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OstwestFälle - der True-Crime-Podcast der Neuen Westfälischen

Der Fall Balsam: Milliardenbetrug mit Schere und Kleber fliegt auf

Donnerstag, 26. Februar 2026 · 1 h 01

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Shownotes

Diese „OstwestFälle“-Folge wurde als Live-Event am 16. Dezember 2025 aufgenommen.
Ein anonymer Brief mit einem Schlüssel für ein Schließfach am Bielefelder Hauptbahnhof sorgt bei der Staatsanwaltschaft im November 1992 für Aufsehen. Der Absender verspricht „vertrauliche Informationen“ – und erhebt zugleich schwere Vorwürfe gegen den Vorstand der Balsam AG. In dem Schreiben ist von einer „kriminellen Vereinigung“ die Rede, zudem von Wirtschaftsbetrug in Milliardenhöhe.

Diese „OstwestFälle“-Folge wurde als Live-Event am 16. Dezember 2025 aufgenommen.

Ostwestfälle S4 | E24 (Teil 1) Der Fall Balsam: Milliardenbetrug mit Schere und Kleber fliegt auf

Gäste: HK-Redaktionsleitung Nicole Donath, stellvertretender NW-Chefredakteur Martin Fröhlich, Ex-Balsam-Buchhalter Rudi Deike, Anwalt Holger Rostek und Steinhagens Alt-Bürgermeister Klaus Besser.
Redaktion: Nicole Donath
Gestaltung: OWL Digital 

Mehr zur Serie “OWL-Crime” findet ihr auf unserer Themenseite.

Habt ihr Anregungen oder Kritik? Schreibt uns gerne unter podcast@nw.de

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Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin

Hallo liebe Ostersfälle-Fans, am sechzehnten Dezember-Zweitersohn-Zwanzig waren wir mit unserem True-Crime-Podcast live auf der großen Bühne im Spiegezelt in Bielefeld. Thema die Balsamaffäre, ein wahrer Wirtschaftskrimi. Nicole Donath, Redaktionsleiterin des Haller Kreisplatz, hat sich an dem Abend mit drei Zeitzeugen über den Milliardenbetrug unterhalten.

Unterstützung bekam sie dabei vom stellvertretenden MW-Chef-Redakteur Martin Fröhlich. Im Folgenden hört ihr einen Mitsnitt der Veranstaltung. Die für Sie bestimmten vertraulichen Informationen aus dem Schließfach im Bahnhof Bielefeld mittels beiliegendem Schlüssel. Bei Terrorbanken von links oder rechts bildet der Vorstand der Balsam AG meines Erachtens eine kriminelle Vereinigung.

Wie bei den Terroristen ist auch dies nur möglich, weil es Helfer, Mitwisser, Oberflächliche, Gleichgütige und Dumme gibt. Die Größenordnung erscheint kaum glaubhaft. Alleine die Betrugs, Luft, Doppel- und Dreifachgeschäfte, mit denen an die Porcedo verkraften Aufträge erreichen in den letzten Jahren weit mehr als eine Milliarde, wahrscheinlich mehr als zwei Milliarden D-Mark.

Auch die sonstigen Schäden durch Steuerhinterziehung, Kartellabsprachen etc. gehen in die Zieg-Millionen-Dema. Das ist vor körperlichen Angriffen, ist man nicht sicher. Dies darf so nicht weitergehen. ACDC und Hells Bells haben schon mal den Ton für unseren gemeinsamen Abend gesetzt. Aber zunächst schauen wir einmal gerade, wo wir hier mit unserer Zeitreise eigentlich gelandet sind.

Es war am dreißigsten November, dass diese anonyme Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Bielefeld einging. Und diesen Umschlag lag damals noch ein kleiner Schlüssel bei. Dieser Schlüssel wiederum, der führte zu einem Schließfach im Bielefelder Hauptbahnhof. Und die Polizei hatte damals den Auftrag bekommen, diese Schließfach zu öffnen.

Da dachte man sich in der Rohrteichstraße wahrscheinlich auch sicher als sicher. Jedenfalls den großen Aktenordner, den man damals entnahm und die ganzen Anlagen, die gingen wiederum zurück zur Staatsanwaltschaft. Und was dann alles geschah, das ist tatsächlich an Dramatik kaum mehr zu überbieten. Heute wissen wir, dass wir es mit einem der schwersten und spektakulärsten Wirtschafts- Kriminalitätsfälle in der Geschichte der Bundesrepublik zu tun haben.

Aber der Fall war eben nicht nur ein Finanzkandal. Er war obendrein auch ein ausgewachsener Justizkandal. Der wiederum trug am Ende maßgeblich dazu bei, dass sich die politischen Verhältnisse in Nordrhein-Westfalen nachhaltig verändern. Der Fall steht dafür, dass wir ein kollektives Versagen von Kontrollgremien und Aufsichtsräten haben.

Man wird immer an einen ganz bestimmten Kriminalhauptkommissar denken, der maximal ehrgeizig und allen Widerständen zum Trotz ermittelt hat. Der Grenzenüberschritt, das gehört zur Wahrheit auch dazu, der aber am Ende wesentlich dafür verantwortlich zeichnete, dass diese ganze Nummer überhaupt vor Gericht landete.

Und dann gab es noch einen Hauptangeklagten, der gerade erst einen total kurios durchgeführten Milliardenbetrug gestanden hatte, um es dann echt zu wagen, während des laufenden Verfahrens eine neue Firma zu gründen. Wieder Geld einzusammeln, knapp zwei Millionen. Dieses Geld bin weniger Monate wieder verzockte, um dann den Rest des Kontos abzuräumen und eine Flucht rund um den ganzen Erdball startete.

Die Rede ist von dem einstigen Steinhagener Sportbodenhersteller Beilsam AG. Die Urteile sind längst gesprochen, die Haftstrafen sind längst verblüßt und trotzdem gibt es immer wieder Verbindungen in die Gegenwart und sei es, dass man im Haller Stuhlzentrum ist und eigentlich ein bisschen Deko für heute Abend sucht und plötzlich auf alte Hürden stößt, wo der Schriftzug Beilsam drauf ist.

Ja, und über all das wollen wir heute Abend sprechen in unserem True Crime Podcast Ost-Westfälle sozusagen als Sonderedition, denn wir spielen zum mittlerweile dritten Mal live hier im Ravensberger Park, hier in diesem wunderschönen Spiegelzelt. und in diesem Sinne, guten Abend und herzlich willkommen.

Unterstützung bekomme ich heute Abend von meinem Kollegen Martin Fröhlich, er ist stellvertretender Chefredakteur der neuen Westfälischen. Herzlich willkommen auch von mir in dieser beeindruckenden Stätte hier. Ich bin hier zum ersten Mal auf der Bühne und muss sagen, ich bin wirklich nachhaltig beeindruckt.

Ich hoffe, es geht Ihnen auch so zumindest all den, die zum ersten Mal hier sind. Gestern Abend gab es hier den Armenia Legendenabend. Legender geht es auch heute zu, aber auf ganz andere Weise eine legendäres Stück Wirtschaftskriminalität. Sie haben das gerade schon gehört. Wir werden heute Abend den Kopf schütteln.

