On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 6· Folge 141

Berthold Schick (Tenorhorn) - 20 Jahre Allgäu 6

Donnerstag, 7. Mai 2026 · 1 h 33

MP3

Shownotes

Schreib mir gern dein Feedback! (buzzsprout.com/1023469/fan_mail/new)
Berthold Schick war schon 2022 zu Gast. Heuer feiert er sein 20jähriges Jubiläum mit Allgäu6 ein Anlass mit ihm über Vergangenes aber auch die Zukunft zu sprechen.
Instagram:
@berthold_schick (instagram.com/berthold_schick)
@andyschreck_ (instagram.com/andyschreck_)

Hier gibt's das Gespräch aus dem Jahr 2022:
open.spotify.com/episode/7sCnMH7AFqHsb6NZ0UUEU…

Buffet Crampon:
Instagram: @showroom_munich (instagram.com/showroom_munich)
showroom.buffetcrampon.com/de/startseite/munchen
Woodstock Academy:
woodstockacademy.at
-> und mit dem Promo-Code: academyonair spart ihr euch 10% (Bis zum 31. Juli gültig)
Brass Boat:
brassboat.com

Wie du mich unterstützen kannst?
- Podcast abonnieren
- Newsletter abonnieren -> Air-Mail (bit.ly/3EnZCUp)
Du willst den Podcast werbefrei und früher hören?
- Werde Patron -> patreon.com/andyschreck

Schnitt: Leander Machan
Musik: Dirk Mattes

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Wenn du am Radio gesendet wirst, dann muss man dich erkennen. Im zweiten Takt muss man wissen, das ist Algol 6 oder das ist Viererblecher oder das sind Innsbrucker. Gewisse Entwicklungen, die es halt manches Mal gibt, mit lauter, schneller Höhe, dass die keine so große Rolle bei uns spielt. Und dass einfach dieses mit Herzmusizierer, dass das halt im Vordergrund bleibt.

Nicht Spektakel, sondern also da kann auch jeder schnell und lauter und hochspieler bei uns. Aber das soll nicht im Vordergrund stehen.

Wir sind onzlich willkommen bei OnAir, dem Blasmusik-Podcast. Mein Name ist Sandy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von OnAir, dem Blasmusik-Podcast.

Ich darf alle neu hinzugekommenen begrüßen und wer es von euch noch nicht gemacht hat, klickt doch bitte am besten jetzt schon auf Abonnieren. Damit könnt ihr mir ganz schön helfen, diesen Podcast noch größer zu machen. Mein heutiger Gast ist Bertold Schick. Er war schon vor vier Jahren zu Gast und da haben wir schon so ein bisschen über sein Leben gesprochen und jetzt war er wieder da, denn er feiert sein 20-jähriges Jubiläum.

20 Jahre Allgäu 6. Das war ein Anlass, mit ihm ein bisschen über vergangene Zeiten zu sprechen, wie er mit Stresssituationen umgeht, aber auch, was uns in Zukunft vielleicht erwarten könnte. Ich wünsche euch jetzt ganz viel Spaß mit Bertel Chick hier im Blasmusik-Podcast. Warst du ein sehr selbstkritischer Mensch?

Ja, eigentlich schon. Eigentlich gehe ich schon immer kritisch mit mir um. Okay. Und bringt einen aber auch eher weiter. Aber ich kann mir auch kindisch freuen, wenn was gut gelingt.

Okay.

Die kindliche Freude ging glücklicherweise nie ganz weg. Wann war das letzte Mal, dass du so richtig kritisch mit dir warst? War bestimmt dieses Wochenende. Wir waren in Thüringen beim Spielen und wie immer ist es halt Anfang ein wegen anstrengend irgendwie Anfang sie so. Und dann macht man sich, ja, also es war halt auch Stress, weil eineinhalb Tag vorher Hiobs Botschaft, Flügler nicht hatten, eine Vierberblas.

Ja, wird schon werden. Deswegen war der Georg dabei, gell? Dann war der Georg dabei, genau. Und so kurzfristig eben. Das ist ja für den auch nicht fein, wenn das länger geplant ist, ist ja viel feiner, ist ja klar. Und dann will man noch gut zureden. Ah ja, das geht schon, aber das ging nicht besser.

Die Lippe ist immer dicker geworden und die Unterlippe hat auch noch einen Vierberg gekriegt. Okay, und dann fängst du halt telefonieren an, ist ja klar. Und natürlich rufst du nicht den als erstes an, der gleich kann, sondern du rufst halt irgendwie eine gewisse Liste immer durch oder überlegst halt, wer könnte geschickt an der Strecke lieger oder schaust immer gleich.

Markus Privat hätte ich noch gedacht, alter Kollege von der Egerländer früher, aber die Egerländer waren unterwegs, an dem Wochenende auch. Stimmt, er war dieses Mal dabei, glaube ich. Eben. Und dann weiß ich schon, okay, ich brauche keinen Anrufer. Wenn Jungs in einer anderen Band spielen, schaue ich da auf den Terminkalender, bevor ich lang jemanden hinterher telefoniere und dann geht es eh nicht.

Aber so ist es halt immer. Und dann, ja, dann übt man halt nicht, was man halt üben sollen und macht nicht die Hausaufgaben, weil man hängt nur am Telefon und dann geht es los nach Denke, scheiße, das hätte ich schöner haben können.

Aber ist das dann nur, was du merkst, oder merkt das auch das Publikum?

Nein, das mag nur ich. Also es hängt ja nicht von der zwei Tage vor Gig ab, das hängt ja von den Monaten und Jahren zuvor ab, was man so gemacht hat. Aber ich möchte mich halt gern maximal wohlfühlern. Ich möchte es gern maximal genießen. Und wenn das manches Mal durch äußere Bedingungen nicht möglich ist, ja, macht man sich halt Gedanken.

Wie kann ich den Zustand herholen?

Aber was geht da in deinem Kopf dann so vor? Also wie lange ärgerst du dich dann auf der Bühne? Ja, ganz kurz einen Moment.

Einen kurzen Moment. Was hätte ich anders machen können oder wie hätte es abkürzen können, dass es weniger zeitaufwendig ist. Einfach ein paar solche Gedanken. Aber das dauert keine Stunde. Eine halbe, dreiviertel Stunde und dann ist abgehakt. Das ist wie wenn du unkonzentriert bist. Mein linker Flügelmann, mit dem spiele ich ja die ganzen 20 Jahre halber, an der Touba, der Habbo.

Und wir sind ja wie so ein bisschen Blutbrüder, sagen wir einfach. So lange kennen wir uns, so in- und auswendig kennen wir uns. Und dann, wenn Unkonzentriertheit ist, war ungewohnte Spielzeit natürlich. Nachmittag um 15 Uhr, wer spielt da? Jeder Musiker ist gewöhnt, um 20 Uhr auf Höchstleistung zu sein.

Am Nachmittag bin ich nochmal irgendwie so in der Relax-Phase. Und dann spätestens beim ersten Kieksen bist. Hell wach. Und so ähnlich ist er auch irgendwie.

Ich habe dich, glaube ich, noch nie Kieksen hört.

Oh, dann können wir das nach oder soll ich kurz die Kanne lassen. Ja, ja, machen wir. Das haben wir gleich.

Aber wenn du sagst, du überlegst dann, wie hättest du das abkürzen können? Zu welchem Schluss kommst du dann?

Ja, wäre nicht anders gegangen, deshalb ist auch schnell vorbei, meine Ärgerphase. Du berufst immer. Also man hat ja auch manches mal Glück und gleich der Erste, den man anruft, der kann. Und manches Mal dauert es halt ein bisschen. Ist ja klar. Und dann tritt halt so ein innerer Unruhezustand. Umso länger das es dauert, umso größer wird ein bisschen die Unruhe und das möchte ich eigentlich nicht, weil ich weiß, das bringt nichts.

Und weil ich denke, jetzt bin ich eigentlich alt genug, um das zu wissen, dass das nichts hilft. Und trotzdem steigt halt ein bisschen so die Spannung. Und ich glaube oder hoffe, dass es bei jedem Mal noch weniger wird, sozusagen, dass man, dass der, dass die Spannung steigt, weil du kannst ja eh nicht ändern.

Und irgendwie geht es ja immer, das lehrt ja auch die Vergangenheit, irgendwie geht es ja immer. Es ist ja immer Frage, wie es geht. Und ob du dich jetzt verrückt machst oder nicht. Früher habe ich mich stundenlang verrückt gemacht. Immerhin ist es jetzt schon unter einer Stunde, sage ich aber. Das ist schon ein guter Schnitt, finde ich.

Das ist eine gute Entwicklung, würde ich mal behaupten.

Auf jeden Fall. Also ich kenne das zu gut. Also für mich, das Schlimmste war vor drei Jahren. Ich habe vor drei Jahren ein neues Ensemble gegründet. So German Brass-Besetzung. Okay. Also wir sind sogar zwölf, muss man dazu sagen. Also wir sind vier Posaunen, fünf Trompeten, zwei Hörner und so. Und vier Tage vor unserem Premieren-Konzert ruft mich mein Tobist an und sagt, er darf nicht spielen, weil der Arzt Herz und so.

Jetzt kannst du kann ich den ja nicht überreden und sagen, komm, mach doch. Und da muss ich dazu sagen, ich hab an dem Tag genau einen anrufen müssen, der hat es dann auch gemacht. Also das war dann wirklich Volltreffer und super Lösung, aber trotzdem, das war so fünf Minuten lang für mich. Scheiße, wen rufe ich an?

Oder sagen wir es gleich ab, weil Premiere, wir sind noch nicht so zusammengespielt. Ensemble ist ja nochmal eine andere Sache irgendwie. Dann auch noch Tuba, ist ja nicht so, dass das irgendwie so die dritte Trompede irgendwo ist im Satz, sondern der muss ja irgendwie Tempi. Ständiger Leinspieler, die stimme ich.

Ja, ja. Also war eine heikle Sache. Deswegen, ich kann das gut verstehen. Ich bin nämlich heute auch schon wieder am Aushilfenplan gewesen. Ich kann das super verstehen. Und ich komme auch immer mehr zu dem Ding zu, ja, bleib ruhig, weil irgendwie ging es immer, das stimmt. Es ging immer, auch bei anderen Besetzungen.

Aber es wäre halt schon mal schön, wenn es einfach rechtzeitig geblieben wird.

Also man macht ja eigentlich immer alles, um rechtzeitig zu planen, aber du kannst natürlich nicht verhindern, dass jemand ganz kurz richtig krank wird oder ein Todesfall in der Familie hat. Die Sachen sind einfach nicht planbar. Und da muss man halt trotzdem dann flexibel bleiben. Und also, ich weiß nicht, darf ich dir meine zwei Schlimmstgefälle erzählen.

Ja, gerne, gerne. Wir haben schon einige Jahre her, ich glaube, du kennst den Tarek Porr, kennst du auch, oder? Aus Bienen. Ja, klar. Und in der Musikszene sehr aktiv. Und sein Umfeld, Lebenspartnerin und musikfreien Vorstand haben ihm, ohne dass er es wissen durfte, zum Geburtstag Algo 6 geschenkt. Und das war der 23.12., den Tag vor Heiligabend.

Wann war das? Vor Corona. Also schon einige Jahre her.

Ah, okay, da habe ich, glaube ich, mit ihm noch nicht zusammengespielt, weil ich spiele öfters mit ihm mittlerweile. Und ich weiß, der hat jetzt nochmal einen Geburtstag. Der hat uns jetzt nochmal eingeladen, 30.12. Ihr seid aber nicht schon wieder. Ja, bislang nicht.

Auf alle Fälle war ihr 23.12. sehr außergewöhnlicher Termin, fairer böhmische Besetzung. Normal ist da bei uns Winterpause. Und damals waren einige Kollegen noch mit kleinen Kindern daheim. Dann habe ich halt die Kollegen mal als erster angerufen. Eben den Flügelhandkollege, der jetzt die Fierberblas gehört hat.

So, Reini, wie schaut es aus? 23.12. Du hast zwei kleine Kinder daheim. Nimm an, muss ich eben aus der Kriegsbaum aufbauen. Fahre ich lieber weg. Okay, alles klar. Wir rufen den nächsten an. So, wie schaut es aus? Du hast Kinder daheim. 23.12. Soll man da losfahren? Kommt das ist jeder Tag, wo man meistens streitet.

Also wir nehmen an, wir fahren los. Okay, alles klar. Die anderen habe ich nicht mehr angerufen. Alle haben Könner, wir haben brutale Gaute gehabt. Und in der Zeit hatte ich noch das Jugendorchster in der Stadt Bibach geleitet. Und in Biebrach, im Städtli Biebach, gibt es einen sehr guten, nicht so bekannt wie Lindschokolade oder Milkar, aber es gibt wirklich einen hervorragenden Schokoladenhersteller, Bauerschokolade.

Und dort geht man halt so als Einheimischer sozusagen hin, wenn man für Weihnachter seine Sache besorgt. Und das Jugendorchästor mit über 100 Leuten hat Niklausfeuer gehabt. Und mein Job war es an dem Tag, diese ganz kleine, zur Tischdekoration, so zweieinhalb Zentimeter große Schokoladen-Nikoläuse holen, dass jeder da eins gekriegt auf seinem Platz vorfindet.

