
35| Autobahnpolizei: Das erlebt Eric bei 180 km/h
Freitag, 8. Mai 2026 · 26 min
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Shownotes
Blaulicht, Sirene, Funkgerät – und plötzlich geht alles ganz schnell. Die Autobahnpolizei ist im Einsatz. Eric begleitet sie einen Tag und eine Nacht lang. Er rast mit dem Streifenwagen über die Autobahn, funkt mit der Leitstelle, sichert Unfallstellen ab und merkt schnell: Dieser Job ist gefährlicher und anspruchsvoller, als man von außen denkt – besonders im Dunkeln. Eric darf selbst mit anpacken, Warnfackeln legen, Funkdurchsagen machen und erlebt, was passiert, wenn auf der Autobahn etwas schiefgeht.
Warum kontrolliert die Autobahnpolizei Fahrzeuge? Wieso sind Sicherungen auf der Fahrbahn lebenswichtig? Was kann alles plötzlich auf der Straße landen – und wie reagieren die Einsatzkräfte in solchen Momenten?
Und dann bleibt noch eine Frage: Was hat all das eigentlich mit euch zu tun, die ihr hinten im Auto sitzt – und euch auf langen Autobahnfahrten oft einfach nur langweilt?
Die Antworten gibt's in dieser Folge. Hört also rein!
Moderation: Eric Mayer
Expert/innen: Philip Esser, Elena Schaub
Autor/innen dieser Folge: Susanne Dittebrand, Lena Kohlwes, Ilka Wensing
Sounddesign: Joé Fleischhauer
Produktionsleitung und Redaktion Kugel und Niere: Michael Bartlewski
Produktionsmanagement ZDF: Markward Barollo, Sylvia Wahmes
Redaktion ZDF: Brigitte Böttcher, Susanne Dittebrand
Leitung der Sendung: Silke Penno
Kontakt: wissendrin@zdf.de
Diesen Podcast und viele TV-Folgen der Sendung PUR+ findet ihr auf: kurz.zdf.de/J569/
Transkriptvom Podcast bereitgestellt · Zeitmarken springen hin
Hi Leute, hier ist Erik. Wir starten diese Folge mit etwas, was die meisten von euch ziemlich langweilig finden. Jetzt denkt ihr vielleicht, hä? Langeweile? Warum sollte man denn damit eine Folge beginnen? Aber ich erkläre euch, was das mit unserem heutigen Thema zu tun hat. Also, stellt euch vor, ihr seid mit euren Eltern oder anderen Erwachsenen im Auto unterwegs.
Schon ewig. Ihr sitzt auf der Rückbank und könnt natürlich nicht rumlaufen. Neben euch nervt vielleicht ein Geschwisterkind. Draußen sieht alles gleich aus. Graue Autobahn. Boah. Und ihr fragt zum hundertsten Mal, wann sind wir denn endlich da? Autobahnfahrten können so öde sein. Aber jetzt kommt das Verrückte.
Genau diese Langeweile ist eigentlich ein gutes Zeichen. Denn, dass euch langweilig ist, bedeutet auch, dass auf der Autobahn nichts passiert, dass ihr keinen Unfall habt und ihr nicht irgendwelchen Gegenständen auf der Fahrbahn ausweichen müsst. Dafür sorgt. Die Autobahnpolizei. Wie sie das macht, das wollte ich für euch rausfinden und habe sie begleitet. Einen ganzen Tag, sogar eine ganze Nacht.
Und dabei habe ich Sachen erlebt, die alles andere als langweilig waren. Boah, das finde ich jetzt schon krass. Wir laufen mitten auf der Das ist für mich nicht mehr eine Wohlfühlgeschwindigkeit. Das kann ich nicht machen, wenn ich es jetzt hier verkacke. Ich finde, man kriegt direkt dieses Gefühl in der Dunkelheit.
Das ist einfach noch mal gefährlicher. Dass wir mal was über das Thema Polizei im Podcast machen sollen, das hat sich übrigens auch Hörer Jannik in einem Kommentar gewünscht. Kein Problem. Also, los geht's. Ihr hört Wissen drin, den Podcast von PUR+. Mit mir, Erik. Ich bin auf der Suche nach Antworten, die sich oft nur durch Ausprobieren finden lassen.
