On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5

Ein Wiederhören mit Ernst Hutter (2020) - Was wird dein letztes Stück werden?

Donnerstag, 7. August 2025 · 1 h 29

MP3

Shownotes

Schreib mir gern dein Feedback! (buzzsprout.com/1023469/fan_mail/new)
Ich durfte schon früh in diesem Podcast Ernst Hutter interviewen. Damals 2020 gab es durch Buffet Crampon die Möglichkeit dies auch live vor Ort zu machen. Nicht nur, dass es mein erstes Live-Interview war, sondern auch die Tatsache, dass einer der großen Namen in der Szene sehr früh im Podcast zu Gast war, liegt mir dieses Gespräch immer noch sehr am Herzen.
Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen und Ernst wird in ein paar Wochen die Leitung der Egerländer Musikanten an Alexander Wurz abgeben. Deshalb fand ich es einen guten Zeitpunkt, nochmals reinzuhören, denn wir haben damals nicht nur über Stilistik, seinen Zugang zu Egerländer Blasmusik, sondern auch über die Zukunft der Egerländer Musikanten, Ernst Mosch und sein letztes Konzert gesprochen.
Instagram:
@originalegerlaendermusikanten (instagram.com/originalegerlaendermusikanten)
@andyschreck_ (instagram.com/andyschreck_)
Newsletter "Air-Mail" abonnieren (mailchi.mp/eb90157dc7f4/blasmusikpodcast?fbcli…)
Um diesen Podcast weiterhin so regelmäßig machen zu können, würde ich mich über eure Unterstützung bei Patreon (patreon.com/andyschreck) freuen.

Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Die größte Gemeinsamkeit ist Timing. Timing spielen. Also eine gute Blasmusik ruft. Eine richtig gute Blasmusik ist genauso wie die Swingmusik zum Tanzen da gewesen. Und auch heute noch muss man eigentlich bewegen wollen, wenn man gute traditionelle Blasmusik hört. Es sind ganz große Fehler, wenn Dirigenten die Zusammenhänge im Lied, in der Komposition, nicht erkennen.

Also einfach die viertaktigen und achttaktigen Einheiten, die 16-taktigen Einheiten, die 32-taktigen Einheiten. Also einfach diese Perioden nicht erkennen. Das ist, glaube ich, vom Phrasing her der größte Fehler. Für viele junge Musiker habe ich heute schon auch so eine Position. Dass die auch sie sagen würde, jetzt ist Ernst Hutter nicht mehr bei der Ege, dann da vorne dran, was passiert jetzt mit dem Orchester oder so.

Und ich fühle mich da natürlich auch in der Verantwortung, genau jetzt noch weiter durch diese schwierige Situation, die jungen Leute weiter zu entwickeln zu lassen und zu unterstützen.

Wenn heute jemand sagen würde, okay, Ernst, morgen ist dein allerletztes Konzert, das du spielen darfst. Wo wäre das? Mit wem wäre das? Und vielleicht, das ist eine schwere Frage, aber was wäre vielleicht das letzte Stück, was du sagst, okay, damit kann ich mich gut verabschieden. Wir sind on air in 3, 2, 1.

Herzlich willkommen bei On Air Dem Blasmusik Podcast. Mein Name ist Andy Schreck und ich treffe mich mit Dirigenten, Komponisten, Musikern und Visionären aus der Welt der Blasmusik. Wir sprechen über Ansichten, neue Ideen, das Leben und natürlich Musik. Herzlich willkommen bei On Air Dem Blasmusik Podcast.

Show that you eingeschaltet habt. It is a summerpause, and I have euch this. My guest is Ernst Hutter, and the five years old. We have 2020 get the showroom of daffear to this damage geklapped. And Ernst war my ear guest, den ich live vor Ort interviewen durfte. Und das war besonders, denn ihr wisst, 2020, Corona, das war alles nicht so einfach.

Die Folge liegt mir bis heute noch sehr im Herzen, nicht nur weil es eine der ersten Live-Folgen war, die ich gemacht habe, aber auch eine der größeren Personen der Blasenmusik-Szene, die ich damals schon sehr früh im Podcast interviewen durfte. Man merkt vielleicht auch noch, dass ich etwas nervös war.

Aber wir haben natürlich auch ganz viel über ihn und seinen Werdegang und über die Sicht auf die Egerländer gesprochen. Und ihr wisst es alle, in ein paar Wochen gibt er den Chefpost auf. Und deswegen finde ich es ganz schön, jetzt nochmal rückblickend in dieses Gespräch reinzuhören. Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit Ernst heute hier im Blasmusik-Podcast.

Mein heutiger Gast ist untrennbar mit Blasmusik verbunden. Er und sein Orchester prägen seit über 60 Jahren die traditionelle Szene. Er spielt nicht nur Posaun und Tenoren, sondern komponiert, arrangiert und hat zusammen mit seinen musikalischen Söhnen seinen eigenen Verlag und Label gegründet. Er feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bühnenjubiläum als Chef und ist der erste Gast, der mir persönlich gegenübersetzt.

Ich freue mich sehr, dass er sich Zeit genommen hat und sage herzlich willkommen, Herrn Sutter.

Grüß dich, Andreas Schreck.

Hallo. Gleich mal die erste Frage, Ernst. Was war das letzte Stück, was du jetzt vor diesem Interview mal bewusst angehört hast?

Das letzte Stück, was ich mir angehört habe, du meinst Musikstück. Musikstück, ja. Ich glaube, das war vorgestern, wie ich mit Martin von Luzern zurückgefahren bin, hat er mir eine Produktion von Snakey Pack Papi vorgespielt. Ich glaube, das war das Letzte, was ich wirklich bewusst gehört habe. Also keine Blasmusik auf jeden Fall.

Und seither habe ich keine Musik mehr gehört. Ist das, also machst du das öfter so, dass du dann gar nichts hörst, wenn du hast? Absolut. Also ich bin schon ein Musikverrückter. Aber ich brauche auch meine Zeiten, wo ich mich von der Musik sozusagen auch ein bisschen erhole. Ganz gezielt gehe ich dann andere Hobbys an, andere Ideen, andere Reize, die für mich dann auch wichtig sind, also optische Reize auch.

Da spielt die Natur eine ganz große Rolle. Aber mir tut es sehr, sehr gut. Umso motivierter bin ich danach dann wieder speziell mich um die Musik zu kümmern.

Ja, verstehe. Du sagst, andere Reize, also Natur, gibt es da noch irgendwas, wo du sagst, okay, das brauche ich, um mich da jetzt mal runterzuholen?

Ja, also im weitesten sind die Natur, optische Reize, auch akustische Reize in der Natur, die wir ja gerade in Zeiten des Lockdowns im Frühjahr wahrscheinlich wieder ganz neu entdeckt haben. Aber natürlich auch die Reize, die man in der Natur auch haben kann. Für mich riecht die Natur auch, weil ich mich immer in der Natur bewege.

Ich gehe gern wandern. Ich fahre eigentlich im Sommer von Frühjahr bis jetzt, heute auch wieder bei dem herrlichen Wetter, würde ich jetzt wahrscheinlich auf dem Fahrrad sitzen, wenn wir nicht miteinander reden. Und dazu Musik zu hören, ist für mich verboten. Also auch schon aus Sicherheitsgründen. Aber auch deswegen, weil ich dann die anderen Reize ganz bewusst wahrnehmen möchte.

Ja, das finde ich schön, weil wenn ich heutzutage so durch die Stadt gehe, viele sind ja nur noch in ihrer Welt irgendwie und nehmen links, rechts nichts wahr. Und ich glaube auch die Musik, diese hören auch nicht. Glaube ich.

Nicht wirklich, nicht wirklich, weil die anderen Reize lenken sie ja da davon dann auch wieder ab.

Also man hat eigentlich gar nichts, so die richtige Welt nicht und dann die andere. Wie hat das mit der Musik bei dir eigentlich begonnen? Du kommst ja aus einem musikalischen Haus. Wie kam es das dann, das Szenoren oder die Posaune? Was war zuerst?

Ja, das ist eine relativ lange Geschichte. Ich fange jetzt mal an zu erzählen. Du kannst mich gerne dazwischen natürlich auch unterbrechen, wenn du irgendwie eine spezielle Idee dazu hast. Ja, ich komme wie die meisten, glaube ich, die meisten Musiker oder Berufsmusiker natürlich aus dem musikalischen Haus.

Bin mit vier Geschwistern aufgewachsen. Meine Eltern waren nicht professionelle Musiker, aber meine Mutter war eine sehr, sehr eine Person, die die Musik sehr geliebt hat, aber nicht aktiv ausgeübt hat. Mein Vater war da dafür umso aktiver. Der hat sich eigentlich in jeder freien Zeit um den Musikverein und um die Jugendausbildung im Musikverein gekümmert.

Er war eigentlich der Musikverein, in dem ich aufgewachsen bin. Das kennen ja viele so. Und speziell auch in der Zeit, in der ich ja aufgewachsen bin, also in den 60er Jahren. Da war das noch nicht so weit verbreitet, das Musikschulwesen und all diese Dinge. Dementsprechend bin ich mit Hausmusik aufgewachsen und meine Geschwister, die ein bisschen jünger sind wie ich, haben alle auch ein Instrument gelernt und mein Vater hat mit uns gemeinsam Hausmusik gemacht.

Also wir waren damals eigentlich die berühmte Hutter Family, alte Generation, nicht die jetzige Generation, schon im Allgemeinen. Wir wurden da auf den Festivitäten wie so Heimatabende und sowas für die Touristen. Da wurden wir regelrecht rumgereicht. Und ich war dann später richtig froh, dass es damals den Karl Meck noch nicht gab.

Weil wenn der uns entdeckt hätte, wären wir wahrscheinlich irgendwo verbraten worden im Musikantestadel. Es war wirklich eine ganz tolle Aktion. Der Vater mit seinen drei Söhnen. Und wir haben da halt die Dinge gemacht, die man damals so auch instrumental spielen konnte. Ich habe damals Akkordeon gespielt, gar nicht geblasen.

Meine Brüder, der eine hatte noch ein gespielt, der andere Klarinette und mein Vater war Trompeter. Und ich war also der Harmoniemensch. Und zu den Blasinstrumenten kam es dann eigentlich erst später. Weil es dich gereizt hat, weil deine Bruder das gemacht haben? Nein, ich glaube, das war schon die Idee vom Vater, weil er hat mich schon mit sechs Jahren zum Akkordeonunterricht dann vermittelt.

Das war schon die Idee. Etwas Harmonisches zu machen, war seine Idee, glaube ich, für uns. Und vielleicht hat er auch den Gedanken gehabt, dass ich da ganz geschickt bin in dieser Hauskapelle, wahrscheinlich, wenn die anderen beiden Blasinstrumente spielen. Aber das ging dann eigentlich so ganz einher eigentlich.

Ich sollte dann zuerst Trompete lernen und dann war sie, ich weiß nicht, ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber ich glaube, das war sogar ein ganz praktischer Grund, dass der Vater in seinem Blasohester irgendwann jemanden an Tenoren gebraucht hat. Am Bariton, glaube ich, so war es. Jemanden, der dieses Instrument spielt, und dann hat er mir das halt verpasst.

Und das war so mit elf oder zwölf und seither bin ich eher so auf der Tenorseite gelandet.

Wenn wir jetzt, also du hast ja, du bist ja Leiter der Egerländer, wenn wir nochmal in deine Kindheit kurz gucken, weißt du noch die erste Berührung mit Egerländermusik? Weißt du noch den ersten Titel, den du gehört hast?