Und ich betritte diesen Laden und als erste, was ich sehe, einen 70 cm hohen Niklaus, Nikolaus aus Schokolade. Und der hat mit mir gesprochen, hat gesagt, Barthold, nimm mich mit. Und ich habe den total gut verstanden. Der hat Deutsch mit mir geredet. Und ich war so fixiert und habe die Idee so genial gefunden.

Das Ding nehmen wir mit als Überraschung für die Kollegen am 23.12. Dann nehmen wir das mit den Bus und ich bringe den Sohn Niklaus mit. Und das habe ich gemacht. Dann sind aber die Zustiege ja doch 50 Kilometer auseinander, bis wir alle im Bus sitzen. Wir mieten ja immer einen Sprinter, fahren so einen Spieler.

Und dann musste ich den ja 50 Kilometer lang noch verstecken, dass die Ersten das nicht sehen, dass ich den quasi erst auspacke, wenn alle im Bus sitzen. Dieser Gedanke hat mich derart abgelenkt, angeblich, anscheinend, dass ich die Notenkiste daheimsteherlasse habe. Mir sind zum Tarek angereist und die Notenkiste hat gefällt.

Und in der Sekunde, wo mir das bewusst wird, ja scheiße, klar, ich habe die Kiste daheimsteherlasser, weil ich habe da so ein Dings gebastelt, dass der Nicklaus reinpasste und dass man denen nicht sehen soll. Und da bin ich anscheinend schneeweiß geworden. Zwei Kollegen haben mich, also meine Farbveränderung wahrgenommen, haben mich sofort einen Abend nochmal verteilt.

Also die haben gewusst, dass das nochmal nie bei mir passiert, dass ich normal 101%ig alles machen möchte. Irgendwie kriegen wir es, irgendwie kriegen wir es. Macht du da nichts. Irgendwie kriegen wir das hin. Das war einer der schönsten Abende, die wir gespielt haben mit IGOS X. Wir haben einfach, ehrlich wert am längsten, haben wir gesagt, jetzt schon reden wir nicht lange um den heißen Breiraum, Tarek, wir haben die Notergestivergesser.

Gar kein Problem, ich habe zwei Musikkapeller da, die schon ständig gespielt haben. Die haben die Notarmpe noch da, da ist bestimmt einiges Zeug drin, wo ihr machen könnt. Geil, so machen wir es. Wir haben die Notomappe gekriegt von den Musikvereinen, die da waren, und haben dann das Mikrofon noch gefragt, ob jemand zufällig Alponn-Noten hat, weil das Alpern habe ich dabei gehabt, aber kein Alpnstück hat ja und niemandem Notenmappe drin.

Dann ist einer heimgefahren von den Gäste, über 20 Kilometer, weil er die Woche vorher gerade einen Notensatz gekauft hat bei mir, bei Novas Musikverlag, und so einen Alperntitel gekauft hat, hat die Noten gebracht. Wir haben es ausgehalten, eine richtige Show draus gemacht und zack, die Bohne haben wir auch sogar Alpennspieler können an dem Abend.

Also war ein sensationell schöner Abend.

Es ist doch eigentlich super, oder? Solche Sachen, die völlig ungeplant sind, meistens dann zu den besten Sachen, die man so in Erinnerung noch hat.

Ganz genau. Es geht ja immer. Also das beweist ja dieses Beispiel, es geht, obwohl du im Vorfeld nie dran auf die Idee kommen würdest, was machen wir jetzt, wenn tatsächlich die Notakiste fällt. Aber es ging. An dem Abend ging es.

Ja, ist doch auch irgendwie ganz cool, wenn da Musikvereine sehen, okay, die spielen mit unseren Noten, aber es klingt trotzdem nach Allgäu-Sex, oder? Das ist doch irgendwie auch eigentlich ein cooles Konzept. Macht es doch immer gut.

Wir spielen, ihr bringt die Noten. Du wirst Lacher, wir haben das ein paar Mal diskutiert, wir nehmen nie wieder Noten mit, weil es so ein halliger Abend war. Es hat uns so gut gefallen selber, es ist schon irgendwie lässig gewesen. Also es war irgendwie lässig, weil wir schon so wahrscheinlich nahbar rübergekommen sind, weil wir einfach ganz ehrlich gesagt haben, scheiße, wir haben die Notakiste vergessen.

Was machen wir? Wir sind da, wir spielen dann, wir möchten ganz Spiele, aber irgendwie wäre es geschickt, wenn wir Noten hätten. Ja, gar kein Problem. Zwei Musikvereine sind da, die haben ständig gespielt, waren die Noten da. Also, alles klar, dürfen wir die Ausleihen. Selbstverständlich die Mappe gekriegt und los ging's.

Das ist super. Finde ich cool. Finde ich super. Sollten wir immer so machen. Ich finde, das hat Konzept. Ich finde, das sollte man wirklich immer so machen. Aber ich finde, wir sind schon voll mitten im Gespräch, weil du hast ja quasi 20-jähriges Jubiläum und so Geschichten aus den 20 Jahren, das sind ja schön zu hören, was so alles passieren kann.

Ich würde trotzdem meine offizielle erste Frage noch stellen. Welches Stück hast du dir als letztes bewusst angehört?

Stanne der Heimat, ein ganz alt auch ganz alte Komposition von Repertoire der Original-E-Geländer, weil ich ja Arrangement gemacht habe und wir nehmen ja jedes Jahr zwei, drei Song, richtig Standard-Egerländer, die 70, 80 Jahre alt sind, ins Repertoire. Und das war der letzte, der dazu kam. Den haben wir das Wochenende das erste Mal gespielt.

Und?

War gut.

Super, einwandfrei. Wir haben es ja gemeinsam ausgesucht und dann mache ich ein Arrangement und habe ja oft irgendwie Noten, Ausgabe rumliegen von der großen Besetzung, aber höre mir trotzdem dann sehr aufmerksam die Noten an, also das Audio an. Ich habe auch von dem Titel zwei unterschiedliche Aufnahmen gefunden und habe natürlich die Aufnahme angehört, die meinem Geschmack mehr entspricht.

Und habe einige Änderungen in die Noten nochmal vorgenommen, gegenüber dem, also auch stilistisch, gegenüber dem, was ich als Vorlage an Noten hatte.

Was ist an der Aufnahme, die dir jetzt besser gefallen hat, anders?

Einfach so ein bisschen mehr Energie, ein bisschen frischer. Das Tempo war ein bisschen flotter. Und ja, irgendwie, es hat mehr Biss gehabt, so ein bisschen mehr, ja, Energie ist vielleicht das beste Wort. Ich habe sie richtig sitzen, die Kollegen von früher. Und habe das Feeling ja kennengelernt und habe ja mit einigen Leuten noch gespielt.

Oder Hans Reinach. Ich habe noch richtig so Leute gesehen wie der Hans Reiner, der gerade so wirklich nicht 99%, sondern 100% gibt. Und das habe ich so bei der Aufnahme, die mir imponiert hat, halt mehr gehört und gesehen. Darum war das dann mein Favorite.

Okay, aber wie gehst du an so ein Arrangement dran? Also machst du das immer so oder hast du dann manchmal schon eine Idee, ah okay, den Holzlauf will ich unbedingt haben, den nehmen wir meinen Flügler noch mit rein.

Also insgesamt steht ja Allgäu-Sex dafür, dass man schon sehr nah an der Tradition bleiben möchte, dass man nicht so viele Ausflüge macht und dass die Tuba von vorne bis hinten so Sechzehntel durchspielt. Das könnte unser Tuba-Spieler auch. Das zeigt er bei anderen solo-solistischen Einlagen. Aber trotzdem darf es ja immer eine eigene Note kriegen, ist ja klar.

Genau.

Und erstmal muss das Grundgerüst stehen und schreibe einfach die Melodiestimme rein, die zwei und den Bass. Und dann entsteht bei dieser Arbeit manches Mal, nicht immer, aber manches Mal eine eigene Nebenmelodie. So haben wir zum Beispiel bei Rosemarie, da keine Ahnung, tausend ist wahrscheinlich übertrieben, aber über 500 Anfragen haben wir gehabt, ob es die Noten nicht gibt.

Weil wir haben einfach eine andere Nebenmelodie drin, die es jemals live gab, auf Noten gab, im Original gab. Und das ist einfach beim Schreiber ist das einfach so passiert. Mensch, das könnte doch so auch passen. Und wir spielen das brutal ganz so. Es hat am Anfang gar niemand gemerkt, dass das nicht original ist für meine Kollegen, erst als sie es mal angehört haben, Original, hey, mir haben wir ja da ganz anders Arrangement.

Ja, auch schon aufgefallen. Aber es hat irgendwie, es hat sich so aufgedrängt. In mir hat es sich aufgedrängt, dass wir das so machen. Und das ist ein gutes Zeichen, wenn sie nicht gleich beim ersten Mal he, da stimmt doch was nicht. Du kennst es ja.

Ja.

Und wenn sie es gleich so wahrnehmen, ah, das passt so, das ist so quasi, das muss so sein, dann ist es ja gut.

Ja, dann hast du alles richtig gemacht, dann wächst es organisch. Genau. Und vor allen Dingen nahe an der Tradition, weil dann fällt es ja gar nicht auf, dass es irgendwie draufgesetzt ist. Genau.

Und das geht immer wieder so, aber klar, das hat auch mit einer gewissen Gewohnheit zu tun. Wenn wir dann traditionelle Kompositionen schon 50 Mal gespielt haben, dann hat man sich natürlich, da kommt ja der Faktor Gewohnheit noch dazu. Dann hat man sich an die Version natürlich auch gewöhnt. Und meine Kollegen leiten ja auch einige eigene Besetzungen oder mal bei einem Workshop und sind dann bei der Titelsuche natürlich vorbelastet durchs Repertoire von Algo ASX.

Und dann trauen sie sich die Noten an der Großbesetzung und kommen dann zu mir. Das tut ja total anders, das ist ja total komisch. Kann ich das nicht kriegen? Ich habe keine Posaun dazu geschrieben, keine Klarinetten dazu geschrieben. Du hast schon eine große Egelende Besetzung. Musst du selber irgendwie was zusammengeschusten?

Aber prinzipiell soll es ja genauso sein, dass es nicht aufgesetzt wird und nicht konstruiert wird, sondern dass es sofort so tut, als ob es so sein muss.

War das eigentlich bei dir von Anfang an die Idee, so nah an der Tradition zu bleiben?

Ja, immer. War immer irgendwie so die Idee, natürlich total geprägt vom Angst Mosch durch die Zeit vom Angst Mosch und so mit der Begegnung mit den Leuten, wo ich dann halt logischerweise die Kollegen im Register, mit denen man so am meisten Begegnung hat oder am engsten zusammenkommt in meiner Zeit.

Beim Mosch selber war ja noch ein Teil, vier, fünf, sechs Leute, je nachdem, immer tschechische Kollegen dabei. Und da hat man nicht so enge Begegnungen gehabt, da war einfach die Sprachbarriere. Weil mir natürlich irgendwie keiner richtig Tschechisch oder bis gar nicht, also ganz schlecht, bis gar nicht Tschechisch spricht.

Und vielleicht dann irgendwie ein bisschen Englisch. Aber natürlich kriegst du dann nie so eine Verbindung wie zu den Kollegen, wo du direkt immer daneben sitzt. Ja, ja. Das ist eine engere Verbindung.

Ein Supporter dieser Folge ist Buffet Grampant Europas größtem Hersteller von Blasinstrumenten mit Sitz in Markneukirchen und Geritz Ried. Buffet Grampant stellt alle Arten von Blasinstrumenten her, vom Schülerinstrument bis zum Profi-Instrument. Wenn ihr mal wieder auf der Suche nach einem neuen Instrument seid, weil euer Instrument entweder alt ist oder ihr vielleicht einfach mal auch was Neues ausprobieren möchtet, dann lege ich euch wirklich ans Herz mal bei den verschiedensten Marken von Buffy Grampon zu stöbern.

Den Link dazu findet ihr in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. War dir damals klar, wohin das führt, als du angefangen hast mit Allgäu 6, sodass du in 20 Jahren jetzt hier sitzt und.

Nein, überhaupt gar nicht. Also da bin ich nicht so der Planer. Da gibt es eine Idee, die nicht irgendwie innerhalb von einer Sekunde kommt. Das ist immer ein Entwicklungsprozess bei mir auch. Und wenn die Entwicklung eine gewisse Zeit geht, dauert, andauert, and das Bedürfnis immer gleich bleibt oder sogar wächst während dieser Phase, dann weiß ich, okay, das ist richtig, das zu machen.

Aber wo das dann endet und wie das endet oder wo das hinführt, das ist mal open-end einfach. Einfach mal offen gelassen. Mal schauen, wohin es führt, mal schauen, wie lange es Spaß macht. Und bislang, ich hoffe, das gelingt mir weiterhin. Ich habe leider Gottes bei ehemaligen Lehrern und Kollegen schon anderes erlebt.

Bislang habe ich immer ein sehr gutes Bauchgefühl gehabt, irgendwo aufzuhören, obwohl das Umfeld immer gesagt hat, ja, bist du bescheuert, wie kannst du bei den Egerländern aufhören? 2003 habe ich bei den Egerländer aufgehört. Das rennt doch wieder, ja. Es war zu erkennen, dass das rennt und es macht Spaß.

