Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast

PBC Blut: Plasmaproteine und Hämostase

Montag, 27. November 2023 · 49 min

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Fresh Frozen Plasma - "Gibt im Blut, gibt ihm Blut, gibt ihm Fresh Frozen Plasma, gibt ihm Blut" - MC Proteinbauer. Genau darum soll's heute gehen. Wir starten in die Blut-Folgen mit der Hämostase. Was das mit Lachs-Sperma und Rattengift zu tun hat; findet's raus!

Hier findet ihr nochmal die passende Folge zur ⁠Histologie⁠⁠ des Blutes⁠ (tinyurl.com/his-organe-2) zum Wiederholen :)Anzeige:
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() - primäre Hämostase
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() - Fibrinolyse
() - Hemmung der Hämostase
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Okay, aber wir haben lieber das nochmal.

Gib ihm blut. Gib ihm blut. Gib ihm fresh frozen plasma, gib ihm blut.

Okay, soweit zu unserem bisschen cringigen Einstieg in die heutige Folge. Wie man vielleicht hätte merken können, geht es heute Magen. Nein, Spaß, es geht um Blut. Wir starten in unsere Doppelfolge zum Blut. Ich bin Leo.

Hi, ich bin Fabian.

Hallo, ich bin Jü. Und ihr hört gerade, sieht es in Versus den Folklinik Rapcast?

So nämlich.

Wir haben ein zweites Standbein. Ja, stimmt. Wir haben ein zweites Standbein. Okay, also zuallererst, bevor wir jetzt wirklich starten in Blut, würden wir euch bitten, wenn ihr mehr so Bock auf Histo-Blut habt, in Histo 8 Blut und lymphatische Organe 1 reinzuhören. Ich findet ihr auch bei uns im Feed.

Da geht es ein bisschen mehr so um die histologischen Hintergründe. Gerne mal reinhören, wenn so die Grundbegriffe wie Hämatokrit, Erythyt, Thrombozyt, Leukozyt und sowas ähnliches noch nicht so komplett fest sitzen. Ganz kurze Werbung.

Gerade beim Faktenlernen habe ich immer wieder mal so richtig Motivationsprobleme. Und meine Methode to go ist es deswegen, abwechselnd verschiedene Kanäle anzusteuern. Den Vorclining-Podcasts gibt es also auf die Ohren und Meditrix bietet den perfekten visuellen Input aus Merkbildern und Erklärvideos.

Und das löst jetzt nicht nur meine Motivationsproblem, sondern verknüpft auch noch diese Lerninhalte und führt deswegen nachhaltig zum Erfolg. Und vor allem in Kombi mit dem 30 bzw. 50 Tage Physikumslernplan bietet Meditrix eigentlich den perfekten Begleiter durch die Vorklinik.

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unknown Das war's schon.

Aber um alle wirklich nochmal abzuholen, von den Basics der Basics sozusagen anzufangen, haben wir noch ein paar Grundinformationen für euch, was das Blut angeht. Im menschlichen Körper haben wir so zwischen 5 bis 6 Liter Blut, also das ist unser Gesamtvolumen. Und das Blut gliedert sich aber nochmal auf.

Einmal in die zellulären Bestandteile und einmal in das Blutplasma. Pi mal Daumen haben wir so 50, 50, also 50% zelluläre Bestandteile, die im Blut vorhanden sind. Das bezeichnen wir dann wiederum auch als Hämatokrit und darunter zählen zum Beispiel Erythzyten, Thrombozyten und Leukozyten. Und in den restlichen 50%, ja, also 6 Liter mal 0,5 sind 3 Liter, das sind dann die 3 Liter Plasma.

Das besteht wiederum so Pi mal Daumen aus 90% Wasser und der Rest setzt sich zusammen aus diversen Elektrolyten und 200 Gramm Protein, die da rumschwimmen. Kleine Definition noch, also ich habe die ganze Zeit jetzt von Plasma geredet. Man hört ja in der Klinik vor allem auch manchmal so das Blutserum als Vokabular.

Das ist einfach das Plasma, das vom Fibrinogen bereinigt wurde. Und was das genau ist, das werdet ihr heute noch in der Folge hören.

Aber bevor wir jetzt zum Fibrinogen rübergehen, bleiben wir noch ganz kurz zu anderen sehr wichtigen Bestandteilen, die auch Proteine sind, die sogenannten Plasma-Proteine.

Jetzt geht es nämlich richtig rein in die Materie. Von diesen Plasmaproteinen haben wir nämlich über 300 verschiedene Proteine. Wow! Die schwimmen alle in unserem Blut umher und werden anhand von labortechnischen Untersuchungen klassifiziert. Das habt ihr bestimmt auch schon mal im Biochemie-Praktikum oder irgendwo anders gesehen, dass es da die Elektrophorese gibt.

Da wird quasi an so ein Gel wird Strom angelegt, ein Pluspol und ein Minuspol und dann ist es so, dass Proteine darin aufgetrennt werden. Und zwar wandern Proteine von der negativen Kathode zur positiven Anode. Und normalerweise entstehen so jetzt mit unseren Plasmaproteinen fünf Banden. Von der Anode bis zur Kathode hingelesen, haben wir dabei Albumin, Alpha-1-Globuline, Alpha-2-Globuline, Beta-Globuline und die schon bekannten Gamma-Globuline.

Da gehören nämlich unsere Immunglobuline, unsere zum Beispiel IgGs dazu. Und nur damit ihr euch im Klaren seid, also Anode ist ja sozusagen der am weitesten entfernte Pol, nämlich der positive Pol. Und abhängig davon, wie geladen ein Protein, ein Plasmaprotein ist und auch wie groß es ist, wandert es eben weiter oder nicht so weit in unserem Elektrophorese-Gel.

Also als Beispiel, Albumin würde jetzt am weitesten hin zur Anode wandern und die Gamma-Globuline sind quasi, kann man sagen, am größten und wandern deswegen am wenigsten weiter. So kann man es sich vorstellen.

Und wenn wir jetzt die Gel-Ektrophorese vor uns liegen haben, dann haben wir eben diese fünf Banden. Und dieses Bandmuster, das ist jetzt klinisch sogar gar nicht so unwichtig. Das ist nämlich spezifisch. Je nach Erkrankung gibt es dann mehr oder weniger von dieser bestimmten Fraktion. Als kleines Beispiel, bei Infektionen haben wir zum Beispiel leicht erniedrigte Werte vom Albumin.

Das heißt, wenn ihr euch das so bildlich vorstellt, da ist einfach dieser Gipfel nicht so hoch wie bei einem gesunden Patienten. Und dafür ist aber die Bande vom Alpha-2-Globulin leicht erhöht. Aber allgemein, bei so gesunden 0815-Otto-Normalverbrauchern ist Albumin die höchste Bande. Das heißt, nur so zur Orientierung, die ist meistens dann auch links.