Meine Mission, was andere nur wissen, will ich mit euch erleben. Meine Zeit bei der Autobahnpolizei startet mit der Frühschicht, morgens um 6 Uhr. Und ich kann euch sagen, so richtig fit bin ich noch nicht, als ich die beiden Autobahnpolizisten Elena und Philipp vor der Polizeiwache treffe. Elena ist mit kleiner Unterbrechung schon seit sieben Jahren dabei, Philipp seit zwei Jahren.
Und die beiden darf ich heute begleiten. Ihr Dienstwagen steht auch schon neben uns bereit. Und der sieht erstmal aus wie ein ganz normales Polizeiauto, so mit blauen und gelben Streifen und dem Blaulicht auf dem Dach. Bevor es aber auf die Autobahn geht, steht noch eine zwar unspektakuläre, aber echt wichtige Aufgabe an.
Wir müssen erstmal schauen, ist das Fahrzeug überhaupt fahrbereit? Ist alles da, was wir brauchen. Okay, also erstmal so einen Check vorher machen sozusagen. Diesen Check machen die Polizistinnen und Polizisten vor jeder Schicht. Denn am Auto muss alles funktionieren. Das Auto ist quasi unsere Lebensversicherung.
Dafür schauen wir uns zuerst die Reifen an. Die müssen genug Profil haben. Das sind die Rillen in der Oberfläche. So ähnlich wie das Profil in euren Schuhsohlen. Wenn die Reifen zu glatt sind, weil sie abgefahren wurden, kann das Auto leichter rutschen. Und das ist bei den hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn besonders risikoreich.
Jetzt checken wir noch, ob wir alles dabei haben, was wir brauchen. Vor allem, um später Einsatzorte abzusichern. Wichtig dafür sind zum Beispiel Warnfackeln. So eine Fackel ist ungefähr so groß wie ein langes Lineal. Ihr könnt sie euch ein bisschen vorstellen wie ein sehr großes, dickes Streichholz.
Statt dem roten Streichholzkopf an der Spitze hat sie einen roten Deckel. Elena zeigt mir, wie man eine Warnfackel benutzt. Also wir drehen einmal hier oben den Deckel ab. Machst du jetzt eine an? Na klar. Okay, kann ich die auch anmachen? Ja, deswegen zeige ich dir das so. Du kannst es einem quasi parallel machen, einmal abdrehen oben. Ja.
Ist ein bisschen wie so ein Silvesterfeuerwerk. Mit dem Deckel muss ich jetzt einmal ganz schnell an der Spitze der Fackel entlang reiben, damit sie sich entzündet. Einmal hier dran halten, wie beim Streichhals, wie du es eben gesagt hast. Und zack. Und es knallt auch so ein bisschen? Genau. Unsere Fackeln fangen an zu rauchen. Dann leuchten sie ganz hell auf.
Die Polizistinnen und Polizisten legen solche Fackeln auf die Fahrbahn, wenn dort zum Beispiel ein Unfall passiert ist. So sehen andere Autofahrerinnen und Autofahrer besser, dass sich eine Unfallstelle vor ihnen befindet und können vorsichtig sein. Damit meine Fackel auf dem Boden nicht wegrollt, trete ich den hinteren Teil jetzt noch platt.
Dann bekomme ich noch eine gelbe Warnweste, damit mich auch jeder sieht und mir nachher bei den Einsätzen nichts passiert. Und dann geht's auch endlich los, auf die Autobahn. Elena fährt, Philipp sitzt nebendran und ich auf der Rückbank. Wo fahren wir denn jetzt eigentlich hin? Wir fahren jetzt erstmal direkt auf die Autobahn und dann gucken wir mal, was passiert.
Also es gibt kein Ziel, es ist für euch ja sowas wie eine, wie nennt ihr das, ist das Streife? Genau. Streife fahren, das machen die beiden meistens in der Nähe von Frankfurt und fahren dabei 300 bis 600 Kilometer am Tag. Wow! Das ist richtig viel. 600 Kilometer, das ist fast einmal quer durch ganz Deutschland.
Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus? Was für Aufgaben, Herausforderungen können da so auf euch warten? Es ist immer unterschiedlich. Wir können viele verschiedene Unfälle haben. Wir können Pannfahrzeuge haben, die jetzt auf der Fahrbahn liegen sind. Wir können Lkw-Reifenteile auf der Fahrbahn haben oder auch alles Mögliche an Gegenständen, was hier auf der Fahrbahn liegt.
Wie gesagt, alles, was sich rund um den Verkehr einfach dreht. Und dann kommt auch schon der erste Funkspruch bei uns im Auto an. Fahrerin Elena muss sehr aufmerksam sein, um Funksprüche aus der Leitstelle zu hören. Denn die sagen ihr, wo sie gerade gebraucht wird. Ach du Scheiße. Jetzt muss es schnell gehen.
Und das heißt für Elena, ordentlich auf die Tube drücken. Also ich merke es auch, die Geschwindigkeit nimmt rapide zu. Wir sind jetzt schon bei 170 und ihr habt auch das Blaulicht angemacht. Damit ihr euch ein bisschen vorstellen könnt, wie schnell wir hier unterwegs sind. Die meisten Autofahrer fahren langsamer als 130 Kilometer pro Stunde.
Da sind wir jetzt also viel schneller unterwegs. Deshalb ist es auch wichtig, dass Elena mit Blaulicht und Sirene auf uns aufmerksam macht. Wenn die Autos uns sehen oder hören, wissen sie, aha, jetzt müssen sie eine Rettungsgasse bilden. Also Autos auf der linken Spur ganz nach links, Autos auf den anderen Spuren weit nach rechts.
So können wir jetzt noch schneller fahren und kommen gut durch. 180, das ist jetzt schon so eine für mich nicht mehr Wohlfühlgeschwindigkeit. Um bei dieser Geschwindigkeit immer hoch konzentriert und sicher fahren zu können, machen die Beamtinnen und Beamten übrigens regelmäßig ein spezielles Fahrtraining.
Aber zurück zu unserem Einsatz. Jetzt reduziert Elena wieder ihre Geschwindigkeit, weil wir dem Unfallort näher kommen und plötzlich fängt sie auch noch an, in Schlangenlinien zu fahren. Sie fährt über die beiden rechten Fahrbahnen, ein anderes Polizeiauto neben ihr macht das gleiche auf den linken Spuren.
Und Beifahrer Philipp hat auch eine Aufgabe. Philipp hat nach hinten oben Blaulicht in den Balken angemacht, nicht überholen. Und dann werden wir alle Fahrzeugteilnehmer auf allen Spuren mitteilen, dass sie uns nicht mehr zu überholen haben. Und dann baut sich hinter uns nach und nach ein Stau auf. Und das ist ja auch unser Ziel.
Durch das Schlangenlinienfahren und den Überholverbot-Hinweis auf dem Auto zwingen wir alle Autos, hinter uns langsamer zu fahren und auch hinter uns zu bleiben. Dadurch fahren alle Autos sehr langsam auf die Unfallstelle zu. Und das schützt alle Verkehrsteilnehmenden, Unfallbeteiligten und gibt den Einsatzkräften gleichzeitig mehr Platz, um die Unfallstelle möglichst gefahrenfrei abzusichern.
So kommen auch wir jetzt sicher am Unfallort an. Und jetzt sehen wir da vorne auch ein Auto mit Warnblinker. Das ist er wahrscheinlich. Feuerwehr ist schon vor Ort. Als wir langsam an die Unfallstelle ranfahren, prasseln ganz viele Eindrücke auf mich ein. Das erste, was ich sehe, ist ein großes rot-gelbes Feuerwehrauto, das auf dem rechten Standstreifen steht und das Blaulicht anhat.
Die Feuerwehrleute haben die Unfallstelle mit Warnschildern schon abgesichert. Als wir am Feuerwehrauto vorbeifahren, sehen wir neben weiteren Feuerwehrautos den verunfallten LKW, der auch auf dem rechten Standstreifen steht. Darunter eine große Pfütze. Das heißt, da läuft wahrscheinlich das Benzin aus, der Diesel.
