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OstwestFälle - der True-Crime-Podcast der Neuen Westfälischen

Krieger für den IS: Bielefelder plant Terror-Anschlag in Deutschland

Donnerstag, 12. Februar 2026 · 27 min

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Shownotes

Weiter geht es mit dem zweiten Teil zum Fall Tarik S.
Bei seiner Rückkehr aus dem IS-Gebiet wird Tarik S. verhaftet. Im Gefängnis scheint es, dass der Bielefelder seine radikalen Ansichten ablegt. Der Mann, der einst für den Islamischen Staat posierte, findet nach der Haft ins Leben zurück. Doch was niemand ahnt: Er schmiedet Anschlagspläne. Auch ein ausländischer Geheimdienst ist involviert…

Ostwestfälle S4 | E22 (Teil 2) Krieger für den IS: Bielefelder plant Terror-Anschlag in Deutschland
Gast: NW-Redakteur Lukas Brekenkamp
Redaktion: Josefin Stein
Gestaltung: OWL Digital 

Mehr zur Serie “OWL-Crime” findet ihr auf unserer Themenseite.

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Die Hamas hat Israel überfallen und in der Folge kam es dann natürlich zu einem erneuten Auflammen des Auskonflikts. Und das musste nochmal die, ich sag mal, die Anschlagspläne von Tarek, musste ihn nochmal so ein bisschen über den Haufen geworfen haben. Denn er hatte sich nun einen finalen Plan gesetzt.

Er wollte mit einem LKW in eine Pro-Israel-Veranstaltung rasen, um sogenannte Ungläubige zu töten und schließlich als sogenannte Märtyrer zu sterben. Er hat sich tatsächlich dann wohl auch schon laut Gerichtsurteil im Internet mit entsprechenden Ortschaften befasst. Das heißt, er hat schon konkret danach gegoogelt, wo zum Beispiel die nächsten Veranstaltungen stattfinden.

Ostwestfälle, der True Crime Podcast der Neuen Westfälischen. Wir sprechen mit Opfern, Zeugen, Richterinnen und Richtern und mit den Berichterstatterinnen und Berichterstattern der NW. Spannend, nah und made in OWL. Der Bielefeller Tariq S. hat sich dem IS angeschlossen und zieht mit zwanzig Jahren in den heiligen Krieg.

In Syrien wird er quasi zur Werbefigur des IS, ist auf vielen Propaganda-Videos zu sehen. Trotzdem kehrt er, ins verhasste Deutschland zurück. Seine schwangere Frau ist schwer krank. Tarek S. wird verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Doch damit ist seine Geschichte leider noch nicht zu Ende erzählt.

Im zweiten Teil dieser Episode mit dem Kollegen Lukas Brekenkamp geht es um Geheimdienste, Schläfer und einen vereitelten Terroranschlag. Also er hat eine Jugendstrafe bekommen, fünf Jahre. Wie war das dann im Gefängnis? Und was sich da spannend fand, ist, dass er... an einem Aussteigerprogramm teilgenommen hat.

Da wird's nämlich wieder spannend. Richtig, denn die Geschichte ist jetzt noch lange nicht vorbei. Ja, leider. Also, angeblich soll er schon den Untersuchungshaft angegeben haben, sich so ein bisschen vom Yes zu distanzieren, bzw. die Zeit da zu bereuen. Mit dem Kenntnis von heute, wie gesagt, kann ich oder vermag ich nicht zu sagen, wie glaubwürdig das ist.

seine Frau erhielt ein Kontaktverbot zu ihm. Ja, sie war ja auch bei mir. Sie ist noch in den Niederlande zurück. Sie ist in den Niederlanden zurück. Wenn eine Person, die wegen Terrorismus verurteilt wurde, im Gefängnis sitzt, egal ob in Deutschland oder Niederlande, da gelten natürlich deutlich strengere Regeln.

Alleine schon, weil ... Man sich nie sicher sein kann, mit wem weiter Kontakt gepflegt wird, ob eine Ausstieg wirklich erfolgt oder wie auch immer. Wir sehen das gleich oder am Hand von Tarek S. auch tatsächlich ganz gut, wie sowas dann auch laufen kann im schlechten Fall. Er selbst hat im Gefängnis eine Ausbildung im Fachbereich Schweißen absolviert und auch abgeschlossen.