Genau. Und die anderen Banden, die unterliegen aber stärkeren Schwankungen als das Albumin. Das ist meistens immer das Höchste. Zu den Plasmaproteinen lässt sich noch so ein Klausurfact festhalten. Die werden meistens in der Leber hergestellt. Außer, das ist die größte Ausnahme, die Immunglobuline. Die werden ja wiederum in den lymphatischen Organen hergestellt.

Ding, ding, ding, in C-Fragenalarm. Das ist so ein Ding, das packt man dann doch ganz, ganz gerne mal. Man könnte sich jetzt anschauen, was diese Plasmaproteine alles für Funktionen haben. Das könnte man auch abfragen. Grüße nach Mainz, wird auch gemacht. Wir beten es euch jetzt nicht vor, weil das bringt nichts.

Man muss sich einfach hinsetzen. Es gibt da so eine Liste von den 5 bis 10, 15 irgendwie sowas Wichtigsten, von denen man wissen wollte, wissen sollte, was sie machen. Aber wir wollen ja ein bisschen mehr so auf Mechanismen eingehen. Wir sind hier die Mechanisten. Genau. Deswegen suchen wir uns jetzt halt eben ein paar von denen raus.

Und zwar folgendes Szenario. Es gibt nur noch ein Brötchen zum Frühstück. Wir sitzen hier beim Podcast-Wochenende. Fabian greift sich es und ich haue ihm auf die Nuss. Damit er das nicht kriegt, kriegt er so ein bisschen Nasenbluten. Eigentlich würde er mir auf die Nuss hauen, weil ich bin der Lauch und er ist der Schrank.

Also er haut mir auf die Nuss. Kuss auf die Nuss geht. Genau, also, meine Nase fängt an zu bluten und wer hätte es gedacht, ich verblute nicht. Ich laufe nicht aus bis zum Ende. Und genau dafür brauchen wir eine kleine Gruppe der Plasmaproteine. Denn. Das weiß nicht, wie ich es ein Umwelt. Was für ein Bogen, ey, wirklich so richtig.

Unnötig. Okay, es geht um Hämostase. Warum verbluten wir nicht, wenn wir uns mal geschnitten haben?

Alter, ich bin noch ganz atemlos. Aber Hämostase ist ein super relevantes Klausurenthema und also ich muss einmal kurz von mir erzählen, weil mir ging es immer so, ich fand es sehr, sehr mühselig zu lernen. Und ich musste es auch ehrlich gesagt für jede Prüfung, wo das abgefragt würde, aufs Neue lernen.

Weil es wirklich, es gab kein richtiges Schema für mich. Ich musste es einfach auswendig lernen, was für verschiedene Komplexe und Faktoren und was auch immer da abgefragt wird. Wir erklären es euch auf jeden Fall, so einfach und so gut wir können. Vielleicht noch einen kleinen Lerntipp auch dabei, wenn ihr euch das Ganze jetzt anhört, versucht es euch zu visualisieren.

Zeichnet euch das Schema der Hämostase auf, guckt euch an, was aktiviert hier was, was wird durch was gehemmt und so weiter. Grundsätzlich von der Einteilung wird die Hämostase unterteilt in die primäre und die sekundäre Hämostase. Die primäre Hämostase wird auch Blutstillung genannt. In der sekundären Hämostase geht es tatsächlich um die Gerinnung des Blutes.

Bei der primären Hämostase unterscheidet man wiederum einen vaskulären, also Gefäßanteil und einen zellulären Anteil. Das heißt, Gefäße und Zellen sind natürlich die Hauptakteure. Wenn da ein Loch im Blutgefäß ist, da ist natürlich das, wo das Blut auch ausdringt und unsere Zellen sind wiederum dafür da, um das Ganze zu verstopfen.

Die wichtigste Rolle dabei spielen Thrombozyten. Diese Thrombozyten aggregieren nämlich zu einem Tropfen, der das Blutgefäß an der betroffenen Stelle dann verschließt. In der sekundären Hämostase geht es um den Aufbau eines sogenannten roten Thrombus. Und der ist ja viel stabiler, da verfangen sich dann die Erythrozyten auch.

Deswegen rot. Genau, deswegen ist er rot. Durch plasmatische Gerinnung entsteht jetzt so ein Thrombus und den könnt ihr euch wirklich vorstellen, wie so ein Korken. Euer Gefäß hat ein Loch, da stopft ihr jetzt so einen Korkpffen rein und dann ist es dicht. Genau, und dann starten wir jetzt auch mit der primären Hämostase.

Wie der Fabian schon erwähnt hatte, kann man die primäre Hämostase ja in vaskulär und zellulär einteilen. Und ich habe mir dann das immer so vorgestellt, um überhaupt erstmal drauf zu kommen, warum diese ganzen Mechanismen da überhaupt wirken, warum muss ich denn überhaupt die vaskuläre, ja, diesen vaskulären Weg gehen.

Und es ist tatsächlich so, dass der Blutfluss, ja, also das Ganze ist ja ein Kreislauf, das fließt da durch und der muss verringert werden. Nur so können nämlich diese restlichen Mechanismen optimal unsere Verletzung versorgen. Das kann man sich so vorstellen, wenn jetzt hier zum Beispiel das Blut wie bei den Niagara-Fällen aus Leos Nase schießt, weil Fabian ihm eine runtergedonnert hat.

Ich lieb's. Immer schön auf die Nuss. Immer schön auf die Nuss. Wenn da halt wirklich so ein Wasserfall rauskommt und wir setzen das gleich wirklich so bei einem Wasser wie bei einem Wasserfall, bei einem reißerischen Fluss, da können jetzt Bauarbeiter, die da irgendwas an der Brücke zum Beispiel reparieren wollen, ja auch nicht effektiv arbeiten.

Die werden da einfach weggeschwemmt. Und eigentlich ist das genauso mit den restlichen. Fliegen den Wasserfall runter. Das ist gar nicht. Total heute, ey. Okay. Sorry, ich bestehe. Und das ist genauso eigentlich mit den anderen Faktoren, die im Blut auch so vorkommen. Die werden einfach mechanisch weggeschwemmt.

Deswegen gibt es zumal vaskuläre Mechanismen, die das Ganze dann verringern sollen.

Und außerdem muss man natürlich sagen, wir wollen durch unser Loch natürlich auch nicht unendlich viel Blut verlieren. Das heißt, dass da auch weniger Blut ankommt.

Also bei einer Gefäßverletzung, das heißt, wenn die Endothelschicht jetzt irgendwie verletzt wird, die Endothelschicht, wir erinnern uns an die Histologie, ist die innerste Wand des Blutgefäßes. Da werden Substanzen freigesetzt, die eine Vasukonstriktion bewirken. Also Vasokonstriktion, unser Gefäß zieht sich zusammen.

Dadurch wird der Blutfluss geringer. Und diese Substanzen sind primär Serotonin, ADP und Katecholamine. Und die könnt ihr euch merken, denn die kommen an einer ganz bestimmten Stelle in dieser Folge noch einmal vor.

