgendwie auch ganz lang, dass die Tuba voll limitiert ist. Und dass sie halt irgendwie langsame und tiefe Töne spielt und dass man damit wirklich einen Bass ersetzen kann, dass man damit wirklich crazy hochspielen kann und Melodien spielen kann. Also dass sie so ein Solo-Instrument ist.

Also wirklich dieses, das, was ich jetzt ja auch so liebe, diese Riesenfacettenreichtum, was die Tuba hat, das war, glaube ich, so das größte Aha-Erlebnis. Und leider auch ganz zu Beginn, ich wusste tatsächlich nicht, dass man Orchestermusikerin werden kann.

Ach so.

Ja, das ist schon krass. Wenn man halt gar nicht aus dieser Ecke kommt, dann irgendwie, ja, ist das auch was, was krasses, wenn einem das nie vor dir begegnet ist.

Ich glaube, wenn man A daraus nicht kommt, dann vielleicht mal in ein Konzert geht, wo keine Tuba besetzt ist, dann sieht man das natürlich auch nicht. Und dann gibt er halt auch nicht so viele Stellen.

War das eine Option für dich, Fest in den Orchester zu gehen? Habe ich auf jeden Fall probiert und fand es auch total toll. Oder finde das immer noch unfassbar toll. Aber ich glaube, also ja, für meine Persönlichkeit, so kam es nicht in Frage. Und da war auf jeden Fall auch ein gutes Aha-Erlebnis dabei bei einem dieser Probespiele, wo ich so gemerkt habe, also sicher bin ich da hingefahren, um es halt zu trainieren.

Aber ich habe, du merkst halt auch genau die Handvoll Leute, die das einfach wirklich wollen. Und das habe ich in mir gespürt, das habe ich nicht. Also das war so, ja, wenn es klappt, wäre cool, aber das ist nicht, das ist keine Einstellung, mit der du auf, also mit der du in der Orchesterstelle gewinnst.

Und dafür habe ich mich auch tatsächlich eben viel zu lange nicht in dem Game gefühlt. Und hatte auch, glaube ich, einfach viel zu viele andere Interessen und andere Sachen, die mir krass Spaß gemacht haben.

Bist du eine gute Netzwerkerin? Also wenn ich höre, okay, ich habe dann hier mal eine Bert noch gegründet und dann hier schon gespielt und da gespielt. Oder gab es keine anderen Touristen in München? Doch.

Doch, da gibt es voll viele. Nee, ich bin, glaube ich, einfach sehr offen und sehr, ich kann voll gut zuhören. Also jetzt so, dass ich, dass ich krass eine Connectorin wäre, glaube ich nicht, aber ich probiere alles aus. Und ich probiere, genau, ich habe Bock auf Menschen generell. Was war das für eine erste Band?

Donnerbalkan hieß die Band. Und die war auch mal wieder nur durch einen Zufall gegründet. Und zwar gibt es an der Musikhochschule in München sehr berühmte Faschingskonzerte. Und dafür haben wir diese Band gegründet und da einen Song von Chantel gecovert.

unknown Okay.

Diesen Bukowiner Song, glaube ich. Ja, auch total wichtig für uns. Oder halt für dieses ganze Braast-Ding. Genau, und dann hatten wir eine Anfrage beim Sommerfest zu spielen und dann hieß es ja, ja stimmt, aber wir haben ja nur diesen einen Song vorbereitet. Genau, und dann hat jeder angefangen zu schreiben und so ist diese Band gewachsen.

Und da hatten wir zum Beispiel auch, ganz ohne dass da irgendjemand irgendwas gesagt oder gedacht hätte, da waren wir fünf, fünf, fünf Frauen, fünf Männer. Einfach so, weil wir halt auf uns Bock hatten und die Besetzung so sich ergeben hat.

Aber wie bereitet man sich vor, wenn man eigentlich aus einer Blaskapellentradition kommt, dann im Unterricht im Studium wahrscheinlich klassische Literatur macht und dann plötzlich in so ein Pop-Setting, Hip-Hop, Techno, Balkan-Setting reinkommt, das vielleicht vorher nicht gemacht hat?

Also zum einen ist, also da das Allerwichtigste ist Ohren auf, dann natürlich ganz viel die Musik hören, um die es dann geht, und ansonsten nichts ändern. Also einfach so Tuba spielen, wie es, also, oder das hat mir immer geholfen, einfach wie ich selber klingen will und wie ich weiß, dass Tuba gut funktioniert.

Also zum Beispiel über einen weichen Anstoß kann man in keiner Band irgendwie was vorwärts bringen. Das passt vielleicht zu manchen Sachen auch, aber genau, wenn ich weiß, dass ich jetzt da den Bass ersetze, dann brauche ich nicht genau irgendwie da, da, da, anstoßen.

Was war vielleicht so das erste Tuba-Vorbild, wenn es so in Richtung Hip-Hop, Pop, Tuba geht? Was lief dir da als erstes über den Weg, dass du gesagt hast, wow, so kann das sein?

Das ist eine gute Frage. Ich hatte das tatsächlich nie so wirklich auf der Tuba.

Okay, hast du dich dann an E-Bassisten orientiert oder was?

Oder an Bühnenmenschen generell. Also einfach Leute, die ich auf der Bühne cool finde oder fand.

Zum Beispiel?

Zum Beispiel die Ärzte. Das sind meine absoluten Bühnenvorbilder.

Deswegen hast du in einem anderen Interview gesagt, du würdest gerne mal mit denen spielen.

Genau. Also wenn die, wenn die, ich überlege, dass sie jetzt doch meine Tuber brauchen.

Was fasziniert dich an denen?

Ja, wie sie auf der Bühne stehen, wie sie das einfach unbedingt wollen. Also die stehen nicht da, um irgendwie irgendwas zu machen, sondern also die sind einfach, die sind als Musiker und Künstlerpersonen einfach komplett authentisch. Und das, ja, das merkt, ich meine, das merkt man den Leuten ja eh immer an, wenn sie auf der Bühne stehen.

Aber ich glaube, das war das, was mich so als so ganz früh schon gecatcht hat, zu sehen, hey, das würde ich auch gern machen.

Wenn du in Band spielst, diese ganzen Basslines, wird das vorher aufgeschrieben oder improvisierst du die?

Ich habe, ich spiele ganz viel nach Noten. Ich bin da sehr klassisch orientiert. Mittlerweile kann ich auch viel improvisieren, aber zu Beginn haben wir alles ausgeschrieben.

Warst du im Studium eine gute Überin? Ja.

Ich war extrem diszipliniert.

Das ist total spannend, weil jeder Tubist oder Tubistin, die ich jetzt hier hatte, das sind so saudisziplinierte Menschen. Wo kommt das denn her?

Naja, also das muss man halt so und so sein, oder? Also ich glaube.

Wie viele andere Instrumentalisten hatte ich schon da, die sagen, oh, naja, nicht so, aber immer die Tua, nein, das ist super diszipliniert, dann habe ich das hier so geübt. Wirklich.

Das spricht doch nur für unsere Berufsgruppe.

Ja, auf jeden Fall.

Also bei mir war es so krass. Vor allen Dingen am Anfang während des Schulmusikstudiums halt dieses, also man hat da ja eh so krass viele Kurse. Das heißt, du musst halt in der Früh zwei Stunden vorher da sein, sonst hast du halt an dem Tag, kannst du abends erst wieder üben, aber dann irgendwie auf deine drei, vier Stunden kommen.

Genau. Also du musst irgendwie halt in der Früh anfangen. Und noch dazu war ich die ersten vier Jahre, glaube ich, während meines Studiums immer zur Blaskapellenprobe am Freitag wieder heimgefahren. Das heißt, ich habe also genau, ich habe eigentlich unter der Woche versucht, alles abzudecken, was ging, anüben und dann halt am Wochenende ja schon auch noch so zwischenrein.

Aber genau, es war dann auf jeden Fall erstmal Heimatwochenende.

Okay. Also diszipliniert warst du, aber hast du auch clever geübt? Oder einfach nur diszipliniert?

Ich glaube schon, ich glaube schon, dass ich clever geübt habe. Also ich hatte auch ja, ich fand das Schulmusikstudium total gigantisch, weil man da ja so viel aus den anderen Fächern mitnimmt. Also ich habe wahnsinnig viel von Gesang mitgenommen.

Okay, zum Beispiel.