Oder einen der ersten, der dich so fasziniert hat? Das kann es bestimmt nicht, welcher Titel das ganz genau war, aber fasziniert haben mich alle, die Titel der Vater hat. Viele Platten gehabt von den Egerländern. Und ich bin eigentlich damit aufgewachsen, so wie viele alte Musiker das auch durften. Also nicht nur wie man heute vielleicht oft bei der Jugend hört über das ständige Musik hören über die Medien, sondern bei uns damals war das so, dass der Vater im Blaserhester sämtliche Egelender Titel gespielt hat, die zur Verfügung standen damals schon, also Ende 60er Jahr, Anfang 70er Jahre.

Und da kam dann auch eigentlich meine erste ganz bewusste, oder kann ich eine erste ganz bewusste Erinnerung eigentlich erzählen. Ich habe dann, wie gesagt, Tenoren gespielt und der Vater hat einen Jugenderhester gehabt, also in so einer Besetzung wie die Egerän da ungefähr, mit zwei Tenöhren, mit vier Flügelhönen.

Und wir haben da alle diese Stücke Domfahren, natürlich immer ganz weit vorne, weil das Technis nicht so schwierig war, sehr gut zu realisieren für junge Leute. Aber ich wollte dann eigentlich die Sehnsuchtspolka spielen. Bam, bam, bam, b, bam. Vom Frank Pleyer, also der wunderbare Polka, weil da ja auch technisch was geboten war, ja, und so weiter, mit den chromatischen Durchgängen und Melodien.

Und die gab es aber nicht auf Noten. Und dann habe ich das kurzerhand, wie man das damals auch oft gemacht hat, von der Platte auf Kassette aufgenommen und habe das transkribiert. Und dann haben wir Sehnsuchtspolika gespielt. Das wurde eigentlich so die erste ganz bewusste Komposition, mit der ich mich dann auch ein bisschen mehr befasst habe.

Ja. Weil du sagst, wie das damals üblich war, und das höre ich immer wieder von älteren Musikern, dass das früher einfach alles abgeschrieben wurde, weil nichts da war. Glaubst du, dass das vielleicht heute sogar ein bisschen fehlt für die Jungen, dass man sich einfach mal wirklich so intensiv mit Musik auseinandersetzt, weil man nichts, also weil man die Noten einfach nicht hat, sondern wirklich sich übers Ohr dann der Musik nähert?

Ja, das ist, ich denke, auch heute in der Musikpädagogik noch allgemein gut, dass es ganz, ganz wichtig ist, so zu arbeiten. Also an den Hochschulen, speziell auch im Jazz, wird natürlich transkribiert, Improvisationen transkribiert. Man kann ja von den großen Jazz-Solisten ganze Bücher kaufen, wo es transkribierte Solis gibt.

Damals gab es das alles noch nicht, dann hat man das eben eigenhändig gemacht. Und das war sicherlich aus methodischen Gründen eine ganz, ganz tolle Art und Weise, sich der Musik anzunähern. Hat für mich dann auch eine ganz große Rolle gespielt, weil ich ja dann gerade in der Zeit mit 14, 15 auch so meine ersten Jazzberührungen gehabt habe.

Und dann war das für mich eigentlich eine ganz normale Tätigkeit. Und ich kann das nur jedem jungen Musiker heute auch raten, so etwas zu tun. Man sagt ja immer, Musik hören ist entscheidende. Aber Musik nochmal hören und vielleicht das, was man hört, niederschreiben. Das ist nochmal anders. Das ist nochmal eine andere Intensität.

Du sagst, mit 14, 15 kam die erste Jazz Begegnung, Erfahrung. Inwiefern? In a big band?

Ja, das war ich. Auf jeden Fall ein guter Freund von mir, der auch im selben Musikverein gespielt hat by meinem Vater, der hat Posaun gespielt. Ich habe den Norden gespielt. Und der war im Gymnasium und hat da ein paar Kollegen, ein paar Schülerkollegen gehabt, die wollten eine X-Land-Band gründen. Und da war einer dabei, der war Pianist.

Und die haben, der Pianist hat dann ihn, meinen Freund, angesprochen, ob er da Lust hätte mitzuspielen. Dann hat er gesagt, nein, nein, er taut sich das nicht zu. Aber er hat einen guten jungen Freund, der ist ein paar Jahre jünger. Ich glaube, der hätte da vielleicht Lust drauf. Und da hat er mich gefragt, und da habe ich gesagt, Moment mal, da brauche ich aber doch eine Posaune für Dixeland spielen.

Ja, ist doch kein Problem, gib mal her, das Ding. Und dann hat er mir seine Posaune gereicht und hat mir eigentlich dann auch so die ersten Dinge auf der Posaune gezeigt, mein etwas älterer Freund. Und ich bin dann dort mit 15 in diese Dixieland-Band eingestiegen. Und da habe ich dann ja alles eigentlich gelernt und auf den Weg bekommen, auch von den Pianisten damals.

Seither sind wir wahnsinnig gute Freunde. Es ist jetzt ja schon, wie lange ist das her? Fast 35 Jahre, ja, mehr als 35 Jahre. Wir haben den Sommer jetzt wieder mal zusammen gespielt seit vielen, vielen Jahren. Ein richtiges Lockdown-Konzert.

Ich habe, glaube ich, Bilder gesehen, kann das sein? Ja, ja, genau.

Mit Guter Family and Friends, so haben wir es genannt. Mit Martin und mit Stefan und der Freund hieß oder heißt Lothar Kraft. Sehr guter Hobbypianist, der aber ziemlich gut spielt für einen Amateur. Und wir haben den Sommer wieder mal zusammen gespielt und haben uns an diese Anfänge erinnert. Das war eine schöne Geschichte.

Glaubst du, dass dein Akkordeonspiel dir auch geholfen hat, gerade dann, wenn es in Richtung Improvisation ging, weil du ja harmonische Verständnest und nicht nur rein vom Melodieinstrument ging?

Ganz bestimmt, ganz bestimmt. Aber vom Akkordeon ging es ja dann ganz schnell zum Klavier. Also ich habe ja dann mit, ich glaube, da war ich so 13 oder 14 Jahre alt, habe ich dann begonnen, an der Musikschule Klavierunterricht zu nehmen. Und diese Voraussetzungen sind sicherlich genau die richtigen gewesen, um im Jazz wichtige Zusammenhänge zu verstehe, aber natürlich dann auch später, wenn man andere Musik arrangiert oder komponiert, ist ganz klar.

Wann kam für dich die Entscheidung, ich will das beruflich machen? Gibt es da irgend so ein Moment, wo du sagst, okay, das war das oder hat sich das so entwickelt?

Da gibt es eine wunderbare Anekdote, an die ich mich da erinnere. Natürlich, also der Vater, mein Vater war ein begeisterter Musikant für seine Amateurverhältnisse. Sehr talentiert, glaube ich, auch als Pädagoge, als Mentor. Also er hat einfach die Jugendlichen total gut mitgenommen in diesem Verein.

Jeden auf bestimmte Art und Weise gefördert, obwohl er Handwerker war. Also nicht Berufsmusiker, nicht Pädagoge, aber er hat es unglaublich geschickt gemacht. Und so hat er mich auch ständig als Solist gefeatuert. Also von jung an eigentlich. Im Jugendorest und dann auch als junger Kerl. Mit 14, 15 durfte ich natürlich immer Soli spielen in der Kapelle, Balje Polka und die üblichen Dinge, die man da ja so kennt, rauf und runter gespielt.

Und da kam dann mal nach einem Konzert ein Musiklehrer zu mir. Und der hat dann so, der hat mich so begeistert irgendwie angesprochen. Er hat gesagt, du, du wirst mit Sicherheit mein Musiker. Und da war ich, glaube ich, 15. Und da habe ich mir das erste Mal Gedanken drüber gemacht, ob das tatsächlich eine Option sein könnte.

Für den Vater war es keine. Der Vater gehörte noch zu der Generation, da muss man was Richtiges lernen. Aber das war so die erste Idee.

Wie hat er das dann aufgenommen, als du gesagt hast, nee, ich versuche mich als Musiker.

Da sind natürlich schon noch ein paar Jahre ins Land gezogen. Also für mich waren das die ersten Gedanken. Und dann in der Zeit kamen dann auf mich auch ganz viele Engagements schon zu, mit 15, 16, also in der Dichseln-Band. Habe ich mich halt auch relativ geschickt angestellt. Dementsprechend habe ich dann natürlich auch in anderen Bands immer als Subgespielt.

Da gab es ein ganz bekanntes Orchester am Bodensee, die Cresporner Dorf-Musikanten, die waren damals sehr, sehr erfolgreich. So in dieser Show-Szene, die haben so James Last Musik nachgemacht, war damals sehr angesagt. Und die wollten mich unbedingt haben mit der Posaune für ihr Orchester. Das war eigentlich schon halbprofessionell.

Und da hat der Vater das schon ein bisschen gemerkt, wohin der Hase läuft. Aber ja, nebenher die Schule natürlich und dann kam die Bundeswehr. Man musste ja dann zur Musterung. Und das war eigentlich mein Gedanke, mit dem der Vater schon mit konnte, dass ich also dann versuchen wollte, bei der Bundeswehr in so einen Musikchor zu kommen oder sowas.

Zumindest für die normale Zeit, die meine Bundeswehr absitzen muss. Aber die wollten mich dann nicht. Ich wurde ausgemustert wegen einer Fußverletzung, die ich immer beim Fußball gehabt habe. Und da war ich dann eigentlich ganz glücklich drüber. Und dann habe ich einen Vater genötigt. Jetzt glaube ich, jetzt geht es direkt zum Studium.

Aber das ist nochmal eine andere Geschichte.

Also du bist ja dann zum Studium und dann kam ja relativ schnell nach dem Studium, wenn ich es richtig gelesen habe, auch gleich das Engagement bei Ernst Mosch.

Ja, also ja, schon ziemlich schnell eigentlich. Aber da war ich mit dem Studium schon fast fertig.

Wie kommt das? Hast du einen Anruf bekommen?

Das ist nicht ganz lange Geschichte. Also ich habe ja in Stuttgart studiert und natürlich konnte man damals nur Klassik studieren. Und ich bin eigentlich mit Jazzposaune aufgewachsen. Dementsprechend hatte ich eine recht gute Technik, aber natürlich nicht im klassischen Sinne. Und Professor Richard Zettler, der damalige Posaunenprofessor an der Stuttgarter Musikhochschule, der hat mich dann speziell unter seine Fitiche genommen und hat mich sehr schnell auf den Klassiktrip gebracht.

Aber in Stuttgarter Musikhochschule gab es eine Big Band, die hat der Erwin Lehn geleitet. Erwin Lehn ist vielleicht vielen heute noch ein Begriff, er ist auch schon länger tot, aber natürlich eine Musikinstitution, Legende im deutschen Big Band-Sektor oder Unterhaltungssektor. Und bei Erwin Lehn hat ja auch der Ernst Moschmann angefangen.

Also da haben sich dann Dinge für mich aufgetan. Deswegen habe ich vorhin schon mal gesagt, zur Verfügungen. Also, dass ich in Stuttgart dann auch das Studium beginnen konnte, war für mich schon eine sehr glückliche Geschichte. Der Richard Zettler hat mich wirklich väterlich betreut. Und der Erwin hat sofort gecheckt, Moment mal, da haben wir ja einen Posaunisten an der Hochschule, der improvisieren kann.

Das gab es ja vorher nicht. Dementsprechend war ich da gleich bei ihm auch mit dem großen Stein im Brett. Und dann durfte ich eben sehr bald auch schon beim Südfunktansohester aushelfen. Und dann habe ich damals auch in der Zeit dann erstmals so richtig bewusst wahrgenommen, dass ja auch die Egeländer eigentlich genau von daher kamen.