Und die werden einfach freigesetzt, weil die so gespeichert sind in Endotelzellen und wenn die zerreißen, ist scheiße. Und das würde aber nicht reichen, wenn wir einfach nur den Zustrom zudrehen. Wir müssen auch noch versuchen, irgendwie ein paar Zellen da hinzubekommen, um das irgendwie zuzuhalten.

Und dafür der relevante Player sind unsere Blutblättchen, die Thrombozyten. Das sind letztlich kleine Abspaltungen von Megakaryozyten im Knochenmark. Formal gesehen sind das auch Zellen, aber sie haben keinen Nukleus, so wie die ganzen anderen Zellen. Die sind sehr klein und deswegen schwimmen sie nah an der Gefäßwand, also außen im Gefäß.

Das hat hemodynamische Gründe. Und es ist halt so, die werden, weil sie so klein sind, quasi von dem Blutstrom, könnt ihr euch so vorstellen, nach außen gedrückt und es macht ja auch absolut Sinn, dass sie da sind, weil sie an der Gefäßwand gebraucht werden. Und bei der sogenannten Thrombozytenagggregation lagern sich jetzt diese Blutblättchen zusammen.

Dafür müssen sie erstmal primär aktiviert werden. Bei einer Gefäßverletzung ist ja vor allem, also alle Wandschichten sind meistens betroffen, aber zunächst mal ist ja das Endothel-Effekt, unsere innerste Gefäßwandschicht. Und die liegt jetzt direkt am Blutstrom. Und bei diesem Riss im Endothel werden die inneren Wandschichten frei und kommen in Kontakt zu dem Blut.

Und das ist quasi der relevante Faktor für die Thrombozytenaggregation. Weil in der inneren Wandschicht da befinden sich jetzt bestimmte Proteine, wie zum Beispiel unser Kollagen. Jetzt könnte man ja meinen, okay, also wir haben da jetzt unser Kollagen, super, und das bindet jetzt an unseren Thrombozyten.

Ja, jetzt könnte es ja so einfach sein und wir sind es ja schon gar nicht mehr anders gewohnt, es ist doch irgendwie wieder anders und zwar entsteht zwischen dem Thrombozyten und unserem Kollagen jetzt eine Brücke. Und die wird durch den von Willebrand-Faktor gebildet. Weil, ja, warum eigentlich? Keiner weiß es so ganz genau oder wir zumindest nicht, aber er hat auf jeden Fall eine wichtige Funktion als Brücke und auch noch eine verstärkende Wirkung auf diese fucking Aggregation.

Und von wem wurde sie entdeckt?

Der von Willebrand-Faktor wurde Surprise von Erik von Willebrand-Fakt entdeckt. Der von Willebrand-Faktor ist formal ein Glykoprotein und wird von den Endothelzellen und von Megakaryozyten synthetisiert. Wenn das Ganze dann fertig synthetisiert wurde, wird der Faktor ins Subendotel eingelagert oder zirkuliert frei in der Blutbahn, beziehungsweise nicht frei in der Blutbahn, sondern im Komplex mit dem Gerinnungsfaktor 7 in der Blutbahn, zirkuliert der dann durch den ganzen Körper.

Wir können uns also vorstellen, hatte Fabian ja gemeint, dass der von Willebrand-Faktor eine Brückenfunktion und auch eine verstärkende Funktion auf die primäre Hämostase hat. Das heißt, wenn wir diesen Faktor eben nicht haben oder wenn der Faktor defekt ist, dann haben wir eine verzögerte Blutstellung.

Das ist bei dem von Willebrandt-Syndrom der Fall. Genau, aber auf molekularer Ebene, wie agiert denn jetzt der von Willebrand-Faktor?

Ja, unser toller von Willebrand-Faktor bindet jetzt das Kollagen des Subendothels und bindet auch an den von Willebrand-Rezeptor. Auf den Thrombozyten, das sind ja alles so Glykoproteine. Das heißt, dieser von Willebrand-Rezeptor kann auch beschrieben werden als Glykoprotein 1b85-Rezeptorkomplex. Keine Angst, das muss man nicht wissen.

Man muss wissen, dass es ein Glykoprotein ist. Ja, also so ein bisschen die Frage nach der Didaktik hier, aber dann, dann war es nur für den Flex. Okay, wir geben es zu. Also, ne, hier von Willebrandt-Rezeptor auf unseren Thrombozyten. Da bindet jetzt unser von Villebrand-Faktor dran. Er wird registriert und das führt zu einer Konformationsänderung eines anderen Rezeptors auf den Thrombozyten und das ist der Fibrinogenrezeptor.

Glykoprotein 2B3A. Okay. Unser Fibrinogenrezeptor wird dadurch aktiviert. Jetzt kann unser Fibrinogenrezeptor, Fibrinogen, macht Sinn, Fibrin und weitere von Willebrand-Faktoren binden. Also man kann sich jetzt so vorstellen, unser Thrombozyt streckt jetzt quasi die Fühler auf alle Seiten aus und kann ganz viel von diesen Gerinnungsfaktoren und Stoffen erkennen.

Im Resultat haben wir ganz viele Quervernetzungen zwischen den Thrombozyten mit der Matrix und auch den Thrombozyten untereinander. Ihr merkt schon also, das Ganze geht in Richtung Tropfen.

Genau, weil quasi der eine Thrombozyt hält die eine Seite von dem Faktor und der andere Thrombozyt hält die andere Seite von dem Faktor. Und dann halten die sich quasi so ein bisschen, die halten quasi gemeinsam Stock fest irgendwie.

Ja, so ist es, weil das letztlich die Stabilität dann ausmacht. Genau. Und ganz allgemein ist eben zu sagen, dass Thrombozyten allerhand Rezeptoren haben, die sich wiederum nach CD-Klassifikation, die kennt ihr schon von unseren Immunzellen aus den Immunologiefolgen und auch den Glykoproteinen, nach denen lassen sich diese Rezeptoren auch wiederum durchnummerieren.

Aber das ist alles sehr spezifisches Wissen, wie wir jetzt hier schon ausreichend herumgeflext haben und eigentlich nicht wirklich klausurrelevant.

Das, was der Fabian gerade beschrieben hat, also die Aktivierung durch den von Willebrand-Faktor, da spricht man von der primären Thrombozytenaktivierung. Es gibt jetzt noch eine sekundäre und die hat eher so verstärkende Funktionen. Allgemein bei der Blutstillung, Blutgerinnung lässt sich festhalten, dass hier ganz viel mit Kaskaden gearbeitet wird.

Also ganz, ganz viele selbstverstärkende Prozesse ablaufen. Und auch hier ist das so, dass bei der sekundären Aktivierung die Thrombozyten eben sogenannte Granula besitzen. Die sind dann im Thrombozyd drin und sind mit verschiedenen Stoffen gefüllt. Wenn die Thrombozyten jetzt aktiviert werden, dann schütten sie diesen Granula-Inhalt aus.

