On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5

Auf einen Kaffee mit Georg Pranger (Euphonium) - Zwischen Brass Band Meisterschaft und CD-Veröffentlichung

Montag, 28. Juli 2025 · 49 min

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Shownotes

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Eigentlich wollte ich mich mit Georg schon länger treffen, da er Anfang des Jahres eine neue CD mit dem Titel "Looking for Telemann" veröffentlicht hat. Es hat jetzt eine Zeit gebraucht, bis wir einen Termin gefunden haben, so, dass wir auch über seine Erfahrung als Dirigent bei den European Brass Championships in Stwanger (Norwegen) sprechen.
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Hörbeispiele:
1) A Gabrieli Fantasy - Bert Appermont gespielt Brass Band 13 Etoiles (youtube.com/@BB13Etoiles) (live November 2024 Lucern)
2) Looking for Telemann
3) Erinnerung aus Lieder und Gesänge - Gustav Mahler
4) La Folia - Variation 5

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Willkommen zu einer neuen Folge auf einen Kaffee mit hier im Blasmusik-Podcast. Ein kleines Format, das ich relativ regelmäßig, unregelmäßig mache. Und hier treffe ich mich mit meinem Gast oder mit meinen Gästen und spreche meistens nur über ein Thema. Heute ist es etwas anders. Ich spreche mit Georg Prangel.

Das hatten wir schon relativ lange vor. Es sollte eigentlich um seine neue Solo-CD geben, weil ich die total spannend finde. Der heißt Looking for Telemann und verbindet neue Musik mit alter Musik. Aber weil es so lange gedauert hat, bis wir einen Termin gefunden haben und Georg gerade von der European Championship für Brassbands aus Starwanger zurückkam, haben wir uns zunächst darüber unterhalten.

Es gibt in der Folge wieder einiges auch zu hören und was die CD jetzt mit Telemann und Euphonium zu tun hat und welche Rolle dabei vielleicht auch ein Drag Queen Festival spielt, das erfahrt ihr jetzt hierbei auf einen Kaffee mit Georg Pranger. Frage: Wie trinkst du deinen Kaffee?

Mit einem Schuss Milch, ohne Zucker.

Das mag keiner, der schwarz trinken. Normalerweise sagen alle im Moment immer, sie trinken schwarz.

Ja, na, das ist mein Humor und das reicht.

Okay. Georg, du warst ja jetzt übers Wochenende auf Brassband Wettbewerb in Starwanger. Und wann bist du zurückgekommen? Gestern.

Heute Morgen um halb drei war ich zu Hause. Ich hatte gestern noch einen Tag quasi frei in Starwanger, weil mein Flug erst abends ging. Und ich musste noch dort bleiben für diese Award-Ceremonie. Da musste jemand von unserer Band da sein und die Band ist aber schon früher geflogen und ich blieb alleine dort.

Das klingt so schlimm, wenn du sagst, ich musste da bleiben für die Awards. Also ihr habt ja dritten Platz, gell? Ja, genau. Herzlichen Glückwunsch. Ja, vielen Dank. Vielen Dank. Ich musste da bleiben, weil ich habe gewonnen. Mit wem bist du da angetreten?

Mit der Catchbase in Brassband Innsbruck.

Die ist neu, oder? So wie ich das verstanden habe.

Ja, also das ist eine jungen Brassband und die erneuert sich ja immer selbst, weil es da ja dieses Alterslimit gibt. Neu ist sie deshalb, weil mein Vorgänger, der hat mit der Band diesen Wettbewerb schon dreimal gewonnen in Folge. Und dann haben wir jetzt einen relativ großen Einschnitt gehabt vor zwei Jahren.

Und jetzt sind fast 70% neue Mitglieder oder manche, die auf neuen Stühlen sitzen. Inklusive für mich als neuen Leiter. Und deshalb ist die Band eigentlich total neu oder fühlt sich zumindest komplett neu an. Und ja, deshalb ist das das erste Antreten jetzt auf der größten Bühne gleich, das war schon sehr speziell.

Für mich auch, ich habe auch noch nie einen Wettbewerb dirigiert. Das war schon was Besonderes. Und da gleich auf Platz 3 zu kommen, ja, macht uns mega glücklich.

Ja, lass uns ganz kurz zurückgehen, weil ich bin mir nicht immer so sicher, wenn man über Brassband spricht, ob jedem klar ist, was das immer so heißt, wenn du sagst, da sitzen jetzt welche auf neuen Stühlen. Vielleicht muss man ja so ein bisschen erklären, dass es in der Brassband gibt es ja ganz, ganz klare Arbeitsaufteilung.

Das ist ja jetzt nicht so wie in einem symphonischen Blasorchester, okay, der erste spielt vielleicht mal Solo, aber das war es ja dann im Endeffekt schon, weil in der Brassband gibt es ja schon sehr zugeordnete Aufgabengebiete.

Ja, genau, also was ich damit meinte, war, dass Jugendliche oder Kinder, die jüngsten sind ja bei uns 13, dass die von den zweiten oder dritten Stimmen vielleicht vorrücken auf eine Solo-Stimme, Solo-Conet, also die erste CONET-Stimme oder dass jemand auf das Repiano-Conet vorrückt. Oder jemand auch das Sopran-Conet bekleiden muss natürlich.

Das meine ich mit auf anderen Stühlen sitzen und somit ganz andere Aufgaben zu bewältigen hat, also bisher gewohnt war vielleicht. Das macht es dann schon spannend, weil ja, zuerst fährt man Slalom-Ski und dann plötzlich bekommt man einen Abfahrtsski und muss mit 140 runterbreitern. Das fühlt sich anders an.

Auf jeden Fall. Ich finde auch, man hört auf jedem Stuhl auch anders. Das ist irgendwie. Ich war jetzt am Wochenende auch auf Grassband und ich darf jetzt seit längerem mal wieder relativ regelmäßig Rehpiano machen. Und ich finde es immer wieder spannend, je nach Location, was man so hört. Also manchmal hört man halt dann auch gar nichts mehr vom Rest.