Und das waren die alten Kollegen und die Musik zu spielen. Macht mir eh Spaß. Aber ich komme halt auch aus der Generation, wie mein Bruder, der lang Schlagzeug spielt hat, ja bei Algorithic, also Tanzmusik-Generation, da gab es das nicht mit irgendwie Aushelfern. Man hat alles auswendig gespielt. Und ich habe meine erste Station war Allgäuer Dorfmusikant.

Wir haben 100 Jobs im Jahr gespielt und 100 Mal mit derselben Besetzung. Da gab es nicht einmal irgendeine Ausnahme. Und wenn deine Schwester ein Hochzeit gehabt hat, dann hat sie einfach Pech gehabt. Oder sie hat so früh zu dir gesagt, dass du zwei Jahre, eineinhalb Jahre im Voraus zu deinem Band Post gesagt hast, du an dem Tag könntest den Blogger könnten, das durfte man natürlich.

Dann hat er einfach an dem Tag nichts angenommen und hattest die Kollegen gleich weitergegeben. An dem Tag wäre man sicher nicht Spieler, weil Bad Hold möchte er frei haben. Aber es gab es nicht, dass man irgendjemanden schickt. Das ist so interessant in der heutigen Zeit, wo so viel mit Aushilfe läuft.

Ja, aber man muss natürlich auch sagen, welche Band spielt heute 100 Mal. Also 100 Mal ist ja schon so irgendwie, da kannst du ja irgendwie fast davon leben, aber nicht mal da hat jemand hauptamtlich davon gelebt bei 100 Jobs. Selbst das war nebenamtlich und selbst das hast du mit deinem Hauptjob ja in Verbindung bringen müssen.

Und wenn du natürlich 40 Mal spielst, das ist heute auch viel für eine Band, 40-mal Spieler, dann ist ja klar, dass es noch einen ganz großen Hauptjob gibt. Und wenn der halt ruft und du kriegst da nicht frei oder die Konstellation ist halt manches Mal so oder so, dann muss halt deine Band ohne dich auskommen an dem Tag.

Und bei mir war das damals einfach so, es hat sich überschnitten. In der Zeit war ich bei den Innsbrucker, 99 habe ich bei den Innsbrucker angefangen. Und am Anfang war das ganz überzaubar, einfach so just for fun haben wir gespielt, ein paar Mal im Jahr, fünf, sechs, sieben Mal. Habe ich fast immer verbunden mit Südpirol-Urlaub.

Und auf einmal haben wir halt irgendwie 25, 30 Mal gespielt und dann geht es halt immer noch zum Verbinden mit Urlaub. Dann wird es einfach ein Gick, zu dem der Fährst und wieder heimfährst. Und dann war die Überschneidung vorprogrammiert und ich war halt immer so der Fan von klare Kantebekenner. Und das hat mich vollgereizt, sieben Leute, so kleine Besetzungen.

Damals war ja so gut wie nichts in dieser kleinen Besetzung. Jetzt haben wir ja hunderte und tausende solcher kleinen Formationen von drei, vier Leuten bis sieben, acht, neun Leute mit einem Kodium noch oder mit zwei Klarinetten noch oder so, ganz viele, viele kleine Besetzungen, sagen wir mal unter zehn Leuten.

Und damals war ja Innsbrucker, okay, fertig. Und dann viel Viererblech war noch ziemlich schnell dann. Die haben aber zufert angefangen zuerst an Martin. Und der Standhagel Martin und hat sich dann so auf die 7er Besetzung erweitert. Und mir hat es einfach imponiert, immer dran zu sein, nicht die Pause zu zählen.

Ich wollte dran sein. Verstehe. Und jetzt mache ich das und das habe ich gebrannt.

Wie findest du das, dass es jetzt eigentlich überwiegend nur noch Kleinbesetzungen gibt? Es gibt ja so große fast gar nicht mehr.

Ja, das ist ja immer in der Musik so, also nicht nur in der Musik, ist ja überall. Es gibt ja immer Entwicklung, ist ja logisch. Und es gibt nie Stillstand. Und es wird sich auch wieder in ihre andere Richtung entwickeln. War halt dann so, dass es ein bisschen unkomplizierter war. Also wir haben es ja vorhin schon gehabt mit den Aushöfen.

Wenn du halt 15 Leute hast, probieren wir mal eine Probe zusammenzukriegen. Das geht ja mit 7 schon fast nicht. Und mit 15 ist es ja noch unmöglicher. Umso besser die Leute sind, umso größer ist denn ihr Kalender gefüllt und umso schwieriger wird es eine Schnittmenge zu finden. Und dann war es ja für einen Veranstalter auch, Kosterpunkt, 15 professionelle Leute kosten natürlich mehr als 7.

Und vielleicht das Booking drumherum mit Übernachtung, mit Kost und Logis ist natürlich für sieben Musiker auch wirtschaftlicher als für 15 oder 17 oder 20 Leute. Da ist halt der Kostenfaktor gleich in Größe und dann sind die ganzen Veranstalter halt gut angesprungen auf die Kleinbesetzungen und das hat natürlich immer wieder neue Mut gemacht, dass immer wieder solche Besetzungen kommen.

Tolle junge Musikantinnen, Musikanter, die sich da verwirklichen konnten, die viele mit eigener Idee gekommen sind, ein bisschen in die Richtung, ein bisschen in die Richtung. Und das hat sich ja total geöffnet in ganz viele unterschiedliche Spielweisen und Identitäten, was die Gruppe so haben. Manche machen ja zwar mit sieben Blasinstrumenten, aber total poppige, rockige Musik.

Und wir haben dieselben sieben Blasinstrumente und möchten schön traditionell bleiben. Und im Moment so, oder die letzten paar Jahre, haben wir so immer wieder schon geschmunzelt. Wir sind so die Aborigines, die übrig bleiben. Es gibt ja gar nicht mehr so viele in der kleinen Absessen, die wirklich so schön traditionell festhalten.

Und die schon trend. Ja, das ist den, der ja klar zu erkennen, ist klar. Aber man muss ab und zu auf seiner Linie treu bleiben. Und das probieren wir.

Ja, ich habe mir nämlich auch aufgeschrieben, wie schafft man seinem Stil erstens zu finden und dann nicht das Bedürfnis haben, dem Trend die ganze Zeit nachzurennen. Also man könnte ja auch irgendwann, man könnte ja so die Angst aufkommen, okay, wenn wir uns nicht anpassen, spielen wir irgendwann weniger.

Also wir sind ja immer Alltag und sehen, das ist sowas von entspannt, dass das ziemlich egal ist, ob wir zehnmal spielt oder 50 Mal spielt. Es ist nicht so kampentscheidend für uns, dass wir den riesen Ehrgeiz da entwickeln. Ja, wir brauchen unbedingt so einen riesen gefüllten Kalender. Und es geht vielmehr, dass man wirklich das spielt, was uns am Herzen liegt.

Und dass man die Musik machen möchte und nicht unbedingt dem Trend immer nachzugeben. Du musst ja dann auch bei dem Trend eher bei den ersten sein und nicht der, der es nachmacht, sondern du musst ja trotzdem auch versuchen, einen eigenen Trend zu haben. Und unser Trend ist ja ganz klar, dass wir halt unserer Linie sehr treu bleiben.

Und natürlich muss man das Publikum da dazu wahrscheinlich auch finden. Und das Publikum findet dann die Band, die am ehesten dem Geschmack entspricht. Und nachdem wir nach wie vor gebucht sind und Publikum finden, gibt es ja die Leute noch, die das auch hören möchtet.

Auf jeden Fall. Wie viel spielt ihr dieses Jahr?

Ja, auch wieder so knappe 40, 36 Mal, glaube ich, sowas. Knappe 40, es ist immer so zwischen 30 und 40 Jobs.

Ihr habt es ja letztes Jahr, glaube ich, auch in der ISA-Philharmonie sogar gesprochen. Haben wir dieses auch wieder? Am 3. Mai, demnächst. Ist ja auch ein sehr ungewöhnlicher Zeitort für so eine Besetzung.

Böhmische, traditionelle Blasband in der Isar-Philharmonie zu spielen. War total schön. Und es war ein Mitsing-Konzert. Und da war schon große, wie sagt man, Nervosität, ob das auch wirklich funktioniert, ob die Leute wirklich mitsingert. So Rosa Munde und Bis bald auf Wiedersehen und Udo Jürgens Medley, Modernis.

Aber war alles so geplant zum Mitsinger, große Texte an der Wand hinten, dass jeder das ablesen kann. Und beim ersten Titel haben die lauter gesungen, als wir da gespielt haben mit PA. Also in der ersten Sekunde war klar, super, es funktioniert. Aber die Wochen und Monate davor war es keinem klar, ob das funktioniert oder nicht.

Aber dann hat es glücklicherweise funktioniert. Wie kam es dazu? Ja, seit ein paar Jahren, drei Jahren, macht ja da Andreas Gafkin, der in Pension ist bei Buffet Grandpa, mit dem ich da ja schon viele Jahre in der Funktion, seiner Funktion als Marketingleiter zusammengearbeitet habe, weil wir als Musikgruppe dort in Dorser sind.

Ich persönlicher durfte ja Mitarbeiter bei der Entwicklung von dem Tenor haben. Und der hat ja mal erzählt, dass er dann da und da in den Ruhestand geht und ich war eher geschockt. Das war für mich so, ja, das gibt es doch gar nicht. So ein Mensch, der so rührig ist und so ein Machertyp und immer irgendwie erreichbar.

Den kann man wirklich zu jeder Tages- und Nachtzeit konnte den anrufen. Da war nicht irgendwie Freitag um 12. Schluss oder irgendwie abends um 5. Uhr, sondern wenn es da gebrannt hat und irgendwas Wichtiges war, dann habe ich den nachts um 10 Uhr angerufen und der ging ans Telefon oder hat dann zumindest kurz geschrieben, ah, er sitzt irgendwo am Konzert.

Wenn es dringend ist, kann er noch um 11 Uhr zurückrufen oder halb zwölf oder am nächsten Vormittag. Und der sagt dann, er geht in Ruhe. Dann sage ich, dann machst du bei uns Manager. Und der hat gar nicht Nein gesagt, das war richtig schön. Und dann haben wir so, der hat ein bisschen so überlegt zumindest.

Und der hat ja viele Kontakte, der hatte das schon oft in der Weihnachtszeit erlebt, solche Mitsinn-Konzerte, und hat das dann mit seinen Kontakten in München auf den Weg gebracht. Und man muss ein großes Kompliment machen an Dominik Löbel und der Sarah Strauch, die das moderiert und gesungen haben. Es war natürlich dann total leicht für das Publikum, wenn das jemand das vormacht sozusagen und mit dieser Überzeugung das vormacht einfach.

Und deshalb war das auch so, dass es einfach top funktioniert hat. Und jetzt, wie gesagt, am 3. Mai findet es die Wiederholung, die zweite Auflage.

Cool, spannend. Was würdest du jetzt jungen Bands raten, wie schafft man 20 Jahre durchzuhalten?

Ja, also ich bin ja viel, ganz viel unterwegs mit Workshops, mit Fortbildungen und bin ja zum Teil bei jüngeren Bands auch unterschiedliche Gruppe Größe, also Siedlerbesetzungen bis auch Jägerländer Besetzungen. Und selbst beim Musikverein sage ich immer, wenn es irgendwie eine gewisse Möglichkeit gibt, so eine eigene Identität zu finden, zu kreieren, dann wäre das immer die oberste Prämisse, das Wichtigste, was man machen kann.

Und wenn natürlich junge Musikanten beginnen, so eine Band beginnen und träumen davon, erfolgreich zu sein, dann ist das das Wichtigste, dass sie einfach eine eigene Spielidee entwickeln, nicht irgendwas kopieren, sondern eine eigene Idee entwickeln. Und die kann sich ja schon aus irgendeinem bevorzugten Musikre, das halt bevorzugter Geschmack ist, entwickelt, aber dann muss sich es halt auch in eine eigene Richtung noch entwickeln.

Und da hat die Spielweise und auch die Arrangements natürlich großen Einfluss. Und das ist das, was ich, den ich immer wärmstens ans Satz lege. Und wenn man da so eine eigene Identität entwickelt, dann, also der Angst Mosch hat das gesagt, also nicht nur der Angst Mosch, tausend andere berühmte, erfolgreiche Musiker haben das schon gesagt, wenn du am Radio gesendet wirst, dann muss man dich erkennen.

Im zweiten Tag muss man wissen, das ist Algo SX oder das ist Viererblech oder das sind Innsbrucker. Und das muss das Ziel sein, da muss es hingehen. Und das ist mal so die Grundvoraussetzung. Dann hängt es von vielen Zufällen ab und halt glücklichen Zufällen, dass die Musikanten deine Kollegen mitziehen, dass da nicht zu viel Wechsel ist.

Und das hat ja aber auch das Normalste von der Welt, dass die Prioritäten sich manchmal sich verändern mit Familie. Oder wenn in der Familie, aber in der eigenen Familie erlebt oder gewisse besondere Umstände sind, dann ist ja klar, dass manchmal in dem anderen Berufsleben, Hobby, Prioritäten verrutschen, wenn halt da was Wichtiges ist.

