
On Air - Der Blasmusik Podcast· Staffel 5
Auf einen Kaffee mit Ralf Wittmann (MV Busenbach) - Wieso Erwachsenenbläserklasse?
Montag, 14. Juli 2025 · 38 min
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Shownotes
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Ralf Wittmann hat für den Musikverein Busenbach die Erwachsenenbläserklasse ins Leben gerufen. Welche positiven Auswirkungen das auf den ganzen Verein hat, wie man das organisatorisch macht und vieles mehr, erfahrt ihr hier.
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Herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Auf einen Kaffee mit dem kleinen Format hier beim Blasmusik Podcast, in dem ich mit meinem Gast über ein spezielles Thema, einen Kaffeelang, spreche. Mein heutiger Gast ist Ralf Wittmann und er hat mich eingeschrieben, denn er möchte gerne mal über Erwachsenenbläserklassen sprechen.
Da ich mit erwachsenen Blaserklassen gar nicht so viele Berührungspunkte habe, sondern nur mit Kinderbläserklassen, war das natürlich was, was ich gerne dazu gesagt habe. Und er erklärt mir, was das für sein Verein Gutes bringt und wie wichtig es ist, vielleicht auch auf dieser Seite mal nach Nachwuchs zu schauen.
Ich wünsche euch jetzt viel Spaß mit Ralf Mettmann hier bei Auf einen Kaffee mit. Wie trinkst du deinen Kaffee?
Ich trinke meinen Kaffee tatsächlich ganz schwarz ohne Zucker. Ich habe mir das mal abgewöhnt. Ich habe früher viel Milch und drei Zucker genommen. Und im Laufe der Jahrzehnte ist dann keine Milch draus geworden und kein Zucker und trinke mittlerweile sogar Espresso ohne Zucker.
Okay. Ja. Espresso ohne Zucker, ja. Ich habe das noch nie mit Zucker durchgemacht.
Italiener mögen das ja richtig schwarz und süß und stark. Und ja, aber mittlerweile trinke ich ihn sehr, sehr gerne ganz schwarz und nicht süß.
Okay. Ralf, du bist ja hier nicht um dein Kaffeekonsum nur zu sprechen, sondern du hast mich angeschrieben, um quasi über ein Thema zu sprechen, nämlich Erwachsenenbläserklassen. Beziehungsweise stell dich mal ganz kurz vor, und von welchem Verein du bist.
Ja, genau. Also mein Name ist Ralf Wittmann, ich bin vom Musikverein Edelweiß-Busenbach. Busenbach ist in der Verbandsgemeinde Waldbronn, die wiederum ist im Landkreis Karlsruhe. Dort bin ich eigentlich erster Klarinettist, bin aber auch Vizedirigent und habe 2021 das Projekt Erwachsenenbläserklasse ins Leben gerufen.
Okay. Wie kam es dazu? Also ihr seid ja nicht die Ersten, die das machen. Was hat euch dazu bewogen? Vor allen Dingen 2021, 2020 ging es ja mit Corona los. Dann in 2021, wo ja noch so meiner Erinnerung nach die Bestimmungen immer noch nicht so super waren, so mit musizieren. Was hat euch bewogen, dann zu sagen, na, dann machen wir gleich noch was ganz Neues rein?
Also du hast schon das richtige Stichwort genannt. Das Stichwort ist tatsächlich Corona, ja. Corona hat uns ja alle getroffen, wir durften alle nicht spielen, durften uns nicht treffen, durften nicht im Orchester spielen. Wir haben aber trotzdem immer gespielt, und zwar auf der Straße Sonntagabends, haben wir uns immer um 18 Uhr, kleinste Gruppen, immer schön Corona-konform getroffen und haben da ein bisschen gespielt, ja.
Nicht geübt. Einfach Dinge, die man öffentlich spielen darf. Und dabei haben wir festgestellt, das habe ich festgestellt, dass das ganz, ganz vielen Leuten richtig, richtig gut tut. Ich wurde ständig angesprochen, boah, du rettest uns die Woche mit der Musik, das tut uns richtig gut. Dann ein paar Jahre zurück, ich habe ein Jugendorchester dirigiert und habe da auch immer Vorspielnachmittage gemacht.
War das sehr erfolgreich und ganz viele Eltern haben gesagt, meine Kinder dürfen das, ich habe das leider verpasst. Ich bin jetzt schon zu alt dafür, das anzufangen. Und dann wiederum habe ich im Urlaub jemanden getroffen, der wunderbar Klarinette gespielt hat. Dann habe ich ihn angesprochen, der Mensch, sie spielen eine tollen Klarinette und sagt, ah, war ich zu laut?
Da habe ich gesagt, nee, nee. Und dann sind wir ins Gespräch gekommen. Und er sagte, so kurz vor der Rente hat er sich überlegt, er muss doch irgendwas tun. Und hat dann einen guten Freund, der Musiklehrer ist, gefragt, was für ein Instrument denn da passen würde. Und dann hat er Klarinette gelernt und hat sich da auch im Musikverein engagiert.
Und die ganzen Dinge zusammen habe mich dann bewogen zu sagen, Mensch, eigentlich ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt der Gesellschaft ein bisschen was zurückgeben, sich zu engagieren und Leute, die die Lust haben, dazu zu Musik machen zu bringen. Genau. Und dann habe ich ein Konzept erstellt dazu.