Ja, je nachdem, wie fit, also Prankonetisten, nehmen einem ist. Vielleicht doch.

Ja, der ist sehr fit, aber wir haben in so einer Kirche gespielt und immer, also wenn ich gespielt habe, habe ich von vorne nichts mehr gehört. Das war da irgendwie so, dann sitzt du so da und weißt gerade nicht. Zu laut, zu leise, irgendwie, also es schwimmst ein bisschen.

Das ist auch beim Wettbewerb natürlich total spannend. In diesen großen Konzertzellen, das kann so und so sein. Und für die Kinder und Jugendlichen dann natürlich nochmal spezieller, die solche Serie ja gar nicht gewohnt sind. Zumindest in meiner Band, waren die meisten das jetzt nicht gewohnt. Und ja, ich habe sie schon darauf eingestellt und wir haben im Vorfeld auch schon in anderen Locations geprobt, dass sie sich an diese anderen Akustiken auch gewöhnen können und dann nicht komplett ausflippen, wenn sie mal anders hören, als es gewohnt sind.

Wie lange hat man da Zeit? Also gibt es da ein Einspielstück? Ich war nur einmal auf einem Wettbewerb bei Browseband. Ich glaube nämlich nicht, gell? Das ist raufgehend spielen, gell?

Ja, man hat schon hinter der Bühne noch 20 Minuten Zeit, auf so einer Probebühne, sich nochmal kurz einzustimmen, aber dann.

Aber die ist ja anders als die Wettbewerbsbühne dann.

Ja, das ist Backstage, ja, richtig.

Das ist natürlich schon sehr, sehr spannend. Was ich natürlich immer sehr sympathisch bei Brassband Wettbewerben finde, ist, dass, also ich gehe davon aus, dass das da auch so war, dass quasi die Pflichtstücke alle hintereinander kamen. Jede Band. Oder habt ihr euer Programm einmal durchgespielt?

Also bei jungen Brassband ist es so, dass man 25 Minuten Zeitlimit hat. Ja. Und da muss das Pflichtstück enthalten sein, aber man spielt das ganze Programm in einem Stück. Genau, in der Champage-Session natürlich, wie du sagst, ein Tag Pflichtstück, nächster Tag Own-Choice. Ja, okay.

Wie bereitet man 13-Jährige auf sowas vor? Weil ich finde, das ist schon eine Hausnummer auch.

Ja, natürlich europäische Bühne. Wie bereitet man es drauf vor? Also ich versuche es im Guten möglichst tief ins Stamm herum zu brennen. Damit dann gewohnte Abläufe dann einfach schlagend werden, sozusagen. Und natürlich auch mit, ich versuche, meine Devise ist, mit Freude an die Sache heranzugehen. Natürlich, der Wettbewerb ist ja klar, man geht dahin um zu gewinnen.

Aber nicht nur, der Weg ist auch ein bisschen das Ziel. Und ich habe versucht, das irgendwie sehr positiv, wie ich es halt sehe, zu vermitteln. Die Möglichkeit, auf dieser europäischen Bühne zu spielen, da nach Norwegen zu fliegen und zwei Tage dort zu sein. Das ist alles eigentlich Luxus. Und ja, wir haben uns auch so ein bisschen Videos angeschaut von den letzten Jahren, um uns darauf einzustimmen.

Und das hat schon nochmal einen Motivationsschub gegeben. Und ja, da waren sie dann ganz gut geeicht und haben sich dann mega gefreut. Das Konzerthaus liegt ja direkt am Meer und vor dem Konzerthaus haben dann Kreuzfahrtschiffe angelegt und so, also die Kulisse war unglaublich. Die Kids sind da mal aus dem Staunen nicht rausgekommen.

Und ja, das war einfach eine schöne, runde Sache. Und sie konnten es genießen und waren dann auf der Bühne, aber auch sehr fokussiert. Wie oft probt ihr? Wir proben eigentlich einmal wöchentlich.

Ah, okay.

Für zweieinhalb Stunden. Genau. Aber in den Ferien natürlich nicht, aber es gibt dann auch öfters mal Probensamstage, wo wir dann länger proben. Und drei Vorbereitungskonzerte hatten wir.

Ah ja, also das heißt, wie lange bereitet ihr euch jetzt schon auf den Wettbewerb oder habt ihr euch auf den Wettbewerb vorbereitet?

Ja, eigentlich seit ich das Ruder übernommen habe, das war im Oktober 23. Also eineinhalb Jahre quasi. Wobei dann natürlich immer Ferien, Osterferien, Weihnachtsferien, Sommerferien und so. Also Netto-Spielzeit gar nicht so lang, eigentlich. Dafür, dass wir so viel Personal sind, Neues. Und auch für mich, ich musste auch mal erst abtasten.

Wie funktioniert der Haufen? Was kann ich fordern? Wie wird das Pflichtstück sein? Da stellt man sich ja dann Fragen, auf die kommt man ja, wenn man nicht Dirigent ist, gar nicht drauf. Das beschäftigt einen dann sehr, was kann ich machen, überfordere ich sie, wie wird das Programm laufen? Ein Solist muss dabei sein.

Was für ein Solostück wähle ich? Was kann die Band gut begleiten? Was kann der Solist gut bieten? Ja, da kommt ein ganzer Fragenkatalog auf einen zu, den ich bis jetzt noch nicht kannte.

Welche Solostück hattet ihr?

Wir hatten Brasilia, Posaunensolo, Robin Dewhurst. So ein bisschen Latin-Nummer. Ziemlich fordernd für den Solisten und auch für die Band. Nicht einfach sehr schnell, sehr schwere Tonauten. Genau, aber ein spannendes und lässiges Stück.

Okay. Und was war das Pflichtstück?

Northern Passagers hat das geheißen, von Jetty Ldonne. Ja, das wurde extra für diesen Wettbewerb geschrieben, wie jedes Jahr.

Okay. Was war für dich die größte Herausforderung, jetzt am Wochenende selbst?

Persönlich oder für die Band?

Beides.