Und der besteht nämlich aus ADP, Serotonin, PAF, also Platelet Activating Factor, PDGF, Platelet Derived Growth Factor und Calcium und allerhand weiterer schöner Stoffe. Und die bewirken dann an dieser Stelle, wo die ausgeschüttet werden, eine Thrombozytenaggregation und nochmal Vasekonstruktion.

Ganz kurz, ich möchte mal hervorheben, wie krassiös, weil im Skript steht nur PAF und PDGF und er hat die quasi aus der Kalten jetzt quasi rausgehauen. Alter!

Stopp! Das ist der Ware-Reflex. Stopp, stopp, stopp. Das haben wir beim Besprechen einmal.

Okay. Oder Wald. Stopp, stopp. Ohne Scheiß, ich hättest du einmal darstellen können, wie der Folk liegen Gottness. Aber ich finde, es spricht für you. Mehr Transparenz.

Also die Blappen zusammen, was passiert? Letztendlich haben wir ja jetzt den weißen Thrombus. Der ist entstanden, aber beim weißen Thrombus ist jetzt das Spezielle, dass der noch zu instabil ist, um eben ein Milieu zu schaffen, wo diese Verletzung des Gefäßes versorgt werden könnte. Der Blutstrom würde den einfach so mitreißen.

Genau, so, aber jetzt ist, bevor wir jetzt weitergehen. Cliffhanger. Genau. Die Frage, es wäre natürlich wirklich selten dämlich, wenn das Ganze einfach mal so spontan irgendwo mal abgeht, weil so Thrombose ist scheiße, Thrombose im Herz ist doppelt scheiße, in der Lunge nochmal und im Kopf auch. Und deswegen ist die Frage, was können wir dagegen tun, dass die Thrombozyten mal chillen, wenn sie kein kaputtes Gefäß finden.

So, eine Thrombose, das will niemand. Und wie es jetzt immer wieder so schön ist, dieses System lebt auch von Homöostase. Das heißt, wir brauchen jetzt auch wieder Hemmung. Unsere Thrombozytenhemmung passiert durch Faktoren, die vom Endothel ausgeschüttet werden und vasodilatative Substanzen sind, wie zum Beispiel das Prostaglandin I2 oder auch Stickstoffmonoxid NO.

Jetzt ist es zum Beispiel so, warum ist Sport eigentlich gut fürs Gefäßsystem? Da kommt es ja auch zur Dehnung der Gefäßwand, das wird alles schön durchgespült und dabei wird eben auch von den Gefäßmuskelzellen mehr NO ausgeschüttet. Das heißt, unsere Thrombozyten werden in ihrer Aggregationssaktivität runterreguliert und zum Beispiel unser Schlaganfallrisiko sinkt.

Also kleiner. Sport ist soubord. So ist es. So nämlich. Dann kommen wir jetzt, Leo.

Also wir lösen den Cliffhanger aus. Wir waren stehen geblieben bei einem weißen Thrombus.

Sorry, das klingt jetzt so, als würde das Auto vom Cliff runterfliegen. Komm, wir lösen aus. Und zack ist das Teil durch und das Auto fliegt.

Aber wir lösen ihn auf. Damit das Auto bzw. der Thrombus nicht abfliegt, jetzt geht's nochmal los, starten wir in die sekundäre Hämostase, um halt eben das Ganze zu stabilisieren. Und wir möchten einen stabilen Verschluss bilden, der halt eben auch zumindest mal mittelfristig das Loch zuhält, bis es halt wieder richtig zugewachsen ist.

Und für diese Kaskade brauchen wir verschiedene Faktoren, die sind durchnummeriert mit römischen Ziffern, also mit Is und Vs und X's. Leider Gottes war der, die dasjenige, der das entdeckt hat, nicht schlau genug, die in der richtigen Reihenfolge zu nummerieren. Das wäre ja auch einfach. Das wäre ja zu einfach.

Ich glaube sogar, es endet ja mit Faktor 1, ne? Ist doch saudum, oder?

Er hat es falsch rumgemacht.

Aber leider auch nicht falsch rum. Nee, und dann, also erstens falsch rum und dann auch noch in der falschen Reihenfolge. Genau. Deswegen lasst euch davon nicht verunsichern, wir gehen die Kaskade durch. Wenn man sie drei, viermal runtergeschrieben hat, geht das auch, wenn die Zahlen ein bisschen wirrbar durcheinander geworfen sind.

Let's go! Tatsächlich ist es ja diese Achilleszene von den meisten, diese Benennung der Gerinnungsfaktoren. Aber wie Leo schon gemeint hatte, man lernt das ein paar Mal auswendig. Dann sollte das auch alles laufen.

Wenn das eine Achilleszene in der Vorklinie ist, hatte ich ungefähr 18 Beine. Also.

Aber dafür sind wir ja da, ne? Wir wollen ja jetzt Schritt für Schritt damit. Nehmen wir euch akustisch an die Hand und führen euch da durch.

Festzuhalten ist, dass bei diesen ganzen Gerinnungsfaktoren zwei Zustände vorliegen können, ja? Also einmal inaktiviert oder aktiviert. Und das wird in der Nomenklatur auch festgehalten. Wenn ein Gerinnungsfaktor aktiv ist, also im aktiven Zustand vorliegt, dann steht hinter dieser römischen Zahl ein kleines A.

Wenn nicht, dann ist es halt Eben nur die römische Zahl. Und die meisten Faktoren sind Serinproteasen. Das heißt, Gerinnungsfaktor XY übt seine Funktion als Enzym aus und aktiviert wiederum den anderen Gerinnungsfaktor, in dem ein Rest abgespalten wird. Also wenn wir sagen, der Faktor spaltet den anderen Faktor, dann ist es in der Gerinnungskaskade meistens eine Aktivierung.

Es ist wie so ein bisschen, kennt ihr das, wenn man irgendwie kauft eine neue Fernbedienung und da ist so ein kleines Plastikzippelchen, was man abziehen muss, bevor die Batterie anfängt. Ungefähr so ein bisschen ist das. Das ist quasi, man muss es rausziehen, damit das Ganze funktioniert.

Stichwort Gerinnungskaskade. Wir haben nämlich hier zwei Anfänge mit einer gemeinsamen Endstrecke. Dieses Konzept kommt uns immer mal wieder im Körper vor. Und zwar ist das jetzt auch vergleichbar mit zum Beispiel der Aktivierung des Komplimentsystems oder bei der Aoptose. Wir schauen uns jetzt als erstes das extrinsische System, also den Einschenkel dieser Gerechungskaskade an.

Erstmal, Kave, die Benennung von diesem System bezieht sich auf die Lokalisation der Startfaktoren der Gerechungskaskade und nicht irgendwie der Ursache oder irgendwie Verletzung oder so. Also extrinsisch bezieht sich auf den Anfaxfaktor, ja genau. Also den Anfangsfaktor, Startfaktor 3. Und dieser befindet sich initial nicht im Blutkreislauf, sondern eben extern, extrinsisch.