Ich weiß, wir sind nicht die Ersten, wir haben das Rad nicht neu erfunden, aber ich glaube, im Gesamtkonzept und im Gesamtkontext haben wir vieles richtig gemacht und ich glaube, das hilft hoffentlich auch anderen, von den Erfahrungen zu partizipieren. Genau.
Wie viele Bläserklassen, du hattest mir ja jetzt vor ein paar Wochen hatten wir ja schon wegen Termin geschrieben, dass du gesagt hast, okay, ich habe heute noch Proben mit meinen zwei Erwachsenen-Bläserklassen. Das heißt, ich habe zwei Stück im Moment laufen.
Also zwei Erwachsene-Bläserklassen und zwei Kindergläserklassen tatsächlich lassen tatsächlich, genau. Also ich habe vor 2021, wie gesagt, angefangen als Projekt, nachdem ich das mit der Vorstandschaft abgestimmt hatte, habe das Projekt genannt von Null auf Weihnachtslied. Das heißt, Werbung haben wir angefangen im Juni-Julei.
Dann habe ich da auch Vorstellungsnachmittage gemacht, zwei Stück, gemeinsam mit dem Musikhaus hier in der Gegend, mit denen wir sehr, sehr eng zusammenarbeiten. Bin dann auch nach dem Motto reingegangen, jeder wird von seinem Instrument gefunden. Niemand ist unmusikalisch, man muss nur alles mal ausprobieren.
Und ich habe gesagt, okay, wenn ich 10, 15 Leute zusammenkriege, dann mache ich das. Ich habe auch zwei Instrumentallehrer aus dem Verein gefunden. Die eine macht das Holz und mein Sohn macht das Blech. Und gemeinsam haben wir das dann vorgestellt. Und dann hatten wir am ersten Nachmittag 20 Leute da, am zweiten Nachmittag 20 Leute da.
Und 30 haben angefangen. Ehrlich? 30 Leute. 30 Leute angefangen.
Okay, darf ich mal ganz kurz erstmal so ein bisschen fragen, wie groß ist euer Ort?
Also unser Gesamtort Waldbronn hat knapp 14.000 Einwohner, aber Busenbach selbst hat knapp 6.000 Einwohner, also 5000 ungefähr. Okay, ist ja jetzt auch gar nicht so groß. Nee, nee, ist nicht so riesig.
Und wie groß ist euer Musikverein? Also das Stammorchester?
Das Stammorchester hat zwischen 50 und 60 Leute, je nachdem, ob die Studierenden gerade da sind oder nicht. Und wir spielen ganz gute Oberstufe auch.
Okay. 30 Menschen, die sich anmelden von 40, die da sind, das ist eine unfassbare gute Quote. Jetzt stellen sich mir etliche Fragen. Die erste Frage wäre erstmal, wo habt ihr denn Werbung gemacht und wie habt ihr Werbung gemacht, dass überhaupt 40 Leute kommen?
Also wir haben tatsächlich Multimedialwerbung gemacht. Also zum einen haben wir Plakate geklebt, wir haben im Amtsblatt Anzeigen geschaltet, wir haben Flyer verteilt, wir haben natürlich auch auf unserer Facebook-Seite und auf unsere Internetseite geworben. Ja, das war so das Hauptthema. Und natürlich Mund-zu-Mund-Propaganda.
Ich bin auch jemand, ich quatsche alle Menschen an und auch da sind einige. Ich habe zum Beispiel einen auf dem Golfplatz getroffen durch Zufall. Wir sind zusammen Golfspielen gewesen und er sagte mir, er macht doch Tennis, ich habe gesagt, ich mache nur Musik, sagte er, das habe ich verpasst. Zack, mein Stichwort.
Und dann habe ich gesagt, am Samstag habe ich einen Vorstellungsnachmittag, du bist der geborene Posaunist. Der kam und spielt jetzt super, super toll Posaune. Es ging damals gerade in Rente, der ist total glücklich, dass er jetzt Posaune spielen kann bei uns.
Okay.
Genau, so, also die Werbung wurde wirklich auf ganz viele unterschiedliche Kanäle geschaltet und auch die Musiker vom großen Orchester haben natürlich entsprechend auch ein bisschen die Werbetrommeln gerührt.
Wie ist das überhaupt, als du mit der Idee um die Ecke kamst, so von Vorstandschaft und von Stammorchester aufgefasst worden?
Super, super positiv. Also von der Vorstandenschaft sofort positiv. Weil ich habe von Anfang auch gesagt, ich möchte nicht, dass der Verein finanziell belastet wird. Wir schauen, dass wir das alles komplett zu Selbstkosten hinkriegen. Jetzt beim ersten Mal hatten wir Riesenglück. Wir wurden tatsächlich auch gefördert von Impuls.
Haben wir aber erst im Nachhinein tatsächlich erfahren. Also wir haben das Projekt schon gestartet, auch ohne Förderung und wir hätten das auch ohne Förderung durchgezogen. Aber das hat es natürlich viel, viel, viel einfacher gemacht.
Klar. Und wie ist es mit dem Instrumentarium? Also ich kenne das jetzt bei uns an der Schule, da gibt es welche, die werden dann geliehen und so, aber wie ist das bei Erwachsenen?