Also ganz viel zum Thema Atmung, ganz viel, was ich auch meinen Schülern immer gesagt habe. Also genau, wo man hinatmet, was das Zwerchfell macht. Ja, genau. Also Atmung war ganz viel bei Gesang. Und eben so dieses Ganze, was man in Stimmbildung oder so lernt, oder auch Gehörbildung, irgendwie so dieses ganze Strukturierte, was so in den Fächern war, das habe ich auch wahnsinnig viel übernommen für die Tuba.

Also klar hat man natürlich viel mehr Zeit da zu dem Zeitpunkt während des Studiums und übt wahrscheinlich nicht so konsequent, wie ich das jetzt mache, wenn ich weiß, ich habe jetzt zwei Stunden, dann will ich das und das und das machen. Beziehungsweise mittlerweile übe ich total nach Timer und sage, okay, jeden Tag halt müssen irgendwie zehn Minuten drin sein, wo ich Töne aushalte.

Aber dafür wirklich, das muss jeden Tag passieren. Und das, genau, für die ganze Zeit, wo man es irgendwie kaum mehr schafft zu üben, ist das jetzt schon total cool. Aber damals kann man irgendwie natürlich eine Stunde lang Töne aushalten und wahrscheinlich kommt weniger dabei rum, wie wenn man das jetzt in zehn Minuten macht.

Was ist so ein Übe-Tipp von dir für alle, die zuhören?

Auf jeden Fall immer vorher nur atmen und schauen, was macht eigentlich die Atmung. Weil sobald man halt anfängt mit der Atmung zu forcieren, ist es schon nicht mehr, ist es, ja, funktioniert eigentlich das ganze System schon nicht mehr. Also im Idealfall irgendwie die ersten fünf Töne, die man normal, vielleicht so gedankenlos spielen würde, einfach erstmal nur ins Instrument mit Luft.

Und schauen, dass eben, also worauf ich schon auch ganz viel achte, ist, dass die Haltung halt stimmt. Genau, einfach in der Haltung, wie man spielen möchte, dass man da einfach ins Instrument reinatmet.

Machst du das immer? Nee.

Aber jetzt, wo ich es gesagt habe, nehme ich es mir auf jeden Fall wieder vor. Und ich, also ich merke es halt selber total. Gerade in diesem, jetzt musst du schnell was üben. Es geht halt einfach so viel leichter, wenn man diesen Lauf einmal vorher nur auf Luft durchbläst und danach irgendwie sitzt halt alles an Ort und Stelle.

Und sonst frickelt man sich irgendwie zehn Minuten ab und merkt eigentlich ist alles viel zu angespannt. Also ein Tipp, den ich mir hiermit auch selber wieder.

Ja, ja, das ist so das Schlimme, man sagt immer was und macht es selber nicht. Also ich habe ja auch nicht mehr viel Zeit. Ich habe heute zwei Freistunden heute und habe dann nochmal schnell geübt. Und Ziel vorher war, okay, heute wirklich konzentriert zwei Stellen irgendwie, die ich wirklich brauche jetzt am Wochenende und nicht, okay, das noch ein bisschen, das ein bisschen, aber vielleicht müsste ich auch das machen.

Und dann hat man irgendwie viel gemacht, aber doch nichts. Also man hat halt dann doch nur gespielt und nicht geübt irgendwie. Du hast gerade so erzählt, das war so das große, der große Shift in deinem Mindset vom angehenden Beamten in der Schule zum Freischaffer, zur freischaffenden Musikerin. War dir in dem Moment klar, wie dann dein Leben danach aussieht?

Nee.

Also vor allen Dingen, das meinte ich mit dem Unterrichten vorhin. Ich habe ja schon immer, das war zwar auch immer auf Honorarbasis, aber ich habe da schon immer noch so Sicherheiten gesucht. Ja, genau. Also nee, gar nicht. Und dass ich jetzt wirklich nur vom Tuba-Spielen lebe, das hätte ich mir nicht träumen lassen.

Hast du manchmal noch Angst, dass das morgen irgendwann rum ist?

Ja, auf jeden Fall. Also gerade die Angst, dass man halt irgendwie krank wird oder ja, sich verletzt oder dass es wirklich auch einfach irgendwann zu anstrengend wird.

Gerade im Stehen?

Ja, und auch so generell, also dass genau, dass irgendwann der Punkt kommt, wo einen auch vielleicht ein bisschen die Energie dafür verlässt. Davor habe ich schon Sorge, weil dann ist irgendwie natürlich von einem auf den anderen Tag, muss man schauen, was man macht.

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Ich sag dir mal ein durchschnittlicher guter Tag. Genau. Also ich stehe auf und mache Frühstück und Frühstücke und bringe dann die Kinder zur Kita oder zum Kindergarten. Dann ist auf jeden Fall, ich habe mir so Catch-the-flight-Sachen angewöhnt. Also was ich mit der Tuba, mit dem Üben gesagt habe, wollte einfach, das ist wie wenn man einen Flug erwischen muss.

Das fällt nicht aus und da ist tatsächlich Sport noch vor Tuba Üben. Also ich muss jeden Tag Sport machen im Sinne von irgendeinem YouTube-Video, denen, Pilates, ja, oder eine Kräftigungseinheit. Und ich suche mir das auch vorher tatsächlich oft aus nach, hey, heute darf ich nicht in Stress kommen, ich habe nur sieben Minuten oder ich habe nur fünf Minuten.

Und habe natürlich da jetzt auch schon eine ganze Menge Videos, wo ich weiß, okay, das sind 11 Minuten, das sind 13 Minuten. Aber eben wenn ich wenn ich mir viel Zeit nehme, dann komme ich da mal auf 20 Minuten. Aber ansonsten ist das wahrscheinlich eher so eine 10-Minuten-Geschichte. Und das muss aber wirklich jeden Tag stattfinden.

Genau, weil ich auch sonst weiß, dass ich das mit der Tuba und im Stehen. Ich muss einfach einen kräftigen Körper haben. Plus tut es natürlich gut, plus ist es auch schon wieder so geil, wenn man das mit Atmung verbindet, dann passt schon wieder alles zusammen. Genau, also auf jeden Fall das. Dann auf jeden Fall gleich Tuba üben hinterher und da mache ich auch ganz viel.

Ja, meistens mache ich B-Tuber und Basposaune, dass ich sage, 10 Minuten B-Tuber, 10 Minuten Basposaune oder 10 Minuten B-Tuber, 10 Minuten F-Tuber, dass ich da auch auf jeden Fall die gleichen Übungen mit einem Instrument mache. Also dass ich zweimal die Übung mache, aber mit unterschiedlichen Instrumenten.

Das macht voll Bock und macht auch voll Sinn. Genau. Und dann ist wahrscheinlich so ein Büroslot mit irgendwelchen Sachen, Nacharbeiten, Vorarbeiten, Steuer, was man halt so machen muss, Rechnungen schreiben. Genau. Und wenn ich das weg habe, dann meistens, also wenn es ein richtig cooler Tag ist, dann hole ich meine Kinder schon früher ab und wir gehen irgendwo in den Wald.

Weil das auch so ein Punkt ist, wo ich echt richtig Bock drauf habe. Und jetzt auch gerade so, der Wald ist einfach so ein cooler Spielplatz. Ja, und einfach raus. Wie weit habt ihr es zum Wald? Das sind so, ja, wahrscheinlich so jeweils Viertelstunde, 20 Minuten. Aber gut machbar. Wenn man früher losgeht, dann lohnt sich es voll.

Genau, und dann würde ich nach Hause gehen und mich fertig machen und zum Gig fahren. Das wäre der perfekte Tag.

Und wenn es kein guter Tag ist, hast du ganz viel Stress und kommst zu fast nichts.

Genau, und kommt zu fast nichts und werde von irgendeiner Aufgabe zum Beispiel irgendwie Wäsche waschen und aufhängen und zusammenlegen und den Schrank räumen, dauert dann ewig lang und trotzdem hat man irgendwie nichts geschafft. Ja, wird von sowas aufgehalten oder Prokrastiniere. Das ist eigentlich das Schlimmste, wenn man mit sowas dann prokrastiniert, obwohl man eigentlich irgendwelche wichtigen Sachen tun sollte.

Oder mittags ruft die Kita an und sagt, das Kind ist krank und man muss es abholen. Ja, das ist noch doofer, ja, genau. Wir haben jetzt ganz viel schon die Jazz Rausch Big Band erwähnt. Für die Zuhörenden, kannst du kurz erklären, wer oder was das genau ist für die, die das noch nie gehört haben?