Diesel ist der Treibstoff des LKW und wenn der ausläuft, ist das gar nicht gut. Denn Diesel ist giftig und darf nicht in den Boden sickern. Und genau darum kümmern sich schon etliche Feuerwehrleute. Sie streuen ein rotes Pulver auf die Dieselpfütze und verteilen es mit Besen. Dieses Pulver saugt die Flüssigkeit auf und kann dann später im Sondermüll entsorgt werden.
Die Feuerwehrleute haben das also zum Glück voll im Griff. Elenas Aufgabe ist hier, die Papiere des Fahrers zu checken und alle Angaben aufzuschreiben. Also zum Beispiel, ob er einen gültigen Führerschein hat und wie er versichert ist. Und er muss mit seinem Ausweis nachweisen, wer er ist. Der Fahrer erzählt ihr auch, wie es genau zu dem Unfall gekommen ist.
Er hat mir dann gesagt, dass von einem anderen LKW was runtergefallen ist und er konnte nicht mehr ausweichen, ist drüber gefahren. Und das hat ihm seinen Tank zerfetzt oder was? Wenn Ladung nicht gut festgemacht ist, dann kann was runterfallen und liegt plötzlich auf der Straße. Und das kann zu ganz schön kritischen Situationen führen, wenn andere Fahrzeuge drüberfahren oder plötzlich ausweichen müssen.
Die Autobahnpolizei kontrolliert deshalb regelmäßig, ob große Ladungen sicher transportiert werden und räumt verlorengegangene Gegenstände so schnell wie möglich weg, damit Unfälle gar nicht erst passieren. Hier auch eine Bitte an euch. Werft niemals Gegenstände auf die Fahrbahn, denn die können für andere gefährlich werden.
Zum Glück ist in diesem Fall niemand verletzt worden. Der Fahrer konnte rechts auf den Standstreifen fahren und anhalten. Die Unfallstelle um den LKW ist abgesichert, der Abschleppdienst ist bestellt. Elena hat alle nötigen Daten aufgenommen. Für uns bleibt hier nichts mehr zu tun. Also geht's zurück ins Auto. Die Streife wird fortgesetzt. Elena und Philipp haben eine Überraschung für mich.
Ab jetzt darf ich vorne sitzen und ich bekomme sogar eine eigene Aufgabe. Das heißt auch funken und mit auf die Straße achten. Ich darf auch funken? Das volle Programm. Okay, dann gehe ich nach vorne. Ich setze mich also auf den Beifahrersitz, Elena übernimmt wieder das Steuer und Philipp geht nach hinten.
Vorne im Polizeiauto mitfahren, das ist schon ganz schön cool. Von hier aus habe ich alles im Blick. und dann kommt auch direkt meine Aufgabe. Das heißt, der Leitstelle berichten, dass am Unfallort alles geklärt ist und wir wieder bereit für einen neuen Auftrag sind. Sowas habe ich vorher noch nie gemacht. Kleiner Funfact, ganz Frankfurt hört dich dann jetzt. Ja, das stimmt. What? Ja.
Jetzt bin ich wirklich aufgeregt. Ja. Leute, das kann ich nicht machen. Doch. Wenn ich es jetzt hier verkacke. Nein, du kannst dich verkacke. Das geht los, ja. Genau, du drückst hier 5, lange gedrückt halten. Lange gedrückt halten. Ja. Ja, loslassen. Den Funkspruch hat mir Elena natürlich vorher gesagt.
Für Sie und die 64. Ja, 64. Der Lkw-Dieseltank war aufgerissen und Diesel ist ausgelaufen. Die Feuerwehr hat sich um den Diesel gekümmert und auch abgepumpt. Wir waren so lange vor Ort, bis die Autobahnmeisterei aufgetaucht ist. Das ist jetzt passiert. Deswegen sind wir jetzt wieder losgefahren und haben damit abgeschlossen.