Da haben wir es genauso gemacht. Also ich habe das im Prinzip genau gemacht wie bei einer Kinderbläserklasse. Ich hatte schon erwähnt, die Vorstellungsnachmittage habe ich mit dem Musikhaus mit den Befreundeten gemacht. Der Geschäftsführer ist zufällig auch unser Bezirksvorsitzender, deswegen haben wir da sehr, sehr enge Kooperation.
Und wir vermitteln dann immer Mietkauf. Ich habe ja gesagt, wir haben es als Projekt laufen lassen, von null auf Weihnachtsläd. Ich habe gesagt, gut, wenn das Projekt, das geht jetzt ein Vierteljahr, super wäre, wenn viele weitermachen würden nach dem Projekt. Und so ein Mietkauf ist eigentlich perfekt, weil die halt während der Laufzeit von einem halben Jahr das Instrument entweder zurückgeben können oder das Ganze käuflich erwerben.
Und das Musikhaus war sogar so flexibel, dass wenn jemand sagt, ich bin nicht ganz so flüssig, dass ich jetzt ein Instrument für 2000 Euro kaufen kann, dann haben die sogar noch ein Leasing im Anschluss angeboten. Also es war richtig, richtig klasse. Und der Verein hat es nicht belastet. Wir haben es nur vermittelt.
Okay. Was hast du an dieser Veranstaltung richtig gemacht, dass die Quote so gut war?
Also zum einen haben wir es ein bisschen mit Musik natürlich gelockt, zum anderen habe ich gesagt, also es hat mir niemand geglaubt, dass wir im September anfangen, dass man im Dezember zwei Weihnachtslieder spielen kann. Das habe ich als Ziel ausgegeben. Und ich habe denen versprochen, wir schaffen das hundertprozentig.
Dann haben wir, glaube ich, vieles richtig gemacht, indem wir an diesem Vorstellungsnachmittag nicht nur den Verein vorgestellt haben, wir haben die Ausbilder vorgestellt, das sind alles nette Leute. Ich habe ganz viele Helfer da gehabt, weil zur Instrumentenvorstellung darf ja nicht theoretisch sein, es muss praktisch sein, es muss leben, da muss man enthusiastisch rangehen und sagen, boah, du bist geborener Trompeta, du hast einen super Ton rausgekriegt.
Genau, und so hat jeder dann tatsächlich das geschafft, aus einem Instrument einen guten Ton rauszukriegen, wie wir hatten nur eine Person, die hat es nicht geschafft, ja. Ist halt so. Und er hat gesagt, das ist auf jeden Fall ein Versuch wert. Es ist nicht so, dass es extrem viel kostet. Und ja, so hat dann jeder, ist jeder von seinem Instrument gefunden worden.
Ich habe deine Story nebenbei, am Tag drauf hat mich eine Frau angemailt und hat gesagt, ich habe heute Nacht von der Posaune geträumt. Und er hat gesagt, dann hast du ja dein Trauminstrument gefunden.
Sehr schön. Wie ist das besetzungstechnisch? Man versucht ja bei einer Bläserglasse ja doch schon mal sehr ausgewogen zu besetzen, dass man ja auch spielfähig ist, weil werden jetzt von 30, 25 Saxophone dasetzen, hat man jetzt nichts gewonnen.
Nee, da haben wir tierisch Glück gehabt. Also natürlich, wenn ich sage, jeder wird es von seinem Instrument gefunden, hat man natürlich auch ein bisschen Steuerungsmöglichkeiten. Klar. So, und besetzungstechnisch habe ich ein Träumchen. Ich habe zwei Tupen, ich habe vier Posaunen, ich habe drei zwei Tenorner, später drei, ich habe vier Trompeten, ich habe einen Schlagzeuger, der später noch eingestiegen ist, der es 30 Jahre nicht gespielt hat.
Genau, das ist so das Blech, das ich habe. Und dann hatte ich am Anfang keine Flöte und dann sind im Laufe der Zeit zwei Stück eingestiegen. Jetzt mittlerweile habe ich vier. Vier Klarinetten, drei Tenorsaxophone und der Rest tatsächlich Altsaxophone. Aber eigentlich super besetzt.
Klingt sehr, sehr gut. Weil du gesagt hast, der Verein hat keine Kosten. Jetzt ist die Frage, ihr habt zwei Ausbilder, die sind natürlich aus dem Verein und du macht ihr das ehrenamtlich oder?
Nein.
Nein.
Nein. Da gibt es in Baden-Württemberg einen schöner Spruch, der heißt, was nichts kostet, ist nichts wert. Und wir haben auch sehr viel Zeit, die wir da investieren. Wir machen das nicht ehrenamtlich, aber die Teilnehmenden bezahlen dafür. Da gibt es unterschiedliche Modelle. Entweder sie spielen nur im Orchester, das ist für die, die so als Wiedereinsteiger da sind.
Das heißt, von der Aufteilung der Leute, die in dem ersten Orchester waren, haben wir die Hälfte komplett bei null angefangen. Wirklich komplett, noch nie eine Note gelesen und nie ein Instrument. Die andere Hälfte waren Musikerinnen und Musiker, die mal was Neues probieren wollten, oder Wiedereinsteiger.
