
Situs Inversus – Der Vorklinik-Podcast
PBC Neuro: Gedächtnis, Motivation, Emotionen
Sonntag, 21. Dezember 2025 · 57 min
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Das große Finale
- Wir feiern die letzte PBC Folge mit einem großen Knall! Wir sind voller glücklicher Emotionen und denken gerne an die Zeit zurück, als unsere Reise durch die Biochemie und Physiologie begann und sind motiviert, in die nächste Psychologie Staffel nach diesem Grand Final zu starten! Und somit kann der aufmerksame Lesende auch gleich errausfinden, worum es in dieser Folge geht. ;)
Hört rein
Euer Moritz, Tim und Leo
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Genau, und da gibt es natürlich auch noch ein spannendes Modul für hat einen Senior Pap.
So, liebe Freunde, hallo und herzlich willkommen zu einer besonderen Folge. Warum? Wir haben nämlich geguckt, seit vier Jahren arbeiten wir an der Physiobiochemie-Staffel und ist tatsächlich die letzte Folge der PBC-Staffel. Ist das verrückt? Ist verrückt.
Das ist wirklich Wahnsinn.
Nach über 50 Folgen sind wir jetzt wirklich so am Finale. Und ich glaube, das ist uns nachher bewusst. Wir sind glücklich und sind motiviert, weiterzumachen. Das ist deswegen lustig, weil heute geht es um Gedächtnis, Motivation und Emotionen. Und meine Emotion Freude spiegelt sich auch deswegen gerade doppelt und dreifach wider, weil heute mit mir hier sind Tim und Moritz.
Einen schönen Nachmittag, morgen, Abend, wie auch immer. Toll. Hi. So, und genau das machen wir jetzt. Wir schließen mit Gedächtnisbewusstser, Motivation und Emotionen die letzte Neurofolge ab und somit auch die letzte Physiobiochemie-Staffel. Wenn ihr bis da bis hierhin durchgehalten habt, Chapeau. Ich bin bezweidruckt.
Und genau, und bisher haben wir.
Aber Leo kann inzwischen auch bezweidruckt sagen, ohne dass irgendjemand es kommentiert hier. Ja, das ist verrückt, gell? Es hat ein Level an Normalisierung angenommen, das ich eigentlich nicht akzeptieren kann und auch nicht möchte. Tja. Ne, finde ich toll. Weiter. Ich bin betreidruckt.
Du hast bis jetzt wahrgenommen die Sinneseindrücke und die Reaktionen darauf. Das haben wir bis jetzt gemacht in Neuro. Und darüber hinaus integrieren wir aber alle diese Eindrücke und ordnen sie ein, empfinden Emotionen dabei, reflektieren, erinnere uns und überlegen, wieso wir eigentlich bewusst wahrnehmen können, dass wir ein Bewusstsein haben und bewusst nachdenken können über das Nachdenken.
Und ja, ist gerade, also es kann sehr, sehr schnell sehr komplex werden. Und darum soll es in der Folge gehen. Um Bewusstsein, Gedächtnis, Motivation und Emotionen, was ja letztlich irgendwie so die, würde ich schon sagen, höchsten kognitiven Fähigkeiten sind. Und Tim hat gesagt, ich darf es nicht sagen, aber die uns vom Affen unterscheiden.
Wie du später noch lernen wirst, wahrscheinlich nicht. Oh krass, verrückt kommt noch.
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Gerade beim Faktenlernen habe ich immer wieder mal so richtig Motivationsprobleme. Und meine Methode to go ist es deswegen, abwechselnd verschiedene Kanäle anzusteuern. Den Vorclinik-Podcasts gibt es also auf die Ohren und Meditrix bietet den perfekten visuellen Input aus Merkbildern und Erklärvideos.
Und das löst jetzt nicht nur meine Motivationsproblem, sondern verknüpft auch noch diese Lerninhalte und führt deswegen nachhaltig zum Erfolg. Und vor allem in Kombi mit dem 30 bzw. 50 Tage Physikumslernplan bietet Meditrix eigentlich den perfekten Begleiter durch die Vorklinik.
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Ich finde das ein bisschen so eine mystische Folge. Vielleicht könnt ihr euch auch noch nicht so ganz so viel darunter vorstellen, aber es wird, glaube ich, richtig cool, weil wir uns irgendwie so ein bisschen mit den entspannten Konzepten beschäftigen können, aber auf dem Weg da auch noch einige relevante Klausur und Physikumsfacts liegen, die wir dann auch noch mit aufsaugen können.
Verrückt. Es war auch seit langem mal wieder so eine Folge, wo Moritz und ich da saßen und währenddessen gesagt haben, boah, ist ein geiles Thema. Hat Spaß gemacht.
Haben wir uns gestern in den Café gesetzt, eine gute Zeit gehabt, war toll.
Und von daher starten wir einfach direkt mal rein mit so ein bisschen der Grundlage, mit dem Bewusstsein. Und Bewusstsein ist ja letztendlich irgendwie die Voraussetzung dafür, dass wir Dinge planen, erleben und auch so eine Art Idee unseres Ichs und unserer Welt entwickeln können. Und Bewusstsein ist irgendwie intuitiv verständlich, was damit geweint ist, aber es ist super schwer zu definieren.
Ja, ist echt so. Probiert es mal. Es ist also fast unmöglich, da was Griffiges zu finden.
Ja, und also der Duden hat nur so komische Tautologien, wo dann die ganze Zeit kommen ja so die bewusste Wahrnehmung oder so. Aber klar, also ist irgendwie schwierig und auch die Philosophie tut sich da irgendwie schwer. Wir haben ein bisschen recherchiert und es gibt wenig. Aber grundsätzlich für diese Überlegung dazu ist es relevant, dass wir in den Neurowissenschaften quasi davon ausgehen, dass jede objektive kognitive Leistung, wie eben auch das Bewusstsein, irgendwie am Ende dieses Ergebnis von einer Kombination oder einem Muster aus neuronaler Aktivität ist.
Und was wir schon machen können, ist, das Bewusstsein quasi zu beschreiben und Funktionen einzuteilen. Und es gibt eigentlich so zwei wichtige Teilfunktionen des Bewusstseins. Das eine ist das Quantitative und das andere das qualitative Bewusstsein. Quantitativ bedeutet einfach so die Wachheit, die Vigilanz.
Und die ist ja zum Beispiel dann bei Schädel-Hirntraumata oft eingeschränkt und wird dann über sowas wie die Glasgow Coma Scale bewertet. Das ist was, was in der Klinik relativ viel noch eine Rolle spielt. Und andererseits gibt es aber dann das qualitative Bewusstsein. Das baut quasi darauf auf, dass wir quantitatives Bewusstsein haben und zum qualitativen Bewusstsein gehört dann aber, dass man Sinneseindrücke strukturieren kann, dass man relevante Infos selektieren kann, dass man auch das eigene Erleben wahrnimmt und auch, dass eben ein Arbeitsgedächtnis vorhanden ist, wo man irgendwie kurzzeitige Informationen speichern und aber auch wirklich direkt aktiv jederzeit darauf zugreifen kann.
Genau, und dann kann man sich auch noch mit anderen Definitionen oder mit Begriffen beschäftigen, die da auch rumfliegen. Die wollen wir einmal kurz klären. Man kann nämlich dem Bewusstsein auch noch verschiedene Anteile zuordnen oder irgendwie eine Einteilung vornehmen von Anteilen im Bewusstsein. Und da wäre zum Beispiel einmal das primäre oder auch phänomenale Bewusstsein zu nennen.
Das ist das subjektive Erleben von inneren Zuständen. Also ich empfinde sowas wie Schmerzen. Also ich nehme Farben wahr, ich erlebe Freude und Traurigkeit. Das ist quasi das Wahrnehmen von diesen eigenen inneren Zuständen. Das ist das direkte, qualitative Erleben mentaler Zustände. Und genau das beschreibt das phänomenale Bewusstsein.