Interessant sind meiner Meinung nach so ein bisschen die gerichtlichen Anordnung nach der ersten Verurteilung wegen seiner Mitgliedschaft. Er hatte einen Kontaktverbot zu bestimmten Personen. Er durfte seinen Wohnort nicht ohne Erlaubnis verlassen und erhielt ein Verbot zum Führen von Kraftfahrzeugen.

Also er durfte kein Auto fahren oder Auto besitzen oder wie auch immer. Also es ist schon interessant, man hatte da tatsächlich Angst oder hatte da tatsächlich Angst bei solchen Personen, dass sie eben auch, beispielsweise ein Kraftfahrzeug als Waffe nutzen können. Das interpretiere ich jetzt daraus.

Ob es tatsächlich so ist, ich meine, der Kontaktverbot zu bestimmten Personen ist natürlich klar, man will jetzt nicht unbedingt, dass man alte Wege fährt und dann unbedingt trifft die, die ein vielleicht wieder auf die falsche, falsche Pferde locken oder wie auch immer man es nennen will, auf die böse Seite ziehen.

Ja, genau, das war die Zeit. Und richtig, Aussteigerprogramm, nur hat es es gesagt, erschienen sich tatsächlich anfangs ... Glaubhaft vom Islamismus und vom IS, zu distanzieren und abzuwenden. Es gab dutzende Gespräche mit dem Aussteigerprogramm. Ich meine, das Aussteigerprogramm heißt Aussteigerprogramm Islamismus und ist vom Verfassungsschutz NRW, meine ich, bei Innenministerium NRW.

Er wurde noch zeitweise als Gefährder eingestuft, was üblich ist in solchen Fällen. Man gilt für die Behörden erst mal noch so lange als gefährlich, wenn man beim IS war bis wirklich komplett das Gegenteil bewiesen ist. Er soll zeitweise ... nach seiner Zeit in Haft. Jetzt reden wir natürlich auch über die Zeit nach seiner Haft.

Soll er tatsächlich auch Alkohol konsumiert haben? Also, er schien sich da zumindest nach außen komplett von dem fundamentalistischen Islam, wo das natürlich strengstens verboten war, abgewandt zu haben. Ja, ich würde sagen, so ein bisschen bürgerlichen Weg eben eingeschlagen. Er zog später dann nach Duisburg nach seiner Haft.

Er soll sein Kind, dass er mit der ... die die Niederländerin eben hatte, immer wieder mal besucht haben, also beziehungsweise oder das Kind ihnen besucht. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher. Also den Kontakt hat man erlaubt? Ja, den Kontakt hat man erlaubt. Er durfte meines Isens auch aber nicht in die Niederlande einreisen.

Deswegen hat das Kind ihn besucht, so was nämlich, glaube ich, jetzt, bevor ich hier was Falsches sage. Ja, er hatte dann auch tatsächlich mal angedacht, in die Niederlande zu ziehen, aber ich hatte gesagt, er hat ein Einreiseverbot. Das haben die Behörden dann auch wohl frühzeitig verhindert. Er selbst fand einen Job in einem Fitnessstudio und, ja, wie gesagt, lebte ein normales Leben.

In seinem Beruf lernt er dann auch immer wieder Personen kennen, mit denen er auch Privatkontakt hatte. Und da haben wir auch einen Polizisten, mit dem er dann auch, ich weiß nicht, ob freundschaftliches Fall ist, aber eben Privatkontakt pflegte. Dann die Person, mit denen er dann eben auch Privatverkehrte und Privatbefreundet war, wie auch immer, bekannt war, wie auch immer.

Die beschrieben ihn alle als offensympathisch und freundlich, also so. Überhaupt nicht. Wieso, dass man sich irgendwie Sorgen machen müsste oder was auch immer. Er soll seine Zeit beim IS allerdings größtenteils verschwiegen haben. Aber auch ein Feind. Ist ja auch in Ordnung. Wenn man geläutert ist, darf man das durch.