Abschleppdienst kommt. Abschleppdienst kommt. Boah, ganz schön aufregend. Aber ich glaube, ich habe mich ganz gut geschlagen. Elena ist auf jeden Fall zufrieden. Sehr gut. Guck mal, was kommt. Hast du gemerkt, ich habe versucht, auch so ein bisschen so einen coolen Polizeiton reinzunehmen. War auf jeden Fall dabei.
Schreibt mir doch mal in die Kommentare, wie ihr das seht. Also ich denke mal, meine Karriere im Polizeidienst. Ja. Kann starten. Wobei, das würde ich eher nicht machen. Sonst kann ich ja keine Podcasts und Videos mehr für euch produzieren. Aber jetzt wieder zurück auf Streife. Weil ich das mit den Gegenständen auf der Fahrbahn spannend finde, will ich das nochmal genauer wissen.
Was sind denn so kuriose Sachen, die man auf der Straße findet? Das fängt bei Schuhen an, geht über Kleidungsstücke bis hin zu Möbelstücken. Möbelstücke? Ja. Echt jetzt? Ja, wirklich. Hast du schon mal ein Möbelstück gesehen? Ja, vor mir ist tatsächlich mal ein Sofa aufgetaucht. Das hört sich ja erstmal ganz lustig an. Einige Situationen, in die Autobahnpolizistinnen und Polizisten geraten, können aber auch sehr belastend sein.
Es gibt bestimmt auch Geschichten, wo man vielleicht nicht so gerne daran zurückdenkt, oder? Ja, schwere Unfälle. Davon gibt es tatsächlich relativ viele. Und da ist natürlich dann auch, wenn dann Menschen zu Schaden kommen, also sterben, ist das dann natürlich schon auch für uns in einer gewissen Art und Weise belastend.
Solche Situationen müssen die Polizistinnen und Polizisten dann erstmal verarbeiten. Reden ist das Einzige, was da wirklich hilft. Mit wem redest du da? Mit Kollegen viel, vor allem auch die, die dann mit dabei waren, weil das sind die, die dann auch eben selber die gleichen Erlebnisse hatten. Aber wir haben auch bei der Polizei extra Kollegen beziehungsweise den zentralpsychologischen Dienst, der einem da dementsprechend bei solchen Sachen auch Unterstützung gewährleisten kann.
Ich finde, das muss man immer im Kopf behalten. Was die Autobahnpolizei da leistet, ist eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Und wir alle sollten beim Fahren so rücksichtsvoll und vorsichtig sein, dass die Autobahnpolizei so wenig wie möglich zu tun hat. Gleich ist Dienstschluss. Für uns geht es jetzt zurück auf die Wache.
Bevor es morgen mit meiner zweiten Fahrt, der Nachtschicht, weitergeht, steht jetzt Büroarbeit an. Zu jedem Einsatz müssen nämlich Berichte geschrieben werden, in denen zum Beispiel der Ablauf des Unfalls und alle Daten der Beteiligten dokumentiert werden. Auch das gehört zur Arbeit von Elena und Philipp.
Was die Autobahnpolizei sonst noch für Aufgaben hat, das erfahrt ihr jetzt in unserem Besser Wissen drin. In Deutschland gibt es 122 durchnummerierte Autobahnen. Auf ihnen darf man schneller fahren als auf anderen Straßen. Deshalb kommt man über längere Strecken hier besonders schnell voran. Zusammen sind alle Autobahnen in Deutschland über 13.000 Kilometer lang.
Das ist ungefähr so lang wie ein Drittel um die Erde. Da gibt es viel zu tun. Neben den Aufgaben, die ihr bereits gehört habt, ist die Hauptaufgabe der Autobahnpolizei die Gefahrenabwehr. Also zu verhindern, dass überhaupt etwas passiert. Dafür achten sie vor allem auf Verhalten der Verkehrsteilnehmenden, das gefährlich werden kann und manchmal auch gar nicht erlaubt ist.
Zum Beispiel, wenn jemand beim Fahren auf sein Handy statt auf die Straße guckt. Wenn jemand zu schnell ist, riskante Überholmanöver macht oder zu dicht auffährt. Und ja, dann jagt die Autobahnpolizei diese Raser und Rängler auch. Wenn jemand nicht angeschnallt ist und vielleicht sogar im Auto tobt und Quatsch macht.