Persönlich. Persönlich war die größte Herausforderung eigentlich, wirklich die Energie aufzubringen, wirklich dann voll da zu sein und wirklich alles geben zu können, weil ich in den letzten Wochen sehr, sehr viel zu tun hatte und gemerkt habe, dass mein Batteriestand so etwas nach unten geht. Deshalb musste ich mich jetzt wirklich darauf zuspitzen quasi.

Es hat aber super funktioniert. Ich war am Samstag, als wir noch nicht spielten, war ich so müde. Mein Körper hat richtig runtergefahren, obwohl wir im On-Choice-Web überhaupt drin saßen von den Championship-Bands. Aber am Sonntag war ich dann voll da und ja, es ist auch gut, sich auf sowas verlassen zu können.

Als Musiker, weil man weiß, wenn dann ein Tag X da ist, dann funktioniert man. Und für die Band die größte Herausforderung war, oder für mich und die Band, weil ich das ja diesen Ablauf alles noch nicht kannte, aus der Dirigentensicht, wirklich die Band auf diesen Tag hin zu timen. Und in den Proben nicht komplett auszurasten, wenn manches nicht funktioniert.

Eine Woche vorher, es muss ja dann erst funktionieren. Ja, so dieses Timing zu erwischen, damit man nicht über dem Zenit dann schon ist.

Und wie bleibt man dabei ruhig? Also ich kenne das ja selbst von meinem Musikverein, wenn dann so ein, zwei Wochen vorher, wenn du denkst, okay, jetzt müsste es langsam mal so eine Stufe mehr kommen. Und man denkst du, ah, okay. Und man muss immer das Gleiche sagen. Da habe ich dann immer so das Gefühl so, oh, das haben wir doch jetzt schon fünfmal.

Irgendwie schreibt es euch halt rein, denkt halt dran. Ich habe natürlich jetzt auch schon so ein bisschen gelernt, ich vertraue. Mein Orchester sagt natürlich immer, die sind eine Turniermannschaft, aber ich wäre manchmal ganz froh, wenn so ein bisschen früher das noch so einsetzen würde.

Ja, also mir ist jetzt auch nichts anderes übrig geblieben, um ehrlich zu sein, als zu vertrauen, dass das dann funktioniert. Wir haben letztes Jahr schon Konzerte gespielt und das war dann auch immer sehr ordentlich auf der Bühne dann. Natürlich von bis, aber prinzipiell hat das immer funktioniert. Ja.

Ja, Vertrauen haben und was nützt das oder was hilft es, wenn man da die Flinkend ins Kond läuft oder schreiend durch den Gang läuft.

Ja, aber ich finde es so schwierig, weil wenn man selber spielt, weiß man ja, was man alles machen muss, um da fit zu sein. Und da kannst du ja eigentlich nur von außen zugucken, teilweise, wo du dir denkst, macht doch das. Es wird euch echt helfen, macht's doch einfach.

Ja, natürlich redet man mit gewissen Positionen dann oder wenn es, ja, wenn es nötig ist, wenn irgendwas zu besprechen ist. Und ich sage auch, ich bin da ganz offen und ehrlich. Ich sage auch, wie es mir geht davon draußen und kommuniziere das und auch meinen Frust, wenn was nicht klappt, zum zehnten Mal oder so, was jetzt natürlich übertreibe.

Yeah, yeah. Aber du verstehst, was ich meine.

Ich glaube, das versteht jeder Dirigent da draußen.

Ja, ich glaube, also ich bin ja so ein bisschen neu in dem Dirigentenbusiness, aber ich denke, je authentischer man selber ist, desto mehr kommt es auch an. Was ich immer ganz schlimm finde, ist, wenn die, die da sitzen, zusammengestaucht werden für die für das Fehlen der anderen zum Beispiel. Das ist so ein Generalfehler, glaube ich.

Ja. Es ist total spannend. Viel Neues und ich möchte mich auch irgendwie mich noch weiterbilden in der Hinsicht, weil ich da auch noch Potenzial sehe, um das besser führen zu können. Vielleicht kannst du ein paar Tipps für mich.

Das machen wir mal off-record. Aber wie war das für dich rein schlagtechnisch? Waren da Herausforderungen da oder sagst du, okay, das war eigentlich eher weniger das Ding gewesen?

Es ist eher weniger, da bin ich irgendwie recht, recht fit. Das ist nicht so das Problem, glaube ich. Für mich ist es eher das Thema, bei Brassband natürlich Balancen, solche Sachen einzutarieren, diese Feinjustierung. Weil es natürlich, ich bin ja 18 Jahre fast auf dem Euphonium gesessen, in verschiedenen Bands.

Und da hast du natürlich auch eine ganz andere Position und Hörgewohnheit, wie das klingen soll, wenn es gut klingt. Du stehst ja nur einen Meter oder zwei Meter vom Solo-Euphonium im Stuhl entfernt als Dirigent, aber trotzdem, das Erlebnis ist komplett anders. Und deshalb war das auch für mich ein Lernprozess, zu hören, wie klingt es, wenn es wirklich gut klingt.

Und die Bein klingt richtig gut. Die klingen richtig gut.

Gibt es Aufnahmen von euch?

Es gibt von meinem Vorgänger, ja, gibt es natürlich Aufnahmen, die auf YouTube sind, die sind davon ihren drei Europameistertiteln, die sind CD-reif. Also das ist so gut. Okay. Ich kann es nur jedem empfehlen. Catchbase in Brassband Innsbruck.

Verlinke ich in den Shownotes. Sehr gut, danke. Mach ich auf jeden Fall. Wie war das, als du die Band übernommen hast? Das sind ja Jugendliche. Ich finde das ja dann nochmal schwieriger, irgendwie so die auf einen Nenner zu bringen. Wie beginnst du die Proben?

Wir spielen ein Choral. Ich sage dann kurz, was der Fahrplan ist für die Probe. Dann gehen wir gleich in Medias Riss. Also das Korallspielen ist wirklich, da bin ich drauf gekommen, auch schon lange her, wirklich was zentral ist. Da wird so viel geschult. Bei uns ein Timing, Farben, Vibrato, you name it.