Die Stirnrunzeln, die Kindlade wird uns an einigen Stellen runterklappen und manches ist auch amüsant. Allerdings war das vor dreißig Jahren für die Beteiligten und Betroffenen überhaupt nicht lustig und amüsant. Vier davon sind heute mit mir auf der Bühne. Wir werden nachher sehen, dass auch Nicole in diese Rolle gehört und was wir zu hören kriegen wird uns bewegen und ich bin gespannt.

Ja, mein Name ist Nicole Donat, ich bin Redaktionsleiterin beim Haller Kreisplatz und ich war rund um die Zeit, in der Lokale Redaktion in Steinhagen tätig, also genau in dem Ort, wo die Balsam AG ihren Hauptsitz hatte und genau zu der Zeit, wo der Finanzkandal öffentlich wurde. So facettenreich wie dieser Fall ist, könnte jetzt ja ein oder andere auf die Idee kommen, dass wir echt Weihnachten noch hier sitzen und ohne Spaß Alleine wenn ich hier diese alte Anschageschrift angucke, ... ... eine Million Geschichten drin.

Aber wir geben Gas, ... ... wir pressen alles an wichtigen Geschichten ... ... in diesen heutigen Abend rein. Also wir hatten ja erst vor, die ... ... zu verlesen, aber ... ... da hieß es dann, das ist ... ... mit der Sperrstunde nicht. Wir haben noch mal was vorbereitet. Das zeigen wir Ihnen gleich.

Wir haben aber auch ganz tolle Gäste auf der Bühne. Begrüßen Sie mit uns Steinhagens Altbürgermeister Klaus Besser. Dr. Holger Rostec, Strafverteidiger in Bielefeld. Und er hat damals den Balsamfinanzchef Klaus Schlinpram gehabt. Und Gudi Deike. Er hat fast zehn Jahre in der Balsam AG gearbeitet. Dann haben wir noch zwei ultimative Balsam-Experten hier im Publikum.

Das ist zum einen Jena Oberstaatsanwalt, der seinerzeit den Balsam-Vorstand hat verhaften lassen und der vier Balsam-Manager und drei Prozedominager angeklagt hat. Herzlich willkommen Heinrich Rempe. Jena, ja, man kann wirklich fast sagen, legendäre Kriminalhauptkommissar für den Balsam tatsächlich der Fall seines Lebens war.

Herzlich willkommen, Karl-Heinz Wallmeier. Und wie das Leben manchmal so spielt, wird man überrascht, wer dann wirklich alles da ist. Wir haben unter anderem auch noch hier einen der Richter, die das Urteil geschrieben haben. Wir haben jemanden hier damals im Bankensektor gearbeitet hat und auch betroffen war vom Walsamskandal.

Und ich weiß, dass auch der eine oder andere oder die eine oder andere Mitarbeiterin oder Mitarbeiter von Balsam hier ist. Also das Wissen um die Bühne herum ist wahrscheinlich mindestens so groß wie das Wissen auf der Bühne. Herr Deike, starten wir mit Ihnen. Wir alle hatten auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Fall Balsam zu tun.

Sie haben uns etwas voraus, denn Sie stammen sozusagen aus dem Inner Circle. Sie haben bei der Balsam AG gearbeitet, fast zehn Jahre lang und noch dazu in dieser Schlüsselabteilung Buchhaltung. Erzählen Sie uns ein bisschen, wie Sie Mitte der achtziger Jahre zu Baldram gekommen sind und wie sie das Unternehmen damals so wahrgenommen haben.

Also ich habe vorher in Gütersburg gearbeitet und dann über einen Bekannten erfahren, dass bei Baldram ein weiterer Buch halt angesucht wird und habe mich leider beworben, habe die Stelle bekommen. Und da für mich insofern ideal, das waren keine fünf Minuten sonst zu Hause entfernt und Arbeitsstelle direkt vor.

der Hausführer war ja nochmal ideal. Außerdem haben bei Waldsam damals sehr, sehr viele Steinehagen da und auch im Sportverein tätige Leute gearbeitet, die man so schon kannte. Von daher war das eigentlich alles okay. Zu der Schüsselposition Buchhaltung muss ich leider nichts mehr sagen. Kommen wir gleich noch zu.

Ja gut, dann schmal ich wieder für später aus. Herr Bessar, Sie sind damals noch nicht Bürgermeister von Steinhang gewesen, aber Sie waren trotzdem schon politisch aktiv. Sie saßen für die SPD im Gemeindenrat. Ein paar Termine hatten wir bei Balsam auch zusammen, wenn irgendwelche Pressekonferenzen abgehalten wurden.

Wie war Ihr Bild von Balsam? Also ich bin in den Rath in den Rath gekommen und war in der Wahlperiode von neunzartneunzig bis neunzartvierneunzig Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion. Und damit auch Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss. Und dann hat man natürlich Informationen bekommen, jetzt nicht konkret, weil die Steuereinnahmen die Balsam erbrachte, sondern zum Beispiel war uns klar, das ist ein bedeutsames Unternehmen.

Das gehört bei den Gewerbesteuerzahlern vielleicht nicht zu den Top drei, aber zu den Top zehn, die man in Steinhagen hatte. Natürlich ein bedeutender Arbeitgeber, das war klar. Aber ansonsten waren die Kontakte zur Balsam AG für mich persönlich jetzt eher begrenzt. Ich kann mich überhaupt nur an eine persönliche Begegnung mit Friedl Balsam erinnern, als der Kunstrasenplatz im Kronzwachstadion eingeweiht wurde.

Den hatte die Balsam AG gebaut, auch so ein bisschen als Musterplatz, um das Kunden und anderen Sportvereinen zu zeigen, Kommunen zu zeigen. Und als er eingeweiht wurde, war Friedl Balsam an der Würstchenbude. Ich habe mich ihm vorgestellt, ein ganz normaler Mensch, normal gekleidet, normale Sprache.

Der wusste sicherlich nicht, wer ich war. Und das ist die einzige persönliche Begegnung, an die ich mich überhaupt erinnern kann. Ja, Rosteck, Ihre große Stunde schlug spätestens im Juni, wir hatten Sie vorher schon mit Balsam Kontakt? Nein, ich hatte keinen Kontakt, bis dahin. Heute wissen wir, dass das Unternehmen Mitte der nineteenhundertachtziger Jahre praktisch konkursreif war.

Also im Prinzip zu der Zeit, wo sie zu Balsam gekommen sind. Das werden sie in dem Moment noch nicht geahnt haben. Das Bild war definitiv ein anderes. Wir werfen einmal einen kurzen Blick zurück, wie sich die Firma nach ihrer Gründung entwickelt hatte. einer Schreitmaschine und gelehrenden siebentausend D-Mark.

Seine Geschäftsidee war es, die Laufbahnen von Sportplätzen mit roter Schlacke von den Zechenhalden zu belegen. Schon Anfang der Neunzehnhundersiebzigerjahre hatte die aufstrebende Firma erste Kunststoffbelege für Laufbahnen und Sporthallen entwickelt. Zehn Jahre später kamen verschiedene Arten von Kunstrasen für die Spielfelder hinzu und bald war balsam überall im Geschäft.

Ob bei den Olympischen Spielen in Barcelona, bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Stuttgart, bei Tennis-Turnieren, Baseball-Events im amerikanischen Houston, überall traten Weltklasse-Sportlerinnen und Sportler auf Böden an, die von Balsam entwickelt und produziert worden waren. Der Slogan des Unternehmens, wir bereiten dem Sport den Boden.