Genau, die Jazz Roush Big Band ist eine 15-köpfige Band mit Rhythmusgruppe, also im Big Band-Sinn und dann vier Saxophone, zwei Trompeten, zwei Posaunen und Tuba. Und zu der Rhythmusgruppe kommen noch unser Komponist, der die Live Electronics spielt. Genau, und wir machen eben die innovative Mischung aus Techno und Jazz.

Das heißt, es ist für beide Lager das Beste dabei. Die Techno-Fans kommen auf ihre Kosten, weil sie einfach tanzen können. Und die Jazz-Fans bekommen auf jeden Fall heftige Arrangements, wo man sich total reindenken kann. Wir haben auch in jedem Stück ein Solo und einfach fantastische JazzmusikerInnen, die da Solo spielen.

Wie bist du da jetzt als Tubistin dazugekommen? Weil wenn ich Big Band höre, ist der Tuba jetzt nicht zwingend gleich die erste Assoziation, die ich damit habe.

Ja, genau, ich bin Fangirl gewesen. Ein gutes Jahr lang. Also Romans Ladeck hatte in München in einem kleinen Club, der Rausch und Töchter hieß, hatte der eine Konzertreihe, wo ich Stammgästin war und die eigentlich jeden Donnerstag dort abgehangen bin. Und er hat dann irgendwann auch, wollte er, also oder hat die Jazzrausch Big Band gegründet, um auch eine Hausband zu haben, beziehungsweise einfach jeder, genau, jeder amtliche Club hat halt nun mal seine Big Band.

Und ja, da war ich auf jeden Fall fast immer dabei. Und auch bei den, als das erste Techno-Programm, das da Leonhard Kuhn, unser Komponist, geschrieben hatte, da war ich auch dabei bei der U-Aufführung. Und dann hat der Club aber schließen müssen, wegen Ruhestörung. Und Roman hat sich auf die Suche gemacht, eben nach anderen Clubs.

Und da hat sich der Techno-Club Harry Klein in München zurückgemeldet und gemeint, ja, also eine Band brauchen, tun wir jetzt nicht unbedingt, aber wir probieren es einfach mal aus. Und Romans Vision war eben zweierlei, also was ich eh, also was mich nach wie vor total flasht irgendwie. Zum einen dieses, wieso tanzen die Leute nur zu einer Person im Club?

Also wieso wird nicht zu einer Band getanzt, sondern nur zu einem DJ? Und das andere, naja, Swing war früher die Tanzmusik. Also machen wir jetzt mit der Big Band Techno, weil Techno ist heute die Tanzmusik. Genau. Und dann durften wir eben das erste Konzert mit der Chess-Rous-Bickband im Harry Klein spielen.

Und das war noch ganz rough und unverstärkt. Also genau, hatte man ja alles noch gar nicht, wusste man auch noch gar nicht, wo das alles hin muss. Und da wurde der Bläsersatz eben extrem aufgeblasen, um halt ja gegen die verstärkten Instrumente ja nicht unbedingt anzukommen, aber halt um dem Raum irgendwie halbwegs gerecht zu werden.

Und dafür hatte er mich dann angefragt, ob ich da nicht mit der Tuba, da habe ich die Bassbesonnenstimme gedoppelt.

Quasi als Sappwufe.

Ja, genau, einfach, also da wurde alles, alles rausgeholt, was ging. Und genau, nach diesem Konzert war ich dann irgendwie auf einmal Teil der Band.

So schnell geht's. Was reizt dich an Techno? Weil du hast ja noch eine kleine Techno-Band.

Ja, also zum einen dieses, dass es, genau, dass man einfach dazu tanzen kann, dieses Fall on the floor, dass es das Natürlichste ist für den Menschen, sich dazu zu bewegen und dass man da gar nicht viel denken muss, zum einen. Zum anderen, wenn man das selber spielt und improvisiert, muss man es ja haargenau spielen.

Also weil das ist konstruierte Musik. Und wenn du das selber spielen willst, musst du halt, wie im klassischen Studium, jeder Ton muss an der richtigen Stelle mit der richtigen Artikulation, mit dem gleichen Klang sitzen. Das heißt, wenn ich da irgendwie vor on the floor spiele, auf einem Ton, muss ich halt das komplette Stück über den Ton ast rein erwischen, sonst ist der Effekt nicht da.

Also es gibt kein Rumgeeier. Und das taugt nur total.

Dass es kein Rumgeeier gibt oder dass die Challenge da ist, so ein Stück auch.

Beides. Also natürlich ist es eine super Challenge für die Tuba, aber auch eben. Also was heißt rumgeeier? Das ist jetzt ein bisschen lustig.

Ja, ja, aber ich glaube, ich weiß, was du meinst.

Ja, genau. Es ist irgendwie, es ist sehr klar und es hat mir einen ganz tollen, also ich bin ja keine Jazzerin, ich bin ja Klassikerin. Und mir hat das einen ganz tollen Weg geboten, improvisieren zu lernen mit meinen Skills. Und deswegen liebe ich das, glaube ich, so. Weil ich, also gerade in der kleinen Techno-Besetzung spielen wir komplett improvisiert.

Okay. Das heißt, ich ziehe mir wahnsinnig viel Techno-Bässe rein, was die so machen, was die Effekte sind, was die für Harmoniewechsel haben zum Beispiel.

Gibt es im Technik, also ich bin bei Techno null bewandert, weil mir die zeitliche Komponente immer, also bei dem rein elektronischen Techno, bei mir, bis da was passiert, das dauert mir mal zu lang. Ja, deswegen selber machen. Selber machen oder vielleicht, dass ich jemand dazu tanzen, aber wenn ich mir das daheim so reinziehe, denke ich mir, ja, ich hab's verstanden, komm, wir müssen jetzt mal.

Wann ist der Drop, Leute? Wir müssen nicht so.

Wann passiert da mal was? Genau. Haben die so viel Harmoniewechsel?

Ja, ja, klar. Also eben, aber das muss, das muss total tasty sein, sonst ist es natürlich, sonst ist es Pop.

Richtig.

Ja, aber also ich meine, das ist ja auch das Tolle. Da gibt es ja jetzt auch keine Regeln oder irgendwas. Nur, dass es eben, dass man es halt natürlich checkt, ob das, also wenn das live gespielt wird, ob halt das Raster drauf ist und ob die 16 an der Stelle von den 16 sind oder eben nicht. Und das, glaube ich, das macht mir Spaß.

Vielleicht sollte ich Techno einfach mal so betrachten.

Hast du die Jazz-Raust-Bitman schon mal gehört?

Live nicht. Die kenne ich, aber live noch nicht. Ihr wart mal in Wiesbaden, da habe ich es nicht geschafft. Tatsächlich.

Ah, stimmt.

Aber es steht auf meiner To-Do-Liste, dass ich das unbedingt mal machen will, weil ich glaube, und das ist ja ein Kompliment für euch, dass ihr wahrscheinlich ein Live-Act seid. Also es gibt ja Bands, die funktionieren live einfach nochmal viel besser als auf Platte. Das ist halt einfach so. Auf jeden Fall.

Welche anderen Projekte spielst du noch? Du hast ja am Anfang nochmal so ein bisschen ausgeholt, welche ich noch nicht erwähnt habe.

Genau. Also, aber natürlich das Zweite gleich, neben der Jazz aus Bigband sind dicht und ergreifend. Die machen bayerischen Hip-Hop. Und ja, das ist auch total toll. Ich glaube, jede Musik ist gigantisch, wenn man eintauchen kann. Und wenn man es gut macht, wenn die Qualität stimmt. Und wenn man, ja, wenn man, genau, wenn man so eintaucht und rausfindet, hey, das ist ja gar nicht so, wie ich dachte.

Also bei Hip-Hop dachte ich auch, das ist halt immer irgendwie der gleiche Loop, vier Takte oder acht Takte und dann wird es geloopt und fertig ist die Laube, aber ist halt auch nicht so.

Sondern?

Naja, da wird einfach, also die Musik wird ganz viel zusammengeschnibbelt und ganz viel gelaert und eigentlich ist nichts gleich wie das andere. Also wenn man da mal, wenn man da mal einsteigt, dann ja, es steckt da auch mega viel drin. Und in dem besonderen Fall von dicht und ergreifen, dass das halt mit Tuba und Trompete ist, ist halt total cool.

Also macht komplett Spaß.

Was ist da für dich die Herausforderung?