Da stehen wir irgendwie drauf. Macht ihr das auch, Chorele?

Ja, auf jeden Fall. Also bei uns muss man ja dazu sagen, wir haben ja immer nur Samstagprobe, sechs Stunden. Nee, stimmt nicht, ist länger meistens. Sieben Stunden. Dann sonntags nochmal so vier Stunden und dann wird zwei Stunden Konzert gespielt und dann sehen wir uns drei Monate nicht. So läuft das irgendwie.

Und ja, also wir fangen immer mit einem Choral an. Meistens blöderweise immer mit dem leisesten. So dass er gleich so in den ersten vier Takten schon fünfmal abgerissen worden ist, weil es zu laut ist. Und wir haben immer so, er kommt. Aber er hat ja recht. Also, genau, und dann wird lang am Klang gefeilt, weil er natürlich, weil er sagt, okay, wenn wir das gefunden haben, dann können wir auch den ganzen schnellen Kram machen, weil dann kannst du dich halt.

So, genau, also da wird schon lange rumgemacht, tatsächlich. Um auch einfach, also gerade als wir in der Kirche waren, haben wir natürlich dann auch gerade mit dem Choral gut auschecken können, okay, wie leise sollten wir, wie leais können wir und wo ist halt auch nach oben hin das Maximum, ohne dass es dir halt alles auseinander feuert, irgendwie.

Genau, ich wollte ja bleiben nochmal ganz kurz bei Starbank. Wer war die beste Band für dich?

Ja, wir haben leider nur die ersten vier gehört am Samstag, weil wir dann selber prom gefahren sind. Dresse Dual hat begonnen mit Own Choice, mit Gabrielli Fantasy. Das war unglaublich. Die Klarheit in der Technik und diese Brillanz und diese Präzision war unfassbar. Wer ja sehr gut gespielt hat, waren bei den ersten vier Bands dabei, die ich gehört habe, war die waren die Schotten, die Cooperation Band mit Katrina Marcella, die unglaublich energetisch dirigiert hat.

Die haben wir ja 2010 in Linz beim Solistenwettbewerb begleitet mit der Brassband Frischl Hall, Glenn van Looy, sie und Hamen von Horne, den Konetisten. Glenn hat damals gewonnen und Katrina war, glaube ich, weiß nicht mehr, ob sie zweite oder dritte, war auf jeden Fall schon länger. Und es war richtig cool, sie da zu sehen.

Es war ja ein Novum, gell? Die erste Dame, der im Championship-Level, die dirigiert hat, auf europäischer Ebene.

Okay.

Also sie hat da Geschichte geschrieben und die haben gespielt Jesus in Tibet von Simon Dobson. Und das war richtig, das war richtig gut. Das war richtig cool. Fodens hat es auch gespielt als Band Nummer zwei. Und der Unterschied war für mich klar. War richtig cool. Und auch ein tolles Stück. Ich weiß nicht, ob du das kennst.

Nicht gut genug, glaube ich. Also ich habe das, glaube ich, einmal gehört, aber Thomson ist sowieso sowieso super.

Wir haben eine Horror-Show gespielt mal mit der RET. Mit der haben wir uns für die Europeans qualifiziert. Super Stück. Geiler Komponist.

Okay. Wer hat gewonnen? Ich glaube Willebrook, oder?

Willebrogg hat gewonnen, ja. Und Kevin von Gelder, Solo-Euphonisten-Kollege, Kollege, hat den Solistenpreis bekommen. Naja, freue mich sehr. Wir haben vorher noch kurz gequatscht im Konzerthaus. Super netter Typ.

Aber spielst du eigentlich noch Brassband? So wettbewerbsmäßig? Nee, gell?

Nein, gar nicht mehr. Ich habe eben im Dezember 2023 aufgehört, selbst in der Brassband zu spielen. Warum? Ja, es war einfach Zeit. Also ich habe, wie gesagt, 18 Jahre irgendwie sehr viel, sehr viel investiert für die Brassband. Und habe das wirklich geliebt. Ich liebe es nach wie vor, aber du weißt, ich habe Familie und möchte auch viele meiner eigenen Projekte machen, die ich noch so im Holster habe.

Und Brassband ist sehr zeitintensiv. Und das ging sich halt leider dann nicht mehr aus. Ja. Und es war einfach, es war einfach Zeit für was Neues. Ich habe das sehr, sehr geschätzt und wahnsinnig viel gelernt und auf viel zurückbekommen. Aber auch wahnsinnig viel, auf wahnsinnig viel verzichtet. Auf Familienfeiern und Jubiläen und whatever.

Genau, das hat sich einfach jetzt erledigt. Zeit für neue Ufer, neue CD und so.

Da kommen wir gleich hin. Gute Überleitung gemacht. Eine Frage habe ich noch, weil ich mir das immer wieder stelle. Diese ganze Brassband-Szene lebt ja schon sehr, sehr von diesem Wettbewerbsding. Wir sind ja eine Brassband, die Wettbewerbe kategorisch nicht machen. Aber liegt aber auch daran, das muss man ganz klar sagen, wir sind eine Projektbrassband.

Wir spielen halt ein Konzert und dazu müssten wir, glaube ich, auch öfter zusammenkommen. Und dadurch ist dieses Niveau ja auch unfassbar hoch. Also das ist ja teilweise abartig, was da gespielt wird. Und auch in welcher Brillanz. Das wird ja nicht einfach nur dahingeschmiert, sondern das wird ja ja schon auch ordentlich dahin gezimmert.

Ich frage mich immer, warum es das so nicht im symphonischen Blasorchester gibt. Kannst du dir das erklären?

Also ein Aspekt ist für mich eigentlich klar. Diese Brassbands waren sehr relativ früh reglementiert in ihrer Besetzung. Und dadurch haben natürlich auch die Komponisten ganz genau gewusst, für was sie schreiben. Und dadurch ist es natürlich auch vergleichbarer. Die Besetzung im Sinfonischen Blasorchester ist ja vielleicht nicht immer gleich oder ist die standardisiert?

Gibt es da Standards?

Nee, eigentlich nicht.