Oder wenn jemand sonst auffällig fährt. Dann greift die Polizei ein, hält die Fahrzeuge an und überprüft, ob die Fahrerin oder der Fahrer einen gültigen Führerschein hat und ob er oder sie Alkohol getrunken oder Drogen genommen hat. Die Autobahnpolizei hilft übrigens auch anderen Behörden wie der Bundespolizei, dem Zoll oder ausländischen Polizeien.
Sie suchen zum Beispiel nach bestimmten Personen oder Fahrzeugen oder verfolgen Straftaten wie zum Beispiel Fahrerflucht. Besser Wissen drin. Am nächsten Tag treffe ich Elena und Philipp wieder. Diesmal am Abend. Die Autobahnpolizei ist rund um die Uhr im Einsatz, damit immer jemand da ist, wenn ein Unfall passiert oder jemand andere Verkehrsteilnehmende in Gefahr bringt.
Deshalb gibt es auch Nachtschichten. Als ich ankomme, ist es bereits dunkel. Elena steht schon bereit. Ihr seid schon hier am Auto checken? Hallo Erik, ja, natürlich. Alles schon gecheckt? Natürlich. Dann kommen wir los. Los geht's und ich darf wieder vorne sitzen. Neben mir sitzt diesmal Philipp am Steuer.
Wir sind gerade losgefahren, da erreicht uns schon der erste Funkspruch. Ein Lkw wollte nach links fahren und hat dabei ein Auto übersehen und gestreift. Es ist noch niemand am Unfallort, um diesen abzusichern. Das ist jetzt unsere Aufgabe. Also muss es wieder schnell gehen. Blaulicht an und ab zum Unfallort.
Wir rasen im Polizeiauto über die Autobahn. Jetzt, im Dunkeln, kann man viel weniger sehen. Boah, ich find das aber auch grad voll hart, wie du hier im Dunkeln fährst. Das ist nochmal ein ganz anderes Feeling. Ein bisschen ein mulmiges Gefühl bekomme ich da schon. Aber ich vertraue Philipp voll und ganz. Der macht das schließlich jeden Tag.
Und dann sehen wir die Unfallstelle vor uns. Der LKW steht auf der rechten Fahrbahn. Rechts daneben das Auto, das mit dem LKW zusammengestoßen ist. Die Fahrer stehen neben ihren Autos. Sie sind zum Glück nicht verletzt. Puh. Wir halten hinter dem Unfall an. Und jetzt gilt es, den Unfallort so schnell wie möglich abzusichern, damit keines der nachfolgenden Autos auch noch in die stehenden Fahrzeuge reinrast.
Und dabei darf ich helfen. Aus dem Kofferraum des Polizeiautos schnappen Philipp und ich uns Warnhütchen und Warnfackeln. Ihr erinnert euch, das sind die Fackeln, die rauchen und ganz hell leuchten. Damit laufen wir jetzt von der Unfallstelle etwas weg, um mit Abstand die Sicherung aufzubauen. Boah, das finde ich jetzt schon krass. Wir laufen mitten auf der Straße hier.
Vor allem die Dunkelheit macht meine Aufgabe ganz schön gefährlich. Dass die beiden Autos auf der Fahrbahn stehen und nicht fahren, ist nämlich gar nicht so einfach zu erkennen. Andere Autos könnten den Unfall deshalb übersehen, besonders wenn er noch nicht abgesichert ist, so wie gerade. Aber auch uns können die AutofahrerInnen in der Dunkelheit schlechter sehen.
Die Warnwesten sind deshalb im Dunkeln umso wichtiger. Man sieht uns eigentlich nur, wenn wir Warnwesten anhaben, da sieht man uns an. Ja, weil guck mal, man sieht das natürlich direkt, ohne die Warnweste ist man wie nichts eigentlich, wie ein schwarzes Loch. Beim Nachtdienst ist es tatsächlich einfach wirklich lebensrettend.