Zweiter Begriff wäre das Zugriffsbewusstsein, also die Fähigkeit, auf Inhalte und Informationen im eigenen Geist zuzugreifen, diese verarbeiten zu können, also zu kontextualisieren, einordnen zu können. Genau, also das bedeutet, man hat Wissen, man hat Fakten, man hat Erlebnisse oder was auch immer, auf die man zugreifen kann.
Und genau, diese ganzen Gedanken und Erinnerungen, die werden eben aktiv abrufbar, kontrollierbar und in die aktuellen Handlungen, Entscheidungen oder Problemlösungen integriert. Dadurch kann ein Individuum mit Zugriffsbewusstsein eben ganz gezielt Gedanken lenken, Informationen abrufen und entsprechend handeln.
Also dieser Zugriff auf die Gedanken, das ist das Zugriffsbewusstsein. Dann haben wir das Selbstbewusstsein, und damit ist jetzt nicht irgendwie so ein unnötig, unangenehm, maskulin, toxischer Typ gemeint, sondern das ist erstmal quasi das kognitive Bewusstwerden, das Bewusstsein der eigenen Person, die Fähigkeiten und Eigenschaften selbst zu erleben und ja, sich deren bewusst zu sein.
Es beschreibt also das Wissen um das eigene Ich, das Erkennen und Reflektieren der eigenen Gedanken, Gefühle, Stärken und auch Schwächen. Also Selbstbewusstsein geht damit über das bloße Bewusstsein hinaus. Es umfasst auch eine bewusste Eigensicht sowie eben das Vertrauen in den eigenen Wert, in die eigenen Kompetenzen.
Und das ist eben auch ganz, ganz oft eng verbunden mit so Begriffen wie Selbstvertrauen und auch Selbstwert. Also die drei Begriffe. Direktes, phänomenales Bewusstsein, Erleben von Zuständen, Zugriffsbewusstsein, dass man auf eigene Inhalte und Informationen zugreifen kann und das Selbstbewusstsein, das Bewusstsein der eigenen Personenfähigkeiten und Eigenschaften.
Genau, und dann, das ist ja jetzt wieder was, was eher so Richtung Psychologie geht, diese Beschreibung. Und jetzt ist natürlich die Frage, gibt es neuronale Korrelate für das Bewusstsein? Und ja, die ist auch nicht so einfach zu beantworten. Es gibt auch da irgendwie verschiedene Modelle und Erklärungsansätze.
Wir gehen da einfach mal auf ein paar ein, die aber, glaube ich, nicht klassischerweise irgendein Bestandteil vom Physikum oder so sind. Und eine Theorie ist die Global Neuronal Workspace Theory. Das ist quasi die Theorie, dass es einerseits natürlich lokale Neuronenverbände gibt, ja, was ist echt, sagen wir, den primärmotorischen Kortex oder die Hörrinde oder ähnliches, die ja eindeutig Funktionen haben und auch nur einzelne Informationen verarbeiten.
Und andererseits können sich dann über diese lokalen Neuronenverbände hinaus gibt es ja übergeordnete Zusammenschlüsse, die werden dann hier als Workspaces bezeichnet, wo Informationen integriert werden und eben verknüpft werden und wodurch dann so eine Art mentales Objekt entsteht. Und das ist dann eher der Raum des Bewusstseins.
Und eine andere Theorie ist die Integrated Information Theory, dass dann auch die Idee letztendlich, dass es verschiedene Subnetzwerke gibt, die irgendwie kooperieren, Infos austauschen und dadurch können beliebig viele intrinsische Zustände irgendwie entstehen, weil man ja alles mit allem kombinieren kann.
Dann gibt es noch so eine Dendritic Integration Theory, dass die Idee, also dass die fokussiert sich irgendwie sehr auf die kortikalen Pyramidenzellen in Schicht 5, die sowohl Informationen sozusagen von höheren Zentren als auch von tieferen Zentren kombinieren. Und auch da könnte man eine Basis für Bewusstsein vermuten.
Und allgemein geht es aber halt oft um so Ideen davon, dass es irgendwelche Schleifen gibt und Kooperationen zwischen verschiedenen Assoziationsarealen. Ja, und irgendwie, ich stelle mir das immer so ein bisschen vor, wie so ein Orchester, wo es ganz viele einzelne Instrumente gibt und irgendwie kommen die aber in eine Resonanz.
Und diese Resonanz, die eigentlich kein einzelnes Instrument hat, existiert dann ja irgendwie trotzdem. Ja, und irgendwie so ein bisschen in der Art stelle ich mir Bewusstsein vor.
Ja, und irgendwie auch diese, ich finde, diese Modelle oder Korollate, das ist ja dann auch irgendwie irgendwie ein Versuch, diese Komplexität in irgendwelchen komplexen Begriffen irgendwie widerzuspiegeln. Also keine Ahnung, dann kommt da irgendwie Workspace Global Theory oder integrierte Informationen.
Also das ist, der merkt man ja schon, ne, das ist, das ist alles gar nicht gut abgrenzbar. Das ist sehr, ja, einfach auch mit der großen Unklarheit, die es da auch noch gibt, versucht man möglichst große Begriffe und Theorien irgendwie aufzubauen, um dieser Komplexität irgendwie gerecht zu werden. Genau.
Es gibt aber auch Störungen vom Bewusstsein. Das wird euch dann zum Beispiel auch noch bei in der Psychiatrie, in der Klinik dann begegnen. Da gibt es zum Beispiel die quantitativen Bewusstseinsstörungen, also das wären so klassische Vigilanzminderungen. Das wäre jetzt auch gar nicht unbedingt das, was wir jetzt hier so klassischerweise intuitiv mit dem Bewusstsein verbinden.
Also quasi das ist dann wieder das, was wir mit dieser Glasgow-Coma-Scale messen könnten.
Also eher so Neurologie, dann so der Bereich, wo man sich mit quantitativen Sachen beschäftigt. Ich glaube, qualitativ ist dann echt eher Psychiatrie.
Ja, genau, genau. Aber natürlich soporös oder komatös ist natürlich auch was. Bei psychiatrischen Krankenbildern kommt es natürlich, Krankheitsbildern kommt es auch vor. Und bei den bewusstseins-qualitativen Störungen, dann gibt es dann so fancy Begriffe wie die Bewusstseinseinengung, Bewusstseinseintrübung oder Bewusstseinsverschiebung.
Die Bewusstseinseinengung, die meint, dass man sich tatsächlich eben auf ein Thema sehr, sehr stark verengt hat, inhaltlich in seiner Gedankenwelt. Und das wäre zum Beispiel bei einer akuten Belastungsreaktion, wenn sich alles um diese Belastung dreht. Das wäre eine Bewusstseinseinengung, eine Bewusstseinseintrübung.
Das erinnert einen jetzt wieder sehr oft an dieses Zugriffsbewusstsein, was wir gerade diskutiert hatten. Zum Beispiel bei Drogenkonsum, wenn dann das Verstehen von Zusammenhängen leidet und nicht mehr ganz so griffig ist, das wäre eine Bewusstseinseintrübung. Und bei der Bewusstseinsverschiebung kommt es oft zu einer intensivierten Wahrnehmung von Raum, Zeit und Sinnesempfindung, also quasi die Verschiebung zum intensiveren Ende.
Das kann auch wieder unter Drogeneinfluss passieren oder auch zum Beispiel bei der Schizophrenie. Und dann kratzen wir auch wieder ein bisschen an der Philosophie, wenn wir uns fragen, wer hat denn eigentlich ein Bewusstsein? Und das sind vermutlich alle Tiere mit einem komplex evolvierten Nervensystem.