Und das hilft übrigens auch enorm, dass man schnelle Fortschritte macht. Wir waren bei den Finanzierungsmodellen. Genau, also wir haben entweder für die, die nur mitspielen, eine kleine Gebühr, eine monatliche. Wir haben für die, die den Gruppenunterricht machen, eine Gebühr und dann gestaffelt nochmal, wenn jemand einen Einzelunterricht haben möchte, dann direkt mit dem Lehrer abrechnen.
Okay. Darf ich fragen, wie hoch so eine Gebühr ist, wenn ich jetzt nur im Orchester spiele, damit man mal so ein Gefühl kriegt?
Zehn Euro im Monat.
Okay, das ist nichts.
Genau.
Okay. Wie ist das als Wiedereinsteiger, wenn ich da jetzt zurückkomme und sitze aber da jetzt mit einer halben Mannschaft da, die ja noch nie Noten gelesen hat? Das heißt, langweilt der sich nicht oder hilft der mit?
Der hilft tatsächlich mit, ja. Also ich habe jetzt im zweiten Orchester zum Beispiel eine Trompeterin, die hat 25 Jahre nicht gespielt. Die war super happy, dass er am Anfang einfach auch Ansatzübungen machen konnte, damit sie wieder ihre Muskulatur aufbauen konnte. Ich habe einen Schlagzeuger, wie schon gesagt, der hat 30 Jahre nicht gespielt.
Der war auch total erstmal, weiß nicht, ob ich das noch möchte. Nach der ersten Probe, den habe ich ein Beat spielen lassen auf Weihnachtslieder. Der war total happy, dass er noch ein Beat spielen kann. Und die Teilnehmer im Orchester selber so, boah, das klingt plötzlich ganz anders, klingt wie echte Musik.
Genau, und das hat ihnen genauso viel Spaß gemacht. Wie auch übrigens Menschen, die sagen, im großen Orchester ist es mir zu schwer mittlerweile. Also jetzt, ich habe ja zwei Pläserklassen, ich habe jetzt vor einem halben Jahr die zweite angefangen. Wieder bei null.
Aber sind es auch so viele?
Ja. Ich habe zweimal 30 Leute tatsächlich. Auch wieder super besetzt, auch wieder zwei Tupen, vier Posaunen, ein Tenorhan, dafür zwei Waldhörner. Ja. Genau. Sind wieder so viele. Und ich habe es genau gleich gemacht wie beim ersten Mal.
Jetzt ist die Frage, liegt es einfach nur an dir?
Also der Bezirksvorsitzende, der eben auch Geschäftsführer vom Musikhaus ist, sagt, man braucht auch einen Menschenfänger, der das macht.
Genau, deswegen. Die Frage stelle ich mir halt gerade.
Also wenn ich Leuten oder anderen Vereinen einen Tipp geben möchte, nehmt jemanden, der Leute mitnehmen kann, der tatsächlich auch brennt für die Sache und der das nicht macht, weil er es Geld verdienen will, sondern macht, weil er das sehr gerne macht. Meine Frau sagt montags immer, kommst du wieder schwebend heim?
Ja, genau. Da hat mir das sehr viel Spaß gemacht.
Ja, so soll es ja sein. Also ich habe noch nie eine Erwachsenebläserklasse gehabt. Also ich unterrichte an der Schule Kinder. Wie ist es, weil Erwachsene, die in so einem Alter dann sind und sagen, okay, ich möchte ein Instrument lernen, ist ja nochmal eine ganz andere Entscheidung, das zu tun als ein Kind, das halt vielleicht mal mit 11 sagt, ich finde eine Trompete toll und nach einem halben Jahr feststellt.
Ach ja, ist doch anstrengend irgendwie. Da ist schon ein anderer Zug dahinter, oder?
Definitiv. Wir haben noch gar nicht über das Alter gesprochen übrigens. Ich habe Menschen zwischen 18 und 73. Und dazwischen alles. Zwischen 18 und 73 und dazwischen alles. Und genau wie du sagst, die Erwachsenen haben sich ganz bewusst dafür entschieden. Es gab natürlich auch welche, die haben aufgehört nach ein paar Wochen, weil sie gesagt haben, es ist mir zu viel.
Ich habe mir nicht vorgestellt, dass ich da auch noch mehr Zeit investieren muss und viel üben muss. Aber ganz, ganz viele haben gesagt, daheim im stillen Kämmerlein klingt es nicht so gut, wie würden wir alle zusammenspielen und das motiviert mich. Die meisten davon haben übrigens auch mal einen Tiefpunkt gehabt, die überlegt hatten, aufzuhören.
Aber diese Gemeinschaft und dieses, hey, wir lernen gemeinschaftlich und wir kommen sehr, sehr schnell voran. Wir haben übrigens mit dem ersten Orchester und dem zweiten auch im Dezember nicht zwei Weihnachtslieder, sondern vier Weihnachtslieder vierstimmig gespielt. Das funktioniert und weil die Erwachsenen einfach motivierter sind und die wollen es tatsächlich.
Die werden nicht irgendwie gezwungen, das zu machen, sondern die kommen freiwillig und wollen das tatsächlich.
Dazu habe ich noch eine Frage, die schiebe ich noch ein bisschen. Das ist dann so eine Grundsatzsache. Wie viel haben, also das erste Projekt war ja angesetzt mit Wir spielen Weihnachtslied. Genau. Wie viel sind dann nach dem Projekt ausgestiegen und haben gesagt, okay, Ziel erreicht, reicht mir.