Er befindet sich außen in der Gefäßwand und liegt dort subendotelial im Gewebe drin. Es wäre nämlich ja auch gar nicht schlau. Also stellt euch vor, keine Ahnung, als Kinder bestellt man sich so einen Chemiebaukasten und will damit irgendwas, irgendwie fancy Substanzen zusammenkippen und dann geht irgendwas ab.

Da wäre es ja auch nicht so wirklich klug, wenn jetzt alles schon zusammen verpackt ankommen würde und noch im Lieferwagen geht euch das Ding hoch, sondern auch da ist es quasi in verständlich. Auch da ist es in verschiedene Päckchen verpackt und so ist es letztlich hier auch. Es macht durchaus Sinn, dass sich diese Startkomponenten des extrinsischen Systems woanders befinden als die anderen Faktoren.

In dem Fall reduzieren wir auch wieder unser Thromboserisiko und haben deswegen eine räumliche Trennung und haben unseren Faktor 3 schön im Subendothelialgewebe geparkt.

Ich glaube, das wird die Folge der absolut unnötig, unnötig komplexen Analogien. Okay, halten wir fest.

Gut, aber wie fängt das denn jetzt alles an? Also wir gehen auch wie bei der primären Hämostase gedanklich von einer Schädigung der Gefäßwand aus. Letztendlich wird ja dann der subendotheliale Raum freigelegt und unser Faktor 3 ist in der Lage, den Blutstrom einfach da reinzugehen. Und dort bindet er dann an den Faktor 7.

Durch diese Interaktion wird der Faktor 7 dann aktiviert und es bildet sich der Komplex aus Faktor 3 und Faktor 7, der wiederum aktiviert ist. Jetzt geht eine ganze Reihe von Komplexbildungen und Aktivierungen los. Da muss man einfach den Durchblick behalten, aber wir machen das jetzt einmal ganz kurz zusammen.

Der Komplex aus 3 und 7a aktiviert wiederum die Faktoren 9 und 10. Der aktivierte Faktor 9 bildet mit dem aktivierten Faktor 8 dann den T-Nase-Komplex. Und wie wird Faktor 8 wiederum aktiviert? Da muss man ein bisschen vorgreifen und dazu sagen, dass der Faktor 8 von Thrombin, also aktiviertem Faktor 2 aktiviert wird.

Das kommt noch. Das kommt noch. Keine Sorge.

Ganz kurz, ich habe eine unfassbar witzige Geschichte zu diesem Komplex, weil dieser Komplex aus Faktor 9 und 8, der heißt Tenase-Komplex. Und wir saßen im Physioseminar mit einem, also wirklich, unser Physioprof war, der bei mir eingeteilt war, war gefühlt der Chef von der Physiologie. Der Gott. Geisteskranker Mensch, ja, sehr sympathisch, auch unfassbar kompetent.

Und dann hat er dieses Ding aus der Kalten einfach so an die Tafel gemalt. Und dann meinte ich so, ja, warum das Ding Tenase heißt, weiß keiner. Und dann hab ich gemeint, ich bin als kleiner Trittssemester, heißt das nicht einfach 10 A's, weil das die 10 aktiviert und jetzt aus allen Wolken gefallen.

Und dann habe ich mich wirklich, dann habe ich mich gefühlt wie der fucking Gott. Aber dabei ist es dann auch geblieben. Also das war also. War das von langer Dauer? Steiler hoch hinaus ging es dann nicht und danach hat er uns wieder so geisteskrank abgehängt. Aber es waren schöne 30 Sekunden.

Und deswegen. Kann ich mir vorstellen, ne? Also da so ein Physio-Prof aus den Latschen zu zimmern. Und im Physikum gibt das einem da wieder zurück. Genau, aber dreimal. Aber schon dreimal.

Und genau, also dieser Komplex aus 8 und 9 ist der Thenase-Komplex und spaltet dann Faktor 10. Genau.

Faktor 10 wird gespalten und dadurch aktiviert. Der aktivierte Faktor 10 bildet dann mit dem aktivierten Faktor 5 Phospholipin und Calcium einen weiteren Komplex, das ist auch ein ganz wichtiger, das ist der Protrombinase-Komplex. Und das ist sozusagen der Anfang des intrinsischen Systems. Das wirkt innerhalb von wenigen Sekunden.

Anfang des extrinsischen Systems. Oh, sorry. Extrinsisch.

Weil der Faktor 3 kommt von außen.

Und das kann man sich so vorstellen, also wie der Anfang des extrinsischen Systems. Und das extrinsische System ist in der Lage, innerhalb von wenigen Sekunden loszulegen. Nach dieser Anfangsphase läuft das Ganze auf eine gemeinsame Endstrecke hin, die das extrinsische System sich mit dem intrinsischen System teilt.

Aber bevor wir jetzt an die Ansträge gehen, möchten wir erst den anderen Arm beleuchten. Jetzt gehen wir mal von innen an die Sache ran.

Wir wechseln den Schenkel aufs intrinsische System und da befinden sich nämlich jetzt alle benötigten Faktoren, nach der Regel, die wir vorhin schon besprochen haben, im Blut. Also alle Faktoren sind quasi intrinsisch. Der Startmechanismus hier passiert über negativ geladene Oberflächen. Also irgendwelche Fremdmaterialien, zum Beispiel wie Glas, was da halt in so ein Blutgefäß reingerammt wird.

Oder aber auch subendotheliales Gewebe.

Ich glaube, das ist häufiger als Glas. Habst du? Ich glaube, subendotheliales Gewebe ist ein bisschen häufiger als so ein Stück Glas. Naja, gut.

Okay, was auch immer es auslöst. Jetzt geht's ab. Ja, also diese negativ geladenen Oberflächen aktivieren unseren Faktor 12. Faktor 12a aktiviert unseren Faktor 11. Faktor 11a aktiviert den Faktor 10. Nein, nein, nein, nicht den Faktor 10, aktiviert Faktor 9. Sorry. Okay, und nach der Supereinlage jetzt wird es auch schon wieder relativ simpel, weil unser Faktor 9a, den hatten wir schon oben beim extrinsischen System.

Und mit dem, also Faktor 9a und Faktor 8a bilden ja jetzt zusammen unseren Tennase oder wie Leo sagen würde, Tennase-Komplex. Außerdem wird der Protrombinase-Komplex natürlich gebildet. Dann geht es einfach so weiter.

An sich ist es eigentlich so, eigentlich ist der Tenasekomplex die Gemeinsamkeit. Der Protrombinase-Komplex wird dann von der Tennase gebildet, aber die hat ja eigentlich nichts mehr zu tun mit den Wegen. Eingenommen? Okay, also jetzt Protrombinase. Tatsächlich, wer hätte es gedacht, da steckt ausnahmsweise mal die Funktion im Wort.