Genau. Und dadurch fallen natürlich auch Lebewesen raus. Also zum Beispiel Pflanzen fühlen und leiden ja irgendwie nicht, während Tiere leidensfähig sind. Genau, und das stellt dann einen Unterschied dar, diese komplex evolvierten Nervensysteme. Und daran kann man dann auch quasi die Abgrenzung, wer hat ein Bewusstsein und wer nicht vornehmen.
Genau, und dann gibt es natürlich auch viele Grenzen, also die sind uns, glaube ich, jetzt währenddessen schon bewusst geworden, aber auch in der Erforschung des Bewusstseins gibt es ganz klare Grenzen. Rein konzeptuell schon. Weil es gibt ja letztendlich, man spricht gerne von sogenannten Qualia, also es geht so um subjektive Merkmale von Erlebnisqualitäten.
Und die sind letztendlich immer privat. Das soll heißen, wenn Leo jetzt hier ein blaues T-Shirt anhat, dann ist es natürlich objektiv irgendwie als Wellenlänge messbar. Aber es kann sein, dass du, Moritz, Blau einfach insgesamt völlig anders wahrnimmst als ich. Also es kann sein, dass, also natürlich können wir irgendwie drüber reden, dass was Blau ist, aber ob dieses Blau für uns wirklich gleich aussieht oder nicht, finden wir nie heraus.
Das ist quasi so eine Frage, die können wir unmöglich beantworten. Und oder auch eine klassische Fragestellung ist, wie ist es, eine Fledermaus zu sein? Du wirst es nie rausfinden.
Voll. Also habe ich mich auch schon tausendmal gefragt, einfach wenn man einfach mal so einen Tag oder auch nur eine Sekunde die Welt aus der Perspektive von irgendeiner anderen Person wahrnehmen könnte. Das wäre so spannend. Also das ist ja quasi das gesamte Erleben und damit auch das Wahrnehmen und das eigene Bewusstsein ist ja kolossal anders.
Und man weiß gar nicht, wie sie das anfühlen kann für andere Menschen. Und das fände ich unglaublich interessant, aber ist natürlich unmöglich. Und das, ähm, genau. Das ist natürlich diese Grenze.
Das ist wie gesagt eine große konzeptuelle Grenze irgendwie. Und das ist für den Bewusstseinsvlog abschließend noch ein Zitat von Susan Blackmore und Emily Troschienko?
Italienisch, ne? Ja, ich glaube.
Troschcianko. Ach, vielleicht doch das. If you think you have a solution to the problem of consciousness, you haven't understood the problem.
unknown Yes.
Natürlich auch ein bisschen enttäuschend, ne? Enttäuschend. Aber ja, zum Glück, zum Glück haben wir noch andere Themen, die ein bisschen griffiger sind, vielleicht.
Und damit streiten wir weiter ins zum Gedächtnis. Beim Gedächtnis haben wir jetzt auch wieder vorneweg ein paar Definitionen und beschäftigen uns dann hinten raus auch noch ein bisschen mit Physiologie, zum Beispiel die Langzeitpotenzierung. Das ist auf jeden Fall auch was aus dieser Folge, was ihr mitnehmen solltet.
Genau, das wird auch durchaus gerne mal abgefragt. Und wir gehen rein. Also Begriffe zum Gedächtnis. Da haben wir einmal die große Unterscheidung in das deklarative Gedächtnis, auch genannt explizites Gedächtnis. Und das, Achtung, nicht deklarative Gedächtnis. Die Unterscheidung kann sitzen. Genau, das deklarative Gedächtnis, das ist das Faktenwissen, also quasi alles Deklarierbare.
Und da unterscheidet man das semantische Gedächtnis. Das wäre quasi so das, was man auch wirklich so unter Faktenwissen versteht, irgendwie, ne? Das Wissen von Zeichen, Symbolen, Begriffen und so weiter. Und beim episodischen Gedächtnis käme dann auch noch ein Bezug zu den persönlichen Erfahrungen dazu.
Also zum Beispiel, wenn ich an Wiesbaden denke, dann denke ich erstmal ganz, also in meinem deklarativen Gedächtnis, das ist ganz semantisch, ist das erstmal eine Stadt und das weiß ich auch, so auch die Landeshauptstadt von Hessen. Und ich persönlich weiß dann aber auch noch, dass das meine Heimatstadt ist.
Das wäre dann der episodische Anteil an dieser Information in meiner Birne. Der zweite Teil ist das nicht-deklarative Gedächtnis. Das sind dann Informationen über Fähigkeiten, zum Beispiel auch bestimmte Dinge ausführen zu können oder zu assoziieren. Lernanteile, die bilden sich auch im nicht-deklarativen Gedächtnis ab.
Ein Teil davon, da haben wir jetzt vier Teile in diesem nicht-deklarativen Gedächtnis. Einer wäre das prozedurale Gedächtnis, das wäre das Lernen von Fähigkeiten oder Gewohnheiten. Also wenn der Leo jetzt mir erklären würde, wie ich denn hier jetzt irgendwie immer diese ganzen Folgen mixen würde und schneiden würde, dann würde mein prozedurales Gedächtnis richtig in Schwung kommen.
Die Bahnen, das wäre die Beeinflussung der Verarbeitung eines Reizes aufgrund zuvor gelerntem, kann man sich nicht so ganz viel darunter vorstellen, aber also das wird zum Beispiel experimentell abgebildet, indem man Menschen irgendwie Wortketten aufzeigt, zum Beispiel irgendwie Straße, Motorrad. Und die lässt man diesen Menschen ganz oft irgendwie lesen oder zeigt diesen Menschen ganz oft.
Und wenn man dann am nächsten Tag ein Rätsel stellt, diesen Leuten, und in dem Rätsel kommt irgendwie das Wort Straße vor und die Lösung ist Motorrad, dann schaffen das diese Menschen, schneller auf die Lösung zu kommen, weil die eben quasi am Tag davor diesen Zusammenhang aufgebaut haben. Also das ist diese Bahnen, die da stattfindet.
Dritte Sache wäre zum Beispiel das assoziative Lernen, also Lernen der Beziehung zwischen Reizen, da erinnern wir uns alle an die Schule, Pawlow, die Klingel, das wäre die Konditionierung. Viertens, das nicht-assoziative Lernen ist die Veränderung der Antwortstärke auf Reize bei wiederholter Präsentation.
Beispiel dafür wäre die Habituierung, also die reduzierte Wahrnehmung eines Reizes, je öfter er präsentiert wird.
Genau, und andererseits beim Gedächtnis geht es natürlich nicht nur um diese Qualitäten, sondern auch darum, wie lange Informationen eigentlich gespeichert werden und inwiefern ich darauf zugreifen kann. Und es gibt einerseits ein sensorisches Gedächtnis oder einen sensorischen Anteil des Gedächtnisses.
Da geht es um die Fähigkeit, letztendlich alle aktuellen Sinnesinformationen für wenige Sekunden aktiv zu haben, in einem Speicher zu haben. Dieses sensorische Gedächtnis, da geht es um Zeiten von unter einer Sekunde. Dann gibt es das klassische Kurzzeitgedächtnis, da geht es eben darum, selektierte Informationen werden letztlich in einen Speicher überführt, der zwar nicht die unmittelbare Gegenwart abbildet, aber eben das, was vor sehr kurze Zeit passiert ist.
Ja, zum Beispiel, wenn ich versuche, mir irgendwelche Zahlen zu merken. Und Teil davon ist auch so eine Art Arbeitsspeicher mit integrativer Funktion. Da geht es also um Sekunden, Minuten, genau. Manchmal auch einen Tag bis zur Klausur. Und dann gibt es noch das Langzeitgedächtnis. Und da geht es wirklich um dieses Einprägen, dieses Codieren und Speichern von Informationen aus dem Kurzzeitgedächtnis.