Darf man das durchaus machen. Denke ich auch, denke ich auch. Was so ein bisschen aufgefallen sein soll, ist, dass den Leuten drum herum, dass er wohl ein enormes Wissen rund um den Islam eben hatte. Das ist natürlich aber auch klar, er hat sich eben jahrelang sehr intensiv damit beschäftigt. Radikale Äußerungen soll er allerdings nicht getätigt haben.

Heißt es zumindest von den Zeugen. Wie auch üblich, gab es natürlich entsprechende Auflagen nach seiner Zeit in Haft. Er musste sich bei der Polizei melden, anfangs täglich, dann wöchentlich und am Ende waren es auch nur noch alle zwei Wochen. Also, Tarek, es scheint auf dem richtigen Weg zu sein, aber das war offensichtlich Kalkül, der den Wahrheit plante einen Terroranschlag.

Und niemand hat's gemerkt. Also, auf jeden Fall nicht die ... die zuständig waren in diesem Aussteigerprogramm. Kann man das so sagen? Also, er hat alle an der Nase herumgeführt. Jetzt kommen wir zu einem Punkt, der schwierig ist. Der schwierig ist, weil ... Meines Wissens nach ist nicht bewiesen, dass Tarek S die Behörden böswillig an der Nase herumgeführt hat, sondern was genauso gut möglich ist, ist die erneute Radikalisierung, sagen wir so.

Das kommt auch in Betracht. Ich bin mir nicht ganz sicher, was davon jetzt tatsächlich eingetroffen ist und ich bin auch nicht so ganz sicher, was die Behörden wissen. Es ist aber meines Wissens nach, in dem was eben öffentlich einsehbar ist, nicht ganz klar. Also es gibt eben oder soll wohl Hinweise geben, dass er sich erneut radikalisiert hat.

Dem Aussteigerprogramm soll das nicht so richtig aufgefahren sein. Man muss sich da eben auch schlauferhalten haben, bzw. was mir auch so mal unter der Hand gesagt wurde. Es könnte auch sein, wenn er sich erneut radikalisiert hat, dass es unglaublich schnell ging. Das Gericht sagt allerdings, und das ist interessant, das Gericht meint nämlich, Tarek S. habe eine Strategie verfolgt, wie es der IS propagiert.

in aktuellen Veröffentlichungen bzw. in Propaganda-Veröffentlichungen aus den letzten Jahren, nämlich im Grunde komplett unter dem Radarfliegen sich, ich sage mal so schön, assimilieren, anpassen und nicht auffallen. Das heißt, da wäre es dann auch... Ich sag mal rein, hypothetisch, es wäre dann nicht so schlimm, wenn eine Person Alkohol trinken würde, wenn er sich dann am Ende doch dazu bereit erklärt, den Märtyratort anzustreben, bzw.

für die Sache weiterhin Anschläge zu beginnen. Ich sag mal, dieser einsame Wolf-Gedanke, so ein bisschen dieser Wolf, der nicht auffällt, der dann alleine auch zuschlägt. Oder diese Schläfer. Ja, Schläfer, das ist vielleicht das bessere Wort. Was man weiß, ist, dass die Frau von Tarek S. sich von ihm trennte.

Das soll ihn auch sehr erschüttert haben. Der Bewährungshelfer soll versucht haben, ihm möglichst viel Halt zu geben. Und wie gesagt, sein Sohn besucht ihn auch. Ich erzähl's jetzt deswegen, weil man natürlich auch wieder, wie ich es am Anfang gesagt habe, immer so in Betracht ziehen muss, was gab es für Schicksalsschläge, was gibt es womöglich für Erklärungen?

oder gibt es überhaupt Erklärungen? oder wie auch immer. Im Sommer, im Jahr zwanzig, dreiundzwanzig, hat er schließlich seinen Job im Fitnessstudio verloren. Allerdings wurde er nicht gekündigt, wie ich anfangs dachte oder gehört hatte. Sondern im Gegenteil, er war einfach nicht mehr daran interessiert, seinen Auslauf beim befristeten Vertrag zu verlängern.