Ja, vor allen Dingen auch irgendwie da stilistisch on point zu sein. Und schon ganz viel auch die Bühnenpräsenz. Also da kann ich mich nicht so, ich sag mal, verstecken wie bei der Jazz Rush-Big Band. Genau, da bin ich wirklich, da habe ich auf jeden Fall sehr viel gelernt, was einfach das Bewegen auch auf der Bühne, was das angeht.

Bist du in der Rampennisse auch?

Ja, das wurde ich jetzt auch schon öfter gefragt. Irgendwie habe ich mich ganz lang als Sidewoman betitelt. Also würde ich mich auch mit der Tuba so sehen, aber ich habe schon sehr Bock drauf. Irgendwie mit der Tuba zumindest an der Rampe zu stehen. Und als wir jetzt mit den Dichtis in der Olympiahalle gespielt haben, da habe ich mich echt wie so ein Fisch im Wasser gefühlt.

Also es war irgendwie komplett der Ort, wo ich gefühlt habe, dass ich mit meiner Tuba hingehöre, ohne dass ich jetzt, glaube ich, da gerne die Moderation gemacht hätte.

Was wäre daran so schlimm?

Ja, weiß ich nicht. Das habe ich halt einfach nicht so oft gemacht.

Wirst du am Wurztag moderieren können, oder?

Ich würde auf jeden Fall auch moderieren, ja.

Hast du davor schon Babbelt?

Geht. Also ich durfte es bei der Jazzrausch Big Band schon öfter machen, weil der, wenn ausnahmsweise mein Roma nicht kann oder konnte, dann, genau, durfte ich das machen. Und das ist aber schon auch ein krasser Prozess gewesen von vom ersten Mal bis jetzt. Also ja, also deswegen Rampensau ist eigentlich irgendwie, dann hat man so eine Vorstellung von jemandem, der das unbedingt will und unbedingt braucht, oder?

Weiß ich nicht. Also natürlich schwingt das mit, ja. Aber eher so dieses, man fühlt sich wohl und findet es halt in dem Moment ganz geil.

Ja, dann ist es eher das und das, oder dass es für mich auf jeden Fall ein Ort ist, wo ich wahnsinnig gerne bin und wo ich auch sein will.

Und man scheißt sich halt nichts dann in dem Moment.

Ja, das weiß ich nicht. So weit bin ich noch nicht.

Bist du nervös, wenn du so Sachen wie Olympiades spielst?

Nee, das nicht. Aber wenn ich jetzt bei den, wenn ich im klassischen Orchester irgendwie was spiele, dann scheiße ich mich natürlich schon ein. Also nicht schlimm, aber da bin ich auf jeden Fall nervöser. Es ist, glaube ich, ja immer Routine.

Ja, und es ist halt auch Klassik, irgendwie. Das hat ja immer so ein heilige Gral, finde ich. Und da muss auch alles perfekt sein. Das heißt aber nicht, dass das andere ja nicht perfekt sein muss, aber irgendwie schwingt da noch so eine Heiligkeit mit, die weiß ich nicht.

Ja, aber ich finde, irgendwie ist es halt auch so. Das ist schon. Wobei, auf der anderen Seite, also wenn, wenn ich bei der Jazzrauspickband oder auch bei den Dichties, da darf auch, da will ich auch jeden Ton genauso.

Deshalb. Deshalb sage ich ja, eigentlich ist es. Also ich kenne das von mir. Wenn ich mal noch, ich mach das nicht mehr oft, aber so klassische Sachen spiele, merke ich, da sitze ich auch anders da, weil mir die Routine einfach fehlt. Und das ist aber völlig der Quatsch, weil wenn ich irgendwo anders da in Bernd spiele oder so, oder irgendwo dann auch vom Blatt spielen muss, dann soll das ja auch alles sitzen.

Also ich gehe da ja nicht hin und sage, naja, guck mal, wie viel wir heute erwischen, sondern das muss ja. Und bei der Klassik ist so dieses, weiß nicht, vielleicht kommt es vom Studium noch. Keine Ahnung.

Ich glaube auch, dass es vom Studium kommt, dass man das so. Ja, und weil es einfach schon auch was extrem Besonderes ist. Also ich finde einfach im Orchesterspielen, das ist schon, es ist einfach was Gigantisches. Also überhaupt, dass es das gibt und dann eben, dass du in so, in so einer großen Gruppe zusammen musizierst, ist es halt auch einfach, also da darf einfach kein Mühe daneben gehen.

Das macht für mich schon auch komplett Sinn. Wie oft machst du das noch im Jahr? Ja, wahrscheinlich so einmal im Monat habe ich. Ah, doch so oft.

Ja, ja, ja.

Ah, ja. Ist das für dich schwierig beim Vorbereiten, wenn du vorher irgendwie von so einem Techno-Geek kommst, wo du ja wahrscheinlich irgendwie deutlich mehr reinballerst, als dann im Symphonieorchester nicht?

Nee, tatsächlich nicht. Also ich merke, dass ich manche Sachen mittlerweile natürlich schlechter kann oder besser kann. Also dieses mich dann sofort drauf einlassen, was wird von mir erwartet. Und eben ich spiele ja nicht unterschiedlich Tuba. Es verschiebt sich nur der Fokus halt auf bestimmte Sachen und auf bestimmte, ja, wie es dann klingen soll am Ende, aber wie ich Tuba spiele, ändert sich nie.

Deswegen, es fällt mir tatsächlich nicht schwer. Oder das ist auch das, was ich eben total liebe. Da zu sagen, hey, was wird denn jetzt erwartet oder was ist musikalisch gefordert? Ja, das finde ich total cool.

Dicht und ergreifend. Was hast du noch an Projekten?

Genau, es gibt so eine kleine Marching Band, die ist Billy Burrito, was ich auch total liebe. Da sind wir ein Saxophon, Tuba und zwei Drummer. Und das ist so. Das ist spannend. Ja, und das ist total geil. Das hat ein ganz toller Hamburger Saxophonist in mein Leben gebracht. Ich sehr schätze. Das ist so Popmusik runtergebrochen.

Das heißt, alle Stücke, die funktionieren, wenn du nur den Bass und die Melodie hörst, die spielen wir. Wir spielen natürlich ganz viele Hochzeiten und Events. Und das ist aber gigantisch, wie das halt funktioniert. Weil genau, es gibt halt auch bei Popmusik eben ja so krasse Songs, wo es dann einfach nur reicht, ja, Bass und Melodie zu haben.

Und das machen wir da mit der Band. Macht auch krass Spaß. Dann habe ich eine Wiesen-Band, also die habe nicht ich, die gab es schon vor mir, aber wo ich, das ist eine ganz normale Coverband, wo ich auch der Tuba mitspiele, was auch voll cool ist, weil ich da dann switche immer zwischen Bläsersätze mitspielen oder den Bass doppeln.

Auch halt die geilste Schule ist, wenn man einen guten Bassisten doppelt und den quasi kopiert. Macht auch richtig Spaß. Dann haben wir eine kleine Dunzelmusi, die wir auch jetzt auf dem Woodstock spielen, die sich aus Mitgliedern der Jazzwash-Bigband und ihre Liebe zur Dunzelmusie und zur Volksmusik zusammensetzt.

Und jetzt seit zwei Jahren habe ich eben auch eine eigene kleine Techno-Band, Lila heißen wir, da sind wir zu viert mit Tuba Posaune und zwei Drummern oder Drums und Percussion. Schreibst du selbst? Für Donnerbalkan habe ich total viel geschrieben. Jetzt habe ich es schon so lange nicht mehr gemacht.

Also ich glaube, ich habe voll viel Musik in mir, aber das zu schreiben fehlt mir momentan auf jeden Fall die Zeit. Und auch, ja, irgendwie, das ist schon immer auch interessant, mit was man sich dann traut, rauszugehen und mit was nicht. Weißt du, wie ich meine? Ja, bei Donnerbalkan ist mir das auf jeden Fall deutlich leichter gefallen wie jetzt bei den Bands jetzt.

Warum? Das ist eine gute Frage. Woran das dann eigentlich immer liegt, dass man sich da nicht so richtig traut.

Wenn du jetzt was schreiben würdest, was wäre das denn für eine Besetzung?

Das wäre die Techno-Besetzung auf jeden Fall. Da würde ich auch echt versuchen, einfach nur eine gute Baseline plus eine gute Gegenstimme oder obere Stimme. Also dass es wirklich auch geil runtergebrochen werden kann auf das Wesentliche.