Ich muss kurz sagen, die Funktion im Wort. Hallo. Licht ist an. So, jetzt geht es uns besser. Ja, was? Sorry, ich bin nicht mehr. Gemeinsame Endstrecke, Leute. Die gemeinsame Endstrecke, ja, aber ganz kurz noch, ich wollte noch sagen, dass nämlich das intrinsische System ein bisschen langsamer ist als das extrinsische und bis zu Minuten brauchen kann, bis es tatsächlich zieht und gewirkt hat.

Und viele Elemente des intrinsischen Systems werden nämlich durch Thrombinen aktiviert. Das Ganze müsst ihr euch also vorstellen, wie so eine sich selbst verstärkende Kaskade, die durch positive Rückkopplung einfach komplett eskaliert, bevor es jetzt in die gemeinsame Endstrecke geht.

Das ist tatsächlich, das ist was Besonderes, weil normalerweise kennt man immer nur negative Rückkopplungen, egal von wo. Ob es aus dem Neurosystem ist oder aus einem Gastrosystem, vollkommen egal. Es gibt eigentlich fast nur negative Kopplungen im Körper, außer an so ein, zwei Besonderheiten. Und das hier ist halt eine von denen.

Genau, und hier macht es absolut Sinn, weil wir quasi viele Player rekrutieren wollen. Also sollte das. Viele eskalieren.

Genau.

So, wie kriegen wir das Ganze jetzt über die Linie geschoben?

Ja, das Ende ist in Sicht mit der gemeinsamen Endstrecke. Da schauen wir uns nämlich auch an, was dieses Thrombin eigentlich genau macht. Also wir haben jetzt den Protrombinase-Komplex gebildet und da haben wir jetzt endlich das Protrombin, Faktor 2. Der Protrombinase-Komplex spaltet dann Protrombin, also Faktor 2 zu Thrombin.

Das ist Faktor dann, also dann Faktor 2a. Und das Thrombin ist auch so eine Art Drehscheibe in diesem ganzen Gerinnungskaskadensystem und hat viele, viele verschiedene Aufgaben. Die Hauptaufgabe ist aber die Aktivierung von Fibrinogen, also Faktor 1 zu Fibrin. Eine sehr letzte wäre.

Der letzte ist die Eins.

Stark. Fibrin ist dann in der Lage, sich selbst zu vernetzen und dann endlich diesen stabilen Fibrin-Thrombus zu bilden. Da will der Fabian euch gleich noch was dazu erzählen, aber davor noch kurz zum Thrombin. Thrombin aktiviert auch Retrograd, also das hatte ich ja schon vorgegriffen gehabt. Faktor 8, 5 und 11 und aber auch Faktor 13.

Und Faktor 13 braucht ihr dann gleich beim Fabian, bei der Fibrinquernetzung.

Ich glaube, so krass wurde es noch nie angeteasert, ne? Aber gut, wir wollen ja jetzt, worauf wollen wir eigentlich hinaus? Wir wollen ja hier unseren stabilen Propfen bilden. Und dafür fehlt uns jetzt noch dieser letzte Schritt, nämlich die schon angeteaserte Fibrinvernetzung. Initial lagert sich das Fibrin nur über intermolekulare Kräfte zusammen.

Es sind also noch keine kovalenten Wechselwirkungen und ist relativ instabil. Das floatet also, kann man sich vorstellen. Und durch unseren Faktor 8 reagiert jetzt die Seitenkette des Lysins aus einem Fibrinmolekül mit der Seitenkette des Glutamins eines anderen Fibrinmoleküls. Und jetzt kommt es zur Ausbildung einer Amidbindung.

Also wir haben eine Amidgruppe und eine Carboxygruppe. Yes, das kennen wir schon, aus unseren Aminosäuren und der Proteinbiosynthese.

Ding, ding, ding, MC-Frage, ne? Diese Amidbindung, die wird auch auf Kilo wieder mal verlangt.

Genau. Und in diesem jetzt gebildeten Netz aus Fibrin können sich natürlich allerhand Blutbestandteile, wie in so einem Spinnennetz, wo die durch müssen, verfangen. Und natürlich, unsere hier größten Blutbestandteile sind natürlich die Erythrozyten und die verfangen sich da drin. Das heißt, das Ganze wird jetzt zu einem stabilen, weil das Fibrin ein stabiles Netz ist, roten Thrombus.

Und zwar, weil eben die Eris da drin sind. Das Ganze wird jetzt also auch Blutgerinsel genannt und unser Gefäßleck ist erfolgreich vollständig verstopft. Endlich. Yes. Übrigens, noch einfach kurzer Recap: wenn ihr hört, Blutgerinnsel, Thrombus, Koagel, Blut, Fropf, whatever, es meint alles das gleiche.

Genau. So, auch hier wäre das doof, wenn der Spaß einfach so von alleine läuft. Deswegen gibt es einen physiologischen Hemmmechanismus der Blutgerinnung, dass er eben nur durch die oben genannten Trigger startet. Um dann eben zu verhindern, dass zu viel Blutgerinnung betrieben wird, gibt es mehrere Mechanismen, die das eben unterbinden.

Und das ist halt klinisch auch ein sehr großes Thema, weil auch manche von diesen Mechanismen gestört sein können. Es ist halt doof für die Leute, bla bla. Freut euch auf die Klinik, wird cool. Aber jetzt ist nur kurz die Frage: wie schon bereits erwähnt, wird durch intaktes Endothel, die Thrombozytenaggregation, automatisch gehemmt durch die Ausführung von verschiedenen Substanzen.

Und deswegen findet die Hauptregulation auf der Ebene der primären Blutstellung statt.

Wir können aber noch weitergehen und auch sozusagen die sekundäre Blutstellung hemmen, ja, und da ist das Zauberwort Fibrinolyse. Wir müssen uns nämlich immer vor Augen halten, dass das Ganze in einer Art Homeostase besteht. Das heißt, die ganzen Faktoren sind am wirken, aber dann, wenn es gebraucht wird, also im Fall einer Gefäßverletzung, dann wirken sie eben halt richtig.

Und wenn wir jetzt beim roten Thrombus schon mal angekommen sind und unsere Wundheilung voll gezogen wurde, dann wollen wir diesen Thrombus aber auch irgendwann wieder abbauen. Und da, wie gesagt, Fibronolyse ist das Stichwort. Ist eigentlich zwar ein kleines Theba, aber wird irgendwie ziemlich oft gefragt.

Deswegen könnt ihr jetzt mal all eure Ohren spitzen. Der Fibrinfropf soll also abgebaut werden. Was brauchen wir dafür? Das wichtigste Enzym ist das Plasmin. Das ist eine Serinprotease, die die Fibrinpolymere spaltet und auch Fibrinogen abbauen kann. Hat also so eine Art Doppelfunktion. Die löslichen Fibrinfragmente, also die Peptidfragmente, die dann beim Plasminverdau rauskommen, sind Dedimere.

Und das kennen vielleicht manche von euch schon aus der Klinik. Ganz wichtig bei der Thrombosediagnostik, diese Dedimere.