Doch das reichte Friedl Balsam nicht, er wollte ein Monopol im Sportstettenbau. In der Folge unterbot er seine Mitbewerber bei Ausschreibungen mit Dumpingpreisen, kaufte sie schließlich auf und verlor dabei komplett die Kosten aus dem Blick. Heute wissen wir, dass die Balsam AG bereits Mitte der neunzehnhundertachtiger Jahre praktisch konkursreif war.

Aber diesen Schritt mochten die Verantwortlichen bei Balsam nicht gehen. Schließlich wollten sie nicht auf ihre gigantischen Gehälter verzichten. Wie aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Bielefeld hervorgeht, bezog der damalige Finanzchef Klaus Schlinkamp, in den letzten Jahren ein Bruttoeinkommen bestehend aus Gehalt, Tantirmen und Provisionen, in Höhe von fünfhundertvierzichttausend D-Mark.

In den letzten Jahren waren es schon achthundertvierzichttausend, In two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, in two months, Ja, das sind mal akkuratische Ausgätern.

Ja, und wir sehen schon, irgendwann brach das Kartenhaus dann doch in sich zusammen. und dann kam der einund dreißigste Mai, Das ZDF berichtet es in seiner Sendung frontal über deutsche Edelkriminelle, die sich mit frisierten Sicherheitsunterlagen und teilweise erfundenen Auslandsprojekten Milliardenkredite verschafft haben sollten.

Der Name Balsam fiel nicht, aber die Keywords Sportbodenhersteller OWL und das Balsamlogo waren zu sehen. Derbesser, haben Sie die Sendung damals gesehen? Nein, habe ich nicht gesehen. Meine Kinder waren fünf und sieben Jahre alt, also um die Zeit haben wir die ins Bett gebracht, damit die morgens in den Kindergarten konnten bzw.

der Große zur Schule. Nein, habe ich nicht gesehen. Ich habe nachher dann natürlich Träler gesehen bei Dokumentationen oder so, aber an dem Abend nicht. Sie vermasseln mir gerade meine Nachfolgensfrage. War nicht meine Absicht. Dann frage ich doch mal dich, Nikol, hast du die Sendung dann gesehen und habt ihr morgens in der Redaktion begriffen, was da los war?

Also ich hatte die Sendung damals gesehen, wir fehlten allerdings zwei Minuten. Und ich kann mich noch daran erinnern, da saß ein unkenntlich gemachter Mann, der mit verstellter Stimme darüber berichtete, wie ein Unternehmen Kredite erschwindelt hatte. Tatsächlich wurde es am nächsten Morgen spannend.

Ich kam in die Redaktion und zwei Kollegen standen da schon auf dem Flur und hatten die ganze Sendung gesehen und die waren sich bereits darüber einig. Es kann sich nur umweilsam handeln. Jetzt warst du damals eine Es ist ja ein junger Journalist am Anfang deiner Laufbahn, es gibt den, der Vergleich hängt etwas, ich gebe das zu, aber es gibt den großen Watergate-Fall, der für Bob Woodward und Karl Bernstein, der Fall ihres Lebensfalles, diese Höhe haben sie auch nie wieder erreicht.

Ganz runtergebrochen auf das kleine UVL ist balsam in deinem Leben der Watergate. Ich sag mal so. Also das kleine Haller Kreisblatt hat Beiser nicht zu Fall gebracht. Trotzdem natürlich diesen Fall begleiten zu dürfen und gleich zu Beginn der beruflichen Laufbahn dabei sein zu dürfen, gerade weil dieser Fall so unfassbar facettenreich ist, wie wir im Laufe des Abends noch sehen.

Das war schon außergewöhnlich. Und diesen Fall dienen habe ich auch so nie wieder erlebt einfach. Wie schwierig war denn die Recherche? oder besser gesagt, wo habt ihr angefangen? Die Recherche war sehr schwierig, denn wir hatten ja nichts. Also im Normalfall hätte man sich jetzt noch mal hingesetzt heutzutage und hätte gesagt, so, wir gucken uns diesen Beitrag noch mal in der Mediathek an.

Wir hätten bestimmt einmal durchs Netz durchgeguckt, durch ein Unternehmensregister geschaut. Wir hätten vielleicht eine Webseite von Balsam angeguckt, um mal gerade zu sehen. Wo haben die ihre Standorte, wie viel Mitarbeiter haben die, wie hoch sind die Umsätze und, und, und? Das hatten wir tatsächlich nicht.

Also wir hatten ein Telefon und ein Fax und eine Mediathek hatten wir nicht. Das heißt, wir haben uns zusammengesetzt und mal kurz überlegt, wer hat da eigentlich am Vorabend was verstanden? Wir kannten auch Bekannte, die bei Balsam gearbeitet hatten. Heute würdest du jetzt gerade irgendwie per WhatsApp oder so antickern.

Das ging ja auch nicht. Du konntest ins Telefonbuch von Halle gucken und fandst auf vierstellige Telefonnummern von den Leuten zu Hause. Du wusstest, dass du die Dienstagsabend um halb neun im See treffen kannst in Werther, in unserer Stammkneipe damals. Aber wie wir die Tagsüber erreichen sollten, wussten wir nicht.

Wir haben es trotzdem mal balsam probiert. Herr Deike, Sie werden sich noch erinnern können. An dem Tag, da war kein Durchkommen. Wir haben dann mittags mal mit der neuen Westfälischen telefoniert. Da war denn mittlerweile in der Chefredaktion die Entscheidung gefallen, dass man Balsam mit den Vorwürfen konfrontieren würde.

Eine Anfrage per Fax übrigens. Und ja, für den Donnerstag, für den Folgetag darauf wurde dann auf der Politikseite eins auf der Titelseite berichtet, der Jurist im Vorstand bei Balsam, die immer Ort liebt. Der verfies damals alle Vorwürfe noch ins Reich der Fabeln und sagte, da ist überhaupt nichts dran.

Das ist ein geschasster Mitarbeiter, der auf dem Rachefeldzug ist. Das war so der Augenblick. Für alle kurz ein Einschub, die da mit der ostwestfälischen Zeitungslandschaft nicht intimst vertraut sind. Damals waren das Halla Kreisblatt und die Neue Westfälische noch zwei getrennte Firmen, die aber eng zusammengearbeitet haben.

Moment, Moment. Es sind immer noch zwei getroffen. Sie sind aber jetzt verheiratet. Wir sind eine Tochter, eine hundertprozentige Tochter. Das ist auch gut so. Aber damals war das noch ein anderer. Ja, weiß ich gar nicht. Aber auf jeden Fall, wir hatten damals schon den Mantel von der NW übernommen und von daher gab es da halt eine sehr enge Zusammenarbeit.

So, jetzt versuchen wir das, was wir gerade erfolglos bei Herrn Besser versucht haben bei Herrn Daike. Haben Sie den Beitrag gesehen? Ich habe den Beitrag auch nicht gesehen. Oh, Leute! Wahrscheinlich war ich den Arm wieder zu sportlich unterwegs, aber den Beitrag habe ich nicht gesehen. Am nächsten Tag ist es leicht.

darüber diskutiert worden, weil es haben meines Erachtens damals von uns, zumindest von meinen engeren Mitarbeitern, eigentlich die wenigsten gesehen. Wir haben es dann nur am nächsten Tag vor dem Herrn sagen, irgendwo mitbekommen. Aber geglaubt haben wir das zu dem Zeitpunkt alle absolut nicht. Herr Rostec, dritte Versuch.