Ein Supporter dieser Folge ist Buffet Grampant Europas größtem Hersteller von Blasinstrumenten mit Sitz in Markneukirchen und Geretz Reed. Buffet Grampant stellt alle Arten von Blasinstrumenten her, vom Schülerinstrument bis zum Profi-Instrument. Wenn ihr mal wieder auf der Suche nach einem neuen Instrument seid, weil euer Instrument entweder alt ist oder ihr vielleicht einfach mal auch was Neues ausprobieren möchtet, dann lege ich euch wirklich ans Herz mal bei den verschiedensten Marken von Buffy Crampon zu stöbern.

Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. Was ist deine Lieblingsbaseline, wenn du jetzt, also wenn du so an Cover-Sachen denkst?

Lieblingsbaseline euch.

Da gibt es so viele coole.

Du kannst ja auch mehrere nennen, weil die Hörer mögen dann immer gerne das dann auch nachhören. Deswegen sind das solche Tipps immer ganz gut.

Natürlich, Don't Start Now von Dua Lipa. Mag ich total gern.

Okay.

Was spiele ich denn noch richtig gerne? Billy Eilish, den Dum, Dudü, Dudum, dum, dü dü, dum. Wie heißt der jetzt der Song?

Ist das Badguy? Ja, genau, Badguy. Doch, Badguy. Ich kenne meinen Billie Eilish-Song, ich werde wahnsinnig.

Ich richtig gern spielen. Dann ist ein absoluter Herzenssong meinerseits der Mau Beta Blues auf jeden Fall. Den liebe ich auch mit der Tuba zu spielen. Ansonsten müsste ich dir vielleicht noch ein paar schicken aus dem Kopf.

Gerne. Die packe ich dann in die Shownotes. Dann können die Leute mal so ein bisschen hören. Hörst du dir eigentlich auch so amerikanische Hip-Hop-Brassbands an, um so zu hören, was so die Kollegen da drüben machen, so an der Tuba?

Youngblood-Brassband, sowas. Ja, und die Roots zum Beispiel, Ducky Chops. Ja, ja, mach ich schon. Mach ich auf jeden Fall.

Du hast das Ganze am Anfang erwähnt und ich habe das auf Instagram gesehen. Du bist immer noch anscheinend viel für die Kirche tätig. Oder was jetzt so Schirmherrin von so einem Ding ist?

Ja, genau, also viel für die Kirche tätig tatsächlich. Das kann man sagen.

Das ist ein bisschen übertrieben. Das war jetzt falsch formuliert. Das war falsch formuliert.

Das war jetzt eine Sache seit, ich weiß nicht wie vielen Jahren, aber ich bin auf jeden Fall Mämingen und den ganzen Gruppen, in denen ich damals war, irgendwie sehr verbunden nach wie vor. Genau. Und da die hatten mich angesprochen, genau, ob ich da nicht Schirmherrin sein könnte.

Ist dir Glaube wichtig? Ja. Hilft dir das manchmal, gerade in so Situationen, wenn du sagst, okay, manchmal hast du Angst, ob das das vielleicht auch bald vorbei sein könnte?

Auf jeden Fall. Ich weiß nicht, wie das andere Leute machen, ehrlich gesagt. Doch, hilft mir.

Ja. Glaubst du, dass du, als du bist denn jetzt da bist, wo du bist, ist Schicksal oder Zufall?

Boah, das ist einfach harte Arbeit.

Ja, aber du weißt ja, wie es ist, man muss immer die richtigen Leute kennenlernen. Ich will jetzt gar nicht. Also ich will deine Leistung nicht schmellen, um Gott will. Also das ist mir schon klar, dass das Arbeit ist, aber man muss ja die richtigen Leute, du musst am richtigen Platz. Du weißt, was ich meine.

Ja, boah, ich glaube weder an Schicksal noch an Zufall irgendwie. Was gibt es da noch? Ja, einfach machen, oder? Also ich kann das überall, ich kann das echt gar nicht beantworten. Schicksal. Nee, ich glaube da halt Vollgas dran, dass man es eh selber irgendwie in der Hand hat. Weißt du, würde ich, hätte ich nicht zu allem Ja gesagt und ja, ich hab Bock während meines Studiums, dann weiß ich nicht, also ja, wenn die mich bei Donnerbalkan, als die Idee aufkam, diesen Song zu covern und sie nach einem Tuba gefragt haben, weiß nicht, dass sie mich gefragt haben, warum.

Weiß ich nicht, deswegen frage ich besser nicht.

Ich kann es nicht beantworten. Was ist das bei dir? Das würde mich jetzt interessieren.

Puh. Ich bin das nicht gewohnt, dass Rückfragen gestellt werden.

Ja, dass ich irgendwie relaten kann, an was man das festmachen kann.

Schwierig. Ja, ich glaube, also manchmal, das ändert sich bei mir tatsächlich so ein bisschen. Und deswegen ist das eigentlich völlig ein Quatsch, dass ich das so sage. Aber ich glaube schon manchmal, dass sich Dinge so ergeben, weil sie sich so ergeben sollen. Irgendwie. Also wenn ich so manchmal an Dinge denke in meinem Leben.

Ich hätte mich, also ich habe zum Beispiel in meinem Studium auch ganz viel gespielt und ganz viel dirigiert, ganz viel unterrichtet und war zum Beispiel im Vergleich zu anderen dann weniger auf irgendwelchen Partys. Das hat natürlich im Studium dann so ein bisschen, ich will nicht sagen, dass man dann weniger Sozialkontakte hat, aber es macht ja trotzdem was so mit einem irgendwie.

Irgendwann ist mir aufgefallen, okay, du bist auf den ganzen Bildern vom Semester ja gar nicht drauf, ist ein bisschen komisch. So, wenn ich jetzt so betrachte, ich habe das alles gemacht und habe in viele Sachen reingeschnubbert. Ich habe auch viel Jazz gespielt und so und bin jetzt da, wo ich jetzt bin und mache das, was ich mache.

Und zum Beispiel für den Podcast ist das total hilfreich, weil ich schon ganz, ganz viel gesehen habe und ganz, ganz viel gemacht habe. Ich hätte mich aber damals auch ganz anders entscheiden können. Ich glaube aber, dass das schon der richtige Weg war und vielleicht so sein sollte. Das ist jetzt komische Antwort wahrscheinlich.

Ja, also, aber genau, ich würde das auch so irgendwie sagen und dann aber halt, es ist halt, also irgendwie ist für mich da die eigene Entscheidung und der eigene Wille und Wunsch, den man in sich drin hat. Ich glaube, das ist das, was einen doch immer steuert.

Das ist jetzt so die philosophische Frage dahinter.

Ja, ich glaube tatsächlich weder an Schicksal noch an Zufall.

Aber du hast ja gerade gesagt, der Glaube ist dir wichtig. Spielt es dann in der Hinsicht eine Rolle? Also ich habe auch schon mit ganz vielen sehr gläubigen christlichen Musikern zusammengespielt, die dann das so alles irgendwie in die Hand Gottes geben und sagen, okay, wenn es so sein soll, dann soll es so sein.

Das war mir dann immer so eine Spur zu drüber.

Das ist mir eben auch viel zu drüber. Also irgendwie, also ich habe tatsächlich extrem, also diese Selbstwirksamkeit, die habe ich irgendwie total gespürt. Also, ob ich mich entscheide, in der Früh um sieben aufzustehen und dann zu üben oder eben nicht. Also, ja. Nehme ich so.

unknown Ja.

Aber das ist natürlich, also das ist dann, das ist kein Zufall. Nee, natürlich. Und das ist auch kein Schicksal irgendwie, dass ich dann, ja, ich weiß es nicht. Also, was auf jeden Fall schickshaft noch wäre, wenn man das so in der Rückschau sagen will, ich habe unfassbar viel Board gemacht früher. Also ich habe ganz viel Leichtathletik gemacht.

Zu den krassesten Zeiten habe ich viermal die Woche trainiert und war auf Wettkämpfen und hatte da auch riesen Spaß mit einer super Mannschaft. Und irgendwann ist die Mannschaft so langsam weggebrochen. Und ich habe halt dann auch viel Einzelunterricht bekommen. The Tuba came in my life. Und dann hat so nach anderem and the soziale Umfeld, was die Tuba mit sich gebracht hat, Leichtathletik verdrängt.