Genau, ganz kurz, wieso macht das Sinn? Weil bei Thrombose haben wir ja eigentlich zu viel Blutgerinnung, aber in der Sekunde, wo ich auch viel Thrombus habe, viel Fibrin, wird doch viel davon abgebaut. Und deswegen gibt es halt eben auch bei der Thrombose oder auch bei sonstigen Geschichten halt eben da einen erhöhten Fibrinabbau und somit eine erhöhte Dedimere und diese Dedimere lassen sich halt ganz gut messen.

Viel hilft viel. Ja, genau.

Das Plasmin kann aber nicht so von sich aus loslegen. Das liegt als inaktives Plasminogen vor. Da erkennen wir ja auch ein Schema, ja, also was hatten wir schon? Fibrinogen, also Plasminogen, diese ganzen Endungen, die zeigen eine Art Inaktivität an. Und wie aktiviere ich jetzt Plasminogen, dass endlich das Plasmin arbeiten kann?

Da gibt es verschiedene Aktivatoren. Der stärkste ist hier das Gewebe-Plasminogen-Aktivator. Ist auch eine Serinprotease. Dann gibt es daneben aber noch eine Urokinase und eine Streptokinase. Wie der Name schon sagt, die Urukinase ist im Haar nachweisbar. Deswegen auch der Name Uro. Und die Streptokinase, die gibt es auch in Bakterien und da sind die Streptokokken ganz große Sezenierer davon.

Und jetzt auch wieder einen kleinen Klinikausblick bei der Lysetherapie, können diese Kinasen eben von außen zugegeben werden, um diesen Thrombus zu lösen.

Also zum Beispiel im Rahmen eines Herzinfarktes, Schlaganfalls. Genau.

Jetzt können wir aber die Hemmung von Fibrinaufbau, also die Fibrinolyse, können wir aber nochmal hemmen. Also wir haben Hemmung des Fibrinobaus.

Macht ja auch Sinn, weil ich meine, es wäre ja selten dämlich. Nehmen wir mal an, wir haben wirklich eine Verletzung. Ja, und das suppt immer weiter, dann kriegen das die armen Thrombozyten und die Faktoren hin, das irgendwie wieder zuzuhalten. Und dann kommt ja dieser Depp von Plasmin und baut es direkt wieder ab.

Wäre ja im Ernstfall dämlich. Deswegen müssen wir schauen, dass wir diese Fibrinolyse nur dann betreiben, wenn wir sie noch haben wollen. Und deswegen müssen wir halt eben da auch nochmal ein paar Regulatorenhebel einbauen.

Da gibt es zwei große, zwei große Enzyme. Das ist mein Lieblingsenzym. Das Plasminogen-Aktivator-Inhibitor 1. Das befindet sich im NOT.

Immer schön auf die langen Enzymen.

So ein dummer Name. Aktivator-Inhibitor. I hate it.

Das war so ironisch gemeint mit dem Lieblingsinhibitor. Oh, ich lieb's.

Und neben diesem Aktivator-Inhibitor gibt es eben noch das Alpha-2-Antiplasmin. Das wird in Hepatozyten gespeichert. Und wie der Leo schon gemeint hat, unser Ziel ist eben, alles im Gleichgewicht zu haben.

Okay, also wenn natürlich jetzt dieser Thrombus gebildet ist, dann ist die Friprinolyse das einzige Mittel der Wahl. Man kann natürlich jetzt aber auch sagen, bevor dieser Thrombus fälschlicherweise, jetzt im Fall einer Thrombose, gebildet wird, könnte ich mir auch überlegen, einfach schon eine Handbremse anzuziehen, bevor die Blutgerinnung überhaupt anfängt.

Und auch da gibt es Mechanismen.

Und unsere Handbremse, die in dem Fall angelegt werden soll, ist das Thrombomodulin. Was nämlich ja eine zentrale Rolle spielt in der ganzen Gerinnung, ist das Thrombin. Und gesundes Endothel verfügt jetzt über einen Oberflächenrezeptor, der das Thrombin binden und hemmen kann. Und das ist das sogenannte Thrombomodulin.

Könnt ihr euch vielleicht so merken, dass Thrombomodulin halt die Aktivität von Thrombin ins Negative moduliert oder was auch immer. Auf jeden Fall, wenn jetzt aktives Thrombin, also unser Faktor 2a an Thrombomodulin bindet, dann verliert Thrombin seine Wirkung und unsere Gerinnungskaskade wird unterbrochen.

Aber zusätzlich habe ich noch einen weiteren Mechanismus, der das Ganze unterbinden kann. Und zwar aktiviert der Komplex aus Thrombomodulin und Thrombin das sogenannte Protein C. Wiederum aktiviert das Protein C, das bindet erstmal ein Protein S und dieser Komplex wiederum, der inaktiviert die Faktoren 8 und 5.

Und die kennen wir ja bereits aus dem T-Nase-Komplex und dem Protrombinase-Komplex. Das heißt, wenn Faktor 8 und 5 durch diesen Proteinkomplex gehemmt werden, dann kann die Kaskade so oder so gar nicht ablaufen.

Weil die beiden wichtigsten Komplexe gehemmt werden.

Oh, und jetzt hatten wir ja gerade eben schon das Thrombomodulin, aber nee, es reicht ja nicht. Wir brauchen noch einen Stoff, der das Thrombin irgendwie inhibiert. Wir haben also noch ein Antitrombin, also quasi, weiß ich nicht, der Endgegner vom Thrombin. Also das Antitrombin ist auch ein Plasmaprotein, welches sich frei in der Blutbahn befindet und eben, wie der Name schon sagt, auch Thrombinhemd, also unsere Gerinnungskaskade zurückfährt.

Die Wirkung des Antitrombins muss nun aber verstärkt werden. Es ist selber nicht so stark. Und zwar brauchen wir dafür zum Beispiel Heparin bzw. Heparansulfat-Proteoglykane, zu denen meine ich auch, dass Heparin einfach zählt. Kennt ihr bestimmt schon irgendwie aus Pflegepraktikum und so weiter. Und diese Heparan-Sulfat-Proteoglykane, die befinden sich auf der Oberfläche auch von intaktem Endothel.

Heparin ist einfach eine Zuckerstruktur und die hat eben die Besonderheit, dass Antitrombin und Thrombin an diese binden können. Dadurch wird also eine gewisse räumliche Nähe hergestellt. Und jetzt kann das Antitrombin seinen Effekt in vollem Maße auf das Thrombin ausüben und es damit inaktivieren. Und durch Heparin ist es wirklich so, dass die Antitrombinwirkung um bis zu dem 3000-fachen gesteigert wird.

Da sieht man mal, was es ausmacht.

Kurz bevor wir jetzt zum Schluss kommen, der letzte Punkt. Da lese ich einfach nur Anekdote von Jude-Doppelpunkt Lachssperma. Jetzt bin ich. Ich kann mich erklären.