Ja, dann ist natürlich 60 oder 100 Mann ein Unterschied. Das dann zu bereiten. Das ist vielleicht eine Sache.

Aber also die Wettbewerbe sind ja da, aber man könnte ja, also ich kenne ja viele Vereine, die tun sich ja überhaupt schwer, überhaupt zu sagen, wir gehen da hin. Also so dieses, dieses Feuer. Ja, dieses Sa, wir vergleichen uns nächstes Jahr noch besser und so, das spüre ich da nicht so ganz.

Naja, vielleicht ist es einfach historisch gewachsen, oder? In England. Auch mit diesen Jobmöglichkeiten, die es ja gegeben hat, wenn man da gut gespielt hat. Ja, einfach hat sich ein besseres Leben irgendwie zu erarbeiten über das. Vielleicht ist es da einfach so verankert.

Das kann natürlich sein.

Dass es daher daher kommt. Was ich schon merke, oder ich glaube, ich glaube zu merken, dass es schon eine Mentalitätssache auch ist. Also in Österreich gibt es ja ein Brassband-Wesen, aber ein selbst schaubares. Und was ich immer so mitkriege, je weiter südlich wird er auch gehen, da wird das alles immer so ein bisschen lascher.

Also österreichische Lösung, nicht Fisch, nicht Fleisch, so ungefähr. Und da, ich meine, die Schweiz, Skandinavien, England, das sind jetzt schon eher, wie soll ich sagen, Länder, die es eher genau nehmen, so prinzipiell, weil zu Urwerk, deutsche Gründlichkeit, dann in Skandinavien weiß ich keinen Spruch, aber.

Und ich, also mein Eindruck ist schon, dass du weißt ja, wie Brassband ist, das ist sehr erfordernd und zeitintensiv und das muss man wirklich wollen und sich da 100% hingeben, sonst wird es nichts. Und da tut sich der Gemeinde Österreicher, sage ich jetzt einmal, tut sich da vielleicht schwerer als ein Schweizer.

Okay.

Naja, so ist mein.

Okay, ich bin gespannt, ich spreche morgen mit, ich weiß nicht, ob du sie kennst, Dee Boyd, die ist Konettistin, kommt aber eigentlich aus Australien, hat dann da studiert und auch in Deutschland studiert und ist jetzt im Schwarzwald, hat da auch eine Brassband aufgemacht und macht viel Musikschule und so.

Und genau, wir reden morgen und ich will vor allen Dingen natürlich auch mal wissen, wie das so in Australien ist und was so. Weil Australien hat ja auch witzigerweise eine Brassband-Szene.

Ja, und Neuseeland ja als englische Kolonie quasi dieser Harmen van Hone, der Konetist, der Belgier, der lebt dort. Ich kam in Neuseeland. Spielt der in der besten Brassband oder dirigiert die.

Okay.

Genau, vielleicht kennt sie den ja sogar.

Ja, da frage ich morgen gleich mal nach.

Genau. Und sagen wir dann, was sie gesagt hat. Aber ich höre mir es dann an, was sie gesagt hat.

Das ist die richtige Lösung. Du hast schon angesprochen, du hast Projekte, die du umsetzen willst, unter anderem auch CDs und es gibt ja eine neue CD, wobei so neu ist sie gar nicht mehr, die ist ja jetzt auch schon Failure draußen.

Ende Jänner kommen sie raus.

Ja, genau. Dann ist das ungefähr ein Failia. Genau. Und wir haben es nur zeitlich nie geschafft, früher mal zu reden. Ja. Du hast einfach zu viel zu tun.

Ja, tatsächlich.

Genau, die heißt Looking for Telemann. Und hat das abgefahrenste Cover, was ich seit langem gesehen habe. Und finde es wirklich cool. Ich habe das am heute ist ja schon Dienstag, am Sonntag haben wir gespielt, habe ich unserem Baritonist gezeigt, der ist nämlich auch Grafiker. Und habe ich gesagt, wie war's denn das?

Auch sehr geil. Okay. Freut mich. Fangen wir erstmal mit dem Titel an. Looking for Telemann. Warum Telemann? Ist ja jetzt nicht unbedingt, also da kommt man ja nicht sofort drauf, wenn man Euphonium denkt.

Ja, das war einfach, es gibt ein Stück auf der CD, das so heißt, weil ja diese Telemann-Geigenfantasie verarbeitet ist in diesem Stück. Und ich habe diese Fantasie, da gibt es eine Adaption von Roland Zembali für Euphonium. Und die habe ich eingespielt und das Konzept der ganzen CD ist ja alte Musik quasi oder ältere Musik gegen Neue Musik und das Euphonium, oder dieses Spannungstreieck sozusagen.

Und jeder dieser Komponisten, die ich ja beauftragt habe mit dem Werk, genau, hat was angelehnt an dieses Werk schreiben sollen. Und bei Martin Rainer, der diese Telemann-Geigenfantasie zugeordnet bekommen hat, ist dann eben dieses sehr moderne Werk Looking for Telemann dann rausgekommen. Und der Titel war einfach ja eigentlich sehr passend, und dieses Cover mit dem Gesicht und ja, das einen anschaut, ist dann schon sehr stimmig, finde ich.

Warum Maler? Also, ich habe es total gefeiert, als ich es gelesen habe, aber warum?

Ja, das haben mich schon mehrere gefragt. Ich liebe Maler einfach und ich wollte immer schon Malerlita aufnehmen. Maler holt mich einfach wahnsinnig ab. Also ich habe im Jugendorchester einige Symphonien spielen können. Erste, zweite, fünfte, sechste, neunte. Als Posaunist noch. Und ja, das ginge immer wahnsinnig tief.

Also ich habe da immer fast geweint nach dem Schlusston. Und ja, das war einfach immer ein großer Wunsch, Lieder ohne Text, natürlich schwierig als Instrumentalist zu interpretieren. Aber ich wollte bewusst eben versuchen, so viel Gefühl reinzulegen, dass da auch was rüberkommt. Ich hoffe, das ist gelungen.