Philipp stellt schon die ersten Hütchen auf und ich zünde die Warnfackel an, so wie Elena es mir gezeigt hat. Also Deckel runter und mit dem Deckel an der Spitze der Fackel reiben, wie bei einem Streichholz. Die Warnfackel muss ich jetzt zwischen die ersten Hütchen legen. Gerade in der Dunkelheit helfen sie dabei zusätzlich zu den Hütchen, dass die anderen Autofahrerinnen und Autofahrer den Unfall rechtzeitig bemerken und vorsichtig daran vorbeifahren können.
Um sie an die richtige Stelle legen zu können, muss ich aber ganz schön nah an den anderen Fahrstreifen, auf dem die Autos an mir vorbeirasen. Und die fahren nämlich schon relativ schnell. Also das ist mir jetzt schon echt eine heiße Nummer hier. Mir ist ganz flau im Magen. Schnell lege ich also die brennende Warnfackel neben dem Hütchen ab.
Ich drehe jetzt platt wieder hinten und gehe mal wieder direkt aus der Gefahrenzone, weil das finde ich schon ein bisschen krass. Schnell hinter die Leitplanke. Da bin ich sicherer und kann ein wenig durchatmen. Philipp ist noch auf der Fahrbahn und stellt die restlichen Hütchen auf. Um zurück zum Polizeiauto zu kommen, läuft er jetzt rückwärts.
So hat er die fahrenden Autos immer im Blick. Deshalb immer den Verkehr beobachten, was passiert, dass man zur Not wirklich noch zur Seite springen kann oder den Fahrzeugen ausweichen kann. Ist dir das schon mal passiert, dass ein Auto in so eine Absperrung reingefahren ist? Das kommt leider öfters vor. Echt?
Krass, also mir haben schon ordentlich die Knie gezittert, als ich auf der Fahrbahn unterwegs war. Für Philipp und seine Kollegen ist das Alltag. Das ist schon ein gefährlicher Job, den ihr habt, oder? Ja. Denkt ihr da dran? Man muss dran denken. Wenn man nicht dran denkt, dann begibt man sich dadurch immer wieder in eine Gefahr.
An der Unfallstelle haben wir jetzt alles gut abgesichert. Und Elena hat wieder die Daten der Beteiligten aufgenommen und die Schäden dokumentiert. Es gab zum Glück keine Verletzten und LKW und Auto konnten weiterfahren. Unser Teil ist hier damit erledigt. Zusammen und steigen wieder ins Auto. Ich darf wieder vorne sitzen und den Funkspruch absetzen.
Wir haben die Unfallstelle jetzt verlassen, haben den Unfall aufgenommen. Die beiden Beteiligten, der LKW und auch der PKW, sind weitergefahren. Unfallstelle ist jetzt gesäubert und da ist auch nichts mehr, was da noch liegt und wir fahren wieder und stehen wieder zur Verfügung. Na, das klappt doch super. Auch Elena und Philipp sind zufrieden.
Das war richtig profimäßig. So langsam komme ich rein hier. Und dann habe ich nicht nur meinen großen Moment als Funker, sondern auch als Autobahnpolizist. Vor uns fährt ein Auto, aber Moment, da stimmt doch was nicht. Der hat sein Licht nicht an. Das ist natürlich im Dunkeln nicht gut, das Licht nicht anzuhaben.
Erik, dein erstes Verkehrsdelikt, was du gesehen hast. Ich werde wohl doch noch zum richtigen Profi. Bei Dunkelheit ohne Licht zu fahren ist nämlich super gefährlich. Nicht nur für den Fahrer selbst, sondern auch für andere. Also fahren wir dem Auto jetzt hinterher. Damit der Fahrer versteht, dass er anhalten soll, wird auf dem Dach des Polizeiautos neben dem Blaulicht auch ein roter Schriftzug angezeigt.
Polizei, stopp! Der Autofahrer hat uns gesehen und fährt an den Seitenstreifen. Elena und Philipp weisen den Fahrer auf sein defektes Licht hin und checken seine Papiere. Mit denen ist alles in Ordnung. Deshalb bekommt er keine Strafe und es bleibt bei einer Verwarnung. Auch solche Kontrollen und Hinweise sind wichtig. Was wäre es denn, wenn es euch nicht gäbe? Was wäre das für eine Situation, was glaubt ihr?