Bei mir war das anders. Ja, danke. Ich habe diese Sendung immer gerne gesehen und ich sehe es auch heute noch. weil es doch ganz gute Informationen sind. Und da denkt man natürlich, jetzt kommt wieder ein großer Fall, vielleicht melden Sie sich. Und in der Tat kommt in den nächsten Tagen einen Anruf von Dietmar Ottlieb, ein Klassenkamerad von mir aus Esslingen am Neckar.

wo wir gemeinsam das Abitur gemacht haben. Ich habe ihn mal bei tausend Metern überholt, hat er sich geärgert. Aber ich war damals auch schon ... ... und jetzt überheblich zu werden, nicht ganz unbekannt als Strafverteidiger. Und was hat er gesagt? Hallo Holger, wir haben ein Problem? Ja, komm mal vorbei.

Ja, und dann bin ich hin. Also uns, er hat ja noch erzählt, da ist nix dran und sie hat ja schon längst angerufen und hat gesagt, ah! Ja, muss er ja, ist ja Vorsorge, ist ja richtig. Ja, und dann bin ich da hingefahren, haben wir uns kurz unterhalten und ja, da mache ich jetzt erst mal ein Kalt. Genau.

Spannungsbogen. Dann machen wir tatsächlich auch noch einen kleinen Einschub hier, damit wir einmal alle auf dem gleichen Stand sind und verstehen, was den Verantwortlichen der Balsam AG eigentlich genau vorgeworfen wurde, welchen Betrug sie begangen haben sollten und wie das Prinzip des Factorings funktioniert.

Das ist einmal hier zu sehen. Die Balsammanager lesen sich Projekte über den Finanzanbieter Procedo in Wiesbaden vorfinanzieren. Dazu reichte die Balsam AG Rechnung nach Wiesbaden weiter. Wenige Tage später über Wies Procedo den vollen Auftragswert abzüglich einer Provision nach Steinhagen. Und nach neunzig bis hundertzwanzig Tagen, wenn der Kunde seine Rechnung beglichen hatte, zahlte Balsam das Geld an Procedo zurück.

Waren es anfangs noch echte Rechnungen, wurden diese bald darauf manipuliert. Schlinkamp fälschte die Beträge ganz simpel mit Schere und Klebstoff, denn sowohl der Prozedo als auch den refinanzierenden Banken reichten einfache Kopien, sie wurden einfach per Fax versendet. Aus dreihundertfünfzig tausend D-Mark wurden somit plötzlich eins, dreifünf Millionen D-Mark.

Dann ging Schlinkamp noch einen Schritt weiter und schickte Rechnungen über komplett erfundene Auslandsprojekte. Selbst für erfundene Auftragsbestätigungen wurden ihm Kredite gewährt. Das Geld, das sich balsam so erschlich, wurde in hohes Kante die Wiesentermingeschäfte gesteckt. Mit den Erträgen sollten die Finanzlöcher bei balsam gestopft werden.

Meistens konnte Schlinkam dann aus deren Gewinn die Prozedo-Dalien zurückzahlen. Mitte der neunzehnhundertachtiger Jahre stiegen die Umsätze die balsam über Prozedo-Abrechnete steil an. Dabei wurden die Summen immer unrealistischer. Ein Auftrag aus dem französischen Rich Vilaire. der den Steinhagnern etwa sechzigtausend D-Mark einbrachte, wurde bei Prozedo gar mit drei Komma vier Millionen abgerechnet.

Dabei hätten die Wiesbadener die immer größer werdende Kluft zwischen Schein und Sein durchaus bemerken können. So rechnete Beilsamen beispielsweise im Jahr nineteen Hundert Fünfund Achtzig fast zweihundert vier Millionen Mark über Prozedo ab. Die testierten Bilanzen von Balsam wiesen im vergleichbaren Zeitraum aber nur einen Umsatz von etwa seventy- acht Millionen Mark aus.

Als die Staatsanwaltschaft Bielefeld schließlich Anklage erhob, war den fünfundvierzig refinanzierenden Banken ein Schaden von eins, sieben Milliarden D-Mark entstanden. Herr Rostec, jetzt kamen sie in die Balsam AG und da saß dann Herr Schlinkamp und hatte Ein kleines Flasche in Uho vor sich und ein Faxgerät und eine Schere und hat gesagt, erklär ich dir mal, wie es war oder wie muss man sich das vorstellen?

Nee, das läuft ein bisschen anders. Tatsächlich. Man muss ja erst mal gucken, was ist das für eine Truppe? Wen verteidige ich? Ich kann ja nur einen verteidigen. Und Sie wollten Sie alle? Ja, da ging es hier nun her, so nicht sollte ich ballsam. habe ich mich mit Schienenkampen unterhalten und dann haben wir uns zurückgezogen.

War das noch im Gebäude der balsam AG? Nein, das war dann später. Und dann mit Herrn Schienenkamp zusammen getroffen und haben mich informieren lassen. Und da war klar Schritt nach vorne, dass es sowieso zusammengebrochen jetzt zu retten, was zu retten ist. wenigstens den Mandanten, dass der bestimmte Vorteiler hat.

Haben Sie sofort die Dimensionen verstanden, um was es hier geht? Den Sachverhalt, das war relativ einfach, wenn Sie einen Geständigen angeklachten oder damals beschuldigten haben, ist das einfach. Schwierig ist, wenn einmal. Die Wahrheit nicht erzählt, da muss man bohren. Hier war ganz, und der war so offen, man hat das auch so klar geschildert.

Da brauchte ich in dem Moment überhaupt gar keine Informationen. Für Sie hat das ja im zusätzlichen Auftrag einen Mandat bedeutet. Für Sie war die Krise, als die Firma zusammenbrachten, ein ganz anderes Thema. Sie durften plötzlich nicht mehr an ihren Arbeitsplatz. Ja. Wie haben Sie das erlebt? Wir waren an dem Tag, als das... von der Polizei dichtgemacht wurde, sehr geschockt gewesen, weil wir am morgens eigentlich zur Arbeit wollten und wir wussten, dass irgendwas war und kamen wir aufs Betriebsgelände.

Das war zunächst, dann haben wir uns also erst mal eine gewisse Zeit drauf nicht stehen lassen und anschließend wurden wir dann mit der Auflassung reingebähnt. und wir möchten wieder reingehen, nicht zum Arbeitsplatz, sondern bitte direkt in die Kantine und da warten wir bis wir weitere Informationen erhalten, worum es überhaupt geht.

Und da haben wir dann erst mal einen halben Tag gesessen und gewartet, was überhaupt los war. Und es war schon sehr chaotisch und sehr deprimierend. Aber hatten Sie schon eine Ahnung, wie dramatisch es noch wird? Es wurde dann am Rande erzählt, dass es eben um diesen Betrug geht. Aber ich muss fairerweise sagen, selbst zu dem Zeitpunkt vorstellen, konnten es uns eigentlich noch nicht.

Wir hatten uns tatsächlich auch mal getroffen in der Zeit. Das habe ich auch noch in Erinnerung, dass sie damals gesagt hatten, nee, ich hoffe, das geht alles noch gut aus. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass was daran ist. Wo wir eben ein bisschen drüber gefrotzelt hatten, da würde ich gerne noch mal gerade darauf eingehen.