Und ja, letztendlich die Integration in bestehendes Wissen, in bestehende Strukturen, die Assoziation damit, damit man eben auch nach Jahren noch darauf zugreifen kann.
Und man kann jetzt diesen verschiedenen Qualitäten der Gedächtnisbildung, nämlich dem Deklarativen und Nicht-Deklarativen, kann man verschiedene Hirnareale zuordnen. Da wäre einmal zum Beispiel bei der deklarativen Gedächtnisbildung die Hippocampusformation mit dem darum herumliegenden Gyrus parahippocampalis, die Cortices entto und peregrinalis und Bereiche des Thalamus beteiligt.
Also merkt euch vor allem Hippocampus und Bereiche des Thalamus. Und beim Nicht-Deklarativen, das ist ein bisschen komplizierter, da sind ja auch ganz viele verschiedene Sachen, die da irgendwie reinfallen. Also zum Beispiel irgendwie prozedurales Lernen ist ja was ganz anderes. Es hat ja auch motorische Anteile als jetzt irgendwie assoziatives Lernen oder so.
Da kommt es immer so ein bisschen drauf an, welcher Skill hier gerade gefragt wird. Da werden dann irgendwie Teile vom Neokortex genutzt, dann wird auch mal das Cerebellum zugeschalten. Striatum kann eine Rolle spielen, die Amygdala, wenn es um emotionale Assoziationen geht. Genau, also merkt euch da Neokortex, Cerebellum, Striatum und Amygdala.
Das ist recht eindrucksvoll, diese Zuordnung, weil man bei PatientInnen, die zum Beispiel den Hippocampus entfernen bekommen haben, warum auch immer das irgendwie der Fall war, da gibt es so einen berühmten Patienten, bei dem das in der Vergangenheit mal durchgeführt werden musste, die erleben dann eine anterograde Amnesie.
Also die können Erinnerungen nicht mehr prospektiv, also nach vorne gerichtet, deklarativ aufbauen. Also Die haben quasi quasi irgendwie, wenn man denen neue Fakten irgendwie zuordnet oder denen mit denen teilt, zum Beispiel, wenn, wenn ich jetzt dann irgendwie neu lernen würde, eine neue Stadt, also die gibt es auch noch und das, das würde ich dann nach so einer Operation gesagt bekommen, dann könnte ich mir das irgendwie einfach langfristig nicht merken.
Ich könnte diesen deklarativen Zusammenhang nicht mehr aufbauen. Der nicht-deklarative Anteil, also zum Beispiel Bahnen oder Konditionierung, der wiederum würde noch klappen. Und auch ein Beispiel von den nicht-deklarativen Gedächtnissen wäre das Ober-Wietke-Syndrom, bei dem unter anderem die Amyg-Dala stark beschädigt wird.
Und da sind dann die emotionalen Kompetenzen der nicht-deklarativen Gedächtnisbildung beschädigt, also quasi die Assoziation von Emotionen, von Furcht, das ganze Konzept von Furcht erlebbar machen im Lernen, das erfolgt dann weniger.
Genau, und dann ist natürlich die Frage, was passiert jetzt, damit längerfristig diese Erinnerungen entstehen auf der neuronalen Ebene. Moritz hat ja gerade schon erwähnt, es gibt so verschiedene Hirnareale, die beteiligt sind an den verschiedenen Gedächtnisformen, aber so wirklich auf neuronaler Ebene, ich glaube, so 100 Prozent kann man es auch nicht sagen.
Was man sagen kann, es gibt keine so eine Hirnregion, wo alle unsere Erinnerungen jetzt irgendwie abgespeichert sind. Das ist auf jeden Fall auch nicht der Hippocampus, sondern das ist eher eine Durchgangsstruktur. Und am Ende entsteht eine Erinnerung, wahrscheinlich irgendwie dadurch, dass sich eine Population von Neuronen synchronisiert und eine Art Pfad bildet, ein sogenanntes N-Gramm.
Kann man sich vorstellen, wie wenn ein Fluss durch irgendein Gebirgsmassiv so lange fließt, bis da halt irgendwann ein Tal ist. Und zunächst gibt es halt Rückkopplungen immer zwischen irgendwie der kortikalen Wahrnehmung und Schaltkreisen im deklarativen Gedächtnis. Ein Eindruck, den man gewinnt, halt irgendwie neuronal nach und dann wird immer wieder so dieselbe Abfolge an Neuronen aktiviert.
Und durch diese Konkurrenz verstärkt sich die Verbindung am Ende. Und da gehen wir auch gleich nochmal drauf ein, wie das auf synaptischer Ebene passieren kann. Da gibt es nämlich eine sogenannte Langzeitpotenzierung, die letztendlich eine Art Korrelat dafür ist, dass dann wirklich diese synaptischen Bahnen, diese Verbindung zwischen mehreren Neuronen quasi einfach verstärkt wird.
Und dieses Engramm, diese Gedächtnisspur letztendlich ist, kann man sich vorstellen, als eine Art stabilisierte oder verstärkte synaptische Verbindung in einem Netzwerk aus Neuronen.
Genau, also ihr merkt schon, dass Lernen ganz viel damit zu tun hat, wie sich Synapsen und Neuronen neu verbinden, synchronisieren, Übertragungsfrequenzen sich verändern und so weiter, Übertragungswahrscheinlichkeiten sich verändern. Und das wollen wir sie noch ein bisschen anschauen. Wichtiger Begriff ist da eben die Plastizität, das ist eben genau diese Veränderbarkeit, also die aktivitäts- und erfahrungsabhängige Fähigkeit der Synapse, die Übertragungsstärke dauerhaft bzw.
vorübergehend zu verändern. Und da gibt es auf der kurzfristigen Achse die Fazilitierung und Depression und auf der langfristigen Achse dann die Langzeitpotenzierung LTP. Wir bleiben kurzfristig erstmal und schauen uns an, was passiert, wenn irgendwie jetzt ganz schnell zweimal hintereinander gefeuert wird, also zwei schnell aufeinander folgende Impulse, dann kann es eben zu dieser Verstärkung, also Fazilitierung des zweiten Reizes oder Reduktion des zweiten Reizes kommen.
Das wäre die Depression, also Verstärkung würde dann quasi heißen, dass das exzitatorische postsynaptische Potenzial, also die Antwort an der Postsynapse, dass die dann verstärkt oder verringert wird beim zweiten Impuls, der ankommt. Bei der Fazilitierung kommt es zu dieser Verstärkung durch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für die Vesikelfreisetzung.
Kann man sich ganz plastisch vorstellen. Wir wissen ja, dass die Freisetzung von Vesikeln an der Präsynapse ganz eng mit der Calciumkonzentration der Präsynapse assoziiert ist. Und dann kommt es ja durch die kooperative Bindung an Synaptotachmin zur Freisetzung von den Vesikeln. Und dadurch, dass quasi einfach Calcium noch da ist, schon akkumuliert, sich weiter gemeinsam akkumuliert, kommt es zu einer stärkeren Freisetzung von dem Transmitter in den synaptischen Spalt und dann der entsprechenden Reaktion, intensiveren Reaktion an der Postsynapse.
Das ist eben bei Synapsen mit einer eher geringen Freisetzungswahrscheinlichkeit für Visikel. Was es damit zu tun hat, erkläre ich gleich nochmal. Und bei der Depression, das wäre quasi dann das Gegenteil davon, nämlich dass quasi die postsynaptische Reaktion, die exzidatorische postsynaptische Reaktion abgeschwächt wird.
Da passiert folgendes. Da wird einfach der Visikelpool in der Präsynapse bei dem ersten ankommenden Aktionspotenzial so stark entleert, die ist schon richtig ausgequetscht, diese Synapse, dass dann einfach nichts mehr da ist für den zweiten Puls, der dann irgendwie noch ankommt, ganz plastisch gesprochen.