Also da gab es nicht nur den Ernst Mosch, sondern Franz Bummer, Gerald Weinkopf, die kamen ja alle aus dem Südfunktansohester. Das habe ich vor dem Studium noch nicht so richtig realisiert gehabt. Ich habe die Musik natürlich reingezogen und ich habe es geliebt wie heute noch. Aber die Biografien oder so hat man damals auch noch nicht so viel davon gehört.

Aber dann, als ich in Stuttgart war, habe ich das natürlich dann hautnah mitbekommen und Erwin Lin hat mir da auch alles erzählt. Und die alten Kollegen, die beim Südfunk Tanzhowester damals noch dabei waren, waren ja alle noch Kollegen, die am Anfang bei der Egeländer auch gespielt haben und die Ernst Mosch persönlich gekannt haben.

Und das war eine vielleicht die entscheidende Schnittstelle, wie ich dann eigentlich irgendwann zu der Egeländer und zum Ernst Mosch gekommen bin. Aber da gab es noch zwei andere Schnittstellen, die bestimmt genauso wichtig waren, zur gleichen Zeit. Also in Stuttgart, wie ich studiert habe, hat man damals die neue Böhmische Blasmusik gegründet.

Hast du vielleicht auch schon mal bewusst warum? Gibt es ja heute immer noch Roland Kohler. Aber Roland Kohler ist ein Studienkollege von mir. Ach, okay. Ronald hat Clarinette studiert, ich Posaune.

Ah, okay, das wusste ich gerne.

Und das heißt, er ist in Stuttgarter der Musikhochschule entstanden. Ah. Eigentlich wollten wir damals, wir wollten die Stuttgarter Musikhochschule Schule dazu nötigen, endlich mal ein Blasohester aus den Studenten zu machen. There were viele other colleagues, Trompeter, Hornspieler, Tuba Spieler, Kleinetisten, die auch a Blaso Hester gründen wollten.

And the Musikhochschule hat nicht mitgemacht. And then hat der Roland and the flotist damals, Thomas Müller hieß er, glaube ich, die beiden, die haben dann miteinander einfach privat so ein Orster gegründet. Und da war ich den auch ein Spieler. So sind eigentlich dann auch Dinge entstanden, dann Richtung Egeländer und Mosch, weil der Roland, beim Roland haben dann auch Leute mitgespielt, wie der Franz Tröster, wie der Helmut Kassner, die jetzt heute mit mir alle bei den Egeländer sind, die haben damals dann auch bei der neuen Böhmischen Blasmusik gespielt.

Die sind damals aus dem Banat nach Deutschland gekommen und haben diesen Anschluss gesucht und waren natürlich sehr gute Spieler und wurden dort auch gebraucht. Und jemand, der natürlich in der Blasmusik-Szene auch einen großen Namen hat, der Franz, Franz Watz. Der Franz Watz hat dann für die neue Böhmische Blasmusik arrangiert.

Also du kannst mich gerne dazwischen was fragen.

Ich laute gebrannt, weil das sind die Zusammenhänge, die ich nicht wusste und die man auch nirgendwo liest.

Ja, da gibt es ganz, also zur heutigen Szene gibt es da ganz viele Zusammenhänge in dieser Zeit, in den 80er Jahren.

Okay.

Da kommen wir bestimmt noch drauf, aber kommen wir gleich mal zu Ernst Mosch. Was geht einem da durch den Kopf, wenn man weiß, okay, ich gehe jetzt zum ersten Mal dahin, ich treffe quasi den großen Meister. Also wie fühlt sich das an, beziehungsweise wie war das erste Aufeinandertreffen? So wie du das gedacht hast oder war er ganz anders, als du gedacht hast?

Also ich war ja schon ein bisschen vorbereitet drauf, weil ich mit Frek schon viel vorher im Studio gespielt habe. Freak Mistrina, also wir. Und wie gesagt, schon viel bei der Big Band gespielt habe. Die Kollegen haben mir viel erzählt von Ernst Mouschern. Und ich habe mir natürlich bis zu dem Zeitpunkt schon ein sehr Gutes selber ein Bild gemacht von ihm.

Und war in dem Sinne nicht unvorbereitet. Aber natürlich ist es dann schon spannend. Also wie er angerufen hat, der Telefonanruf war natürlich schon so ein Moment, wo man mal kurz so fast in den Sessel zurückfällt. Das war schon eine tolle Geschichte. Ich stelle mir vor, dass es halt jungen Fußballern so geht, wenn der Joachim Löw anruft oder irgendjemand.

Es war auf jeden Fall etwas Besonderes, aber es hat sich ja für mich schon angedeutet. Wie gesagt, das war so eine Geschichte, die so über Jahre und Monate eigentlich so immer mehr entstanden ist durch die Zusammenarbeit mit Frek, mit Franz Watz, mit anderen Kollegen, die mit den Klarinettisten, mit Ferenc Asso, die habe ich schon im Studio vorher zusammengespielt.

Und so war es eigentlich dann die Jungs, die haben mich alle empfohlen bei Mosch. Und dann natürlich im Studio hinzukommen und dann ihn das erste Mal leibhaftig zu sehen und dann auch bei den in den ersten Stunden einfach zu erleben, wie er agiert und wie er an die Sache rangeht. Das war natürlich dann schon für mich damals als junger Kerl mit 27 schon eine tolle Sache.

Erinnerst du dich noch an dein erstes Konzert, was du mit ihm gespielt hast? Das erste Aufeinandertreffen war ja nicht ein Konzert und auch nicht im Studio, sondern er hat mich zuallererst in eine zu einer Fernsehproduktion eingeladen. Zu einer vollplaybigen Fernsehproduktion. War das ja damals alles.

Und ich habe mir dann später, wurde mir das klar, ich habe ja dann auch beobachtet, wie er andere Kollegen, andere junge Kollegen in So Hester integriert hat. Er hat immer wieder solche Gelegenheiten wahrgenommen, um junge Leute auch kennenzulernen. Und das war damals eine super Gelegenheit, weil man da ein bisschen Zeit gehabt hat.

Man musste immer ein bisschen warten, bis man auf die Bühne durfte und ein bisschen neuer Theke gemacht wurde und so weiter. Dann hat er auch das Gespräch gesucht. Es war eigentlich sehr, sehr sympathisch und sehr entspannt. Und das erste Konzert war dann, dann kam die Produktion im Frühjahr, zu 30 Jahre Produktion, 30 Jahre irgendeiner Musikanten.

Das war meine erste Produktion, die ich mitspielen durfte. Die wurde, glaube ich, im April aufgenommen im Studio Bauer damals noch. Und dann kam im Herbst die Tournee. Und das waren die ersten Konzerte, dann auch die ersten Live-Konzerte.

Live ist ja nochmal anders als Studio. Wie war das für dich? Das erste Mal live, dann, man kennt ja auch so ein paar Aufnahmen von ihm, der ja dann auch viel, viel redet und die Musiker anheizt. Wie ist das dann, wenn man das erste Konzert dann wirklich auch live spielt?

Na, ich glaube, dass diese legendären, wie man immer sagt, Aufnahmen, die hat man natürlich gemacht, wo man eben direkt ein Mikrofon hingemacht hat. Also ich kenne natürlich viele große andere Dirigenten und Bandleader, die alle auf der Bühne irgendwie reden. Wenn man denen ein Mikrofon hmacht, dann hört man das alles immer, was da gesagt wird.

Aber selbstverständlich war dann schon spannend für mich zu beobachten, wie er also im Studio arbeitet. Oder im Fernsehen erst. Fernsehen ist nochmal anders. Wenn man sich die TV-Shows heute mal anschaut, wo der Ernst Mosch agiert hätte, hat er immer nach vorne agiert, eigentlich nie zum Orchester, immer zum Publikum.

Also das Orchester musste er ja auch nicht dirigieren, die haben ja nicht wirklich gespielt. Aber zum Publikum einfach Kontakt aufnehmen und agieren. Das war mein erster Eindruck, den ich hatte. Im Studio war es ganz anders, im Studio mit ihm zu arbeiten. Und dann bei den Konzerten, da bin ich also wirklich erstmal schon auch erschrocken.

Warum? Wie soll ich das jetzt in Worte fassen? Der Ernst Mosch war ja kein Dirigent im technischen Sinne. Der Ernst Mosch hat seine Musik gelebt, natürlich, und wenn man seine Bewegungen dann kennen, gelernt hat und wenn man sie heute auch analysiert, weiß man, dass die alle musikalisch irgendwie sind, das ist schon klar.

Aber er hat nie so agiert, dass er eigentlich der Band geholfen hat, möglichst gut zusammen zu spielen. Sondern das war dann der erste Eindruck, wo für mich auch the music and the band, Egeländer, immer mehr zur Leidenschaft. I've also gemerkt, this is so tough band. They are in the years so gewachsen, they got it.

Not really, during the gesture and animations, that he macht. And die, die ausgestrahlt hat, natürlich hat der Band hat sehr geholfen. But designed, es gibt ja viele Interviews, die Ernst Mosch gegeben hat. Also, ich finde immer seine Aussage großartig für mich dann später, auch wie ich selber in dieser Position war, immer eigentlich das Vorbild, der Ernst Mosch hat immer gesagt: Hier kommt keine Musik raus.

Also die Bewegung mit den Fingern. Du brauchst gute Musiker, hat er immer gesagt. Und das hatte er immer. Sehr gute Musiker, hat er sehr viel Wert drauf gelegt, die eigentlich allein agieren konntet. Also was das Zusammenspiel angeht, die Genauigkeit, die Phrasierung und all dies. Und trotzdem war er natürlich immer total fordernd und wollte seine Ideen, musikalische Ideen natürlich umgesetzt habe.

Das ist schon klar.

Du hast gesagt, 27 warst du, als du dazu bist. Und du bist ja dann auch, Erwin Lehn hat man ja schon angesprochen mit dem Südfunk-Tanzergestellt. Tanzvergäste. Was macht das mit einem jungen Menschen, der relativ schnell in so Top-Ensembles reingeworfen wird und mit den Top-Musikern eigentlich in ihrem Bereich zusammenarbeitet, es muss ja relativ viel mit einem machen.

Das sind viele Eindrücke, die man verarbeiten muss. Wie fühlt man sich da?

Ja, zum einen fühlt man sich bestätigt in seinen Wünschen, in seinen Vorstellungen. Du hast mich vorher ja gefragt, wann wollte ich irgendwann Musiker werden. Das waren wirklich auch, also in der Zeit, wo ich gemerkt habe, dass ich schon offensichtlich über ein besonderes Talent verfüge. Und dann kriegt man so in jungen Jahren so viel Bestätigung auch für diese Dinge.

Weil da war dazwischen ja natürlich noch mein fürchterlicher Unfall gleich mit 20. Und das war dann schon doch auch nochmal ganz besonders, dass ich es nach diesen schweren Zeiten mit dem Autounfall trotzdem geschafft habe, eigentlich meinen Beruf tatsächlich in die Richtung zu lenken, wo ich eigentlich hinwollte.

Selbstverständlich waren für mich auch die Optionen, in einem klassischen Orchester zu spielen, ein, also es war immer eine Option. Ich liebe klassische Musik genauso. Aber in der Big Band und dann auch bei den Lehen, also im Südfugtanzorester, bei einem der Top-Bands, tatsächlich einen Platz zu kriegen und dann auch noch bei den Egerländern, was immer so mein Hobby war, ja, das war, also damals, ich weiß es nicht mehr ganz genauer, ich war ja ein junger Vater auch und Stefan und Martin waren damals schon auf der Welt, also ich musste ja auch Geld verdienen und ich war froh, dass es im Geschäft gut lief.