Warum auch immer. Allerdings, so um diese Zeit soll er wohl auch wieder sein Aussehen optisch verändert haben. Unter anderem soll Zeugen aufgefallen sein, dass ein so genanntes Gebetsmahl auf der Stirn ... wieder zu erkennen sein. Gebetsmahl entsteht dann, wenn man beim Gebet, wo man ja im Islam niederkniet und wenn man das besonders, ich sag mal besonders akribisch und vor allem auch besonders häufig macht.

Das ist dann so ein Punkt oder so ein Fleck, wo ich glaube... Wo die Stieren immer auf den Boden kommen. Genau, wo sich im Hornhaut, glaube ich, es bildet. Das sieht man, das ist ganz interessant. Ich hab davon lange Zeit auch nichts gehört, bis ich dann mir mal angeschaut habe und beziehungsweise bis ich's gehört habe von Tariq Es.

und habe mir dann mal Fotos von anderen bekannten oder mir bekannten Salafisten angeschaut. Und es ist tatsächlich interessant, in extrem vielen Fällen erkennt man tatsächlich bei diesem Person so ein entsprechendes ... Schräge? Ja, das ist ... Also, ich will nicht sagen, dass jeder mit einem Gebet direkt radikal ist, auf gar keinen Fall.

Aber viele, die radikal sind, haben es eben. So kann man es wohl sagen. Außerdem soll er wieder langbart. und kurze Haare getragen haben. Also äußerlich hat er sich eindeutig wieder in diese Richtung verändert. Richtig, äußerlich hat er sich dahin verändert und er soll auch wieder jihadistische Propaganda konsumiert haben.

Das muss wohl dann durch entsprechende Händeauswertungen später bekannt geworden sein. Also er hat sich da dann auch tatsächlich wieder aktiv für den IS interessiert. Ich meine, der IS, auch wenn es immer hieß, der IS sei besieg, der IS sei tot, nein, ist er nicht. Also der ist gerade in sozialen, oder nicht in sozialen Medien, aber im Internet sehr, sehr aktiv und versucht, da sehr, sehr gezielt durch Propaganda-Veröffentlichungen Menschen anzusprechen.

Was brisant ist und was mir dann auch noch mal so ein bisschen die Augen geöffnet hat, das ist eine weitere, ich sag mal, Unterstellung. des Gerichts, sag ich mal, wie es im Urteil steht. Denn Tarik S. soll wohl eine Beziehung zu einer Frau geführt haben. Laut Gericht, das steht zumindest im Urteil, auch als Tarno.

Um nicht aufzufallen. Bresant ist, im September, dass es kurz vor seiner Festnahme, wenn wir es chronologisch abgeben, soll er einen ehemaligen Weggefährten besucht haben, der, so heißt es auch, an der Eingliederung von Tarik beim IS mitverantwortlich gewesen sein soll. Das heißt, da suchte er dann auch wieder wieder Kontakt zu alten Weggefährten auf dem Sichtlich.

Vor Gericht sagte damals eine Polizistin aus, dass es schon während seiner Haftstrafe Nachrichtendienstliche Hinweise gegeben habe, dass sich das S nicht von seiner Ideologie distanziere, sondern nur für den Anschein. Also, da kommen wir dann doch wieder in diese Richtung. Vielleicht war er nur ein Schläfer.

Ich will es nicht sagen. Wie gesagt, ich gebe das wieder, was im Wurteil steht und was letztendlich öffentlich einsehbar ist. Aber das ist schon enorm. Siehst dann wohl auch während der Aussage, dass er womöglich gezielt vom IS nach Deutschland geschickt wurde, um einen Anschlag zu gehen. Wie gesagt, ob das stimmt, es bleibt offen.

Nachrichtendienstliche Erkenntnisse ist immer ziemlich breitgefächert. Es können lose Hinweise sein über einen V-Mann, es können vielleicht sogar Dokumente sein, die dann vielleicht konkreter sind. Ich vermag nicht zu sagen, ob es stimmt. Und ich will es auch nicht irgendwie mich aus dem Fenster lehnen oder so.