Und deswegen passiert das auch eher bei Synapsen mit einer hohen Freisetzungswahrscheinlichkeit. Also wenn die Freisetzungswahrscheinlichkeit hoch ist, dann wird die quasi einfach durch den ersten Impuls so ausgequetscht, dass für den zweiten nicht mehr so viel da ist. Und deswegen führt dann auch eine geringe Freisetzungswahrscheinlichkeit dazu, dass es zur Fazilitierung kommt.
Also diese Fazilitierung durch Calciumakkumulation wird natürlich nur dann möglich, wenn noch Vesikel da sind und genau das passiert eben bei der Fazilitierung. Also Fazilitierung und Depression sind Eigenschaften von Synapsen. Je nach Synapsentyp und Struktur unterschiedliches Verhalten zu ermöglichen, ist es ein Korrelat für die Kurzzeitplastizität.
Genau, und diese kurzzeitige oder langfristige Wirkung, das ist dann eben die in Summe die synaptische Plastizität.
Genau, und dann gibt es eben auch längerfristige synaptische Plastizität und dazu zählt die Langzeitpotenzierung und die Langzeitdepression. Und mehr weiß man über die Langzeitpotenzierung. Die funktioniert in verschiedenen Höhlenregionen ähnlich und am Ende ist die Idee, es gibt quasi zu einem Zeitpunkt, zum Beispiel jetzt, gibt es eine sehr starke, hochfrequente Aktivierung dieser Synapse.
Und auch noch Stunden später ist dann das postsynaptische Potenzial in seiner Amplitude erhöht, das EPSP. Und dafür gibt es grundsätzlich erstmal zwei Grundlagen. Einmal die Eingangsspezifität, es werden eben die Synapsen verstärkt, an denen die starke Aktivierung ist. Also ein Neuron hat ja ganz, ganz viele synaptische Eingänge quasi.
Und an der Synapse, wo diese hochfrequente Aktivität war, da ist dann auch das EPSP erhöht. Und andererseits ist noch Assoziativität sehr relevant. Es ist nämlich so, dass Synapsen, die zeitlich synchron, also Konkurrent miteinander, feuern und letztendlich an einer starken Aktivierung beteiligt sind, die werden mehr oder weniger verknüpft, diese beiden Eingänge.
Also es kommt dann, wenn, sagen wir, wir haben zwei Synapsen an einem Neuron, die da rankommen und die feuern gleichzeitig, aber eine hat halt dieses ganz hochfrequente Aktivitätsmuster und die andere feuert einfach nur gleichzeitig, aber vielleicht gar nicht so stark, dann ist trotzdem, weil das assoziiert ist, weil das gleichzeitig stattfindet, ist Stunden später dann das EPSP an beiden Synapsen deutlich verstärkt.
Und das ist quasi, wird so ein bisschen gehandelt als zelluläres Korrelat für assoziatives Lernen. Also dafür, dass sich zwei Dinge, die zeitlich im Zusammenhang miteinander passieren, am Ende miteinander verknüpfen. Und natürlich gibt es auch Mechanismen jetzt direkt auf der molekularen Ebene, die zur Entstehung dieser Langzeitpotenzierung beitragen.
Glutamat ist ja so der klassische Neurotransmitter, der exzitatorische Neurotransmitter im Nervensystem. Und für GindIn gibt es so zwei wichtige Ionotrope-Kanäle, es gibt natürlich auch Metabotrope. Aber die Ionotropen sind einmal Ampere-Rezeptoren, das sind so die ganz normalen, klassischen. Und dann gibt es aber noch NMDA-Rezeptoren und die sind ein bisschen besonders, weil die hängen nicht nur davon ab, dass Glutamat an die bindet, sondern die hängen auch davon ab, dass die Membran schon depolarisiert ist.
Letztendlich, die sind also spannungsabhängig, weil die noch von Magnesium blockiert sind, bis eben entsprechend das postsynaptische Potenzial schon hoch genug ist, dass sie frei werden. Und dann lassen die einerseits auch Natrium durch, aber vor allem relevant sind sie, weil die kalziumpermeabel sind.
Wenn man eben eine starke Aktivierung an der Postsynapse hat, dann ist schon viel Natrium eingeströmt. Und dadurch werden dann die NMDA-Rezeptoren, die normalerweise blockiert sind, mit so einem Magnesiumpropf sozusagen, die werden deblockiert. Und dann sind die quasi auch durchlässig und lassen vor allem Calcium rein.
Und durch diesen Calcium-Einstrom, durch die NMDA-Rezeptoren, der nur funktioniert, weil davor schon die Ampere-Rezeptoren stark aktiviert wurden. Dadurch wird dann Calmodulin aktiv und dann die Kamkin-Nase, dann wird der Ampere-Rezeptor phosphoryliert und hat dann eine erhöhte Glutamats-Sensitivität.
Super cool. Also wir verändern quasi den Rezeptor ein bisschen und dann reagiert der einfach stärker auf alles, was von der Präsynapse kommt. Und gleichzeitig wird durch Calcium auch letztendlich Stickstoffmonoxid gebildet, über eine N-Moss. Und dieses Stickstoffmonoxid diffundiert quasi als retrogater Botenstoff zurück in die Präsynapse und steigert dort die Transmitterfreisetzung.
Das sind beides eher so kurzfristigere Sachen und noch längerfristig wird über eine Aktivierung von der Mapkinase, die dann wieder so Transkriptionsfaktoren und so aktiviert, die Transkription gesteuert. Es werden zusätzliche Rezeptoren in die Membran eingebaut, entweder indem sie neu gebildet werden oder quasi aus einem Pool innerhalb der Zelle mobilisiert werden und es werden auch ruhende Synapsen mobilisiert, indem mehr Ampere-Rezeptoren dort eingebaut werden, auch an Stellen, wo es vorher zum Beispiel nur NMDA-Rezeptoren gab.
Und das sind alles, da gibt es bestimmt auch noch mehr, aber das sind alles zelluläre Korrelate, die dann dazu führen, dass nach einer sehr starken Aktivierung über diese ganzen Kaskaden am Ende auch langfristig derselbe Reiz zu einem viel stärkeren postsynaptischen Potenzial, zu einer viel stärkeren Antwort führt.
Und wie gesagt, wenn das eben an verschiedenen Synapsen gleichzeitig ist, dann gibt es noch diese Assoziativität und dann ist das eben an beiden Synapsen so und damit verknüpft man dann Signale.
Ich finde es total cool. Also ich finde es wirklich, man beschäftigt sich ja irgendwie mit so unglaublich abstrakten Begriffen. Sachen, die man irgendwie schon früher auch irgendwie in der Schule mal gelernt hat, mit diesem Konditionieren und was für andere Lernformen es irgendwie gibt. Und es klingt unglaublich abstrakt und irgendwie so an der Grenze zu dem, dass es eigentlich gar nicht mehr Medizin ist, sondern irgendwie Philosophie.
Und dann lernt man irgendwie so einen Mechanismus und merkt wirklich, okay, crazy, man checkt irgendwie einen Teil davon. Also als ich das zum ersten Mal gelernt habe, fand ich das unglaublich cool. Das ist echt cool. Ich hoffe, ich auch. Und es gibt quasi das Gegenteil davon. Das wäre quasi die langfristige Abnahme von einer postsynaptischen Antwort.
Das wäre die Langzeitdepression. Das entsteht eben durch eine auffällig niedrige Frequenz an eingehenden Aktionspotenzialen an der Präsynapse. Und das wollen wir jetzt nicht im Detail so aufschlüsseln. Ja, also merkt euch einfach, die niederfrequente Aktivität an der Präsynapse führt dann zu Abschwächungen des nächsten EPSPs an der postsynaptischen Antwort.