Okay, erkläre dich mal, warum hier Lachssperma im Skript steht. So, genau. My Time to Shine. Das war nämlich so. Bei meinem allerersten Praktikum, das war gar nicht das Krankenpflegepraktikum, sondern so ein Schulpraktikum. Da war ich in der Anästhesie, in der Herzchirurgie. Und einige von euch wissen ja schon vielleicht, dass Heparin auch klinisch eingesetzt wird.

Zum Beispiel beim Anlegen der Herzlungenmaschine. Da will ich ja möglichst das Blut eben flüssig halten, gebe ich dem einfach Heparin. Und wenn ich diese Herz-Lungenmaschine abstellen will, muss ich das Heparin irgendwie wieder aushebeln. Also die Wirkung vom Heparin aufheben. Und da gibt es ein ganz bestimmtes Antidot für, das ist das Protamin.

Und dann stand ich da, keine Ahnung, wie alt war ich da, 16, 17, weiß ich nicht, stand ich da so bei den Anästhesisten rum, habe geschaut, also, ja, interessant, immer mal wieder, hat er mir was erklärt. Dann sagt er da, ja, siehst du das hier, das ist Lachssperma und spritzt dem das einfach so rein.

Und seitdem, das ist mein erster Kontaktpunkt so mit klinischer Medizin, muss, also ich kann nicht mehr vergessen, dass dieses Protamin aus Lachsperma eben gewonnen wird. Das ist auch so Pappquizwissen.

So, und damit sind wir auch schon zur Überleitung an unsere, oder was sagt man, du machst es immer, wir sind bei unserer Überleitung zu unseren schönen Medikamenten, welche in die Blutgerinnung eingreifen.

Genau. Weil dann möchten wir euch die drei größten Gruppen einmal vorstellen, einfach damit man es sie mal gehört hat, weil man eben das Ganze auch mit vorklinischem Wissen verstehen kann. Es gibt einmal logischerweise, kennt jeder die Heparine, was Heparin macht, wissen wir, kann man spritzen, wunderbar, klappt top.

Dann gibt es die Faktor 5a-Hämmer, die sogenannten Xabane, das X für Faktor, nee, Faktor 10, Entschuldigung, Faktor 10-Hämmer. Ja, deswegen das X für Xabane und die hemmen halt eben den Faktor 10a oder die Aktivierung davon und deswegen hilft das auch sehr, die Blutgerinnung zu stoppen. Und die letzte Gruppe sind die sogenannten Vitamin K-Antagonisten.

Und jeder hat im Pflegepraktikum die schon mal gesehen. Und zwar der wichtigste Vertreter ist das Wapharin oder Handelsname Markumar. Und das haben halt ziemlich viele Leute gehabt, jetzt immer weniger, weil diese Xavane ein weniger Nebenwirkungen haben und ein bisschen besser einstellbar sind. Aber der Mechanismus da hinten dran, wie Vitamin K-Antagonisten funktionieren, ist sehr spannend.

Ja, warum brauche ich denn überhaupt Vitamin K und warum kann ich diesen Vitaminenprozess antagonisieren? Ich brauche Vitamin K nämlich unbedingt bei der Synthese von den Faktoren 2, 7, 9 und 10, also eben auch wichtige Player in der Gerinnungskaskade. Und diese Faktoren verfügen über eine sogenannte negative Klar Domäne.

Diese Domäne ist negativ und kann sich dann eben an die Thrombozyten binden. Und die Klardomäne wird posttranslational hergestellt. Dabei wird die Seitenkette von einem Glutamat Vitamin K abhängig, also da haben wir es, carboxyliert und noch eine weitere COOH-Gruppe dran gehängt. Und wenn ich eben Antagonisten von Vitamin K gebe, dann wird Vitamin K nicht mehr regeneriert.

Das fehlt dann bei der Synthese dieser Faktoren und dann kann meine Gerinnungskaskade auch nicht mehr so gut ablaufen.

Genau, dazu gibt es einen Merkspruch, um sich diese zu merken, und zwar das Jahr 1972. Ich muss dazu sagen, 1972, ich habe keine Verbindung, ich habe gerade mal, ich habe gerade gerade mal nachgeschaut und hier steht, im Jahre 1972 verschiebt sich das Machtgefüge zwischen den Blöcken im Kalten Krieg.

Die Volksrepublik China, die im Vorjahr in die UNO aufgenommen wurde, nähert sich durch Richard Nixon, Nixons Besuche in China den USA an. Falls es interessiert, dass es denn im Jahr passiert. So, und mit dieser kurzen, mit diesem Exkurs über Lachsperma zu Vitamin K-Antagonisten. Da gibt es übrigens auch noch einen witzigen Funfact: dieses Makumar wirkt so krass stark, dass das Warfarin als Rattengift eingesetzt wurde und wird.

Weil es halt eben so krasse Blutungen verursacht, wenn es nicht gut eingestellt ist, dass es eben die Ratten umbringt. Und Ratten sind so schlau, die rennen quasi dahin und da lassen die immer erstmal einen probieren, ob das Futter gut ist. Und wenn der direkt umfällt, essen sie es vielleicht nicht. Und wenn der nicht umfällt, dann, ne?

Und deswegen braucht man irgendwas, was quasi sekundär umbringt und deswegen nimmt man da halt eben Blutverlöne.

Eo, ich finde es toll, wie du das Vertrauen unserer werten Hörerinnen und Hörer in das deutsche Gesundheitssystem stärkst.

Okay, dann, was haben wir gelernt heute? Wir haben gelernt, dass Plasmaproteine werden nach ihrem Laufverhalten in der Gel-Elektrophorese in fünf Gruppen unterteilt. Die Blutgerinnung unterliegt immer Mechanismen der Homöostase. Es gibt Wege, sie zu hemmen und sie zu stimulieren.

Ich wurde gleichgewicht.

Genau. Im Rahmen der Gerinnungskaskade werden T-Nase-Komplex, Faktor 9 und 8, und Protrombinase-Komplex, Faktor 5 und 10, gebildet. Plasminogen wird durch Plasminogen-Aktivatoren zu Plasmin gespalten und ist das Enzym für den Febprinabbau, sprich zur Thrombolyse. So, vielen Dank, dass ihr dabei wart.

Das war Situs Inversus der Focknini-Podcast mit Jü und Fabian. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr uns schreibt, welches euer Lieblingsplasma-Protein ist. Gerne über Insta.derfocknini-Podcast. Da gibt es doch immer MC-Fragen, Merksprüche, Bilder von uns, falls ihr euch wundert, wie wir hier so sitzen.

Und auch über Lob, über ein Sternchen bei Spotify, bestenfalls sogar fünf, würden wir uns sehr freuen. Und ich würde sagen, bis zum nächsten Mal.

Ja, und wenn ihr Kritik oder Feedback habt, dann lasst es auch gerne da. Hat Spaß gemacht. Ciao.

Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewäre. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einstiegiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.

Für riesigen Moniebwirkungen fragen Sie an Arzt und Apotheker.

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