Sie waren ja nun wirklich in der Buchhaltung beschäftigt. Wie muss man sich das vorstellen? Hatten Sie die ganze Zeit überregistriert, wie schlecht es um die Firma stand und auch vielleicht irgendwann mal darauf hingewiesen oder konnte der Vorstand in gegenüber verschleiern? Wie schlecht es eigentlich aussieht und woher ständig frisches Geld kommt?

Der Vorstand brauchte uns nichts zu verschleiern, weil es ist ja nur so, dass in größeren Unternehmen, ich bin Buchhalter, aber ein Unternehmen, so wie selbst, wie bald, das sind zwanzig, zwanzig Buchhalter. Da gibt es Buchhalte, die sind für Lieferanten zuständig, für Kunden zuständig. Wir hatten bei uns, wir waren im Prinzip nur für Deutschland zuständig, für Lieferanten und Kunden und führten dann für die Mitarbeiter die Bargeldkasse quasi für Reisekostenabrechnung und und und.

Alles was zusätzlich war, ist im Prinzip eine Italische über uns abgewickelt worden, also diese Hauptfinanzbuchhaltung und so. Mit der hatten wir hier selbst eigentlich nichts zu tun. Was ja auch Gutes, ne? Im Nachhinein ja. Herr Besser, wie hat die Politik die ersten Tage erlebt? Ich denke genauso aufgeregt wie die gesamte Bevölkerung.

Es gab ja jeden Tag dann irgendwelche neuen Informationen. Das platzte in den Bundestags- und Kommunalwahlkampf, wir waren am sechzehnten Oktober, Bundestagswahl und Kommunalwahl. Und das Thema überlagerte natürlich alles andere. Kante Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dort beschäftigt waren. Man konnte sich das eigentlich in der Dimension auch zunächst gar nicht vorstellen.

Man kannte die Handwerksbetriebe, die für Balsam gearbeitet haben. Ich sag mal, in Steinhagen, ein örtliches großes Bauunternehmen, ein örtliches Tiefbauunternehmen, manaler Betriebe und viele andere Handwerker, die natürlich auch offene Rechnungen hatten. Was wird aus denen? Welche Auswirkungen hat es für die Gemeindefinanzen?

Also es gab ein ganzes Portfolio und das hat auch Eigentlich die ganzen Sommerferien angehalten, dass es kaum ein anderes Thema gab als im Balsam. Was wird daraus? bis hin zu der Frage, was wird man aus diesem Firmenstandort? Herr Rostek durfte sich in Akten vertiefen und nun an. Herr Deike durfte erst mal nicht mehr bearbeiten.

Herr Besser durfte sich Sorgen um eine ganze Stadt machen und beim Haller Kreisblatt herrschte Ausnahmezustand. Auch wenn das Thema so ernst ist, trotzdem eine lustige Anekdote, dann wir versuchten den ganzen Tag zu telefonieren und balsam Mitarbeiter zu erreichen oder Anwälte, Banker, um einfach an Informationen zu kommen.

und plötzlich klingelte das Telefon ständig bei uns und es waren dran. Stern, Spiegel, ARD und so. Und ja, die wollten alle mittlerweile in diese Geschichte einsteigen. Und wie gesagt, nicht vergessen, wir sind im Jahr fourhundneinzig. Es gab halt keine digitalen Fotoarchive und die brauchten Fotos und wir hatten sie.

Ob das jetzt die legendäre Waldwand war oder Porträt, die wir auf Terminen gemacht hatten. Dann fragten die ja, was kostet denn so ein Foto? Keine Ahnung. Unser Labor, das wir damals noch hatten, das Gelüte. Zwei Tage lang wurden da stapelweise Abzüge produziert. Und was auch kurios war, man konnte die ja nicht so wie es heute der Fall ist, einscannen und dann per E-Mail irgendwie nach Hamburg schicken.

Und dann schickten die Taxis zu uns. Und in diese kleine Gutenbergstraße fuhr ein Wagen nach dem nächsten. Wir hatten dann kleine Umschläge und die Rechnung lag dabei. Und abends konnte man dann... in den Tagesthemen oder so ist völlig unvorstellbar heute. Die Bilder sehen, die beim Heller Kreisblatt entstanden waren, echt kurios.

Ja, aber wie gesagt, die Anekdote nur am Rande. Ja, Rostek, jetzt mal wieder ernsthaftes Geschäft. Gerade nochmal zu den Zeiten. Dienstagsabend hatte frontal berichtet, Donnerstags hatten die ersten Zeitungen berichtet, dann kam der Sonntag, wo sie in der Balsamzentrale waren und der Montag, der sechste Juni, vierundneinzig.

Das war ein großer Tag, denn sie hatten sich mit Klaus Schienkamp getroffen und hatten morgens bereits bei der Staatsanwaltschaft angerufen und für den Abend ein Geständnis in Aussicht gestellt. Ich habe mich tatsächlich bis zum Schluss gefragt, wieso durfte dieser ganze Tag da eigentlich noch verstreichen?

War da nicht Gefahr im Verzug? Hätte da nicht einer sagen müssen, dann kommt ihr mal sofort um die Ecke? Ich habe mich gefragt in der Vorbereitung, liegt ja wie lange her jetzt? Einen dreißig Jahre. Aber ich habe da keine Akten mehr gehabt. Nichts, aber ich bin ja digital voll ausgestattet und habe seit nineteenhundertneunzig diesen Mini-Kalender und den habe ich aufbewahrt.

und habe den gestern noch mal aufgeklappt und habe auf den sechsten, juni, sechste, june, vierneunzig und hatte ich am ganzen Tag eine Fortsetzungsverhandlung vom Landgericht Bielefeld in einer Mordsache. Das war der Grund, weswegen ich erst am Abend den Handschlienkampf abliefern konnte, mit Zahnbürste und allem.

Ja, wir haben uns natürlich früh getroffen, besprochen. Dann ist er ins Büro nachmittags, nachdem ich mit der Verhandlung fertig war. Und dann sind wir zur Staatsanwaltschaft marschiert. Und trotzdem gerade noch mal die Frage in dem Augenblick, da Sie morgens die Staatsanwaltschaft angerufen hatten, um zu sagen, heute Abend, wo kommen wir um die Ecke, hätte da nicht direkt einer vorbeikommen müssen, um zu sagen, ihr könnt später sprechen oder so.

Aber denen sacken wir erst mal direkt ein. Nee, die wissen ja gar nicht, wo er ist. Das sag ich ja dann nicht. Ist mir auch schon mal passiert, wo wir abgehört worden sind und der Mann dann kommt und ist mir vor der Praxis wegkassiert worden. Das gibt es also auch. Also aus Erfahrung wird man richtig.

An dem Tag ist das, glaube ich, nicht passiert, aber zumindest ein paar Tage vorher. Da hatte Schlinkamp die Möglichkeit bekommen, siebenhundertvierzichttausend D-Mark auf ein bestimmtes Familienkonto zu transferieren, dass, ich weiß es nicht mehr, seine Frau oder seine Ex-Frau in Bar abholen konnte.

Der Staatsanwalt, der das damals freigegeben hatte, der wurde auch als bald suspendiert. Aber wie kann so was passieren? Hatte ich nichts zu sagen. Weiß ich nichts davon. Ja. Wombe. Hat ja Zeit gehabt. Da kommt er wieder durch der Strafverteidiger, ne? Nicht alles. Zu retten, was zu retten ist. Das ist ein gutes Stichwort zu retten.