Ich kann mir nämlich genauso gut vorstellen, dass er auch tatsächlich sich zeitweise wirklich glaubbar von mir ist distanziert hat. Aber was hat er dann hier in Deutschland geplant und wie ist man ihm auf die Schliche gekommen? Also, nach meinen Informationen gab es im Herbst, dreiundzwanzig. Also kurz nach dem September, wo ich ja gerade schon ... darüber gesprochen habe, dass er da einen alten Weggefährten besucht habe, kurz darauf, gab es wohl erste Hinweise auf es.

So soll es, hab ich gehört bzw. heißt es aus meinen Quellen, so soll es zu dem Zeitpunkt tatsächlich schon verdeckte Maßnahmen von Startschützern der Polizei gegeben haben gegen eben Tariq S. Die sollen wohl auch so ein bisschen in die Anschlagsrichtung gehen sein bzw. seine, was dann die wirklichen Erkenntnisse sind und deswegen er dann auch tatsächlich verhaftet wurde.

kurz darauf. Er hat über, ich meine es war Telegram, sich per Chat dazu bereit erklärt, ein Anschlag zu gehen in Deutschland. Er hat einem einer Person, die er für einen anderen IS-Kämpfer bzw. ein IS-Mitglied hielt. Entsprechende Anschlagspläne. dargelegt und mit ihm darüber gesprochen, beziehungsweise geschrieben, was er nicht wüsste.

Der Gesprächspartner war kein IS-Anhänger, sondern gehörte zum haurokanischen Geheimdienst. Ach was? Ja, also, ähm, ja. Ja, dunkel laufen. So kann man sagen, die haben natürlich reagiert. Gott sei Dank. Ja, die haben natürlich reagiert. Da sind wir wieder an dem Punkt, wo ich dann wieder ganz froh bin, dass diese internationale Zusammenheit der Geheimdienste so gut funktioniert.

Die haben es dem BKA dann natürlich auch gesteckt. Er schrieb dann wohl demnach, es geht mir gut, ich warte nur darauf, endlich wieder meine Wohnung zu verlassen und noch mal in der Lage zu sein, zu kämpfen bis zum Sieg Gottes oder sterben. Für das Gericht war das dann tatsächlich auch so ein Beweis dafür, dass er eben Anschlag plant.

Also diese klassischen Aussagen, die dann zwar nicht ganz konkret sind, aber die eben aufgrund der Wissens, was man eben über solche Kämpfe hat, dann natürlich so auch zu verstehen sind oder zu verstehen wären. Anfangs soll es sich tatsächlich noch so ein bisschen in die Richtung Anschlag auf Polizei oder Polizisten sogar gedreht haben.

Das hat er dann wohl verworfen, denn als Nächstes hat er so diese LGBTQ-Bewegung ins Auge gefasst. Wegen seines Halbbruders. Das weiß man nicht tatsächlich weswegen, aber es ist eben interessant, weil eben sein Halbbruder zu dieser Szene gehört. Das hat er aber auch verworfen. Und hat sich dann die Führungsperson von so einer islam-feindlichen Partei mehr oder weniger ausgesucht bzw.

ins Auge gefasst. Kleiner Randnotiz. Die Führungsfigur dieser Partei wurde dann tatsächlich ein paar Monate später bei einem Anschlag angegriffen. Das war die Geschichte in Mannheim, als der Polizist erstochen wurde. Vielleicht erinnerst du dich. Ah, ja, ich erinnere mich, genau. Um die Partei ging es wohl.

Also hat sich wohl auch, so heißt es zumindest auch im Urteil, schon ziemlich ausführlich mit diesen Personen eben befasst und hatte wohl auch schon Profile von denen angeschrieben. Was jetzt noch hinzukommt, am siebten Oktober war was, die Hamas Israel überfallen. Die Hamas hat Israel überfallen und in der Folge kam es dann natürlich zu den Auseinandersetzungsweise zu einem Erneuten.

Aufflammendes nach Auskonflikts. Und das musste noch mal die, ich sag mal, die Anschlagspläne von Tarik, musste ihn noch mal so ein bisschen über den Haufen geworfen haben. Denn er hatte sich nun einen finalen Plan gesetzt. Er wollte mit einem Lkw in eine Pro-Israel-Veranstaltung rasen, um sogenannte Ungläubige zu töten und schließlich als sogenannte Märtyrer zu sterben.