Drei. Aber dafür sind viele dazugekommen im Laufe der Jahre.
Okay.
Ich habe mittlerweile einen Klarinettensatz, da haben dann tatsächlich zwei Stück aufgehört von den Klarinettistinnen und eine ist auf Saxphone übergegangen. Jetzt habe ich mittlerweile drei Klarinettisten und eine Klarinettistin, die einfach als Wiedereinsteiger oder die Klarinettistin hatte drei Jahre alleine irgendwo im Kämmerlein-Unterricht, hat davon gehört und ist jetzt zu uns gestoßen.
Also im Laufe der Jahre haben wir neue Musikerinnen und Musiker mit dazu bekommen.
Welche Literatur nehmt ihr dafür? Also es gibt ja diese Yamaha Bläserklassensachen, macht ihr wirklich das oder schneiderst du das schon auf die zu?
Also wir machen es sowohl als auch. Die Yamaha Bläserklassen haben den riesen Vorteil, dass wenn wir getrennt Unterricht machen zwischen Holz und Blech, dass die einigermaßen gleich parallel vorangehen können. Ich habe am Anfang natürlich auch die Blazerklassen, die die Schule hergenommen, am Anfang der ersten zwei, drei Wochen.
Nach drei Wochen habe ich Hands in Klein geschrieben, zweistimmig, da haben sie Hands in Klein gespielt. Also ich habe schon viele Sachen parallel dazu genommen, gerade die ganzen Weihnachtslieder. Ich bin ein Fan von Mehrstimmigkeit, weil es einfach motivierender klingt, als alles einstimmig zu haben.
Und so toll wie das Konzept Jamaha-Bläserklasse ist, würde ich mir wünschen, dass schneller das Ganze in die Mehrstimmigkeit gehen würde. Deswegen habe ich da einfach versucht, andere Literatur noch mit heranzuziehen oder auch Dinge selbstgefinst zu schreiben.
Wenn, ja, du hast ja gesagt, ihr habt ja auch Kinderbläserklassen. Machst du die auch?
Nein, die macht unser Hauptdirigent, aber mit dem arbeite ich extrem eng zusammen. Und ein Geheimnis des Erfolges ist übrigens auch dieses, oder man darf eine Bläserklasse für Erwachsene nicht nur begründen, um eine Erwachsene Bläserklasse zu haben. Wir haben das in ein Gesamtkonzept mittlerweile gebracht.
Hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Dadurch, dass wir zwei Bläserklassen für Kinder haben, ist natürlich im Jugendorchester immer wieder, wird es immer wieder jedes Jahr von niedrigeren Niveau los. Das macht natürlich für ältere Jugendliche, die da drin sind, keinen Spaß. Die kommen dann zu mir.
Also da tauschen wir jetzt ganz, ganz eng aus. Und wir haben mittlerweile das auch so gemacht, dass wir sehr, sehr durchlässig sind. Das heißt, wenn ich ganz motivierte Musikerinnen und Musiker drin habe, die dürfen auch natürlich ins große Orchester. Andersrum kommen Orchester, kommen Musikerinnen und Musiker zu mir runter, weil es ihnen zu schwer ist im großen Orchester.
Oder die sagen, vor eigentlich würde ich ganz aufhören, weil ich schon älter bin, aber nö, bei dir spiele ich jetzt noch mit, ja. Und was wir auch gemacht haben, jetzt gerade schon zum zweiten Mal beim Konzert, dass wir ein Projektorchester von der ersten Erwachsenenbläserklasse gemeinsam mit dem Jugendorchester gemacht haben.
Wir hatten jetzt über 50 Musikredeln und Musiker auf der Bühne in dem Projektorchester. Es war für alle ganz, ganz klasse. Das heißt, wir haben Leute von acht, Kinder von acht bis 73-Jährigen auf der Bühne gehabt, die zusammen vier Stücke wirklich richtig klasse gespielt haben.
Wie ist das, wenn jetzt? Bleiben wir erstmal bei der Erwachsenenklasse. Was hast du ja gesagt? 18 und 73. Ist der 73-Jährige ein Wiedereinsteiger oder ein Neuling?
Neuling.
Okay, man sagt ja, im Alter lernt man langsamer. Wie ist das? Also fällt es wirklich ins Gewicht oder manchmal kann man ja doch viel mit Lebenserfahrung und so. Also man ist ja im Alter doch irgendwie auch anders mit seinem Körper und so. Also wie ist das?
Also der 73-Jährige ist tatsächlich total fitter. Aber ja, es ist tatsächlich so, dass sie am Anfang langsamer lernen, ja. Werden aber dann mit der Masse mitgezogen und das sind auch, die Älteren sind die, die eher mal so einen Tiefpunkt hatten und überlegt hatten, aufzuhören. Und nachdem sie dann durch den Tiefpunkt durch waren, sind sie dann auch dabei geblieben.
Also die, die aufgehört haben, haben nicht aufgehört, weil sie älter waren. Hauptsächlich aus Zeitgründen.
Wie motiviert man dann so jemanden mit 73, der dann sagt, boah, ich lerne das nicht so schnell wie die anderen. Ich halte euch nur auf.