Okay. Erinnerst du dich vielleicht noch an einen Ratschlag, der dir ganz am Anfang von einem dieser Musiker dir gegeben wurde, der dich bis heute noch so begleitet?

Ja, da gibt es viele Dinge, eigentlich viele Anekdoten. Zum Beispiel. Also sowohl von Egeländer Seite wie von SWR Big Band-Seite habe ich natürlich auch ganz bestimmte Bodys, sagt man so, ja. Also Freunde, die mir, sagen wir, noch näher gestanden haben, vielleicht wie andere Kollegen oder so, ja. So, bei der Heinz Hermannstorfer zum Beispiel, also der erste Bosanist beim Mosch bei der Egerländer, das war ein richtig guter Freund.

Also der hat mich, der hat mich auch richtig als junger Kerl so unter die Fitiche genommen und der hat bei mir auch deswegen so viel, also so ein großes Image gehabt, weil er auch bei der Big Band ja auch ganz weit oben gespielt hat. Er war im SWL-Vor von Rolf Hans Müller oder zuerst, glaube ich, beim WDR mal.

Also einfach ein großartiger Musikant und auch noch dazu ein ganz toller Typ. Und der hat mir immer auf ganz humorige Weise eigentlich so Tipps gegeben. Und auch der Franz Bummel war, mit Franz Bummel bin ich oft im Stadion gewesen, im VfB-Stadion. Der Franz hat ja in Tam bei Ludigsburg gelebt und war ein totaler VfB-Fan.

Und ich habe in Esslingen gelebt und wir haben uns immer wieder mal verabredet und sind miteinander zum Fußball. Und Franz, seine Stimme werde ich nie vergessen. Der hat so eine ganz sonore, tiefe Stimme gehabt. Und gesagt, Ernst? Ich glaube, jetzt geben sie richtig Gas, der VfB gezogen. Das war ganz lustig.

Und bei der Big Band habe ich ja auch solche Kollegen gehabt. Bobby Burchis wurde dann sicherlich zu meinem. Und Joe Galado, die beiden Posaunen-Kollegen einfach, das sind beide legendäre Posaunisten im Jazz. Und der Bobby hat ja in den größten Big Bands Lied Posaune gespielt. Das war für mich genauso ein Glückfall, wie dann Ernst Mosch zu kennen, kennenzulernen, wie den Bobby Burgess dann in der Big Band kennenzulernen.

Weil neben ihm habe ich dann erst mal jahrelang gespielt und dann durfte ich auch seine Position einnehmen. Und der Bobby hat natürlich immer wieder tolle Geschichten gehabt. Also da gibt es eine super Story. Die Jazzmusik gehen manchmal nicht ganz zimperlich miteinander. Also an Anfang came, hat er mich richtig zusammengeschnauzt, weil ich irgendwo zu früh spielen.

And you just play when I'm playing. Now then when I spent it. And da gibt es dann später eine wunderbare Geschichte erzählt, die wurde für mich dann eigentlich auch fürs Leben wichtig. Der Bobby hat natürlich dann, es hat ihn interessiert, wie ich zum Jazz gekommen bin. Dann habe ich ihm erzählt, dass ich Jack Tagarden so transkribiert habe.

Jack Tagarden war so mit Lloy Armstrong, Cot Five Band, ein wunderbarer Posaunist, also in den Zeiten, in den 40er, 50er Jahren. Und der hat sehr smooth gespielt, sehr weich. Das hat mir imponiert, also kein harter Spieler und mit einem wunderschönen Ton. And this war eigentlich so mein Vorbild als Jazz-Posaunist.

And then Bobby, der hat sich fast nicht eingekriegt, where he said, but he said, Hey man, Jack Tagarden was my teacher. Yeah, okay. Dann hat mir Bobby erzählt, dass er in Amerika as junger Posaunist by Jack Tagarden gelernt hat. And die Geschichte geht noch ein bisschen weiter. Bobby kam aus relativ ärmlichen Verhältnissen und Jack mal gefragt, wie er ihm das eigentlich jemals zurückzahlen kann.

Dann hat er ihm gesagt, pass it on. Das finde ich nach wie vor ein ganz wichtiger pädagogischer Satz für jeden Lehrer, für jeden, der irgendwas gelernt hat oder irgendwas weiß, gib's weiter. Und das habe ich für mich dann auch so realisiert - eigentlich in den Zeiten, nachdem ich Mosch kennengelernt habe, die erste Tournee-Erfahrung gemacht habe, diese ganzen anderen großartigen Musikanten, da habe ich auch begonnen zu unterrichten und dann habe ich auch gedacht, genau, ich habe die Verpflichtung, das auch weiterzugeben, was ich von der Generation im Prinzip gelernt habe.

Da kommen wir dann nachher nochmal drauf. Ich würde gerne noch ganz kurz beim Jazz bleiben. Wenn man sich jetzt so die heutige Besetzung der Egerländer anschaut und auch damals, hast du ja schon gesagt, damals waren viele aus dem Südwest oder Südfunk-Tanzorchester und heute sind ja auch noch viele oder einige Jazzer dabei, die Bundeswehr Big Band oder freischaffende Jazzer.

Wo siehst du die Gemeinsamkeiten von beiden Musiken? Das ist ja kein Zufall, dass da jetzt immer ein Bruchteil Jazzmusiker dabei ist.

Die größte Gemeinsamkeit ist Timing. Timing spielen. Also eine gute Blasmusik ruft. Eine richtig gute Blasmusik ist genauso wie die Swingmusik zum Tanzen da gewesen. Und auch heute noch muss man eigentlich sich bewegen wollen, wenn man gute traditionelle Blasmusik hört. Traditionelle Blasmusik, ja. Weil dann muss man eigentlich in den Walzer tanzen wollen oder eine Polka oder.

Selbst beim Marsch muss man sich eigentlich bewegen wollen. Deswegen ist für mich Timing eigentlich, und das Gefühl für das Timing der wesentliche Gleiche Nenner. Da gibt es natürlich noch andere, die aber eigentlich für andere musikalische Parameter dann auch gelten. Aber Timing und Phrasing natürlich dann auch.

Aber phrasing in that hinsicht, dass die Egeländer, da kommen wir bestimmt noch mehr drauf zu, dass die Egeländer durch Jazzmusiker geprägt wurden. And the Egeländer sind immer noch anders als viele andere Blasorester. Genau deswegen. Aber weil er selbst natürlich auch Jazzmusiker war und Big Band Posaunist, Lead Posaunist, so hat er die Phrasing-Idee gehabt, in seiner Blasmusik genauso zu phrasieren.

Ich hear heute oft langweilig gespielte Egeländer-Musik. Genau deswegen, weil da das Feld. Dieses Gefühl für das Phrasing.

Wenn du jetzt, also wenn jetzt die Zuhörer zuhören und sich denken, okay, was sind so die typischen oder einer der typischen, ich nenne es mal Fehler von falschem Phrasieren in Egerländermusik. Kann man das so gerade auf einem Punkt irgendwie mal benennen?

Also wenn du mich direkt auf Phrasierung ansprichst, also nicht auf andere musikalische Parameter, ist sicherlich ganz große Fehler. Wenn Dirigenten, die sind ja erstmal bei den meisten Orchestern die wichtigen, die es weitergeben müssen. Sehr oft können die Musiker aus Ausbildungsgründen oder fehlendem Talent das nicht selbst so richtig erfahren.

Aber die meisten Dirigenten machen einfach die Fehler, dass sie die Zusammenhänge im Lied, in der Komposition nicht erkennen. Also einfach die viertaktigen und achttaktigen Einheiten, die 16-taktigen Einheiten, die 32-taktigen Einheiten, also einfach diese Perioden nicht erkennt. Das ist, glaube ich, vom Phrasing her der größte Fehler.

Aber da kommt man natürlich auch schon gleich in die Spieltechnik, also ins Vermögen des Bläsers. Wenn man eine achttaktige Phase mit einem Phasierungsboge versieht und einen Bläser das nicht ausatmen kann, dann ist es natürlich schon wieder.

Aber ich mache manchmal die Erfahrung, also ich bin ja auch öfters mal als Workshop-Leiter in den Verein, wenn man es fordert, geht's. Am Anfang kommt immer so, was, ich soll acht Takte, das und dann macht es, und dann geht es doch, nur weil man es halt nicht gewohnt ist. Und wenn du schon sagst, vier und acht Takte, was ich mich immer gefragt habe, also ich habe ja auch 15 Jahre lang ein traditionelles Blasvergäste gehabt und wir haben da relativ viel gearbeitet.

Wenn man sich die Noten von früher anguckt, wurde aber auch oft einfach viertaktig geschrieben, obwohl es eigentlich acht Takte sind. Warum? Vielleicht kannst du mir erklären, warum er das damals gemacht hat.

Die Frage, die wird bei meinen Workshops natürlich auch ständig gestellt. Da gibt es mehrere Antwortworten. Zum einen hat man damals bei weitem im professionellen Mosch-Musikverlag nicht so sorgfältig gearbeitet, wie das heute, glaube ich, normal ist. Zum zweiten war damals das Denken, und da kann ich tatsächlich davon berichten, auch in dem professionellen Orchester der Egeländer nicht so wie das heute ist.

Also man hat nicht so sehr an die Amateure gedacht. Also man hat damals die Musik so gespielt, wie man es für richtig gefunden hat. And Ernst Mosch hat sehr, sehr oft by the Produktionen Phrasierungen während des Aufnehmens von einem Titel ein paar Mal geändert. And the Noten haben so wild ausgeschaut.

They had, when I sorgfältig gewesen wäre, nachhören. Heute, with allen diesen Möglichkeiten im Computer zu machen, is this heute, glaube ich, einfacher nachzuvollziehen. But ich glaube, der wichtigste Grund war tatsächlich, in der Zeit, wo ich dazu kam, hat es noch kein professioneller Musiker Workshops gegeben.

They have in den Studios von morgens bis abends gearbeitet. Die ersten Aufnahmen der E-Geländer sind manchmal drei, vier Tage lang gegangen. Ich kenne viele von diesen alten Kollegen, die haben beim Bauerstudio übernachtet. Okay. Da gab es so viel Arbeit. Die haben nur im professionellen Sinne gedacht, die haben gar nicht daran gedacht, dass sie irgendjemandem was weitergeben.

So wie das heute ist. Heute betätigt sich jeder professionelle Musiker, der ein bisschen ein pädagogisches Sendungsbewusstsein hat, auch als Lehrer oder als Workshop-Leiter.

Ja, ja, das ist ja vor allen Dingen auch die Zukunft der Blasmusik oder generell der Musik, die dann halt auch nachkommt. Wenn ich es weitergebe, dann kommen ja auch gute Musiker im besten Fall nach. Weil du ja gesagt hast, er hat die Phrasen geändert. Wenn man sich manchmal Aufnahmen auch anhört, merkt man ja auch, dass das von Aufnahme zu einer Aufnahme, wenn es der gleiche Titel ist, dann die Phrasierung einfach ganz anders ist.

Der Ernst Mosch war ein sehr emotioneller Mensch. Deswegen hat er ja auch ein großes Charisma gehabt und war ja auch manchmal nicht ganz so leicht zu leben. Aber er war so emotionell, dass er eigentlich eine Phrase nie gleich spielen wollte.

Also ich habe mal gehört, ich weiß es aber nicht, ob das stimmt, also kannst du mir wahrscheinlich besser berichten, dass teilweise auch Phrasierungen von Konzert zu Konzert kommuniziert wurden, dass das anders gemacht wird.