And I just Montag ins Training gehen, weil. Mittwoch dann mit Jugendkapelle und Freitag mit Stadtkapelle besetzt war. Und habe beim Leichtathletik auch gemerkt, dass mir dieses Einzelkämpfer-Ding, was dann eben kam oder auch weitergeführt hätte werden können. Also ich war auch zweimal bei den deutschen Meisterschaften, das wollte ich nicht.

Also ich hatte halt Bock auf dieses Mannschaftsding und deswegen lieber bin ich dann der Mannschaft der Blaskapelle beigetreten. Und jetzt aber witzigerweise kommt mir das krass zugute. Also dieses ganze Körperliche und Tanzen und Bewegen und Auf- und Abbau und so, das bockt mir natürlich. Also das fliegt richtig geil.

Und auch eben, dass ich mir mit der Tuba wirklich nie Mühe macht. Ich hatte noch nie Brückenschmerzen wegen einem Tuba-Spielen. Das ist total schickshaft, dass ich so lange Jahre irgendwie da im Kraftraum war bei Bankbrücken und irgendwie Kugelstoßen und Hürdenlauf und keine Ahnung was. Da meinen Körper darauf vorbereitet habe, für die Bühne fit zu sein.

Welches Tuba-Klischee findest du doof?

Also, natürlich das Geschlechterklische, das ist das Allerdurfste. Ansonsten, ja, dass sie irgendwie dann immer für die bedrohlichen Parts herhalten muss. Das finde ich so, naja, aber das ist immerhin was Musikalisches. Und dass man irgendwie besonders kräftig sein muss, um Tuba spielen zu lernen. Oder besonders groß oder so.

Also, weil ich habe wirklich, ich habe jahrelang unterrichtet, ganz, ganz viele Bläserklassen, Bläserklassen am Mädchengymnasium. Wenn das Kind Bock hat, Tuba zu spielen, dann kriegt es einen Tuba-Ständer und hebt es einmal hoch und spielt es dann und stellt es einmal wieder ab. Und das hat wirklich jedes Kind da geschafft.

Und die, die eben sagen, hey, das ist mir irgendwie zu krass, die lernen es dann halt nicht. Also, aber dass es körperlich da irgendwelche Grenzen gibt, ja, finde ich irgendwie auch ein doofes Klischee. Also das ist die gäbe.

Ja, das würde ich so unterstreichen, weil das bei uns in der Schule auch ganz gut funktioniert, wie du schon sagst, Tuba-Ständer und so. Und notfalls hilft man halt noch, solange sie ein bisschen kleiner ist. Ja, genau. Und fertig.

Und also am Anfang müssen die Eltern sowieso, ob sie das Kind jetzt mit der Posaune zur Schule bringen oder zum Unterricht oder mit der Tuba, das ist dann gerade wurscht. Also da ist dann halt, das weiß ich nicht. Dann muss man halt Klavier lernen, dann muss man nur die Noten.

Bei uns gibt es die Luxussituation. Sie kriegen mal eine Tuba mit nach Hause und wir haben Tuben an der Schule. Die müssen nur das Mutsching mitnehmen.

Das hatte ich an dem Mädchengymnasium auch so geil. Sogar die Euphonium-Spielerinnen.

Ja, genau. Euphonium bei uns und je nachdem, wie es eingewallt ist, manchmal auch die Posaunen. Total cool.

Echt Posaun auch.

Ja, das ist doch richtig cool.

Eben Posaune ist doch viel schlimmer. Das ist doch viel anstrengender, das hochzuhalten.

Aber welches Tuba-Klischee würdest du sagen, erfüllst du?

Erfülle ich ein Tuba-Klischee? Fällt mir keins ein.

Okay.

Also vielleicht, dass ich, also wenn du sagst, dass alle Tubistinnen und Tubisten, mit denen du geredet hast, dass die schon so, dass die so diszipliniert sind, dann würde ich sagen, ich erfülle dir dieses Klischee.

Okay, aber es ist wirklich so. Du kannst ja jede Tuba-Folge bei mir anhören, alles sind sie. Das ist der Hammer.

Ja, wahrscheinlich, wenn man es halt so beweisen muss, dass die Tuba nicht langsam und schwerfällig ist irgendwie.

Ja, oder ich habe mir das auch schon mal überlegt, ob es vielleicht an diesem schon auch Einzelkämpfer-Ding dann natürlich geht, weil zumindest im Studium mir klar ist, es gibt halt eine Stelle. Weißt du, als Trompeter weißt du, da sitzen mehr als Geige, weißt du, okay, da sitzen auch schon mal mehr, die Chance, eine Stelle zu bekommen, ist nochmal eine deutlich höhere, weil einfach mehr Stellen vorhanden sind.

Das war ja nicht.

Also ich würde da gleich mal ein krasses Klischee raushauen, dass Streichinstrumente spielende viel mehr üben, noch als ich habe keine Ahnung. Das ist alles. Keine Forschung.

Jetzt wollte ich dich euch nochmal als Zuberspielender im guten Licht da stehen lassen. Naja, ich habe gelesen, dass du dich immer weiterbildest. Also stehst zumindest auf der Jazz-Rausch-Big Band-Seite, wenn ich es richtig im Kopf habe. Oder?

Also ich weiß jetzt nicht so genau, was damit gemeint ist.

Habe ich mir das eingebildet? Nein. Doch, natürlich hier. Jutta liest sehr gerne und bildet sich auf Konzertreisen ständig weiter. So. Was bedeutet das?

Was bedeutet das? Ja, das ist eine gute Frage. Die sind ja wirklich mit riesigen Augenzwinkern geschrieben worden.

Das ist mir schon klar, aber es ist ja immer ein bisschen Fünkchen Wahrheit dabei.

Ja, also wahrscheinlich, weil ich wirklich die Zeit auf Fahrten oder so zum Gig hin und zurück wirklich halt gerne dafür zum Lesen nutze. Also und auch beim Lesen habe ich kein, also habe ich nichts, was ich nicht lesen würde. Und leih mir auch ganz viel hier aus dem Bücherschrank aus. Und dann kann schon mal sein, dass irgendwie ein Psychologie-Ratgeber dabei ist oder ja, irgendwie, keine Ahnung.

Und dann die Band denkt, oho, ja, aber da würde ich mich jetzt nicht drauf festnageln. Was liest du gerade?

Ich lese gerade ein Buch, das ich immer mal wieder angefangen habe, Anna Karenina.

Oh, Oßforderung ist so ein Schinkenbuch.

Ja, ja, genau. Und ich habe mich immer noch nicht durchgearbeitet, das habe ich jetzt wieder angefangen. Und ansonsten habe ich das großartige Geschenk von meinem Partner, dass ich die Zeit als Printmedium bekomme. Deswegen lese ich dann immer die Zeitung und das Zeitmagazin vor allen Dingen. Das liebe ich sehr.

Ja, das ist auch mal das Einzige, was ich geschafft habe, als wir die bekommen haben. Ich glaube, wir kriegen die jetzt seit zwei Wochen nicht mehr. Weil meine Frau irgendwann gesagt hat, wir lesen die nie, weil ich einfach nicht dazu bekomme. Aber das Magazin fand ich mal super.

Ja, genau, das liebe ich auch sehr. Und das ist dann eben so was, ich nehme mir für die Fahrt dann aktiv vor zu lesen. Weil ich halt weiß, das ist Zeit, die kann man natürlich im Handy verdaddeln oder schlafen oder sich unterhalten. Viele nutzen das tatsächlich auch zum Arbeiten, aber das kann ich zum Beispiel gar nicht.

Ich will dann da echt chillen oder eben am liebsten lesen.

Ich lese gerade ein Buch, den das hat mir ein Tubist empfohlen. Welches? Learn Faster, Perform Better für ein Buch.

Es läuft sich tatsächlich gut. Okay, cool.

Bisher. Kann man vom Tubisten, weil wir gerade mit dabei waren. Wie wichtig ist dir Social Media? Also Homepage hast du nicht? Also irgendwie. Oder bist du schon, hast du so ein Standing, dass du es nicht brauchst?

Nee, es ist eher was, was mir total im Magen liegt, wo ich mir dann auch immer wieder vornehme, dass ich es jetzt angehe. Das ist mir tatsächlich peinlich, dass ich keine Homepage habe.

Peinlich sogar.