Auf jeden Fall. Also ich feier dir total. Danke dir. Was war für dich das herausfordernste Stück auf der CD?

Ja, schon das Looking for Telemann, mit diesen modernen Spieltechniken, die er da verlangt hat. Da haben wir uns schon gemeinsam ein bisschen in den Kopf zerbrochen, die wir das am besten umsetzen, diese Sounds, die er da gerne haben wollte. Von dem her aus. Und auch der Mare, die Folia, mit den Variationen.

Da waren schon auch ein paar dabei, die mich ein bisschen beschäftigt haben, aber die ich sehr liebe. Also diese Musik ist ja, dieser Groove, das ist unbeschreiblich. Also weiß nicht, ob du das kennst, Jolie Saval, spanische Folia. Nee, leider nicht. Also wer glaubt, dass Groove erst mit R ⁇ B Musik gefunden worden ist, der muss sich mal Musik aus dem 16.

Jahrhundert anhören oder 15. Jahrhundert. Da geht's ab.

Aber wie lange hast du jetzt dich auf diese CD vorbereitet?

Ja, eigentlich war das ein End-Corona-Projekt sozusagen, das ich dann aber kurz auf Eis legen musste, aus anderen Gründen. Aber die Kompositionen sind dann ab 2022 entstanden. Genau, also das ja, das war schon länger in meinem Kopf, was zu machen. Und das hat sich ja dann so irgendwie gefunden, dann nach dem Brainstorming sozusagen.

Und dann bin ich eben an die Komponisten und die Komponistin herangetreten. Und als die Werke dann fertig waren, dann hat es noch eineinhalb Jahre ungefähr gedauert, bis ich das alles fixieren konnte.

Wie viele Tage nimmst du dann auf? Oder machst du das alles an einem Tag? Einmal durch alles?

Also bei der RCD waren wir wirklich schnell, weil auch zeitlich gebunden, zwecks Saal. Am ersten Tag haben wir zehn Stunden aufgenommen und am zweiten Tag fünf und das war's.

Okay, das sind, lass mich gucken, wie viele Nummern drauf?

29.

29. Knackig, gell? Chapeau, Herr Brunner.

Und ich frage mich bis heute, wann ich die Zeit gefunden habe, das zu üben.

Das kommt ja noch dazu, ja klar.

Ich habe ja voll gearbeitet und die Family und andere Sachen. Und ja, es musste irgendwie gehen. Und es hat funktioniert, aber auch das war ein Kraftakt. Also erst nach der CD-Aufnahme habe ich dann so eine Woche irgendwie gespürt, hoppala, das war jetzt doch anstrengender als gedacht. Im Moment funktioniert man dann natürlich, weil da hängt ja viel zusammen, auch finanziell und so.

Aber im Nachhinein habe ich dann schon gemerkt, das war jetzt eigentlich richtig krass. Für mich energetisch.

Ja, also 10 Stunden aufnehmen ist natürlich ja auch konzentrationstechnisch. Also jetzt mal unabhängig von Ansatz oder so, aber das ist ja konzentrationstechnisch, du wirst ja nicht fitter im Laufe des Ja, also das Hauptproblem ist wirklich die Konzentration dann.

Also du hast ja den Weißturm in der Sendung gehabt, deshalb weißt du ja, dass das mit dem Üben und Ansatz bei den Posaunisten, weil vonisten nicht so tragisch ist. Ja, dann habe ich gesagt. Die Lippe hat gehalten, weil er hat ja gemeint, ich spiele ja deshalb bei Phonem, weil es so einfach ist. Dann kann man auch mal zehn Stunden aufnehmen.

Oder hast du dich vorher beraten lassen und hast dir einen Plan schreiben lassen, wann du wann Pause machen musst?

Ich habe tatsächlich mich im Vorfeld mit Plänen vom Tommy vorbereitet, ja? Ja? Eine gewisse Zeit lang, ja. Cool. Ja.

Ich überlege gerade, wir müssten ja mal durchrechnen, wie lange du dann bei 29 Stück Zeit hast. Wirklich bei 15 Stunden durch 29, das ist ja echt nicht viel Zeit.

Ja, manches ging dann schneller, natürlich, wie es willst.

Das ist klar, gut, manches ist auch kürzer und so, aber trotzdem, das ist ja im Schnitt trotzdem nicht lang.

Na, das war schon schon eine Haruck-Aktion, würde man sagen, ja.

Okay. Und lass uns nochmal auf dieses unfassbar geile Cover zurückkommen. Das war deine Idee, hast du mir gesagt, gell? Ja. Wie bist du denn darauf gekommen?

Wirer Künstlergeist, ich weiß es nicht. Ich wollte einfach diese Thematik eroptisch wiedergeben am Cover. Und ja, mir ist dann einfach der Gedanke gekommen, wie mache ich das? Ja, Gesicht teilen. Zuerst habe ich gedacht, die eine Gesichtshälfte von der Pianistin und die andere von mir, aber das war dann logistisch irgendwie schwer zu vereinbaren mit der Visagistin und der Fotografin.

Und dann habe ich mir gedacht, dann mache ich das halt alleine. Und das Foto wurde dann, also es wurde zuerst eine Hälfte geschminkt, eine Stunde lang, dann gibt es ein Foto, dann das abgeschminkt und dann die andere Hälfte wieder Foto und dann hat es der Designer zusammengeklebt.

Ich find's geil.

Also wenn du einmal irgendwann so auf der Bühne stehst, das Geile war bei meiner CD-Präsentation in Kitzbühel, da sind ältere Damen gekommen und meine Frau stand da mit den CDs vor dem Saal und so. Und die sind dann zu ihr hin und haben sie gefragt, wo denn heute dieses Drag-Festival stattfindet. Also die wussten wirklich nicht, dass das ein Euphonium CD-Präsentation ist, sondern die haben das Gesicht gesehen und dachten sie, sie kommen jetzt zu einem Drag Queen-Festival.

Ach, geil.

Das habe ich auch super gefunden.

Ja, super. Also, okay, gut. Neue Marktlücke, also wenn du neue Konzertformate suchst, versuch es mal so. Macht niemand. Wie oft warst du jetzt live auf der Bühne mit dem Programm?