Er war auch so sprunghaft manchmal, dass er gesagt hat, na, was er interessiert mich mein Gerede von gestern. Heute machen wir das so. Und dann musste ich das jeder reinschreiben. Und weh, du hast es vergessen. Okay.

Gut, da bleibt man aber auch fit und dann sitzt man quasi auf der Stuhlkante und gibt natürlich, also es ist nochmal anders sehr konzentriert, als wenn man jetzt 30 Konzerte einfach immer wieder gleich spielt.

Das war, also ich habe bei ihm unglaublich viel gelernt, aber das war eines der entscheidenden Dinge, die ich gelernt habe. Dass man nur Musik dann auf den Punkt bringen kann, wenn man auch mental auf den Punkt ist.

Also ich habe irgendwo Live-Aufnahmen aus den 60ern, glaube ich, wo er natürlich die Stücke auch teilweise tempi-mäßig ganz schön auseinander zerrt irgendwie.

Ja, auch es gibt ja in der heutigen Zeit so, ich sage jetzt ein bisschen ironisch, ja, ganz viele Menschen, die angeblich ganz viel Bescheid wissen über die Musik. Und die sind dann dementsprechend dann auch immer kritisch mit solchen Dingen. Die sollen sich das mal angucken, was der Ernst Mosch alles sich erlaubt hat.

Und zwar aus seinem persönlichen Empfinder heraus, als Musikant. Und ich kenne das aus der Klassik auch nicht anders.

Also ich habe irgendwo eine Aufnahme vom Kaiserjäger Marsch gehört, wo er, glaube ich, ihn alle zwei oder alle vier Takte das Tempo gewechselt hat. Aber also am Anfang denke ich so, warum macht er das? Und was mich aber viel mehr fasziniert hat, unabhängig jetzt mal davon, ob das jetzt, da kann man jetzt Geschmack drüber diskutieren, ob das gut ist oder nicht, aber das Orchester ist halt immer auf dem Punkt gewesen.

Wenn er gerade, also weil das sind ja dann schon sehr große Dinge, wenn ich alle vier Takte das Tempo rausziehe und dann wieder.

Wir haben schon mal über das Thema ein bisschen geredet, und das ging nur, weil er das auf der Stuhlkante sitzen verlangt hat und eingefordert hat und vorgelebt hat. Nicht, weil das gut technisch gezeigt hat, sondern weil jeder wusste, irgendwann passiert was. Und wenn du da nicht aufpasst, dann bist du derjenige, der da drin hängt.

Aber diese Aufnahme, die da jetzt natürlich auch im Netz irgendwo herumgeistern, die muss man sich immer auch unter dem Hintergrund vorstellen, dass es meistens Live-Aufnahmen war. Ja, genau. Also er hat es dann fürs Publikum auch gemacht.

Klar, das ist natürlich auch so ein bisschen Show-Show.

Ja, ja, klar. Ja, natürlich. Musik ist immer auch Show. Also nicht im negativen Sinne, sondern es vermittelt immer auch das, was man visuell als Zuschauer betrachtet, genauso.

Ist ja auch für einen Zuhörer plötzlich, wenn ich eine bekannte Nummer habe, die ich eh schon kenne, und dann kommt plötzlich irgendwas im Live-Konzert, wo ich dann, ah, so geht es ja auch, wo ich dann gar nicht selber auf die Idee käme. Das generiert in dem Moment sofort Interesse. Genau. Gehen wir mal ein bisschen vorwärts, als Ernst Mosch dann verstorben war.

Wie kam es dann dazu? Oder wer hat die Entscheidung getroffen, kam die von dir, dass das weitergeht? Gab es auch Diskussionen darüber, dass man sagt, okay, das Orchester hört auf? Oder war immer klar, diesen Glangkörper können wir nicht jetzt einfach so brach liegen lassen?

Mein Gott, da stecken so viele Fragen drin. So viele Fragen, da können jetzt alleine eine halbe Stunde reden. Weil diese Entscheidung, die man jetzt heute, 20 Jahre zurück, wenn man sich das nochmal anschaut und die Zeit, die dann, was in den 20 Jahren passiert ist, das muss man alles auf den Moment zurückbrechen.

Wie du gerade deine Frage begonnen hast, in dem Moment, wo Ernst Musch gestorben ist, da war ja auch eine Gegenwart. Und die Gegenwart damals, die kann man nicht verstehen ohne die kurze Vergangenheit davor, die wir hatten. Also wir haben vorhin ausführlich über die Zeit geredet, wie ich dazugekommen bin.

Und meine Empfindungen, war ja damals mit Abstand der Jüngste. Der nächste ältere war der Fregte, war 44 und ich war 27. Also da war ein Riesenspann dazwischen. Und der Ernst Mosch hat mit mir eigentlich begonnen, das Orchester dahingehend umzubauen, dass er gemerkt hat, er muss sich von älteren Kollegen trennen, um die Qualität, die er beansprucht hat, oder die er sich vorgestellt hat, tatsächlich bringen zu können.

Es gab ja damals auch schon Orester wie Neue Böhmische Blasmusik, Klostermann, die ja auch nur mit jungen Leuten gut gespielt haben. Also er musste schon, er war schon gefordert im Prinzip. Und dementsprechend hat er natürlich dann auch die ganzen jungen Musiker nach anderer ins Orter integriert, die heute mit mir ja wieder das Gerippe, die alten Herren der Egeländer heute sind, sozusagen.

Aber die kamen damals alle dazu und dann hatten wir die Abschiedstournee. Und in dieser ganzen Zeit, vor allem in den letzten Jahren, in den letzten zwei, drei Jahren, bevor er dann gestorben ist, haben wir Jungen und natürlich alle, die das beobachtet haben, natürlich gesehen, wie Ernst Marsch wirklich alt geworden ist.

Man sieht es ja noch, wenn man krank. Wir waren sehr nah an ihm. Wir wussten ja wirklich, wie es ihm ging. Wir waren mit ihm in Amerika zu einer Fernsehshow, wo wirklich gesundheitlich ganz bedenkliche Dinge waren und so. Und dann haben wir natürlich, vor allem wir Jungen, haben damals natürlich schon einen Plan gehabt, was wir zu tun haben, oder was vielleicht möglich sein könnte, was man tun sollte, falls er nicht mehr da ist.

Das haben wir auch mit ihm besprochen. Also nach den Shows in den Bars haben wir diskutiert und damals hat er Tony die Rolle übernommen, ihm zu helfen außerhalb der Konzerte. Also so ein bisschen so die Road Manager-Funktion. Und ich habe ihm musikalisch viele Dinge geholfen, also in der Zusammenarbeit mit den jungen Kollegen, mit den Eltern und so weiter.

Also wir beide sind in die Rolle gewachsen damals, die dann entscheidend war, wie er gestorben ist. Die Ellen hat dann den Kontakt zu uns beiden aufgenommen, weil sie wusste, sie können ja nicht mit allen sprechen, aber sie wusste, wir beide stehen bereit, ihr dabei zu helfen. Und damals waren ja dann schon auch, das war glaube ich für die Familie Mosch wichtig, das richtig zu machen.

Auf die Egerländer haben damals unglaublich viele Leute geschaut, heute auch, aber damals war das natürlich, ja, da hat die ganze Welt, würde ich jetzt mal falsch sagen, oder alle, die die Egerländer gekannt haben, drauf geschaut, was wird da jetzt genau? Was passiert da? Und dementsprechend gab es natürlich auch Fragen an uns, an Sor Hester, und die mussten ja beantworten werden.

Diese Rolle haben wir beide übernommen fürs Orchester, auch in Absprache mit den Kollegen und in Absprache mit der Ellen. Und dann musste man die Beerdigung gestalten. Auch das wollten die Familie Mosch und wir Egeländer natürlich machen. Und da war ja kein Chef mehr, also kein Dirigent. Also es musste ja aus dem Orchester heraus organisiert werden.

Und so sind im Prinzip dann auch die Dinge in den Wochen und Monaten danach entstanden. Man hat dann sehr bald gemerkt, oh, ein Vakuum um die Egeländer herum, das ist nicht so gut. Weil in so ein Vakuum trauen sich Leute zu stoßen, von denen man eigentlich man eigentlich gar nichts zu tun haben möchte.

So was gibt es natürlich. Und das war für die Familien dann genauso wichtig wie für uns, sehr schnell den Gesprächsfader nicht abreißen zu lassen oder nichts zu tun, sondern wir haben dann sehr bald miteinander diskutiert und da gab es natürlich auch die Vorstellung, die Egenein da vielleicht aufzulösen oder nichts zu machen.

Wir hatten auch von der Orchesterseite eigentlich erst einen ganz anderen Plan. Wir wollten, dass der Mosch Musikverlag das Orchester weiter organisiert, einen musikalischen Leiter bestimmt und eben auf Tournee schickt sozusagen. Aber das war nicht der Plan der Töchter. Kann ich heute im Nachhinein nein alles auch nachvollziehen.

Aber damals in der Gegenwart war das eigentlich unser Wunsch, weil wir waren ja alle in anderen Aufgaben. Also wir wollten ja nicht alle Stehe und liege lassen, um so eine Aufgabe zu übernehmen. Und so ganz einfach ist so eine Aufgabe nach dem Ernst Mosch auch nicht zu realisieren. Das wusste ja jeder.

Aber das, was passieren musste, das war auch allen klar. Und dann haben wir halt gemeinsam einen Weg gesucht. Und den haben wir uns ganz bewusst für drei Jahre dann gegeben. Also Familie, Management, Plattefirma, Produktionsfirma, Musiker, Toni, ich, haben wir ganz bewusst gesagt, ja, okay, wir machen das jetzt mal für drei Jahre und dann muss eine Entscheidung fallen.

Also geht es weiter, macht es Sinn. Und das waren schon harte, harte Jahre. Jetzt, wenn man heute zurückschaut, eigentlich. Allein darüber könnte man wahrscheinlich drei Podcasts machen.

Führt mich nämlich auch zu der Frage, was waren so die Schwierigkeiten, gerade in den ersten drei Jahren? Also klar, man lässt viel liegen, beziehungsweise man musste da natürlich Zeit reinstecken, weil, also, und andere Dinge kommen vielleicht zu kurz, weil du ja sagst, man hat ja noch eine andere Verpflichtung.

Aber was waren so die großen Schwierigkeiten so rückblickend gesehen?

Also die zwei größten Schwierigkeiten waren A, dass die Medien damals die E-Geländer schon abgeschrieben haben und mit dem Tod von Ernst Bosch nochmal, auch schon vorher, wie er noch gelebt hat, gab es ja keine Fernsehshows oder keine Unterstützung von den Medien. Die Medien haben über die EGLänder gedacht, das ist etwas von gestern, es sind alte Herren, werden nicht mehr gebraucht.

Das war die größte Schwierigkeit. Aber denken das die Medien nicht heute immer noch. In weiten Teilen. Also die Medien sind heute viel breiter, glaube ich, wie damals. Also damals gab es noch kein Internetmedium.

Ja, okay.

Also, ja, damals gab es ja noch Fernsehshows. Und da wie heute bei den Fernsehshows gibt es wenige Leute, die den Finger drauf haben. Die haben dann halt entschieden, die EGN sind alte Leute oder spielen Musik von gestern. So wird es heute natürlich noch genauso gemacht. Das ist ja völlig klar. Aber das ist ja noch ein anderes Thema.

Und die zweite Schwierigkeit war selbstverständlich, dass unser Ernst Mosch, der 43 Jahre lang die Integrationsfigur war für das Publikum draußen, für die Menschen, aber auch für uns Musiker, natürlich nicht mehr da war. Also die beiden, das waren die Grundschwierigkeiten, mit denen wir umgehen mussten.