Ja, das ist mir tatsächlich peinlich. Also, weil, also irgendwie, wir haben 226, wenn man da kein, also wenn man da eben so einen halbgaren Wikipedia-Artikel nur findet, das ist schon irgendwie, da, das ist mir tatsächlich peinlich. Gut, dass wir drüber sprechen, das erhöht den Druck. Genau. Ansonsten, ja, Social Media ist natürlich, macht mich total krank, muss ich ehrlich gestehen, auch weil es mich, also das ist irgendwie, wenn ich dann selber immer spüre, dass ich jetzt irgendjemandem irgendwas neide, obwohl ich die Person im echten Leben sehr, sehr gern habe, das finde ich einfach komplett furchtbar, dass das diese Gefühle bei mir da generiert werden.

Weil, also aus musikalischer Sicht oder dann auch.

Ja, oder wo die, genau, aus musikalischer Sicht. Wobei das, da finde ich tatsächlich sogar, das finde ich oft inspirierend, wenn Leute da was zeigen, was sie spielen. Aber wenn ich sehe, ah, jetzt spielt die Person mit der Band da und da, dann kann es schon sein, dass ich mir denke, oh, da würde ich jetzt aber irgendwie, wieso spiele ich da jetzt nicht?

Genau, und das will ich einfach überhaupt gar nicht fühlen müssen.

Das stehe ich.

Auf der anderen Seite ist es natürlich heutzutage ein absolutes Werbemittel kostenfrei. Also ja, wenn man das nicht macht, ist auch irgendwie, ja, ich weiß nicht. Also eigentlich wäre für mich die schönste Variante eine ordentliche Homepage und dann ein Newsletter. Und dann würde ich, glaube ich, so nach und nach eher schauen, dass sich die Leute, die es wirklich interessieren.

Also wenn ich auch immer das Gefühl habe, ich nerv die Leute. Jeder Mensch hat schon Trilliarden mal gesehen, wo ein Dubist gerade im Orchester sitzt oder im Bierzelt oder keine Ahnung was.

Und trotzdem wollen sie es nochmal sind. Ja, man will es halt doch irgendwie.

Ja, und also umgekehrt, also ich folge auch ein paar Leuten, eben, die ich super inspirierend finde, die ich in irgendeiner Weise eine Vorbildfunktion finde oder von denen ich mir Sachen abschaue oder Rezepte nachkoche und so. Also ich nutze es auf jeden Fall und ja, wahrscheinlich, wenn man irgendwie seinen Algorithmus ein bisschen auf andere Sachen trainiert, dann kann man da auch viel mitnehmen.

Aber es ist halt auch wirklich, jeder zweite Slide ist halt Werbung. Ja, und dieses wirklich, dieses hohle Zeitverdaddeln, das ist halt eigentlich, das tut mir eigentlich körperlich weh, obwohl ich das natürlich auch mache. Und eben statt zu lesen im Auto dann zwei Stunden lang auf Instagram abhänge oder Pinterest oder keine Ahnung was.

Und man weiß davon so wenig hinterher. Das ist so immer für mich so die bittere Erkenntnis. Was habe ich mir eigentlich angeguckt? Ach, keine Ahnung. Oder ich weiß noch und denke mir, aber Mehrwert habe ich nicht. Und das ärgert mich danach, dass ich mich da nicht früher losgesetze. Genau.

Auf der anderen Seite, klar, kriegt man irgendwie Sachen mit und denkt sich, ach krass, der spielt heute hier. Bin da schon empfänglich für Arten von Content. Ja, aber zum Beispiel, ich war auch eine ganze Zeit lang auf TikTok und fand das auch mega faszinierend und habe dann aber gemerkt, hey, dann das irgendwie, das wird alles, das ufert so aus.

Und eigentlich, eben, mit dem, was ich jetzt machen möchte in meinem Leben, bin ich eh schon so ausgefüllt.

Aber Tuba Videos selber machen? Willst du nicht. Nee. Du könntest ja, weil du sagst, du findest andere inspirieren, du könntest ja auch Inspirationen für junge Musiker sein.

Naja, ich glaube, dass man dann halt am Ende doch das macht, was man gut kann und wo man Bock drauf hat. Und ich habe auf Videos selber machen wirklich Nadel. Kein Bock. Also ich denke mir schon auch manchmal, ja, das wäre jetzt vielleicht ganz cool, aber bis das dann so weit ist, dass ich das rausschicken würde, also das würde in keinerlei Verhältnis stehen.

Ja, verstehe ich.

Deswegen, ja.

Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Wahrscheinlich noch ziemlich in derselben Lage wie jetzt. Also ich habe hoffentlich gesunde Kinder und Platz zu wohnen in München mit meiner Family. Und weiterhin spielend. Also im Idealfall kommen noch ein paar richtig krasse Sachen einfach dazu.

Die Ärzte zum Beispiel?

Die Ärzte zum Beispiel oder auch einfach größere Konzerte, irgendwie krassere, oder nicht krasser, aber Tourneen. Ja, und vor allen Dingen halt viel mehr Skills noch. Wahrscheinlich in fünf Jahren stehe ich wahrscheinlich dran und moderiere voll easy.

So, genau. Vielleicht gibt es ja eine Soloshow mit dir.

Ja, auch so, auch so was. Irgendwie, dass ich, glaube ich, immer bewusster noch rausarbeitet, wer ich eigentlich bin auf der Bühne, was ich mit der Tuba alles noch erreichen will. Ich werde auf jeden Fall in fünf Jahren noch deutlich besser Bassbosonne spielen, als ich das jetzt mache.

Ich habe gelesen, du machst das noch nicht so lang, gell?

Nee, genau. Das war dann, die Big Band spielt elf Monate im Jahr Techno-Jazz und einen Monat Weihnachts Swing. Und immer in diesem Monat hatte ich frei. Weil das dann traditionell besetzte Big Band ist. Und dann kam Corona und zu viel Zeit. Ja, was heißt zu viel Zeit? Das war tatsächlich eine der Sachen, wo ich wusste, wenn ich mal Zeit habe, dann gehe ich das an.

Das heißt, ich habe mir dann irgendwie im Mai 2020 eine Passbosonne erstmal ausgeliehen, genau, und dann gekauft. Und ja, habe den ganzen Sommer bis zum Winter nur diese Weihnachtsstücke geübt und konnte dann da mitspielen. Und ja, jetzt sind es schon deutlich mehr Sachen. Aber das ist einfach ein ganz neues Instrument.

Also bis auf das es auch ein Blasinstrument ist, ja, muss man es einfach ganz neu lernen und üben.

Du sagst, du willst so Tourneen und so machen oder vielleicht gibt es ja mal eine Soloshow. Ihr spielt ja jetzt in diesem, wie heißt das, Bergson?

Ja, Bergson-Kunstkraftwerk.

Genau. Wie blickst du denn zurzeit auf die Kultur?

Ja, es ist ein gutes Thema. Irgendwie macht es mir schon alles so ein bisschen Sorge, weil einfach glaube ich, nicht mehr so leicht Geld ausgegeben wird für Kultur, wie weit man den Begriff auch immer fasst. Und das macht es natürlich nicht unbedingt leichter. Auf der anderen Seite ist auch ist halt Kultur genau das, was irgendwie den Unterschied macht.

Und irgendwie so einen Abend im Theater hat man halt wirklich was von. Oder ein Konzert oder ins Museum. Also wenn man sich drauf einlassen kann und will, dann hat man halt immer den krassen Mehrwert und immer Input und immer irgendwie was, was einen anregt, was glaube ich extrem wichtig ist. Ja, und was auch, was auch nie wegfallen wird.

Aber klar, also irgendwie so dieses, dass alles teurer wird und man dadurch halt gucken muss, wo man seine Kohle ausgibt. Das habe ich schon ein bisschen irgendwie auf jeden Fall gespannt in die Zukunft.

Hast du das Gefühl, dass wie formuliere ich das jetzt, ohne dass das blöd rüberkommt, dass Kultur manchmal ein bisschen einfältiger wird? Ich weiß nicht, ob.

Also ich weiß, was du meinst. Ich glaube, man kann das gar nicht pauschalisieren. Und ich glaube, dass Kultur manchmal eher zu krass wird und zu viel voraussetzt.

Wie man, zum Beispiel?

Ja, dass man in ein Theaterstück geht und total wissen muss, was die Personen sind und der Kontext und alles, dass man es irgendwie gar nicht checken kann. Genau, also und einfältig würde ich so nicht sagen. Also ich glaube, es muss, es muss halt, ja, also oder es geht in beide Richtungen wahrscheinlich.