Und das hängt von Zufällen ab, dass das so bleibt. Wir sind ja immerhin drei, also fast die Hälfte, die 20 Jahre durchgehalten hat. Gründungs immer noch drei Gründungsmitglieder sozusagen. Und das ist natürlich schon gar nicht so schlecht. Und Topfi, der ist ja 18 Jahre dabei. Also der gehört ja auch.

Der ist ja fast, der ist ja. Also wir haben ihn so ins Satz geschlossen, er gehört vollkommen zu der Gründungsmannschaft dazu. Genau.

Ja, 18, 20, das ist ja jetzt die Müll.

Die 28, die sind geschenkt, sozusagen. Genau.

Wie würdest du jetzt jemandem erklären, oder der noch nicht viel mit Egerländer Blasmusik to tun hat, vielleicht? Was ist Algäu 6? Also, wie klingt dir, was macht euch aus in vergleichen Bands?

Ja, ein bisschen haben wir ja ab und zu so einen Spitznamen gekriegt. Das ist ja irgendwie blöd, wenn man das selber sagen muss. Aber immer wieder taucht so die Kommentare auf by Videos in Social Media oder YouTube, halt on the Platformer. German Brass, der Böhmischen Blasmusik. Also ist ja klar, weil German Brass sind Deutschlands beste Blechbläser, wirklich top, top Leistung und sind wir Fan von sowas als akademisch ausgebildete Musiker.

Und das ist das, was wir tatsächlich versuchen. Also die akademische Ausbildung nicht so völlig über Botzuschmeißern und nur noch Vollgas und wild und laut und schnell und hoch, sondern schon mit dieser maximalen Intensität und Energie zu Spielern, aber trotzdem sehr seriös die ganze Sache anzugeben.

Und so ist zum Beispiel unser Tuba-Mann, der ein brutaler Virtuose ist, wirklich außergewöhnlicher Virtuose, der wiederholt es immer wieder. Es gibt genau zwei Menschen in seinem Leben, die ihm Bremser dürfen. Und es ist sein Bruder und ich. Wenn er mal zu viel Blödsinn reinspielt, sagt er, dann soll ich es ihm sagen.

Und so einmal im Jahr gibt es von mir dann so einen leichten Kommentar, der war jetzt das Wochenende, darum weiß es wieder, weil er irgendwo einen Auftrag reingekürzt hat, wo die Flügelhanna aber allein spielen solltet. Und dann sage ich immer, Herbert, der Auftakt-Killer. Und dann lacht er mir an und sagt, okay, ich lasse es weg.

Wer weiß er, was das heißt sozusagen. Und da gibt es ja auch natürlich Trends und befeuert von dem Gesellschaftsgeist, wo wir halt gerade sind, diese Schnelllebigkeit und dieses Social Media, geht es ja ein bisschen mehr um Sensationen. Manches Mal gibt es ja unverstörbar tolle Leistungen von klassische Musiker, Trompeten, Heidenkonzert spielt da jemand und du als Blechplässer sitzt da und denkst, boah, sehr schön sauber gestimmt und so musikalisch gespielt.

Und dann hat es irgendwie 300 Likes. Und dann kommt irgendeine Spaß Posaunistin mit bauchfrei und kriegt gerade so zusammen, dass es sieben Positionen gibt an der Posaune, aber tanzt toll zu irgendeiner Masamba-Nummer und das Ding hat halt 30.000 Likes. Und da geht es halt ja nicht nur um Leistung, da geht es halt auch um Sensation.

Und so ist es ja auch dann im Live-Geschäft ab und zu geht es halt auch um Sensation. Und warum spielt man so wenig Walzer zum Beispiel? Es gibt so wunderschöne Walzer-Melodien. Aber selbst bei uns, mir legen Wort drauf, aber selbst wir kriegen nicht fünf Walzer ins Programm unter. Weil du das schaffst einfach nicht.

Weil es muss immer was passieren irgendwie. Und sonst verlierst du so den Kontakt oder die Aufmerksamkeit vom Publikum. Und wie viele Gruber gibt es noch, die überhaupt sind Walzer Spieler, das? Das ist so. Und wir versuchen das uns ein bisschen so zu erhalten, aber klar, du kannst ja nicht den ganzen Abend Walzer spielen, habe ich natürlich auch nicht gebucht, ist auch logisch irgendwie.

Aber wäre auch ein Konzept noch, eine Walzer Band zu machen.

Walzer Band, Walzer CD? Marsch-CDs gibt, können wir auch mal Walzer C machen. Genau, könnten wir auch mal Walzer CDs machen, genau. Nennst du dann so wie bei James Land Tanzparty ist doch auch. Ja, ja, genau.

Könnten wir mal probieren.

Schauen wir mal. Können wir alles mal machen. Wie ist der Berthold von heute im Vergleich zum Berthold vor 20 Jahren als Chef? Ihr müsst das vielleicht die Kollegen beantworten oder nicht ich.

Aber ich gehe mal davon aus, weil diese, haben wir ja vorhin schon besprochen, diese Momente, wo man dann halt so in Unruhe gerät, weil halt was Unvorgesehenes passiert ist, ob das eigentlich geplant war. Du weißt eigentlich seit Monaten, okay, an dem Tag ist die oder die Besetzung, und wir sind ja meistens glücklicherweise mit der Stammbesetzung unterwegs und dann passiert halt doch was, dass jemand sich verletzt oder wie jetzt in dem Fall Fieberploss kriegt, ein Krankheitsfall und klar kann niemand was machen, da gibt es auch keinen Vorwurf.

Und früher war schon ein viel größerer Zeitraum dieser inneren Panik und der ist schon deutlich kleiner geworden. Und trotzdem glaube ich, wenn die Hemmschwelle mal im Minus berechtigt oder bei Null und im Minus berechtigt, wenn es die gar nicht mehr juckt, dann glaube ich auch was verkehrt. Ein bisschen muss man, glaube ich, fiebern.

Also ein guter Posaunerlehrer hat zu mir mal gesagt, wenn man halt auch so über das Thema Nervosität und Anspannung vor einem Auftritt spricht, vor einem Konzert, dann hat er mal gesagt zu mir, der Professor Armin Rosine in Stuttgart, wenn wir ehrlich sind, dann machen wir doch den Job deshalb auch, weil wir genau diesen Kitzel ja ein bisschen lieben und suchen.

Und wenn es natürlich so stark wird, dass du deshalb beeinträchtigt wirst in deiner Spielweise, dann ist es zu viel, ist klar. Aber ein bisschen Anspannung treibt einen ja auch schon zur Höchstleistung. Man kann ja dann schon bessere Leistungen abrufen, wie daheim im Übezimmer. Gehört schon alles dazu.

Wie hat sich eure Probenarbeit geändert in den 20 Jahren oder probt ihr immer noch gleich? Oder probt ihr gar nicht mehr?

Wir proben die ganzen 20 Jahre schon so gut wie gar nicht. Also das Sinnvollste ist wirklich, eine CD-Produktion zu machen. Macht die Entwicklung, macht es uns ja ein bisschen leichter. Du brauchst ja nicht mehr eine ganze CD-Produktion machen. Es reicht ja auch mal fünf, sechs Titel, machst einfach einen Aufnahmetag, du musst ja nicht immer gleich ein Album veröffentlichen.

Heute die Streaming-Dienste. Wir gehen fast davon aus, dass wir letzten Dezember mit der Weihnachtsscheibe unsere letzte physische CD gemacht haben. Und das war uns noch so ein Herzensanlieger, das machen wir noch. Und jetzt wird heute, also wir streamen ja schon und sehen ja, dass streamingmäßig das Zeug angenommen wird.

Aber CD-Verkaufer, das ist natürlich physische CDs-Verkaufer, es geht ja immer noch weniger. Glücklicherweise noch ein bisschen. Und auch dieses Wochenende in Thüringer haben wir tatsächlich sogar elf Weihnachts-CDs verkauft im April. Sensationell. Habt ihr gut anmoderiert? Haben wir sehr gut anmoderiert.

Und dann ist das eigentlich die beste Probe, dass man so einen ganzen Aufnahmetag hat oder bis jetzt haben wir halt immer dann ein Album gemacht, drei Tage am liebsten vor der Saison. Dann muss man es halt lang organisieren, dass wir zwei oder drei Tage beieinander sind. Und dann ist das wirklich mehr als ausreichend immer gewesen.

Und es gibt ja glücklicherweise einige Jobs, wie jetzt dieses Wochenende, wo wir total entspannt Soundcheck hatten und total rechtzeitig da waren, kein Mensch in der Halle, also drei Stunden vor Konzertbeginn, vier Stunden vor Konzertbeginn. Und das wissen wir dann alle, dass das so ist im Voraus. Und da können wir dann neue Sachen anspielen.

Und das war auch jetzt wieder der Fall, dass wir neue Sachen probiert haben. Und im Vorfeld, nachdem ich alles schreibe, gibt es immer PDFs. Und wenn ich schon habe, irgendwo her eine Aufnahme. Und dann bereitet sich jeder. Also in der Liga sind wir da ja glücklicherweise, dass jeder sich anhört, Vorbereitet.

Das heißt nicht, dass jetzt jeder das Ding 30 Mal daheim durchspielt, aber es ist vorbereitet. Jeder sieht ja sofort, okay, alles klar, da oder da ist, was das anschauen muss. Oder die Abläufe sind nochmal ein bisschen außergewöhnlich, dann funktioniert das beim ersten Mal durchspieler. Und wenn natürlich im Sommer bei den Festivals, da ist nicht möglich, wenn bloß so eine halbe Stunde Umbauzeit ist, die ja dann meistens noch gekürzt ist, weil halt vorher doch noch zwei Zugaben mehr waren als geplant.

Dann hast du bloß 20 Minuten oder Viertelstunden zum Umbauen. Da gibt es natürlich keine Möglichkeit, neue Titel einzubauen. Aber wir haben ja schon zwei Drittel Hallentermine. Tendenz steigend, eher 75%, drei Viertel, dass wir in der Halle spielt früher halbst. Und die Festzeitsachen sind ja bei uns eher die wenigeren Sachen.

Und da ist es nicht möglich. Da ist ja immer vorher Betrieb, da kannst du nicht einen schöner Soundcheck machen oder ein ausgewogener, ausgedehnte Probe vorher. Das geht da nicht.

Ich muss euch von etwas erzählen, das wirklich einzigartig ist. Das Brassboat. Eine Idee von Kapitän Thomas ganz höchst persönlich. Der wollte mit Blasmusikbegeisterten gemeinsam auf Reisen gehen und MS6 Travel ⁇ Music, ein Spezialist für hochwertige Musikreisen mit über 30 Jahren Erfahrung, hat das möglich gemacht.

2025 ging es los und das Feedback war überwältigend. Jetzt kommt die Neuauflage 2026 und wir starten in Südfrankreich und fahren bis Lyon. Was euch erwartet? Konzerte und Begegnungen mit Notzenbrass, Gunsch Paul, Schlagertherapie und viel mehr. Außerdem Workshops mit Albert Wieder, Roman Rindberger, Thomas Gunsch, Leonard Paul, Josef Menzel, also echte Grüße der Szene.

Neu dabei sind die Open Brass Nights für spontane Auftritte und die Party Nights mit DJ Gunsch und MC Paul. Und das Beste, all-inclusive Konzerte. Workshops, Verpflegung und auf Wunsch sogar Getränke. Wer jetzt bucht, sichert sich den Frühbucherbonus. Ein Getränkepaket im Wert von 349 Euro. Beeilt euch, es sind nur noch wenige Kabinen frei.

Alle Infos findet ihr unter brassboat.com und die Social Media Links findet ihr alle in den Shownotes. Und jetzt geht's weiter mit der Folge. Aber CD als Probe zu nehmen, ist natürlich auch ein kostspieliges Unterschied.

Aber sehr wirksam. Das glaube ich. Weil ich ja so, also wie gesagt, in so einer Formation sind ja sieben Alpha-Tiere, sind ja sieben Bandleader. Und da gibt es ja schon hin und wieder Diskussionen. Du warst zu kurz, nein, ihr wart zu lang. Und das kennst du ja vielleicht irgendwie. Aber okay, alles klar, zeig mal einen Bildschirm, Tontechniker, zoomen das mal auf.

Alles klar, du warst das. Dann gibt es einfach einen optischen Beweis. Sehr hilfreich, unvorstellbar. Erspart ganz viele Diskussionen. Sensationell gut. Was es bei uns auch gibt, ein, zweimal im Jahr, sind wir vielleicht die Einzigen, die das machen, oder ich weiß zumindest schon niemand anders. Nachdem ja jeder Gig ist ja überhaupt kein Problem heutzutage mehr mit dem Digitalpulten, die haben ja USB-Schnittstelle, da hängt immer einen Laptop dran, es gibt von jedem Gig eine Mehrspuraufnahme.

Und ein-, zweimal im Jahr kriegt jeder seine Einzelspur ohne irgendwas, ohne HAL, ohne alles, Knocherdrocker, was er den Abend über gezaubert hat. Immer da danach haben wir einen unvorstellbar guten Gig. Weil jeder das hört, wo er übertrieben hat oder was, habe ich da echt so schlecht gestimmt? Ja du, ich habe nichts gemacht.