Und wir mussten eine Philosophie entwickeln, wir mussten einen Plan haben, dem wir gefolgt sind, and wir mussten einen ganz, ganz langen Atem haben und haben uns dabei zum Beispiel immer wieder an das erinnert, was er ja selbst gesagt hat, Ernst Mosch. Hier kommt keine Musik raus. Also er hat ganz genau gewusst, er hat gute Musiker gehabt.

Und wir waren auch damals schon gute Musiker und wir wussten schon, was wir zu tun hatten, aber das waren schon wirklich die Probleme.

Ja, das stelle ich mir ziemlich schwer vor, wenn da jetzt so eine Orchesterdarsetzung tatsächlich die Integrationsfigur einfach fehlt. Also auch fürs Publikum einfach. Das ist halt eine Masse, die da sitzt. Man kennt zwar Einzelne, die dann immer da sitzen, gerade als Instrumentalist kennt man natürlich die eine Gruppe vielleicht mehr als die anderen, aber die eine Figur fehlt halt.

Ja, und das waren dann natürlich auch die Hauptüberlegungen, die dann dazu geführt haben, dass wir nach drei Jahren nochmal neu quasi erfinden mussten.

Was würdest du jetzt rückblickend dem 20 Jahre jüngeren Ernst sagen, was er hätte vielleicht nicht tun sollen oder was er anders tun soll? Mir.

Oh, meine Güte. Es ist ja so, alternativlos sind ja keine Entscheidungen, man kann ja immer etwas anders machen und immer erst in der Rückschau gibt es die Entscheidung so oder so, die man vielleicht in der Analyse anders treffen würde oder so. Ich würde sagen, ich glaube dass ich alle Entscheidungen, die es zu machen gab von meiner Seite, dass ich die richtig und mit meiner inneren Stimme abgesprochen richtig getroffen habe.

And there gab es natürlich ganz viele bis heute, die man treffen musste. And the erste war schon die Mach ich das mit dem Toni zusammen, mach ich's, stell ich, lasse ich mich in die Verantwortung nehmen. And die Entscheidung habe ich eigentlich schon am Grab von Ansmarsch getroffen.

Okay.

Es sind halt große Fußstapfen, wo man reindritt.

Aber noch größer als die Fußstapfen ist die Musik. And this, what we alle, and da nehme ich alle, meine Kollegen, die jungen Kollegen von meiner Generation mit, und natürlich auch euch alle, die die E-Gländer Musik natürlich genauso lieben und schätzen, but nie immer Hester gespielt haben, die name ich da alle mit.

Das war wichtig, this wiss über diese internen Dinge, wie die E-Goländer spielen, nicht verloren gehen zu lassen. Das war enorm wichtig. And this haben wir uns dann auch gegenseitig immer wieder gesagt, wenn es schwierige Konzerte gab, wo wenig Leute da waren. Aber wir haben trotzdem immer, immer gefeiert worden.

Es gab natürlich Menschen, die gesagt haben, wie kann man mit zwei Tenornen und Egerländer spielen. So ein Quatsch würde man heute überhaupt nicht mehr sagen. Es gibt ja so viele Ensembles, die heute mit kleinen Besetzungen spielen. Aber damals natürlich die Egerländer, die hat man ja scheinbar nur gekannt mit vier großen Tenorhannen oder fünf.

Aber die Egeländer in den 60er Jahren haben auch nicht so gespielt. Und das meine ich jetzt damit. Wir, nur wir waren ganz vertraut mit unserer Geschichte. Und deswegen war das so wichtig, auf die innere Stimme zu hören und nicht so viel auf die Dinge, die von außen auf einen eingepasselt sind. Und da bin ich mir sicher, habe ich bis heute eigentlich ganz wenige Fehler gemacht.

Na gut, der Erfolg gibt sie recht, auf jeden Fall. Ich denke schon, ja. Mein Erfolg ist ja immer auch objektiv zu sehen, weißt du? Also der Ernst Mosch seinen Erfolg in der 60er Jahre, ja. Was für eine glückliche Zeit damals. Und wir, wo wir angefangen haben, die ganzen Medien eigentlich an Blasen gar nicht mehr gedacht haben, heute gibt es in jeder Region Blasenmusik Festivals und was weiß ich alles, ist heute wieder anders der Erfolg zu bewerten.

Insofern war unser Erfolg ziemlich hoch einzuschätzen bis heute.

Wenn du jetzt die letzten 20 Jahre so Revue passiert, gibt es irgendeine Idee, die du hattest, die du gerne umgesetzt hättest, aber dich nicht getraut hast? In irgendeiner Form?

unknown Nee.

Ich habe brutal mutige Dinge getan. Also ich habe ja Dinge getan, die hat Ernst Mosch nie gemacht. Ernst Mosch hat nie Solisten vor der Band gehabt. Stimmt, ja. Ja, ich habe meine Musik als Solisten gefeatured. Und insofern war ich eigentlich auch wegbereitet für ganz viele Dinge, die heute bei den Festivals passieren.

Da haben damals ganz viele Menschen aufgehorcht. Mensch, die ekelender. Egelender Trompetensterne. Das war die erste Solo-Nummer, die ich geschrieben habe. Und damals habe ich gedacht, Moment mal, die pfeifen uns vielleicht aus, die Leute, wenn die sowas hören. Ein bisschen jatzige Harmonien, ein bisschen wirklich jazige Phrasierungen und so.

Ja, auch der Schlagzeugruf unten drunter. Ja, soll man was ganz anderes?

Ich habe beim Butstock die Vogelwiese gereppt. Da gab es natürlich ganz große Diskussionen, aber Diskussionen sind durchaus notwendig. Ja, man bleibt im Gespräch. Ja, auch deswegen, aber Innovation gehört sogar zu einem traditionellen, sehr traditionellen Unternehmen wie die Egern. Da gehört Innovation.

Das habe ich aber eigentlich auch von Ernst Mosch gelernt. Wenn man die 43 Jahre von Ernst Mosch anschaut, der hat auch ganz viele Dinge getan. Da haben ihn eigentlich seine Plattenchefs davon abgeraten, die Swingaufnahmen, die er gemacht hat, oder zum Schluss diese Big Band Blasoher-Platte, die er gemacht hat, oder mit den tschechischen Kompositionen mit den drei Hörnern und so, da haben ihm alle davon abgeraten, er hat es trotzdem gemacht.

Und so haben wir natürlich dann auch mutige Dinge schon angepackt.

Weil du jetzt gerade gesagt hast, Vogel, wie sie gewrappt, war das deine Idee?

Ja, natürlich. Natürlich war das meine Idee. Ich habe gedacht, das war ja beim Woodstock. Woodstock, die Geschichte, wenn man die so aus egerender Sicht erzählt, ist ja auch eine spannende Geschichte. Die wollten uns natürlich sehr bald, aber ich wollte ihn eigentlich nicht. Weil ich gedacht habe, was soll ich da eigentlich auf der grünen Wiese und da gibt es da Matsch und das Ganze drumherum und so.

Ich denke, das ist vielleicht nicht so das richtige Forum für uns. Und dann habe ich das zwei, drei Jahre beobachtet und habe da gesehen, was da gelaufen ist. Und habe da natürlich gesehen, dass eigentlich um das ganze Festival herum die Egerländer überall eine Rolle spielen, auch wenn wir nicht da sind.

Es werden unsere Titel gespielt. Die jungen Leute sind eigentlich in unserer Fährte. Und dann habe ich gedacht, da müssen wir natürlich hin. And then habe ich gesehen, was da passiert, habe ich auch so ein bisschen realisiert, natürlich auch in Zusammenarbeit mit meiner eigenen jungen Generation, die damals so in So Hester kam.

And then hatte ich diese Idee und habe gedacht, dann machen wir doch mal etwas, was ihr euch von uns überhaupt nicht euch vorstellen könnt. Und es war ja nicht nur gerappt, wir haben dann ja auch Jazz soniert, der Martin und ich und der Peter Leib. Den Rap haben wir ja nicht mit den E-Geländern gemacht, sondern mit dem Quartett.

Und das war dann so interessant, wie die Reaktionen drauf waren, dass ich mir gedacht habe, ja, so läuft das, ja.

Wie sind die Reaktionen, gerade wenn sowas gemacht wird von den älteren, alteingesessenen E-Gländern?

Das ist ja nicht unterschiedlich. Da kann man eigentlich keine Blaupause drüber legen und sagen, nur die Leute ab 50 finden das nicht gut oder sonst wie. Da gab es viele, die das auch verstanden haben, dass ich so ein Kick im Prinzip bei so einem Live-Konzert mache. So etwas will ich ja nicht aufnehmen.

Ne, ich meine jetzt aus dem Orchester raus. Aus dem Horester raus? Na, da gab es eigentlich die eine oder andere überraschende Nicht-Äußerung, aber Überraschung einfach. Aber die kennen mich alle so gut, wie die alten früher den ersten Mosch gut gekannt haben. Und die wissen natürlich auch, dass ich, ich bin schon auch zu bestimmten Dingen ab und zu sprunghaft oder emotionell in der Lage, wo der eine oder andere sich dann nicht wundert, dass sowas kommt.

Würde es dich oder euch reizen, auch mal so eine so eine Big Band-Platte aufzunehmen oder sowas? Also es ist sowas im Kopf oder.

Im Kopf gibt es doch viele Dinge. Aber da muss man schon gut abwägen, abwägen, was Sinn macht tatsächlich. Also heute gehen meine Überlegungen eher in eine andere Richtung. Wir haben ja jetzt heute in meiner Familie den eigenen Verlag, das eigene Label. Also die gehen schon eher in die Richtung, das unter anderem unter anderem Label zu machen, also nicht mit den Egerinnen unbedingt.

Weil du es gerade ansprichst, was waren so Beweggründe zu sagen, okay, jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter, wir machen einen Verlag, wir gründen ein Label.

Ja, das sind auch Entwicklungen, bis man zu so einem Punkt kommt, so wie vorhin diese Entwicklung, wo wir drüber gesprochen haben, wie kann das mit den Egerinnen nach dem Tod von Ernst Mosch weitergeben gehen. Das sind keine Entscheidungen, die über Nacht fallen, sondern die sind vorbereitet. Da braucht man danach viel Zeit, bis man sieht, ob das überhaupt greift, die Philosophie oder die Idee.

Und das ging ja dann so weiter in die ersten zehn Jahre. Wir haben ja dann die 50 Jahre Tour gemacht mit unserem grandiosen Ausflug nach New York und so. Und dann waren wir in Eger, was ein ganz großes, tolles Ding war. Aber in Eger haben wir nicht nur das erste Mal mit den Egerländern überhaupt gespielt.

Das können sich ja viele Leute heute noch nicht vorstellen, dass Ernst Musch mit den Egerländern noch nie im Egerland gespielt hat. Aber damals haben wir ja auch begonnen, die nächste Generation in so Hester zu holen. Also in Eger zum Beispiel war der Peter, Peter Leib, und der Stefan das erste Mal bei einer Probe dabei.

Ah, okay.

Da habe ich die beiden nach Eger kommen lassen, und in der Vorbereitung zur Probe haben die das erste Mal, oder zu unserem Open-Air-Konzept, haben die das erste Mal immer Heste gespielt. Martin war damals schon vorher mal kurz dabei, ich glaube zwei Jahre vorher schon. Also die junge Generation kam da so allmählich hin zur Heste.

Und einer nach dem anderen, so ähnlich wie das bei uns, also meine Generation, auch in den 90er Jahren, kam dann dazu. Und so wie wir damals auch für die Ekeländer bestimmte Dinge mitgebracht haben, über die man auch lang reden kann, das macht sehr viel Sinn, die der alte Mosch gerne gelebt hat. Also die Inspiration and the Kicks, die we damals gebracht haben, haben unsere jungen or the junge Generation heute, die haben dann auch mitgebracht, was they aushalb from Mehester auch schon gelebt haben.