Ja, das hat was mit Fingerspitzengefühl zu tun. Also zum einen spreche ich mit ihnen, dass es ganz normal ist, dass auch in einem großen Orchester, in einem Oberstufen-Orchester gibt es Leute, die brauchen einfach länger, um ein Stück irgendwo sich wirklich anzutrainieren und anzueignen. Weil auch da ist die mehr, dass die, also meine Bläserklassen Leute sagen, oh, die Profis vom großen Orchester.
Nee, das sind keine Profis, das sind klein wie du und ich, die brauchen auch ein bisschen länger. Und ich mache auch immer wieder einen Schritt zurück, ja. Also man muss fordern, darf aber nicht überfordern. Und wenn ich merke, oh, jetzt wird es schwierig, dann mache ich einen Abend, wo ich nur Dinge spiele, die wir schon lange können.
Um einfach die Leute wieder bei der Stange zu halten und wieder zu motivieren, eigentlich bin ich ja gar nicht so schlecht.
Was spielt hier das jetzt so literaturtechnisch im Moment, so nach drei Jahren? Nach drei Jahren spielen wir. Beziehungsweise jetzt fast schon vier.
Ja, also nach dreieinhalb Jahren. Wir spielen hauptsächlich Grade 2, zweieinhalb Stücke mittlerweile. Ja, also gutes Jugendorchesterniveau.
Und ist das Ziel, dass die dann irgendwann wirklich ins Stammorchester gehen oder sagt ihr, okay, wenn es ein Parallelorchester bleibt, dann ist das halt einfach so. Und dann wächst halt der Verein an sich. Das hat ja auch was für sich.
Ja, das ist eine ganz heikle Frage. Und da haben wir uns ganz, ganz eng abgestimmt mit der Vorstandschaft, also die beiden Dirigenten, die Dietmar, Hauptdirigent und ich, wie wir das denn haben wollen. Und Ziel ist, für alle das so zu machen, wie sie es denn haben wollen. Wir werden weiterhin eine Bläserglass, also wir nennen es Greenhorns, ein Greenhorns Orchester haben und werden es Hauptorchester haben.
Dietmar sagt ja, wir haben eins A und 1B. Weil dann haben wir die Chance, für jedes Niveau eines jeden Musikers das richtige Orchester zu bieten. Und wenn jemand super motiviert ist, ich habe jetzt gerade eine Flotistin, die seit einem Jahr dabei ist, die so Wiedereinsteigerin ist, für die war das super, jetzt wieder ein Jahr lang dieses Niveau zu spielen, die wird jetzt nach der Sommerpause ins große Orchester gehen.
Oder ein Klarinettist, der wieder angefangen hat, der ist jetzt auch schon im großen Orchester drin, ja. Um einfach, also natürlich darf jeder ins große Orchester, der das möchte. Aber du weißt selbst, wenn man halt, keine Ahnung, ein gutes Oberstufen-Konzert macht, dann können solche Leute schnell überfordert sein.
Und das wollen wir auf keinen Fall. Wir wollen, dass jeder das Niveau spielen kann oder in einem Orchester spielen, das das Niveau bietet, wofür er gerade tatsächlich auch gut genug ist. Um das nicht negativ ausdrücken zu wollen, bin gut genug.
Ja, klar. Weil das ist ja generell, je höher Klassiker man spielt, ist das ja generell eine Frage, wie integriere ich neue Menschen, die gerade was lernen. Sei es jetzt jung oder alt, das ist ja völlig egal. Aber das ist ja immer die spannende Frage, wie schaffe ich das.
Ja, aber weißt du, wenn man mal überlegt, wie wir angefangen haben, wir haben Jugendorchester gespielt, vier, fünf, sechs Jahre lang und wurden dann irgendwann integriert. Genauso ist es mit Erwachsenenplayserklassen. Wenn die vier, fünf, sechs Jahre spielen, können die natürlich damit spielen. Aber jetzt sind sie erstmal bei drei Jahren und haben jetzt dieses gute Jugendorchesterniveau erreicht.
Es ist wirklich relativ einfach, das von Erwachsenen auf Jugendorchester zu portieren oder umgekehrt. Einfach mal ein bisschen nachdenken, wie war das denn früher? Wann hat man als Kind angefangen und wann war man soweit, in einem großen Orchester mitzuspielen? Und da kommt es dann noch natürlich auch auf das Niveau des großen Orchesters an, ja.
Ob ich Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe habe, auch nochmal ein ganz großer Unterschied.
Ihr werdet ja wahrscheinlich dann auch andere Auftritte haben als jetzt nur ein Konzert, oder? Was spielt ihr so?
Wir haben jetzt eine Anfrage für ein Straßenfest in einem Ort, wo es keinen Musikverein mehr gibt, da machen wir jetzt die Eröffnung. Wir spielen Weihnachtsbike, wir haben jetzt eine Kurkliedige im Ort, da machen wir so eine Abendsmatine. Wir haben natürlich auf unseren eigenen Festen die Möglichkeit, uns vorzustellen.
Wir haben ein Curpike-Fest, auf dem wir spielen. Also wir haben so fünf, sechs gute Auftritte im Jahr, um uns auch zu zeigen.
Hat sich die Außenwirkung oder die Stellung des Vereins oder auch vor allen Dingen auch des Stammorchesters geändert, nachdem ihr ja jetzt auch eine andere Klientel mit abgreift beim Spielen? Also merkt man das irgendwie im Ort, dass da anders da drauf geblickt wird oder ist nicht so?