Ich habe es im Urteil gelesen, wo? da wurde ja die Verteidigung, aber da kommen wir später drauf, die war deshalb schwierig, obwohl er ein geständiger Angeklagter war. die anderen mitangeklachten, haben ihn ja als unglaubwürdig darstellen wollen. Und da waren dann eben so Details wichtig, die ich noch meinem Urteil nachgelesen habe, wo Balsam sagt, wo hast du denn das ganze Geld gelassen?

Hättest du wenigstens ein bisschen was für uns übrig gelassen? Das stand so schön im Urteil. Und der Herr Berichterstatter, der heute da ist, wird sich vielleicht auch noch daran erinnert. Das heißt, die beiden können vielleicht noch klären, wo das Geld ist, oder? Nee. Da ist die Verjeroswurst, glaube ich, halbgetan.

Ist klar. Sie haben gerade so schön gesagt, hättest du uns doch auch was dargelassen. Das haben sich in Steinhagen vielleicht auch ein paar andere gedacht, unter anderem die zweihundertachtzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma, die Angst um ihre Arbeitsplätze hatten. Geschäftspartner, Herr Besser, Sie haben es schon erwähnt von Balsamen, die befürchteten zurecht, dass das knapp wird mit den Zahlungen oder eigentlich unmöglich ist.

Und dann, als wäre das alles nicht genug, tat sich noch eine neue Baustelle auf. Nicole, da kannst du was zu erzählen. Die Geschichte könnte vielleicht am besten Herr Wallmeyer eigentlich erzählen, aber das übernehme ich jetzt für ihn. Diese zweite Baustelle betraf nämlich die Justiz. Und zwar, wie gesagt, wir hatten gerade erst diesen ersten Schock verdaut, zwei Wochen lang.

über einen längeren Zeitraum reden wir hier nicht. Und dann kam nämlich heraus, dass es gar nicht das ZDF-Magazin Frontal gewesen ist, dass diesen ganzen Fall hervorgekramt hatte, sondern dass diese ganzen kriminellen Machenschaften von Balsam bereits in Bielefeld gemeldet worden waren. Also genau das, was wir hier eingangs gesehen hatten.

Und zwar übrigens, dass es gar nicht so richtig bekannt, nicht nur der Staatsanwaltschaft, sondern Die Unterlagen waren in etwas reduzierter Form ein paar Tage später an den Spiegel gegangen, ans Managermagazin und an den Vereinen Business Crime Control. Und ja, auch da war man eigentlich so zu der Einschätzung gekommen.

Das hört sich alles ziemlich schlüssig an, hat aber keiner was gemacht. Kommen wir doch mal darauf zurück auf diesen Beginn des Ganzen, den du gerade schon genannt hast, der ja völlig weg von der Öffentlichkeit war. Das wusste ja bis dahin niemand. Kannst du das nochmal ein bisschen einordnen? Was war das für eine anonyme Anzeige, die wir da am Anfang gesehen haben, schön inszeniert mit dem Schließfach am Bahnhof, die Nummer forty-six, die es immer noch gibt?

Ja. Also dieser Text der anonymen Anzeige, die damals dem Oberstaatsanwalt Joost Schmiedeskamp auf den Tisch gelegt worden war, umfasste vierzehn Seiten und achtundreißig Anlagen. Und in diesem Material fanden sich Adressen von passenden Ansprechpartnern, detaillierte Beschreibungen, wo weiteres belastendes Material zu finden war.

Sogar der Standort des Hauptcomputers wurde damals benannt. Ja und Schmiedeskamp bekam Diese ganzen Hinweise, wie man so sagt, auf dem Silber-Tablet präsentiert. Aber nach einer internen Besprechung von Staatsanwaltschaft und Finanzverwaltung ein paar Tage später, das war im Dezember twohundzehntundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund Das Aktenzeichen, übrigens, das war denn auch das Aktenzeichen, unter dem später auch der Fall geführt wurde, SXJS-Fürhundertfünfzehn aus zweiundneunzig.

Immerhin schon mal ein Aktenzeichen, das ist ja schon mal viel wert. Genau. Herr Rostec, spielte das für Ihre Arbeit eigentlich eine Rolle, oder hatten Sie sich darauf konzentriert, die Verteidigung von Klaus Hienkamp vorzubereiten? Nein, nein, nein. Wir pleiten die Verteidigung, ob da andere Fehler gemacht haben, interessiert zunächst nicht.

Das ist erstmal den Sachverhalt klären. Möglicherweise ist das später für die Strafzumessung wichtig, dass da ein Zeitablauf eingetreten ist, der immer für einen Angeklachten später günstig ist. Je mehr Zeit zwischen Tat und Ermittlung und Aburteilung vergeht, ist ein ganz wichtiger Strafzumessungsgrund.

Das hat mich damals gar nicht interessiert. Also es ist nicht so, dass man vielleicht mal sich in einer Gerichtskantine getroffen hat unter Kollegen und gesagt hat, ey, was haben die denn da? Ich kann nicht immer in die Kantine, keine Zeit dazu. Ich komme hier heute nicht weiter. Vielleicht solltet ihr beide morgen mal in die Gerichtskantine gehen und da nochmal und dafür Augen sprechen.

In diesem Zusammenhang mit der Anzeige, die eigentlich schon zwei Jahre vorher erfolgte, kam ein neuer Name ins Spiel. Wir haben ihn heute Abend schon ein paar Mal gehört, Karl-Heinz Wallmeier. Er war damals Kriminal-Hauptkommissar bei der Polizei in Bielefeld und sein Name ist untrennbar mit dem Fall Balsam verbunden.

Nicole, was war denn am Anfang seine Rolle dabei? Ja, Karl-Heinz Wallmeier war in twohneinzehntzweihneinzig derjenige, der von dieser Anzeige Wind bekommen hatte. und der im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufnahm. Ich hatte ihn zuletzt, zum Interview in der Redaktion, also im Prinzip zum fünfundzwanzigjährigen Balsam Jubilä, umhört sich jetzt blöd an, aber irgendwie sowas.

Man muss die Feste feiern, wie sie feiern. Und hatte ihn nochmal zu seinen Emissionen damals befragt und er sagte, Diese Ignoranz hat meinen Widerspruch hervorgerufen. und so ermittelte dieser Polizist dann auf eigene Faust. Knappes Jahr später wusste er, wer hinter dieser Anonymen Anzeige steckte. Er traf diesen Mann zweimal.

Es waren früherer Balsam-Mitarbeiter und ließ sich die Vorwürfe persönlich erläutern. Und die Zusammenfassung, die so sagte, er hätte er jedes Mal an den Oberstaatsanwalt weitergeleitet. Und er hätte jedes Mal gesagt, vielen Dank, abgehäftet. Und das war's. Er ist da im Prinzip gegen die Wand gelaufen.

Klingt aus heutiger Sicht fast unglaublich, aber Karl-Heinz Wallmeyer ist dran geblieben, der hat nicht aufgegeben. Das stimmt. Der ermittelte sogar im Ausland, der ist dann sogar in seinem privaten Urlaub im November, in der wir in der Schweiz in der Schweiz sind, im November, in der wir in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in

der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in der Schweiz in. Und auch diesen Bericht leitete er immer wieder an Schmiedeskampf weiter und weiter geschah nichts.