Tatsächlich nur bei der CD-Präsentation jetzt. Das ist schade eigentlich. Ja, ja, aber es kommt noch. Aber es war jetzt eben im Vorfeld für diese Brassband-Meisterschaft wirklich sehr, sehr dicht. Und am Motodem auch, es war dieses Tielemann-Projekt noch am Haus mit der Bläserphilharmonie. Weiß nicht, ob du das mitbekommen hast.

Neben dem ganz normalen Schulwahnsinn und sonstigen Freizeitaktivitäten und zu Hause und deshalb war einfach bis jetzt keine Gelegenheit, da nochmal damit aufzutreten.

Aber ist was in Planung?

Ja, für Herbst.

Auch in Deutschland oder ist das alles wieder nur Österreich? Sogar in Italien. Ja, gut, das ist ja noch weiter weg von mir. Das ist ja nichts, wenn du noch weiter in den Süden fährst.

Ja, da müssen wir dann off record, hast du gesagt, dann sprechen.

Okay, gut. Du hast gerade Zielemann noch angesprochen. Wie ist es mit ihm zu arbeiten?

Ja, es war für mich ganz faszinierend. Ich habe natürlich schon mit symphonischen Dirigenten gearbeitet, aber noch nie mit so einer Größe und schon gar nicht mit Euphonium, also wenn dann mit Posaune. Also diese Präsenz, die der hat und wie sehr der über diesen Weiken steht, die er dirigiert, das war sehr beeindruckend.

Er war auch sehr charmant eigentlich mit der Blazerphilharmonie. Also er hat schon verstanden, dass er da vor einem Studentenorchester sitzt und da vielleicht nicht allzu zu hart die manchen Leute angreifen darf, damit er das rausbekommt, was er rausbekommt. Hat das sehr schnell gespürt und ja, das war total spannend.

Das war wirklich total spannend.

Aber war das für ihn das erste Mal auch ein reines Blasorchester da sitzen zu haben? Weil es ist ja auch eine andere Herangehensweise, andere Welt. Die Netten spielen den ganzen Streichergram, das ist ja, funktioniert ja alles schon auch anders irgendwie.

Ja, schon. Ich habe den Eindruck gehabt, dass er, also ein Mann von diesem Kaliber, der hat vermutlich ein Gespür, dass er das sofort irgendwie umsetzen kann oder umlegen kann. Auch seine Hörgewohnheit und auch wo die einzelnen Register sitzen, auch das allein, oder? Wo die Klänge plötzlich herkommen, die ja sonst von rechts gewohnt ist oder so.

Das hat er sehr schnell gehabt. Das war, also war für mich wirklich, wirklich toll zum Beobachten. Und ansonsten habe ich den Eindruck gehabt, dass das war dann wirklich sekundär trotzdem, weil er einfach seine Musik gemacht hat, wie er sie kennt. Und das Orchester hat aber irgendwann mit Klasse unterstützt und ist ihm da gefolgt.

Und ganz beeindruckend war diese die erste Probe. Er wollte eigentlich am zweiten Probentag nur zuhören, um eben ein Gefühl dafür zu entwickeln, was da vor ihm sitzt. Und dann wollte er doch irgendwie kurz mal den Till bearbeiten und dann ist er auf die Bühne ohne Partitur und hat einmal den Till durchdirigiert.

Und das war, also sowas habe ich bis dato noch nie erlebt. Eben diese mit minimalen Gesten, mit Blicken, natürlich mit Mimik, eh wie es jeder Dirigent macht, aber so mit so einer Klasse, das war wirklich für mich was sehr Beeindruckendes. Und das Ding ist durchgelaufen von vorne bis hinten, ohne Probleme.

Und alle waren dann auch irgendwie vom Donner gerührt, so quasi, was war das jetzt gerade?

Wobei natürlich, also ich, ohne jetzt die Leistung zu schmelden, um Gottes Willen, aber das ist ja immer so, ihr habt schon immer so den Eindruck, wenn dann natürlich ein Gastdirigent kommt, wenn es natürlich noch so ein großer Name ist, dann sitzt du natürlich nochmal anders auf der Stuhlkante, bist viel wacher und versuchst hier wirklich alles vorne mitzunehmen, weil du ja gar nicht weißt, wie reagiert der, wenn das jetzt nicht funktioniert.

Spielt sicher auch eine Rolle, ja. Ja. Gebe ich dir total recht. Ja, auf jeden Fall.

Ja. Weil ich hätte das ja auch gern mal, dass ich einfach nur vorgehe und einfach nur mal so mit den Augen irgendwas mache und dann passiert schon was. Aber da guckt halt keiner raus. Also, ist jetzt quasi, aber der, klar, der wäre nicht da, wo er ist, wenn er nichts kann. Aber wie war das? Du warst der Solist.

Wie war das so als Solist? Hat er mit dir auch irgendwie oder hat er dich einfach machen lassen und hat einfach nur geguckt, dass der Rest passt?

Beides. Also er hat schon Inputs gegeben und ja, ich muss dazu sagen, das Spannende bei diesem Projekt war, ich war relativ spärlich mit Informationen ausgestattet, als ich da hinkam. Also du wusstest gar nicht, dass er da ist? Ich wusste nicht, dass ich Solo spielen muss. Achso auch noch nicht schlecht.

In der zweiten Probe dann, also da dann, also die zweite Probe von ihm hat er dann gesagt, ja, wo ist der Solist? Und alle haben sich so angeschaut. Ich wusste, dass ich da Solo, also es steht Solo drin, aber dass das eine Solo-Ariere quasi des Sängers ist, war mir bis dato auch nicht klar. Vielleicht auch mangelnds meiner Vorbereitung, mangelnde Vorbereitung meinerseits vielleicht auch geschuldet.