Ja, sag mal, wir hatten schon immer toll besuchte Konzerte. Mittlerweile sind sie extremst gut besucht. Also ich darf gar nicht sagen, wie viele Leute wir in den Saal gelassen haben.
Sag mal.
Zu viele. Okay.
Wie viele passen offiziell rein?
400. 400 passen offiziell rein.
Okay. Gut, dann denkt sich jetzt jeder den Rest, was da noch passiert ist. Niemals.
Genau, also wir haben tatsächlich gezählt und ich glaube, es waren genau 400.
Okay. Was für ein Zufall. Und ihr glaubt schon, dass das damit schon zu tun hat, dass ihr da jetzt plötzlich auch bei den Erwachsenen einen anderen Stellenwert habt.
Ja, und es kommt natürlich auch ein Publikum, das vorher nicht gekommen wäre, weil die halt jetzt plötzlich Bekannte haben, die da Musik machen und das auch mal sehen wollen. Boah, die haben so spät angefangen, das kann ja nichts sein. Und dann kommt er dahin und sind total überrascht, wie toll das klingt.
Ich habe es in der eigenen Familie, meine Schwägerin spielt mit und mein Bruder hat uns an Weihnachten gehört, als wir in Karlsruhe auf der Kaiserstraße spielen durften und sagt, dass er nie gedacht hat, wie toll das klingt.
Merkt ihr auch jetzt rückgekoppelt an den Anmeldungen von Kindern einen Unterschied?
Nee, das ist tatsächlich nicht so. Bei Kindern ist es einfach, wir müssen in der Schule, dritte, vierte Klasse, die Bläserklasse machen, weil wir haben nur eine Grundschule bei uns im Ort. Wenn die in weiterführenden Schulen sind, haben wir im Prinzip keinen Zugriff mehr auf die. Deswegen müssen wir das unbedingt mit den Bläserklassen in der Schule machen.
Und das funktioniert auch ganz gut.
Okay. Wir haben ja vorhin schon mal so ein bisschen das anreißen lassen, dass wir gesagt haben, okay, Erwachsene entscheiden sich bewusster dazu, bei Kindern ist das eher so eine, ja, wenn es in der Schule integriert ist, also bei uns ist das jetzt in der Schule so, die müssen sich entscheiden, gehen wir in die Blazerklasse, gehen wir in eine Gesangsklasse oder so.
Und da ist also es ist nicht ganz so frei. Muss man ganz ehrlich sagen, es ist nicht so, auch wenn sie alle motiviert sind, aber es ist nicht die freiste Entscheidung. Wenn du jetzt mal außen vorlässt, dass das für den Verein wichtig ist, sondern rein auf die Personenbezogen und rein auf das System und rein auf die Musik, findest du Erwachsenen Blaserklasten sinnvoller als Kinderbläsererglassen, weil das ja freier ist?
Ob das sinnvoller sind oder nicht, kann ich nicht sagen. Man muss auf jeden Fall das eine tun, ohne das andere zu lassen. Es ist ein tolles Add-on. Und man hat den riesen Vorteil natürlich auch nicht nur neue Musikerinnen und Musiker zu haben, sondern auch Helfer, was für so einen Verein auch extrem wichtig ist.
Deswegen habe ich schon gemeint, der Verein wächst ja dann auch an sich, was ja nicht schlecht ist, ja.
Ja, natürlich, ja klar. Aber ich finde Kindergläserklassen fast noch wichtiger. Weil einfach, auch wenn sie müssen, aber sie werden trotzdem erstmal an ein Instrument, an eine Musik rangeführt. Erwachsene machen das ja ganz, ganz von sich und ganz bewusst, weil sie es wollen. Kinder müssen vielleicht rangeführt werden.
Deswegen glaube ich, in Ticken sind Kinderbläseklassen wichtiger.
Okay. Welche Tipps würdest du jetzt so noch mitgeben? Du hast vorhin schon gesagt, okay, nimmt am besten jemanden, der Menschen mitnehmen kann, begeistern kann. Welche Tipps hast du jetzt noch für alle, die da draußen jetzt zu ihnen und sagen, ja, Erwachsenenbläseglassen? Habe ich schon mal gehört, haben wir aber so nie dran getraut.
Also der erste Tipp, den ich habe, ist, eine Erwachsenebläserklasse zu gründen, um den Verein zu retten, weil es vielleicht zu wenig Musikerinnen und Musiker sind. Da braucht man ganz langen Atem. Also es ist nicht so, dass man eine Erwachsenenbläserklasse gründen sollte, um so schnell wie möglich ins große Orchester integrieren, das Ganze integrieren zu lassen, sondern die Gruppendynamik innerhalb dieser erwachsenen Bläserklasse ist extrem wichtig und die sollten wir auch tatsächlich so lange wie möglich aufrechterhalten.
Den Tipp würde ich auf jeden Fall weitergeben. Den zweiten Tipp, versucht natürlich, so viel wie möglich Wiedereinsteiger dabei zu haben, weil das musikalische Niveau viel, viel schneller hebt.
Dazu habe ich noch eine Frage. Hast du die Wiedereinsteiger explizit nochmal angesprochen oder kamen die von sich aus nachdem, die gehört haben, ah, da läuft was?