Ich habe da einfach die Aufnahme gehabt. Boah, da muss ich mal aufpassen. Und das ist tatsächlich deutlich effektiver als zu Prober, das mal anzuhören, was man selber zaubert.

Hörst du dir als Chef aller Aufnahmen nochmal anbieten?

Ja, weil ich es ja selber schneide, höre ich ziemlich viel. Und darum kann ich auch manchmal ein bisschen nachhelber bei den einzelnen Kollegen dann so sagen, was es für Tendenza gibt. Es gibt immer so Tendenza, oder nicht immer, aber es gibt gelegentlich Tendenza. Und dann kann ich da ein bisschen, weil es halt höher.

Ich habe ja die ersten CDs auch selber komplett gemacht und nicht nur aufgenommen, sondern geschnitter, gemischt, gemastert und bin da relativ vasiert mit Audioschnitt. Und das zeigt geben wir ja nicht extra an irgendwo hin. Verursacht ja wieder kostet, das mache ich dann mal bei Gelegenheit. Dass ich das schneit und jedem Gib und weil ich es halt geschnitten habe und die Leerläufe rausgemacht habe und halt die Dreck-IDs gesetzt habe, habe ich natürlich jede Spur mal gehört.

Nicht unbedingt alles von hinten bis vorne, aber es war ich halt ja oft. Zwei, drei Phaser. Dann weiß ich ja, was los ist. Das stimmt.

Wenn du dir die erste CD von euch anhörst und die letzte, die ihr jetzt gemacht habt, was hat sich verändert?

Hat sich tatsächlich zur Zufall ergeben, dass ich die erste CD, wenn du mich das jetzt vor einem halben Jahr gefragt hättest, dann hätte ich die Frage überhaupt nicht irgendwie beantwortet können, weil ich habe die erste CD natürlich dann schon zehn Jahre nicht mehr gehört oder 15 Jahre. Aber weil wir eben gerade Jubiläumsprogramm gemacht haben und aus der ersten CD ein paar Titel ausgesucht haben aus der Anfangszeit, habe ich das mal durchgehört.

Und ich glaube gar nicht so viel. Außer dass sich natürlich sich, jetzt haben wir ja mittlerweile den Tontechniker dabei, der auch die Aufnahme macht, der auch live mitgeht. Und da hat sich natürlich in der CD klanglich ein bisschen verändert, dass man es heute ein bisschen anders mischt, dass man es noch mehr lauter macht, sozusagen.

Das haben wir bei der ersten CD noch nicht so gehabt, also eher technische Sache. Aber von der Spielweise habe ich so noch gedacht, Mensch, mir waren gar nicht so schlecht am Anfang. Mir, es hat eigentlich schon ziemlich gut gelungen. Und mir hat es selber gefallen, was ja schwierig ist, wenn du eine Aufnahme selber gemacht hast.

Da brauchst du nochmal ewig lang, bis du das mal neutral anhören kannst. Aber das ist jetzt tatsächlich mal passiert, weil ich habe das bestimmt über zehn Jahre nicht gehört gehabt.

Es kam eine Zuhörerfrage. Also es kamen einige, aber die passt jetzt gerade so ein bisschen rein. Die Frage wäre für Theresa 2.0 wäre das Stück fünf Jahre später anders.

Ja, ich glaube schon. Also wenn man da wieder eine Ballade macht, also die hat ja der Halbert selber geschrieben, der Solist, dann ist er ja auch nicht frei von den Einflüssen, die es ja immer gibt. Ist ja jeder, ob er das jetzt mit Absicht oder unabsichtlich macht, jeder ist ja auch in einer Entwicklung.

So haben wir jetzt auch letztens wieder geredet über die ganz wilden, virtuosen Dinge, Hummelflug, Türkischen Marsch, der Erden macht jeder Hummelflug mit der Posaune, ob man das heute noch so machen würde und hat irgendwie so gelacht, erst müssten wir mal schauen, ob wir es überhaupt noch hinbekommen.

Und da haben wir eben auch so beide gelacht, gerade bis Wochenende, wo wir so viel Zeit gehabt haben, haben wir so ein bisschen Revue passieren lassen, wird man sicherlich anders machen. Beim Hummelflug haben wir ein sehr rockiges Arrangement und das wird man heute beim türkischen Marsch auch schon machen.

Hummelflug war ein bisschen später schon und das war cool. Also es gefällt uns besser für so eine virtuose Nummer. Nicht nur so Humpa, Humpa, Humpa, sondern wirklich richtig rockig.

Ist das dann deine Idee, sowas? So etwas in die Richtung zu drehen?

Manches Mal schon. In dem Fall war das die Phase, wo der Trompetenkollege Sebastian Höglauer ja zwei Jahre lang dabei war. Und mit dem bin ich damals ein bisschen so halt in der Diskussion gewesen, so oder so, was könnte man da machen und den Hummelflug. Ja, okay, probiert mal was. Und da war dann wirklich das sein Angebot.

Aber das kann mal so, kann mal so sein. Dass man selber schon eine konkrete Vorstellung hat. Und die Idee war schon, weil ich habe ja ein cooles Arrangement vom Rolf Schneebiegel schon gehabt. Vom Hummelflug, ist auf der Thrombonikus, auf der Solo-CD drauf. Das ist natürlich so, also tolles Arrangement, Rolf Schneebiegel.

Wir sind beide Fans wahrscheinlich von Schwarzbau-Musikanten. Rolf Schneebiegel. Aber halt gerade. Es wird viel zu selten gespielt mittlerweile. Ja, hängt sicherlich damit zusammen, dass zu wenig Titel bei Verlagen erschienen sind. Da gibt es nicht viele Titel, die bei Verlagen sind, dass wir das jetzt die nächsten Generationen, die nächsten Bands so leicht an die Noten kommen.

Die kommen einfach nicht an die Noten, glaube ich. Und da war schon ganz bewusst meine Idee, na, dieses traditionelle Arrangement möchte ich jetzt da nicht machen, eine Kleinabsetzung. Das muss ein anderes, was muss irgendwie moderner sein. Das war so meine Ausdrucksweise, glaube ich, damals, mit der Diskussion mit umwascht.

Und also, ja, lass mich mal was probieren. Und dann kam das dabei raus.

Okay, euer letzter neuer Zugang ist ja der Johannes. Genau. Johannes Mimmler, du quasi dann dein Gespannt. Genau.

Genau, Posaune, Barido, Barido und Posaune, genau, die drei.

Wie habt ihr gesucht?

Also das ist ja auch immer wieder ein bisschen unterschiedlich und ich bin das ganz oft gefragt, war er live schon. Ja, wie hast du denn den gefunden? Weil das sich gut ergänzt, weil man gut harmoniert, gut klarkommt. Und dann muss ich immer so schmunzelnd sagen, ich habe den gar nicht gefunden, der hat mich gefunden.

Das war aber halt in dem speziellen Fall so. Das war bei anderen Personalien was anderes. Aber bei der Personalie war es einfach so, dass er ein bisschen den Kontakt gesucht hat. Und das freut einen ja, wenn so ein junger, aufstrebender Instrumentalist ein bisschen den Kontakt sucht und können wir zusammen Spieler und der wohnt ja nicht so weit weg.

Und dann haben wir mal zusammen gespielt, mache ich ja öfters mal mit Kollegen einfach, hast du Bock, hast Lust, hast Zeit, fährst zufällig mal da an der Haustier vorbei oder hast du eine Gegend zu tun, musst nicht extra herfahren, wenn einer von Südtirol kommt oder wenn einer weit weg wohnt. Und da geht es ja dann schon los, wenn jemand da gar kein Interesse hat, dann weiß ja, okay, ist ja jedem klar, wenn ich das frage, was ich will.

Ich will ja quasi einen Kennerlander, ein bisschen ausprobieren, passt es, passt es nicht. Das heißt ja nicht, dass jemand, der da nicht dazu passt, ein schlechter Spieler ist, aber der hat halt vielleicht eine völlig andere Vorstellung. So ist ja eine Probe, ich spiele im Orchester auch. Da sind so viele tolle Leute da.

Aber das Orchester entscheidet sich halt für den, der dann am besten zu der Gruppe passt, zu dem Blechbessersatz zu der Vorstellung. Da sind ja trotzdem 30 Leute, die ja Heiden-Konzertspieler kennen, also bei der Posaunia David-Konzert. Und klar, ein bisschen tagesabhängig, wenn jemand mal ein bisschen mehr oder weniger nervös ist.

Klar gibt es kleine Unterschiede, aber prinzipiell kann man da, glaube ich, schon hören, dass alle, die da sind, im Prinzip die Stelle erfüllen könnt. Aber man nimmt, logischerweise sucht sich den aus, der am besten passt. Und das habe ich immer wieder so ganz ungezwungen, weil man ja auch nicht weiß, wenn er aushilfe ist, das ist schon ein bisschen mein Traum, dass ich mich auch so wohlfühle, dass ich so im Register so wenig wie möglich Unruhe habe.

Das war beim Vorgänger Markus schon so. Der war total exklusiv bei uns, weil der hat ja beruflich was völlig anderes gemacht wie Musik. Der hat im Prinzip nie gefällt. Aber selbst der hat sich mal ein Ziel gebrochen. Am Freitag und am Samstag musste man spielen. Also brauche ich doch noch ein paar Mal eine Aushilfe.

Und immer mal mit so jungen Leuten zu spielen, ich lerne die einfach auch gerne kennen. Und habe ja auch brutal lang unterrichtet an der Musikschule und da schon immer tolle Talente kennenlernen dürfen. Und dann hat man im Notfall auch immer so gleich jemanden, hat man gleich so Licht im Kopf, da hat es besonders gut gehabt, da rufen wir mal die Leute an und die.

Und so ist der Johannes auf mich zukommen. Können wir nicht mehr. Ja klar, kommst du vorbei, alles klar, spielen wir mal zusammen. Und dann, als der Markus gesagt hat, ja, jetzt wird es zeitlich eng, der ist Maschinenbauingenieur mit großer Verantwortung. Und dann bei der Familiengründung sozusagen war klar, dass sich die zeitliche Priorität der Verschieben müsst.

Also uns sechs war es alle sofort klar. Bei ihm selber hat es quasi am längsten gedauert, so war eher der Eindruck.

Aber so ist es doch meistens. So ist es doch meistens.

Wenn du halt so einen Job hast, wo du zehn, elf Stunden am Tag weg bist. Und solange du allein bist, kommst du heim, ist egal, um sechs oder sieben und dann hast du noch den Kopf zu über. Aber wenn du heimkommst und da ist eben Familie, dann kannst du nicht sagen, okay, alles klar, jetzt gehe ich erstmal zwei Stunden im Keller oder eineinhalb Stunden im Keller und übt es mal.

Und das musst du halt, wenn du da mitspielen willst. Und das ging halt viele Jahre und ist ja mehr als normal und nachvollziehbar, dass das dann halt noch nicht mehr funktioniert, wenn andere Gegebenheiten sich verändern sozusagen. Und dann haben wir aber eine ganz gute Lösung gefunden, dass wir so ein Probejahr gemacht haben.

Er hat dann einen Drittel Termine gemacht, das war direkt nach Corona 2022. Und ich habe dann bewusst nicht alle Termine an anderen Spielhasser, sondern habe das noch aufgeteilt unter zwei gekauft, dass nicht dann der, der der Einspringt, der aushilft, irgendwie am Ende vom Jahr gefühlt schon der Feste ist.

Weil der ja zwei Drittel der Termine gespielt hat und der Feste hat nur ein Drittel der Termine gespielt. Und dann haben wir es auf drei Leute aufgeteilt in dem Jahr 2022. Und so wie der Markus halt immer war, top loyal, top seriös. Und fair hat er nicht irgendwie die Termine ausgesucht, was er ja halt auch machen kann, die nicht so weit zum Fahren sind, wo man nicht so lange unterwegs ist, sondern er hat einfach gesagt, er macht von Januar bis Juni.

Und da war halt auch ein Weiter dabei und auch ein Näher dabei. Und so habe ich dann die anderen zwei auch verteilt. Im Sommer spielen wir natürlich deutlich mehr als im Winter. Und da war es so ungefähr gedrittelt. Und dann war es auch gleichzeitig ein bisschen so Ausprobierer für die anderen zwei. Und die konnten sich beweisen.

Und dann hat das top funktioniert.

Was muss man mitbringen, um neben dir spielen zu dürfen? Weil du gesagt hast, ja, weil du gesagt hast, du willst dich wohlfühlen, du sollst so. Also was muss man mitbringen?

Ja, halt also diese Begeisterung für diese Art von Musik und diese Art von Musik so in der Richtung zu interpretieren. Ich freue mich ja auch über Vorschläge. Auch ich möchte mich ja entwicklern und ich möchte ja nicht so stehen bleiben und sage, so habe ich das mal gelernt, 1995 bei Manch Musch und so muss das die nächste 500 Jahre bleiben.

Aber gewisse Entwicklungen, die es halt manches Mal gibt, mit lauter, schneller höher, dass die keine so große Rolle bei uns spielt und dass einfach dieses mit Herz Musizierer, dass das halt im Vordergrund bleibt. Nicht Spektakel, sondern also da kann auch jeder schnell und laut und hochspieler bei uns, aber das soll nicht im Vordergrund stehen.