Genau. Und bei den molekularen Grundlagen da spielen die Metabotropen-Glutamatrezeptoren eine wichtige Rolle. Weitere Details sind da unklar, läuft so ein bisschen über die Phospholipase C, Proteinkinase C, scheint da irgendwie auch ein bisschen Aktien dran zu halten. Aber ja, die Details sind noch nicht so ganz durchdrungen und deswegen lassen wir die auch weg.
So, ich würde sagen, Gedächtnis ist spannend und auch vielleicht ein Schnuffel relevanter, so fürs Physikum, weil es ist gut, dass man bei einem bewusst ist, dass man gerade Physikum schreibt, aber ich glaube, Gedächtnis schnuffel noch relevanter. Was noch etwas relevanter ist für eine gute Physikumsvorbereitung ist, glaube ich, die Motivation dazu.
Womit wir uns jetzt beschäftigen, was mehr oder weniger die Handlungsbereitschaft für eine gewisse Handlung darstellt.
Genau, und aus unseren wunderbaren Psychsorzfolgen, die sind ja noch nicht draußen, ne? Nee, die kommen danach. Die kommen noch, keine Angst. Vor allem die nächste richtig Gutes freuen. Genau, da kennen wir schon verschiedene Ebenen und Aspekte der Motivation. Es gibt sowas wie die primäre Motivation.
Das ist so das evolutionär bedingt, unbedingt Notwendige, das quasi dem Erhalt des Individuums dient. Das wäre zum Beispiel sowas wie Schlaf, aber auch Sexualität. Und dann gibt es noch sekundäre Motive, die werden dann erlernt im Laufe des Lebens und traditionell wird da sowas wie Genusslust, Hedonik, wird dann mehr so dem zugeschrieben.
Oder Anax. Anderes, ja, Hedonik, alles, was Spaß macht, ne? Und anderes Modell wäre zum Beispiel die Motivationshierarchie nach Maslow. Also ihr seht, da gibt es verschiedene Konzepte, mit denen man sich versucht, den anzunähern. Wir versuchen es wieder rüberzubringen auf die neurobiologische Ebene. Also es liegt ein System dem Ganzen zugrunde, weil nämlich wir in unserem bisherigen Erleben die Erfahrung gemacht haben, dass wir für gewisse Handlungen eine Belohnung bekommen.
Und wenn wir von einer Handlung eine Belohnung erwarten, dann sind wir motiviert. Also das ist am Ende Motivation. Deswegen ist dir der Zusammenhang von Motivation und Belohnungserwartung und damit auch von Belohnungssystemen enorm eng verschränkt. Und deswegen reden wir hier bei der Motivation auch eben über dieses Belohnungssystem.
Und wir können natürlich, also wir haben natürlich so ganz habituell wissen wir auch, dass irgendwie, keine Ahnung, wenn wir uns was zu essen machen, also wenn wir die Küche stellen und Nudeln kochen, dann haben wir davon die Belohnung, dass wir danach Nudeln essen können. Also wir haben da eine, also wir haben auch selbst ein Verständnis davon, was eigentlich Belohnung einer Handlung irgendwie ist.
Aber unser Gehirn kann sich auch eine Belohnung quasi selbst geben. Also es hat ja quasi ein eigenes Transmitter- und Belohnungssystem, um quasi eine Belohnung für eine gewisse Handlung, für einen gewissen Reiz eben auszuschütten. Und das ist eben genau dieses Belohnungssystem, in deren Zentrum der Transmitter Dopamin steht.
Und dieses Belohnungssystem umfasst ganz zentral das Dopaminerge-mesolymbische System mit der Area tegmentalis ventralis, VTA abgekürzt und dem Nucleus acumbens. Genau, und diese Strukturen, dieses Netzwerks schauen wir uns jetzt kurz einmal an.
Genau, also wie Mortz gerade schon gesagt hat, es gibt eben diese VTA und in der VTA, also die liegt im Mittelhirn, nämlich den Cephalon. Da liegen dopaminärge Neurone, die letztendlich der Ausgangspunkt sind für dopaminärge Projektionen zu anderen Strukturen, also die senden da eben Axone hin. Unter anderem dann zum Nucleus acumbens.
Der liegt im Vorderhirn, im ventralen Striatum und ist eben das Hauptziel dieser dopaminärgen Bahnen aus der VTA. Und der erhält aber auch Signale aus Amygdala, Hippocampus, Cortex. Der integriert also letztendlich Signale aus verschiedenen Hirnregionen. Und dann habe ich gerade schon erwähnt, spielt die Amygdala eine Rolle, die bewertet oder ist eben an der Bewertung von der emotionalen Bedeutung von Reizen als entweder angenehm oder gefährlich beteiligt, verbindet, also ist auch so ein bisschen ein Bindeglied zwischen Motivation und Emotion.
Ihr werdet aber gleich noch merken, dass allgemein viele dieser Strukturen beim Thema Emotion auch wiederkommen. Unter anderem nämlich auch der Hippocampus. Der ist ja eigentlich so die klassische Struktur, die diese Gedächtniskonsolidierung unter anderem mitvermittelt. Und da geht es eben dann hier bei der Beteiligung auch um motivationales Lernen.
Genau, und interessanterweise, wir hatten ja vorhin über Langzeitpotenzierung gesprochen, die gibt es auch, Dopamin vermittelt letztendlich. So, und dann spielt natürlich der Präfrontalkortex noch eine Rolle, das ist ja eher im, wie gesagt, dann im Frontallappen. Und ja, der Präfrontalkortex ist immer eher so der Bereich, den man mit diesem höheren Selbst irgendwie verbindet, ja, also mit dieser Top-Down-Kontrolle.
Der kann dann Belohnungen wieder bewerten und das mit zukunftsgerichtetem Verhalten irgendwie integrieren, Dinge planen, Handlungen planen und so weiter, um dann eben letztendlich die Belohnung zu bekommen.
Genau, also merkt euch, für dieses mesolymbische System, Dopamin muss irgendwo herkommen, ventrales Pigment. Es muss an irgendeinen wesentlichen Zielort kommen, das ist der Nucleus Akumbens. Wir müssen irgendwie Emotionen reinbringen, Amygdala, und wir müssen irgendwie lernen, also Hippocampus und präfrontaler Kortex, dann habt ihr das mesolympische System erstmal strukturell verstanden.
So, dann, wie funktioniert das Ganze eigentlich? Wir haben eben diese Dopaminspiegel oder die Freisetzung von Dopamin oder dopaminäre Neuronen, die aus dem ventralen Trigment über die mesolymbischen Bahnen in die ganzen anderen Regionen projizieren oder darauf projizieren. Und das ermöglicht eben die Integration von diesem Belohnungsreiz in die Emotion, Bewertung, Handlungsplanung und das Lernen.
Das läuft eben im Wesentlichen am Nukleus Akumbens ab. Und wir haben, wie gesagt, belohnende Reize wie Essen, soziale Anerkennung oder auch Drogen, die steigern die Dopaminausschüttung und ein Anstieg motiviert dann wiederum ein Verhalten zu wiederholen, das zur Belohnung geführt hat. Und deswegen ist ein ganz wichtiges Element bei der Motivation, die ja mit dem Dopaminspiegel assoziiert ist, dieser Belohnungsvorhersagefehler.
Also es wird eine Belohnung von einer gewissen Handlung erwartet. Und wenn es dann eine Abweichung gibt von diesem erwarteten Spiegel, kommt es zu einer Änderung im Dopaminspiegel und das wiederum hat dann eine lernende Konsequenz, also eine Lernhandlungskonsequenz. Also eine unerwartete Belohnung würde dann zu einem Dopaminanstieg führen und eine ausbleibende Belohnung zu einem Dopaminabfall.