Wir haben bei unserer Werbung ganz explizit reingeschrieben, wer denn die Zielgruppe ist. Und die Zielgruppe sind Menschen, die noch nie gespielt haben, die Zielgruppe sind Musikerinnen und Musiker, die was Neues lernen wollen und natürlich auch Wiedereinsteiger.
Aber du bist jetzt nicht explizit durch den Ort gelaufen und hast gesagt, okay, den kenne ich, den kenne ich nicht. Okay.
Nein, überhaupt nicht.
Okay. Sonst noch einen Tipp?
Ja, wichtig ist, einen Gesamtverantwortlichen zu haben, der tatsächlich das Ganze koordiniert. Und das Weitere ist, ich habe es nur von einem Gesamtpaket gesprochen. Das geht bei der Werbung los. Hört dann irgendwo auf, sich Gedanken zu machen, wie integriere ich das Ganze ins Orchester. Oder in den Verein, nicht ins Orchester, in den Verein.
Am Anfang war uns das nicht so klar, dass wir jetzt insgesamt 190 Musikerinnen und Musiker haben mit den Pläserklassen in der Schule zusammen. Aber die einen kennen die anderen nicht. Also man sollte tatsächlich irgendwo auch ein Grillfest oder irgendwelche Events machen, wo die auch zusammenkommen. Wir machen jetzt, haben vor, jetzt im Juli ein Open-Air-Konzert zu machen und da würfeln wir die unterschiedlichsten Orchester nochmal zusammen.
Da kommt die Bläserklasse von vor dreieinhalb Jahren mit dem großen Orchester zusammen, dann die neue Bläserklasse mit den Bläserklassen aus der Schule und und und, damit sich die Musikerinnen und Musiker auch tatsächlich integriert fühlen im Verein. Das soll nicht der Verein im Verein sein, sondern das soll tatsächlich so ein Gesamterlebnis für alle werden und ein Gesamtverein werden.
Ja, das hört sich sehr gut an. Es scheint so, dass ihr generell sehr ganzheitlich denkt.
Ja. Ja, das sind die Abstimmungen zwischen den Dirigenten auch wichtig, ja. Dass man da in die gleiche Richtung auch geht. Und dadurch, dass eben der Dietmar Schulze das große Orchester seit über 30 Jahren dirigiert und auch die Bläserklassen für die Kinder macht, sind wir da in ganz, ganz enger Abstimmung.
Das ist natürlich ein Vorteil, wenn der Dirigent des Stammorchesters auch bei den Kleinen irgendwie noch fertig ist. Das heißt, Sperrte, der Übergang ist auch nicht so ungewohnt, weil zumindest die Hauptperson kennt man ja schon.
Genau.
Ralf, das hört sich alles total toll an. Wann startet die nächste Bläserklasse?
Das wurde ich auch schon gefragt tatsächlich, aber ich bin jetzt tatsächlich 61 und bin am überlegen, ob ich mir es nochmal anschue. Wirklich ganz, ganz viel Arbeit dahinter. Und ich habe es jetzt Gott sei Dank auf einen Abend gekriegt, einen zweiten Abend könnte ich nicht, weil sonst müsste ich aufhören, selbst zu spielen und das will ich auf keinen Fall.
Das kann ich gut verstehen.
Aber vielleicht macht ja jemanden von unseren Jungen. Wir haben ein paar richtig, richtig gute junge Leute und unterstütze ich natürlich auch super gern.
Okay. Wenn jetzt jemand Fragen nochmal dazu hätte, dürfte er dich anschreiben.
Ja klar, überhaupt kein Thema, gerne ja. Ich bin auch schon mal gefragt worden, ob ich irgendwo in Verbandsversammlung einen kleinen Vortrag halte oder sowas. Gar kein Thema. Ich freue mich über jeden und jede, die anfängt, Blasmusik zu machen.
Egal wo. So soll es sein. Deswegen gibt es auch das Format hier, dass wir einfach mehr vorstellen, was in Verein geht. Wir haben, glaube ich, alles Wichtige gesagt oder gibt es irgendwas, was wir noch nicht angerissen haben? Nee, oder?
Nein, nein. Ich glaube, wir haben ziemlich viel gesprochen.
Nee, das ist alles gut. Also Ralf, vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, das hier so vorzustellen. Ich finde es ganz klasse, wenn ich, vor allen Dingen, wenn ich die Zahlen höre, bin ich ein bisschen neidisch. Bin ich ganz ehrlich. Klingt nach einem ganz, ganz tollen Verein.
Sind wir auch. Und ande, dir vielen herzlichen Dank, dass wir uns hier vorstellen durften. Gerne, gerne.
Das war Ralf Wittmann bei Auf einen Kaffee mit. Und wenn ihr euch fragt, wie ihr hier mal Gast sein könnt, das ist ganz einfach. Schreibt mich gerne an unter blasmusikpodcast.gmx.de oder auch gerne auf Instagram und dann schauen wir, welchen Termin wir ausmachen. Und dann seid ihr schon mein Gast und könnt euren Verein, eure Idee, euer Problem oder auch sonstige Team hier mit mir besprechen.
Ich wünsche euch eine wunderschöne Sommerzeit und freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid. Macht's gut, euer Andi.