Er hat sich tatsächlich dann wohl auch schon laut Gerichtsurteil im Internet mit entsprechenden Ortschaften befasst. Das heißt, er hat schon konkret danach gegoogelt, wo zum Beispiel die nächsten Veranstaltungen stattfinden und so was. Also, ich hab's ja aufgeschrieben, er googelt Sachen wie Israel Krieg über Blick über Demos in NRW am Wochenende oder besuchte entsprechende Seiten, sagen wir's so.

Also, das muss wohl schon nicht ganz unkonkret gewesen sein. Zumindest war es auch so konkret, dass im Oktober, die Polizei schließlich zuschlug, ihn festnahm. Er wurde in Untersuchungsaft gebracht. Und jetzt kommt noch mal was Interessantes. Laut Urteil soll er in der JVA versucht haben, IS-Ideologie unter den Mitgefangenen zu verbreiten.

Also er muss sich da dann weiterhin für eingesetzt haben, diese Terrororganisation zu unterstützen. Und muss sich auch vor sein. vor seinen Mitgefangenen ein bisschen damit plötzlich gebrüstet haben, dass er bei mir erst war. Ganz anders als beim ersten Mal, wo er das ein bisschen anders gemacht hat, wo er das noch als dunklen Flex an seiner Lebensgeschichte dargestellt hat.

Aber da weiß man nicht, flog er da unterm Radar, war das nur Kalkül? Wie gesagt, im Urteil stehen Aussagen, wo man sagen kann, er hat es die ganze Zeit mit Kalkül gemacht. Ich persönlich will es auf gar keinen Fall sagen. Weil, wie gesagt, ich kann mir auch vorstellen, dass er wirklich ... sich tatsächlich der radikalisiert hat und dann später noch mal radikalisiert haben könnte, erneut.

Du sagst, Ende Oktober XXIII wird Tarek S. erneut verhaftet und es kommt zu einem weiteren Prozess. Wie lautete das Urteil? Und ist es jetzt eigentlich auch schon rechtsgriff? Ja, es ist tatsächlich rechtsgriff geworden. Der BGH hat bestätigt vor ein paar Wochen. Und ja, im Grunde ging es da auch um seine Anschlagspläne.

Also die Anschlagspläne, die er gehegt hat, er hat eine mehrjährige Haftstrafe bekommen. Verhältnismäßig hoch würde ich sogar auch sagen. Interessant waren dann so ein paar Details aus dem Prozess. So soll er beispielsweise so selbst aufgenommenen Nashids, das ist so islamischer Sprachgesang im Islam sind, ist Musik ja mehr oder weniger verboten, beziehungsweise im Strengen.

streng gläubigen Islam verpönt bis verboten. Und diesen Naschids ist eben so ein Sprechgesang, in dem dann auch islamistische Propaganda mitverbreitet wird. Also nicht nur, aber es wird eben auch vom islamischen Staat genutzt. Und tatsächlich wurde auf Tarik's Handy entsprechende Naschids gefunden mit jihadistischen Bezügen, die er selbst mehr oder weniger nicht eingesungen, aber eingesprochen haben.

Also da ging es dann auch so um Aufufe zum Kampf angeblich und zu Gewalt. In einem soll es heißen, wir spalten, ja, wir spalten, die Nacken der Kuffa. Kuffa ist unglaublicher, immer so ein Kampfbegriff. Diese, diese Nashits, so, ich muss jetzt schon wieder lachen, weil es eigentlich wirklich so, so dösig ist oder so, so komischer Zufall irgendwie auch.

Aber diese Nashits soll ja ebenfalls diesen marokkanischen Geheimdienst mit Arbeiter geschickt haben. Okay. Der muss allerdings, und das ist so auch so ein bisschen, das ist deswegen ich da auch immer so ein bisschen skeptisch bin. Man weiß letztendlich nie, welche Rolle so einen Mitarbeiter dann tatsächlich einnimmt.

Sorgt er vielleicht dafür, dass sich Tarek S. in seinem unkonkreten Plan bekräftigt fühlt? Oder ist er nur Zuhörer, sage ich mein Anführungszeichen. Das muss man ja immer da auch so im Auge behalten. Deswegen, ja, ich sehe es ein kleines bisschen kritisch, wenn da so was dann letztendlich vor Gericht landet.

Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass das auch einer der Angriffspunkte des Anwalts von Tarek S. war. Es ging während des Prozesses natürlich auch um seine Persönlichkeit. Er wird in dem Urteil aufgrund von Angaben einer Sachverständigen beschrieben als Zitat, Haltlosen Mann der Struktur, Verlässlichkeit und Orientierung suche, der sich nach einer inneren Richtschnur sehne, dazu die aktive Hinwendung zum Glaubensuche und gesucht habe und bei dem aufgrund in seiner Persönlichkeitsentwicklung und seiner sozialen Schwierigkeit Strukturdefizite vorlegen, in die radikale Ideologien perfekt hereingepasst haben.

Das heißt, die Sachverständigen sind der Meinung, aufgrund seines Lebens, aufgrund seiner Persönlichkeit ist er anfällig gewesen für so eine Radikalisierung, für den Salafismus. Vielleicht auch für andere Extremismus. Man weiß es nicht, aber bei ihm war es eben nahe. Er ist halt in die Salafisten-Schiene gegangen.

Richtig. Auch seine familiäre Situation soll wohl laut Gutachterinnen da auch reinspielen. Also wie gesagt, sein ganzes Leben, worüber wir schon gesprochen haben. Soll wohl dazu, oder vor der Radikalisierung, worüber wir anfangs gesprochen haben, soll wohl dazu geführt haben, dass er anfällig ist, sich zu radikalisieren.

Ja, und offenbar fand er einen gewissen Rückhalt bei seinem Chat-Partner. Weshalb auch, wie ich es gerade schon gesagt habe, während des Prozesses oft diese Rolle von diesem Nachrichtendienst. Diese marokkanische. Ja, während der Anschlagspionel im Teil thematisiert wurde. Ich hab's ausgeführt. Es ist natürlich immer so ein bisschen die Frage.

Wirklich eine Gratwanderung. Wie wichtig man dann letztendlich diese Aussagen erhält beziehungsweise, was für Erkenntnisse es noch drum herum gibt. Zu wie viel ist er letztendlich verurteilt worden? Ich hab's mir eben noch angeguckt, ich muss gestehen, ich hab's vergessen, ich meine, es waren acht Jahre.

Lukas, wie wird es mit Tarek S weitergehen? Wird er dem IS abschwören oder sobald er rauskommt den nächsten Anschlag planen? Ja. Du kennst mich, ich bin nicht so der Mensch für Spekulation. Ich könnte es dir beim besten Willen nicht sagen. Bei dem, was ich nur bisher weiß, kann ich nur sagen, die Sicherheitsbehörden werden definitiv Tarek S sehr, sehr eng begleiten während seiner Haftstrafe und auch nach seiner Zeit wahrscheinlich sehr, sehr eng begleiten.

Egal in welche Richtung es für ihn geht. Wollen wir hoffen. Tarek S. zieht mit zwanzig Jahren in den heiligen Krieg nach Syrien. Kampffenname Osama der Deutsche. Nach seiner Rückkehr, wirter zu fünf Jahren Haft verurteilt. Tarek S. nimmt an einem Aussteigerprogramm teil und scheint dem IS abgeschworen zu haben.

Doch das war vielleicht nur Strategie. Er war... zurückgekehrt, um hier in Deutschland einen Terroranschlag zu verüben. Es erneut festgenommen und zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Und das war es für heute mit dem True Crime Podcast der neuen westfälischen Redaktion.

Hatte Josephine Stein und zu Gast war der NW-Kollege Lukas Prekenkamp. Vielen Dank, Lukas. Immer wieder gerne. Weitere packende Kriminalfälle aus unserer Region auch jederzeit auf nw.de und in der nw-plus-app in der Serie OVL Crime. Wir freuen uns über Fragen, Anregungen und Kritik zu diesem Podcast.

Und natürlich überwünsche, welche Ostwestfälle wir demnächst für euch besprechen sollen. Schreibt uns eine E-Mail an podcast.nw.de. Mein Name ist Birgit Gottwald. Bis bald.

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