Und wenn das jemand mitbringt, dann sieht es schon mal ziemlich gut aus.

Okay. Wann fühlst du dich am wohlsten?

Ja, wenn irgendwie alles wie geplant läuft, keiner hat einen Fieberplaus gekriegt, wir sind in Stammbesetzung unterwegs, wir sind rechtzeitig da, es war kein Stau, so wenn einfach alles so rundum, dann fühlt man sich total wohl. Und wenn man dann so anfängt und so, es funktioniert gleich, du kennst es selber, Ansatz, kann manches Mal, gibt es noch was zu klären vorher oder ja, könnt ihr vielleicht doch eine halbe Stunde später anfangen oder eine Viertelstunde früher, die vordere Band muss vorher weg oder sowas, dann kommt man nicht.

Das ist alles kein Grund zur Panik eigentlich so mittlerweile, das kennt man alles. Aber man wird ein bisschen aus dieser Routine rausgerissen. Man fährt da hin, man baut seine Sache auf, man spielt ein paar Töne und dann bin oft der, der gar nicht ins Instrument reingespielt hat, bin halt ich. Und ich spiele dann den ersten Ton auf der Bühne, weil mit mir war die ganze Zeit irgendwas zum Besprecher von Veranstalterseite aus.

Und wenn eben vorher auch ein paar Töne-Spieler kommt und in aller Ruhe aufbauen kommt, dann fühle ich mich am Wohlstrahl.

Okay. Ich habe noch ein paar Zuhörerfragen. Was war dein schönster Auftritt?

Oh, das ist eine ganz schwierige Frage. Kann ich wirklich nicht beantworten, muss ich ganz ehrlich sagen, weil ich so vielen anderen schönen Auftritten nicht gerecht wird. Es gibt einfach unvorstellbar viele schöne Auftritte. Und das ist nicht dran zu messen, ob das jetzt bei Woodstr. Blasmusik ist, auf der Mainstage, mit keine Ahnung, wie viel stehen da, 30.000 Leute oder 25.000 Leute.

Wir haben so schöne Geburtstage gespielt für 50 Leute. Und das war auch so angenehm. Und so jede Art von Auftritt hat so ja ihr eigenes Geschichtchen. Und da gibt es so viele schöne Geschichten, glücklicherweise in den 20 Jahren. Darum möchte gar kein einziger Rausheber, weil wenn man dann sagt, ja, Isar Philharmonie, das war so der Ritterschlag als Blasmusik, wir haben in der Tauberphilharmonie auch gespielt und jetzt die Thüringen-Tournee, die haben so tolle Konzertszähle.

In den Meiningen waren wir schon öfters. Jetzt waren wir in Heiligenstadt. So eine tolle Akustik, du überlegst da am Soundcheck, bauen wir die PA wieder ab. So toll klingt der Raum. Und weil es einfach so, aber klar, du weißt ja dann, wenn Publikum da ist, kann sich wieder ändern. Lass mal die Boxen lieber stehen, aber der Tontechniker erzählt dann, ja, er hat fast nichts machen, ist ja ein bisschen in Hall und so und ein bisschen die Tuba, wo Oberfleisch den Vorhang reinspielt.

Die muss ein wenig mehr verstärken. Und da gibt es einfach viel zu viele, unvorstellbar tolle Auftritte, um so einen einziger so in Vordergrund zu stellen.

Okay. E hatten wir ja am Anfang schon, was ja sehr speziell war und trotzdem sehr schön geworden ist. Sehr schön geworden ist, genau. Okay, mal ehrlich. Fortbildung klingt erstmal nicht so aufregend. Aber was, wenn Fortbildung bedeutet? Wolfgangsee, Herbststimmung, Gleichgesinde und du lernst dabei noch was für dein Instrument.

Willkommen bei der Wurztalk Academy. Das ist das Lernformat des Wurztock der Blasmusik. Und es trifft genau diesen Sweetsport zwischen echten Musikunterricht und festivalartigem Vibe. Ende Oktober rund um den Wolfgangsee in St. Gilden, Strobel und St. Wolfgang treffen sich all die, die Musik nicht nur spielen, sondern auch fühlen wollen.

Das Angebot supervielfältig. 25 Instrumente und Interessensgebiete, Workshops, Einzelunterricht, ein Musikantenstammtisch und unterrichtet wird von echten Meisterinnen und Meistern ihres Fachs. Blasmusik, Volksmusik, Tanzmusik, alles dabei. Du baust dir deinen Stundenplan selbst zusammen, alles kann, nichts muss.

Egal ob Profi- oder Hobby-Musiker, hier bist du genau richtig. Und jetzt das Beste. Als Hörerin oder Hörer dieses Podcasts bekommt ihr 10% Rabatt einfach beim Buchen den Code Academy on Air in einem Wort. Academy on Air eingeben. Mehr Musik, weniger zahlen. Das Ganze ist gültig bis zum 31. Juli. Und für mehr Infos findet ihr den Link in den Shownotes.

Die nächste Frage, die kam: Wie erlebst du, der schon so lange dabei ist, Woodstock? Ja, spannend, also sehr spannend.

Und was man tierisch imponiert, dass auch das immer im Entwicklungsprozess ist. Also man hätte ja quasi nach dem ersten Mal, wo das wirklich schon als Erfolg bezeichnet werden konnte, hätte man ja wirklich sagen, okay, das Konzept steht, so machen wir das. Nein, es ist wirklich ein unvorstellbar toller Entwicklungsprozess.

Und ich habe ja durch das Wutzdruck dann die Leute kennengelernt, dass Simon Attel kennengelernt. Dann ist man immer wieder im Gespräch und einige Leute, die halt für uns dann mehr zuständig sind, ist wirklich beachtlich und bewundernswert, wie toll die Idee kreieren und die Idee umsetzen und nicht stehen bleiben.

Und insgesamt gesehen ist ja nicht nur in Woodstock, sondern in der ganzen Blasmusik schon so eine Entwicklung zu sehen. Sagen wir mal so: die Schwindlige 15, eine ganz tolle Band mit Alex Pfluger, der mega tolle Titel geschrieben hat, haben in ihrer Anfangszeit beim Dreist-Programm zweieinhalb Stunden Böhmische Blasmusik gespielt, eine halbe Stunde moderne Sache.

Und an der letzten Zeit war das Verhältnis, also das ist ja so peu à peu, hat sich das gedreht, gewandelt. In der letzten Zeit ist eher genau andersrum geworden. Man spielt noch eine halbe Stunde Böhmische Blasmusik und zweieinhalb Stunden modern oder Party. Und das ist natürlich bei Wutz Dr. Blasmusik auch ein bisschen zu erkennen, wie bei vielen Veranstaltungen, dass es schon ein bisschen moderner wird.

Und jetzt muss ich gerade überlegen, das war nicht, jetzt sind wir in 26, in 24 war das, in das noch falsch sage, da war es letztes Jahr, das ist ja wurscht. Da hat, wir spielen ja zweimal immer bei Wurst Dr. Blasmusik und dann irgendwie mal um 5. oder 6. erste Set. Demmelsbauer Tanzboden war das in so einer Stadel, dass das funktioniert mit unserem Programm.

Hat niemand einen Zweifel dran. Und dann hat der Simon sich gewünscht, dass wir nachts um eins auf der Kraut und Rührten spielt. Und ich gebe meinen Termin, ja, und ich habe mir nicht viel dabei gedacht, der wird schon wissen, was er tut. Und ich gebe den Termin meine Kollegen weiter und die Kollegen sagen alle, tickst du noch richtig?

Mir, mit böhmischem Programm nachts um eins oder halb zwei, wenn das war, es funktioniert doch gar nicht. Ja, okay, stimmt, die rufen Simon an. Ich rufe Simon an, du Simon, hast du das genau überlegt? Ja, ich habe mir das genau überlegt. Das funktioniert, was sehen. Ja, okay, wenn du das sagst, die Woche drauf bin ich wieder unterwegs halb mit den Kollegen.

Ja, hast du das noch getauscht, dann sage ich du, der Simon hat gesagt, das funktioniert. Na, das kann nicht gehen. Überlege mal mir nachts um eins. Die haben wieder auf mich eingeteilt, ich rufe den Simon irgendwie zum dritten, zum vierten Mal an. Und irgendwann sagt der Simon zu mir, Matto, du brauchst nicht mehr anrufen, mir lassen das so.

Wenn das schief geht, ich nehme es auf meine Kappe. Das wird funktionieren, wir sehen. Und er hat vollkommen recht, Behalter. Also ich verneige mich, muss ich wirklich sagen. Und als man an dem Tag dort war, da war es noch, da hat es sich noch falscher angefühlt als die Monate zuvor. Weil vor uns hat eine modergeile, moderne Band gespielt, englisch gesungen.

Und da ging der Punk ab und die Kollegen haben wieder auf mich eindiskutiert. Wir haben es doch doch gleich gesagt, da sollen wir jetzt danach spielen, was bist du eigentlich? Und dann haben die aufgehört und innerhalb von zehn Minuten war der Riesenplatz im Prinzip leer. Da war niemand mehr da. Paar sind übrig bleiben.

Wir haben aufgebaut und ja, okay, jetzt sind wir halt der Rauschmeißer und da kommt nicht mehr so viel. Puste Kuchen. Wir haben angefangen mit goldenen Trompeten. Genau, und dann war es 24, weil da haben wir mit goldenen Trompeten angefangen. Und der Platz war wieder ramelvoll und die Leute sind weg der böhmischen Blasmusik.

Und es hat einen Mörder Spaß gemacht, da zu spielen. Es hat einen Mord funktioniert und gefunkt. Der erste Titel hat gezündert. Da haben wir auch zufälligerweise ein Film, der abgefeiert hat, als ob mir den größten Rockhit spielert, aber wir haben goldene Trompeten gespielt. Es hat wirklich funktioniert.

Und das ist außergewöhnlich bei Woodstock der Blasmusik.

Generell würdest du sagen, wird das Publikum jünger? Weil man denkt das ja, wenn man am Wurzog ist, da stehen so viele Jugendliche. Ist das auch bei euren Konzerten außerhalb?

Also, das ist natürlich jetzt eine witzige Frage. Ich würde auf jeden Fall sagen, das Publikum wird ja jünger, weil ich werde ja älter. Also die Differenz wird immer größer. Aber so durch die Entwicklung, dass viele Blasmusikbesetzungen jetzt eben auch immer mehr und immer länger und den bisschen moderneren Block oder den Partyblock mache, das zieht schon, das hat schon diese Wirkung, dass das natürlich jüngeres Publikum ansieht.

Also den Eindruck, den habe ich schon tatsächlich auch, dass Publikum jünger wird. Was ja super ist, was an der ganzen Sache natürlich dienlich ist. Ob das immer so dann das beste Vorbild ist für das Repertoire von der Musikverein, dass der Musikverein jetzt sich langsam auch, wie soll man sagen, in der Pflicht zieht, dass der jetzt auch so ein Partyprogramm auflegen muss, das weiß ich nicht.

Werden wir sehen, wird die Zeit mit sich bringen, ob das gut ist oder nicht. Beobachten wir ganz gespannt einmal.

Was hältst du von so einem Eskalationspartyböhmisch?

Ja, also kommt immer darauf an, irgendwie weit eskaliert sozusagen. Wenn das so, wie ich ja schon gesagt habe, unsere Philosophie ist ja das irgendwie wirklich so seriös auch zu machen, schon wie Energie, aber nicht wie so Guckermusik, so rumpressen auf dem Instrument und keine Dynamik mehr machen oder sowas.

Es ist auch ganz deutlich zu spüren bei uns, wenn die Sommertermine, die Feststelltermine zu Ende sind, hat wirklich die Dynamik gelitten. Weil wenn die erste Halle kommt, dann gibt es immer in der Pause ein bisschen Diskussion bei uns. Und nach Schmunzlern, ja, kennen wir ja eigentlich, war ja die ganzen letzten Jahre auch so.

Weil irgendeiner ist, irgendwo ist halt aufgefallen und der fängt die Diskussion an. Mensch, können wir eigentlich wieder leise Spieler. Aber wenn du halt im Feststell spielst und ein gewisser Geräuschpegel immer ist, dann wünschst du dich relativ schnell ab, so ganz leise zu sein, weil das hört ja dann niemand mehr.

Da wird natürlich die dynamische Range schon ein bisschen kleiner und in der Halle kannst du das halt wieder erlauben. Und wie schnell gewöhnt man sich dran? Das ist schon immer sehr interessant, festzustellen.

Das stimmt. Dann kam noch eine Frage, ich stelle die mal der Vollständigkeit halber, aber ich kann mir die Antwort natürlich schon denken. Macht dir die Blasmusik 20 Jahre später immer noch Spaß? Oder gibt es mittlerweile schon einen Punkt, wo du sagst, okay, die Polge habe ich jetzt schon zum 400. Mal gespielt.

Ist dann auch mal gut irgendwie.