Und dann platzte eben diese ganze Bombe- und Frontalberichtete. Wallmeier ermittelte allerdings nicht nur um Anfang akribisch, sondern auch am Ende. Aber da kommen wir gleich noch zu. Bereits... Zu dem Zeitpunkt wurde er allerdings ausgezeichnet. Die NRW-Grünen verliehen ihm den Orden des aufrechten Ganges und er bekam viertausend D-Mark dafür.

Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer war damals noch mit dabei und Wallmeyer gab sich sehr bescheiden und sagt, es wäre doch eigentlich schade, dass Polizeiarbeits eigens überhaupt gewürdigt werden müsste. Hier haben wir mal ein paar Bilder zusammengefasst, um noch ein paar Eindrücke zu bekommen. Viel Bilder hat man nicht mehr, aber ein paar alte Bilder und ein paar alte Schlagzeilen, die mit Karl-Heinz Wallemeyer zu tun haben.

Ach so, und die Musik natürlich passend. Don't stop me now von Queen. Vielleicht einen kleinen Applaus auch für die Leistung. Denn ohne diese Hartnäckigkeit sind wir vielleicht heute alle gar nicht. Jetzt wurde es aber auch politisch. Das ganze erhielt eine neue Dimension, denn ein Mann besetzte ab Juni, das Thema rund um das Fehlverhalten der Bielefelder Staatsanwaltschaft.

Und er tat das mit großer Intensität. Das war der grünen Politiker Michael Fest, weil sie werden sich noch an ihn erinnern. Nicole, du hast jetzt nochmal mit ihm gesprochen über diese Zeit und wie das damals. Alles gewesen ist. Ja, stimmt. Der tauchte im Juni, hier in Steinhagen, auf. der Veranstaltete damals, ich weiß nicht, sind sie beide da gewesen.

Ich glaube, in der Kiefernklausel, unweit der Balsam AG, eine Veranstaltung für die Mitarbeiter, um zu informieren. Also ich selbst war nicht da. Nein? Nein. Super. Nicht. Hätten wir doch vorher mal absprechen sollen. Ja, der hatte natürlich ein ganz besonderes Interesse und besondere Ziele, die er damals verfolgte.

Und darüber habe ich tatsächlich mit ihm gesprochen. Und auf dieses Video könnten wir einmal kurz abspielen. Herr Fessbar, Sie saßen für die Grünen im Landtag in Düsseldorf. Wie kamen Sie damals an den Fall Balsam nach Steinhagen? Also, mir ist der Hinweis, zugespielt worden, dass mit dieser Balsam etwas nicht stimmt und dass das von der Staatsanwaltschaft nicht wirklich aufgegriffen wird.

Und deswegen dachte ich dem muss ich nachgehen. Balsam war damals eine Größe bei uns in der Region. Das war ein Weltunternehmen. Es gab wohl keinen Tennisplatz oder Tennishalle oder Kunstrasenplatz, der nicht von Balsam gebaut worden wäre. und deswegen war das natürlich für mich als ostwestfälischem Bielefelder Abgeordneten hoch interessant.

und als ich da nicht weiter kam, habe ich dann zu der schärfsten Waffe gegriffen, wie wir damals scherzhaft gesagt haben, die ein Abgeordneter im Landtag hat, nämlich ich habe eine kleine Anfrage gestellt an die Landesregierung. Diese Kleine Anfrage, von der Sie gerade sprechen, umfasste damals ja einen ganzen Fragenkatalog.

Was wollten Sie alles geklärt wissen? Naja, ich wollte einfach geklärt wissen, wie die Staatsanwaltschaft mit dieser Anschuldigung, die da anonym zwar, aber doch sehr glaubwürdig mit einem Aktenordner und vielen Materialien gestellt worden war, wie die Staatsanwaltschaft damit umgegangen ist. Ob sie da dem nachgegangen ist oder ob sie das aus welchen Gründen auch immer nicht verfolgt hat.

Und der damalige Justizminister Komsig hat dann die Antwort gemacht. Die war ziemlich ausführlich. Aber in Kern war das alles rubbish. Er hat das nicht beantwortet und ist nicht wirklich auf meine Fragen eingegangen. Und deswegen haben wir zum zweitschärfsten Mittel, den das ein Abgeordneter hat, gegriffen, nämlich einen Untersuchungsausschuss beantragt.

Wie lief das ab und was war am Ende das Ergebnis dieses Ausschusses, der Anfang angefangen hat zu Tagen. Ja, wir hatten ja ganz wenig Zeit, denn die Landtagswahl war ja im Mai nineteen-neunzig angesetzt und ein Untersuchungsausschuss unterliegt, wie man so schön sagt, der Diskontinuität. Deswegen haben wir uns beeilt in den wenigen Monaten, die wir hatten.

Gut war, dass auch die Medien dieses Thema aufgegriffen hat, ihre Zeitungen Die Neuwestfälische, aber auch überregional, ist das dann immer mehr beachtet worden und hat dadurch auch einen gewissen Druck ausgeübt. Und der Untersuchungsausschuss hat das alles sehr intensiv geprüft. Das war sehr peinlich für die SPD-Regierung.

Und am Ende kam ein mehrere Hundert seienlanger Bericht raus. Und der führte dann in der Tat dazu, dass, ich glaube, das war jedenfalls ein Ein Grund dafür mit, dass dann am Ende die SPD, wie man damals dachte, ein desaströses Ergebnis erzielte in der Landtagswahl. Nämlich nur forty-sech Prozent. Heute lacht man über diesen.

Siebenvierzig, genau. Wir hatten damals ihre absolute Mehrheit verloren und die Grünen hatten von fünf auf zehn Prozent erhöht. Sie wissen ja viele Entwicklungen. In unserem Leben, ob in der Politik oder außerhalb im Berufsleben, hängen oft an solchen Zufällen. Und das war wirklich ein Zufall, der ja nicht nur mir genützt hat, sondern der gesamten Partei und ich glaube auch der politischen Kultur in Nordrhein-Westfalen.

letztlich auch der SPD und der Landesregierung, weil ein solches Verhalten, wie es damals gezeigt wurde, durfte sich nicht wiederholen und ich hoffe, hat sich auch nicht wiederholt. Es war. Vielen Dank für das Gespräch. Ich danke. Das waren damals turbulenten Zeiten. Sie werden sich bestimmt noch erinnern, um ganz kurz noch darauf einzugehen, Rolf Krumsig als Justizminister hatte folgendes Problem.

Er war mit dieser kleinen Anfrage oder musste die Frage beantworten, was hat seine Behörde getan? War das jetzt okay oder haben die es vergeigt? Die Prozedo zu dem Zeitpunkt wollte davon ablenken, dass die selber mit in dieser ganzen Geschichte drin hingen und hatten eine Staatshaftungsklage angestrengt.

Hätte Krumsig in dem Augenblick ganz klar gesagt, da haben meine Jungs im Bielefeld echten Fehler begangen, denn hätte das für das Land Nordrhein-Westfalen übel ausgehen können. Dann kam der Untersuchungsausschuss. Da kamen sie letztlich gar nicht mehr raus aus der Nummer. Und das Landgericht Düsseldorf und in der zweiten Instanz auch das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte diese Staatshaftungsklage dann allerdings abgewiesen.