Und dann ziehen wir daraus eben Schlüsse für die Zukunft.
Deshalb ist man ja auch irgendwie, also deshalb überrascht man ja Leute auch gerne mal mit, keine Ahnung, einem Geburtstagsgeschenk oder einer Überraschungsparty oder so, weil dann die Freude eigentlich viel größer ist, als wenn das jetzt von langer Hand geplant ist und jeder weiß ganz genau, was passiert, sondern es geht wirklich um dieses unerwartete, positive Erlebnis, was eigentlich viel positiver ist, als man jetzt in der Situation erwartet hätte.
Genau, und wenn man es so ganz, ganz, ganz böse simplifiziert runterbrechen möchte, wird quasi diese Erwartung der Belohnung und die dann darauffolgende Dopaminausstüttung ja in der VTA kodiert, dann dieses eigentliche, diese Integration, die Auslösung von diesem Glücksgefühl ist eher so ein Nukleus Akumbens.
Und dann so dieses So what, die Folge daraus ist eher das, was dann im Präfrontalkortex stattfindet, dass man eben die Planung von Handlungen und die Entscheidungen anpasst.
Yes, genau.
Genau, so. Und die, das, was am Ende resultiert, was der Tim gerade mit dem Geburtstagskuchen angeteasert hat, ist ein Glücksgefühl, eine positive Emotion. Ist jetzt nicht die einzigste, aber einzige, oh Gott, aber grundsätzlich die, die wir ganz gerne hätten. Emotionen kann auch das Risiko vieler auslösen, würde ich sagen.
In alle Richtungen. In alle Richtungen. An verschiedenen Zeitpunkten der Vorbereitung. Und deswegen würden wir hiermit auch dann die letzte Folge der WBC-Staffel beenden, hoffentlich mit was Schönem.
Gut, Thema Emotionen. Also wir können erstmal unterscheiden.
Timon und ich haben kurz geschrieben.
Hat das jetzt eine Emotion ausgelöst?
Also ein Feuerwerk.
Genau, also wir können erstmal unterscheiden zwischen Emotion, Gefühle und Stimmung. Das ist eine relativ relevante Abgrenzung. Emotion ist halt erstmal quasi so eine Art automatische physiologische Reaktion von Gehirn und Körper, die auch eher unterbewusst ist und dann zum Teil eben bewusst wird, die aber Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Entscheidung beeinflusst und auch zu endokrinen, autonomen, muskuloskeletalen Reaktionen führt.
Als Gefühl würde man dann eher so diese bewusste Erfahrung von diesen körperlichen und kognitiven Status Veränderungen quasi bezeichnen und Eine Stimmung wäre dann ein Gefühl, was über mehrere Tage bzw. Wochen anhält.
Dann strukturieren wir noch einmal kurz zwischen primären und sekundären Emotionen. Die primären Emotionen sind die fünf klassischen Angst, Trauer, Wut, Ekel und Freude. Das sind wohl Emotionen, die kulturübergreifend stabil sind. Und dann haben wir die sekundären Emotionen. Das wäre dann immer eine komplexe Vermengung von diesen primären Emotionen.
Zum Beispiel Bewunderung, die hat irgendwo einen Anteil an Freude, vielleicht hat auch ein klein bisschen Anteil an irgendwie Angst oder auch Trauer und Wut, wie auch immer. Also das ist dann immer in verschiedenen Anteilen, werden bei den sekundären Emotionen die ersten zusammengemixt. Anderes Beispiel für die sekundären Emotionen wäre noch sowas wie Dankbarkeit oder Scham.
Genau, und ganz viel ist eben auch bei den sekundären kulturell geprägt, vor allem in der Frage, wie und woraufhin die eben auftreten. Jetzt hat man sich natürlich schon länger damit beschäftigt, wie funktioniert Emotionen. Viele denken da bestimmt erstmal so an die Schlagworte Amygdala und limbisches System.
Das Wissen, was man über die Entstehung von Emotionen hat, ist noch ziemlich fluide. Und wir schauen hier erstmal, welche Theorien es quasi bisher so gab. Also wir machen so einen kurzen, kurzen historischen Exkurs und ja, da gab es letztendlich auch immer mal so einen kleinen Kampf zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Theorien, wo man dann, wo dann einmal Das Paper geschrieben wurde und dann hat jemand anders wieder dagegen argumentiert wurde.
Wurde mal richtig wurden da Paper reingetippt in die Tastatur.
Ja, genau. Damals ja noch per Hand geschrieben worden. Weiß ich nicht. Briefe wurden losgeschickt. Briefe wurden losgeschickt. Angefangen hat es nämlich unter anderem, also einer der Begründer der ganzen Sache ist interessanterweise Darwin. Und Darwin hat nämlich 1872 ein Buch rausgebracht, das hieß irgendwie sowas wie The Expression of Emotions in Man and Animals, woman gemeint ist so der Ausdruck von Emotionen bei Menschen und Tieren.
Und der hat die Idee aufgebracht, dass es einerseits Basisemotionen gibt, die sich zwischen Spezies und Kulturen eben nicht unterscheiden, diese primären Emotionen. Und andererseits hat er auch ein bisschen die Grundlage dafür gelegt, dass man seitdem in den kognitiven Neurowissenschaften versucht, anhand von Tierverhalten und anhand von Tierexperimenten rauszufinden, was neuronale Korrelate für Emotionen sind.
Und dann, so das nächste wirklich Einflussreiche in diesem Bereich der affektiven Neurowissenschaften war die James-Lange-Theorie. Das war so Ende des 19. Jahrhunderts. Und die Idee von den beiden war, dass Emotionen letztendlich die Wahrnehmung der körperlichen Reaktion auf Reize sind. Also ich stehe in irgendeinem kanadischen Wald und da steht ein Grizzlybär mir gegenüber.
Und das Erste, was passiert, ist, mein Körper reagiert mit Zittern und ich laufe vielleicht weg. Und was ich dann aber erst bewusst wahrnehme, also ich nehme dann quasi wahr, mein Körper zittert, bla bla bla. Und das interpretiere ich als Angst bzw. Furcht. Das ist diese James-Lange-Theorie. Also erst körperliche Reaktion und dann Wahrnehmung davon und das ist eigentlich das, was Emotionen auslöst.
Canon und Barth haben das dann anders gesehen Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie haben dann erstmal dagegen argumentiert und gesagt, nee, so körperliche und physische und psychische Reaktion entsteht gleichzeitig und parallel und quasi mehr oder weniger unabhängig voneinander. Auch dann gab es dann wieder Kritik, Anfang der 80er und das ging ein bisschen hin und her.
Die aktuelle Idee ist auf jeden Fall, dass die Wahrnehmung der körperlichen Reaktion irgendwie die Entstehung von Emotionen moduliert. Und irgendwie findet es auch parallel statt und irgendwie beeinflusst es sich gegenseitig.
Keine Einbahnstraße.
Also der Klassiker, wenn man nicht mehr weiter weiß, sagt man einfach, alles hängt irgendwie miteinander zusammen.
Das biopsychosoziale Modell.
unknown Genau.
Ein paar Buzzwords durch den Raum fliegen lassen. Genau, und da gibt es natürlich auch noch ein spannendes Modul für. Da hat ein Senior Pape. Hat sich da mal was einfallen lassen. Der Pap, ist es Papez oder Papets? Ich glaube es nicht, oder? Ich weiß gar nicht.
Ich finde aber mit deinem Spannlichen klingt es viel cooler.
Der Papez Neuronkres, der wurde dann am Anfang des 20. Jahrhunderts vorgeschlagen und der ist wohl auch ziemlich outdated, aber wird wohl doch manchmal noch abgefragt. Die grobe Idee davon ist, dass sensorische Wahrnehmungen, die im Thalamus ankommen werden, einerseits zum Kortex, also zum drüber nachdenken und andererseits zum Hypotalamus, so für das emotionale Erleben weitergeleitet werden.