Aber ich dachte, es war einfach ein Solo im Orchester, so wie es halt manchmal so Solo-Stimmen. Aber er wollte dann, dass diese Barack-Stimme quasi, die ich war, die musste dann neben ihm vorne stehen. Und das habe ich dann zwei Tage vor dem Konzert erfahren. Und das Spannende war, ich habe bei der Eröffnungsverfahren Baspersonne gespielt, dann Euphonium im Orchester, dann das Solo am Euphonium und danach Bastrombete bei Wagner-Sachen.

Also, ich habe vier Jobs gemacht, deshalb war das Instrument sehr. Das Konzert sehr spannend. Ja. Und das Solo war ein Aspekt davon, aber ich konnte es Gott sei Dank sehr gut genießen. Also es war wirklich eine Äre und cool. Ich weiß auch nicht, ob es das nochmal geben wird, ein Euphonium-Solo quasi mit Telemann.

Hunos. Sehr schön.

Ja, kann man sich vor allen Dingen jetzt auch in Liebeslauf gut reinschreiben, gell? Also nicht nur der einzige professionelle Euphonium-Spieler Österreich, sondern auch der einzige, der mit Tielemann gespielt hat. Alles so eine Vermarktungssache.

Da bin ich schlecht. Da bin ich schlecht. Deshalb bin ich bei dir. Du hilfst mir dabei.

Achso, ich dachte, weiter kommst du nicht aus zu mir. Gibt es das noch zum Nachschauen? Ich habe gesehen, du hast einmal was gepostet vom, ich glaube, vom URF oder so, da habe ich es leider nicht gucken können, weil ich keine Zeit hatte. Aber gibt es das noch irgendwo auf YouTube oder bei denen in der Mediathek?

Gibt es das noch? Weiß ich nicht. Bin ich nicht informiert, ich glaube eher nicht.

Schade. Das ist ja, also, das ist ja schade, wenn so große Projekte dann irgendwann wieder verschwinden. Naja. Naja. Was steht jetzt so die nächste Zeit bei dir an?

Ja, jetzt war viel mein Kram, jetzt kommt viel Schüler, Studenten, Kram quasi. Also zwei meiner Studenten schließen ab am Mozodeum. Das ist jetzt in zwei Wochen soweit. Genau. Und dann bin ich Anfang Juni hier in Innsbruck beim Sinfonieorchester dabei, beim Heldenleben. Den Euphoniumbau darf ich da spielen.

Spielt übrigens Andreas Martin Hofmeier Tuber-Konzert vorher. Wir wird ein cooler Blechbläserabend quasi. Nicht nur, aber auch. Genau, und dann kommen zwei Solokonzerte in Salzburg mit David Gillingham Euphonium Concerto Anfang Juli. Auf mich zu, auf das freue ich mich schon sehr. Ein ziemlich unbekanntes Konzert, aber ein superschönes Konzert.

Ich weiß nicht, ob du das kennst.

Nein, nein, nein.

Ja, sehr schön mit Symphonischem Blasorchester, wirklich cool. Genau, und dann noch zwei Konzerte mit Brass Quintet und dann geht es langsam in die Sommerpause. Und dazwischen halt in der Schule alle möglichen Leistungsprüfungen und Vortagsabende und so.

Okay. Sieht man sich auf dem Wurztock der Blasmusik dieses Jahr?

Natürlich. Wie konnte ich das vergessen?

Ja, weiß ich nicht, du hast das einfach so ausgesehen.

Ja, jetzt war ich so mit Euphonium und Wursttoch der Blasmusik ist ja Tenorhahn. Das ist wieder die andere Schublade. Ja, natürlich. Wurztop der Blasmusik, danke für's Erinnern. Selbstverständlich. In Ort im In-Kreis mit den Original-Wurztop-Musikanten und einem neuen Programm.

Ja, ich bin sehr gespannt.

Ja. Wann spielt ihr? Am Sonntag.

Okay. Okay. Georg, vielen lieben Dank, dass du dir Zeit genommen hast, so ein bisschen zu plaudern, was so die letzten Tage und in den letzten Monaten bei dir los war.

Vielen Dank, dass du mich eingeladen hast. Gerne, gerne.

Das war die Folge mit Georg Pranger. Ich bin sehr gespannt, welches Feedback ihr uns gebt, ob euch die Folge gefallen hat, ob euch der Einblick in die Brassband-Welt vielleicht zu viel war, vielleicht zu wenig. Und natürlich, was mich am meisten interessiert, wie findet ihr die CD von Georg? Einen kleinen Podcast-Tipp hier am Rande.

Wer noch mehr über Üben erfahren will, die Namen sind schon gefallen. Thomas Weiß und Markus Walthardt waren auch hier zu Gast und stellen ihr Programm Train Your Play vor. Sie schreiben Übelpläne, unter anderem auch für Georg, mit sportwissenschaftlichen Bezügen. Das heißt, wie belaste ich meinen Ansatz und meine Muskulatur und wann ist es vielleicht auch gut, mal Pausen zu machen.

Ich verabschiede mich jetzt bald in die Sommerpause. Am Donnerstag gibt es noch die letzte Folge der fünften Staffel und da ist niemand Geringeres zu Gast als Martin Stadler, auch Tenorist. Wer in der Blasmusik-Szene ein wenig bewandert ist, dem wird der Name auf jeden Fall was sagen, jemand, der gefühlt überall dabei ist und auf jeder Bühne sitzt.

In der Sommerpause wird es noch ein, zwei Folgen auf einen Kaffee mitgeben, sowie einige Repos der alten Folgen, damit die nicht ganz untergehen. Und ich würde mich natürlich sehr drüber freuen, wenn ihr diesen Podcast weiterhin hört, ihn vielleicht sogar unterstützt, indem ihr den Newsletter abonniert oder auch den ganzen Podcast abonniert und vor allen Dingen weiterleitet.

Sei es die Folge, wo ihr sagt, die muss jemand mal gehört haben an die Musikerinnen und Musiker, die ihr so kennt, oder natürlich auch als Empfehlung des ganzen Podcasts. Ich freue mich, wenn ihr nach dem Sommer, der hoffentlich etwas schöner wird als zurzeit und voller Blasmusik bei euch ist, wieder hier am Start seid.

Bis dahin macht's gut, euer Andi.

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