Aber ich glaube, also im Großen und Ganzen habe ich total das gute Gefühl. Also wie gesagt, jeder macht halt das, was er machen kann und muss. Und was er gut kann. Und ja, im Idealfall kann er damit Leute begeistern, ob das, also was das dann ist, ist im Endeffekt wurscht. Aber es muss halt, ja genau, es muss für Menschen interessant sein.

Also ich sehe eher ein Problem darin, dass es irgendwie halt gemacht wird, weil die finanziellen Mittel da sind und man macht es dann halt und muss jetzt nicht unbedingt darauf achten, wer wie viele Leute dann kommen oder so. Also lieber, lieber ist es niederschwelliger, sage ich mal, und die Leute kommen, weil sie sagen, hey, das wollen wir sehen und hören.

Ja. Also eigentlich habe ich gar nicht so das schlechte Gefühl, weil ich zum Beispiel gerade die Entwicklung mit den Live-Podcasts und auch Comedy oder so, du, das sind, das sind Riesenhallen, die da gefüllt werden. Also offensichtlich ist der Wunsch, entertaint zu werden, da der ist da und dafür wird auch Geld ausgegeben.

Nur halt, ob ich entertaint werde in einem Quintett-Konzert von einem Blechleser-Quintett oder bei dich und ergreifend oder eben in der Oper oder beim Theater. Genau, das oder im Podcast, im Live-Podcast.

Meinst du, dass sich da die Form auch ein bisschen ändern müssen? Die Aufführungsformen an sich?

Da wage ich mir kein Urteil. Also, ich glaube es nicht. Also, ich weiß nicht, was sich da ändern müsste. Ich glaube, wenn das jemand wüsste, dann hätte man es schon getan.

Naja, manchmal hält man ja auch an alten Dingen fest, weil man es irgendwie nicht loslassen möchte. Okay. Ich würde jetzt so langsam zu den letzten Fragen kommen. Was würdest du gerne mal machen, hast dich bisher aber nicht getraut?

Im Ausland leben.

Okay.

Also eigentlich irgendwie englischsprachiges Ausland. Also die Idealvorstellung wäre die, dass ich irgendwie ein halbes Jahr an irgendeine Uni berufen werde, wo ich ein bisschen dann Tuba-Unterricht geben kann. Und aber eben abgesichert bin, dass meine Familie mitkommen kann, dass irgendwie danach alles so weiterläuft.

Ja, wobei eigentlich irgendwie, ich glaube, spanischsprachig wäre auch total geil. Kannst du Spanisch? Nicht mehr, aber das, glaube ich, könnte ich gut wieder auffrischen. Sowas fände ich geil. Genau, ins Ausland. Im Ausland Tuba spielen.

Welchen Film, welches Buch sollte man gelesen oder geschaut haben?

Du stellst Fragen. Das sind die Standardfragen.

Ja, ich weiß, ich weiß. Ich weiß. Welchen Film? Der Name der Rose, auf jeden Fall. Oha.

Gelesen oder geschaut? Beides. Aber als Film. Okay, also weil gelesen, ich habe das jetzt schon zweimal angefangen zu lesen. Und ich breche es immer wieder ab.

Nee, als Film, als Film, ganz dringend. Als Film. Und Buch gelesen. Oh Gott, mich rühren eh alle Bücher so krass, wenn die gut geschrieben sind. Zum Beispiel, boah, aber da mich festzulegen. Für Polina fand ich fantastisch. Das ist jetzt gerade erst rausgekommen, dass es. Aber ja, und ansonsten ganz lang ein Riesenfavorit oder auch nach wie vor ist die Bücher, die bin.

Das ist eigentlich so ein Buch.

Sehr schön. Welche Aufnahme sollte man sich mal angehört haben?

Also auf jeden Fall alle Alben der Jazz Rauschbigband.

Auf jeden Fall.

Ja, auf jeden Fall. Und ansonsten, boah, ich weiß nicht, diesen Track von. Naja, also man sollte sich auf jeden Fall irgendeinen Track von Fred Again mal reinziehen und sich und auschecken, wie das gemacht ist. Das ist eigentlich das Krasseste.

Das sagt mir gar nichts.

Der sagt ja gar nichts. Oh mein Gott. Fred Agagen, Punkt Punkt. Und der hat so einen Track. Also den gibt es auch mit Live-Bläsern. Und aber der Track, der noch krasser ballert, ist leider mit MIDI-Bläsern oder die Bläser so verfremdet, dass sie so MIDI-mäßig klingen. Aber das ist ein Techno-Track mit einem Ritardando drin.

Also man rastet aus. Wie heißt der jetzt? Beetus Horns.

Okay.

Ganz wichtig.

Okay, ich check das aus und schreib dir dann, wie ich das finde. Das würde mich auch interessieren. Ist nicht meine Standardfrage, aber ich frage jetzt aus eigen Interesse, was würdest du oder was sollte ich meinen Blaserglassen-Kids zeigen, gerade für die Tubisten, dass die sagen, wow.

Ja, irgendwas von Youngblood Brass Band oder auch Tuba Solo-Literatur. Also der, wie heißt er, der? Konstantin Hartwig hat so eine Soloplatte, wo ich immer mir denke, oh mein Gott, das ist einfach zu krass.

Okay, abschließend, was sind deine privaten Wünsche und die Wünsche für die Bläserwelt und Blasmusikszene?

Also die privaten Wünsche sind tatsächlich gesunde Menschen in meinem privaten Umfeld. Ja, dass ich auch selber irgendwie gesund bleiben und fit für die Tuba. Und für die Bläserwelt, ja, eigentlich, also am liebsten, dass jeder Mensch ein Blasinstrument lernt. Das wäre mein großer Wunsch, weil ich glaube, das würde so viel ändern.

Also allein dieses Körperliche und die Atmung, Musik machen, hören, miteinander Musik machen, das wäre einfach, das wäre echt der Shit. Dann könnte man echt gleich was anpacken. Also es können auch andere Instrumente sein. Aber jeder Mensch, wenn. Oder singen auch super gut.

Das nehme ich so. Manchmal habe ich so ein Zitat, kann ich auch drucken lasse. Ich nehme das, glaube ich. Lernt alle im Blasinstrumenten, das ist der Shit. Nimm das so. Sehr gut. Dann vielen lieben Dank, dass du dir heute Abend Zeit genommen hast.

Sehr gerne, danke für das Gespräch.

Das war Jutta Käes hier im Blasmusik-Podcast. Ich freue mich, dass ihr bis hierhin gehört habt und würde mich natürlich jetzt sehr interessieren, was ihr aus dieser Folge mitgenommen habt. Ich finde es total befreiend, auch wenn es mir immer wieder schwerfällt, darüber zu sprechen, dass sie sagt, sie möchte einfach nicht auf das Geschlecht reduziert werden, denn Instrumente haben kein Geschlecht.

Und ich glaube, wir sollten diese Diskussion tatsächlich auch langsam lassen. Aber wie ich das schon gesagt habe, es ist gar nicht so leicht. Irgendwie muss darüber gesprochen werden, aber mit wem soll man es tun? Macht man es nur mit Frauen? Reduziert man sie darauf wieder, macht man es mit Männern?

Heißt, die können dazu nichts sagen. Also es ist ein schwieriges Thema, mal sehen, wie ich in Zukunft damit umgehe, ob ich das Thema jetzt erstmal ein bisschen liegen lasse. Wir werden es sehen. Mich fasziniert einfach diese Leichtigkeit von Jutta, wie sie mit Musik umgeht und sich immer wieder in Neues reinwirft und einfach alles ausprobiert.

Wenn euch diese Folge gefallen hat und ihr wollt noch mehr Tuba-Content, dann schaut doch mal, es gibt einige Tubisten, die schon hier zu Gast waren. Zuletzt Sean Oneux. Er ist Tubist der Willebruck-Brassband und somit amtierender Europameister. Peter Leib war schon da, Florian Hatzelmann war auch schon da, sogar zweimal.

Also ihr seht, hier gibt es jede Menge Tuba-Content, den ich euch noch ans Herz legen möchte. Ich bedanke mich bei meinen Supportern, Buffet Grampont bei der Wurzdog Academy nicht vergessen. Den Anmeldungslink findet ihr in den Shownotes und bei der Konzertmeister-App. Ich bedanke mich bei Dirk Martes für die Musik bei Leandermachern für den Schnitt und ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid.

Solltet ihr Gästewünsche haben, dann lasst es mich wissen. Ansonsten freue ich mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Macht's gut, euer Andi.

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