Damals sind these things all, also die Techno-Musik, die Rap-Musik, die modern, kleinere Besetzungen, all these things all so entstanden from Nord City Bras angefangen bis to Moot Mama and so weiter. And this was then schon so that we. Auch mit den jungen Leuten auch wieder so ein ganz anderes Denken für die Zukunft auch nochmal weiterentwickelt haben.

Dass die eigenen Söhne dann in die Band gekommen sind, ist dann nochmal ein anderes Thema. Das war natürlich sehr spannend, das kannst du dir sicherlich vorstellen. Aber wie die dann erwachsen wurden, wie die sich in der Szene und auch bei den Egeländern behauptet haben und ihre Dinge gemacht haben, so wurde natürlich dann auch immer mehr der Wunsch eigentlich einer, ja, in gewisser Weise Autarkentätigkeit größer.

Über die Medien haben wir schon ein bisschen gesprochen. Die Medien, hast du vorhin ja selbst schon angedeutet, sind heute immer noch ein großes Problem, aber es wurden auch immer mehr die platten Labels zum Problem für, auch für die Egeländer. Und dementsprechend war der Wunsch irgendwann, ja, speziell dann wieder Julian, also unser Jüngster, noch in seiner Ausbildung alle genau diese Dinge gelernt hat, die man da eigentlich noch gebraucht hat.

Er hatte Musikmanagement studiert, BWL und die ganzen organisatorischen und verwaltungstechnischen Dinge im Prinzip aus dem FF. Dann konnte er mit einbringen, hat dann auch Interesse gehabt, das mit uns gemeinsam zu tun. So wurde es dann halt irgendwann spruchreif, dass wir gesagt haben, jetzt muss der Schritt gemacht werden.

Und das im Zusammenwirken mit der gesamten Band. Also da waren die Eltern und Kollegen genauso davon überzeugt, dass es richtig ist, weil die haben ja alles auch gesehen, wie das alles sich entwickelt hat und wie man auch auf Medienseite zum Teil hängen gelassen wird. Also autarkes Arbeiten wurde nicht nur auch in unserer Branche immer wichtiger.

Wir können jetzt über Landwirtschaft reden, wir können über andere Dinge reden. Und so wurde es für uns eigentlich immer klarer, dass es unsere Zukunft sein muss.

Was hat jetzt gerade das letzte halbe Jahr, Corona, mit dir, deiner Familie und vor allen Dingen dann auch der Verlag, das Label. Der Schritt war ja kurz davor so gesehen, und dann kommt genau so eine Zeit. Was macht das mit einem? Also, das muss einem ja dann auch Angst machen wahrscheinlich.

Ja, den Moment gibt es natürlich, wo einem solche Dinge Angst machen. Aber auch in dem Moment oder in der Situation ist ja so, dass wir eine Entwicklung sehen. Also mit der Krankheit oder mit Corona sieht man Entwicklungen, die Medizin bleibt nicht stehe, die Wissenschaft entdeckt immer neue Dinge, die Gesellschaft verändert sich rapide, man weiß noch gar nicht, wo das Ganze hinführt.

Also ich meine, um die Jahrtausendwende herum haben wir zwar kein Corona gehabt, aber da war auch so ganz viel Aufbruch und ganz viel Ungewisses. Oder nach dem 9-11-Erlebnis oder solche Dinge. Da gab es ganz viele Dinge, wo man nicht genau wusste, wo das hinführt. So ähnlich habe ich das auch mit meiner Lebenserfahrung vielleicht auch eingeschätzt.

Selbstverständlich muss man dann unternehmerisch, künstlerisch, sich betätigen, kreativ sein, Plan BCDE auspacken. Wir haben ja seit dem 8. März, glaube ich, war es, kein Konzert mehr gespielt mit den Eherinnen. Und selbstverständlich war der Plan dieses Labels und mit dem Verlag in Zusammenwirkung, Zusammenwirke mit der Tätigkeit, des OHS gedacht, oder als Musiker.

Und da musste man einfach sich nicht hängen lassen, glaube ich. Das wirst du auch schon oft gehört haben von Kollegen, weil es geht ja dann auch um bläserisches Engagement, es geht darum, ja, einfach nicht komplett den Down, den Lockdown auch noch bläserisch zu erleben oder so ein Spiel. Man muss einfach gucken, dass man am Leben bleibt.

Wie motiviert man sich in so einer Zeit dann auch, wie du schon sagst, bläserisch dran zu bleiben und nicht zu sagen, boah, jetzt bricht mir irgendwie alles weg und jetzt.

Das ist nicht so leicht. Also ich war ja zu dem Zeitpunkt schon 62 Jahre alt und habe eigentlich sehr vieles in meinem musikalischen Leben mit viel Glück und mit viel Geschick Gutes erlebt. Da war schon zwischendurch auch mal so ein Moment, wo man gesagt hat, meine Güte, eigentlich, die Jungen sind ja alle so gut, die kleine Besetzung, die machen so viele Talente, die da sind.

Eigentlich könnte ich mich jetzt gerade zur Ruhe setzen und so. Aber gerade die Jungs, die haben immer wieder, wenn ich so einen Gedanke geäußert habe, nein, Ernst, bloß nicht, du musst schon nochmal durch die Zeit durch und uns nachher auch nochmal weiter unterstützen beim Weiterwirken des Orchesters auch.

Weil das ist natürlich jetzt auch, das war schon auch damals nach dem Tod von Ernst Mosch meine Vision. Ich wollte nicht die Egeländer einfach nur ein paar Jahre weitermachen, sondern ich will die E-Länder fortführen. Haben wir ja vorhin schon mal gesagt, es geht um die Musik. Und heute, für viele junge Musiker, habe ich heute schon auch so eine Position, dass die auch sie sagen würde, jetzt ist Ernst Hutter nicht mehr bei der Egeländer vorne dran, was passiert jetzt mit dem Orchester oder so.

Und ich fühle mich da natürlich auch in der Verantwortung, genau jetzt noch weiter durch diese schwierige Situation, die jungen Leute weiter zu entwickeln lassen und zu unterstützen. Im Verlag läuft es fantastisch. Meine Jungs, also meine Bubu, machen einen tollen Job, aber auch die anderen alle, die arbeiten uns wunderbar zu und verstehen das für sich eben auch als eine große Familie, als eine große Unternehmung, wo sie sich natürlich auch kreativ, künstlerisch ausleben können für die Zukunft.

Und da sind wir eigentlich jetzt über den Punkt drüber, wo wir schon mal auch natürlich down waren und ein bisschen Zukunftsängste hochkommen sind. Aber mittlerweile ist es schon eher so, dass man sehr motiviert eigentlich wieder an die Dinge rangeht.

Du hast ein schönes Stichwort gesagt, ihr seht euch als Familie und das nimmt man so von außen, finde ich auch so wahr, so die große Egerländer-Familie, auch die jetzt die Jungen und die Alten. Und ihr habt ja über die Jahre jetzt auch feste Sachen etabliert, dass Open Air dann Workshop-Wochen und so.

Ist das, du hast ja vorhin schon gesagt, das war damals auch nicht die Zeit dafür, Workshops zu geben, aber ist das, findest du, oder findet ihr das generell wichtig, einfach so nah an den Fans, an den Freunden, an den Unterstützern dran zu sein, um das vorher quasi weiterzugeben?

Ja, klar. Also ein ganz netter Vergleich. Ernst Mosch heute bei Facebook und Instagram könnte ich mir nicht vorstellen. Der Ernst Mosch hat um sein Haus eine riesen Mauer gebaut, dass er möglichst keinen Journalisten sehen muss. Und wenn man mit ihm in Kontakt treten wollte, hat man beim Konzert keine Chance gehabt.

Er war der erste, der im Bus war. Im Hotel durfte niemand zu ihm kommen. Und nur wenn man mit ihm einen Termin im Verlag ausgemacht hat, hat man die Chance gehabt, mit ihm zu reden. Und er heute bei Instagram oder Facebook könnte mir schwerlich vorstellen, das sind Dinge, die heute in der heutigen Zeit, die haben sich rapide verändert in den letzten 20 Jahren.

Und ich bin davon überzeugt, dass es heute sehr wichtig ist, mit diesen Medien oder mit diesen Medien natürlich so umzugehen, dass man die Schwachstellen oder die Probleme, die diese Medien auch alle bieten, dass man die möglichst gut im Griff hat. Aber ganz hat man die nicht im Griff. Das ist völlig klar.

Aber ich bin da auch nicht der Fachmann. Da sind meine Söhne, die sind da ziemlich gut auf dem Gebiet, vor allem Martin und Stefan. Und ich bin davon überzeugt, auch das kann ich aus der Praxis einfach nur bestätigen. Also wir haben am Freitag ja gespielt in Luzern und durften keine Merchandising-Artikel verkaufen aufgrund von Corona und Kontaktbeschränkungen.

Ja, was haben wir gemacht? Wir haben an die Veranstalter per E-Mail natürlich geschrieben, dass man die Dinge bei uns bestellen kann. An die Zuschauer und Zuhörer. Die mussten ja alle sich registrieren lassen und so weiter. Hat der Veranstalter ein kleines Programmheft gedruckt und seither gehen die Bestellungen rein wie warme Semmel.

Also dieses Medium kann man sich nicht mehr anders vorstellen heute. Da muss sich auch die Verlagsbranche gerade sich sehr umstellen. Das glaube ich, ja. Da passiert gerade sehr viel, auch mit Eltern eingesessenen Verlagen.

Das ist zu leicht. Du hast gerade so schön euren Auftritt in Luzern noch angesprochen. Wie war das so, das erste Konzert nach sieben Monaten? Sieben Monaten zu spielen?

Emotionell. Emotionell in jeder Sekunde. Man hat vorher natürlich so Vorstellungen, sind alle fit? Bin ich fit genug, um genau das zu bringen, was ich mir vorstelle, wenn ich im normalen Tourneeablauf ständig gewohnt bin, diese Dinge so und so zu tun. Aber dann in dem Moment, wo wir gespielt haben und Publikum mit einer sehr positiven, euphorischen Einstellung eigentlich uns gegenüber war, war es einfach nur schön.

Das wird wieder ein Weichchen dauern, vermutlich, bis wir wieder so ein Erlebnis haben. Wann ist das nächste, wisst ihr das schon? Also, wenn jetzt sich nicht mehr grob was ändert.

Also die Planungen jetzt gehen Richtung Februar. Alles, was vorher geplant war, ist schon wieder verschoben. Ende 2021, Frühjahr 2022. Das nächste Konzert, das ansteht, auf das freue ich mich auch ganz besonders. Das soll am 7. Februar in Linz im Theater sein, zusammen mit dem Simon Erl. Ganz besonderes Konzert, da wollen wir auch das allererste Mal anpluckt spielen.

Also nur mit Gesangsanlage und gibt die Akustik dort her. Das wird vermutlich das nächste Konzert sein, wenn es stattfindet. Im Moment ist es ja in Österreich auch nicht denkbar. Aber vielleicht im Februar.

Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, dass das wieder aufrecht geht. Wie nimmst du die Blasmusik-Entwicklung generell in den letzten 20 Jahren jetzt so wahr?

Ja, die Blasmusik ist natürlich gegenüber der Zeit, über die wir schon vorhin mal gesprochen haben, also wo die Egerländer die Blasmusik dominiert haben, mit ein paar Militärorchestern zusammen. Und ansonsten haben alle Amateure und alle, die in der Blasmusik tätig waren, auf diese wenigen Orchester geschaut.