Dann kamen die Landtagswahlen. Krummseekette eigentlich zurücktreten müssen. Allerdings, es war ein, zwei Wochen vorher. Er ist dann einfach nicht wieder angetreten. Und dann war so die FDP aus dem Landtag geflogen. Es waren nur noch die CDU in der Opposition und die Grünen, die jetzt ein Jahr lang erklärt hatten, dass man diese SPD also in keinem Fall wählen könnte.

Die mussten jetzt zusammen in Koalitionsverhandlungen reingehen. Das hat unfassbar lange gedauert. Am Ende hat dann Bärbel Höhen das Umweltministerium bekommen. Festival wurde Bauminister. Johannes Rau hat noch drei Jahre lang diese Koalition geführt und dann hat er an Wolfgang Clement übergeben und wurde ein Jahr später Bundespräsident.

Aber ich glaube, das wird jetzt zu weit führen. Hier können wir einen Schnitt machen, aber das war auf jeden Fall der politische Anteil, an dem Fall balsam. Jetzt müssen wir noch einmal auf die Frage kommen, warum hat denn? Schmiediskamp so agiert, wie er agiert hat und warum hat er das eigentlich alles liegen gelassen?

Es wurde früher mal gemutmaßt, das käme aus einer Haltung der Arroganz heraus oder die Behörden waren sich untereinander nicht grün. Herr Besser, können Sie sich erklären, was für ein Motiv bei Schmiediskamp damals dahinter gesteckt hatte oder vielleicht auch bei den Kollegen? Also als Bürgermeister hatte ich glücklicherweise wenig Kontakte zur Staatsanwaltschaft und zur Polizei.

Aber natürlich hat man viel mit anderen Behörden zu tun. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine gewisse Augen oder Überheblichkeit schon eine Rolle gespielt hat der Staatsanwaltschaft gegenüber der Kriminalpolizei. Als langjähriger Leiter einer kommunalen Behörde. habe ich das oft erlebt, dass man Hinweise gegeben hat an irgendwelche Fachbehörden, Briefe geschrieben hat, Mails geschrieben hat nachher und gar keine Antwort bekam.

Und es tat sich auch nichts. Also insofern halt ich es durchaus für möglich. Vielleicht war die Staatsanwaltschaft damals ja auch schon überlastet, so wie heute, keine Ahnung. Herr Deike, haben Sie sich da mal Gedanken drüber gemacht? Nein, habe ich nicht gemacht. Also, ich wüsste es auch nicht in dem Bereich, was er herunter für gehabt hat.

Herr Rostec, wie sieht es bei Ihnen aus? Wurde das vielleicht mal in der Kantine besprochen? Nein, ich kenne Herrn Spieteskramp sehr gut aus vielen Sachen. In der Abteilung sechs, die Schwerpunktstaatsanwaltschaft. Also bewusst hat er das sicher nicht gemacht. Obwohl die Hinweise so klar waren? Ja, das ist ...

Es ist eine Sondertruppe, aber ich will jetzt nicht die Staatsanwaltschaft insgesamt den Schutz nehmen. Aber da einen persönlichen Vorwurf würde ich nicht erheben und ein Motiv da nachzusuchen wäre auch nicht richtig. Vielleicht war er ja auch in der Kantine, als das Thema diskutiert wurde in der Abteilung.

Nein, die Schwerpunktstaatssommerschaft hat die Kantine gemieden. Die haben ihre eigenen. Die Schwerpunkt saß in der Regel zwischen zehn. Bis der Herr Rempe wüsste, dass wir besser, ich weiß nicht genau, wenn man um zehn Uhr anrief, kann man nicht rein. Die war ja abgeschärbt, die Schwerpunktstaatsumwaltschaft.

Da hatte keiner jeder Zutritt, musste es geklingeln. Sonst kannst du überall im Gebäude rumlaufen. Aber die Schwerpunktstaatsumwaltschaft war und ist schon eine Sondertruppe. Darauf kann auch Bielefeld stolz sein. Die haben vieles bewirkt. muss man auch ein Applaus an die Staatsanwaltschaft Bielefeld.

Wenn das ein Verteidiger sagt, hat das noch ein größeres Gewicht. Das größte überhaupt. Der natürliche Fressfeind. Aber es ist nicht die Altersmelde bei mir. Das haben Sie gesagt. Wie sich das für ein ordentliches Kriminalstück gehört ... brauchen wir jetzt auch noch ein bisschen was menschelndes, ein bisschen was privates, muss dann noch rein.

Das ist mir alles noch viel zu trocken hier. Und wie das so kam, besagte damals eine Theorie, es habe eine private Verbindung gegeben zwischen den eheparen Schmiedeskampen, Staatsanwaltschaft, und Balsam. Und das sei der Grund dafür gewesen, dass da gar nicht so richtig was unternommen wurde. So, was weißt du denn noch darüber, Nequall?

Ich weiß, dass du auch damit beschäftigt warst. Das stimmt, es gab dieses Gerücht, das kam aus dem Tennisland Dornenberg heraus, aber das wurde tatsächlich schon im Herbst, vierundneunzig, durch den Oberstaatsanwalt Gertbönning aus Köln, wiederlegt. Er hatte damals nämlich den Auftrag bekommen für die... Nein, er sollte als Oberstaatsanwalt aus Köln die Rolle der Staatsanwaltschaft Bielefeld näher beleuchten.

Er hatte vier Wochen Zeit, um im Vorfeld des Untersuchungsausschusses ein Bericht zu erstellen. Er ging diesem Hinweis nach dem zufolge Frau Schmiedeskamp und die Lebensgefährtin von Friedelweißam zusammen in einer Mannschaft Tennis gespielt haben sollten. Und das sollte angeblich der Grund gewesen sein, dass er nicht ermittelt habe.

Benning war damals im Tennisland und hatte festgestellt, da ist nichts dran. Ich hatte damals mit dem Juniorchef vom Tennisland Dornberg gesprochen. Das war Axel Seemann. Und das, was er mir damals gesagt hat, das hat er mir jetzt kürzlich, als ich ihn im Tennispoint in Bielefeld besucht habe, bestätigt.

Und die Antwort zeigen wir einmal. Mein Name ist Axel Seemann. Ich war im Tennisland Dornberg. Und die Staatsanwaltschaft hat bei uns ermittelt und hat sich viele Bilder angeschaut, Spielberichte angeschaut vom Punkt Spielen, die diese Mannschaft der Beisambinen gemacht haben und haben überhaupt keinen Zusammenhang gefunden, dass die beiden sich getroffen oder gegebenenfalls sogar gekannt haben.

So, haben wir das auch geklärt. Bevor es gleich mit Morddrohungen, mit Einschüchterungsversuchen und mehr weitergeht, machen Sie... Nicht gegen Sie! Nicht, dass Sie nur das sehen. Machen wir eine kleine Pause. Sie können vielleicht einen Schluck trinken, zehn Minuten geht es weiter. Bis gleich. Das war ein Mitschnitt unseres Live-Events im Spiegelzelt.

Dort waren wir am sechzehnten Dezember zwanzigfünfundzwanzig mit den Ostwestfällen zu Gast. Die Veranstaltung wurde moderiert von Nicole Donat, die Medaktionsleiterin des Haller Kreisplatz. Weitere packende Kriminalfälle aus unserer Region auch jederzeit auf nw.de und in der nw-plus-app in der Serie UVL Crime.

Wir freuen uns über Fragen, Anregungen und Kritik zu diesem Podcast. Und natürlich überwünsche, welche Ostwestfälle wir demnächst für euch besprechen sollen.

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