Und quasi diese beiden Achsen bedeuten, dass wir dann eine Integration in diese beiden Ebenen brauchen. Und das Ganze kann man dann eben in einen Kreislauf zusammenfassen, vom Hypotalamus als Verbindung über den anterioren Thalamus, den Gyrus cinguli Hippocampus und dann zurück zum Thalamus. Und dann ergibt sich daraus ein Neuronenkreis, der dann von den Stationen folgendermaßen abläuft.
Hippocampus über Fornix zu den Corpora mamillaria.
Diesen Teil des Hypothalamus.
Dann Tractus mammillotalamicus, die Nuclei anterioris thalami, das Zingulum und der entorinale Kortex und von dort geht es dann zurück in den Hippocampus. Merkt euch diese sieben Stationen, falls eure PrüferIn das wissen möchte. Genau, und die meisten von Papeth postulierten Verbindungen gibt es zwar, aber es ist nicht wirklich bewiesen, dass all diese Regionen und diese Verbindungen für die Emotionen so ganz zentral werden.
Genau, und es gibt dann eben auch zum Teil in den einzelnen Regionen zum Beispiel, was ja jetzt noch gar nicht erwähnt wurde, ist die Amygdala, da kommen wir gleich nochmal drauf, aber gerade auch beim Hippocampus oder so gibt es für die einzelnen Regionen dann immer so Modellüberlegungen, wie dann irgendwie da was entstehen könnte.
Ein bisschen breiter als Papes ist MacLean gewesen, der kam ein bisschen später in den 1940ern, der hat die Theorie des limbischen Systems mehr oder weniger begründet. Der hat das Gehirn quasi erstmal eingeteilt in drei Anteile. So ein evolutionär altes Reptiliengehirn, vor allem Basargangin und Striatum.
Dann das alte Säugetiergehirn, was viele Komponenten des Papeskreises enthält, unter anderem eben auch Hippotalamus, Hippocampus, Gyroscinguli, Amygdala und so weiter. Und den Neokortex, quasi das neue Säugetiergehirn. Und für den zweiten Teil, dieses alte Säugetiergehirn führt ja später dann in Begriff limsches System ein.
Und die Idee ist, dass das auch für sekundäre Emotionen zuständig sei. Während der Neokortex dann eher Emotion und Kognition integriert und so die Top-Down-Kontrolle über die Reaktion auf eine Emotion hat. Aber ihr merkt schon, das ist alles noch ein bisschen schwammig. Was man aber schon sagen kann, ist, es gibt auch so Strukturen, die aktuell als besonders relevant angesehen werden.
Genau. Und bei diesen besonders relevanten Strukturen, da ist zum Beispiel die Basalganglien zu nennen, die Amygdala, der Hypothalamus, der Gyrus cinguli und der präfrontale Kortex. Genau, und da haben wir uns nochmal zwei rausgepickt, nämlich einmal die Amygdala, die ist mit dem Hyppocampus in der Konsolidierung, also quasi Vertiefung von längeren, längerfristigen emotionalen Erinnerungen beteiligt, sowie eben in der Angstkonditionierung, also wieder diesem assoziativen Anteil.
Und zweitens noch der Hypothalamus, der ist Teil eines größeren Belohnungssystems. Hier und wieder Stichwort Motivation. Hier gibt es auch viele Verbindungen zum Beispiel zum Dopamin-Nergen oder Oxytocin-Nergen-System. Weil das Tim gerade noch erwähnt hat, evolutionär alt, wenn ihr eure Prüfer mal richtig wuschig machen wollt, könnt ihr auch phylogenetisch besonders alt sagen.
Das ist auch ganz toll, ist quasi synonym zu verwenden. Also, wir runden es ab. Auf breiter Ebene versteht man das emotionale System bis heute nicht ganz so gut. Es ist vor allem schwierig, Modelle aus der Psychologie mit Modellen aus der Neurowissenschaft zu integrieren. Aber genau, damit sind wir wieder so ein bisschen am Anfang der Folge.
Wir haben ja mit dem Bewusstsein angefangen, jetzt mit den Emotionen aufgehört. Es war beides irgendwie nicht ganz so leicht zu integrieren in die Neurowissenschaften. Aber in der Mitte hatten wir ja das Lernen und die Motivation. Da haben wir schon einige Korrelate festgehalten. Und genau, ich denke, da haben wir doch einen guten Bogen geschlagen.
Was haben wir denn jetzt heute alles gelernt? Wir haben gelernt, dass das Bewusstsein kann quantitativ sein, Vigilanz, bewertet mit der GCS oder qualitativ unterteilt. Wobei das quantitative Bewusstsein die Voraussetzung für qualitatives Bewusstsein darstellt. Die Lampen aus sind, schwer drüber nachzudenken.
Gedächtnis funktioniert auf molekularer Ebene mit der Langzeitpotenzierung oder der Langzeitdepression. Im Belohnungssystem spielen vor allem die VTA, der Nucleus Akumbens und Dopamin eine große Rolle. Per Emotionen wiederum sind die Big Player, Basalganglien, Amygdala, der Hepotalamus, Glurus singuli und der präfrontale Kortex, wobei wir im Allgemeinen noch nicht so viel darüber wissen, deswegen stay tuned, es wird bestimmt sehr spannend, was in den nächsten Jahren da unsere Kolleginnen und Kollegen so rausfinden.
Ich glaube, da ist auch wirklich immer so dieses Ding, irgendwann wird jeder jemand eine neue Technik erfinden und dann findet man wieder viel mehr raus. Ich glaube, das ist ja oft das, was irgendwie zu Durchbrüchen führt.
Ja. Und am Ende des Tages ist meine Emotion gerade Zufriedenheit. Ja. Dankbarkeit. Dankbarkeit.
Vor allem für euch alle, muss man ja auch mal sagen. Also alle Leute, die das hier immer wieder anhören, das ist natürlich das auch, was uns irgendwie antreibt. Wir stecken hier viel, viel Energie und Herzblut rein, aber das machen wir natürlich vor allem auch, weil wir ganz oft viele liebe Nachrichten bekommen, weil wir viele Klicks sehen und das freut uns natürlich enorm.
Und ja, vielleicht doch einmal kurz Danke an alle Menschen, die hier an diesem Skript, an den Skripten beteiligt waren in der Physiologie und Biochemie. Wirklich ganz, ganz viele tolle Menschen. Nicht nur wir drei, sondern unser gesamtes Team, das da dabei ist.
Genau. Und deswegen schreibt uns gerne mal auf der Vorklinikpodcast oder kommentiert unter die Folge auf Spotify gerne Lobkritikanregungen. Es hilft uns sehr und es motiviert uns. Und ansonsten findet ihr eigentlich alles, was ihr sonst noch so zum Lernen braucht, auf der Vorklinikpodcast.de.
Schaut gerne mal vorbei. Genau, und vergesst nicht, ab und zu so dieses Wunder noch zu behalten. Man verstrickt sich ja oft darin, dass man dauernd irgendwelche Fakten auswendig lernen muss und was weiß ich. Aber ab und zu so dieses Wow ist ja schon irgendwie spannend. An einem TV-Klinik sehr viel süßen.
Mit dem philosophischen Sonntag lesen wir die Folge bis zu Psycho. Bis zum nächsten Mal.
Für die Inhalte in diesem Podcast übernehmen wir keine Gewäre. Der Podcast kann den Besuch von Vorlesungen nicht ersetzen. Wir empfehlen das Studium von einschlägiger Fachliteratur über den Inhalt des Podcasts hinaus.
Für riesigen Unwirkungen fragen Sie an Arsen und Apotheker.