Die Blasmusik ist heute viel, viel breiter aufgestellt, internationaler aufgestellt. Stilistisch in ganz vielen Stilrichtungen. Das konnte man sich damals noch nicht vorstellen, wo Canadian Brass die ersten Bläsershows gemacht hat, sozusagen, wohin das mal führt. Ich persönlich finde die meisten Dinge, die es da gibt, eine absolute Bereicherung für unsere Bläser-Szene.

Ich verstehe mich selbst sowieso als Bläser, also nicht so sehr als nur egelender Traditionalist oder Jazer oder was. Ich bin Bläser. Also ich mag im Prinzip die Sounds von Lucky Jobs genauso wie von German Brass oder von Moob Mama oder von der Innsbrucker Böhmische, egal was da alles gibt. Sehr kritisch sehe ich natürlich schon, also im Geschäft gibt es schon kritische Dinge in der Blasmusik.

Zum Beispiel? Ja. Vielleicht ist es auch eine Sache, die ganz natürlich auftaucht, weil die Bläser-Szene heute so stark ist anders and auch so viele gute Nachwuchsleute gibt. Gibt es natürlich unglaublich viele Orchester, die vielleicht versäumen, einen eigenen Stil zu kriegen, die es natürlich dann vielleicht einfacher finden, Kollegen zu kopieren.

And when this musikalisch gemacht wird, da habe ich überhaupt kein Problem damit. Das ist sogar sogar in gewisser Weise eine Auszeichnung. Wenn man dann, wenn man jemanden sieht, der vielleicht das, was man selbst tut, beziehe ich jetzt nicht nur auf mich allein, sondern auch für andere Leute, ja, dass man das toll findet und dass man das vielleicht nachahmen möchte oder so.

Aber kritisch wird es dann, wenn eben die, weil dieses bläser Geschäft heute so stark geworden ist, ja, dass natürlich, da werden Dinge zum Teil dann eben gemacht, die ja nicht nur in der Musik leider so sind. Also da wird halt gefaked, da wird Textstelle abgeschrieben, da werden Behauptungen aufgestellt, die unwahr sind.

Aber das ist auch eine Zeit, auch eine Erscheinung unserer Zeit. Da können auch Handwerker drüber reden. Ja, mit Sicherheit. Es hat auch schon mit der Entwicklung insgesamt.

Aber ich habe mich auch tatsächlich immer gefragt, auch als wir uns damals vor 15 Jahren gegründet haben, macht mir sich auch die Gedanken, wie will man auftreten und so. Und ich habe, bin ich auch ganz offen, nie verstanden, warum sich Gruppen neu gründen und keinen Bezug dazu haben, außer der Musik natürlich, aber sich eine Egerländer-Tracht anziehen.

Da bin ich ganz ehrlich, damit habe ich immer ein Problem gehabt, weil ich es nicht verstehe.

Das sehe ich genauso. Fände ich auch richtig. Eine Egerländer-Tracht ist natürlich sehr viel mit Identifikation zu tun. Man könnte jetzt natürlich auch sagen: Ja, Moment mal, Ernst, du bist auch kein Egerländer, was Volksgruppe angeht. Aber natürlich bin ich Egerländer, was die Musikgruppe angeht. Ja, da gibt es natürlich sehr viele Dinge, die man da kritisch beäugen muss.

Aber ich sehe das schon heute auch so, man muss, ich kritisiere da eher die gesamte Gesellschaft, nicht so sehr unsere Branche allein. Aber in unser Branche zeigt sich das heute nochmal auf ganz starke Art und Weise, weil es so viele Gruppen einfach gibt. Und viele, ja, vielleicht viele nicht über den Dingen stehen, so wie du gerade eben über deine Tätigkeit oder deine Überlegungen gesagt hast.

Ja, gerade weil es so viele gibt, wäre ja meine Überlegung oder war meine Überlegung, man muss ja irgendwie rausstehen. Genau. Nicht noch aussehen wie die anderen 20, die dann plötzlich da auch da sind.

Genau unter dem Gesichtspunkt habe ich auch die ein oder andere Entscheidung von dem einen oder anderen Kollegen in den letzten 20 Jahren nicht verstanden.

Ja. Also ich durfte Gott sei Dank einmal, und ich glaube, das war auch in einem Rahmen, wo es gut war oder wo es okay war, Egerländer Dracht tragen, damals bei der Originalkapelle Egerland. Die ist ja auch noch traditionell gewachsen. Natürlich, klar. Und das war okay. Und für mich war aber klar, als ich dann auch aus dem Orchester raus bin, ich werde diese Dracht auch nicht mehr anziehen als Musiker, weil ich, das macht keinen Sinn irgendwie.

Originalkapelle Egerland heißt ja genau deswegen auch Original, ja. Also das ist ein Orchester, zu dem ich auch sehr, sehr, sehr gute Beziehungen immer gepflegt habe bis zum Ende. An der Eddy, der das zum Schluss geleitet hat, war ja ein Kollege bei uns, der auch bei der Abschied zu den Flügeln angespielt hat.

Also wirklich, wir sind gut befreundet und das ist alles gut. Aber ich möchte es dabei belasten, aber ich möchte es so objektiv eigentlich bewerten. Das ist eine Erscheinung in unserer Gesellschaft heute. Mein Nachbar, der Schreiner ist, der erzählt mir die ähnlichen Dinge.

Findest du es manchmal schade? Also ich wohne ja jetzt in Wiesbaden in Hessen, da ist Blasmusik schon wieder eine andere Kultur als in Bayern. Findest es manchmal schade, dass Blasmusik von außen betrachtet manchmal nur auf die Vogelwiese reduziert wird?

Ja, natürlich finde ich das schade. Ja, also ich habe das vorhin wirklich mit großer Überzeugung gesagt, dass ich das gut finde, dass die Blasmusik so vielschichtig ist, also von der sinfonischen Art zu spielen bis über die traditionelle zum Nozzelbras oder alle diese Gruppe, wie sie alle heißen. Ich finde es großartig.

Und die Menschen, die in der Lage sind, die Dinge musikalisch und gesellschaftlich richtig einzuordnen, die sind auf der richtigen Seite, diejenigen, die natürlich nur Vogelwiese im Kopf haben und dazu fünf Kaschen Bier trinken, es ist nicht so meine Welt. Ja, ich finde, obwohl die Polka natürlich fantastisch ist.

Keine Frage, aber es gibt halt auch noch nicht so viele schöne andere. Aber natürlich, aber selbstverständlich. Ich würde langsam zum Ende kommen, weil ich glaube, wir könnten eigentlich noch Stunden reden. Ich mache am Schluss immer so eine kleine Schnellfragerunde. Ich gebe dir mal zwei Begriffe und du darfst dich für einen entscheiden.

Und sag's mal warum. Schicksal oder Zufall?

Schicksal. Ich bin auch durch menschliche Erfahrungen jemand, der ganz sicher ist, dass es keine Zufälle im Leben gibt.

Okay.

Bauch oder Kopfmensch? Oh, das hält sich bei mir die Waage. In der Musik mit Sicherheit Bauchmensch. Ansonsten kann ich schon auch philosophisch sein. Okay.

Jetzt kommt eine knifflige Frage. Bin mal gespannt. Wenn heute jemand sagen würde, okay, eins morgen ist dein allerletztes Konzert, was du spielen darfst. Wo wäre das? Mit wem wäre das? Und vielleicht, das ist ich weiß, eine schwere Frage, aber was wäre vielleicht das letzte Stück, was du sagst, okay, damit kann ich mich gut verabschieden?

Also in dem Zusammenhang gibt es ganz eindeutige Frage. Das letzte Konzert würde ich dann gerne im KQL in Luzern spielen, mit den E-Rennern und der Böhmischen Wind.

Okay. Was ist deine Lieblingsaufnahme, wo du sagst, okay, muss ich jeder mal angehört haben? Kann Jazz, Blasmusik, kann alles sein.

Mein Gott, ich habe so viele Lieblingsaufnahmen, weil ich einfach so viele Musikschätze mag. Also sehr gerne und weil es auch beispielhaft für viele ist, was für mich musikalisch eine Rolle spielt, sind Frink-Sinatra Aufnahmen. Und da speziell ein Titel wie New York New York natürlich. Diese Band und dieser Sänger, die waren vorbildhaft nicht nur im Jazz, sondern vorbildhaft im Phrasing, in der Art and Weise, Tight zu spielen for Generationen von Jazzmusiker in der Unterhaltungsmusik, bis heute vorbildhaft, und ich weiß es auch für die Egeländer und für Ernst Mosch, vorbildhaft.

Weil das waren seine Vorbilder eigentlich. Die Frank Sinatra Band, Woody Herman Band, den hat er auch als Egeländer Musikant und als Egeländer Chef immer nachgeeifert, wie die phrasen haben. Und so wurde auch der spezielle Sound von unserem Mechester. Und deswegen sind das für mich immer noch so die Lieblingsaufnahmen.

Weil wenn wir heute Falkenauer Marsch spielen oder So ein schöner Tag, da höre ich die Geschichte eigentlich des Wings und die Geschichte von diesen Big Bands, wie die phrasen haben.

Kannst du ganz kurz noch erklären, warum du jetzt gerade auf den Falkenauer oder so ein schöner Tag kommst?

Ja, der Falkenauer, so wie der arrangiert ist und wie er komponiert ist, ist ein ganz eindeutiger Marsch auf Offbeat. Und das ist natürlich nochmal eine ganz andere Geschichte. Da geht es um unsere Inhalte und um unser Time-Gefühl, wie wir musizieren, wie wir unsere Walzer, wie wir unsere Polkas selber empfinden.

Und es gibt Stücke, bei denen das nochmal deutlicher wird, dieses Feeling, wie bei anderen Stücken. Okay.

Abschließend, was sind deine privaten Wünsche und die Wünsche für die Blasmusikszene im Allgemeinen?

Meine privaten Wünsche sind ganz einfach. Ich möchte selbst gesund bleiben, um meine Ziele, die ich mit der Familie und mit der Musik oder überhaupt meiner musikalischen Tätigkeit noch habe, so lange wie möglich noch umsetzen zu können. Und für die Blasmusik wünsche ich mir natürlich anpassend zu den Dingen, die ich vielleicht schon kritisch bemerkt habe, dass wir immer die Musik im Vordergrund sehen.

Das sind doch schöne Worte zum Schluss. Ich bedanke mich, dass du dir so viel Zeit genommen hast. Vielen, vielen Dank.

Herzlichen Dank, Andi. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe deinen Weg ja schon öfters verfolgt und jetzt haben wir uns mal persönlich kennengelernt. Ja, das stimmt.

Jetzt haben wir uns das dritte Mal getroffen und endlich mal Zeit gehabt, ein bisschen auszutauschen. Vielen, vielen Dank. Das war die Folge mit Ernst Futter and you dürft mir gerne mal schreiben, wie ihr jetzt auch rückblickend this Gespräch fandet, vor allem mit dem Wissen, dass Ernst jetzt seinen Chefposten abgibt und die Egerländer somit in ein neues Zeitalter starten.

Wer noch mehr Egerländer hören möchte, dem sein, die zwei Folgen mit Alexander Wurz ans Herz gelegt. Eine jetzt erst Anfang des Jahres genau zu dem Thema der Übergabe und eine, ich meine, das müsste zwei Jahre her sein, über sich und seinen Wertegang. Ich wünsche euch weiterhin eine schöne Sommerzeit.

Die Sommerpause dauert noch ein bisschen, aber keine Angst, es gibt noch ein paar Folgen, bevor es dann in die sechste Staffel im September geht. Macht's gut.

0:00 / 0:00