Ist dann auch mal gut. Also ich habe nach wie vor noch ein Bock, böhmische Blasmusik zu machen und genau das passiert ja nicht, dass ich ein Stück zum 500. Mal spielen muss. Wir sind in der glücklichen Situation, dass es im Prinzip gar nicht mehr passiert oder vielleicht ein halbes Mal passiert es noch im Jahr im ganzen Programm, bei den ganzen Auftritt im Jahr, dass einer kommt und sagt, Fuchsgraben und Fuchsgraben, wir müssen sie wirklich nicht spielen, wenn man sie nicht spielen möchte.

Weil es niemand will. Also es wünscht sich niemand von uns. Wir haben unser Zeig dabei und die Leute wissen das, dass wir unser Sach spielen. Und hin und wieder gibt es schon Sachen. Wir haben ein schönes James Last Metal schon lange im Programm, dass wir mit dem Musikverlag Rundl in Zusammenarbeit. Er ist ja hier, ich komme ja aus Rot an der Rot, bin in der Nachbarschaft von Rundels.

Und habe mit dem Stefan, mit dem jüngeren Rundelssohn damals abgesprochen. Wir nehmen als Vorlage dieses James Last Metal, das da in der großen Besetzung verlegt ist. Aber dann war der letzte Titel Wochenend und Sonnenschein. Und wir haben das erste Mal gespielt und haben uns alle auch geschaut, wann muss es das wirklich sein?

Also das haben wir jetzt wirklich alle schon, nicht 500 Mal, sondern ein tausendmal gespielt. Können wir da nicht irgendwen anderer? Ja, und da hat Schlusswirkung, muss er sagen. Und dann haben wir da tatsächlich die Fettpolka hinbastelt. Zum Leidwesen vom Musikverlag Rundel, weil der Stefan gleich gesagt hat, Mensch, ihr habt ja recht, der wäre ja viel besser, der Titel.

Hätte man leichter vorher mit euch geredet, bevor man das große Arrangement macht. Also dass ein Titel so nervt, passiert uns überhaupt nicht. Weil bevor es nervt, kann man ja aus dem Programm schmeißen und machen einfach wieder einen frischen und machen wieder einen neuen. Und mein persönlicher Fall ist es so, durch die ganz viele, wirklich sehr viele Fortbildungen und Workshops, die ich gebe, wo ich so rumgehabe, es ist so moderabwechslungsreich bei mir, weil ich habe dann jetzt vor einer Woche war ich mit Martin Scharnagel mit dem Böhmischer Workshop in Staufander Akademie.

Zwei Tage später war ich beim Verband Hohenlohe mit dem Rainer-T-Norhorn-Kurs. Dann jetzt in zwei Wochen bin ich in Bad Brückenau oder wann, das ist drei Wochen mit Alpha-Kurs. Ich habe permanent was anderes und das ist so unvorstellbar toll, dass es gar nie passiert, dass ich irgendwie von irgendwas genervt werde.

Ich empfinde es als total abwechslungsreich. Es ist anstrengend, weil du dich immer wieder frisch vorbereitest. Wenn du immer dasselbe im Programm hast, wenn du nur Tenorhornkurse gibst, dann hast du immer dieselbe Vorbereitung. Nein, ich habe halt immer andere, habe halt immer andere Vorbereitungen.

Aber es macht es halt total abwechslungsreich.

Ich würde kurz nochmal bei der Entwicklung der Blasmusik bleiben. Wie nimmst du die Entwicklung der Stücke? War? Letzten hat jemand so schön zu mir gesagt, die klingen langsam alle wie Filmmusik, weil sie dann doch irgendwie harmonisch plötzlich so filmmusikalische Anleihen haben, weil dann irgendwelche Medianten genommen werden und Rückungen und ja.

Ja, also klar, da gibt es ja auch ganz viele, ganz berühmte, erfolgreiche Musiker, Bandleader, Komponisten, die das schon richtig beantwortet haben, ob das, was du da spielst oder komponierst, gut ist oder nicht, entscheidest ja nie du. Das entscheidet das Publikum. Und es wird auch da so sein, dass das zeigt, was ankommt, was nicht kurzfristig, sondern mittel- und langfristig ankommt, dass das gut ist.

Das kann man dann als erfolgreich einstufen. Und die Sachen, die halt so eine Eintagsfliege sind, die sind halt dann nicht erfolgreich. Und das eine Entwicklung ist, ist ja prinzipiell erst einmal positiv, dass da jeder ein bisschen was probiert. In meiner Jugendzeit ist mir mal so vorgekommen. Ich war noch ein unerfahrener junger Musikant und im Musikverein noch gespielt.

Und da war irgendwie von fünf neuen Polka-Kompositionen, haben vier, die es in Kopa-Zeige mal drin gehabt. Und da kam es mir als Junge Kal so vor, ah, das ist jetzt irgendwie die neue Entwicklung, die Polkas müssen jetzt alle so Synkopa-Teile drin haben. Und das ist auch wieder irgendwie verschwunden, gibt es nicht mehr so oft.

Das stimmt, ja. Das wird immer wieder so Versuche geben, genauso wenn es halt so einen Hit gibt, wie erst ein Böhmischer Traum, oder können wir noch weiter zurück, Fuchsgraben, südböhmische, dann wird das ja auch analysiert von manchen Komponisten und Arrangeuren, ja, warum ist das jetzt in Erfolg okay, ich lege es dann so und so an und beim Böhmischer Traum war ja dann schon ein bisschen die Harmonik neu und mit so einem Molteil.

Und dann hat man ja ganz oft das danach gehört, dass das noch, dass das Nachhörmer gefunden hat, sozusagen. Aber das ist ja nicht eine Garantie, dass das dann wieder funktioniert, ist ja gleich.

Wird es von dir auch mal so ein Stück geben, dass Harmonisch so spezieller wird?

Gab es, glaube ich, öfters einmal. Also vor allem beim Alpern eben. Also bei der Polika jetzt noch nicht so. Die ganzen Alpern-Solo-Geschichter mit Bläserbesetzung, also die natürlich für Algo 6 entstanden sind, aber dann halt für große Blasmusik auch das Arrangement gibt, die waren ja immer so angelegt, bis auf das, was wir jetzt die letzten zwei Jahre im Programm hatten.

Das ist jetzt quasi wieder abgelöst worden oder ein neues. Heute habe ich die Ura-Führung ins YouTube gestellt, ins Facebook gestellt, kannst du anschauen, Facebook, Instagram.

Okay, mach es nicht.

Alpengold. Und das ist wieder genauso wie die davor. Dass es harmonisch sehr ausgeschmückt ist und hat den Vorteil, dass es gar nicht nach Alperstick klingt, aber hat den großen Nachteil, dass du keine zweite oder dritte Alpennstücke dazu schreiben kannst. Weil wenn da halt ein Alpengold ist ein Stück ein F-Dur, aber es geht los mit G-Moll.

Und ist halt so diese typische Jazzharmonik 2, 5, 1. Geht quasi so los mit 2, 5, 1 von der Harmonielehre. Und dann kannst du halt bei G Moll gibt es nicht einen einzigen Ton, den ich dem Alpern zuweisen könnte, wie diesen einer Melodieton, das klingende G, das kann es F-Alpern-Spieler. Aber sonst, aus der Harmonie G-Moll, haben wir nicht einen weiteren Ton, also kann ich keine zweite, dritte Stimme dazu schreiben.

Und das haben ganz oft die Alpernbläser auf dem Kurs mich halt gefragt, also nicht kritisiert, sondern echt höflich gefragt, kannst du nicht einmal ein Stück machen, wo wir als Gruppe und die Blaskapelle spieler können, wo wir zu Drittspieler können, der dreistimmiges Stück. Oder haben wir halt oft gefragt, kannst du nicht die Alpern-Romanze oder die Alpern-Ballade dreistimmig machen?

Das heißt, es geht leider nicht. Weil da sind solche Harmonie drin, da kann kein zweites Alpern mitspielen und kein drittes. Oder sie spielen alle dieselbe Stimme. Und die Alpern-Liebe, die wir jetzt zwei erkannt haben, das war eher die Ausnahme. Das ist tatsächlich nur erste und fünfte Stufe, weil mehr können wir nicht machen beim Alpern-Ansabel.

Und dann kann eben ein dreistimmiger Alpernsatz, die solistisch mit der Blasmusik spielen. Und jetzt haben wir wieder was ganz anderes.

Hör ich mir gleich nachher mal an. Verlinke ich auch in den Shownotes, dass jeder, der das jetzt gehört hat. Dann anhören kann. Gleich sofort anhören kann. Es kam noch eine ganz spannende Frage. Wann hast du gemerkt, dass du wirklich bekannt geworden bist in der Szene? Dass es nicht mehr nur, okay, der hat vielleicht irgendwann mal bei Ans Mosch gespielt, sondern das ist der Berthold Schick.

Manchmal frage ich mich, ob ich das überhaupt schon gemerkt habe. Aber es gab dann schon so Situation, du gehst bei Woods Dr. Blasmusik über den Platz. Wie gesagt, wir haben ja immer zwei Sets. Dazwischen habe ich noch irgendwelche Termine beim Instrumentenhersteller, Melton, B ⁇ S, also bei der Buffet-Gruppe, die ja dort Hauptsponsor sind.

Dann gibt es noch einen Meet and Greet oder verschiedenste Sachen. Und du gehst über den Platz und merkst, dass Leute, ah ja, schau, da ist der Battle schick, aber das ist ja nicht die Regel und so. Und dann denkst du doch, die kennen mich, hey, cool. Aber ich laufe jetzt nicht Gefahr, wie wahrscheinlich ein Fußballstach, dass ich irgendwo, selbst hier in Memminger im Städtle oder in München, in der Fußgängerzone laufe und dann irgendjemand kommt und ein Autogramm will.

Das passiert ja als Blasmusiker eher nicht. Aber in der Blasmusmusik. Das können wir ändern. Das können wir ändern. Aber in der Blasmusik-Szene selber, da magst du dann schon. Und oft frage ich nach, gerade bei den Fortbildungen, woher kennt er mich oder wie lange kennt er mich. Und was mich tierisch freut, weil das damals wirklich für mich ein brutale Herzensangelegenheit war, diese Thrombonikus zu machen, diese erste Soloscheibe, mit Egeländer Blasorchester und Solist immer Tinohan, Posauni oder Alborn.

Und viele beantworten die Frage immer mit dieser Antwort, dass sie mich seit der Thrombonikus kennen. Okay. Und das verfolgt und gehört haben und rauf und runter gehört haben. Alex Wirtz, jetzt Leiter von den Egeländer, als wir uns dann zum ersten Mal über den Weglaufer sind oder letztes Jahr mal ganz intensiv, in den Tenorhorntage aufeinandertroffen sind, hat dann mal ein paar Mal erzählt, wie er halt als junger Kal die Thrombonikus kennengelernt hat und wie das halt auch dazu beigetragen hat, sich zu begeistern für das Instrument.

Und das ist ja total toll zu hören.

Was macht das mit deinem Ego zu wissen, okay, ich bin so in der Szene schon jemand, der Leute inspiriert hat und so lange dabei ist?

Ich glaube nicht viel. Also ich bin total bodenständig aufgewachsen. Und ich glaube nicht, dass das viel macht mit mir, dass ich dann irgendwie einen Höherkolle kriege oder irgend sowas.

Okay.

Es ist einfach vor, man freut sich. Man empfindet es als Freude und als Genugtuung, wenn man erkannt wird oder wenn man Lob kriegt. Und man freut sich, also jeder Mensch freut sich über Lob, oder? Ist ja eigentlich. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Es tut ja gut.

Ja, es gab 24, glaube ich. Ich hoffe, ich liege richtig. Die XXL-Aufnahme. War das so ein Traum von dir, einfach um mal so eine große Besetzung zu haben und wird es die irgendwann noch live geben?

Das ist ja eine super Frage. Ich hätte schon wieder vergessen, dass ich da dafür Werbung machen könnte jetzt. Also aufgrund dessen, dass ich, also bis zum heutigen Tag, und das ist ja jetzt wirklich so viele Jahre her, immer wieder auf die Thrombonikus angesprochen wurde, war immer schon so, also schon weit über zehn Jahre der Gedanke, das wiederhole ich und machen wir so 2.0, Thrombonikus, 2.0, so die Soloscheibe mit Egeländerbesetzung.

Aber im Laufe von dem Entwicklungsprozess, ich bin einfach schlichtweg zeitlich nie dazugekommen, weil so viel anderes immer war, was ja gut ist, wenn man zu tun hat, ist ja klar. Und in diesem Entwicklungsprozess war es dann tatsächlich so, dass das immer weiter geswitzt ist. Ja, das muss eigentlich gar nicht sein, dass da lauter Solos drauf sind.

Wir haben so viele Titel jetzt komponiert in der 20 Jahre Allgäuse Zeit, die es eben auch für große Besetzungen gibt. Und die Kollegen und ich. Und ich nehme einfach da die Highlights so auf, dass man mal von denen Titeln eine große von einer großen Besetzung mit Hölzer, mit Posauna, dass wir eben die Aufnahme haben.

Da sind schon auch drei oder vier Solos drauf. Aber im Wesentlichen, das sind es dann die Titel, die einfach unsere oder meine Favoriten sind aus den letzten 20 Jahren Allgäuse. Und ja, die Gruppe gibt es live, die wird es nicht so oft live geben, schätze ich mal. Aber am 2. Mai, gar nicht mehr so weit weg, einen Tag vor der Isar-Philharmonie, da sind wir am 3.