Es wäre wirklich pures Chaos auf den Autobahnen. Wenn man halt Unfälle hat oder Gegenstände hat, dann müssten die Leute das selber machen mit ihren eigenen Mitteln. Und das können sie einfach nicht. Also, wenn euch oder euren Eltern etwas auf die Fahrbahn fällt oder ihr einen Gegenstand auf der Fahrbahn entdeckt, räumt diesen bitte nicht selbst weg.
Genau dafür ist die Autobahnpolizei da. Sie können den Bereich sicher absperren und den Gegenstand entfernen. Deswegen in so einem Fall immer die Polizei anrufen. Wir fahren zurück zum Parkplatz, von dem aus wir gestartet sind. Denn die Nachtschicht ist jetzt vorbei und damit auch meine Zeit bei der Autobahnpolizei.
Das waren zwei wirklich spannende Drehtage mit euch, muss ich echt sagen. Also ich fand es aufregend und spannend. Wie war es für euch? Hat es Spaß gemacht? Ja klar, also du darfst sehr gerne wiederkommen. Hast Spaß gemacht. Du hast es sehr gut gemacht, auch das mit dem Funken. War gut? Ja, funken kann ich. Das war echt super. Vor allem ist uns jetzt, glaube ich, allen nochmal klar geworden, dass wir dank euch sicher ans Ziel kommen, dass es auf den Autobahnen einfach läuft und fluppt, weil ihr eure Arbeit so gut macht, wie ihr sie macht, weil ihr euch natürlich auch in Gefahr begebt und damit dafür sorgt, dass wir alle einfach gut ans Ziel kommen. Also vielen Dank dafür. Sehr gerne.
Die Autobahnpolizei sorgt also durch Kontrollen, Absicherungen und vor allem durch das Verhindern von gefährlichen Situationen dafür, dass jede und jeder von uns so sicher wie möglich ans Ziel kommt. Und dass euch dadurch im Auto vielleicht auch ein bisschen langweilig ist, weil eben einfach nichts Schlimmes passiert.
Wenn ihr nächstes Mal unterwegs seid, schaut doch mal aus dem Fenster. Vielleicht entdeckt ihr ja ein Polizeiauto und wisst jetzt Bescheid, was die eigentlich so den ganzen Tag machen und dass sie auch für eure Sicherheit unterwegs sind. Und jetzt noch ein Tipp für einen Podcast, in dem ihr, wie bei uns ja auch, was Neues lernen könnt, aber durch Mitraten. Alle gegen Nico.
Nico nennt sich selbst Quizkönig. Gewinnen gegen mich ist unmöglich, behauptet er. In seinem Podcast Alle gegen Nico zockt um die Quizkrone, tritt er immer gegen zwei Kinder an. Und wer sind wohl die besseren Spieler? Also ich würde ja mal tippen, mit Sicherheit ihr. In jeder Folge fordern zwei Kinder Nico heraus.
Kleiner Vorteil, sie bestimmen das Thema. Die neue Staffel in der ARD-Sounds-App zum Hören und als Videopodcast in der ARD-Mediathek. Und ganz zum Ende dieser Folge gibt es auch heute wieder einen Grüße-Wunsch. Ich soll Meerschweinchen grüßen? Na gut, hier meine Grüße an Tiffy, Bert, Möhre, Ginger und Miller.
Das sind die Meerschweinchen von unserem Hörer oder unserer Hörerin mit dem Online-Namen Just a Stray Cat. Aber auch der Luca hat mir geschrieben, der mich schon mal bei einer Veranstaltung getroffen hat. Auch viele Grüße an dich, Luca. Abonniert gerne den Podcast, damit ihr keine Folge verpasst. Oder schaut doch mal auf ZDF TV vorbei.
Den Link findet ihr in den Shownotes. Purplus Wissen drin mit Erik ist eine Produktion von Kugel und Niere. Im Auftrag des ZDF und der Redaktion Purplus.