Mai, das haben wir in Nesselwang, unsere zweite große Jubiläumsveranstaltung, 20 Jahre AllgäuS6. In Nesselwang gibt es seit 15 Jahren die Böhmische Musikantennacht. Und die gibt es, die haben mir quasi ein bisschen mit angeregt. Da bin ich in der Anfangszeit von Alläuße auf den Simon Gehring von der Allgäuer Zeitung von Neuregio zukommen.

Mensch, lass uns doch mal überlegen, was könnte man da machen. Und da ist ein Ergebnis davon geworden, dass es die böhmische Musikantennt gibt. Immer mit drei Bands. In der Albspitzhalle passen knappe tausend Leute rein und es wird seit Anfang an top angenommen. Und bei den drei Bands sind wir immer dabei, aber die anderen zwei sind immer andere.

Aber die Brauhaus-Musikanten, der Paschachert, der war dann jetzt in den 15 Jahren auch schon mal zwei oder dreimal dabei, aber halt nicht hintereinander. Wir sind jedes Jahr gesetzt und wir sind auch nicht, wie soll man sagen, verankert, dass wir immer das Finale machen oder immer den Mittelpunkt machen.

Wir haben schon ganz vorne gespielt, wir haben schon in der Mitte gespielt, wir haben schon ganz hinten gespielt, das ist schuldig alles immer flexibel. Und dieses Jahr bei der Jubiläumsveranstaltung sind wir eben wieder auf den Veranstalter zugekommen von Simon Gering. Wir hätten eine ganz besondere Idee.

Wir schlagen dir die an. Er hat auch oft schon um Rat gefragt, wen können wir nehmen, wen im Filsch macht von den anderen Bands. Und da waren wir oft schon so im Austausch, wer könnte gut passen. Und so haben wir immer darauf geachtet, dass es nie drei kleine Besetzungen sind, dass er immer eben auch eine, mindestens eine große Besetzung dabei ist.

Und dann haben wir ihm jetzt vorgeschlagen, und es hat glücklicherweise alles funktioniert, war ja schon letztes Jahr die Planung, die Schlenker sind eine von den anderen zwei Bands. Die Schlenkerer haben ganz spezielle Verbindungen mit Algo ASEX, weil der Christian Höchl früher öfters bei uns ausgeholfen hat.

Der hat zum Beispiel die zweite CD mitgespielt. Und weil wir mit dem Dominik Glöbel das Mitsinkonzept gemacht haben, weil ich der Fritz Winter von den Schlenkerer kenne seit meiner Studienzeit kennen. Also das sind schon mal drei von denen fünf, mit denen ich mir ewig lang und wahnsinnig toll und wahnsinnig verbunden fühlen und viel zu tun gehabt haben.

Und die Schlenkerer sind eine von diesen drei Besetzungen und die dritte Besetzung ist Eigäs 6 XXL. Und die Schlenkerer füllen dann Ego 6 auf, dann sind wir nämlich vier Flügelhänger, vier Tenorhänger. Und dann kommen im Prinzip nur die vier Hölzer dazu und die drei Posauner. Und alle fünf von den Schlenkerern kommen zu EIGOS 6 dazu, dann sind wir schon fast XXL, da fällt nur das Holzregister und das Posauner-Register.

Und das wird tatsächlich am 2. Mai die Premiere von XXL, die Live-Premiere. Klingt sehr gut. Schauen wir mal, was rauskommt, genau. Also jetzt habe ich die Woche.

Vielleicht wird es ja ein fester Bestandteil der Szene, dass es wieder eine große Besetzung gibt.

Ja, das wäre natürlich zu wünschen, dass die große Besetzungen nicht aussterben, ist ja klar. Aber auch ich werden wir ganz genau überlegen, was ich mir antun. 15 Musiker zu suchen, da kriege ich dann zwei Leute Fieberblas vielleicht einmal, nicht bloß einer.

Das kann sein.

Und es muss ja immer auch die Situation hergeberbar, haben ja schon manche Bandleader dann aufgrund von Wirtschaftlichkeit einfach gesagt, okay, das lohnt sich nicht irgendwie eine große Besetzung. Du willst die besten Leute, die da mitspielen, du willst die beste Musik abliefern, aber kämpft natürlich auf der anderen Seite um gewisse Gagen.

Bei manchen Veranstaltungen musst du den Veranstalt auferstehen, ist ja klar. Das ist halt nur so und so groß, die Halle. Und ein Tritt kann nur zwischen dem und dem Preis funktionieren und dann kannst du halt nicht jedes Orchester engagieren. Das wird halt logischerweise mit 15, 16, 17 Leute teurer als mit 7 Leuten.

Das ist eine ganz normale Angelegenheit. Aber schauen wir mal, was wird, genau.

Wir kommen langsam zum Schluss. Ihr habt jetzt 20 Jahre. Das ist ja jetzt auch nicht dein erstes Interview oder das erste Gespräch, das du führst. Gibt es irgendwas, wo du dir in den 20 Jahren bei Interviews und Gesprächen gedacht hättest, ich wäre gern einfach mal das gefragt worden, damit ich endlich das erzählen kann.

Das wäre nämlich jetzt deine Chance. Es wäre jetzt die Chance.

Das wäre saugut gewesen, wenn du mir das vor der Woche schon mal gesagt hättest, weil ich tatsächlich überleger können, aber jetzt aus dem Steh greif. Es ist ja wirklich so, am liebsten ist man es bei Interviews und auch Podcasts, die ja wirklich dann eine gewisse Länge haben, was nicht zeitlich begrenzt ist oder schnell irgendwie fertig sein soll?

Ich bin völlig unbedarft, weil das einfach am ehrlichsten rüberkommt, glaube ich. Und wenn du die Fragen vorher schickst, dann kann es sein, da gibt es eine Doktorarbeit raus irgendwie, noch wird es konstruiert. Deswegen mache ich das nicht mehr. Deshalb will ich das auch gar nicht.

Aber gibt es irgendwas, wo du dir gewünscht hast, oh, da wäre ich. Ich hätte gerne mal was dazu erzählt.

Daraufhin Nacht drüber schlafen, nochmal und morgen noch einen Fortsatz.

Okay, fällt ja nichts.

Fällt mir jetzt spontan wirklich nichts ein.

Okay, dann kommen wir zur Schnellfragerunde. Was wäre mal ein Konzert, das du noch geben würdest? Also Mizing-Konzert haben wir, wir haben ESA-Philharmonie, Tauber-Philharmonie, Woodstock. Also gibt es noch irgendwas, wo du sagst.

Ja, also so Doppelkonzert mit, also Grossover nennt man das ja oft. Also tatsächlich mit German Brass oder so. Das würde mich brutal reizern. Das wäre total schön.

Also falls jemand zuhört von dem, ich kann gern vermitteln.

Hervorragend. Oder in Österreich-Brobras, naja, sensationell, cooles Asabel, genau.

Aber da hast du doch den Kontakt zum Jürgen.

Muss ich mal den anhauen, stimmt eigentlich, genau. Und zum Lorenz sogar. Das ist die zwei Frage immer. Also da braucht es halt den, also ich glaube, die Bereitschaft der Musiker, das wäre gar nicht das Problem, weil ich glaube, da sind so offene Musiker in solchen Top-Assables. Bei German Brass hätte ich auch, der Christian Höchl, Kontaktperson.

Und da brauchst du einen Veranstalter, der diesen Mut hätte. Oder der sagt, okay, das wäre mal was, das gab es noch nicht. So eine ganz klassische Schiene und eben dann diese Blasmusikschiene. Das wäre ein Konzert, das würde mich richtig reizen.

Wir gehen davon aus, dass du noch 20 Jahre spielst. Wie sieht dann dein letztes Konzert aus? Oder was ist das letzte Stück, was du auf einer Bühne spielen willst?

Tja, entweder eine Ballade mit einem Tenorhorn wie Karik Fergus oder sehr wahrscheinlich meiner Tochter gewidmet, die Isabel Polka. Die spielen wir nämlich als einzige Komposition. Alle 20 Jahre.

Okay.

Das wird dann die letzte Nummer sein, mit der gehe ich dann runter.

Okay. Gucken wir mal, ob es so wird. Wie gesagt, in 20 Jahren. Wir wissen es nicht. Genau. Wir wissen es. Standardfrage am Schluss ist immer: welches Buch und welchen Film kannst du empfehlen? Ein Film ist tatsächlich.

Meine Frau lacht mir immer aus, aber er ist auch schon alt, aber ich schaue trotzdem immer wieder an der Crocodile dann, die ist einfach mein voller Favorite. Sehr gut. Sehr gut. Auch schon lange nicht mehr gesehen. Und bei den Unterhaltungsbüchern habe ich keinen Favorit, aber ich habe wirklich so ein Favorit und ich sage den Namen oft falsch.

Ich glaube Tischmeier oder Tischlmeier heißt er. Brutaler Fachmann, der in schöne Bücher beschrieben hat, wie immer richtig Mixed, also wie die Strategie ist immer ein Mix, wie ein Mix zu funktionieren hat, wie man dreidimensional, was man da drunter versteht, Audio Mix dreidimensional zu machen. Eine Dimension sind die Frequenzer, eine die Räume und eine quasi Stereopanorama.

Und das ist wirklich ein Buch, das ich schon öfters einmal richtig intensiv gelesen habe, weil das finde ich saugut aufgeschrieben.

Okay, sehr gut. Welche Aufnahme sollte man sich mal unbedingt anhören?

Die Böhmische Weihnacht von Algäusex. Auch jetzt schon im April. Auch über Abmals. Weil es klingt nach Polka, keine Angst.

Ja, ja, ja. Okay. Und abschließend deine privaten Wünsche und die Wünsche für die Blasmusik-Szene.

Also die privaten Wünsche sind ja ganz klar, dass man die Gesundheit immer mitspielt und für die ganze Familie. Und wir haben eine wunderbare Familie, wunderbaren Zusammenhalt, dass das so bleibt. Das ist ja keine Selbstverständlichkeit, da kann ja immer auch was passieren. Und was waren die zweiten Wünsche?

Für die Blasmusik. Ja, das, also der Wunsch ist hoffentlich gar nicht so schwer, dass die Blasmusik immer erhalten bleibt und dass es so kleine Auf- und Ups gibt. Das wird auch normal sein, dass es mal ein bisschen mehr Hype gibt und ein bisschen weniger Hype gibt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Blasmusik ganz ausstirbt.

Aber ich wünsche mir schon für die Blasmusik, dass es eher immer eine Kurve nach oben gibt, eine Tendenz nach oben und dass es auch wieder leichter wird, Ausbilder zu finden. Das ist tatsächlich in der Tat die letzten Jahre immer schwerer geworden. Das kriege ich halt mit, weil ich so viel rumkommt bei Fortbildungen und viele Vereine mich fragen, wie komme ich an Ausbilder ran und wer macht das überhaupt noch und dass wir da zu einem System finden, dass das wieder attraktiver wird.

Das ist in Österreich deutlich attraktiver und darum tun die sich leichter und darum haben die so unvorstellbar tolle Talente immer wieder. Die haben ja auch die Talente, keine Ernst. Aber es ist oft schwer und mit großen Herausforderungen verbunden, überhaupt Ausbilder zu finden. Und der erste Ausbilder ist der wichtigste.

Und nicht der zweite und der dritte, der erste Lehrer ist der wichtigste. Der muss eigentlich die beste Bezahlung krieger und am genausten ausgewählt sein.

Das stimmt. Bertolt, vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, hier mal wieder vorbeizuschauen. Sehr gerne. Vielen Dank für die Einladung, Andi. Und alles Gute für die nächsten 20 Jahre. Das war die Folge mit Bertolt Schick und ich möchte mich bei euch bedanken, dass ihr bis hierhin gehört habt.

Ich hoffe, ihr konntet einen guten Einblick bekommen, wie die letzten 20 Jahre aussahen mit Allgäu 6. Vielleicht habt ihr auch das ein oder andere mitgenommen. Ich finde es schön, dass er mit seiner Gruppe seiner Linie treu bleibt und sich nicht irgendwie anpassen möchte und eine sehr gepflegte Blasmusik macht und da auch nicht abweicht.

Wenn ihr noch mehr im Blasmusik-Podcast hören wollt, dann lege ich euch das erste Gespräch mit Bertold ans Herz. Den Link findet ihr auch direkt schon in den Shownotes. Da könnt ihr nochmal nachhören, was wir damals gesprochen haben, wie seine Anfänge waren als Musiker, auch sein Schaffen bei Ernst Mosch und vieles mehr.

Wenn ihr diesen Podcast unterstützen wollt, abonniert ihn oder unterstützt mich doch gerne auch finanziell ein wenig auf Patreon. Da bekommt ihr die Folgen komplett werbefrei und vorab. Ich bedanke mich bei den Supportern dieser Folge, bei Buffet Gramp, bei der Wurzog Academy und bei Grassboat. Außerdem bedanke ich mich bei dir, Kmartis, für die Musik bei Leandermachern, für den Schnitt und ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder einschaltet.

Macht's gut, euer Andre.

0:00 / 0:00